Hab Mut, bau‘ die Kapelle

Weil Gott treu ist, können Menschen übermenschliche Dinge wagen.

„Herr, wer ist wie du? Mächtig bist du, Herr, und deine Treue ist um dich her.“
Ps.89, 9

Der Klang eines Liebesliedes ertönt aus einem erstaunten Herzen. Du bist so einzigartig, so unfassbar, so all das schwache Menschliche übersteigend. Du bist so unbeirrbar, bei allem, wie untreu dir wir dir gegenüber sind. Du hältst fest, wo wir schon lange losgelassen haben. Du hast immer noch Kraft, wenn wir schon lange am Boden liegen. Da erkennt die Ohnmacht eine gewaltige Macht. Da steht der Mensch vor einer Gotteserkenntnis, die gerade einen neuen Fixstern entdeckt. Da ist ein Sonnensystem, von dem alles ausgeht, von dem aller Kosmos durchdrungen und bestimmt ist. Da geht schlagartig die Grenze des eigenen Horizontes auf. Da werden plötzlich Dinge Realität, die sich vorher kein Mensch denken konnte. Wo der Mensch seinen Gott entdeckt, werden die eigenen Maßstäbe in den Schatten gestellt. Da können acht Christusträger-Schwestern, die uns vergangene Woche besucht haben, ein kühnes Projekt planen und eine Autobahnkirche an die Kochertalbrücke stellen. Da waren langwierige Verhandlungen mit Regierungspräsidium nötig und da gab es gewaltige bürokratische Hürden zu überwinden, doch die Kirche steht. Eine kleine Schar von Schwestern, vertrauten einem übermächtigen Gott. Da zählt nicht wer wir sind, was wir können und welche Stimme wir im Landtag haben, da reicht einzig das Vertrauen an den Treuen. Die Kirche auf dem Parkplatz der Kochertalbrücke ist ein Kleinod geworden, und wird für immer mehr Fernreisende zur Anlaufstelle. https://bit.ly/2IFMi03

Gottes Treue macht Mut, Dinge zu wagen, vor denen wir normal zurückschrecken. Dieser Treue können wir trauen. Damit können wir etwas wagen, was wir in uns selbst nicht finden. Gerade wenn uns der Mut verlässt, die Lasten unerträglich werden, wir mehr und mehr an unseren eigenen Grenzen zerschellen, leben wir aus dieser Treue. Damit bestimmt über uns nicht die eingeschränkte Gesundheit, das abgebrannte Haus, oder ein Dschungel von Behördenwegen, sondern die Kühnheit des Glaubens, die mächtiger ist als aller Widerstand. Mächtig und treu steht am Anfang dieses Tages. Damit sind alle Türen, offen heute an einem unvorstellbaren Ort unsere Kirche zu bauen. Damit ist weit mehr möglich als wir uns selbst zutrauen. Die Treue des Herrn ist ein Ansporn, über sich selbst hinauszuwachsen.

Herr, wer ist wie du? Können wir da noch in unserem Unvermögen stehen bleiben? Oder können wir in unserem Glauben noch viel mutiger uns hoffnungsvoller werden?

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Weg durch Wellen

Auf Golgatha bahnt sich ein Weg durch bedrohliche Wellen und verfolgende Krieger.

„Als Mose seine Hand über das Meer reckte, lies es der Herr zurückweichen durch einen starken Ostwind.“
2.Mose 14, 21

Welch ein Wunder, das eine Volk überlebt, das andere kommt in den Fluten um. Ein Gottesmann erhebt seine Hand und hat Einfluss auf Naturgewalten. Doch was hier entscheidend ist, es geht nicht um das Wunder an sich, sondern wie Gott die Seinen durch die größte Bedrohung bringt. Gott führt sein Volk vom Tod zum Leben. Unter normalen Umständen hätte das Gottesvolk keine Chance gehabt, gegenüber die ägyptischen Verfolger. Mose und sein Stab, sind das Wahrzeichen wie Gott handelt. Gott erlöst sein Volk aus der Knechtschaft und Erniedrigung. Darin liegt die ganze Befreiung von Golgatha. Einer stirbt, damit alle leben können. Mit dem Kreuz bahnt Christus einen Weg durch die Wellen, die auf das Leben hereinbrechen wollen. Gott spricht dabei: Ich liebe das Leben, und dazu stehe ich gegen Mächte und Gewalten. Ich liebe das Leben, gegen den Tod. Er bahnt Wege durch das Meer, durch die Wüste, durch die Verfolger und durch die Erniedrigung. Karfreitag erhöht das Leben. Karfreitag ist der Widerspruch zum Sterben. Karfreitag ist der Sieg der Liebe. Paulus sagt: Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus ist. Die Liebe hat das Meer geteilt. Die Liebe ging ans Kreuz und hat das Letzte gegeben, damit die Bedrohten am Leben bleiben. Die Liebe leidet sich zum Leben durch. Für sie ist es notwendig Schmerzen auszuhalten, um das Leben zur Welt zu bringen. In der Nacht von Golgatha bahnt Christus den Weg durch alle Nacht der Welt. Das Kreuz wird damit zum Lebenszeichen, zum Stab, der die Gewalten teilt.

