Energiespritze für dürre Zweige

Denen die aufbrechen, gehört die Zukunft.

Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finsteren Lande, scheint es hell.“

Jes. 9,1



Weihnachtliche Klänge in grauen Novembernächten. Die Botschaft, die der Prophet hier verkündet, hört sich richtig unwirklich an. Gott durchbricht die Schatten der menschlichen Tage. In der Finsternis soll es taghell werden. Der Wahnsinn, der auf den Wegen der Menschen liegt, steht unter unglaublichem Leuchten. In spannungsgeladene, leidvolle Tage stellt Gott seine Krippe. Ein Kontrastprogramm, das für den normal Denkenden völlig realitätsfremd erscheint. Als ob Gott keine Ahnung hat, von dem was in dieser Welt abgeht. Doch genau dort, wo die Nächte am dunkelsten und die Schrecken am größten sind, setzt Gott an. Dort wo keiner mehr etwas zu lachen hat, dreht er den Spieß um. Weil er weiß, zu was menschliche Unvernunft und Hass in der Lage ist, weil er weiß, wie Menschen sich gegenseitig belasten können, legt er Lichtspuren. Mit Christus bricht Gott die Nacht um. Das finstere Land ist immer noch das gleiche, das Leid und Chaos ist noch immer gegenwärtig, doch in der Christusgegenwart verlieren sie ihre Übermacht.  Das Lähmende und Erschlagende wird durch dieses Licht erschlagen. Damit beginnt eine kosmische Verwandlung im gebeutelten Menschen. Da bäumt sich das Licht, das in uns eingeht, über die von außen erschlagenden Umstände auf. Dieses große Licht setzt ein Aufbrechen und eine Vorwärtsbewegung in Gang, mitten in allen Widerständen. Mit dem Licht, klaren finstere Wege auf. Das Licht weckt kahle Bäume zum Leben, der wieder frische grüne Blätter treibt. 
Auch wenn unsere Tage von reichlich Finsternis umgeben sind, die gerade in dieser tristen, grauen Jahreszeit noch stärker auf uns einwirken, liegt in diesem Wort ein starker Antrieb. Wer Licht sieht, kann glauben und hoffen. Er hat Mut für feste Schritte. Daraus wächst eine heitere Zielstrebigkeit, mitten durch Nebelschwaden. Mit solch einem Licht, können wir uns gelassen durch die Widerstände durchkämpfen. Mit diesem Licht steht hinter jedem Tod die Auferstehung. Ein Wort zum entschlossenen Weitergehen, weil ein großes, weites Land vor uns steht.
Wenn wir solch ein Licht sehen, wie können wir da über Nächte klagen? 

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Bollwerk gegen Angst 

Mit innerem Frieden, können uns die Turbulenzen unserer Tage nicht aus der Bahn werfen.
Die Angst meines Herzen ist groß; führe mich aus meinen Nöten!“

Ps. 25, 17



Zwei Gegenpole, diese sich gegenüberstehen; Angst und herausführen. Der Mensch an seinen Grenzen und Gott in seiner Macht. Beides, nicht zu leugnende Tatsachen. Angst ist ein unüberschaubarer Schrecken, eine erdrückende Größe, über der es noch eine höhere Größe gibt. Im Herausführen widersetzt sich Gott, all dem, was Menschen zu schaffen macht. Herausführen durchbricht die Gewalt der Erniedrigung und des klein gehalten Werdens. Wo Gott aus der Not führt, verliert die Übermacht des „Sterben Müssens“ seine Endgültigkeit. Die Summe aller Angst, ist die Angst vor dem Tod, vor dem, dass wir diesen Schrecken nicht überleben werden. Gott ist gegen den Urgrund der Angst angetreten. Wo er herausführt, schafft er den aufgescheuchten Seelen Frieden. Mit Christus überwindet er die Angst. Christus sagt: In der Welt habt ihr Angst, aber ich habe die Welt überwunden. In ihm liegt das Herausführen und überwinden. Der nackten Angst, ist das auferstandene Leben gegenüber gesetzt. Der einen Größe, wird durch die andere Größe die erdrückende Macht genommen.
Diese Macht steht allen Verlust- und Versagensängsten gegenüber. Beängstigende, lebensbedrohliche Situationen gehen nicht mehr den Weg der Verzweiflung, weil Frieden stärker ist als Angst. Zukunftsängste liegen in den Christus-Händen, der für uns das übernommen hat, was sowieso nicht in unserer Macht steht. Mit Christus haben wir ein Bollwerk gegen die Angst, weil er uns in jeder Lage als der Richtige begegnet. Er ist Herr und Bruder, er ist ein Freund und Tröster, er ist Schutz und Erlöser. Da ist die rechte Macht zur rechten Zeit. So sind wir sicher Geführte, in allen Turbulenzen unserer Tage. Wir können stehen, auch wenn der Gegenwind ins Gesicht bläst. Die Not kann uns dadurch keinen Schrecken mehr einjagen. 
Wenn einer da ist, der aus der Not herausführt, was will uns da noch Angst machen?  

