Wer Zukunft hat, hat Energie

Sobald Wege, die vor uns liegen klar sind, entwickelt das Leben eine Eigendynamik.

„Eines jeden Wege liegen offen vor dem Herrn.“
Spr. 5. 21

Wo Wege offen vor einem liegen, kommt das Leben in Fahrt. Wer die Zukunft klar vor Augen hat, kann zielstrebig darauf zugehen. Ein Tag nach unserem Brand als wir in den Trümmern unserer Kirche standen, sagte der Architekt: In einem Jahr werdet ihr wieder in das neue Haus einziehen! Das war ein magischer Satz. Keiner sah dies zu dem Zeitpunkt als realistisch an. Wir wussten, was bauen heißt. Wir sahen die Schuttberge, die entsorgt werden mussten und wir kannten die Verfahren für neue Planungen und Genehmigungen. Doch wir waren im Advent abgebrannt und wir sind ein Jahr später im Advent wieder eingezogen. Offene Wege motivieren und treiben an.

Der Konflikt dabei ist, dass die meisten unserer Wege verschlossen vor uns liegen. Keiner weiß, was die Zukunft bringt. Unser Leben liegt vor uns, wie ein Buch mit sieben Siegeln. Doch lediglich für uns. Für Gott ist unser Verschlossenes völlig offen. Haarklein weiß er wo es lang geht und was auf uns zu kommt. Er ist mit unserer Zukunft verheiratet. Für ihn ist keine Frage offen. Ihm ist lichtklar was kommt und wo die Reise hingeht. In ihm steckt bereits die Dynamik auf das fertige Haus zuzugehen. Er sieht unser Leben vollendet vor seinen Augen. Er hat eine uneingeschränkte Vorstellung, von dem, was jetzt ist und dem abgeschlossenen Kunstwerk unserer Person. Er weiß, was er mit unserem ureigenen Leben, durch allen Zeiten hindurch erreichen will. So wie ein Unternehmer seine Vision entwickelt, wo er klar vor Augen hat, wie sein Unternehmen in zehn Jahren dastehen wird. So wie wir uns unser neues Auto vorstellen, das dann irgendwann in der Garage stehen wird. Diese Vorstellung hat Gott von unserem Leben.

Wenn das für ihn klar ist, können wir nur aus ihm diese Klarheit für uns selbst bekommen. Wo wir keinen Weg sehen, keinen Plan haben, alles nach vorne düster aussieht, bekommen wir den Durchblick bei dem, vor dem unser Weg offen liegt. Wo sich unser Blick für das Lebensbild Gottes, das er sich von uns gemacht hat öffnet, können wir völlig anders mit unseren Krisen umgehen. Mit dem Blick auf das, was wir einmal sein werden, werden die Schatten des Lebens zu Arbeitsschritten auf mein Ziel hin. Da dienen die brutalen Schläge der Reife einer Persönlichkeit. Wo meine Wege offen vor dem Herrn liegen, gibt es keine Situation, in der uns Gott verlassen hätte. Diese offenen Wege sind der größte Trost und zugleich der zielstrebe Antrieb.

Wollen wir unsere Lebenskraft vergeuden, und weiter planlos in die Zukunft tasten?

Auslegungen für jeden Tag
http://www.ebk-blumenmönche.de
https://brtheophilos.wordpress.com/category/predigt/tageslosungen/

Advertisements

Hab Mut, bau‘ die Kapelle

Weil Gott treu ist, können Menschen übermenschliche Dinge wagen.

