Karsamstage voller Hoffnung

In der erdrückenden Stille des Karsamstags, braucht sich kein Herz entsetzen.

„Der Herr harrt darauf, dass er euch gnädig sei.“
Jes. 30, 18

Wenn der Herr harrt, bekommt ihn keiner mehr los. In aller Aktivität Gottes, liegt eine ungeheure Konstanz, Hartnäckigkeit und Treue. Eine Beständigkeit, die sich nicht einfach abschütteln lässt. Gott sieht sich unter allen Umständen an der Seite des Menschen, unabhängig von seinem Verhalten. Da kann der Mensch noch so gottlos sein, da kann ihn die Lieblosigkeit ans Kreuz schlagen, da kann es in der Welt finstere Nacht und eiskalt werden und Gott harrt. Er lässt sich in keinem Funken von seinem Vorhaben abbringen. Sein Handeln bleibt wertfrei und unabhängig von allen menschlichen Handlungen. Auch unter größten Schmerzen leidet er sich zum Menschen durch. Auch wenn er über Zustände trauert, bleibt er dem Menschen zugewandt. Kein Schimmer von Resignation, von Enttäuschung, von Rückzug. Dort wo wir Menschen einen klaren Strich ziehen und sagen, mit dem nicht, oder da ist Hopfen und Malz verloren, sagt Gott: Jetzt erst recht. Beharrlichkeit trotzt den Widerständen. Wo wir sagen, ich distanziere mich von dem und dem, der tut mit nicht gut, sagt Gott: Ich bleibe dran. So unbeirrbar kann nur wahre Liebe sein. Darin liegt die Kraft zu warten, auszuhalten, nicht nachzugeben und zu hoffen, wo es nichts zu hoffen gibt. Darin liegt die Kraft gnädig zu sein. Er sucht jeden Moment, in dem er hoffnungslosen Fällen sein Erbarmen zufallen lassen kann. Er harrt darauf in die Karsamstage Hoffnung zu streuen. Er geht beharrlich den Weg, den er gehen muss, von Karfreitag bis zum Ostermorgen. Gott drückt sich nicht vor Kreuzwegen, wenn er Menschen gnädig sein will. So beharrlich ist die leidende Liebe. Ein Liebe, die nicht leidensfähig ist, kann keine echte Liebe sein. Gott leidet sein gnädig sein in die Welt hinein.

Die Ahnungslosigkeit eines Karsamstags ist umschlossen von Kreuz und Auferstehung. Das nimmt aller Nacht und Kälte die Traurigkeit. Das starre Entsetzen ist in das Erlösungswerk Christi eingehüllt. Dass die Gnade an mir ausharrt, nimmt mir jeglichen Jammer über unerträgliche Beziehungen und hoffnungslose Lebensumstände. Da kann Vater Dankbarkeit entwickeln, wenn er seine Tochter zu Grabe trägt: „Ihr Name ist Ella, 3 Tage wurd´ sie alt, das war ihr ganzes Leben, für uns ein ganzes Leben zu lieben, dass 3 Tage nur ward, dennoch, für uns ist sie ein ganzes Leben lang geblieben. In Liebe. Dein Papa. Aus <_ twitter.com=“twitter.com“ irgenwannammeer=“irgenwannammeer“ status=“status“ _979113749868171264=“_979113749868171264″>

Können da die Karsamstage unseres ganzen Lebens nicht voller Hoffnung und Liebe sein?

Advertisements

Weg durch Wellen

Auf Golgatha bahnt sich ein Weg durch bedrohliche Wellen und verfolgende Krieger.