Der Glaube trotzt

Der Glaube glaubt sich gegen allen Anschein durch.
Ich selbst will, spricht der Herr, eine feurige Mauer rings um Jerusalem her sein.“

Sach. 2, 9

Jerusalem ist eine stark umkämpfte Stadt zwischen Eroberung, fallen und wieder aufgebaut werden. Sie war immer schon das Sinnbild für den Glaubenden, der täglich in den Auseinandersetzungen mit dem Bösen steht. Da hinein fällt das Wort mit der feurigen Mauer. Zwei Gegensätze, die scheinbar nicht extremer zueinander stehen können. Gott, der unüberwindbare, undurchdringliche Schutz und dennoch der mehrfache Niedergang der Stadt. Quasi wie im richtigen Leben, wo man unter dem Eindruck steht, soviel Elend, wo bleibt da der bewahrende Gott. Doch die Zusage und Macht die in diesem Wort liegt ist nicht zu toppen. Gott steht allen Widerständen zum Trotz für den Erhalt Jerusalems. Sooft die Mauern auch einstürzen werden, diese feurige Mauer macht die Stadt uneinnehmbar. Die Herrschaft Gottes gegen das Böse ist unantastbar. Jeder der sich an Gottes Eigentum vergreifen will, wird sich früher oder später die Finger verbrennen. Jesus selbst sagt: „Die Pforten der Hölle sollen meine Gemeinde nicht überwältigen.“ Trotz Anfeindung und Sterben, wird das Leben bleiben. Trotz Nacht und Zerstörung, siegt die Befreiung. Trotz allem was passiert, baut Gott sein Reich und seine Gemeinde. Das was in Gottes Händen liegt, trägt das Siegel: unüberwindbar.
Somit ist Glaube immer ein Trotzdem-Glaube. Mit dieser Zusage kann er sich gegen allen Anschein durchglauben. Er glaubt, auch wenn alles dagegen spricht. Er hofft, wo es nichts zu hoffen gibt. Glaube ist ein, durch allen Widerstand unbeirrt festbleiben. Dort wo alles unter den Lasten ermüdet und die Flügel hängen lassen will, trotz der Glaube, weil er unter dem Kreuz immer die Auferstehung sieht. Die feurige Mauer ist genau für die Antriebslosen und schwach Gewordenen. Die feurige Mauer ist der Posaunenstoß, des Aufbruchs, allen Widerständen zum Trotz.
Was wäre das für ein Glaube, der nicht gerade in den dunkelsten Stunden, der Antrieb zum Weitermachen ist? 