„Herr, wer ist wie du? Mächtig bist du, Herr, und deine Treue ist um dich her.“
Ps.89, 9

Der Klang eines Liebesliedes ertönt aus einem erstaunten Herzen. Du bist so einzigartig, so unfassbar, so all das schwache Menschliche übersteigend. Du bist so unbeirrbar, bei allem, wie untreu dir wir dir gegenüber sind. Du hältst fest, wo wir schon lange losgelassen haben. Du hast immer noch Kraft, wenn wir schon lange am Boden liegen. Da erkennt die Ohnmacht eine gewaltige Macht. Da steht der Mensch vor einer Gotteserkenntnis, die gerade einen neuen Fixstern entdeckt. Da ist ein Sonnensystem, von dem alles ausgeht, von dem aller Kosmos durchdrungen und bestimmt ist. Da geht schlagartig die Grenze des eigenen Horizontes auf. Da werden plötzlich Dinge Realität, die sich vorher kein Mensch denken konnte. Wo der Mensch seinen Gott entdeckt, werden die eigenen Maßstäbe in den Schatten gestellt. Da können acht Christusträger-Schwestern, die uns vergangene Woche besucht haben, ein kühnes Projekt planen und eine Autobahnkirche an die Kochertalbrücke stellen. Da waren langwierige Verhandlungen mit Regierungspräsidium nötig und da gab es gewaltige bürokratische Hürden zu überwinden, doch die Kirche steht. Eine kleine Schar von Schwestern, vertrauten einem übermächtigen Gott. Da zählt nicht wer wir sind, was wir können und welche Stimme wir im Landtag haben, da reicht einzig das Vertrauen an den Treuen. Die Kirche auf dem Parkplatz der Kochertalbrücke ist ein Kleinod geworden, und wird für immer mehr Fernreisende zur Anlaufstelle. https://bit.ly/2IFMi03

Gottes Treue macht Mut, Dinge zu wagen, vor denen wir normal zurückschrecken. Dieser Treue können wir trauen. Damit können wir etwas wagen, was wir in uns selbst nicht finden. Gerade wenn uns der Mut verlässt, die Lasten unerträglich werden, wir mehr und mehr an unseren eigenen Grenzen zerschellen, leben wir aus dieser Treue. Damit bestimmt über uns nicht die eingeschränkte Gesundheit, das abgebrannte Haus, oder ein Dschungel von Behördenwegen, sondern die Kühnheit des Glaubens, die mächtiger ist als aller Widerstand. Mächtig und treu steht am Anfang dieses Tages. Damit sind alle Türen, offen heute an einem unvorstellbaren Ort unsere Kirche zu bauen. Damit ist weit mehr möglich als wir uns selbst zutrauen. Die Treue des Herrn ist ein Ansporn, über sich selbst hinauszuwachsen.

Herr, wer ist wie du? Können wir da noch in unserem Unvermögen stehen bleiben? Oder können wir in unserem Glauben noch viel mutiger uns hoffnungsvoller werden?

Jubeln in Verzweiflung

Wer glaubt, kann in Verzweiflung jubeln.

„Du bist mein Helfer, und unter dem Schatten deiner Flügel frohlocke ich.“
PS. 63, 8

Frohlocken ist das Hochgefühl guter Tage. Festfreude, die voll Dankbarkeit überquillt. Ausnahmezustand, der glückseligen Ausgelassenheit. Die Unbeschwertheit spielender Kinder, der Siegestaumel großer Athleten. Frohlocken beschreibt den Zustand der Glaubenden. Da können wir uns nur fragen, wieviel Tage im Jahr sind wir in solch einer jauchzenden Verfassung? Wie sehr lähmt der tägliche Schmerz, die jubelnde Heiterkeit?

Den unvergesslichsten Ostermorgen, den wir als Bruderschaft erlebten, war beim Osterfeuer in der abgebrannten Hauskapelle. Mit dem Licht der Osterkerze, zogen wir aus dem Tiefkreuzgang, der nach dem Brand mit als erstes wieder in Takt war, in die Ruine der Hauskapelle, in der wir unter freiem Himmel und verkohlten Gemäuern das Osterfeuer entzündeten. Kontraste, die man sich kaum extremer vorstellen kann. Da gaben sich die Hoffnung und die Verzweiflung die Hand. Wir feierten die Auferstehung, mitten im abgebrannten Zuhause. Dort wo das Feuer der Zerstörung, noch vor kurzer Zeit das Herzstück der Gemeinschaft niederbrannte, entzündeten wir das Feuer der Auferstehungshoffnung. Wo wir in Gott sind, können wir in der Verzweiflung jubeln. Da verwandelt sich Not in Hilfe. Da kann der Schreck frohlocken.

