Erstaunt und gebügelt

Das Mühen unserer Arbeit, wird durch Segen multipliziert.

„Der Herr, dein Gott, hat dich gesegnet in allen Werken deiner Hände.“

5.Mose 2, 7



Bei der Frage, was ist der Glaubende, kann man schlicht sagen, Handlanger Gottes. Das was der Mensch arbeitet, verrichtet und ausführt, geschieht nicht nur mit Gottes Hilfe, sondern ist die Exekutive Gottes. Der Mensch ist ausführendes Organ dessen, was Gott schafft. Er ist viel dichter an Gott dran, oder Gott an ihm, als wir glauben. Gesegnete Hände sind fruchtbar gemachte Hände, durch die die Kraft eines anderen fließt. Im Glauben fließen Energieströme durch das menschliche Tun. Durch den Glauben ist der Mensch ein Begnadeter, dadurch wird sein Werk zu Gottes Werk. Segen ist die Gnade, dass Menschen Handlungen zu Christus Handlungen werden. Segen sind Gottes Spuren, die er durch Menschen in die Welt zieht. Darin entdeckt der Glaubende, wer er selber ist. Er definiert sich nicht über sich selbst, sondern über das, was Gott aus ihm macht. Des Menschen Tun wird multipliziert. Da kommt viel mehr heraus, als eigentlich drin ist. Da wird ein Mensch zu Dingen fähig, die er sich nie selbst aneignen könnte. 
Diese Handlungen Gottes am Menschen kommen sehr schön in unserem Namen Kecharismai zum Ausdruck. Nicht wir sind die Handelnden, sondern Gott durch uns. Die eigentliche Aktivität liegt in dem begnadenden Gott, der seine Potenziale in Menschen legt. Das geschehen Dinge, die weit über das menschliche Vermögen hinaus gehen. Gestern erhielt ich ein liebevolles Dankeschön für diese täglichen Auslegungen, dass sie ein Volltreffer waren, in einer schweren Krisenzeit. Mehrere Tage hintereinander, seien sie direkt für sie geschrieben gewesen. So etwas kann man nicht machen. Da spürt man hautnah, was Segen ist. Da ist man selbst erstaunt und gebügelt, wie Dinge passieren, die außerhalb der eigenen Reichweite liegen. Da werden wir in Dimensionen gestellt, bei denen wir erkennen, Segen ist nicht mein Verdienst, sondern die Zugabe dessen, der mich in seinem Namen gebraucht. Beim Segen werden die Fäden auf einer ganz anderen Ebene  gezogen. 
Wo Gott die Hände segnet, brauchen wir nur unsere Aufgaben verrichten, ohne uns zu sorgen, was daraus wird. Wir mühen uns um das Gute und überlassen es Gott, wie er mit Segen, das Werk unserer Hände multipliziert.
Warum sorgen wir uns so oft, und lassen nicht getrost Gott seine Arbeit machen?  

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Energiespritze für dürre Zweige

Denen die aufbrechen, gehört die Zukunft.

Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finsteren Lande, scheint es hell.“