Erhebender Gesang überwindet

An unserem Gesang erkennt man, für was unser Herz brennt.
„Herr, erhebe dich in deiner Kraft, so wollen wir singen und loben deine Macht.“

Ps. 21, 14
Singen und loben hat einen Grund. Es entsteht aus den Schwingungen des Herzens. Was uns begeistert, was das Herz bewegt, bringt uns in Bewegung, davon reden und singen wir. Davon ist der ganze Mensch angezündet und das sprudelt aus dem Mund. Beim Gotteslob, hat Gott Feuer gelegt. Wo Lippen den Herrn loben, hat Gott Herzen überwältigt. Lobgesang ist die Resonanz von Erhebung. Gott hebt Menschen in einen neuen Stand und ganz anderes Dasein. Er versetzt uns in das Reich seines Sohnes. Wo Gott menschliches Sein in seine Wirklichkeit heraushebt, sprudeln die Herzen. Das erlebt man oft bei neu zum Glauben Gekommenen. Da ist die überschwängliche Begeisterung kaum zu bremsen. Da bebt und klingt die ganze Person. Da singt und klingt es, da gibt es nur noch ein Gesprächsthema, da ist ein Angezündeter durch Erhebendes angefüllt.
Leidenschaftliche Menschen erkennen wir daran, wovon sie schwärmen. Als passionierter Fotograf begeistern mich Lichtstimmungen. Eine Landschaft in der Morgenstimmung mit entsprechendem Seiten- oder Gegenlicht lassen mich tanzen wie ein Rumpelstilzchen. Für andere ist es der Sport oder der Urlaub, was sie heiß machen. Das was uns bewegt, was uns erhebt, davon schwärmen und singen wir. Was den Mund zum Klingen bringt, ist das was im Herzen antreibt. Unser Lob verrät, was uns erhebt. Unsere Tage erzählen, was in uns brennt.
Wo das Gotteslob verstummt, erhebt anderes. Das Jauchzet, frohlocket, entzündet sich, wo wir im Alltäglichen an Christus Feuer fangen. Wo er sich kraftvoll über unsere Menschlichkeit erheben kann. Wenn solch ein Lobgesang in uns klingt, hebt er uns über das Kleingedruckte unseres Lebens hinweg. Unser Mund besingt, woran unser Herz glaubt.
Welche Mächte besingen wir? 

Rosen wecken Kampfgeist

Singen werde ich, auch wenn ich meine Blumen mitten aus Dornen pflücken muss.Therese von Lisieux
„Herr, wes soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich!“

Ps. 39,8
Ein Wort voller Kampfgeist. Die Frage des Beters beantwortet er sich selbst. Manche Schlachten werden im Kopf oder im Herz gewonnen. Auf Gott hoffen, ist der Durchsetzungswille gegen Dornen. Dahinter steckt ein Glaube, der seine Kraft nicht piksenden Stichen sucht. Hoffen „auf“, ist der Griff durch das Dickicht. Es ist kein hoffen wagen , dass sich vielleicht etwas ändert oder auch nicht, es ist ein fixiertes hoffen, das sich am Gotteshandeln festklammert. Es ist das entschlossene Zupacken, das sich nicht von Dornen beeindrucken lässt.
Im untröstlichen Zustand beklagen wir Dornen. Jeder Stich tut weh. Das kennen die Floristen beim Rosen entdornen, wie schmerzhaft das sein kann. Doch die Dornen und zum Teil die Blätter müssen weg, damit wir die Rosen anfassen und zu einem umwerfenden Strauß gestalten können. Trost ist nötig, wenn wir in der Etappe stehen, vom Schmerz getrieben, von Schlägen erschlagen, von Dornen gestochen. Untröstlich ist, die Rose aus den Augen zu verlieren. Trost kann nicht in Dornen liegen. Wo das Leben gnadenlos zuschlägt, können wir nicht darin und daraus Hoffnung erwarten.
Hoffnung kommt aus dem Glauben an die Rose. Hoffnung sieht im Gestochen sein den traumhaften Strauß. Das Gottvertrauen ist der Sog durch die Dornen. Der Lebenswille ist stärker als die Widerstände. Mit dieser Hoffnung wird das Klagelied zum Lobgesang. Dieser Glaube lässt sich nicht von widrigen Umständen aufhalten, sondern er durchbricht sie. Wer hofft, hat immer mehr Rosen als Dornen. Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat, sagt Paulus. 
Was kann uns da mehr trösten? 

