So herrlich aufgerichtet

Mitten in der Ungerechtigkeit ist Gott am größten.

_“Der Herr hat das Recht lieb.“_
Ps. 37, 28

Wo Gott das Recht liebt, hasst er das Unrecht. Er stellt sich mit ganzer Macht gegen alles, was das Leben beugt. Er stellt sich zu den Benachteiligten, den Ausgebeuteten, Armen und Ausgeschlossenen. Sein Herz schlägt für diejenigen, die auf Kosten anderer erniedrigt wurden. Wo Gott das Recht liebt, kommt seine ganze Menschenfreundlichkeit zum Ausdruck. Mit seinen kostbaren Werten, von Gerechtigkeit, Liebe, Hingabe, Gnade und Barmherzigkeit, will er seine Geschöpfe überschütten. Wo Gott das Recht liebt, liebt er genau das, was den Menschen schwer fällt und andauernd das Miteinander belastet. Er setzt dem Menschenwerkt sein Gotteswerk gegenüber. Er liebt sich in das Unrecht hinein, in all das, was den Menschen aus den Händen gleitet. Er erbarmt sich über dem Tohuwabohu, dem Durcheinander der Welt. Er liebt das Recht so sehr, dass er das Recht schafft, in einem unrechten Menschen. Damit sein Recht sich in einer ungerechten Welt durchsetzen kann, schafft er den höchsten Wert der Gerechtigkeit – Jesus Christus. Das Recht, das Gott so sehr liebt, erwartet er nicht von einem ungerechten Menschen, sondern legt es in ihn hinein. Sein Recht kann sich niemand erarbeiten, sondern nur geschenkt bekommen. Sein Recht ist unsere Gnade. In Christus ist alles Unrecht der Welt rehabilitiert. Darin liegt alle Wiedergutmachung und Neuschöpfung in erfahrener Erniedrigung. Auch wenn die Rechtsprechung dieser Welt, den tiefen Schaden einer erfahrenen Vergewaltigung nicht ausgleichen kann, liegt diese Macht in erfahrbarer Gnade. Weil Gott das Recht liebt, baut er jeden in seiner schlimmsten Demütigung wieder auf. Das ist Balsam für die verwundeten Seelen. Das ist das starke lebensschaffende Gottesgeheimnis.

Wir brauchen nicht mehr auf das Recht warten, bis wir Recht bekommen. Wir brauchen nicht um unser Recht kämpfen und ihm nachjagen. Wir leben als Glaubende als die gerecht Gemachten. Wir brauchen uns nicht von irgendwelchem Unrecht einschüchtern oder schockieren lassen. Durch Christus leben wir als die Unrecht-Überwundenen. Der quälende Schmerz kann ausheilen. Die Beleidigungen können uns nicht mehr stechen und aus der Bahn werfen. Dieses Recht, das Gott für uns in Händen hält, ist solch ein gewaltiger Schatz, der den Lebensfrust und die hoffnungslosen Depressionen heilen kann. Wer aus dieser Gnade heraus lebt, wird für die Attacken des Lebens immer unantastbarer. Da ist ein köstlicher Lernprozess, den auch Paulus aufgreift: So ahmt nun Gott nach als geliebte Kinder. Das ist keine krampfhafte moralische Verpflichtung, sondern die große Freiheit, mit Christus alles zu erleidende Unrecht zu überwinden. Wir werden zwar gebeugt, aber durch diese Gnade umgehend wieder aufgerichtet. Die Zeiten des gefrustet sein verkürzen sich. Welch ein Wert ist solch ein Geschenk.

Wenn wir solch eine Gnade haben, weshalb kann uns das Unrecht noch so lange unten halten?

Gott segne dich.
Liebe Grüße Theophilos 💐😊

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Quittiere mit Gänseblümchen

Weshalb sollten wir Unrecht fürchten, wenn Gott zu den Seinen steht?