Das ist dann kein krampfhaftes, gequältes oder gezwungenes Jauchzen, das ist ein befreites Jubilieren des Leidenden. Da bleibt der Schutt, da bleibt die mühevolle Aufbauarbeit, die einer sowieso ausgelasteten Gemeinschaft bevorsteht, doch in die Belastung kommt eine zuversichtliche Unbeschwertheit. Wo Gott mein Helfer ist, tröstet Christus in der Verzweiflung. Da werden Freud und Leid Geschwister. Wo Gott mein Helfer ist, gibt es keine Katastrophe, in der nicht das Osterfeuer entzündet wird. Da übernimmt die Hoffnung die Herrschaft über Schutt und Asche. Der Schatten deiner Flügel, nimmt dem Schmerz den bitteren Geschmack. Die Ruine ist mit Adlerschwingen bedeckt, unter denen die Kinder jubilieren können.

Unter welchen Flügeln finden wir unsere Zuflucht, wenn unser Haus abbrennt? Was macht uns gelassen, dass wir wieder jubilieren können?

Karsamstage voller Hoffnung

In der erdrückenden Stille des Karsamstags, braucht sich kein Herz entsetzen.

„Der Herr harrt darauf, dass er euch gnädig sei.“
Jes. 30, 18

Wenn der Herr harrt, bekommt ihn keiner mehr los. In aller Aktivität Gottes, liegt eine ungeheure Konstanz, Hartnäckigkeit und Treue. Eine Beständigkeit, die sich nicht einfach abschütteln lässt. Gott sieht sich unter allen Umständen an der Seite des Menschen, unabhängig von seinem Verhalten. Da kann der Mensch noch so gottlos sein, da kann ihn die Lieblosigkeit ans Kreuz schlagen, da kann es in der Welt finstere Nacht und eiskalt werden und Gott harrt. Er lässt sich in keinem Funken von seinem Vorhaben abbringen. Sein Handeln bleibt wertfrei und unabhängig von allen menschlichen Handlungen. Auch unter größten Schmerzen leidet er sich zum Menschen durch. Auch wenn er über Zustände trauert, bleibt er dem Menschen zugewandt. Kein Schimmer von Resignation, von Enttäuschung, von Rückzug. Dort wo wir Menschen einen klaren Strich ziehen und sagen, mit dem nicht, oder da ist Hopfen und Malz verloren, sagt Gott: Jetzt erst recht. Beharrlichkeit trotzt den Widerständen. Wo wir sagen, ich distanziere mich von dem und dem, der tut mit nicht gut, sagt Gott: Ich bleibe dran. So unbeirrbar kann nur wahre Liebe sein. Darin liegt die Kraft zu warten, auszuhalten, nicht nachzugeben und zu hoffen, wo es nichts zu hoffen gibt. Darin liegt die Kraft gnädig zu sein. Er sucht jeden Moment, in dem er hoffnungslosen Fällen sein Erbarmen zufallen lassen kann. Er harrt darauf in die Karsamstage Hoffnung zu streuen. Er geht beharrlich den Weg, den er gehen muss, von Karfreitag bis zum Ostermorgen. Gott drückt sich nicht vor Kreuzwegen, wenn er Menschen gnädig sein will. So beharrlich ist die leidende Liebe. Ein Liebe, die nicht leidensfähig ist, kann keine echte Liebe sein. Gott leidet sein gnädig sein in die Welt hinein.