„Als Mose seine Hand über das Meer reckte, lies es der Herr zurückweichen durch einen starken Ostwind.“
2.Mose 14, 21

Welch ein Wunder, das eine Volk überlebt, das andere kommt in den Fluten um. Ein Gottesmann erhebt seine Hand und hat Einfluss auf Naturgewalten. Doch was hier entscheidend ist, es geht nicht um das Wunder an sich, sondern wie Gott die Seinen durch die größte Bedrohung bringt. Gott führt sein Volk vom Tod zum Leben. Unter normalen Umständen hätte das Gottesvolk keine Chance gehabt, gegenüber die ägyptischen Verfolger. Mose und sein Stab, sind das Wahrzeichen wie Gott handelt. Gott erlöst sein Volk aus der Knechtschaft und Erniedrigung. Darin liegt die ganze Befreiung von Golgatha. Einer stirbt, damit alle leben können. Mit dem Kreuz bahnt Christus einen Weg durch die Wellen, die auf das Leben hereinbrechen wollen. Gott spricht dabei: Ich liebe das Leben, und dazu stehe ich gegen Mächte und Gewalten. Ich liebe das Leben, gegen den Tod. Er bahnt Wege durch das Meer, durch die Wüste, durch die Verfolger und durch die Erniedrigung. Karfreitag erhöht das Leben. Karfreitag ist der Widerspruch zum Sterben. Karfreitag ist der Sieg der Liebe. Paulus sagt: Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus ist. Die Liebe hat das Meer geteilt. Die Liebe ging ans Kreuz und hat das Letzte gegeben, damit die Bedrohten am Leben bleiben. Die Liebe leidet sich zum Leben durch. Für sie ist es notwendig Schmerzen auszuhalten, um das Leben zur Welt zu bringen. In der Nacht von Golgatha bahnt Christus den Weg durch alle Nacht der Welt. Das Kreuz wird damit zum Lebenszeichen, zum Stab, der die Gewalten teilt.

Wenn Mächte und Gewalten entmachtet sind, schwinden nicht die Bedrohungen unseres Lebens, jedoch gehen in Christus Wege auf, über all dem, was uns den Atem stocken lässt. Die höchsten Wellen können uns nicht mehr das Fürchten lehren. Egal in welch einem Schrecken sich die Welt präsentiert, der Glaubende leidet mit, er spürt den Schmerz, doch er wird nicht von den Wellen erschlagen. Er weiß, dass in Christus der Weg hindurchführt, wie angefochten er auch sein mag. Er weiß sich von Liebe getragen, auch wenn der Hass neben ihm triumphiert. Glaubende demonstrieren das Leben mitten in allem Sterben, weil sie einen Überwinder haben.

Was bestimmt uns in unseren Entscheidungen, die bedrohlichen Wellen, die verfolgenden Krieger, oder die erhobene Hand, die den Weg bahnt?

Du bist mein Spaten

Mit geöffneten Augen, rücken die Menschen näher zusammen.

„Siehe, alle Menschen gehören mir.“
Hes. 18, 4

Siehe ist der Sonnenaufgang dieses Wortes. Es ist nicht das vordergründige Beobachten, im Sinne von, guck mal die schöne rote Rose, sondern siehe ist ein tiefes Erkennen. Da erkennt der Mensch seinen Gott und sich selbst. Im siehe liegt Gotteserkenntnis und Selbsterkenntnis. Es ist der Klick, bei dem ich weiß wer ich bin. Siehe ist kein starres suchen, es ist den Vorhang vor den Augen weggezogen bekommen. Da öffnet sich ein Mensch dafür, dass Gott ihm einen neuen Blick schenkt. Da fällt ein ganz anderes Licht auf alle Lebenszusammenhänge. Siehe ist der Durchbruch zum ersten Gebot: Ich bin der Herr dein Gott. In diesem Sehen gehen einem die Augen auf. Da fangen wir an die Welt und uns zu verstehen. Im Siehe, liegt das Geschenk des Glaubens. Da öffnet sich ein Mensch für die Welt Gottes. Siehe, ist nicht eine Art des Sehens, ein Blickwinkel, aus dem man alles betrachten kann, es ist dieses Sehen, das den Menschen zum Menschen macht. Dieses Sehen, ist der Generalschlüssel des Lebens. Es ist dieses Sehen, das den Menschen an Gottes Seite rückt. Mit diesem Siehe, gehen die Lichter an.