Josef blieb im Gefängnis, aber der Herr war mit ihm.“
1.Mose 39, 20, 21

Selbst die Intrige von Potifars Frau, konnte den angesehenen Josef nicht ins Unglück stürzen. Zu Unrecht saß er im dunklen Verlies, aber der Herr war mit ihm. Welch herrliche Kontraste. Stockfinster und doch strahlte ein Licht. Eigentlich war Josef als ehrwürdiger, glaubender Mensch ein Pechvogel. Seine eifersüchtigen Brüder verkauften ihn als Sklave nach Ägypten. Dort machte er sich durch sein vorbildliches Verhalten bei einem hohen Beamten einen Namen, bis er wegen seiner Standhaftigkeit, bei dessen Frau in Ungnade gefallen ist. Hochbegabt landete er unschuldig im Kerker. Menschlich eine Tragödie, wenn das ABER Gottes nicht wäre. Das Unrecht hat seine Rechnung ohne den Wirt gemacht. Wo Gott mit Josef war, konnte kommen was wollte. Am Aber Gottes zerschellt die Finsternis. Für einen glaubenden Menschen gehen in der verkommensten Situation nicht mehr die Lichter aus. Die Gottesgegenwart lässt sich nicht wegsperren, in den Brunnen werfen oder mit der Falschheit der Menschen entkräften. Die Gottesgegenwart ist ein Bollwerk gegen alles Unrecht der Welt. Josef blieb im Gefängnis und konnte dabei gelassen bleiben. Die erfahrene Ungerechtigkeit auf verschiedenen Ebenen konnte ihn nicht in Verzweiflung stürzen. Er hatte kein Problem mit der Zeit, die ungenutzt verstrichen ist. Der Glaube weiß: Gottes Stunde kommt. Für ihn war in der größten Verlassenheit Gott ganz nah. Wo alle Menschen sich zurückzogen, war er von der Gegenwart Gottes erfüllt. Er brauchte nicht um sein Recht zu kämpfen, weil Gott den Weg frei macht. Wir kennen den Verlauf der Geschichte, die ihn dann in einer völkischen Hungersnot zum zweitmächtigsten Mann Ägyptens machte.

Für den Glaubenden scheint immer in der größten Finsternis ein Licht. Wir haben kein Übel zu beklagen, in dem Gott nicht gegenwärtig wäre. Warum sollte der Unfrieden, der über uns hereinbricht, uns in Unruhe versetzen? Gottvertrauen bringt die stürmischen Wellen der erfahrenen Ungerechtigkeit zur Ruhe. Der Glaube verwandelt die inneren Stürme, die um das eigene Recht kämpfen wollen. Das ganze Brodeln und innere Aufbäumen, das sich gegen die Peiniger richtet, quittiert der Glaube mit einem Gänseblümchen. Wo der Herr mit uns ist, ist das Recht und der Friede auf unserer Seite. In der größten Finsternis geht dem Glaubenden der Morgenstern auf. So sind wir im Unrecht mitten im Recht. Dann ist die Ungerechtigkeit auf dem Weg in den Kerker.

Um was wollen wir kämpfen, wenn der Herr mit uns ist?

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Vergeben entspannt

Mit einem weiten Herzen lebt es sich gelassen, auch wenn Vorwürfe, Intrigen und Beschuldigungen über einen herunterbrassen.

„Sprich nicht: Ich will Böses vergelten! Harre des Herrn, der wird dir helfen.“
Spr. 20,22