Wenn Mächte und Gewalten entmachtet sind, schwinden nicht die Bedrohungen unseres Lebens, jedoch gehen in Christus Wege auf, über all dem, was uns den Atem stocken lässt. Die höchsten Wellen können uns nicht mehr das Fürchten lehren. Egal in welch einem Schrecken sich die Welt präsentiert, der Glaubende leidet mit, er spürt den Schmerz, doch er wird nicht von den Wellen erschlagen. Er weiß, dass in Christus der Weg hindurchführt, wie angefochten er auch sein mag. Er weiß sich von Liebe getragen, auch wenn der Hass neben ihm triumphiert. Glaubende demonstrieren das Leben mitten in allem Sterben, weil sie einen Überwinder haben.

Was bestimmt uns in unseren Entscheidungen, die bedrohlichen Wellen, die verfolgenden Krieger, oder die erhobene Hand, die den Weg bahnt?

Loben macht lebendig

Wer nur den lieben Gott lässt walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhalten in aller Not und Traurigkeit. Wer Gott dem Allerhöchsten traut, der hat auf keinen Sand gebaut. Georg Neumark, 1641

„Singet dem Herrn und lobet seinen Namen, verkündet von Tag zu Tag sein Heil!“
Ps. 96, 2

Dem Herrn singen ist klingendes Evangelium. Wer singt, dem schwingt der ganze Körper. Alle Organe sind der Resonanzraum für den Klang. Gesang geht durch und durch und erfasst den ganzen Menschen. Wo das Evangelium gesungen wird, klingt das lebendige Wort durch Mark und Bein. Gesang ist die lebendigste Form der Mitteilung, auf hoch emotionaler Ebene. Wo man singt, das lass dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder, sagt der Volksmund. Die christliche Gemeinde war von Anfang an einen singende Gemeinde. Das hat damals schon die Römer verwundert und verunsichert. Wo das Gotteslob erklingt, sprengen bei Paulus und Silas die Ketten im Gefängnis. Da klingt das, von guten Mächten wunderbar geborgen, von Dietrich Bonhoeffer aus der Gestapo Zelle. Im Lobgesang beben Gitterstäbe und schwingen Herzen. Im Lobgesang klingt der Überwindergeist. Wer lobt, überwindet sich selbst, in allen erniedrigenden Umständen. Vor dem Gotteslob zittern alle finstern Mächte. Im Lobgesang wird das Schwache stark. In diesem Gesang entfaltet sich die ganze Macht des Wortes. Da wird der Mensch zum klingenden Wort und erfährt darin die verwandelnde Kraft. Darin liegt ein sich überschlagender Mut, eine geballte Hoffnung und ein liebevoll getröstet werden. Wo wir uns im Lobgesang verausgaben, fließen uns gleichzeitig heilende und aufbauende Kräfte zu. Der Lobgesang verankert aktives Handeln Gottes, in dem was schwach geworden ist. Wer dem Herrn singt, hat die beste Medizin gegen Schwermut und Anfechtung. Lobende Menschen haben die Herzen im Himmel und die Beine auf der Erde.

Wo der Lobgesang schwach wird, wo unsere Saiten nicht mehr klingen, fängt ein Klangkörper an zu verstauben. Da verstimmt unser Instrument und hat seine erhebende Kraft verloren. Am Lobgesang lässt sich die Gemeinde und der Einzelne messen. Wo das Lob verstummt, stirbt der Glaube. Zwischen Loben und Leben besteht ein unmittelbarer Zusammenhang. Wer unter seinem Schicksal verstummt, hat kein Instrument mehr, um sich über die Niederungen zu erheben. Klagelieder haben keine Kraft, die Lasten zu durchbrechen. Im singet dem Herrn liegt die Antwort.