Mit dem Siehe, erkennen wir: Alle Menschen gehören mir. Wenn die Augen aufgehen, wird unser ganzes in-Gott-Sein deutlich. Das Gehören zeigt unseren Eigentümer. Wir sind ausnahmslos nicht nur von Gott erschaffen, sondern sein Besitz. Wir sind seine Geige, sein Hammer, seine Säge, seine Rebschere, sein Spaten, mit denen er diese Erde bespielt und bearbeitet. Gott sagt: Du bist mein Mann und du bist meine Frau. Nur wer nicht sieht, meint, er gehöre sich selbst. Wie wirken dabei die Aussagen der achtziger Jahre? Mein Bauch gehört mir. Mir braucht keiner sagen, ob ich mein Kind behalte oder abtreibe. Weder wir selbst gehören uns, noch das Kind in meinem Bauch gehört uns. Über allem Leben steht das soli deo gloria – Gott allein die Ehre. Gott will sich an uns verherrlichen. Gott will ein großartiges Instrument in Händen halten, mit dem er jubiliert. Mit den Menschen hat einen riesigen Chor in der Hand, für das große Halleluja. Er hat ein leistungsfähiges Unternehmen geschaffen, mit dem er die ganze Welt aushebelt. Er hat Menschen miteinander verbunden, damit seine Liebe Blüten treibt.

Wer nicht sieht, dem entgeht das Eigentliche seines Lebens. Wer sich selbst gehört, zupft nur an einer Saite seiner Geige und wird nie das meisterhafte Spiel erfahren, für das er eigentlich geschaffen ist.

Schauen wir nur, dass wir nicht zu kurz kommen, oder wem gehört unser heutige Tag?

Der Schreck ist weg

Es ist möglich, dass sich Schrecken in Frieden verwandelt.

„Du brauchst keine Angst mehr zu haben, denn Kummer und Not dürfen dich nicht mehr bedrücken; nichts wird dich mehr in Schrecken versetzen.“
Jes. 54, 14 (Hoffnung für alle)

Kaum vorstellbar, dass wir einmal nicht von Angst und Schrecken bestimmt werden. Doch was Jesaja hier ausdrückt, ist ein nicht vorstellbarer Umbruch. Eine Welt ohne Angst und Schrecken wird es nie geben, doch Gott nimmt den Druck raus. Kummer und Not bleiben, doch sie dürfen nicht mehr bedrücken. Die Angst wird immer da sein, doch ihr wird der Schrecken genommen. Die Spannungen des Lebens werden entspannt. Hier wird die Vision eines neuen Jerusalems aufgezeichnet, in dem die Trümmer wieder aufgebaut werden, doch damit geht der Prophet auf die Passion Jesu zu. Mit einem schrecklichen Tod, wird dieser Welt der Schrecken genommen. Am Kreuz entsteht eine neue Lebensperspektive. Da wird das was uns Angst macht überwunden.

