Keiner kann uns verdammen

Mit Christus wendet sich das Blatt, da wird das irdische Zeitfenster durchbrochen; es gelten nicht mehr die Gesetze der Vergänglichkeit.

„Mose wollte den Herrn, seinen Gott, besänftigen und sprach: Ach Herr, kehre dich ab von deinem glühenden Zorn und lass dich des Unheils gereuen, das du über dein Volk bringen willst.“
2. Mose 32, 11,12

Reformation im Haus Gottes. Wenn Gottes Zorn glüht, dann deshalb, weil seine Liebe vom Menschen abgeblockt wird. Für das, wofür Gott mit seiner ganzen Leidenschaft brennt, hat der Mensch keine Antenne. Gott drängt es nach seinen Geschöpfen, den Menschen drängt es nach sich selbst. Eine Spannung, die Gott in Wallungen bringt, weil er sieht, dass sich der Mensch dadurch selbst in sein Unheil stürzt. Nichts ist gut, wo Menschen das Kommando übernehmen. Jeder sieht den irdischen Jammer, der sich täglich unter Menschen abspielt. Wo die Gottesbeziehung wegbricht, regiert die Vergänglichkeit und der Zerfall. Dabei steht der Mensch schon unter dem Urteil, das er sich selbst geschaffen hat. Gott glüht und trauert darüber. Wenn Mose Gott besänftigt, geschieht ein ganz besonderer Dialog. Es ist das Ringen um Gnade. Um einen glühenden Zorn abzuwenden, braucht es nicht den edlen Menschen, der es irgendwann doch mal schafft gut zu werden, sondern es braucht einen erbarmenden Gott. Mose bittet regelrecht um Christus. Das ist auch die Antwort auf Luthers Frage: Wie bekomme ich einen gnädigen Gott? Christus schafft den Zorn ab. Wenn Christus hier ist, kann niemand das elende Menschsein verdammen. Alles was sich auf dieser Erde abspielt, ist der Vergänglichkeit unterworfen. Es ist das Kommen und Gehen, das unvollkommen sein und schuldig werden. Es ist das heillose Leben das nach Erlösung schreit. Durch Christus werden diese zeitlichen, irdischen Abläufe durchbrochen. Da findet der Mensch einen gnädigen Gott. Das feiert die Reformation, bei der nichts mehr vom Verhalten des Menschen abhängig ist. Wer einen gnädigen Gott erlebt, braucht weder an sich noch an der Menschheit verzweifeln.

Damit ändert sich der Umgang mit dem Sünder sein. Das richtet die Gebeugten auf. Wir finden einen völlig neuen Umgang mit der Schuld. Egal was ich mir selbst an Versagen vorzuwerfen habe, ich brauche nicht als der Geknickte dahinsiechen, sondern darf mich ein einem neuen Selbstbewusstsein, das in der Tiefe ein Christusbewusstsein ist, wieder aufrichten. Die erfahrene Gnade bringt uns wieder zum Stehen. Erfahrene Barmherzigkeit kann mit anderen barmherzig sein. Damit weht ein neuer Geist im Miteinander. Es gelten nicht die Gesetze der Vergänglichkeit und des Untergangs, sondern die Gesetze der Auferstehung und des Neuanfangs. Weil Christus hier ist, können uns die Gesetze dieser Welt nicht mehr verdammen. Da haben wir einen festen Grund, selbst wenn um uns herum alles zerfließt.

Gott ist besänftigt, der Zorn ist weg, weshalb sollten wir uns da noch wegducken und das Vergängliche fürchten?

Gott segne dich.

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Reiner Zufall

Das was uns als Zufall erscheint, entpuppt sich auf kurz oder lang als eine Geschichte, die bestimmt nicht von ungefähr kommt.