Hilfe in Sichtweite

Der Glaube löst aus allen menschlichen Erniedrigungen heraus.
„Siehe, Gott der Herr hilft mir; wer will mich verdammen?“

Jes. 50, 9
Was ist das für eine starke Frage, was für eine Selbstreflektion. Der Prophet stellt zwei Extreme gegenüber. Die extreme Form aller menschlichen Ungerechtigkeiten, Demütigungen und Entartungen, und dagegen ein Gott, der sich nie damit abfindet. Der Herr hilft, ist der Schlachtruf im Kampf. Da sieht sich der gebeutelte Mensch mitten in allen Widrigkeiten, bereits auf dem Siegertreppchen. Wer Hilfe sieht, hat im Elend Rettung vor Augen. 
Auf Jesaja stürzten menschliche Beleidigungen, Vorwürfe, bis hin zu Misshandlungen. Er ist ein Mann in der Schussline von Unmut und Unglauben. Das Leben und die Menschen setzen ihm zu. Schnell kommen da die Vorwürfe, du bist doch an allem selber schuld. Menschen sind da oft nicht zimperlich, wenn es um die Erklärung und Deutung widriger Umstände geht. Da wissen selbsternannte Propheten schnell, dass ein Unglück eine Strafe Gottes sei. Wenn einer Ordensgemeinschaft das Haus abbrennt, ist das Gottes Antwort für menschliches Fehlverhalten. In den Spannungen des Lebens können sich die Menschen das Leben richtig schwer machen. Da werden noch Gerüchte gestreut und Misstrauen gesät, um jegliche Hoffnung zu zerstören.
Gerade dort, wo die Welt über uns zusammen zu brechen droht, wird das „siehe“ zum Durchbruch. Siehe wird zum Sichtwechsel auf Gott. Da wendet sich der Blick vom Elend auf das Heil. Da ist Hilfe, da ist der Ausweg, da ist Rettung in Sicht. Mag die ganze Welt sich gegen mich verschworen haben, im siehe sehen wir himmelwärts. Ob die augenblickliche Situation eigen- oder fremdverschuldet ist, spielt dann keine Rolle mehr. Wir bekommen in diesem Augenblick die Christus-Perspektive. Da wird aus Verdammen erlösen. Mit diesem Blick findet eine radikale Wende statt. Damit lösen wir uns aus aller menschlichen Anklage. Da erlangen wir Freiheit in aller Beklemmung. Wo Gott zur Hilfe wird, können wir den Widrigkeiten trotzen. Wir können in aller Erniedrigung standhaft bleiben. Wer diese Hilfe hat, den kann nichts und niemand verdammen.
Wo wir auf solch einem starken Fundament stehen, welches Extrem sollte uns da zu schaffen machen?

Das Leben wählen

Die Glaubenden sind keine Kostverächter.
„Ich habe euch Leben und Tod, Segen und Fluch vorgelegt, dass du das Leben erwählst.

5.Mose 30, 19
Damit haut Gott auf die Pauke, „dass du das Leben erwählst.“ Da sprüht die Lebendigkeit. Das klingt wie Musik, wie ein Tanz der Farben, wie die Fülle bei Tag und bei Nacht. Da feiert die Überwindung ein Fest über Negation und Depression. Da sind gerade die Glaubenden die Vorreiter, wenn es ums dankbare Genießen und ums Ausschöpfen von Lebensqualität geht. Gott will den Durchbruch schaffen, gegen alles, was das Leben nach unten zieht. Er schenkt das Leben gegen allen Sterbensprozess, er feiert die Auferstehung über dem Fluch, der auf der Schöpfung liegt. Gott hat sich nie damit abgefunden, dass die Menschen, die Welt herunterwirtschaften.
Da fragt man sich, warum gerade bei den Glaubenden an dieser Stelle so viel Verklemmung sitzt. Aus Angst, über die Stränge zu schlagen, wird ein Leben auf Sparflamme geführt. Da zeichnet sich die Christenheit oft damit aus, dass sie moralische Barrikaden aufgebaut hat. Da ist ein frommer Weg mit unliebsamen Verbotsschilder gepflastert. „Das macht man als Christ nicht.“ 
Es war für mich am vergangen Sonntag ein faszinierend, eindrucksvolles Schauspiel, Barcelona bei Nacht zu erleben. Als es dunkel wurde, kamen von allen Seiten die Menschen geströmt, um sich dann an einer Wassermusik zu erfreuen. Da steht auf dem Schlossplatz ein Brunnen, bei dem die Fontänen eindrucksvoll in farbigem Licht zur Musik zu tanzen begannen. Über eine Stunde lang haben Licht, Tanz und meist klassische Klänge die gebannten Betrachter in Atem gehalten.
Das Leben wählen ist noch viel mehr, als sich so ein paar Glanzlichter zu gönnen. Darin liegt die ganze Überwindungskraft der Erlösung. Da ist die ganze Lebenseinstellung von unbändiger Hoffnung getragen. Da wird der Geist der Schwere und des nicht mehr Wollens umgebrochen, zu einem Geist des Ja, ich will. Wo wir das Leben wählen, sagen wir allem Sterben den Kampf an.
Glauben wir nicht, dass wir alle Macht haben, gegen Tod und Fluch anzutreten?