Angst entsteht, wenn wir uns der Situation nicht gewachsen sehen, wenn Bedrohliches auf uns zukommt, dem wir hilflos gegenüberstehen. Ältere Menschen sind oft von Verlustängsten getrieben, weil ihre Kräfte nachlassen, sie nicht mehr so aktiv sein können und dann meinen, andere würden sich dadurch von ihnen zurückziehen. Angst entsteht, wenn bei einem Selbstständigen der Rentenbescheid eingeht, auf dem eine Rente von 123,25 € in Aussicht gestellt wird. Angst kann für einen Glaubenden wie Martin Luther auch sein, wie bekomme ich einen gnädigen Gott. Er litt darunter, dass er mit seinen Werken nie vor Gott gerecht werden kann, auch bei noch so viel Ablässen und Bußübungen. Sein Durchbruch war Christus. Da wird die innerer und äußere Not umgebrochen. Dem Bedrückenden, wird ein starkes Gegenüber gesetzt. Dem Angst Machenden, das die menschliche Ohnmacht offenbart, offenbart sich der mächtige Christus. Luther erfuhr darin eine fremde Gerechtigkeit, die seiner aufgescheuchten Seele Frieden verschaffte. Somit ändert sich, wenn wir keine Angst mehr haben brauchen, nicht die bedrückenden Umstände, sondern die Beziehung zu Christus. In dieser Beziehung, weicht das Bedrückende des Schreckens. Da können die Schüler des Amoklaufs in Florida wieder Lebenshoffnung entwickeln. Da können wir in den schrecklichsten Lebensszenen Frieden finden. Wenn Christus uns seinen Frieden lässt, kann er sagen: Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht. Somit können wir in allem Unfrieden in dieser Welt, in den Stürmen unseres eigenen Lebens, erst recht Frieden finden.

Wo suchen wir unsern Frieden, wenn die uns die schrecklichen Ereignisse aufwühlen und durchschütteln?

Total verrückt nach mir

Gott ist total verrückt nach uns.

„Mächtig waltet über uns seine Güte, und die Treue des Herrn währt in Ewigkeit. Halleluja.“
Ps. 117, 2

Ein Lobgesang, bei dem einem Beter die Knie weich werden. Mächtig waltet Güte – da ist einer von der Liebe Gottes erschlagen. Fassungslos steht er vor so viel Gutem. Da glüht sich einer förmlich zu mir durch. Gott hat an mir einen Narren gefressen. Er schäumt über vor Hingabe zu mit. Wo Güte waltet, kennt Gott niemand anders als mich. Es ist das frisch verliebt sein, in dem der eine für den anderen alles gibt. Das ist schon ein Stück unreale Wirklichkeit, in dem man den Partner besser darstellt als er tatsächlich ist. Du bist das Allerbeste für mich, für dich gebe ich alles. Ich löse mich auf für dich, ich halte mich in nichts zurück. Ich gehe in dir auf, du bist mein ein und alles. Kein Preis ist mir zu hoch, um dich nicht mehr zu verlieren. Auch wenn du mich ins Gesicht schlägst, bebt meine Liebe zu dir. Auch wenn du mich verlassen willst, ich verlasse dich nie. Ich hänge an dir mit Leib und Leben. Ich definiere mich über dich. Ich gebe alles, dass du zum Klingen kommst. Ich erleide alle Schmerzen, um dir Freudentöne zu entlocken. Ich binde dir den schönsten Rosenstrauß, auch wenn mir die Dornen die Finger zerstechen. Mächtige Güte ist ein unvergleichliches Glühen. Da sieht man am Kreuz die Liebe leuchten. Um mich zu bekommen, kann Gott gar nicht anders als sein ganzen Lebensopfer zu bringen. In der Passion schreit die Gottesliebe: Ich liebe dich. Ich will dich auf ewig. Mächtig waltet über uns seine Güte, ist die größte Mitgift in dieser Welt. Für dieses Geschenk gibt er nicht nur alles, sondern sich selbst. Mächtige Güte.

Diese Güte will unser Herz weich machen. Wer so geliebt wird, kann nicht kalt bleiben. Da brechen alle Dämme. Da wird unsere Leidenschaft zum Kochen gebracht. Paulus beschreibt diese Konsequenz im Römerbrief: Wo Gott seinen Sohn nicht verschont und ihn für uns dahingibt – wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? In dieses Lebensgeschenk sind wir hineingeliebt. Und wenn das Leben eiskalt wird, wenn uns das Herz in Stücke zerbricht, bleibt dieses Herzens Licht. Weil Gott total verrückt nach uns ist, brauchen wir in der Untreue unserer Tage nicht verrückt werden. Die Güte über uns, trägt die Lasten in uns. Wer so beschenkt und geliebt ist, braucht keinen Mangel zu fürchten. Wer geliebt ist und lieben kann, kann mit Schmerzen umgehen. Er weiß, dass zur ganzen Liebe, das ganze Opfer gehört. Diese Güte ist mächtiger als der Tod. Halleluja.