Jes. 9,1



Weihnachtliche Klänge in grauen Novembernächten. Die Botschaft, die der Prophet hier verkündet, hört sich richtig unwirklich an. Gott durchbricht die Schatten der menschlichen Tage. In der Finsternis soll es taghell werden. Der Wahnsinn, der auf den Wegen der Menschen liegt, steht unter unglaublichem Leuchten. In spannungsgeladene, leidvolle Tage stellt Gott seine Krippe. Ein Kontrastprogramm, das für den normal Denkenden völlig realitätsfremd erscheint. Als ob Gott keine Ahnung hat, von dem was in dieser Welt abgeht. Doch genau dort, wo die Nächte am dunkelsten und die Schrecken am größten sind, setzt Gott an. Dort wo keiner mehr etwas zu lachen hat, dreht er den Spieß um. Weil er weiß, zu was menschliche Unvernunft und Hass in der Lage ist, weil er weiß, wie Menschen sich gegenseitig belasten können, legt er Lichtspuren. Mit Christus bricht Gott die Nacht um. Das finstere Land ist immer noch das gleiche, das Leid und Chaos ist noch immer gegenwärtig, doch in der Christusgegenwart verlieren sie ihre Übermacht.  Das Lähmende und Erschlagende wird durch dieses Licht erschlagen. Damit beginnt eine kosmische Verwandlung im gebeutelten Menschen. Da bäumt sich das Licht, das in uns eingeht, über die von außen erschlagenden Umstände auf. Dieses große Licht setzt ein Aufbrechen und eine Vorwärtsbewegung in Gang, mitten in allen Widerständen. Mit dem Licht, klaren finstere Wege auf. Das Licht weckt kahle Bäume zum Leben, der wieder frische grüne Blätter treibt. 
Auch wenn unsere Tage von reichlich Finsternis umgeben sind, die gerade in dieser tristen, grauen Jahreszeit noch stärker auf uns einwirken, liegt in diesem Wort ein starker Antrieb. Wer Licht sieht, kann glauben und hoffen. Er hat Mut für feste Schritte. Daraus wächst eine heitere Zielstrebigkeit, mitten durch Nebelschwaden. Mit solch einem Licht, können wir uns gelassen durch die Widerstände durchkämpfen. Mit diesem Licht steht hinter jedem Tod die Auferstehung. Ein Wort zum entschlossenen Weitergehen, weil ein großes, weites Land vor uns steht.
Wenn wir solch ein Licht sehen, wie können wir da über Nächte klagen? 

Leben ohne Verfallsdatum

Einmal gezeitigt, ist für immer verewigt. Viktor Frankl

„Deine Toten werden leben.“

Jes. 26, 19
Zwischen Gott und dem Menschen ist in dem Begriff Tod ein himmelweiter Unterschied. Was für den Menschen das Ende ist, ist für Gott der Anfang. Wo den Menschen das Licht ausgeht, geht bei Gott das Licht an. Am Tod erkennt man dem Glauben und das Gottesbild des Menschen. Bei Gott gibt es keinen Anfang und Ende, es gibt nur Sein. Das ist ein ewiger Ist-Zustand. „Ich bin“. Alles was aus diesem Ich bin hervorgeht, ist geschaffen für die Ewigkeit. Was Gott ins Leben ruft, kennt keine Schrottpresse. Entstandene Lebensenergie lässt sich nie mehr vernichten. Was geschaffen ist, geht in die Geschichte ein. Leben im irdischen Zeitfenster ist ein Bruchteil, von dem was der Mensch ist. Der Mensch ist weit mehr als seine leibliche Hülle, die die Daseinsform der vergänglichen Welt ist. Daher ist der Tod kein Bruch, sondern der Übergang in ein weit größeres Leben. Mit der Auferstehung Christi offenbart Gott, dass es für das Leben kein Verfallsdatum gibt. 
Beim Blumenschmuck dekorieren auf dem Friedhof, tritt eine Trauernde an mich heran und sagt: Die Blumen sehen so schön aus, das würde meiner Mutter bestimmt gefallen, wenn sie es noch sehen könnte. Ich sagte ihr nur: Sie sieht es. – Dann großes Erstaunen und die Rückfrage: Glauben sie das wirklich? – Ich nickte und spürte, wie das bei der Tochter etwas auslöste. 
Der Glaube an das ewige Leben verändert unser gebrechliches, vergängliches Leben total. Da sind wir in allem Verfall getröstet. Wo die Toten leben werden, ist dem Endgültigen die Macht und der Schrecken genommen. Darin bekommt das Leben seinen Sinn, weil in unserem Leben Ewiges schaffen können. Durch den Glauben an Jesus Christus, bauen wir in unserem vergänglichen Miteinander an bleibenden Werten. Da lernen die Menschen wieder hoffen, wo es nichts zu hoffen gibt. Da kann uns das Sterben und alles Vergehen um uns herum keine Angst mehr machen, weil wir um die Lebenszusammenhänge wissen. Wir vertrösten uns nicht mit der Zukunft, die nach dem Tod beginnt, sondern wir bringen jetzt schon das Leben in alles Sterben.
Welchem Tod können wir heute zum Leben verhelfen? 

Verheißung im Handgepäck

Wie vielschichtig und multikulturell die Welt auch ist, sie hat einen Ursprung und ein Ende.

