Gaben wollen in uns eingehen

Die ganze Schöpfung ist auf Hoffnung, Wachstum und Zukunft aufgebaut.

Du lässest Gras wachsen für das Vieh und Saat zu Nutz den Menschen, dass du Brot aus der Erde hervorbringst.
Ps. 104, 14

Die Erde ist ein einziger Brutkasten. In ihr verwandelt sich das Leben zum Leben. Der Wind, die Wolken, der Regen, sie Sonne hegen und pflegen die Saat. Sie sind die Diener der Vermehrung und Versorgung. Der Schöpfer baut und erhält. Er spielt sein Spiel zum Wohl der Menschen und Tiere. Auf der Erde liegen kreative, fürsorgende Hände. Die Frühstücksbrötchen aus der Bäckertüte sind aus der Erde entstanden. Zusammen mit der menschlichen Arbeit, werden sie zum Lebensmittel. Das Korn, das in die Erde gefallen ist, verwandelt sich in Ähren, Stärke, Zucker und Lebensenergie. Wachsen, gedeihen, vermehren, erhalten, sind die Liebkosungen, mit denen Gott seine Zukunft baut. Der Mensch ist ein Nutznießer Gottes. Von ihm aus ist alles da, dass Leben sich mit Hoffnung entfaltet. Hinter der ganzen Schöpfung steht ein ausgeklügelter Wirtschaftsplan. Die Atmosphäre, die die Erde umgibt, ist das Eingehüllt sein in Gottes Wohlwollen. Dieses Hoffnungs-Prinzip hört auch dort nicht auf, wo der Mensch die Erde verwirtschaftet. Es ist immer wieder erstaunlich, wie alte, zerfallene Burgen, an denen nichts gemacht wird, von der Natur „zurückgeholt“ werden. Wenn Bäume aus dem ehemaligen Speisezimmer herauswachsen. Hinter diesem Schaffungsprozess, steht eine gewaltige, lebenserhaltende Macht. Das Brot des Lebens ist noch viel tiefgreifender. Christus sagt von sich: Ich bin das Brot des Lebens. Er ist der Spross aus der Wurzel Isaias. Er ist das Brot das wir brechen, die Frucht der menschlichen Arbeit, welches das Leben nährt. Das Brot erhält in jeglicher Hinsicht die Gemeinschaft mit Gott. Das Brot verbindet uns mit Leib, Seele und Geist mit dem Leben. Das Brot zielt darauf, dass der Faden zu Gott nicht abreißt. Mit der Bitte im Vater Unser: Gib uns unser täglich Brot, soll nicht nur der Magen satt werden. Es ist die Sättigung in der ganzen Fülle, die Gott dem Menschen zugedacht hat. Im täglichen Brot wollen die Gaben Gotten in uns eingehen. Das tägliche Brot ist Eucharistie.

Daher muss eine Republik untergehen, deren Motto lautete: Auch ohne Gott und Sonnenschein, bringen wir die Ernte ein. Wo die Gaben nicht in die Gemeinschaft mit dem Lebensgeber führen, werden sie zum Tod. Da schwindet alle Hoffnung und Zukunft. Der Missbrauch der Gaben fördert das Chaos und lässt die Welt verhungern. Da fehlt das Nötigste, auch wenn man über eine fruchtbare Erde geht. Es ist ein riesen Unterschied, zwischen dem Brot, das die Erde hervorbringt, und dem, das der Mensch in der Unabhängigkeit von schöpferischen Ordnungen genießen will. Wo wir nicht das Brot als die Gabe des Lebens begreifen, wird das Leben nicht satt werden. Wo die Hoffnung fehlt, wo sich das Leben nicht gesund entwickelt, wo das Wachsen und Reifen verkümmert ist, hilft eine Ernährungsumstellung. Mit dem Brot, das die Erde hervorbringt, sind wir bestens versorgt.

Von was ernähren wir uns, damit unser Leben fruchtbar bleibt?

Gott segne dich an diesem Sonntag.
Liebe Grüße Theophilos 💐😇

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Trost braucht Leere

Wer getröstet ist, hat Mut für den nächsten Schritt.