Welcher Gesang liegt uns auf den Lippen, wenn die Probleme größer werden?

Liebe ist besser

Wenn Gott wissen will, wie sehr ich ihn liebe, dann fragt er nicht mich, sondern meinen Nächsten. Walter Lüthi

„Besser ein Gericht Kraut mit Liebe als ein gemästeter Ochse mit Hass.“
Spr. 15, 17

Nicht nur in der Küche gilt der Maßstab, Liebe geht durch den Magen, sondern es ist das Markenzeichen der Glaubenden. Wo der Tisch perfekt gedeckt ist, das Buffet eine Vielfalt präsentiert, der Wein vom Besten ist, die gehobene Gesellschaft edel sich die Gläser zuprostet, kann der Schein sehr groß und die Atmosphäre eiskalt sein. Menschen können sich mit Perfektion, mit eindrucksvollen Gesten sehr viel vormachen und ihre Herzlosigkeit überspielen. Der gemästete Ochse soll blenden, soll Eindruck schinden, soll etwas zeigen, was gar nicht da ist. Im Gegenteil, wir können die schönsten Worte machen, mit Engelszungen reden, und offenbaren dabei wie rücksichtslos und lieblos wir sind. Mit ganz süßen Worten, wird der andere super freundlich abserviert. Im lächelnden Gesicht, zeigt sich ein abgrundtiefen Charakter. Fromm und verschlagen, das wird sehr oft den Glaubenden vorgeworfen. Hinter einen schönen Maske heulen die Wölfe. Wenn eine bürgerliche Gemeinde, einer siebenköpfigen Flüchtlingsfamilie gönnerhaft eine alte Wohnung anbietet, in der an den Wänden das Wasser vom oberen Stockwerk herunterläuft und keine Heizung funktioniert, ist das alles andere als eine liebevolle Geste.

Gott sagt, die Liebe ist das Markenzeichen des Glaubens. Da ist die Begegnungsebene das Herz, der Sitz der ganzen Persönlichkeit. Gott selbst ist durch und durch getriebene Liebe zum Leben. Seine Handlungen wollen Herzen erweichen. Unter ihm geschmeidig gewordene Menschen, wollen in ihrer ganzen Schwachheit, von dieser Liebe lernen, zu der wir nur so schwer in der Lage sind. Die Liebe ist die einzige Annäherung zu Menschen, mit denen wir uns auf anderer Ebene nicht mehr austauschen können. Die Liebe versteht jedes Kind, es versteht jeder alte und demente Mensch. Aus unserem Haus Geborgenheit kennen wir die Schicksale, in denen die alten Väter in ihrer beginnenden Verwirrung, die Söhne und Töchter beschimpfen, dass sie allein gelassen worden sind und von ihnen abgeschoben wurden. Da kommen Vorwürfe noch und nöcher, die nur noch verletzend sind. Hier hilft kein Gespräch, keine noch so sachliche Auseinandersetzung oder Diskussion, dass es das Beste wäre, was Kindern ihrem Vater tun könnten; es kann nur die Liebe zaghafte Brücken bauen. Die Liebe kann gelassen mit den Beleidigungen und Verletzungen umgehen, um den brummenden Vater in den Arm nehmen. Das ist besser als rechthaberische Gespräche zu führen. Ein Liebe, die wir schweren Herzens, am Herz Gottes lernen können.

Ist es nicht besser, diese Liebe zu lernen, und kleine Brücken zu bauen, wo sonst nur noch Hass regieren würde?

Mit dem Zweiten sieht man besser

Mit dem richtigen Blick sehen wir auf dem zwanzig Euro Schein hohe gotische Fenster, mit feinem Maßwerk und Brücken, die die Völker Europas verbinden.

„Ich will sie sammeln von den Enden der Erde, unter ihnen Blinde und Lahme, Schwangere und junge Mütter, dass sie als große Gemeinde wieder hierher kommen sollen.“
Jer. 31, 8