„Nationen werden zu deinem Licht gehen und Könige zu deinem strahlenden Lichtglanz.“

Jes. 60, 3



Wie umfassend, alles durchdringend und bestimmend Gottes Reich ist, erkennen wir oft an den kleinen verbindenden Unterschieden. In einem befreundeten Kloster lernte ich einmal eine vietnamesische Ordensschwester kennen. Mich faszinierte, wie ein Mensch aus einer mir wildfremden Kultur zur Schwester geworden ist. Wir können hingehen wo wir wollen auf der Welt, und treffen auf Brüder und Schwestern mit dem einen Glauben. Weltweit gibt es in allen Unterschieden ein verbindendes Element. Wir sprechen die unterschiedlichsten Sprachen und haben dennoch eine Verständnisebene. Ecclesia, die Kirche Jesu Christi, schafft einen Verwandtschaftsgrad zu völlig Unbekannten. Da gehört zusammen, was sonst nichts miteinander zu tun hat. Da hat plötzlich alle Verschiedenartigkeit einen Ursprung und ein Ziel. Durch Christus fallen Nationalgrenzen. Wo die Politik sich schwer tut, fremde Kulturen zu integrieren und Fremden ein Heimatgefühl zu vermitteln, ist Gottes Heimat international und weltumspannend. Wo sich die Deutschen fragen, gehört die Türkei zu Europa, sind bei Christus alle Grenzen gefallen. Egal wie die Welt auch tickt, Gott hat das letzte Wort. Da wird die Politik gemacht, die alle angeht. In Christus findet die Integration allen Lebens statt. Hier steht eine Hoheit, an der keiner vorbeikommt. 
Wie die Menschen auch wirtschaften oder verwirtschaften, wieviel Reiche kommen werden und auch wieder gehen, es wird dieses eine Reich und diese eine Herrschaft entstehen. Gott erschafft diese Welt mit und gegen uns. Unabhängig wieviel Trennung wir im menschlichen Miteinander erleben, durch Christus kommt etwas welt- und himmelverbindendes und unser Leben. In alle Brüche, in alle verschiedenen Extreme ist hier ein zusammenführendes Element. Mit Christus entsteht die Nation der Lichtträger. Die Glaubenden sind von einer neuen Staatbürgerschaft geprägt. Sie sind die Nation, die alle Zeiten überdauern wird. Die weltweite Kirche Jesu Christi hat die größte Verheißung im Handgepäck. Bei allem was wir erleben, haben wir eine gewaltige Zukunft vor Augen.
Welche Nation, welche Verschiedenartigkeit, welche Trennung, sollte uns da das Fürchten lehren und uns die Hoffnung rauben?

Trennung schafft Neues

In der Eindeutigkeit erfahren wir die neue Welt.
„Euer Herz sei ungeteilt bei dem Herrn, unserem Gott.“

1.Könige 8, 61
Ungeteilte Herzen sind festgelegte, für eine Sache entschiedene Herzen. So eindeutig, wie Gott zu den Seinen steht, liegt der Anspruch auf dem Menschen, in der Klarheit seines Lebens. Ungeteilt ist Gottes radikales Ja zur Erlösung, zur Vergebung, zum Heil. Es ist das bedingungslose, sich zu dem Menschen stellen. Gott kennt keinen Platz für Kompromisse und Mehrgleisigkeit. Er ist nicht eine Alternative von Vielen. Er ist ungeteilt Licht und ungeteilt Leben. Damit trifft er eine klare Entscheidung gegen die Nacht und den Tod. Reich Gottes entsteht, wo der ungeteilte Gott mit dem ungeteilten Menschen zusammen kommt. Diese neue Welt, die Christus in einem Herzen entzünden will, entsteht, wo Menschen eine eindeutige Entscheidung treffen. 
Die andere Gesinnung, die in einem Herzen anbricht, beginnt mit einer Trennung. Für den ungeteilten Glauben entscheidet sich das Herz für Christus, gegen alles andere. Ungeteilt bedeutet eine Scheidung von allem, was nicht Gott meint. Dahinter steht ein Martin Luther mit seiner markanten Aussage: Hier stehe ich, ich kann nicht anders. In einem ungeteilten Herzen werden in uns die Weichen gestellt. 
Wenn wir unsere Gedanken betrachten, entdecken wir, wo wir in jedem Augenblick spazieren gehen. Es ist oft haarsträubend, an was sie sich selbst im Gottesdienst aufhalten. Hier ist der Sitz, in dem Gutes und Böses entsteht. Hier ist der Anfang von Himmel und Hölle. Unkontrollierte Gedanken sind der Beginn des Chaos in der Welt. Genau hier beginnt durch ungeteilte Herzen das Reich Gottes. Mit Christus haben wir die Macht, uns vom Bösen zu scheiden. Das ungeteilte Herz trägt diesen Kampf aus, nein zu sagen, zu allem was Zerstörung auslöst. Wir sind hier ganz nah am Predigttext vom vergangenen Sonntag, wer nicht für mich ist, ist gegen mich, wo eine Nicht-Entscheidung dem Bösen in die Hände spielt. Wo Herzen und Gedanken geteilt sind, kann nichts von Gottes Herrlichkeit entstehen. Diese wunderbare neue Welt entsteht, wo Herzen eindeutige Striche ziehen.
Wie können wir das am besten lernen, in aller Zerstreuung, in jedem Augenblick schnell und ungeteilt unsere Herzen an dem Herrn festzumachen?       