„Siehe, um Trost war mir sehr bange. Du aber hast dich meiner Seele herzlich angenommen, dass sie nicht verdürbe; denn du wirfst alle meine Sünden hinter dich zurück.“
Jes. 38, 17

Der König Hiskia erlebte todkrank, den gesund machenden Gott. Der Prophet sagte ihm: Bestelle dein Haus, du wirst nicht mehr lange am Leben bleiben. Sein Leben sollte abschnitten werden, wie ein fertig gewobenes Tuch. Eigentlich eine Hiobsbotschaft, die jeden normalen Menschen in die letzte Verzweiflung bringt. Doch Hiskia bestellte sein Haus, nicht indem er sich auf seinen Abschied vorbereitete, sondern indem er sein ganzes Herz vor seinem Gott ausschütte. Er hat regelrecht mit seinem Gott gerungen
und sprach: Ach, HERR, gedenke doch, wie ich vor dir in Treue und ungeteilten Herzens gewandelt bin und getan habe, was dir gefällt. Und Hiskia weinte sehr. Gott erhörte sein Flehen und ließ ihm ausrichten: ich will dir noch fünfzehn Jahre auf deine Tage zulegen und will dich samt dieser Stadt erretten aus der Hand des Königs von Assyrien und will diese Stadt beschirmen. Was für ein Umbruch, was für eine Erhörung? Nicht jeder erfährt einen derartigen Trost, doch es zeigt, welch eine Macht im Vertrauen liegt. An der Grenze seiner Existenz, vertraute sich dieser König nicht nur ein bisschen, sondern radikal Gott an. Nicht nur sein Leben, sondern sein Herz war gebrochen, das er voll und ganz Gott hinwarf. Sein letztes bisschen Dasein wurde zu einem Knäuel in Gottes Hand. In dieser allerletzten Hingabe, wo in ihm nichts mehr war als nur Leere, erfuhr er Trost, erfuhr er wie seine Seele angenommen wird. Es war die totale Veräußerung, die Gott aufgefangen hat. Getröstet werden und angenommen sein, hängt mit dem ganzen leer sein vor Gott zusammen. Trost fällt dort hinein, wo die Schalen leer und bereit sind sich füllen zu lassen. Wenn Gott tröstet, lässt er den Tröster in offene Gefäße fallen. Sie können dann wie ein Schwamm das Heil aufsaugen. Die ausweglose Situation ist dann die Geburtsstunde für das Genesen in Christus. Dieser Trost wendet das Verderben. Dieser Trost überwindet den Sterbensprozess allen vergänglichen Lebens.

Getröstet sein braucht die ganze Leere. Dort wo ein Flüchtling die ganzen Schandtaten der Menschheit über sich hat ergehen lassen, wo er Monate und Jahre auf Heimat verzichtet hat, wo seine Seele ausgebrannt ist bis auf die Knochen, wo er als Häufchen Elend vor unserer Türe steht, wird ihm Trost, wenn diese Türe aufgeht. Da beginnen Augen wieder zu lachen, die wochenlang geweint haben. Da entsteht Trost, wenn die heimatlichen Klänge der eritreischen orthodoxen Gesänge über ein Handyvideo erklingen. Dieses Trösten dringt dann tief in die verwundeten, kranken Seelen hinein.
Wir sind aufgefangen, wo wir diesen Trost zulassen. Wir sind beauftragt die Hoffnung, die in diesem Trösten liegt zu verschwenden. Gott hat genug davon.

Wenn es uns um Trost sehr bange ist, glauben wir, wir könnten uns selbst trösten und die Hoffnung aus uns schöpfen?

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Schwachheit ist eine Goldgrube

In einem stillen Geheimnis offenbaren sich ungeahnte Kräfte.