„Der Mensch wirft das Los; aber es r. 16. 33

Liegen die Stimmen gleichverteilt auf zwei Kandidaten, die sich für eine neue Stelle bewerben, entscheidet das Los. Somit fällt die neue Aufgabe dem einen zu und der andere kann sich zurückziehen. Jeder akzeptiert diese „zufällige“ Entscheidung. Doch insgeheim weiß jeder, das kommt nicht von ungefähr. Wenn das Los fällt, scheint das Ergebnis unberechenbar und unplanbar und doch hat man den Eindruck, es trifft mitten ins Schwarze. Die täglichen Losungsworte, die vor zirka drei Jahren im Voraus gezogen wurden, haben damals nichts mit dem heutigen Tag zu tun. Wie kann es dann sein, dass sich immer wieder Menschen genau von diesem heutigen Wort getroffen sehen? Zufall? Ja natürlich ist das Zufall; es fällt uns zu! Wenn wir dann auch noch fragen, woher es uns zufällt, kommen wir an des Pudels Kern. Es fällt, wie der Herr will. Gott selbst mischt die vielen Zufälle auf. Hinter dem Zufallen steht eine führende Hand. Was uns da zufällt ist tatsächlich genau für mich bestimmt. Gott schreibt mit Menschen Geschichte, er schreibt sie jedoch auch ohne sie. Er mischt in unserem Leben mehr auf als wir denken können. Wenn wir auf dieser Welt sind, um in allem was wir tun und treiben, letztlich nur die Liebe zu lernen, dann dient alles diesem hohen Ziel. Gott und Mensch sind zur Einheit geschaffen. Da sind zwei Energiequellen, die in gegenseitiger Resonanz stehen und sich gegenseitig anziehen. Man kann das Leben gar nicht mehr außerhalb dieser Beziehung sehen. Es liegt in der Natur der Sache, dass diese beiden Pole bewusst oder unbewusst korrespondieren. Zwei Magnetfelder die sich anziehen, da kann dazwischen kommen was will, die Anziehungskraft bleibt. So haben die Zufälle immer mit der Anziehungskraft Gottes zu tun. Da gibt es keine Willkür mehr, sondern es gehört alles zu der Geschichte die da geschrieben wird.

Unter dem Gesetz der Anziehung kann Matthäus sagen: Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit, so wird euch alles andere zufallen. Wo das was Gott will ganz in unserem Fokus liegt, wo wir von ganzem Herzen unsere Berufung leben wollen, wird alles diesem Ziel dienen. Da greift Gott selbst in unsere Sorgen ein und regelt Dinge, die wir selbst nicht überblicken können. Ganz am Anfang meiner Berufung ins Kloster begegnete mir der Satz: Machen wir Gottes Angelegenheiten zu den unseren, dann macht er unsere zu den seinen. Damit war die Sorge abgehakt, wie regelt sich das mit meinem Arbeitgeber, dem ich von heute auf morgen wegbreche. Die Gedanken um meine Familie, um die Weiterführung meiner Aufgaben in der Jungenarbeit, konnte ich dann getrost ablegen. Über die vielen Dinge, die wir nicht beeinflussen können, steht der, der das Los der Menschen beeinflusst. Zufällig hält da einer mächtig die Fäden in der Hand.

Ist es da nicht angebracht, hinter allen Zufällen die führende und anziehende Hand zu entdecken, die durch Höhen und Tiefen mit uns zusammenwachsen will?

Gott segne dich.
Blühende Grüße Theophilos 💐😇

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Wir beeinflussen die Welt

Als Geheimnisträger der Wahrheit, sind wir in diese Welt gerufen.

„So mache dich auf und predige ihnen alles, was ich dir gebiete.“
Jer. 1, 17

Ein Spezialauftrag an Jeremia. Sei kein Frosch und gehe zu deinem Regierungschef. Bringe der Obrigkeit das Evangelium. Zeige denen, die über Menschen herrschen, wie das in Wahrheit, Gerechtigkeit und Frieden geschehe. Gott greift in die Regierungsgeschäfte ein. Selbst die Staatenlenkung überlässt er nicht dem Zufall. Egal ob die Männer und Frauen in einem Kabinett fromm und gottesfürchtig sind, Gott gebraucht sie als Werkzeuge seiner Geschichte. Aufgrund unserer Vergangenheit in Deutschland haben wir eine Verfassung die vor christlichen Menschenwerten nur so strotzt. Voller Hochachtung vor dem Leben und mit starken Regularien ausgestattet, dies in Gerechtigkeit zu erhalten. Als das deutsche Grundgesetz entstand, waren Männer am Werk, die sich nicht scheuten, in einer pluralen Gesellschaft, biblische Grundlagen zu verankern. Wo die Würde des Menschen unantastbar festgeschrieben ist, saß Gott mit am Diktiergerät. Glaubende nehmen Einfluss in das Weltgeschehen. Bis in höchste Kreise hinein erheben sie die Stimme des Evangeliums. Wo Gott Geschichte schreibt, braucht es Menschen, die seine Wahrheit outen. Glaube geht nicht für sich, Glaube hat einen Verwendungszweck. Er soll hineinwirken in das ganz normale Leben. Er soll bei Menschen ankommen. Er soll Menschen vom Irrtum befreien und einer ungerechten Welt Gerechtigkeit predigen. Frieden entsteht, wo Menschen in allen Schichten das Schwert niederlegen. Mache dich auf und predige, ist ein Schlachtruf der Versöhnung. Glaubenden haben einen hochkarätigen Auftrag. Das ist nicht nur ein bisschen Lobpreis für ein angenehmes Gemeinschaftsgefühl, das ist ein Aufstehen und Hinaustreten. Wir haben einen Auftrag in der Welt, an den Brennpunkten der Menschen.