Was Jeremia hier aufleuchten lässt, ist der weite, umfassende Blick des Glaubens. Es ist ein Spiegelbild für alles, was mit Reich Gottes zu tun hat. Die Menschen sind in ihren Tagen mit Lasten unterwegs und man sieht überhaupt nicht viel vom „lieben Gott.“ Auch das Volk Gottes sieht auf seinem Weg viel Jammer und Elend. Da ist oft so wenig von dem zu sehen, was die Erfüllung des Glaubens ausmacht. Da menschelt es eben wie überall. Da sieht man so wenig von dem Glauben, der Berge versetzt. Der Blick fällt auf Blinde und Lahme, auf die demente Mutter, die einen nicht mehr kennt, aber einfach nicht sterben kann. Leid ohne Ende, Zank zwischen Glaubensgeschwistern, und die Lasten der Arbeit, die nicht zu bewältigen sind. Wo lassen sich da die Erneuerungskräfte spüren, die uns verheißen sind? Den Blick, den Jeremia hier entwickelt, dass er in all dem Elend eine große Gemeinde sieht, die sich wieder versammelt, kommt nicht aus dem, was er wirklich vor Augen hat. Die große Gemeinde erkennt der, der die Gesamtzusammenhänge der Bibel versteht. Jeremia zeichnet hier eine Christus-Spur. Er bringt Passionswege mit dem Osterglauben zusammen. Die Augen des Glaubens sehen immer beides, das Kreuz und das leere Grab. Da beginnt das Sammeln der großen Gemeinde unter den widrigsten Umständen, genau dort, wo man eigentlich noch gar nichts davon sieht. Wege des Glaubens stehen immer im Zusammenhang mit der Vollendung. Von dem Christus-Wirken ist immer mehr da, als wir im Augenblick erkennen können. Es entsteht oft in größter Armseligkeit mehr Reich Gottes, als wir erahnen können. Vieles geschieht angefochten und verborgen, auch wenn man nichts davon sieht, ist Gottes Handeln nicht aufzuhalten.

Jesus sagt: Hebt eure Augen auf und seht auf die Felder; sie sind schon reif zur Ernte, auch wenn es bis dahin noch vier Monate sind. Der Glaubende bekommt einen zweiten Blick. Mit dem zweiten sieht man besser! Es ist der Blick der Passion und Ostern zusammenbringt. Darin erkennt er die Notwendigkeit der Passion, auf dem Weg zur Herrlichkeit. Er erkennt bereits im März die Ernte des Juli. Der Glaube kann nicht das eine ohne das andere sehen. Er sieht die große Gemeinde auch dort wo die Kirchenbänke leerer werden. Da ist immer mehr Hoffnung da, als die Umstände zulassen. Diesen Blick entwickelt der Glaube, auch wenn es noch so menschelt. Dieser Blick sieht den zwanzig Euro Schein nicht nur von einer Seite.

Warum sollte bei solch einer Verheißung, unser Glaube nicht viel mehr sehen als nur das, was vor Augen ist?

Überlegen durch Geist

1.Kor. 2, 1-10

Vorausdenker und Vorauslebende haben es schwer. Sie sind unentwegt mit denen konfrontiert die ihrem Wissens- und Erkenntnisstand hinterher sind. Die Erkenntnis Galileos: „Und sie dreht sich doch“, brachte beinahe sein Todesurteil. Mit einer Notlüge, schwor er vor der Inquisition von seinen wissenschaftlichen Erkenntnissen ab und überlebte. Die Behauptung Luthers: Vergebung geschieht nicht durch Ablass, sondern durch Glaube, führte ihn in den Bann und die Kirche in eine Spaltung. Paulus in Europa unterwegs, erntete in Athen für die Verkündigung des Evangeliums Spott und Antis. Aus dieser persönlich gedemütigten Situation heraus steht er vor die Gemeinde in Korinth. Er stellt Weisheit gegen Wissen.

1. Wir sind Geheimnisträger

Uns aber hat Gott durch den Heiligen Geist sein Geheimnis enthüllt. Denn der Geist Gottes weiß alles, er kennt auch Gottes tiefste Gedanken. Die Weisheit die wir verkündigen, ist Gottes Weisheit. Sie bleibt ein Geheimnis und vor der Welt verborgen.

Auch wenn der Mensch in der Genforschung den Zahlencode der Erbinformationen entschlüsseln kann, sind das lediglich die Grundrechenarten von Plus und Minus. An Gottes Denken kann sich keiner herandenken. Vor seiner Weisheit hängt ein Panzer-Schloss. Für Menschen nicht erforschbar. Mathematik und Logik passen nicht in dieses Schloss. Der Schlüssel für die Geheimnisse Gottes heißt Heiliger Geist. Wo dieser Geistesblitz den Menschengeist berührt, gibt es Erkenntnisse, außerhalb der menschlichen Wahrnehmung. In ihn dringt ein, was der natürliche Mensch nicht versteht. In den Menschen wird ein Geheimnis hineingelegt, das sich nirgends aneignen lässt. Gott hat sich beim Menschen einen persönlichen Zugang geschaffen. Damit entsteht eine Schnittstelle für einen ganz anderen Datenaustausch. Es ist ein Geistesblitz der den Menschen Gott erkennen lässt.