Der Herr ist meine Kraft.“
Hab. 3, 19

Meine Kraft kommt gar nicht aus mir. Das was mich stabilisiert und aufrichtet ist der Herr. Das ist die Kräfteverschiebung des Glaubens. Voraussetzungslos handelt da ein anderer. Die Kraftlosigkeit ist die Voraussetzung für das Wirken Gottes. Da wo nichts ist, wird Gott alles. Das Starkmachende liegt nicht in uns. Dieses feine Wechselspiel entsteht bei Menschen, die Gott vertrauen. Da ist eine versteckte Quelle, die sich allein dem Glauben erschließt. Dort wo das Leben in Einzelteile zerlegt wird, Belastungen unerträglich werden, der innere Mut zu einem Häufchen Elend geworden ist, da braucht es mehr, als dass nur das Selbstvertrauen wieder aufgebaut wird. Da braucht es Gottvertrauen. Wo aus den menschlichen Reserven nichts mehr zu schöpfen ist, braucht es die Kraft von anderswo. Wo der Herr meine Kraft ist, ist er das genau dort, wo meine Kraft verpufft ist. Wo ich aus mir heraus nichts erwarten kann. Diese Kraft braucht die Schwachheit, um seine ganze Schönheit zu entfalten. Wo Gott die Kraft ist, befruchtet der Schöpfer. Da fließt die Energie einer anderen Welt. Da werden wir von dem angerührt, der nur ein Wort spricht und es ward. Da wird nicht nur unser schwach gewordener Akku ausgetauscht, da kommt Starkstrom. Da wirkt das Wort, das wie Feuer ist und wie ein Hammer der Felsen zerschmeißt. Hinter dieser Kraft steht die ganze Wucht des Erlöserwillens Gottes. Das ist ein Kräftespiel, das nichts mit menschlicher Anstrengung und Disziplin zu tun hat. Hier will der lebensbejahende Gott dem Tod entreißen. Dieser Funke springt auf den Glaubenden über. Diese Allmacht ist für den, der sich in seiner Ohnmacht erkennt. Es ist die Kraft für die Mühseligen und Beladenen, die nicht das Tischtuch an fünf Zipfeln haben. Es ist die Kraft, die auf den bereiten Schoß der Maria fällt und in ihr den Erlöser zur Welt bringt.

Wo wir uns selbst und anderen etwas vormachen, den starken Max spielen und von niemand abhängig sein wollen, betrügen wir uns um diese Kraft. Wo wir meinen, wir dürften keine Schwäche zeigen, zeigen wir nur unseren Unglauben. Wir sind voll mit uns selbst und haben keinen Platz für das Wirken des Geistes und die Kraft des Wortes. Dort wo wir unsere Stärke demonstrieren, wo wir krampfhaft unsere Probleme selber lösen wollen, demonstrieren wir, wie schwach unser Glaube ist. Wo der Herr meine Kraft ist, verwandelt sich die Schauspielerei in Gelassenheit. Da müssen wir nicht krampfhaft funktionieren, sondern leben in einer getrösteten Verzweiflung. Wir brauchen nicht fehlerlos sein und geschehene Schuld zudecken, sondern können mit vollen Händen aus der Vergebung schöpfen. Wo der Herr meine Kraft ist, kann ich mit großer Gelassenheit mit allen Widrigkeiten umgehen. Dieses Geheimnis schenkt uns der Glaube.

Wollen wir uns nicht an dieser Gnade genügen lassen, dass sich in aller Schwachheit, diese Kraft vollendet?

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Hoffnungslos gibt’s nicht

Wer ein gutes Fundament hat, braucht sich über die Zukunft keine Gedanken machen.

„Herr, deine Ratschlüsse von alters her sind treu und wahrhaftig.“
Jes. 25, 1

Wo jemand auf die vergangene Gottesgeschichte schaut, hat er bereits einen ganzen Sack voll Hoffnung. Ein Blick auf die Schöpfung zeigt wie Gott tickt. Am Anfang war das Wort, und das Wort war das Licht der Menschen. Die Rückschau zeigt die Fundamente, auf die Gott alles Leben aufgebaut hat. Alles ist da und weitreichend durchdacht. Wer auf eine solche Grundlage schaut, wer auf diese Wahrheit baut, die von je her als Pfeiler in die Erde gerammt wurden, braucht keine Angst vor einer ungewissen Zukunft haben. Von Anfang an hat Gott auf die Erfüllung des Menschen gesetzt. Herrlichkeit und Vollkommenheit war vom ersten Takt an, der Cantus firmus im Umgang mit seinen Geschöpfen. Das an Gott genesen und heilwerden, war zu allen Zeiten der Antrieb seines Schaffens. Die Gedanken Gottes drehten sich ausschließlich um den Menschen. Sein Ratschluss ist Liebe ohne Ende. Diese endlose Treue steht hinter allem was war, und somit hinter allem, was kommen wird. Die Ratschlüsse von damals, sind die Wege in der Gegenwart und in aller Zukunft. Der Anfang und das Ende sind eins. Durch die vergangene Geschichte, hat das Morgen eine klare Perspektive. Wo das Wort, wo Christus die Geschichte der Glaubenden geprägt hat, wird das Geprägt werden nie aufhören. Damit ist die Zukunft sicher. Es gibt eine Hoffnung, der nie die Luft ausgeht.