Wenn Paulus die Situation beschreibt, dann geht es da nicht um einen netten Bibelgesprächskreis bei einer Tasse Tee, sondern um einen kernigen Outdoor Einsatz. „So steht nun fest, umgürtet an den Lenden mit Wahrheit und angetan mit dem Panzer der Gerechtigkeit, bereit für das Evangelium des Friedens.“ (Eph. 6) Wer sich aufmacht übernimmt Verantwortung. Als Glaubende sind wir verantwortlich, dass der Geist Christi an der Basis ankommt. Wie soll in einer unruhigen Welt Frieden werden, wenn nicht durch Menschen, die diesen Frieden in sich tragen und zu den Menschen bringen. Wir haben gegen allen Unglauben anzutreten und legen ein Kuckucksei in den Unfrieden dieser Welt. Wir sind eine heilige Gegenbewegung in allem Unheil. In der Waffenrüstung Gottes rufen wir nicht zum heiligen Krieg, sondern bringen die Wertschätzung für das Leben. Gegen allen Widerstand bringen den Christus an die Wunden der geschlagenen Menschheit. Dieser Kampf ist von der Hartnäckigkeit und Unerschütterlichkeit der Liebe getragen. Mache dich auf und beeinflusse deine Welt mit Frieden.

Wenn sich die Glaubenden zurückziehen, wer bestimmt dann das Zusammenleben der Menschen?

Gott segne dich.

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Wir haben mehr Macht als wir denken

Die Energieentladungen Gottes hinterlassen Spuren in dieser Welt.

„Der Herr sprach zu Abram: Ich will dich segnen, und du sollst ein Segen sein.“
1. Mose 12, 2

Wenn der Herr den Abram gesegnet hat, der zum Anfang der Menschheitsgeschichte gelebt hat, dann spüren wir heute noch die Auswirkungen davon. Segen ist explodierende Lebensenergie, sind die Energieentladungen Gottes. Einmal geschaffene Energie, bleibt für immer, das wissen wir aus der Quantenphysik. Energie ist unauslöschbar. Wenn sie einmal da ist, verwandelt sie sich in Licht, Kraft, Wärme und Leben und bleibt in irgendeiner Form für ewig. Wo Abraham zum Segen wird, wurden seine Nachkommen so zahlreich wie die Sterne am Himmel und wie der Sand am Meer. Diese Energie, die auf ihn gelegt wurde hat sich über die ganze Welt ausgebreitet. Jeder Glaubende kann sagen, er geht in die Spuren Abrahams. Dieser damalige Segen wirkt immer noch. Er wirkt durch die Höhen und Tiefen der Geschichte, durch Kriege, Niederlagen und Siege. Egal welche Schatten auf den Menschen gelegen haben, der Segen ist dabei nie untergegangen. Wenn alles vergeht, der Segen bleibt. Er ist zutiefst Gottes Lebenselixier, eine Energieform, die sich nicht verbraucht. Auf der Segensträhne von Abraham liegt das Christus-Erbe. Wo der Segen über Christus führt, muss sich über die ganze Erde die unaufhaltbare Energie des Heiles ausbreiten. Segen ist wie ein Netzwerk das die ganze vergängliche Erde mit unvergänglicher Energie umspannt. Wir sind in mehr Segen eingehüllt als wir überhaupt wahrnehmen können. Wir sind vom Segen berührt um Segen zu sein.