Ohne Kompromisse

Luk. 11, 14-23 

Die Politik lebt von Kompromissen. Ohne das Aufeinander-zu-bewegen, keine Jamaika-Regierung. „Leider hätten sich die Parteien in den Sondierungsgesprächen bisher inhaltlich nicht wirklich angenähert. „Ich hätte mir konkretere Ergebnisse gewünscht“, so Robert Habeck von den Grünen. Das schreibt das Handelsblatt vergangene Woche.

Kompromisse und das aufeinander zugehen sind lebensnotwendig für jede funktionierende Form von Gemeinschaft, jedoch für den Glauben sind sie tödlich und unmöglich.

  • Kompromisslos anders

20 Wenn ich aber durch den Finger Gottes die Dämonen austreibe, so ist das Reich Gottes zu euch gekommen. 

Die Texte im ausgehenden Kirchenjahr, behandeln sehr stark die beiden Ebenen des Reiches Gottes. Die gegenwärtige und die zukünftige Welt, wo etwas Gewöhnliches, von etwas total anderem durchdrungen und überwunden wird. Mit Fingerspitzengefühl schafft Jesus Reich Gottes in einer gottlosen Welt. Er bedient sich eines Fingers, um die Machtverhältnisse auf der Erde neu zu mischen. Er gebraucht ein Organ Gottes, um Dämonen auszutreiben. Mit dem Finger Gottes zeigt er Schöpfungshoheit. Er sagt damit: Wenn ich komme, betritt Gott diese Erde. Er zeigt damit die Visitenkarte seiner Existenz.

Wo Christus ist, handelt ausnahmslos der lebendige Gott. Mit dem Austreiben der Dämonen demonstriert er, wer im Hause dieses Menschen der Herr ist. Er übernimmt ab sofort das Kommando über eine Person, die bisher von anderen Mächten bestimmt war. Das Dämonen austreiben steht für einen mächtigen Christus im Menschen. Wenn Reich Gottes entsteht, bestimmt Christus den ganzen Menschen.

Unter diesem Finger scheiden sich die Geister. Da gibt es nur ein entweder oder. Wo diese Mächte wechseln, geschieht hier und jetzt, dieses andere zukünftige Reich, was es sonst in dieser Welt nicht gibt. Reich Gottes macht man nicht, sondern entsteht durch einen kompromisslosen Christus im Menschen.

  • Ein neckisches Spiel

15 Einige aber unter ihnen sprachen: Er treibt die Dämonen aus durch Beelzebul, den Obersten der Dämonen. 16 Andere aber versuchten ihn und forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel. 17 Er aber kannte ihre Gedanken und sprach zu ihnen: Jedes Reich, das mit sich selbst uneins ist, wird verwüstet und ein Haus fällt über das andre. 18 Ist aber der Satan auch mit sich selbst uneins, wie kann sein Reich bestehen? Denn ihr sagt, ich treibe die Dämonen aus durch Beelzebul. 19 Wenn aber ich die Dämonen durch Beelzebul austreibe, durch wen treiben eure Söhne sie aus? Darum werden sie eure Richter sein. 