Der Mensch gewinnt dabei keine höhere Erkenntnisstufe um bei Gott zu sein, nein, Gott selbst kommt. Das Geheimnis ist, dass sich im Heiligen Geist, Christus zu uns auf den Weg macht. Der Geist ist die Frucht aus Kreuz, Tod und Auferstehung. Somit stellt der Geist, das natürliche Menschsein, in die umfassende Gotteswirklichkeit. Der Geist legt das Geheimnis von Erlösung und Neugeburt in den Menschen. In einem sterblich, leiblichen Gehäuse weht Auferstehungsluft. Das Geheimnis des Geistes durchbricht damit die Gesetzmäßigkeiten aller menschlichen Wissenschaften und Erfahrungen.

Zu solchen Geheimnisträgern macht Gott Menschen wie Paulus. Jede Verkündigung lüftet ein Geheimnis. Verkündigung sind keine Worte, die von einem Redenberater geschönt sind, in ihr handelt der Christus-Geist. Wo dieses Geheimnis verkündigt wird, wirkt nicht eine gute oder schlechte Rede, sondern eine eigene geheime Macht. Es gibt keine erlernbare Methode, in der der Geist zu Menschen spricht. Sein Geheimnis offenbart Gott immer selbst, weil es keine Worte, sondern Handlung ist. Der Verkündiger bringt eine unbegreifliche Botschaft, denjenigen, die als natürliche Menschen dafür keine Antenne haben. Der Heilige Geist macht Unfassbares menschenverdaulich.

Er entlockt mit ihm, das großes Geheimnis einer alten, verstaubten Geige aus dem Kasten. In einem Menschen kommt etwas zum Klingen, das niemand anders hätte anzupfen können. Dieses Geheimnis offenbart ein Geheimnis in uns. Es offenbart, wie Gott in uns Auferstehung feiert.

2. Gescheitheit rebelliert

…, auch wenn diese Welt und ihre Machthaber das nicht als Weisheit gelten lassen wollen. Aber die Welt mit aller ihrer Macht wird untergehen.  Von den Herrschern dieser Welt hat das keiner erkannt. Sonst hätten sie Christus, den Herrn der Herrlichkeit, nicht ans Kreuz geschlagen.

Geheimnisträger leben gefährlich. Sowohl dem Verkündiger, als auch jedem der mit Gott lebt, wird man nicht glauben. Wer eine Geige sieht und sie noch nie hat spielen hören, kann nicht glauben, dass sie die ganze Welt betören kann. Geisterfahrung ist unnormal, daher ist Christsein ungemütlich. Es treffen hier zwei Welten aufeinander. Gottesweisheit und Menschenweisheit sind Gegensätze. Dabei ist offensichtlich, dass wo der Heilige Geist vom menschlichen Denken blockiert wird, die Menschen verarmen und die Geschichte blutet. Wo die göttliche Perspektive im Leben verschlossen bleibt, verliert das Menschsein seinen Wert. Da sind wir ganz schnell in Holland wo die Erben bestimmen, wie viel Tage dem Opa noch gegeben werden.

Glaubende müssen damit leben, von anderen nicht verstanden zu werden, weil sich Glauben nicht verstehen lässt. Wegen der Menschen, die dieses Gottesgeheimnis nicht kapierten hing Christus am Kreuz. Golgatha ist das Mahnmal für die Auflehnung gegen den Geist. Glaube ist Sprengstoff für eine reizüberflutete Informationsgesellschaft. Wachsender Glaube bedeutet wachsende Herausforderung. Als Geheimnisträger sind wir keine erhabenen Helden, sondern oft die Bekämpften und Belächelten. Erkenntniswege sind oft Kreuzwege. Wer etwas sieht, was andere nicht sehen, macht sich zum Buhmann. In der Gottesoffenbarung rebellieren die Gescheiten und liegt die Konfrontation mit der Vernunft. Da kann selbst die Kirche wie bei Luther und Galileo zum Gegner werden.

Da muss ein Glaube sattelfest sein und im Geist ruhen.

3. Kraftvolles Geheimnis

Denn euer Glaube sollte sich nicht auf Menschenweisheit gründen, sondern auf Gottes rettende Kraft.