Wer Segen ist, steht im Widerstand zu allem Zerfall. In ihm lebt Auferstehung mitten im Sterben. Segen ist ein Faustschlag gegen das Böse. Damit ist immer mehr Antrieb zum Leben da, als aller Terror dieser Welt vernichten kann. Es ist die Energie, die die Widerstandkämpfer der dritten Reiches motiviert hat, gegen einen Unrechtsstaat aufzustehen und das eigene Leben zu riskieren. Segen ist viel mehr als zur der Zuckerguss, den Gott auf ein beschwerliches Dasein zu streuen hat. Segen setzt Ewiges gegen Vergehendes. Da handelt eine fremde Energie in einem menschlichen Wesen. Wo wir Segen sind, handeln wir auch dort, wo uns die Hände gebunden sind. Segensträger sind auch in der Schach-matt-Situation nicht am Ende. Wo der Segen fließt, ist immer genügend Energie vorhanden, der ausweglosesten Lage die Stirn zu bieten. Segen trotzt den Umständen die so sind wie sie sind. Wir sind zum Segen berufen. Das ist ein heiliger Auftrag in einem unheiligen Menschen. Es liegt nicht an der Kraft und Energie die wir selber haben, sondern an dem Segen der uns zufließt. Das ist ein Kräftezuwachs für unmenschliche und katastrophale Verhältnisse, denen wir Lebensenergie zufließen lassen. Wir dürfen die Hände erheben und für unsere Welt zum Segen werden.

Wenn wir in solch einer Berufung stehen, ist uns da nicht viel mehr Macht in die Hände gelegt als wir je denken können?

Gott segne dich an diesem Sonntag.

Auch die Glocke will ein Segen sein. Sie sucht Menschen, die unter ihrem Schweigen leiden
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Du oder ich

Ob ein Menschen glauben kann, entscheidet sich daran, wem er nachläuft und vor wem er sich niederwirft.

„Lauft nicht anderen Göttern nach, um ihnen zu dienen und um euch vor ihnen niederzuwerfen, und reizt mich nicht mit dem Machwerk eurer Hände.“
Jer. 25, 6

Du oder ich, ist immer die spannende Frage des Glaubens. Auch Glaubensmenschen nehmen sich oft sehr wichtig. Wir haben hohe Ziele, was aus unserem Leben einmal werden soll. Auch mit ehrgeizigen frommen Zielen kann man am Eigentlichen vorbeischießen. Wenn wir uns nur einmal vorstellen, was wir am Ende unseres Lebens einmal erreicht haben möchten. Da kann die edle Vorstellung: Ich möchte mal ein Heiliger werden, der für andere ein großes Vorbild ist, voll daneben liegen. In dem täglichen Kampf, der uns auferlegt ist, geht es nicht um uns. Wo es um Glaube geht, geht es um Du oder ich. Wo wir das Leben des Glaubens einüben, wozu wir eigentlich auf dieser Welt sind, gibt es immer nur die eine Entscheidung – Christus oder ich. Glauben lernen heißt, dass sich immer mehr Christus in meinem Leben verwirklicht. Wir stehen in der ständigen Auseinandersetzung zwischen ihm und uns. In uns tobt ein Kampf der Selbstbehauptung, der Suche nach Ehre und Anerkennung. Dietrich Bonhoeffer hatte im Hinblick auf das Ende seines Lebens nur den einen Wunsch, dass er in seinem Leben glauben gelernt hat. Es geht nicht darum, was wir mit uns und für uns erreichen, sondern was Christus an uns erreicht. Die Vollendung eines Lebens im Glauben liegt in dem Ihm dienen und sich ihm niederwerfen. Diese innere Verwandlung von mir zu ihm ist das Ereignis, das in unserem Leben stattfinden soll. In einem Leben soll Glaube entstehen, der einen Menschen weit über sich selbst hinausführt. Dazu muss das andere, das sich selber meint abgebaut werden. An sich selbst zu glauben ist ein Trugschluss der Menschen verkleinert. Wer sich selbst vergöttert, reduziert sich auf sein menschliches Niveau. Er vergaloppiert sich und blockiert den größten Erweiterungsprozess, den ein Leben durchmachen kann. Wo Glaube wachsen soll, geht es immer um Er oder ich.

Paulus wird dabei ganz praktisch: Lasst uns ablegen alles, was uns beschwert, und die Sünde, die uns umstrickt. Lasst uns aufsehen zu Jesus – Anfänger und Vollender des Glaubens. Damit Glaube wachsen kann, müssen wir uns bewusst machen, welch ein Kampf hinter diesem Reifungsprozess steht. Ablegen und aufsehen, ist der ständige Umschwung von mir zu ihm. Es ist das tägliche Loslassen und sich selbst nicht so wichtig zu nehmen. Wir werden nichts verlieren, wenn wir uns selbst verlieren und dabei Christus gewinnen. Wo dieser Glaube entsteht, wächst eine unvorstellbar große Welt in uns heran, die meine Kleine weit überragt. Er oder ich entscheidet über das Wachstum unseres Glaubens.