Die Ahnungslosigkeit eines Karsamstags ist umschlossen von Kreuz und Auferstehung. Das nimmt aller Nacht und Kälte die Traurigkeit. Das starre Entsetzen ist in das Erlösungswerk Christi eingehüllt. Dass die Gnade an mir ausharrt, nimmt mir jeglichen Jammer über unerträgliche Beziehungen und hoffnungslose Lebensumstände. Da kann Vater Dankbarkeit entwickeln, wenn er seine Tochter zu Grabe trägt: „Ihr Name ist Ella, 3 Tage wurd´ sie alt, das war ihr ganzes Leben, für uns ein ganzes Leben zu lieben, dass 3 Tage nur ward, dennoch, für uns ist sie ein ganzes Leben lang geblieben. In Liebe. Dein Papa. Aus <_ twitter.com=“twitter.com“ irgenwannammeer=“irgenwannammeer“ status=“status“ _979113749868171264=“_979113749868171264″>

Können da die Karsamstage unseres ganzen Lebens nicht voller Hoffnung und Liebe sein?

Der Schreck ist weg

Es ist möglich, dass sich Schrecken in Frieden verwandelt.

„Du brauchst keine Angst mehr zu haben, denn Kummer und Not dürfen dich nicht mehr bedrücken; nichts wird dich mehr in Schrecken versetzen.“
Jes. 54, 14 (Hoffnung für alle)

Kaum vorstellbar, dass wir einmal nicht von Angst und Schrecken bestimmt werden. Doch was Jesaja hier ausdrückt, ist ein nicht vorstellbarer Umbruch. Eine Welt ohne Angst und Schrecken wird es nie geben, doch Gott nimmt den Druck raus. Kummer und Not bleiben, doch sie dürfen nicht mehr bedrücken. Die Angst wird immer da sein, doch ihr wird der Schrecken genommen. Die Spannungen des Lebens werden entspannt. Hier wird die Vision eines neuen Jerusalems aufgezeichnet, in dem die Trümmer wieder aufgebaut werden, doch damit geht der Prophet auf die Passion Jesu zu. Mit einem schrecklichen Tod, wird dieser Welt der Schrecken genommen. Am Kreuz entsteht eine neue Lebensperspektive. Da wird das was uns Angst macht überwunden.

Angst entsteht, wenn wir uns der Situation nicht gewachsen sehen, wenn Bedrohliches auf uns zukommt, dem wir hilflos gegenüberstehen. Ältere Menschen sind oft von Verlustängsten getrieben, weil ihre Kräfte nachlassen, sie nicht mehr so aktiv sein können und dann meinen, andere würden sich dadurch von ihnen zurückziehen. Angst entsteht, wenn bei einem Selbstständigen der Rentenbescheid eingeht, auf dem eine Rente von 123,25 € in Aussicht gestellt wird. Angst kann für einen Glaubenden wie Martin Luther auch sein, wie bekomme ich einen gnädigen Gott. Er litt darunter, dass er mit seinen Werken nie vor Gott gerecht werden kann, auch bei noch so viel Ablässen und Bußübungen. Sein Durchbruch war Christus. Da wird die innerer und äußere Not umgebrochen. Dem Bedrückenden, wird ein starkes Gegenüber gesetzt. Dem Angst Machenden, das die menschliche Ohnmacht offenbart, offenbart sich der mächtige Christus. Luther erfuhr darin eine fremde Gerechtigkeit, die seiner aufgescheuchten Seele Frieden verschaffte. Somit ändert sich, wenn wir keine Angst mehr haben brauchen, nicht die bedrückenden Umstände, sondern die Beziehung zu Christus. In dieser Beziehung, weicht das Bedrückende des Schreckens. Da können die Schüler des Amoklaufs in Florida wieder Lebenshoffnung entwickeln. Da können wir in den schrecklichsten Lebensszenen Frieden finden. Wenn Christus uns seinen Frieden lässt, kann er sagen: Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht. Somit können wir in allem Unfrieden in dieser Welt, in den Stürmen unseres eigenen Lebens, erst recht Frieden finden.

Wo suchen wir unsern Frieden, wenn die uns die schrecklichen Ereignisse aufwühlen und durchschütteln?

Hoffen heißt umkehren

Wer hoffen will, kann nicht weitermachen wie bisher.

