Wir lösen Resonanzen aus

„Ich will dich loben mein Leben lang und meine Hände in deinem Namen aufheben.“
Ps. 63, 5

Das Wort Person kommt von „personum“ und heißt „hindurchtönen“. Was kommt durch dich zum Klingen? Dem Instrumentenbauer Martin Schleske wurde einmal der Auftrag erteilt, eine Geige zu bauen, auf der man beten kann. Der Solist wollte im Spiel zum Gebet werden. Er wollte das sein, was der Mensch von Grund auf ist. Tönendes Gebet. Resonanzraum göttlichen Spiels. Dazu sind wir als Person geschaffen, um das wilde Spiel schöpferischer Leidenschaft und die zarten Töne seiner Berührungen, in uns zu klingen beginnen. Loben ist Tönen dessen, was Gott anzupft. Wir sind ein Klangkörper, der Konzertsäle in Widerhall versetzt. Da ist Einklang mit allen Höhen und Tiefen des Lebens. Personum will dem Leben Antwort geben. Wo wir glauben, antworten wir auf die Liebe, die uns beruft.

Eine angeschlagene Stimmgabel bringt eine andere Stimmgabel in der gleichen Tonhöhe zum Schwingen. Sie kann nicht anders als mitzuklingen. Unserer Hindurchtönen versetzt unsere Umgebung in Schwingung. Unser Gotteslob, weckt in anderen dieses Lob. Da werden geheime, innere Resonanzen wach. Einzelnes Lob bleibt nicht allein. Unser Tönen schafft Gemeinschaft im Gebet. Loben ist ein verbindender Lebensstil.

Was klingt in uns? Wo die Leidenschaft eines virtuosen Spiels keine Resonanzen auslöst, haben die Sorgen für Morgen das Lob aufgefressen. Wo wir uns ermüdet mit Problemen abfinden, weil sowieso keine Änderung in Sicht ist, liegt ein nasser Lappen auf den Saiten, die dann nur noch dumpf zittern. An den Schwingungen die wir auslösen, erkennen wir, wie sehr unser Leben zum Lob geworden ist.

Was tönt durch uns hindurch?

Gott segne dich.

Auch die große Glocke will wieder hindurchtönen – lass sie schwingen
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Haarscharfes Unterscheiden

„Ich bin der Herr, der die Zeichen der Wahrsager zunichte macht und die Weissager zu Narren.“
Jes 44, 25

Wem oder was können wir glauben? Was ist Wahrheit? Gott sagt: Ich bin der Herr. Von mir geht alles Denken aus und bei mir fließt alles zusammen. Hier ist der Fixstern der Orientierung. Wer von diesem Stern von Bethlehem abweicht, wird Scheinwahrheiten auf den Leim gehen. Er kommt nicht beim Stall, in dem das Licht aufgeht heraus, sondern landet in einer anderen wackeligen oder glanzvollen Hütte. Sterne, die nicht auf die Grundlage des lebendig machenden Worte hinführen, lullen ein und schmieren Honig ins Gesicht. Bei den Wahrheiten, die in unzähligen Ratgebern vermittelt werden, geht es um den Geist der daraus aufsteigt. Führt der Weg zur Krippe oder zu mir selbst? Zu welcher Wahrheit gelangen wir, wo nur das Bewusstsein aufpoliert wird und das Ego Selbstbestätigung findet? Wahrheit heißt: Leben offenbart sich in seiner vollen Größe und Schönheit, inmitten aller Unwirklichkeit und Härte des Alltäglichen. Wahrheit ist ein Gottesereignis am Menschen. Sie entfaltet sich dort, wo Heiliges und Ewiges in das Vergängliche hineinplatzt.

Bei allem was uns beeinflussen will, ist Prüfen angesagt. Es geht um ein haarscharfes Unterscheiden des Geistes, wohin wir gelenkt werden sollen. Die Wahrheit die von Gott kommt, will wachrütteln, will aufdecken, will Licht ins Dunkel bringen. Diese Wahrheit ist ungemütlich, weil sie Gewohnheiten und eingefahrene Wege zerstört. Sie findet sich nicht mit Lieblingswegen ab, wo sie zum Stall führen will. Dieser Geist will einzig und allein den Reichtum Gottes aufreißen, den er in unser Leben legen will.

Ringen wir um den Geist aus der Krippe, oder wollen wir anderen auf den Leim gehen?

Gott segne dich an diesem 2. Advent.

Lass voller Dank die große Glocke wieder klingen
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Schönheit liegt im Bereuen

„Hiob sprach zu Gott: Ich hatte von dir nur vom Hörensagen vernommen; aber nun hat mein Auge dich gesehen. Darum gebe ich auf und bereue in Staub und Asche.“
Hiob 42, 5-6

Schöne und attraktive Menschen scheinen im Leben eine eingebaute Vorfahrt zu haben. Sie werden bewundert und die Welt liegt ihnen zu Füßen. Wer hausiert schon gerne bei einem Vorstellungsgespräch mit seinen Schwächen. Eindruck schinden, sich gut darzustellen, braucht man um erfolgreich zu sein. Doch bei vielen entsprechenden „Schönheiten“ merkt man, wie im Keller die Wölfe heulen. Manch einer vermisst sich vor dem Spiegel, ob seine Körperproportionen im goldenen Schnitt liegen, dreht sich um und macht danach anderen das Leben schwer. Edel ist nicht das, was ein Mensch sich einbildet oder nach außen zur Schau trägt, sondern in wie weit er sich erkennt und dazu steht.