Warum sollten wir daran zweifeln, dass wir so geliebt sind?

Loben macht lebendig

Wer nur den lieben Gott lässt walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhalten in aller Not und Traurigkeit. Wer Gott dem Allerhöchsten traut, der hat auf keinen Sand gebaut. Georg Neumark, 1641

„Singet dem Herrn und lobet seinen Namen, verkündet von Tag zu Tag sein Heil!“
Ps. 96, 2

Dem Herrn singen ist klingendes Evangelium. Wer singt, dem schwingt der ganze Körper. Alle Organe sind der Resonanzraum für den Klang. Gesang geht durch und durch und erfasst den ganzen Menschen. Wo das Evangelium gesungen wird, klingt das lebendige Wort durch Mark und Bein. Gesang ist die lebendigste Form der Mitteilung, auf hoch emotionaler Ebene. Wo man singt, das lass dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder, sagt der Volksmund. Die christliche Gemeinde war von Anfang an einen singende Gemeinde. Das hat damals schon die Römer verwundert und verunsichert. Wo das Gotteslob erklingt, sprengen bei Paulus und Silas die Ketten im Gefängnis. Da klingt das, von guten Mächten wunderbar geborgen, von Dietrich Bonhoeffer aus der Gestapo Zelle. Im Lobgesang beben Gitterstäbe und schwingen Herzen. Im Lobgesang klingt der Überwindergeist. Wer lobt, überwindet sich selbst, in allen erniedrigenden Umständen. Vor dem Gotteslob zittern alle finstern Mächte. Im Lobgesang wird das Schwache stark. In diesem Gesang entfaltet sich die ganze Macht des Wortes. Da wird der Mensch zum klingenden Wort und erfährt darin die verwandelnde Kraft. Darin liegt ein sich überschlagender Mut, eine geballte Hoffnung und ein liebevoll getröstet werden. Wo wir uns im Lobgesang verausgaben, fließen uns gleichzeitig heilende und aufbauende Kräfte zu. Der Lobgesang verankert aktives Handeln Gottes, in dem was schwach geworden ist. Wer dem Herrn singt, hat die beste Medizin gegen Schwermut und Anfechtung. Lobende Menschen haben die Herzen im Himmel und die Beine auf der Erde.

Wo der Lobgesang schwach wird, wo unsere Saiten nicht mehr klingen, fängt ein Klangkörper an zu verstauben. Da verstimmt unser Instrument und hat seine erhebende Kraft verloren. Am Lobgesang lässt sich die Gemeinde und der Einzelne messen. Wo das Lob verstummt, stirbt der Glaube. Zwischen Loben und Leben besteht ein unmittelbarer Zusammenhang. Wer unter seinem Schicksal verstummt, hat kein Instrument mehr, um sich über die Niederungen zu erheben. Klagelieder haben keine Kraft, die Lasten zu durchbrechen. Im singet dem Herrn liegt die Antwort.

Welcher Gesang liegt uns auf den Lippen, wenn die Probleme größer werden?

Ergreifender Konzertabend

Wenn Helene Fischer nach Stuttgart kommt, wollen Tausende einen ergreifenden Abend erleben. Sie erbauen sich, indem sie einen großen Star verehren und ihm huldigen.