Glaube und Menschenwissen haben so viel gemeinsam, wie eine Kuh vom Geige spielen. Wenn eine Geige klingen soll, kann sie nicht von Hufen getreten werden, sondern muss von einem Meister gestrichen werden. Glaube wird vom Geist gestrichen und von der Menschenweisheit mit Füßen getreten. Der Glaube sucht den König in der Krippe und nicht im Palast. Der Glaube kann  sich nicht aus menschlichen Wissen ernähren, sondern hungert nach Geist. Wo der Mensch Wissen als Macht ansieht, sieht der Glaube im Geheimnis alle Macht.

Google kämpft um das Wissen der Welt, der Glaube um ein Lebensgeheimnis, das alles Wissen übersteigt. Die Suchmaschine findet keinen Gott und keinen Erlöser, aber der Geist erschließt Herrlichkeit. Google weiß alles über eine Geige, aber der Geist bringt sie zum Klingen. Der Klang echten Menschseins kommt aus dem Loslassen an den Meister. Der Glaube bringt die Geheimnisse des Lebens zum Klingen. Um das Leben mit all seinen offenen Fragen und unliebsamen Herausforderungen zu meistern, brauchen wir nicht das Wissen der ganzen Welt, sondern das Geheimnis des Geistes.

In der Kraft des Geistes, werden Schafhirten zu Volksführern. In der Kraft des Geistes, widersteht der Mönch aus Wittenberg einem Papst aus Rom. Da gehen schmerzgeplagte Krebspatienten, voll bewusst ihrem Ende entgegen. Der Geist ist die höchste Qualifikation, die einen Menschen auszeichnet. Mit dem Geist handelt der Allerhöchste im Niedrigsten. Darin findet das Unbedeutende seinen größten Wert, das Schwache seine stärkste Kraft.

Um Krisen zu meistern, hilft kein Wikipedia, da braucht es mehr Geheimnisträger. Was die Welt aufhorchen lässt und lebendig erhält, sind Menschen, die in einer höheren Weisheit stehen. Daraus kommt die Kraft, für die Schmerzbewältigung. Daraus fließt die Kraft, in einer scheinbar ausweglosen Zukunftsperspektive voller Hoffnung zu sein. Es ist die Kraft, die noch im Weltuntergang die Auferstehung erkennt.

Wir tragen dieses Geheimnis in uns, daher sind wir durch unseren Glauben zu viel mehr in der Lage, als wir selber denken können. Ich wünsche uns fröhliches Überwinden durch den Geist.

Den Quälgeist überwinden 

Wer seine Angst überwindet, kann ein Volk, gegen den Zorn des Königs aus Ägypten führen.

„Fürchte dich nicht, denn du sollst nicht zuschanden werden.“

Jes. 54, 4
Was den Menschen zurückhält, mutig und kraftvoll Hindernisse zu überwinden, ist seine Angst. Genau hier setzt Gott an. Gott will mit Menschen Geschichte schreiben. Er hat einen außergewöhnlichen Plan. Er baut sein Reich in die irdische Welt. Dabei fordert er Menschen zu unmenschlichen Taten heraus. Der Mensch wird in Handlungen gestellt die er nicht sehen und verstehen kann. Er wird in das Wagnis des Glaubens und Vertrauens hineingenommen, das beim natürlichen Denken auf Widerstand stößt. Somit steht der Glaubende mit sich in einem inneren Kampf. Er muss ein Vertrauen wagen, gegen seinen eigenen Verstand und gegen jedes bessere Wissen. Der Glaubende betritt Wege gegen seine eigene Angst. Gerade dort, wird er von Gott an die Hand genommen. Wege, die Gott gehen heißt, stehen unter dem „fürchte dich nicht“. Bei seinem Plan mit uns, übernimmt er die Navigation. Wenn du Furcht, im Sinne von Ehrfurcht vor mir hast, brauchst du Menschen und Dinge nicht mehr zu fürchten. Da steht eine höhere Macht gegen alles Bedrohende. Wo Gott die Furcht nimmt, gibt er für seine Wege den Rückenwind. Die stärkste Überwindung die er geschaffen hat, ist in Christus. Er sagt: In der Welt habt ihr Angst, doch ich habe die Welt überwunden. In Christus, wird der Glaubende zum Angstüberwinder und damit zum sich selbst Überwinder. 
Damit kommt der Glaubende allen Widerständen zum Trotz in die Gänge. Darin liegt seine Antriebskraft gegen allen Schrecken. Da wird alle Vorsicht und Zurückhaltung aus der Reserve gelockt. Da führt Mose das Gottesvolk aus der Knechtschaft des ägyptischen Königs. Da läuft ein Bonhoeffer aufrecht seinem Galgen zu. Wo die Angst überwunden ist, können wir mutige Schritte des Glaubens wagen. Da hat der innere Quälgeist zu schweigen. Da können nicht mehr die eigenen Empfindlichkeiten bestimmen. Da habe ich keine Angst mehr um die eigene Ehre. Da brauchen wir nicht die Anerkennung der Massen. Wo uns die Angst genommen ist, haben wir eine königliche Narrenfreiheit, entschlossene Wege im Glauben zu  gehen. 
Warum sollten wir Angst vor ungewöhnlichen Wegen haben? Warum sollten uns neue Weg Angst machen?  Warum sollte nicht neuer Glaube, das alte Denken überwinden? 