Krieg ist nicht nur in Nord Syrien, Krieg beginnt in uns. Wo wir uns ungerecht behandelt fühlen, ziehen wir alle Register. Wer uns beleidigt und an der Ehre kratzt, muss mundtot gemacht werden. Keiner will Streit, doch ein Wort gibt das andere, in der Familie, in der Gemeinde, oder auf dem Amt bei unbeweglichen Beamten. „Das lasse ich mir nicht gefallen,“ startet Rachegelüste. Unrecht muss ja schließlich bekämpft werden. Das ist richtig, doch Gott kämpft anders. Er begegnet dem Bösen mit weitem Herzen. Er ersäuft Untaten in Liebe. Jesus lässt sich zugrunde richten, ans Kreuz schlagen und sagt: Vater vergibt ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. Die Antwort auf Hass ist Vergeben. Wer dem Bösen mit Bösem antwortet, vermehrt es, wer ihm mit Liebe begegnet, entwaffnet es. Vergeben nimmt dem Konflikt die Luft weg. Das eine summiert das Drama, und endet im Streit um Rechthaberei, das andere verringert es, und lässt sich schmunzelnd gegenübertreten. Wem vergeben wurde, der bekommt ein geschmeidiges Herz. Wo wir selbst die Vergebung Christi erfahren haben und für uns in Anspruch nehmen, kennen wir die Entspannung, die darin liegt. Wer nicht mehr Schuld vorgeworfen bekommt, wem sein Versagen nicht mehr aufgerechnet wird, der braucht selbst nicht mehr zu rechnen. In der Vergebung haben wir bereits alles gewonnen, was unserer Ehrenrettung dient, wir brauchen nicht mehr um Ehre und Anerkennung zu kämpfen. Erfahrene Vergebung reißt Herzen auf, die allen, alles vergeben können, Da bleiben keine Reste und Reserven, die irgendwo im Magen weiterknurren. Harre des Herrn, ist das Festbeißen an der Vergebung. Wer sich an der Vergebung festbeißt, ist wie die Frühjahrsonne, die das Eis, der davorliegenden klirrenden Kälte dahinschmelzen lässt. Vergebung löst Verkrustungen und lässt sie wachsweich werden.

Im Kampf gegen all das Böse, mit dem wir uns täglich herumschlagen, ist Vergeben die stärkste Waffe. Dem ständigen Kleinkrieg können wir mit weitgewordenem Herzen begegnen. Wo der andere an mir schuldig geworden ist, entspanne ich meinen eigenen Groll, indem ich so schnell wie möglich vergebe. Es macht keinen Sinn lange zu warten, bis der andere „seine Lektion“ gelernt hat, und versauert dabei selbst . Wer vergeben lernt, hat die größte Hilfe, die Gott Menschen gibt, um mit einem weiten Herzen, dem Bösen zu begegnen.

Warum sollten wir da noch rechnen und vergelten?

Der Traum von süßen Trauben

Wo der Weinberg sich nicht vom Winzer hegen und pflegen lässt, wird der Wein sauer.

„Wir haben gesündigt samt unseren Vätern, wir haben unrecht getan und sind gottlos gewesen.“
Ps. 106, 6

Das ist eine der wichtigsten Erkenntnisse, die ein Mensch haben kann. Im gestrigen Predigttext von dem Lied des Freundes im Weinberg (Jes. 5 ) kam das sehr bildreich zum Ausdruck. Wir sind für einen edlen Tropfen gedacht, der sich vollmundig am Gaumen entlang spielt und einen blumigen, gewürzreichen Abgang hat. Wir sind in den Weinberg gepflanzt, damit satte, fruchtige Trauben an uns reifen. Gottes Ziel mit uns ist, dass seine Liebe und Gerechtigkeit an uns reifen. Er hat mit uns die Vision von seinem großen Gottesreich. Er will mit uns den weltbesten Wein keltern, der Medaillen abkassiert und alles andere in den Schatten stellt. Gottes Traum von seinem Weinberg ist das Beste vom Besten. Doch bei dem Traum von einem Spitzenwein erntet er saure Trauben, unreifes Stinkzeug. Statt Hochgenuss, bitterer Essig. Wir haben gesündigt, ist nicht das Trauben klauen, er ist der Weinstock ohne Trauben. Wo die Rebe keine edlen Früchte ansetzt, versauert der Mensch. Unrecht ist nicht zuerst eine böse Tat, sondern wo der Weinstock ein Eigenleben führt und sich nicht bebauen, beschneiden und pflegen lässt. Gottlos sind wir, wo wir uns der Hand des Winzers entziehen. In dem Moment, indem einer sagt: Mein Leben gehört mir, fängt die Zielverfehlung, das Sündigen an. An der Loslösung von dem Winzer verwahrlost der Weinberg und werden die Trauben sauer. Sündigen ist nicht ein Fehlverhalten, sondern die Bestimmung, eine edle Traube zu werden, zu verfehlen. Wo der Weinstock sich der Pflege entzieht, fängt die Verwilderung an.