„Wer kann die großen Taten des Herrn alle erzählen und sein Lob genug verkündigen?“
Ps. 106, 2

Hier steht ein Mensch vor einem faszinierend Großen. Er kapituliert vor etwas Unfassbaren. Die Taten des Herrn stellen alles bisher erlebte in den Schatten. Gegenüber den Taten des Herrn, ist den Menschen das Hemd zu kurz. Da sind Handlungen, die ein Mensch nicht mehr auf die Reihe bekommt. Handlungen, Taten, Ergebnisse, die eine ganze Welt in Atem halten. Gott liefert Ergebnisse, die der beste Schriftsteller in kein Buch fassen kann. An ihren Ergebnissen zeigen sich große Persönlichkeiten. An den großen Taten zeigt einer, wer er wirklich ist. Ergebnisse sind nicht in erster Linie Zahlen, Daten, Fakten, sondern Wirkungen. Unsere Gesundheit ist ein Ergebnis. Die Festigkeit unserer Beziehungen ist ein Ergebnis. Überzeugen können ist ein Ergebnis. Es ist ein Ergebnis, wie jemand Verantwortung übernimmt. Die Vertrauenskultur in unserem Umfeld ist ein Ergebnis. Gott liefert derart Ergebnisse, dass wir daran erkennen wer er ist. An den Ergebnissen zeigen sich die wahren Realitäten. Seine ganze Leidenschaft sind Ergebnisse. Darin liegt sein Schöpfervolumen, sein Heils- und Erlösungswerk. Von Gott kommen nicht nur ethisch gute Lebenstipps, da kommen Ereignisse, da kommen Handlungen. Seine großen Taten kreuzen sich mit dem Lebensweg der Menschen. An den großen Taten ist der Mensch kein Unbeteiligter mehr, sondern Betroffener. Der Mensch wird zum Teil dieser großen Taten. Was ihn ausmacht, ist das Ergebnis des Gottes Handeln. Er erfährt, wie wohl Gott an ihm tut.

Wo Gott Ergebnisse liefert, kommt in der Welt etwas in Ordnung. Da werden im Menschen die großen Taten zur Huldigung und Anbetung. Lob ist das Ergebnis beim Menschen, das die großen Taten auslösen. Da fällt der berührte Glaube auf die Knie. Da empfängt die jubelnde Menge mit Palmzweigen ihren König. Da werden Herzen für den Dienst und die Hingabe aufgerissen. Da wird das ganze Leben zu einem Lobpreis. Wir können dann nur noch wie Paul Gerhard singen: Mein Herze soll dir grünen in stetem Lob und Preis und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß.

Wird unter diesen großen Taten nicht unser ganzes Leben ein ergreifender Konzertabend?

Verschwendung baut auf

Verschwendete Herzen werden stark.

Des Herrn Augen schauen alle Lande, dass er stärke, die mit ganzem Herzen bei ihm sind.“
2.Chr. 16, 9

Gott hält nach dem Echo Ausschau. Er hat hochbegabte Menschen auf die Erde geworfen und wartet auf den Aufschlag. Die Leidenschaft seiner Liebe hat die Erde entzündet und er sucht nach dem Feuer, das sich ausbreitet. Gott schaut und fiebert, was aus seiner Sache geworden ist. Er sucht nach Menschen die brennen. Er sucht die Heißen, die Feurigen, die Treuen, diejenigen, die ihre erhaltenen Gaben verschwenden. Er hält Ausschau nach der Frau, die Jesus zu Füßen liegt, seine Füße beweint, sie mit ihren Haaren trocknet und dem teuersten Salböl salbt. Geballte Emotionen, in denen sich Gottes Liebe wie ein rollendes Erdbeben über die Erde ausbreitet. Gott sucht nach der Leidenschaft, die er ausgelöst hat. Er durchsucht alles nach Liebe. Er will wissen, wie die Herzen schlagen, wonach sie sich sehnen.