Das bahnt Wege in alle Sinnlosigkeit. Viele Menschen verzweifeln, weil für sie unter manch einer Diagnose die Lichter ausgehen. Sie sehen für ihre Zukunft nur noch schwarz. Es wird nur noch ein Leiden am sinnlosen Leben. Für manch einen werden die Belastungen so hoch, dass er sich nur noch selbst ein schnelles Ende setzen will. Wo die Hoffnung schwindet, stirbt der Lebenswille. Die Sorgen für die Zukunft, zeigen ein Defizit in den Fundamenten. Wo sich Paulus Sorgen wegen seines geplagten Gesundheitszustandes machte, erhielt er das Wort: Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Die Gnade reicht für alle Zukunft. Auch wenn es ganz anders kommt als wir uns das so vorstellen, ist der vom Anfang an Handelnde gegenwärtig. Wir werden vielleicht schwach sein und in der Schwachheit bleiben, doch darin ereignet sich Zukunft. Komme was da wolle, die Geschichte Gottes mit uns ist nicht zu Ende, auch dort nicht, wo wir keine Wege mehr erkennen. Selbst in der schwersten Krise ist das Leben nie ohne Sinn und ohne Hoffnung. Ein Gott, der solch eine bewegte Geschichte hinter sich hat, wird auch immer eine bewegende Zukunft vor sich haben. Selbst wenn der Mensch nicht mehr Herr seiner Sinne ist und sich nur als leidendes Elend darstellt, ruht er umso mehr in der Gnade des Allerhöchsten. Aus dieser Treue kann kein Mensch herausfallen.

Können wir bei so viel Hoffnung, uns selber oder andere aufgeben?

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Glück im Unglück

Es werden noch jede Menge Berge im Leben versetzt werden müssen, doch dem Glaubenden ist großes Glück verheißen.

„Der Herr wird einem jeden seine Gerechtigkeit und Treue vergelten.“
1.Sam. 16, 23

Wo Gott Gerechtigkeit schafft, ist keiner ausgenommen. Er spannt damit einen großen Bogen über alle Berge der Ungerechtigkeit. Hass, Auflehnung und Durcheinander, das das Tagesgeschehen dieser Welt beherrscht, sind nicht das Letzte. Gebirgsmassive, die wie der Watzmann unüberwindlich vor uns stehen, sind für Ihn kein Hindernis. Das Unrecht, das uns im täglichen Miteinander widerfährt, die weltpolitische Entwicklung, die in Angst versetzt und den Mut raubt, sind oft Tatsachen, die dem Glauben zu widersprechen scheinen. Doch dem Durst nach Gerechtigkeit verspricht Jesus die Glückseligkeit. Er sagt auch: selig sind die, die nicht sehen und doch glauben. Nicht das was wir sehen oder nicht sehen ist das Entscheidende, sondern das was der Herr in seiner Treue schafft. Der Durst nach Gerechtigkeit durchbricht die Nebelschwaden. Diese Sehnsucht, dass Gott durch Christus seine neue Welt schafft, wird zur alles durchdringenden Macht. Diese Gerechtigkeit von Glaube, Liebe, Hoffnung, trotzt dem Unrecht und wird es Lügen strafen. Den Status der Glückseligkeit, der mit Christus begonnen hat, kann kein Hass mehr ausradieren. Christus hat, der sich selbst zermürbenden Welt, Gewaltiges entgegenzusetzen. Diese Macht lebt in denen, die sich nach Gerechtigkeit sehnen. Gott will die Glückseligkeit aller Menschen, und die lässt sich nicht aufhalten, egal was uns Widersprüchliches vor Augen steht.