An den Trauben erkennen wir den Zustand und die Qualität des Weinberges. Wo wir sauer sind, wo wir uns schwer tun anderen zu vergeben, wo wir Lasten aus vergangenen Jahren mit uns herumschleifen, erkennen wir die Verwilderung des Weinberges. Wo es uns die Kehle zuschnürt, in der Begegnung mit anderen, merken wir den Bittergeschmack unserer Früchte. Wo wir unser Leben nicht als Leihgabe betrachten, die diese Welt befruchten soll, trocknet der Weinberg aus. Das Elend der Menschen allgemein und der Glaubenden im Besonderen ist, so wenig dem Traum des Winzers zu entsprechen, weil Eigenes wichtiger ist.

Jesus hat im Vaterunser die Bitte gesetzt: Erlöse uns von dem Bösen. Es ist der Schrei nach der guten Frucht. Es ist der Ruf nach Befreiung aus dem Wildwuchs. Es ist das Ringen gegen unsere Zielverfehlung. Erlösung ist die Loslösung von allen Formen des gottlos sein. Erlösung ist der Aufbruch, zur saftigen Traube zu werden.

Wenn wir erkennen, dass wir daran scheitern, wo eigenes im Vordergrund steht, ist das nicht die Voraussetzung für den besten Wein?

Glauben heißt, Gott recht geben

Wo Gott zu seinem Recht kommt, fehlt es an nichts mehr.
„Es ströme das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach. 

Amos 5, 24
Mit solch einer Aussage reißt Amos einen gewaltigen Horizont auf. Wo das Recht wie Wasser strömt, handelt Gott gegen alle menschliche Gesetzmäßigkeit. Da wird ein Bild gemalt, dass die Leute so nicht kennen. Wo das Recht im Übermaß fließt, tritt das totale Gegenteil ein, von dem, was die Menschen kennen.
Zur Zeit des Amos war die Obrigkeit ein willkürlicher Machtapparat, der das Volk ausbeutete. Diese Regierungen waren weit weg von einem fürsorglichen Sozialstaat. Da wurde unterdrückt und entrechtet. Umso grasser ist das Bild das Amos in solch einer Situation aufzeigt. Wo es eigentlich unter Menschen überhaupt nicht möglich ist, Recht und Gerechtigkeit  zu schaffen, spricht er von nie endendem Recht. Recht und Gerechtigkeit gibt es nicht unter Menschen, sondern allein in Gott. Alle Sehnsucht nach Recht und Gerechtigkeit kann kein Mensch stillen, sondern kommt in Gott zur Ruhe. Wo das Recht strömt, entsteht die größte Wiedergutmachung der Geschichte. Da lenkt Gott den Blick auf Karfreitag und Ostern. Mit Christus entsteht das Rechtschaffen für die Welt. Die Ungerechtigkeit, die durch die verkrachte Beziehung zu Gott, das Leben schwer macht, wird am Kreuz aus der Welt geschafft. 
Wenn Recht und Gerechtigkeit fließt, dann geschieht das dort, wo in einem Menschen Christus zu seinem Recht kommt. Er geht nicht um unser Recht, sondern in uns kommt Gott zu seinem Recht. Da fängt der Glaube an, wenn wir nicht um unser Recht kämpfen, sondern Gott über uns recht geben. Diese Gerechtigkeit kehrt die Werte in uns um. Wo Gott in uns das Sagen hat, kann eine Welt wieder gerecht werden. Wo jeder um sein Recht kämpft, bleibt Unfrieden. Wo Gerechtigkeit strömt, wird ein Mensch geschmeidig unter dem Wort. Wo Christus unser Handeln bestimmt, wachsen Früchte der Gerechtigkeit. Aus diesem Horizont treten wir allem Unrecht entgegen.
Wie stark ist der Strom in uns, dass wir Gott recht geben?