Bist du es nicht, Herr, unser Gott, auf den wir hoffen?
Jer. 14, 22

Bei Jeremia gibt es gerade nichts zu hoffen. Das erwählte Volk ist Gott mal wieder davongelaufen. Das ganze Land ist daher in Unruhe, von Dürre überzogen, von Kriegen geplagt und von Seuchen heimgesucht. Dazwischen pflegen Propheten beschwichtigende Reden und versuchen mit schön reden die Menschen zu trösten. Alles nicht so schlimm, es wird alles wieder gut! So ein Geschwätz ist der größte Quatsch, wenn es um die Folgen von Ungehorsam und Unglauben geht. Sie vermitteln dabei den Eindruck, es ist völlig egal wie wir leben und wie wir uns verhalten, Gott ist so barmherzig, dass er immer durch fünf Finger schauen wird. Welch ein gewaltiger Irrtum. Gott aus der Schule laufen kann nicht gut gehen. Das lässt sich nicht beschönigen oder verharmlosen. Jeremia trauert über diese untröstlichen Zustände. Er kann es nicht mit ansehen, wie sich das Gottesvolk selbst zerfleischt und dann noch beschwichtigt wird. Er ist der Einzige, der diesen Spuk nicht mitmacht und schreit nach Gottes Erbarmen. Doch Gott erhört ihn nicht. Er kann ihn gar nicht erhören, solange sich Menschen von ihm abwenden. Würde er Jeremia jetzt erhören, würde er sagen: Es spielt keine Rolle, wie sich mein Volk verhält, ich drücke einfach mal die Augen zu. Gott sagt ihm: Ich bin so heilig, dass ich nicht einfach über Schuld hinweggehen kann. Damit ein Mensch in seinem Elend hoffen kann, ist Umkehr nötig. Er braucht in seiner verrannten Lage einen Christus, damit es wieder gut werden kann. Heil und hoffen liegt allein in Gott, zu dem sich der Abgewandte wieder hinwendet. Christus macht aus einem gottfernen einen gottnahen Menschen. Hoffnung kommt nicht automatisch, sondern liegt in der Selbsterkenntnis; ich habe mich verrannt und ich brauche einen gnädigen Gott. Wo dieser Umbruch und innerer Zerbruch nicht stattfindet, kann selbst ein Gott der Hoffnung keine Hoffnung schenken.

Wie ernst es Gott damit ist, konnten wir vergangene Woche erschreckend erfahren. Wir erfuhren vom Tod eines ehemaligen Bruders, der in der Gründungszeit zum Kern unserer Bruderschaft gehörte. Er war der erste, der aus persönlichen Gründen aus der Gemeinschaft ausgetreten ist. In den letzten Jahren nahm er wieder Kontakt zu uns auf und wollte uns durch finanzielle Forderungen das Leben schwer machen. Dann diese Nachricht, dass er nicht mehr lebt. Ein Schock, selbst für uns, wie heilig Gott ist und sich nicht spotten lässt.

Hoffen heißt nicht die Umstände ignorieren und einfach weitermachen, in der billigen Hoffnung, dass irgendwann sowieso alles gut wird. Hoffen liegt in der bewussten Hinwendung zu Christus. In uns muss immer neu dieser Wille zu dieser Veränderung geschehen. Wir haben einen Gott auf den wir hoffen können, der uns in unserem anders wollen in Christus begegnet.

Kann Gott das Gebet überhören, wo wir auf Christus hoffen?

Frühlingslicht auf Wüstenwegen

Im rechten Licht, fangen Schneeglöckchen an zu singen.