Es gibt täglich Grund genug, sich über die verletzenden Worte eines anderen zu ärgern. Uns geschieht ständig Unrecht, durch Fehlverhalten anderer. Vieles im Miteinander ist voller Zündstoff, das einen auf die Palme bringen kann. Das sind die Situationen, in denen wir in uns spüren, wie Hass und Ablehnung zu brodeln beginnen. Da fängt das Raubtier in uns an zu brüllen. „Das brauche ich mir von dem nicht gefallen lassen!“ Wir werden zum Opfer unser eigenen Aggression. Wir haben den herrlichsten Unfrieden im Raum, weil der Mensch eben so tickt und keine andere Wahl hat. Es geht nun mal ohne Unrecht nicht ab. Doch wir haben eine andere Wahl! Wer sich nach Gerechtigkeit sehnt, braucht sich nicht vom Unrecht irritieren lassen. Jesus heißt die glückselig, die ihre Freiheit wahrnehmen und ihrem brüllenden Löwen die Zähne zeigen. Wo wir von Christus erlöst sind, verliert das Unrecht seine Macht. Wir sind nicht mehr die, die bezwungen werden, sondern frei sind, das Unrecht zu bezwingen. Wir können damit den Hass in uns selbst bezwingen. Wir sind nicht das Opfer des Unrecht. In Christus haben wir die Macht, das Böse mit Gutem zu überwinden. Wir müssen diese Gerechtigkeit, die uns Gott in die Hände gelegt hat, viel mehr ausschöpfen. Wir haben es nicht nötig, Schuldige zu suchen, die an unserem Elend schuld sind. Wo wir uns nach Gerechtigkeit sehen, schafft Gott Glück im Unglück.

Zu was hat uns Christus erlöst, wenn wir uns nicht nach dieser Freiheit ausstrecken?

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Wer Zukunft hat, hat Energie

Sobald Wege, die vor uns liegen klar sind, entwickelt das Leben eine Eigendynamik.

„Eines jeden Wege liegen offen vor dem Herrn.“
Spr. 5. 21

Wo Wege offen vor einem liegen, kommt das Leben in Fahrt. Wer die Zukunft klar vor Augen hat, kann zielstrebig darauf zugehen. Ein Tag nach unserem Brand als wir in den Trümmern unserer Kirche standen, sagte der Architekt: In einem Jahr werdet ihr wieder in das neue Haus einziehen! Das war ein magischer Satz. Keiner sah dies zu dem Zeitpunkt als realistisch an. Wir wussten, was bauen heißt. Wir sahen die Schuttberge, die entsorgt werden mussten und wir kannten die Verfahren für neue Planungen und Genehmigungen. Doch wir waren im Advent abgebrannt und wir sind ein Jahr später im Advent wieder eingezogen. Offene Wege motivieren und treiben an.

Der Konflikt dabei ist, dass die meisten unserer Wege verschlossen vor uns liegen. Keiner weiß, was die Zukunft bringt. Unser Leben liegt vor uns, wie ein Buch mit sieben Siegeln. Doch lediglich für uns. Für Gott ist unser Verschlossenes völlig offen. Haarklein weiß er wo es lang geht und was auf uns zu kommt. Er ist mit unserer Zukunft verheiratet. Für ihn ist keine Frage offen. Ihm ist lichtklar was kommt und wo die Reise hingeht. In ihm steckt bereits die Dynamik auf das fertige Haus zuzugehen. Er sieht unser Leben vollendet vor seinen Augen. Er hat eine uneingeschränkte Vorstellung, von dem, was jetzt ist und dem abgeschlossenen Kunstwerk unserer Person. Er weiß, was er mit unserem ureigenen Leben, durch allen Zeiten hindurch erreichen will. So wie ein Unternehmer seine Vision entwickelt, wo er klar vor Augen hat, wie sein Unternehmen in zehn Jahren dastehen wird. So wie wir uns unser neues Auto vorstellen, das dann irgendwann in der Garage stehen wird. Diese Vorstellung hat Gott von unserem Leben.

Wenn das für ihn klar ist, können wir nur aus ihm diese Klarheit für uns selbst bekommen. Wo wir keinen Weg sehen, keinen Plan haben, alles nach vorne düster aussieht, bekommen wir den Durchblick bei dem, vor dem unser Weg offen liegt. Wo sich unser Blick für das Lebensbild Gottes, das er sich von uns gemacht hat öffnet, können wir völlig anders mit unseren Krisen umgehen. Mit dem Blick auf das, was wir einmal sein werden, werden die Schatten des Lebens zu Arbeitsschritten auf mein Ziel hin. Da dienen die brutalen Schläge der Reife einer Persönlichkeit. Wo meine Wege offen vor dem Herrn liegen, gibt es keine Situation, in der uns Gott verlassen hätte. Diese offenen Wege sind der größte Trost und zugleich der zielstrebe Antrieb.