Es ist zum Schmunzeln, Jesus einmal derart polemisch zu erleben. Wo die sich Leute über das Wunder wundern und ihn versuchen aufs Kreuz zu legen, dreht er entwaffnend den Spieß um. Er diskutiert nicht, sondern lässt sie in ihrer eigenen Logik auflaufen. Umschrieben sagt er: Wie? Ich habe also mit des Teufels Hilfe diesen armen Menschen gesund gemacht? Ich soll quasi mit dem einen Teufel, den anderen ausgetrieben haben? Das wäre eine noch nie dagewesene Sensation und bei den Teufeln wäre eine Revolution angebrochen, dass der eine den anderen fertig macht. Wenn ihr recht habt, müsstet ihr euch freuen, wenn die bösen Gewalten sich gegenseitig aufreiben. Bei dieser Logik würden sich die Tyrannen nach und nach selber auflösen. Auch beim zweiten Gedanken geht der Schuss nach hinten los. Eure Leute treiben Dämonen aus, das bedeutet, ich befinde mich nach euren Maßstäben in guter Gesellschaft. Merkt ihr nicht die Zweideutigkeit eurer Argumentation? Eure Leute selbstverständlich auf Gottes Seite, und der eine, dem ihr misstraut, genauso selbstverständlich auf des Bösen Seite. Leute, ihr macht es euch da ein bisschen leicht. Jesus liebte es, so verschmitzt mit seinen Gegnern umzugehen, doch eine theologische Beweisführung konnte das nicht sein.

Wir werden bei der Tatsache des Wunders letztlich auf den Glauben geworfen. Das was wir von Jesus sehen, sind keine sichtbaren Beweise, die eine Logik des Reiches Gottes auf den Tisch legt. Auch in der Christusgegenwart bleibt vieles im Verborgenen und im Unverständlichen. Selbst wenn Christus da ist, haben die Menschen Zweifel und ringen darum, ob hier gute oder böse Mächte am Werk sind. Neulich sahen wir eine Reportage über Colonia Dignidad, der Kolonie der Würde in Chile.  Da wurden Menschen in treuem Glauben, in himmelschreiendes Elend geführt. Jesus wird bis zum jüngsten Tage nicht vom natürlichen Menschen erkannt, da er vielen Widersachern zum Verwechseln ähnlich sieht.  Jesus will nicht verstanden werden, sondern geglaubt werden. Er will in den unsichtbaren, widergöttlichen Kräften, die die Menschen quälen und beschädigen, sich mit Macht durchsetzen. Er will das Fremdbeherrschte zurückgewinnen. Das ist seine Dämonenaustreibung, dass er den Buhmann aus unserem Leben verscheucht, mit dem der Böse uns zu erpressen sucht. Dieser Finger befreit aus Fremdbestimmung.

  • Unverbindlich geht nicht

23 Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut. 

Der menschliche Wille ist wie ein Pferd, das geritten wird, vom Guten oder Bösen, so drückt es Martin Luther aus. Wir sind von konstant von Mächten beeinflusst. Und wir können und wir müssen sogar ständig entscheiden wer uns bestimmt. Es gibt kein Niemandsland, es gibt im Glauben keine neutrale Schweiz. Wenn wir nur unsere Gedanken verfolgen, erkennen wir, wie Himmel und Hölle in uns entsteht und nicht von außen auf uns zukommt. Wer sich nicht entscheidet, hat sich auch entschieden. Die Nichtentscheidung wählt ganz bewusst Chaos und Untergang. Wo wir uns vor einer Entscheidung drücken, fängt das Elend an. Entweder eine bewusste Entscheidung für Christus oder wir steuern in den Abgrund. Der Kampf für das kommende Reich Gottes, das einmal alles in allem sein wird, wird nicht über unsere Köpfe hinweg ausgetragen, es wird in uns ausgetragen.

Entscheidung hat mit Scheidung, mit einer Trennung zu tun. Wo ich das eine wähle, entscheide ich mich gegen das andere. Wir trennen uns vor der Alternative die wir hätten. „Gottes Reich kommt wohl ohne unser Gebet von sich selbst; aber wir bitten in diesem Gebet, dass es auch zu uns komme.“ sagt Gottfried Voigt.