„Der Herr, dein Gott, hat dein Wandern durch diese große Wüste auf sein Herz genommen.
5.Mose 2, 7

Wüstenwege, Durststrecken, Finsternis sind Gottes Herzensanliegen. Alles was das Leben austrocknet und verdunkelt, brennt Gott unter den Nägeln. Wo er Dürre erlebt, kocht seine ganze Leidenschaft für frisches Wasser. Gott kann nicht still sitzen, wenn die Nacht über Menschen hereinbricht, und der Glanz seiner Schöpfung matt und stumpf wird. Wo Gott das Wandern durch die große Wüste auf sein Herz nimmt, begegnet der mit ganzer Macht allem ausgebrannt sein, der ausgetrockneten Zunge, dem Umherirren ohne Hoffnung. Denjenigen, denen die Lichter ausgehen, setzt er ein Licht. Christus ist das Herzensanliegen Gottes für Wüstenwanderer. Wo Jesus spricht: Ich bin das Licht der Welt, wird er zur Quelle in der Wüste. Da bleibt die Wüste noch Wüste, doch darin geschieht unglaubliches. Aus verdorrtem Boden, sprießt frisches Gras. Da kommt eine Quelle aus dem Niemandsland. Christus wird zum Klimawandel in der Wüste. Da wird der Lebensraum, der eigentlich gar kein Leben zulässt, blühfähig.

Unsere Tage sind voll großer Wüsten, an denen wir immer wieder an den Punkt kommen, jetzt ist alles aus. Da geht nichts mehr, da ist Hopfen und Malz verloren. Zukunftswege, die völlig dunkel vor einem stehen, Entwicklungen in einer Gemeinde, die keinerlei Hoffnungen zulassen. Das eigene Tappen im Dunkeln, bei dem man vor lauter Sand keinen Weg mehr sieht. Es sind die Situationen, die auslaugen und mutlos machen. Der Druck der Lasten, lassen alle Initiativen in den Keller fahren. Diese Krisen sind Gott zum Herzensanliegen geworden. Hier will Christus das Klima verwandeln.

Es ist faszinierend wie Schneeglöckchen der Eiswüste trotzen. Da ist die ganze Landschaft noch matt und leblos, vom Winter zerzaust, und sie wagen sich den Nachtfrösten zum Trotz an die Oberfläche. Wo die Primel oder Ranunkel harte Minusgrade nicht überleben, bleiben Schneeglöckchen unbeirrt und bringen lebensfrohe Frische in alle Kargheit. Wenn dann ein mildes Frühjahrslicht durch ihre Blüten streift, und ihre weißen Blütenkelche zu leuchten beginnen, ist es, als würden hunderte Glöckchen tanzen und singen. Polster um Polster, ein einziger Jubel. Das Licht macht sie in diesem Augenblick zu Tänzern und Sängern. Christus will unser Frühlingslicht sein, der auf kargen Böden, ein paar Glöckchen zum Leuchten und Klingen bringen will.

Wieviel Frühlingslicht geben wir unseren Wüstenwegen?

Durchfallen unmöglich

„Ich stehe zu dir, egal was kommt!“ Das steht in Stein gemeißelt über unserem Leben.

„Israel, du sollst mein Knecht sein; ich erwähle dich und verwerfe dich nicht.“Jes. 41, 9

Wer solche Worte ausspricht, ist eine umwerfende Persönlichkeit. Gott macht eine Treue-Aussage ohne Wenn und Aber. Wer von ihm einmal erwählt ist, ist für immer erwählt. Erwählen und nicht verwerfen sind bei ihm eins. In seinem zu dem Menschen stehen, ist Gott so stark, dass das für alle Zeiten hält. Völlig unabhängig, wie der Mensch sich verhält. Bei aller Untreue des Menschen, kann Gott nur treu sein. Da ist eine gefestigte Macht, eine unerschütterliche Liebe, die sich durch nichts aus der Bahn werfen lässt. Egal welchen Mist die Menschen bauen, ob sie Gott aus der Schule laufen, oder ihm ins Gesicht schlagen, das irritiert ihn nicht. Sein Erwählen wird ihn nie reuen. Und das in einer Zeit, in der die Menschen quasi zum Loslassen und Aufgeben erzogen werden. Wenn es dick kommt, schmeißt man die einst gute Beziehung hin. Da zählt nichts mehr. Erwählt und doch verlassen. Doch bei Gott sieht die höchste Form der Erwählung so aus, dass Christus zu dem Verbrecher am Kreuz spricht: Heute noch, wirst du mit mir im Paradies sein. Was der Mensch auch verbockt hat, Gott steht zu ihm. Selbst die größte Schuld kann ihn nicht schockieren. Gott ist absolut enttäuschungsresistent. Wer solch eine Treue an den Tag legt, ist sich selbst treu. Er ist nicht von Stimmungen und Tageslaunen abhängig. Liebe ist eine Größe, die ja sagt und beim Ja bleibt, und wenn die Welt Kopf steht. Wo ein Vater in solch einer Beharrlichkeit hinter seinem Sohn steht, steht eine unzerbrechliche Hoffnung über seinem Leben. Egal, welchen Bock er schießt, welche Bauchlandung er macht, da steht ein Auffänger daneben. Wo die Treue regiert, kann kein Mensch ins Bodenlose fallen. Gott erwählt, das steht für alle Zeiten fest. Gottes Treue heißt, dass er auch am tiefsten Punkt unseres Daseins gegenwärtig ist.