Wollen wir unsere Lebenskraft vergeuden, und weiter planlos in die Zukunft tasten?

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Hab Mut, bau‘ die Kapelle

Weil Gott treu ist, können Menschen übermenschliche Dinge wagen.

„Herr, wer ist wie du? Mächtig bist du, Herr, und deine Treue ist um dich her.“
Ps.89, 9

Der Klang eines Liebesliedes ertönt aus einem erstaunten Herzen. Du bist so einzigartig, so unfassbar, so all das schwache Menschliche übersteigend. Du bist so unbeirrbar, bei allem, wie untreu dir wir dir gegenüber sind. Du hältst fest, wo wir schon lange losgelassen haben. Du hast immer noch Kraft, wenn wir schon lange am Boden liegen. Da erkennt die Ohnmacht eine gewaltige Macht. Da steht der Mensch vor einer Gotteserkenntnis, die gerade einen neuen Fixstern entdeckt. Da ist ein Sonnensystem, von dem alles ausgeht, von dem aller Kosmos durchdrungen und bestimmt ist. Da geht schlagartig die Grenze des eigenen Horizontes auf. Da werden plötzlich Dinge Realität, die sich vorher kein Mensch denken konnte. Wo der Mensch seinen Gott entdeckt, werden die eigenen Maßstäbe in den Schatten gestellt. Da können acht Christusträger-Schwestern, die uns vergangene Woche besucht haben, ein kühnes Projekt planen und eine Autobahnkirche an die Kochertalbrücke stellen. Da waren langwierige Verhandlungen mit Regierungspräsidium nötig und da gab es gewaltige bürokratische Hürden zu überwinden, doch die Kirche steht. Eine kleine Schar von Schwestern, vertrauten einem übermächtigen Gott. Da zählt nicht wer wir sind, was wir können und welche Stimme wir im Landtag haben, da reicht einzig das Vertrauen an den Treuen. Die Kirche auf dem Parkplatz der Kochertalbrücke ist ein Kleinod geworden, und wird für immer mehr Fernreisende zur Anlaufstelle. https://bit.ly/2IFMi03

Gottes Treue macht Mut, Dinge zu wagen, vor denen wir normal zurückschrecken. Dieser Treue können wir trauen. Damit können wir etwas wagen, was wir in uns selbst nicht finden. Gerade wenn uns der Mut verlässt, die Lasten unerträglich werden, wir mehr und mehr an unseren eigenen Grenzen zerschellen, leben wir aus dieser Treue. Damit bestimmt über uns nicht die eingeschränkte Gesundheit, das abgebrannte Haus, oder ein Dschungel von Behördenwegen, sondern die Kühnheit des Glaubens, die mächtiger ist als aller Widerstand. Mächtig und treu steht am Anfang dieses Tages. Damit sind alle Türen, offen heute an einem unvorstellbaren Ort unsere Kirche zu bauen. Damit ist weit mehr möglich als wir uns selbst zutrauen. Die Treue des Herrn ist ein Ansporn, über sich selbst hinauszuwachsen.

Herr, wer ist wie du? Können wir da noch in unserem Unvermögen stehen bleiben? Oder können wir in unserem Glauben noch viel mutiger uns hoffnungsvoller werden?

Jubeln in Verzweiflung

Wer glaubt, kann in Verzweiflung jubeln.

„Du bist mein Helfer, und unter dem Schatten deiner Flügel frohlocke ich.“
PS. 63, 8

Frohlocken ist das Hochgefühl guter Tage. Festfreude, die voll Dankbarkeit überquillt. Ausnahmezustand, der glückseligen Ausgelassenheit. Die Unbeschwertheit spielender Kinder, der Siegestaumel großer Athleten. Frohlocken beschreibt den Zustand der Glaubenden. Da können wir uns nur fragen, wieviel Tage im Jahr sind wir in solch einer jauchzenden Verfassung? Wie sehr lähmt der tägliche Schmerz, die jubelnde Heiterkeit?