Teufelskreise durchbrechen

Ein warmes Herz zu entwickeln, ist eine reife Haltung in einem unreifen Menschen.

Wohl dem, der barmherzig ist und gerne leiht und das Seine tut, wie es recht ist!“

Ps. 112, 5



Ein Anflug von Seligpreisung kommt da auf einen zu. Gott legt einen Umgangsstil an den Tag, der völlig gegen menschliche Prinzipien geht. Für ihn gilt nicht gleiches Recht für alle, sondern Barmherzigkeit gegen Unrecht. Nicht mehr Auge um Auge, Zahn um Zahn bringt die Welt wieder ins Gleichgewicht, sondern Liebe entwaffnet das Unheil. Wo ihm Unrecht geschieht, macht er nicht den anderen fertig, sondern liebt sich selbst zu Tode. Verletzen beantwortet er nicht mit verletzen, sondern mit heilen. Er durchbricht mit seiner Barmherzigkeit den Teufelskreis. Dort wo ein Wort das andere ergibt, sich die Gemüter erhitzen und im Unfrieden auf einem Scherbenhaufen enden, praktiziert er die Größe des Guten. Frieden entsteht nicht, wenn der Gegner niedergestochen ist, sondern wenn Wunden geheilt werden. Mit Christus geht Gott auf den Menschen zu, der ihm ins Gesicht schlägt, beleidigt und entehrt. 
Menschen leben nach dem Jamaika-Prinzip; eigene Positionen durchsetzen wollen und Miteinander platzen lassen. Sie wollen durch Konfrontation entspannen. Jeder wundert sich, warum  man nicht auf einen Nenner kommt. Doch wo jeder nur das Seine will, und kein höheres Ziel einen antreibt, bewegt man sich auf Sandkastenniveau. Jeder ist sich selbst der Nächste und keiner startet zum Höhenflug durch, indem er das große Ganze vor Augen hat. Die vielen kleinlichen Streitereien und gegenseitigen Verletzungen lösen wir nicht auf Augenhöhe, sondern im über sich selbst hinausgehen, um des höheren Zieles willen. Teufelskreise durchbrechen, können nur die Herzen, die größer werden. Barmherzigkeit verlässt das menschliche Maß von Recht und Gerechtigkeit, und spielt in einer anderen Liga. Was mir zum Wohlergehen dient, tut auch dem anderen gut. Wo wir das Gute und Heil erfahren haben, können wir nur heilsstiftend unterwegs sein. Nicht mehr, wie kann ich den andern in seinem Unrecht in die Pfanne hauen, sondern was dient dem andern in seiner Entgleisung zum Guten. Die Barmherzigkeit nimmt uns in die Verantwortung, liebend zu heilen. 
Wäre es nicht unbarmherzig, die selbst erfahrene Barmherzigkeit, nicht dem anderen zukommen zu lassen?  

Energiespritze für dürre Zweige

Denen die aufbrechen, gehört die Zukunft.

Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finsteren Lande, scheint es hell.“

Jes. 9,1



Weihnachtliche Klänge in grauen Novembernächten. Die Botschaft, die der Prophet hier verkündet, hört sich richtig unwirklich an. Gott durchbricht die Schatten der menschlichen Tage. In der Finsternis soll es taghell werden. Der Wahnsinn, der auf den Wegen der Menschen liegt, steht unter unglaublichem Leuchten. In spannungsgeladene, leidvolle Tage stellt Gott seine Krippe. Ein Kontrastprogramm, das für den normal Denkenden völlig realitätsfremd erscheint. Als ob Gott keine Ahnung hat, von dem was in dieser Welt abgeht. Doch genau dort, wo die Nächte am dunkelsten und die Schrecken am größten sind, setzt Gott an. Dort wo keiner mehr etwas zu lachen hat, dreht er den Spieß um. Weil er weiß, zu was menschliche Unvernunft und Hass in der Lage ist, weil er weiß, wie Menschen sich gegenseitig belasten können, legt er Lichtspuren. Mit Christus bricht Gott die Nacht um. Das finstere Land ist immer noch das gleiche, das Leid und Chaos ist noch immer gegenwärtig, doch in der Christusgegenwart verlieren sie ihre Übermacht.  Das Lähmende und Erschlagende wird durch dieses Licht erschlagen. Damit beginnt eine kosmische Verwandlung im gebeutelten Menschen. Da bäumt sich das Licht, das in uns eingeht, über die von außen erschlagenden Umstände auf. Dieses große Licht setzt ein Aufbrechen und eine Vorwärtsbewegung in Gang, mitten in allen Widerständen. Mit dem Licht, klaren finstere Wege auf. Das Licht weckt kahle Bäume zum Leben, der wieder frische grüne Blätter treibt. 
Auch wenn unsere Tage von reichlich Finsternis umgeben sind, die gerade in dieser tristen, grauen Jahreszeit noch stärker auf uns einwirken, liegt in diesem Wort ein starker Antrieb. Wer Licht sieht, kann glauben und hoffen. Er hat Mut für feste Schritte. Daraus wächst eine heitere Zielstrebigkeit, mitten durch Nebelschwaden. Mit solch einem Licht, können wir uns gelassen durch die Widerstände durchkämpfen. Mit diesem Licht steht hinter jedem Tod die Auferstehung. Ein Wort zum entschlossenen Weitergehen, weil ein großes, weites Land vor uns steht.
Wenn wir solch ein Licht sehen, wie können wir da über Nächte klagen? 

Bollwerk gegen Angst 

Mit innerem Frieden, können uns die Turbulenzen unserer Tage nicht aus der Bahn werfen.
Die Angst meines Herzen ist groß; führe mich aus meinen Nöten!“

Ps. 25, 17



Zwei Gegenpole, diese sich gegenüberstehen; Angst und herausführen. Der Mensch an seinen Grenzen und Gott in seiner Macht. Beides, nicht zu leugnende Tatsachen. Angst ist ein unüberschaubarer Schrecken, eine erdrückende Größe, über der es noch eine höhere Größe gibt. Im Herausführen widersetzt sich Gott, all dem, was Menschen zu schaffen macht. Herausführen durchbricht die Gewalt der Erniedrigung und des klein gehalten Werdens. Wo Gott aus der Not führt, verliert die Übermacht des „Sterben Müssens“ seine Endgültigkeit. Die Summe aller Angst, ist die Angst vor dem Tod, vor dem, dass wir diesen Schrecken nicht überleben werden. Gott ist gegen den Urgrund der Angst angetreten. Wo er herausführt, schafft er den aufgescheuchten Seelen Frieden. Mit Christus überwindet er die Angst. Christus sagt: In der Welt habt ihr Angst, aber ich habe die Welt überwunden. In ihm liegt das Herausführen und überwinden. Der nackten Angst, ist das auferstandene Leben gegenüber gesetzt. Der einen Größe, wird durch die andere Größe die erdrückende Macht genommen.
Diese Macht steht allen Verlust- und Versagensängsten gegenüber. Beängstigende, lebensbedrohliche Situationen gehen nicht mehr den Weg der Verzweiflung, weil Frieden stärker ist als Angst. Zukunftsängste liegen in den Christus-Händen, der für uns das übernommen hat, was sowieso nicht in unserer Macht steht. Mit Christus haben wir ein Bollwerk gegen die Angst, weil er uns in jeder Lage als der Richtige begegnet. Er ist Herr und Bruder, er ist ein Freund und Tröster, er ist Schutz und Erlöser. Da ist die rechte Macht zur rechten Zeit. So sind wir sicher Geführte, in allen Turbulenzen unserer Tage. Wir können stehen, auch wenn der Gegenwind ins Gesicht bläst. Die Not kann uns dadurch keinen Schrecken mehr einjagen. 
Wenn einer da ist, der aus der Not herausführt, was will uns da noch Angst machen?