Zu aller Zeit sind wir in diese Gegenwart gestellt und zum Knecht sein berufen. Wir stehen in einem höheren Dienst, trotz unserer Untreue. Seine Treue stellt uns nach jedem Versagen sofort wieder an die Arbeit. Wir können lückenlos weitermachen, auch nach jedem Scherbenhaufen, den wir produziert haben. Wir bekommen keinen Stempel wie bei der Musterung aufgedrückt, auf dem steht: Untauglich. Der Treue schafft mit den Untreuen sein Werk. Wer nicht verworfen ist, wer nicht weggeworfen wird, kann mit großem Mut weitermachen, egal was ist und was war.

Warum sollten wir über irgendetwas verzweifeln, wenn da einer fest zu uns steht und an uns glaubt?

Ich habe einen Traum

Wer eine weite Sicht bekommt, kann nur von einem großen Frieden träumen.

„Du bist die Zuversicht aller auf Erden und fern am Meer“Ps. 65, 6

Was die Rede „I have a dream“, von Martin Luther King so unvergesslich und weltumspannend gemacht hat, war die Zuversicht, die dieses Worte ausstrahlten. Zuversicht ist eine Sicht in die Zukunft, mit der die Hoffnung alle Grenzen sprengt. In Zuversicht liegt eine Bewegung, die einen viel größerer Horizont über unserem begrenzten Dasein aufreißt. Darin liegt die Perspektive, wie umfassend Gott alles Leben sieht. In Zuversicht, ruht alles Dasein in Gott. Das ist weit mehr als ein bisschen Hoffnung für mich. Da ruht die Zukunft der ganzen Schöpfung in Gott. Aller Menschen auf Erden und am fersten Meer. Gott träumt diesen weltumfassenden Traum. Er ist die Hoffnung und Zukunft für die Glaubenden und nicht Glaubenden. Diese Sicht schließt die Versöhnung aller Menschen ein. Es ist die Sicht, dass alles aus Gott hervorgeht und auf ihn zurückfließt. Gott vereint die Völker, er vereint seine ganze Schöpfung. Es ist der umfassende Blick von Heil, der Gott in seinem Handeln antreibt. Mit dieser Sichtweise, mit dieser Vision, hat Martin Luther King, die Welt bewegt, die Herzen erobert, Grenzen und Systeme überwunden und die Menschen näher zusammengebracht. Das war ein historischer Beitrag zum Frieden in der Welt. In der Zuversicht, liegt der Christus, der in die Welt gekommen ist, um unter den Menschen ein neues Friedensreich aufzubauen. In Christus liegt die Gegenbewegung zu einer auseinanderbrechenden Welt. Mit der großen Sicht auf den Plan, den Gott mit seinem Menschen hat, rücken Fremde näher zusammen. Die Zuversicht hat ein menschenverbindendes Element. Wer unter diesem Horizon lebt, kann dem Andersdenkenden und Andersglaubenden, nicht mehr den Schädel einschlagen. In der Zuversicht aller auf Erden, kann für die Zukunft der Fremde nicht mehr mein Gegner sein.  Da liegt selbst da Leben des Ungläubigen in Gottes Hand. Gott lässt hinter den Frommen keine Schranke herunter, sondern steht mit Christus für eine unversöhnte Welt. Gott will alle, auch die, die wir nicht wollen, weil sie seine Geschöpfe sind. Wo wir in Zuversicht leben, leben wir in der großen Sichtweise Gottes.
In der Zuversicht sehen wir die Menschen nicht wie sie sind, sondern wie sie Gott gedacht hat. Wir sehen sie darin, welches Entwicklungspotential in ihnen liegt. Damit wird der Umgang mit dem Anderen anders. Für eine große Zukunft wird jeder gebraucht, da suchen wir viel mehr das Verbindende, als das Bekämpfens werte. 
Wo kann uns die Zuversicht, hier eine weite und große Sichtweise schenken?