Den unvergesslichsten Ostermorgen, den wir als Bruderschaft erlebten, war beim Osterfeuer in der abgebrannten Hauskapelle. Mit dem Licht der Osterkerze, zogen wir aus dem Tiefkreuzgang, der nach dem Brand mit als erstes wieder in Takt war, in die Ruine der Hauskapelle, in der wir unter freiem Himmel und verkohlten Gemäuern das Osterfeuer entzündeten. Kontraste, die man sich kaum extremer vorstellen kann. Da gaben sich die Hoffnung und die Verzweiflung die Hand. Wir feierten die Auferstehung, mitten im abgebrannten Zuhause. Dort wo das Feuer der Zerstörung, noch vor kurzer Zeit das Herzstück der Gemeinschaft niederbrannte, entzündeten wir das Feuer der Auferstehungshoffnung. Wo wir in Gott sind, können wir in der Verzweiflung jubeln. Da verwandelt sich Not in Hilfe. Da kann der Schreck frohlocken.

Das ist dann kein krampfhaftes, gequältes oder gezwungenes Jauchzen, das ist ein befreites Jubilieren des Leidenden. Da bleibt der Schutt, da bleibt die mühevolle Aufbauarbeit, die einer sowieso ausgelasteten Gemeinschaft bevorsteht, doch in die Belastung kommt eine zuversichtliche Unbeschwertheit. Wo Gott mein Helfer ist, tröstet Christus in der Verzweiflung. Da werden Freud und Leid Geschwister. Wo Gott mein Helfer ist, gibt es keine Katastrophe, in der nicht das Osterfeuer entzündet wird. Da übernimmt die Hoffnung die Herrschaft über Schutt und Asche. Der Schatten deiner Flügel, nimmt dem Schmerz den bitteren Geschmack. Die Ruine ist mit Adlerschwingen bedeckt, unter denen die Kinder jubilieren können.

Unter welchen Flügeln finden wir unsere Zuflucht, wenn unser Haus abbrennt? Was macht uns gelassen, dass wir wieder jubilieren können?

Karsamstage voller Hoffnung

In der erdrückenden Stille des Karsamstags, braucht sich kein Herz entsetzen.

„Der Herr harrt darauf, dass er euch gnädig sei.“
Jes. 30, 18

Wenn der Herr harrt, bekommt ihn keiner mehr los. In aller Aktivität Gottes, liegt eine ungeheure Konstanz, Hartnäckigkeit und Treue. Eine Beständigkeit, die sich nicht einfach abschütteln lässt. Gott sieht sich unter allen Umständen an der Seite des Menschen, unabhängig von seinem Verhalten. Da kann der Mensch noch so gottlos sein, da kann ihn die Lieblosigkeit ans Kreuz schlagen, da kann es in der Welt finstere Nacht und eiskalt werden und Gott harrt. Er lässt sich in keinem Funken von seinem Vorhaben abbringen. Sein Handeln bleibt wertfrei und unabhängig von allen menschlichen Handlungen. Auch unter größten Schmerzen leidet er sich zum Menschen durch. Auch wenn er über Zustände trauert, bleibt er dem Menschen zugewandt. Kein Schimmer von Resignation, von Enttäuschung, von Rückzug. Dort wo wir Menschen einen klaren Strich ziehen und sagen, mit dem nicht, oder da ist Hopfen und Malz verloren, sagt Gott: Jetzt erst recht. Beharrlichkeit trotzt den Widerständen. Wo wir sagen, ich distanziere mich von dem und dem, der tut mit nicht gut, sagt Gott: Ich bleibe dran. So unbeirrbar kann nur wahre Liebe sein. Darin liegt die Kraft zu warten, auszuhalten, nicht nachzugeben und zu hoffen, wo es nichts zu hoffen gibt. Darin liegt die Kraft gnädig zu sein. Er sucht jeden Moment, in dem er hoffnungslosen Fällen sein Erbarmen zufallen lassen kann. Er harrt darauf in die Karsamstage Hoffnung zu streuen. Er geht beharrlich den Weg, den er gehen muss, von Karfreitag bis zum Ostermorgen. Gott drückt sich nicht vor Kreuzwegen, wenn er Menschen gnädig sein will. So beharrlich ist die leidende Liebe. Ein Liebe, die nicht leidensfähig ist, kann keine echte Liebe sein. Gott leidet sein gnädig sein in die Welt hinein.