Was tun wir, um mehr um Ihn als um uns zu kreisen?

Gott segne dich.

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Aufbruch unter Lasten

Selbst in der größten Verlassenheit sind wir von Güte umarmt.

„Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil.“
Ps. 73, 26

Ein Lobgesang mitten in der Nacht. Totale Entspannung unter totalem Druck. Der Glaube singt sein Lied, dort wo die Wölfe heulen. Glaube ist ein erfolgreiches Leben in der Gegensätzlichkeit. Dass ein Leben an die Grenzen des inneren und äußeren Zerbrechens gerät, kennt jeder von uns. Schmach sind die Begleiterscheinungen in der Schule des Lebens. Wir kennen die Situationen, in denen wir es gut meinen, uns voll und ganz für eine gute Sache einsetzen und dafür nur Undank ernten. Paulus brannte für das Evangelium, wollte nur Gutes und Aufbauendes unter den Menschen bewirken und landet dafür im Knast. Unverständnis, Schmach, Frust als Dank für alles Mühen. Da wird einem Reifen die Luft abgelassen, das Rad kommt zum Stillstand. Es ist völlig normal, dass wir auch im Glauben voll an den Rand kommen und unter dem Eindruck stehen, jetzt geht gar nichts mehr. Es wird schwarz vor den Augen und es gibt nichts zu hoffen. Leib und Seele verschmachten, das ist ein Leidensdruck unter den jeder kommt. Man will nicht mehr und kann nicht mehr. Man erwartet nichts mehr und hofft, dass das Leben nur schnell zu Ende geht. Paulus könnte sagen: Wenn ich das gewusst hätte, wäre ich nicht mitgekommen, oder in meinem nächsten Leben werde ich Atheist. Doch das verschmachtet nimmt eine entscheidende Wende. In das verschmachtet sein kommt eine Trotzreaktion. Sei es wie es will, möge die Luft zum Atmen ausgehen, so ist doch Gott allezeit mein Trost. Trost ist das Auffangbecken für Verschmachtete. Trösten richtet das Gebrochene auf. Hände fassen unter den Wulst des nicht mehr Könnens. Trost sind nicht nur herzergreifende Worte, da kommt der Tröster. Trost ist Christus persönlich. Damit sieht die schrecklichste Situation ein anderes Gesicht. Der Verzweifelte und Gebeutelte erfährt im Bösen den Guten. Da kommt der Samariter zu dem auf der Straße Zusammengeschlagenen.

Wo das Herz getröstet wird, lösen sich die Gemütsknoten. Glaubende sind Getröstete, komme was da wolle. Damit stehen wir nie im Aus. Uns ist die stärkste Kraft des Überwindens anvertraut. Es sind die Augenblicke in denen sich das Jammern in Loben verwandelt. Getröstete akzeptieren ihren Schmerz, aber sehen ihn nie als das Letzte. Getröstete sehen den Weg danach. In Getrösteten setzt sich immer neu das Leben gegen den Tod durch. Sie leben mitten im Leid in einer Aufbruchstimmung. Die lähmenden Mächte, können nicht mehr aufhalten und zurückhalten. Getröstete durchbrechen die Nebel der Trostlosigkeit. Da kann kein Gefängnis ihren Lobgesang ersticken.

Wenn allezeit so viel Trösten da ist, warum geht uns dann immer wieder unter den Lasten die Luft aus?

Gott segne dich.

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Werde zum Wunder

Das was der Mensch heute ist, ist das Ergebnis von dem, was er gestern und vorgestern gedacht hat.

„Ich denke an die Taten des Herrn, ja, ich denke an deine früheren Wunder und sinne über alle deine Werke und denke deinen Taten nach.“
Ps. 77, 12-13