Wo er das Echo seiner Liebe entdeckt, legt er noch einen drauf. Er macht die stark, die sich total für ihn verausgaben. Denen die alles geben, gibt er noch mehr. Er überschüttet die, die sich verschwenden, die mit seinen Gaben wuchern. Das ist das Gesetz der Liebe, die immer reicher wird, je mehr sie verschwendet wird. Am Herzen Gottes verarmt niemand. Da braucht sich niemand zurückhalten und schonen, dass die Kräfte reichen. Wo die Liebe brennt, wird ein Feuer unauslöschbar. Es geht um das ganze Herz, um den ganzen Eifer, um die totale Leidenschaft, die stark machen. Halbherzig bleibt schwach. Wo sich Herzen von Gott zurückziehen, gehen die Lichter aus und kühlt die Erde ab. Die starke Hilfe in aller Schwachheit, ist das ganze Herz bei Gott. Zwischen ganz und halb entscheidet sich Stärke und Schwäche. Halbherzige Liebe kann kein Feuer entfachen. Wo unsere Herzen nur bei uns sind, wo sie mit sich selbst beschäftigt sind, können keine neuen Kräfte fließen.

Wo Gott Ausschau hält, an welche Herzen er sich verschenken kann, wo er noch mehr dazu geben kann, ist wichtig, dass wir unser Herz untersuchen. Für was schlägt unser Herz? Ist es unter den Lasten schwach und müde geworden? Brennt das Feuer noch, das Gott einmal angezündet hat? Gott wartet mit ganzer Leidenschaft auf ganze Herzen. Er will dazugeben was fehlt.

Ist uns dort wo das Feuer ausgegangen ist, nicht angeraten, unser Herz untersuchen zu lassen?

Leuchtende Augen

Wenn man die Seminarangebote überall betrachtet, unternehmen viele z. B. ein Kommunikationstraining, um persönlich in der Verständigung mit anderen weiterzukommen und den Durchblick zu bekommen, wie Menschen miteinander tackten.

Die Gebote des Herr sind lauter und erleuchten die Augen.“
Ps. 19, 9

Die Gebote des Herrn stehen für Durchblick. Darin steckt die Erkenntnis der Wahrheit. Die Gebote, die Ordnungen, das Wort von Gott, sind für Menschen ein AHA-Effekt. Da macht es klick, und es stehen Welten auf. Was von Gott kommt ist bahnbrechend. Da kommen Informationen, die emotional treffen und persönlich verändern. Dahinter steht eine Macht, dass die Gesichtszüge entgleisen. Welche Worte schaffen erleuchtete Augen? Was wir tagtäglich sehen und hören verfinstert eher die Augen. Wie viele Worte verlieren wir über dem, was wir in dieser Welt nicht verstehen? Wo tappen wir um Dunkeln und sehen bei allem Können und Wissen keine Wege und kein Licht?

Erleuchtete Augen zu haben ist keine Frage der Bildung und Lebenserfahrung. Sie liegen in der Brillanz der Gottes Worte. Die haben eine eigene Qualität. In ihnen liegt eine Transparenz und Klarheit, die mit keinem Wissen angeeignet werden kann. Sie atmen den Geist, mit dem Jesus alles Wissen über das Leben provoziert hat. In diesen Worten liegt der Zugang zu Gott und sich selbst. Wo der Mensch Gott uns sich selbst erkennt, gehen ihm die Augen auf. In dieser Realität liegt alle Lebensperspektive. Erleuchtete Augen kommen davon, inwieweit ein Mensch die Wahrheit von Gott und über sich selbst in seinem Leben stehen lässt. Dort wo der Mensch erkennt, ich bin gottesbedürftig und daher erlösungsbedürftig, kommt der Durchblick in alle Lebenszusammenhänge. Das Wort aus dem Geist, wird zur einzigartigen Quelle, die Augen zum Leuchten bringt. Mit dem Durchblick des Geistes, werden Wege klar, in all den Verwirrungen unserer Tage. Wir können hoffen, wo es nichts zu hoffen gibt. Wer sich der Realität Gottes und seiner eigenen Realität stellt, dem gehen die Augen auf, für das was wahres Leben ist. Mit den Geboten des Herrn, stehen wir sattelfest in den Stürmen unserer Tage. Wir können leuchten, wo die Nacht noch dunkel ist.