Ruckzuck sauber

Ratz fatz ist die Platte geputzt.
„Ich will die Sünde des Landes wegnehmen an einem einzigen Tag.“

Sach. 3, 9
Gott räumt den Dreck weg. Wo die Sünde weg ist, ist die Ungerechtigkeit aus der Welt. Da ist alles weg, was von Gott und dem Leben trennt. Da herrschen saubere Verhältnisse. Wir kennen die Aktion „saubere Stadt“, bei der oft Schüler einen Tag lang die Straßenränder säuberten.
Wenn Gott an einem einzigen Tag die Sünde aufräumt, dann ist das für Gottes Zeitrechnung ein Klacks. Wenn für ihn tausend Jahre wie der gestrige Tag sind, dann ist ein einziger Tag ein winziges Aufblitzen. Blitzartig ist das Unrecht fort und Leben da. Mit Christus ist eine schlagartige Änderung möglich. Von jetzt auf sofort sind wir vor Gott gerecht gemacht. Ratz fatz sind Altlasten weg. Diese Befreiung, dieses Aufatmen wirkt sofort. Mit Schuld fertig zu werden, ist für Christus kein lang dahin schleichender Prozess. Weg ist weg. Kein Nachtragen, kein langwieriges Ausheilen, kein mühsames Vertrauen, das wieder aufgebaut werden muss.
Der von Christus befreite Mensch, kann unbefangen in Grechtigkeit leben. Er lebt als der gerecht Gemachte in einer sündhaften Welt. Von ihm gehen die sauberen Verhältnisse aus, die er in die sterbende Menschheit hineinbringt. Damit wird die Verantwortung wahrgenommen, die wir in der Welt haben. Wir greifen wie Bonhoeffer dem Rad in die Speichen. Da kann man nicht mehr mit der Ungerechtigkeit der Menschen leben. Da geschieht Erneuerung in allem Alten. Das durchzieht unsere Familien und Gemeinschaften, das durchdringt Gesellschaft und Politik. Wem die Lasten abgenommen sind, der kann eine gebeutelte Menschheit aufrichten. Die gerecht Gemachten tragen das Recht, das Richtige und Gute in alles Unrecht.
Leben wir als die Befreiten in unserem Umfeld, oder tragen wir noch an den eigenen Lasten?

Richten will Gutes

Frieden kann nur der schaffen, in dem Gerechtigkeit wohnt.
„Abner rief Joab zu: Soll denn das Schwert ohne Ende fressen? Weißt du nicht, dass daraus am Ende nur Jammer kommen wird?“

2. Sam. 2. 26
Jammer kommt durch das Schwert. Wenn wir die Aufgabe des Schwertes betrachten, stellen wir fest, es soll Gerechtigkeit und Frieden schaffen. Das Schwert wurde dem Staat anvertraut, um das Böse zu strafen und das Gute zu fördern. Den Verantwortlichen eines Volkes wurde von Gott eine richterliche Verantwortung gegeben. Sie sollen im Namen Gottes ein Urteil aussprechen und vollziehen. Mit dieser stellvertretenden richterlichen Aufgabe, soll Gerechtigkeit hergestellt werden. Deshalb ist für solch ein Amt der Amtseid: So wahr mir Gott helfe, so entscheidend.
Wo ein Staat oder ein Mensch sich dieses Richteramt anmaßt und missbraucht entsteht Elend. Keinem Menschen steht es von sich aus zu, das Urteil über Gut und Böse zu sprechen; das ist Gottes Amt. Wo ein Unrechtsstaat sich anmaßt, darüber die Maßstäbe festzusetzen, stehen wir bei den Nationalsozialisten. Da wurde heute vor 72 Jahren das KZ Ausschwitz befreit, in dem über 1 Million Menschen umgekommen sind.
Wer diese heilige Aufgabe des Schwertes missbraucht, schafft keinen Frieden, sondern verschärft die Ungerechtigkeit und macht sich schuldig. Frieden geht immer von dem Frieden mit Gott aus. Wir können kein Recht schaffen, wenn wir unrecht handeln. Oft sind unsere Schwerter nicht aus Metall, sondern der Wirbelwind in unserem Mund. Die Zunge wird als scharfes zweischneidiges Schwert bezeichnet, das viel Schaden anrichtet. Mit ihr werden Urteile gesprochen, verleumdet und gedemütigt. Daher haben wir eine hohe Verantwortung, wenn wir diese Waffe gebrauchen. Wer nicht am Herzen Gottes lebt, bringt damit Not und Elend über die Menschen. Es entsteht kein Frieden, sondern Schuld, so dass uns selbst das Urteil trifft. Wer es recht gebraucht, kann damit zu dem Guten führen.
Leben wir so am Herzen Gottes, dass von unserer Zunge Heil und Frieden ausgeht?