Unter diesem Wort, können viele kirchlichen Kompromisse und Toleranzen nicht bestehen. Wo keine eindeutige Christus Entscheidung getroffen wird, spielt ein anderer auf dem Klavier. Das anbrechende Gottes Reich, kennt kein ausharren im Unverbindlichen. Bei Christus sind keine Kompromisse möglich. Reich Gottes ist eindeutig und entsteht nicht über Koalitionsverhandlungen oder Religionsmix. Christen können keine Doppelagenten sein und auf mehreren Schultern Wasser tragen. Wer in die Gemeinschaft der Glaubenden gerufen ist, brennt von ganzem Herzen für den Auftrag an den er gestellt ist, oder er wird zum Handlanger der Zerstörung. Einfach dabei sein und fromm genießen wollen, ohne sich klar zu entscheiden, baut kein Reich Gottes. Christen sammeln für Christus. Sie wollen in sich die neue Bestimmung.

Nichts für weiche unentschlossene Gemüter. Wir leben jeden Augenblick in den Auseinandersetzungen dieser Welt, doch mit jeder Entscheidung die wir treffen, entscheiden wir darüber, für welches Reich wir sammeln. Die Glaubenden wissen um diesen Entscheidungs-Konflikt. Sie gestalten aktiv ihre Entscheidungsprozesse und sehen sich nicht als Opfer unguter Mächte. Die Glaubenden sind nicht besser, doch sie können sich besser dem Bösen widersetzen. Sie können nach eigenem Versagen wieder neu anfangen, weil Christus Gewissensbisse austreibt. Der Übergang vom einen Reich in das andere beruht darauf, dass uns keiner mehr verklagen kann. Mit diesem kompromisslosen Wort blicken wir in allem ausnahmslos auf Herrlichkeit, die sich unter allen Widrigkeiten durchsetzen wird.

Wenn wirklich durch uns und in uns das Reich Gottes sichtbar werden soll, von wem wollen wir uns da beherrschen lassen?

Frag doch Google

Tragfähige Weisheiten können nicht aus Menschen kommen.
Es sollen hertreten und dir helfen die Sterngucker, die an jedem Neumond kundtun, was über dich kommen werde! Siehe, sie sind wie Stoppeln, die das Feuer verbrennt.“

Jes. 47, 13-14 



Welche Wissenschaften stellen die Menschen auf eine tragfähige Zukunft? Die Astrologen, Anthropologen oder Philosophen? Jeder beansprucht für sich die Wahrheit, doch was zählt, ist die Krisentauglichkeit. Was hilft in der wirklichen Krise? Bestimmt nicht die Antwort aus dem Horoskop, das bei uns zum Unterhaltungsmedium verkommen ist. Die Frage nach tragfähiger Hilfe, ist die Suche nach endgültiger Wahrheit. Damit entwaffnet der Prophet alle Konzepte, die den Menschen mit seiner Weisheit in den Mittelpunkt stellen. Die grundlegende Hilfe, die die Fragen des Menschsein beantwortet, kann nicht aus Menschen kommen. Sie kommt weder aus den Sternen, noch aus kosmischen Konstellationen. Wenn die Sterne den Weg zeigen, dann auf den Stall von Bethlehem. Darauf konzentriert sich alle Hilfe, die dem Menschen gegeben ist. Die Sterne verkünden Jesus, als die Wahrheit allen Lebens. Bei allem Können und bei allem Wissen, das Menschen erforschen, bei allen Theorien, die sie aufstellen, läuft alles auf diese unscheinbare Krippe zusammen. In dieser Wahrheit liegt alles Heil der Welt. Das ist die globalste Perspektive, die Gott den Menschen gegeben hat
 In unserem Wissenszeitalter, wo die Informationen der ganzen Welt zu jeder Zeit präsent sind, tut der Mensch gut daran, sich diese einfache Wahrheit zu vergegenwärtigen. Wo es um echte Hilfe geht, frag nicht Google, sondern frag Christus. Wo wir in den Krisen bestehen wollen, brauchen wir die Krippenorientierung. Wo wir durch die Nächte unseres Lebens wandern, brauchen wir den Morgenstern. An dieser Wahrheit müssen wir festhalten, wo die vielen Sterngucker heute uns alles Mögliche als Wahrheit servieren wollen. Mit Christus können wir die Tragfähigkeit der vielen auf uns eindringenden Botschaften erkennen. Er ist der Stern, der uns durch den Dschungel des Wissens unserer modernen Zeit bringt. 
Kann uns Google wirklich die richten Antworten auf die Herausforderungen unseres Lebens geben? 