Hier betreibt ein glaubender Mensch Gehirnjogging. Er weiß um die Macht seiner Gedanken. Er ist sich dessen bewusst, ich bin das, was ich den ganzen Tag denke. Bei den zigtausend Gedanken, die einem täglich durch den Kopf schwirren, entscheidet die Hygiene, ob wir standhaft froh voranschreiten oder depressiv, belastet dahindümpeln. Wer Gedanken kanalisiert und diszipliniert, kann sie gezielt auf die Taten des Herrn und auf seine Wunder richten. Dabei geschieht Gewaltiges. Die zuvor unkontrollierten Gedanken werden fokussiert und konzentriert. Sie werden zielgerichtet auf das Handeln Gottes fixiert. Dadurch kommt schlagartig die ganze Geschichte von einer Grenzen sprengenden Macht in ein Leben. In all die Befürchtungen, wie werde ich das bloß wieder schaffen, vor mir stehen unüberwindliche Berge, kommt plötzlich die Auferweckung des Lazarus, das Weinwunder von Kanaan, oder die Biografie von dem im Brunnen gefangenen Josef, der Vizekanzler in Ägypten wurde. In den Gedanken formt sich der nächste Schritt. Jeder Gedanke hat die Absicht zur Tat zu werden. Daher brauchen die Gedanken eine Kontrolle und eine Richtung in die sich gelenkt werden. Wo die Gedanken nicht unter Kontrolle sind, entstehen Angsthasen und Triebtäter. Alle Handlungen sind Früchte der Gedanken. Und weil die Gedanken frei sind und dadurch über Wohl und Wehe des Menschen entscheiden, brauchen sie eine Denkrichtung. Wo sie sich nur auf ein Problem konzentrieren, umkreisen sie das Problem von allen Seiten und sehen nichts als Probleme. Wo sie sich in einen Flugzeugabsturz hineinsteigern, produzieren sie eine heillose Angst vor dem Fliegen. Gedanken können zum größten Gefängnis werden. Sie befürchten etwas Schlimmes und halten einen davon ab, einen wichtigen Schritt im Leben zu wagen, obwohl sogar wissenschaftlich nachgewiesen ist, dass höchstens 5% von dem was wir befürchten eintrifft. Unkontrollierte Gedanken reduzieren, sie machen Menschen kleiner und ängstlicher.

Daher ist Gedankentraining nicht nur eine wichtige menschliche Aufgabe, sondern eine heilige Aufgabe für Glaubende. Gedanken brauchen das uneingeschränkte Handeln Gottes vor Augen, damit in uns Unmögliches möglich werden kann. Wo in den Gedanken normales Wasser zu einem Spitzenwein wird, kann auch ein Geschäftsmann daran glauben, dass in einer Firmenkrise der Tag kommt, bei dem die Kunden bei ihm wieder Schlange stehen werden. Gedanken, die auf Wunder schauen, brauchen sich in Schwierigkeiten nicht erschrecken lassen. Gedanken, die auf Wunder schauen, umkreisen das Wunder und sehen nur Wunder. Die Gedanken an den Herrn erweitern unseren kleinkarierten Horizont. Da keimt eine Hoffnung auf, von der heute noch nichts zu sehen. Was die Gedanken heute glauben, wird morgen geschehen.

Wo können wir uns jeden Tag die Zeit nehmen, über Wunder nachzusinnen, dass wir Wunder erleben und selbst zum Wunder werden?

Gott segne dich.

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Wir flüchten zu gern

Menschen bauen sich gerne ein Nest in dem sie sich wohlfühlen und das ihnen Sicherheiten gibt, wie Freundschaften, eine gute Tradition, ein nettes Kapital, ein großes Plus auf der Beliebtheitsskala bei den Menschen, und merken dabei nicht, dass sie auf brüchige Glaubenssätze setzten.

„Wie kann ein Mensch sich Götter machen?
Jer. 16, 20

Eine fast schon entsetzte Frage, die einen tiefen Schaden offenbart. Menschen machen. In zentralen Fragen des Lebens setzen sie sich dem Macher entgegen. Sie haben ein Problem damit, dass ein gewaltiger Macher über ihnen steht. Sie akzeptieren nicht ihren Seins-Zustand, der in einer Beziehung zu dem liegt, der sie gemacht hat. Gott hat im Menschen nicht sein Ebenbild sich gegenüber, sondern eine Konkurrenz. Da gibt es großartige Menschen, die unheimlich stark in die Geheimnisse des Lebens eindringen, die wertvolle Wahrheiten entdecken, sich auf den Spuren Gottes befinden und sich doch um eine echte Beziehung herumdrücken. Überall suchen Menschen nach Wahrheiten, sei es in dem Weg nach innen zu sich selbst, sei es in guten Traditionen die aus spirituellen Kulturen, nahe an die alles durchdringende Welt Gottes führen, jedoch vor Christus wird Halt gemacht. Die Sehnsucht des Menschen treibt ihn nach fester Verankerung, nach einem Halt der trägt, nach Traditionen die einen auffangen, nach gesellschaftlicher Anerkennung, die das Selbstwertgefühl aufbaut, oder auch nach einem Kapital das Sicherheit bietet. Jedoch besteht dauernd die Gefahr, dabei von Gott zu flüchten und sich selbst zum Maßstab zu setzen. Wo sich der Mensch Götter macht, begrenzt er sich auf sein Denken und sein Handwerk. Sich Götter erschaffen ist die Verkürzung seines eigenen Dasein. Da findet eine menschliche Einschränkung statt, die der Mensch sich selbst auferlegt. Er betrügt sich damit um wesentliche, schöpferische Elemente seines Lebens. Er betrügt sich um den Christus, der für alles Weg, Wahrheit und Leben ist. Die Philosophien auf die wir unser Leben aufbauen, stehen ganz schnell in der Konkurrenz zu Christus und werden damit zur Einschränkung unserer Freiheit. Christus will all unsere selbstgebastelten Werte überragen. An Christus entscheidet sich, wer in Wahrheit unser Gott ist.