Welche Worte können von sich behaupten, dass sie die Augen erleuchten und der Durchblick des Lebens sind?

Wenn die Suppe nicht schmeckt

Christus will keine Bewunderer, sondern Nachfolger. Sören Kierkegaard

„Gott der Herr hat mir das Ohr geöffnet. Und ich bin nicht ungehorsam und weiche nicht zurück.“
Jes. 50, 5

Wo der Herr das Ohr öffnet, passiert etwas mit dem Menschen. Da dringen Worte ein, die nicht nur nett sind, sondern das ganze Gottes Handeln offenbaren. Da wird der Mensch von dem erfasst, was Gott mit ihm vor hat. Er wird zum Instrument und Werkzeug Gottes. Gott fängt damit an die Welt zu operieren; er gestaltet, er erschafft und erneuert. Wo Gott Ohren öffnet, erfasst er einen Menschen total und vollbringt mit ihm sein Werk. Er verschafft sich damit die Komplettzugang im Menschen. Mit geöffneten Ohren werden Berufungen ausgesprochen. Da hört ein einfacher Schreiner den Ruf: Geh ins Kloster! Da heißt er Wege zu gehen, die völlig anders aussehen als wir uns gedacht haben. Da macht das Wort zu einem Teil von Gottes Auftrag. Da hört Mose den Ruf: Geh zum Pharao und befreie mein Volk aus der Gefangenschaft der Ägypter. Wo Ohren aufgehen wird ein Saulus zum Paulus. Da wird der Gottesknecht zum Erlöser.

Wo die Ohren aufgehen, kann es ganz schön ungemütlich werden. Da werden unsere Wege und Pläne durchkreuzt. Da tanzen wir nicht mehr nach unserer Pfeife. Wo Gott Hand anlegt, sagt er: Du bist mein! Ich brauche dich, ich jetzt etwas mit dir vor. Da kommen schnell die größten Ausreden und Erklärungen, weshalb das nicht geht. Mose hat heftige Diskussionen mit Gott begonnen, als er den Pharao überzeugen sollte. Ich kann nicht reden, ich bin nicht sprachbegabt, ich habe eine schwere Zunge. Schlicht, Lieber Gott, suche dir einen anderen, ich bin nicht der Richtige für solch eine Aufgabe. Ich selbst sagte mir: Kloster ist für dich als freiheitsliebender Mensch nichts, das kann ich mir nicht vorstellen. Doch es geht nicht darum, was wir uns vorstellen können. Selbst Jesus sagte: Wenn es irgendwie geht, lass diesen Kelch an mir vorübergehen. Wo die Ohren aufgehen, hören wir Dinge, die wir lieber nicht hören möchten, weil es ans Eingemachte geht.

Doch Jesaja sagt: ich bin nicht ungehorsam und weiche nicht zurück. Wow, welch eine Standhaftigkeit. Welch eine Bereitschaft Wege zu gehen, die ungemütlich werden und vielleicht kein Zuckerschlecken sind. Ungehorsam und zurückweichen, sind das größte Übel, wenn die Ohren aufgehen, wenn das Wort uns triff und Gott ganz konkret etwas mit uns vor hat. Jesus sagte: Dein Wille geschehe. Damit war er bereit für den Kreuzweg. Genauso sagt er: Wer mir dienen will, der folge mit auf dem Kreuzweg. Im Gehorsam und nicht zurückweichen geschieht das was Gott mit dieser Welt vor hat. Es geht in der Nachfolge immer wieder darum, unseren Widerstand gegen das was Gott von uns will, zu begraben.

Was passiert in uns, wenn uns das Wort die Ohren öffnet? Welche Abwehrmechanismen setzen da ein?