Bollwerk gegen Angst 

Mit innerem Frieden, können uns die Turbulenzen unserer Tage nicht aus der Bahn werfen.
Die Angst meines Herzen ist groß; führe mich aus meinen Nöten!“

Ps. 25, 17



Zwei Gegenpole, diese sich gegenüberstehen; Angst und herausführen. Der Mensch an seinen Grenzen und Gott in seiner Macht. Beides, nicht zu leugnende Tatsachen. Angst ist ein unüberschaubarer Schrecken, eine erdrückende Größe, über der es noch eine höhere Größe gibt. Im Herausführen widersetzt sich Gott, all dem, was Menschen zu schaffen macht. Herausführen durchbricht die Gewalt der Erniedrigung und des klein gehalten Werdens. Wo Gott aus der Not führt, verliert die Übermacht des „Sterben Müssens“ seine Endgültigkeit. Die Summe aller Angst, ist die Angst vor dem Tod, vor dem, dass wir diesen Schrecken nicht überleben werden. Gott ist gegen den Urgrund der Angst angetreten. Wo er herausführt, schafft er den aufgescheuchten Seelen Frieden. Mit Christus überwindet er die Angst. Christus sagt: In der Welt habt ihr Angst, aber ich habe die Welt überwunden. In ihm liegt das Herausführen und überwinden. Der nackten Angst, ist das auferstandene Leben gegenüber gesetzt. Der einen Größe, wird durch die andere Größe die erdrückende Macht genommen.
Diese Macht steht allen Verlust- und Versagensängsten gegenüber. Beängstigende, lebensbedrohliche Situationen gehen nicht mehr den Weg der Verzweiflung, weil Frieden stärker ist als Angst. Zukunftsängste liegen in den Christus-Händen, der für uns das übernommen hat, was sowieso nicht in unserer Macht steht. Mit Christus haben wir ein Bollwerk gegen die Angst, weil er uns in jeder Lage als der Richtige begegnet. Er ist Herr und Bruder, er ist ein Freund und Tröster, er ist Schutz und Erlöser. Da ist die rechte Macht zur rechten Zeit. So sind wir sicher Geführte, in allen Turbulenzen unserer Tage. Wir können stehen, auch wenn der Gegenwind ins Gesicht bläst. Die Not kann uns dadurch keinen Schrecken mehr einjagen. 
Wenn einer da ist, der aus der Not herausführt, was will uns da noch Angst machen?  

Wohlwollen operiert heilsamer

Bis du nicht das Gute in einem Menschen siehst, bist du unfähig, ihm zu helfen.Yuval Lapide

„Du sollst deinen Bruder nicht hassen in deinem Herzen, sondern du sollst deinen Nächsten zurechtweisen, damit du nicht seinetwegen Schuld auf dich lädst.“