Auch bei Glaubensmenschen schleichen sich Formen, Rituale und Traditionen ein, die längst nicht mehr die Frische des Geistes in sich tragen. Da hat eine Gemeinschaft ihre festen Ordnungen für ihr Zusammenleben aus einem Aufbruchsgeist des Anfangs eingerichtet und steht nun in der Gefahr, dieses Struktur als Non plus Ultra zu betrachten. Da ist eine Form zu einem Gefüge erstarrt, das keine Beweglichkeit und Neudenken zulässt. Krampfhaft hält man daran fest, was einmal vor zwanzig Jahren richtig war. Man verliert dabei den Blick, dass eine Berufung nicht nur am Anfang steht, sondern jeden Tag neu geschieht. Wo wir Christus folgen, ruft er jeden Tag neu uns allen Traditionen heraus und will uns durch Umdenken beleben. Christus ist ständig unterwegs, mit einem lebendigen Geist unsere Götter aufzumischen.

Ist es da nicht sinnvoll, sich immer wieder zu hinterfragen, wem folge ich?

Gott segne dich.

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Wunder entdecken

Es weiß keiner von uns, was er Menschen gibt. Es ist für uns verborgen und soll es bleiben. Manchmal dürfen wir ein klein wenig davon sehen, um nicht mutlos zu werden. Albert Schweizer

„Was verborgen ist, ist des Herrn, unseres Gottes; was aber offenbart ist, das gilt uns und unseren Kindern ewiglich.
5. Mose 29, 28

Es gibt Geheimnisse, hinter die werden wir nie steigen. Viel zu viel gibt es, was für uns ein Leben lang ein Buch mit sieben Siegeln bleiben wird. Auch wenn wir vieles erforschen können und hinter manche Wahrheiten kommen, so bleibt der größte Teil des Lebens im Verborgenen. Allein den Menschen, den wir am besten kennen, können wir nur zu maximal 0,1 % erfassen. Wenn wir einen Menschen richtig gut kennen, dann ist uns von ihm mindestens 99,9% nicht bewusst. Das Meiste im Leben bleibt Geheimnis und bleibt unerforschlich. Daher können wir bis zum letzten Atemzug ständig Neues entdecken. Die ganze Geschichte um Gott ist ein verborgenes Geheimnis. Da spielen sich Welten in einer Größenordnung ab, bei denen die Rechenleitung unseres Verstandes einen winzigen Bruchteil wahrnimmt. Etwas erkennen, etwas entdecken und verstehen können, sind Glücksmomente des Augenblicks. Wo Gott uns ein Geheimnis offenbart, wo wir etwas erkennen, das uns bisher verborgen war, hat er ein kleines Fenster seines Reiches geöffnet. Wir müssen uns das immer wieder vergegenwärtigen, dass das Eigentliche unseres Lebens hinter unseren Kulissen ab geht. Wo Gott aus dem Verborgenen tritt, werden 5000 Leute von fünf Broten und zwei Fischen satt. Da steht nach einem Jahr Bauzeit wieder ein Kloster, nach einem Brandschaden von acht Millionen. Hinter den Kulissen geschieht das, was wir mit unseren Worten als unmöglich betrachten. Daher ist es gerade für glaubende Menschen sträflich, das Wort „unmöglich“ leichtfertig zu gebrauchen. Wir können es einfach nicht erfassen, was hinter den Kulissen alles möglich ist.