Klare Besitzverhältnisse, schaffen hoffnungsvolle Zukunft 

Meins bleibt meins, und das geht keinen andern etwas an.

„Sie sollen mein Eigentum sein, und ich will mich ihrer erbarmen, wie ein Mann sich seines Sohnes erbarmt, der ihm dient.“

Mal. 3, 17
Sicher kennen wir den Unterschied zwischen einem Eigenheim und einer Mietwohnung, die vielleicht noch von einer Wohnungsbaugesellschaft angeboten wird. Da liegen Welten dazwischen. Die Mietwohnung ist zweckmäßig eingerichtet, dass alles sauber funktioniert, jedoch wird kaum eine intensive Beziehung zu diesem eigentlich fremden Wohnraum entstehen. Wenn da mal ein Schaden entsteht, steht man schnell mal auf den Standpunkt, das geht mich doch nichts an. Ganz anders, wenn man sich selbst sein Traumhaus verwirklicht hat. Da ist man irgendwie mit jedem Balken und Dachziegel per Du. Was das Eigene ist, hat einen weit höheren Stellenwert, man hegt und pflegt es wie seinen Augapfel. Es wird viel überlegt und investiert um auch noch die letzte Kummerecke prachtvoll herauszuputzen. Man kann es nicht mit ansehen, wenn da irgendetwas anfängt zu vergammeln. 
Wir sind Gottes Eigentum. Wir sind das Beste, auf das er sein ganzes Augenmerk geworfen hat. Ihm ist in keiner Weise egal, was mit dem passiert, was ihm gehört. Uns gilt seine volle Aufmerksamkeit und Hingabe. Für ihn ist es das Größte, uns glanzvoll auszugestalten. Jeder von uns ist ein Musterhaus vom Feinsten. Für seinen Besitz investiert er alles. Eigentum sein, heißt nicht, dass da einer Besitz von uns ergreifen will, sondern das Beste aus seinem Besitz machen will. Weil wir sein Eigentum sind, sind wir sein ein und alles. Wir können uns glücklich schätzen, solch einem Besitzer zu gehören. Sollte da ein Hochwasser eindringen, wird das Haus nicht den Wassermassen überlassen. Oder sollte das Haus einmal ausbrennen, wird es mit Sicherheit nicht wie in unserem Nachbarort nach 3 Jahren dem Verfall überlassen. Der wahre Eigentümer ist die Rettung für alle zerfallende Baumasse. Da ist der richtige Mann am richtigen Platz und legt Hand an. Wo wir Gottes Besitz sind, reißt ein anderer sich für uns die Füße heraus.
Eigentum sein, ist keine Erniedrigung oder Versklavung, sondern ein echtes Privileg. Egal, was über das Haus hereinbricht, ist ein engagierter Kümmerer da. Wo einer da ist, der sich erbarmt, hat die Not keine Macht mehr. Würden wir nicht Gott gehören, oder uns gegen sein Erbarmen wehren, würden wir einfach nur alt aussehen und immer mehr verfallen. Wo die Besitzverhältnisse geklärt sind, ist die Zukunft sicher.
Was soll uns hindern, dass der Hausherr seine Arbeit an uns macht?