3. Mose 19, 17
Heute können wir jede Menge von Gottes Menschenführung lernen. Zurechtweisen ist der Wunsch, jemand zum Richtigen zu führen. Da geht es um eine Kurskorrektur im Denken und Verhalten. Das ist ein unangenehmer Eingriff in die Persönlichkeit des anderen. Eine Verhaltensänderung erfordert immer eine grundlegende Gesinnungsänderung. Da muss in der Willenszentrale ein Schalter umgelegt  werden. Somit ist das ein Eingriff am offenen Herzen. Zurechtweisen erfordert demnach höchste Sterilität und Einfühlungsvermögen. Mit einem groben Werkzeug wird die vermeintliche Hilfe zum Schaden. Je tiefer Gott in einen Menschen eindringen will, je umfassender das Umdenken und Umkehren sein soll, umso mehr dringt er in das Herz ein. Je mehr sich der Mensch verrannt hat, umso mehr will ihn die Liebe einholen. Dahinter glüht ein Feuer voller Wohlwollen. Da will der Gute das Gute. Da wird mit ganzer Kraft im anderen ein Funke gesucht, an dem sich ein Feuer entfachen lässt. Alle Gedanken konzentrieren sich darauf, wie sie dem anderen zu seinem Besten dienen können. Das Ziel allen Zurechtweisens ist das Zurechtkommen. Alle Investition dient dem Heil des anderen.
Unser Umgang mit Fehlverhalten schreit da oft zum Himmel. Bei Nachlässigkeiten starten wir auf die Palme. Parksünder müssen bezahlen. Die nicht Linientreuen bekommen den ganzen Unmut zu spüren. Schuld kann Ärger und Aggressionen wecken. Doch wenn wir Hässlichkeiten bloßstellen, machen wir uns selber hässlich. Wir machen uns dadurch schuldig, indem uns unser persönliches verletzt sein wichtiger ist, als das Zurechtkommen des andern. In dem Moment zeigen wir unsere eigene Schwäche, wo wir die Schwächen des andern verteufeln. In solch einem zurechtweisen gibt es nur Verletzte nach allen Seiten und eiternde Wunden. 
Mit der Christus-Gesinnung können wir Wunden verbinden und zum Heil beitragen. Wo die Liebe mit Geduld den anderen anfasst, können verborgene Schätze gehoben werden, die alle Beteiligten zum Leuchten bringen. 
Brauchen wir in unserem Miteinander nicht viel mehr liebende Herzen, als Trommler, die auf die Pauke hauen?

Einen gesegneten Sonntag wünsche ich euch.

Der Glaube trotzt

Der Glaube glaubt sich gegen allen Anschein durch.
Ich selbst will, spricht der Herr, eine feurige Mauer rings um Jerusalem her sein.“

Sach. 2, 9

Jerusalem ist eine stark umkämpfte Stadt zwischen Eroberung, fallen und wieder aufgebaut werden. Sie war immer schon das Sinnbild für den Glaubenden, der täglich in den Auseinandersetzungen mit dem Bösen steht. Da hinein fällt das Wort mit der feurigen Mauer. Zwei Gegensätze, die scheinbar nicht extremer zueinander stehen können. Gott, der unüberwindbare, undurchdringliche Schutz und dennoch der mehrfache Niedergang der Stadt. Quasi wie im richtigen Leben, wo man unter dem Eindruck steht, soviel Elend, wo bleibt da der bewahrende Gott. Doch die Zusage und Macht die in diesem Wort liegt ist nicht zu toppen. Gott steht allen Widerständen zum Trotz für den Erhalt Jerusalems. Sooft die Mauern auch einstürzen werden, diese feurige Mauer macht die Stadt uneinnehmbar. Die Herrschaft Gottes gegen das Böse ist unantastbar. Jeder der sich an Gottes Eigentum vergreifen will, wird sich früher oder später die Finger verbrennen. Jesus selbst sagt: „Die Pforten der Hölle sollen meine Gemeinde nicht überwältigen.“ Trotz Anfeindung und Sterben, wird das Leben bleiben. Trotz Nacht und Zerstörung, siegt die Befreiung. Trotz allem was passiert, baut Gott sein Reich und seine Gemeinde. Das was in Gottes Händen liegt, trägt das Siegel: unüberwindbar.
Somit ist Glaube immer ein Trotzdem-Glaube. Mit dieser Zusage kann er sich gegen allen Anschein durchglauben. Er glaubt, auch wenn alles dagegen spricht. Er hofft, wo es nichts zu hoffen gibt. Glaube ist ein, durch allen Widerstand unbeirrt festbleiben. Dort wo alles unter den Lasten ermüdet und die Flügel hängen lassen will, trotz der Glaube, weil er unter dem Kreuz immer die Auferstehung sieht. Die feurige Mauer ist genau für die Antriebslosen und schwach Gewordenen. Die feurige Mauer ist der Posaunenstoß, des Aufbruchs, allen Widerständen zum Trotz.
Was wäre das für ein Glaube, der nicht gerade in den dunkelsten Stunden, der Antrieb zum Weitermachen ist?