Unrecht erzeugt Unrecht 

den Maßstab, den wir anlegen, wird auch für uns gelten.
„Wehe denen, die aus einem Schuldigen einen Gerechten machen gegen Bestechung und Gerechten ihre Gerechtigkeit absprechen!“

Jes. 5, 22.23
Unrecht gehört zur Tageordnung. Wir leben in einer ungerechten Welt. Wir drücken die Augen zu, wo sie hellwach sein sollten. Es ist eine Gratwanderung zwischen dem Unrecht zuzuschauen und dem, die Stimme dagegen zu erheben. Über vielem, was nicht im Lot ist sind wir bereits abgestumpft, oder das Schwache wird zum schwarzen Schaf gemacht. Manch einer wird sich noch an die Situation erinnern, wie Johannes B. Kerner vor Jahren Eva Herrmann, die Journalistin und ehemalige Tageschausprecherin, aus seiner Sendung hinausmanipuliert hat. Er stellte damit klar, dass die heutige Gesellschaft mit einem biblischen Rollenverständnis der Frau nicht einig gehen will. Eva Herrmann vertrat in sehr klarer Weise diese Werte. Unrecht wird hofiert, Recht wird kalt gestellt.
Über derartigem Verhalten steht ein Wehe. Wehe ist ein Stoppruf Gottes, der andere Maßstäbe hat. Er steht auf der Seite des Rechtes. In ihm liegen die Grundlagen für das was wahr und richtig ist. Mit Leidenschaft brennt er für das Gute. Er stellt sich zu denen die Unrecht erfahren. Es schafft Recht nicht durch verdammen, sondern durch Barmherzigkeit. Mit diesen Maßstäben will er die Glaubenden durchdringen. Sein Wehe will wach machen, und fragen, auf welcher Seite wir stehen. Es will verdeutlichen, dass das, was wir zum Maßstab machen, an uns angelegt wird. Wo wir mit Unrecht umgehen, wird auch uns Ungerechtigkeit widerfahren. Wir sprechen damit über uns selbst das Urteil. Das was für uns gilt im Umgang mit anderen, gilt dem anderen im Umgang mit mir. Seien wir uns bewusst, dass wer das Schwert in die Hand nimmt, durch das Schwert umkommen wird.
Gottes Gerechtigkeit und Barmherzigkeit will uns davor bewahren. Wollen wir heute noch viel mehr auf der Seite des Rechts stehen?