Ein übermächtiger Name

Der Name spricht für die Person.
Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen.“

Ps. 8,2
Der Name Gottes ist der besudelste und gedemütigste Namen der ganzen Welt. Nie wurde ein Name so in den Dreck gezogen und gekreuzigt. Und trotz aller Erniedrigung und Anfeindung, wird es genau dieser Name sein, an dem alles steht und fällt. Es wird genau der Name der Geschichte sein, der alle Herrscher überdauert. Nicht die großen, nicht die schrecklichen Namen bedeutender Herrscher, werden über das Geschick der Menschheit entscheiden. Es ist der eine Name, der über allen Namen steht. Nicht die blutbefleckten Namen, barbarischer Tyrannen werden die Geschicke lenken und den Ausgang der Menschheitsgeschichte bestimmen. Auch die jetzigen Herrscher von Nord Korea, der Türkei oder Syrien, die die Welt in Angst und Schrecken versetzen, sind Namenlose angesichts des Gottes Namen.
Der Mensch braucht starke Namen. Der Mensch braucht einen herrlichen Namen. Den erniedrigten Christus-Namen verwendet Gott, um sich mit ihm gegen alle demütigenden Namen durchzusetzten. Christus ist das Manifest eines unzerstörbaren Reiches. Er ist das Gegengewicht, gegen alle Namen, die sich in dieser Welt groß machen wollen. Allein an diesen Namen ist das Heil des Menschen geknüpft. Gegen alles Erlösungsversprechen der Großen, ist Christus tatsächlich der Umbruch der Geschichte. Kein anderer Name wird die Menschheitsgeschichte stärker prägen, als der, der die Herrschaft Gottes aufrichtet. 
Dieser Name muss Erst- und Zweitstimme erhalten. Dieser Name gibt uns Christen den Namen. Dieser Name ist Lebensprogramm, der uns aufrichtet, bei allem, was uns in die Knie zwingt. In diesem Namen überwinden wir den täglichen Schrecken und alles, was über uns mächtig sein will. Es gibt keinen Herrscher, keine Lebensumstände, die so stark sind, dass sie uns alle Lichter auslöschen. Mit diesem herrlichen Namen werden wir in aller Erniedrigung aufgerichtet.
Wenn wir an diesen Namen glauben, stehen wir da nicht längst unter einem alles überwindenden Herrscher?
Seid gesegnet!

Löwen den Appetit verschlagen

Zum Glück gibt´s etwas, was den Löwen die Sprache verschlägt.
„Er ist der lebendige Gott, der ewig bleibt, und sein Reich ist unvergänglich.“