Unter diesem Erkennen liegt es nahe, es einfach wie Goethe auszudrücken, dass wir das Unerforschliche still verehren. Wir müssen einsehen, es geht bei allem noch viel, viel, viel meeehhhhr. Was im Verborgenen geschieht bleibt Gottes Geheimnis. All unser Wissen, und das kann eine große Menge sein, ist ein Klacks zu dem was es gibt und möglich ist. Wenn Gott offenbart, werden unsere Erfahrungen und unser Verstand überstrapaziert. Wenn wir anfangen uns zu wundern, dann sind wir wieder einmal von einem Strahl dieses Geheimnisses berührt worden. Glaubende werden immer mehr offen für diese Wunder und für uns Unmögliche. Glaubende geben Gott mehr recht, weil sie um das Geheimnis des Verborgenen wissen. Glaubende sind begierig, immer neue Wunder zu entdecken, in ihrem Leben viel mehr zuzulassen als sie selber denken können. Und sie bleiben die stillen Verehrer dessen, was sie nie begreifen werden.

Sind wir nicht bettelarm, wenn wir das Leben auf das reduzieren was wir verstehen und begreifen können?

Gott segne dich.

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In der Ritze blühen

Es ist völlig unwichtig in welcher extremen oder unglücklichen Situation wir uns befinden, darin spielt sich das eigentliche Leben ab.

„Wir warten auf dich, Herr, auch auf dem Wege deiner Gerichte.“
Jes. 26, 8

Das ist das wahnsinnige, das wir immer wieder neu begreifen müssen – Gottesbegegnung findet auch auf Gerichtswegen statt. Genau auf den bitteren Lebenswegen, die wir uns lieber heute als morgen weg wünschen. Viele von uns hörten gestern in der Predigt, von der Entführung des Volkes Israels in die babylonische Gefangenschaft. Vor ihnen standen 70 Jahre Unterdrückung. Das sind Aussichten, bei denen man gleich den Strick nehmen könnte. Ein Leben lang versklavt zu sein, ist nicht unbedingt eine prickelnde Vorstellung. Unter dem Gericht zu stehen solange man lebt, ist eigentlich der Ausverkauf. Da hinein lässt Gott ausrichten: Kinder, macht euch nichts draus, auch in der Gefangenschaft bin ich mitten unter euch. Baut Häuser, legt Gärten an und zeugt Kinder. Lebt euer Leben als währet ihr Zuhause. Wenn es dadurch den Babyloniern gut geht, wird es auch euch gut gehen. Wer auf den Herrn wartet, sich auf ihn ausrichtet, ist selbst in der Gefangenschaft frei. Da spielen äußere Gesetze und Gerichte keine Rolle. Auf den Herrn warten bedeutet, vom Gericht und allen widrigen Umständen unabhängig zu sein. Es zählt nie das was wir im Äußeren antreffen, sondern das was in uns wohnt. Wo wir auf den Herrn warten, zieht Christus ein. Wo Christus einzieht, verliert das Gericht seine Macht. Der Kampf und die Auseinandersetzungen mit den Widrigkeiten des Lebens, ist kein äußerer Kampf sondern ein inneres Warten und Empfangen. Darin wächst die Unbefangenheit gegenüber dem Gericht. Da entfaltet sich das ganze Leben in der Gefangenschaft. Da blüht ein Rittersporn in einer Asphaltritze.

Es sind nicht die Gerichte, die uns das Leben versauen, es liegt an unserem Warten auf den Herrn. Wir stehen immer in der Gefahr, den Härten des Lebens die Schuld zuzuweisen, dass es uns so dreckig geht. Wir zeigen mit Finger auf den bösen anderen, der uns das Leben schwer macht. Wir klagen über die Missstände in unseren Kirchen und Gemeinden, die für uns unerträglich werden. Da ist es ein egozentrischer Partner, der unser Glück zerstört. Alles äußere Dinge, die es in jedem Leben gibt, die entweder als Ausreden verwendet werden, warum wir unter dem Leben so hart leiden müssen, oder uns in das Warten und Empfangen führen. Glaube entwickelt sich nicht, wenn die Umstände sich ändern, sondern Glaube verändert Menschen, dass sie anders mit den Umständen umgehen. Wie ein Leben unter Gerichtswegen und in der Gefangenschaft verläuft, entscheidet sich daran, wie wir Gott an uns zulassen. Das Warten öffnet unser Herz, dass die Gaben Gottes hineinfallen können. Dann blüht das Leben in der kleinsten Ritze und in der größten Gefangenschaft.

Wenn Leben mitten in allen Härten aufblühen kann, wie kann es uns da gelingen, unser Herz in eine große Erwartung zu versetzen und ganz auf Empfangen einzustellen?

Gott segne dich.

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