Die Ahnungslosigkeit eines Karsamstags ist umschlossen von Kreuz und Auferstehung. Das nimmt aller Nacht und Kälte die Traurigkeit. Das starre Entsetzen ist in das Erlösungswerk Christi eingehüllt. Dass die Gnade an mir ausharrt, nimmt mir jeglichen Jammer über unerträgliche Beziehungen und hoffnungslose Lebensumstände. Da kann Vater Dankbarkeit entwickeln, wenn er seine Tochter zu Grabe trägt: „Ihr Name ist Ella, 3 Tage wurd´ sie alt, das war ihr ganzes Leben, für uns ein ganzes Leben zu lieben, dass 3 Tage nur ward, dennoch, für uns ist sie ein ganzes Leben lang geblieben. In Liebe. Dein Papa. Aus <_ twitter.com=“twitter.com“ irgenwannammeer=“irgenwannammeer“ status=“status“ _979113749868171264=“_979113749868171264″>

Können da die Karsamstage unseres ganzen Lebens nicht voller Hoffnung und Liebe sein?

Der Schreck ist weg

Es ist möglich, dass sich Schrecken in Frieden verwandelt.

„Du brauchst keine Angst mehr zu haben, denn Kummer und Not dürfen dich nicht mehr bedrücken; nichts wird dich mehr in Schrecken versetzen.“
Jes. 54, 14 (Hoffnung für alle)

Kaum vorstellbar, dass wir einmal nicht von Angst und Schrecken bestimmt werden. Doch was Jesaja hier ausdrückt, ist ein nicht vorstellbarer Umbruch. Eine Welt ohne Angst und Schrecken wird es nie geben, doch Gott nimmt den Druck raus. Kummer und Not bleiben, doch sie dürfen nicht mehr bedrücken. Die Angst wird immer da sein, doch ihr wird der Schrecken genommen. Die Spannungen des Lebens werden entspannt. Hier wird die Vision eines neuen Jerusalems aufgezeichnet, in dem die Trümmer wieder aufgebaut werden, doch damit geht der Prophet auf die Passion Jesu zu. Mit einem schrecklichen Tod, wird dieser Welt der Schrecken genommen. Am Kreuz entsteht eine neue Lebensperspektive. Da wird das was uns Angst macht überwunden.

Angst entsteht, wenn wir uns der Situation nicht gewachsen sehen, wenn Bedrohliches auf uns zukommt, dem wir hilflos gegenüberstehen. Ältere Menschen sind oft von Verlustängsten getrieben, weil ihre Kräfte nachlassen, sie nicht mehr so aktiv sein können und dann meinen, andere würden sich dadurch von ihnen zurückziehen. Angst entsteht, wenn bei einem Selbstständigen der Rentenbescheid eingeht, auf dem eine Rente von 123,25 € in Aussicht gestellt wird. Angst kann für einen Glaubenden wie Martin Luther auch sein, wie bekomme ich einen gnädigen Gott. Er litt darunter, dass er mit seinen Werken nie vor Gott gerecht werden kann, auch bei noch so viel Ablässen und Bußübungen. Sein Durchbruch war Christus. Da wird die innerer und äußere Not umgebrochen. Dem Bedrückenden, wird ein starkes Gegenüber gesetzt. Dem Angst Machenden, das die menschliche Ohnmacht offenbart, offenbart sich der mächtige Christus. Luther erfuhr darin eine fremde Gerechtigkeit, die seiner aufgescheuchten Seele Frieden verschaffte. Somit ändert sich, wenn wir keine Angst mehr haben brauchen, nicht die bedrückenden Umstände, sondern die Beziehung zu Christus. In dieser Beziehung, weicht das Bedrückende des Schreckens. Da können die Schüler des Amoklaufs in Florida wieder Lebenshoffnung entwickeln. Da können wir in den schrecklichsten Lebensszenen Frieden finden. Wenn Christus uns seinen Frieden lässt, kann er sagen: Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht. Somit können wir in allem Unfrieden in dieser Welt, in den Stürmen unseres eigenen Lebens, erst recht Frieden finden.

Wo suchen wir unsern Frieden, wenn die uns die schrecklichen Ereignisse aufwühlen und durchschütteln?