Gerecht Gemachte leuchten 

Was ist Wahrheit?
„Der Herr ist gerecht und hat Gerechtigkeit lieb.“

PS. 11, 7
Jeder Staat hat seine Gesetze. Jeder hat festgelegt, was richtig und falsch ist. Ob diese Ordnungen funktionieren, sehen wir, wenn sich zwei Völker gegenüberstehen, die ein unterschiedliches Rechtsverständnis haben. Jeder hat andere Maxime für Gut und Böse. Im Extrem fliegen dann Kranaten. Krieg und Unrecht entsteht, wo es nicht mit „rechten“ Dingen zugeht. Das heißt doch, dass Menschen aus sich heraus keinen Maßstab ausgeben können, für das was richtig ist.
Der Herr ist gerecht. Wie eingemeiselt wird hier ein allgemein gültiger Maßstab in die Erde gepflockt. Wo es um Recht und Unrecht geht brauchen wir keinen James Bond oder einen von allen akzeptierten Weltpräsidenten, sondern einen, in dem Recht und Ordung ruht. Unser Rechtsstaat beruft bisher sich noch auf diese Ordnung, so wahr mir Gott helfe. Da liegt noch etwas von dem Verständnis, das das eigentliche Recht von dem Gerechten ausgeht.
Der Mensch steht im Unrecht, wo er nicht an der Seite Gottes steht. Diese Gespür hatte Pilatus, als er fragte: Was ist Wahrheit? Seine Macht war zuende und er wusste, er kann nicht gerecht handeln. Gerecht werden wir nur, wo wir im Richten stehen. In Christus wird der ungerechte Mensch gerecht. Da gehen in der Welt wieder Lichter an, die durch Unrecht ausgegen sind. Der von Gott gerecht Gemachte, kann Menschen die Wahrheit bringen. Weil der Herr Gerechtigkeit liebt, bleibt unser Dasein nicht im Unrecht stehen. Dort wo die Menschen unter dem Unrecht dieser Welt leiden, hilftt der Glaubende zu neuer Hoffnung.
Wollen wir unter allen Unrecht stöhnen, oder lieber zu einem Licht werden?

Wo der Mensch seine Ohnmacht erkennt

können wir solch einer Gegenüberstellung standhalten?

„Du, Herr, bist gerecht, wir aber müssen uns alle heute schämen.“
Dan. 9, 7

Da wird ein mächtiger Pfoten in die Erde gerammt. Der Herr, ist gerecht! Da wird nicht einfach gesagt, Gott ist gerecht, sondern der Herr. Das umfasst Gott in seiner ganzen Macht, das beinhaltet seine Vaterschaft, die er Jesus Christus gegenüber hat und wenn jemand „du Herr“ spricht, ist somit auch das Wirken den Heiligen Geistes mit inbegriffen, der uns diesen Gott erschließt. Von diesem dreieinigen Gott entsteht die Erkenntnis: Du bist gerecht. Das ist die Maxime, dessen, was auf der Erde und im Himmel geschieht. Das ist der Maßstab zwischen Gut und Böse, zwischen Licht und Finsternis. Das ist die Gegenüberstellung von sichtbarer und unsichtbarer Welt, zwischen Mensch und Gott.

Diese Erkenntnis schließt unser Menschsein auf. Wenn der Herr gerecht ist, ist außerhalb von ihm Unrecht, Finsternis und alles, was in die falsche Richtung führt. Wenn der Herr gerecht ist, ist das für uns die ethische Grundlage, an der wir alle Stöhmungen und Entwicklungen einmessen können. Unter diesem Erkennen, endecken wir uns selbst und wie wir zu Gott stehen. Wir endecken, wie unwillig wir ihm gegenüber sind. Wir müssen uns schämen, wieviel von Gottes Werten bei uns übrig bleibt. Wo der Herr gerecht ist, erkennt der Mensch seine Ohnmacht. Er erkennt, dass er nie diesem Recht und diesem Richtigen entsprechen kann. Wir sind immer auf sein „gerecht sein“ und dadurch sein gerecht machen angewiesen. Dazu brauchen wir ihn als den Herrn, der sich in Christus uns gezeigt hat.

Wir selber leben aus dieser Erkenntnis, die ein täglicher Erneuerungsprozess bedeutet. Um gerecht zu werden, sei unser Leben, wie Luther es ausdrückt, eine tägliche Rückkehr, eine tägliche Buße.

„Du, Herr, bist gerecht“, ist unser größter Durchbruch zu einem erneuerten Leben. Wollen wir dieses Erkennen unserer Unwilligkeit, nicht jeden Tag neu, von diesem Herrn durchbrechen lassen?