Dan. 6, 27
Ein Gott, der ewig bleibt ist eine gewaltige Aussage, in einer Welt, in der alles kommt und wieder geht. Wenn wir die Einbettung des Wortes betrachten, wird die Dramatik noch klarer. Israel stand unter der Herrschaft der Babylonier, der Meder und Perser. Belsazar wurde nach einer Gotteslästerung ermordet. Darius kam an die Macht. Der schätzte besonders Daniel. Den Stadthaltern war das ein Dorn im Auge. Sie überredeten Darius, eine Verordnung zu erlassen, dass niemand eine Bitte oder Gebet an jemand richten darf, als nur an den König. Dann melden die ihrem König, dass Daniel nicht ihn, sondern den Gott Israels anbete. Darauf steht die Löwengrube. Wir wissen, wie die Geschichte ausging: Die Löwen krümmten Daniel kein Haar und er darf wieder heraus. Dafür wanderten seine Gegner in die Grube. Daraufhin erkennt Darius den Gott Israels als den lebendigen und ewigen Gott an, dessen Reich unvergänglich ist. 
Für uns sicher etwas befremdend, wie hier das Gottesreich, politische Herrschaft überwindet. Doch auch Jesus betet das Vater unser unter römischer Besatzungsherrschaft. „Dein Reich komme.“ Und sein Reich kommt. Es ist mit Christus mitten unter aller weltlichen Herrschaft. Dieses Reich setzt sich gegen alle Reiche durch. Das Ewige überdauert alle kommenden und gehenden Herrscher. Dieses unvergängliche Reich ist jetzt schon mächtiger, als alle Bedrohungen und Auswüchse, die über uns hereinbrechen. Dieses unvergängliche Reich unter uns, bringt Löwen zum Verstummen. Es ist immer das Reich, das alle scheinbare Übermacht überwindet. Wo Christus herrscht, vergeht den Löwen der Appetit. Wir können in allem, was die Macht über uns gewinnen will, als die Überwinder leben.
Was soll uns die Sprache verschlagen, wenn Gott den Löwen die Sprache verschlägt?

Wir können herrschen

Der Kampf für die täglichen Auseinandersetzungen wird in uns entschieden.
„Der Herr wird König sein über alle Lande. An jenem Tag wird der Herr der einziger sein und sein Name der einzige.“

Sach. 14, 9
Eine Siegesbotschaft, für alle die kämpfen müssen. Die Gottesherrschaft wird alle Herren überragen. Alle Mächte dieser Welt müssen irgendwann den Kürzeren ziehen.
Der Prophet spricht  dieses Wort dem Volk Israel zu, das von allen Seiten her angefeindet war. Die unterschiedlichsten Herrscher eroberten Jerusalem, verschleppten die Hälfte der Einwohner, vergewaltigen die Frauen. Eine total hoffnungslose Lage, die alle Perspektiven für die Zukunft raubten. Über dieser Untergangsstimmung ruft Sacharia einen neuen König aus. Christus wird der Herr seines Volkes sein. Damit werden alle anderen Machthaber und Könige in die Knie gezwungen. Jerusalem wird wieder aufgebaut werden und für menschliche Herrscher uneinnehmbar sein. 
Christus verändert die Machtverhältnisse. Da herrscht ein König, der alles überragt. An dem Einzigen werden sich die Geister scheiden. An ihm entscheidet sich wer aufsteht und wer fällt. Dabei kommt Christus nicht als Imperator, sondern als ein König, der den Menschen dient. Er ist der Gott, der sich zum Knecht macht, wie Paulus schreibt. Er herrscht nicht über Menschen, sondern am und im Menschen. Ein königliches Regierungskonzept, das eine ganz andere Form von Herrschaft in dieser Welt installiert. Wo dieser König dem Menschen dient, werden siegreiche Schlachten geschlagen. Da ist der Mensch nicht mehr sich selbst und all den Auseinandersetzungen des Lebens ausgeliefert, sondern er siegt durch den einzigen Herrn. In ihm ist der Mächtige, der mit aller Anfeindung fertig wird. Durch die Herrschaft des Christus in uns, werden wir zu einer uneinnehmbaren Festung. Unser Glaube ist die Übermacht, gegen das Schicksal dieser Welt. Durch den einzigen Herrn  sind wir innerlich gefestigt, wenn das Unheil über uns hereinbricht. 
Wo der Herr der einzige König ist, ist das Heil mit uns. 

Was brauchen wir da irgendein Unheil zu fürchten?