Der gebeutelte Hiob macht die Entdeckung seines Lebens. Er begegnet Gott und erkennt sich dabei selbst. Im Spiegel Gottes findet er sein wahres ich. Da ist Schluss mit Schauspielerei und dem sich etwas vormachen. Wo sein Auge Gott sieht, sieht er sich wie er wirklich ist. Gottesbegegnung ist seine Realität. Selbsterkenntnis ist der Nullpunkt, an dem der Hahn dreimal kräht und mir klar wird: ich bin im Engpass in der Lage, Gott und die Welt zu verraten und meinen guten Vorsätzen untreu zu werden. Diese Erkenntnis ist die Geburtsstunde des Menschseins. Wo ich erkenne, ich lebe aus der Barmherzigkeit, da kann ich wie Petrus zum Fels der Kirche werden. Wahre Größe und Schönheit liegt nicht in dem was ich selbst bin, sondern in dem, was ich von Gott her an mir zulasse. Wo ich meine Brüchigkeit erkenne und in Staub und Asche falle, geschieht das eigentliche Wunder meines Lebens.

Was verteidigen wir an uns und verhindern dadurch unsere Schönheit?

Gott segne dich.

Lass voller Dank die große Glocke wieder klingen
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Verzetteln und verschlafen

Herr, du bist allein Gott über alle Königreiche auf Erden, Du hast Himmel und Erde gemacht.“
2. Kön. 19. 15

Alleinstellungsmerkmale kennzeichnen Einzigartiges. Es ist die Weltneuheit, die es so nirgends mehr gibt. Jeder Mensch hat sie, jede Gemeinschaft ist ein Unikat, jedes Unternehmen hat Merkmale, das es von allen anderen unterscheidet. Es ist nur die Frage, in wie weit jeder diese Einmaligkeit an sich und an seiner Firma entdeckt hat. Einzigartigkeit kommt von Gott. Der Schöpfer erdachte sich diese Genialität. Gottes Alleinstellungsmerkmal ist Leben. Er sprüht vor Energie und will Beziehung zu Menschen. Einzigartig liebt er und verschwendet sich. Aus dieser Alleinstellung atmet die Welt. Damit ist Erde heilig befruchtet. Damit fließt Segen, der Schöpfung reich macht. Er ist absoluter Spezialist für Lebenserneuerung. Er ist Lebensaufwecker, wo nur noch Pflichten erfüllt werden, To do – Listen quälen und Abläufe funktionieren müssen.

Wo diese Alleinstellung fehlt, verzetteln sich Menschen in dem erschlagenden Angebot ihrer Tage. Sie lassen sich durch Weihnachtsmärkte und brechendvolle Regale der Einkaufszentren treiben. Sie bekommen in einer Glitzerwelt vorgegaukelt, im prallen Leben zu stehen. Wo wir im Konflikt der Pflichten verzetteln, brauchen wir eine harte Dosis, um wach zu werden. Wir brauchen eine verkrachte Beziehung, ein Klinikaufenthalt, eine Auszeit, ein Schockerlebnis, das uns wachrüttelt und in die Einzigartigkeit des Lebens zurückführt. Wir brauchen den Konkurs um wach zu werden, für eine tragfähige Zukunft. Die Sehnsucht dafür liegt in jedem von uns, doch unser Verzetteln und Schlafen trennen uns davon. Leben in seiner prallen Fülle, liegt in der Alleinstellung Gottes.

Wo funktionieren wir nur und verspielen das Lob unseres Lebens?

Gott segne dich.

Lass voller Dank die große Glocke wieder klingen
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Wir sind enttäuschungsresistent

„Schaff uns Beistand in der Not; denn Menschenhilfe ist nichts nütze.“
Ps. 60, 19

Tag für Tag wagen wir es, uns auf Menschen einzulassen. Wir riskieren neue Beziehungen, öffnen unser Herz und machen uns verletzlich. Voller Erwartung setzten wir die Hoffnung in einen neuen Mitarbeiter und planen mit ihm Großes. Mit Eifer setzen wir alles auf eine Karte. Ja, das kann jetzt richtig gut werden. Wir haben gebrannt und verbrennen uns dann doch die Finger. Erste Unzuverlässigkeiten; auf Versprechen kann man sich nicht verlassen. Unpünktlichkeit nervt immer mehr, und die etwas kühle Zurückhaltung befremdet. Enttäuschung – wie eine eiskalte Dusche auf dem anfänglichen Feuer. Übrig bleibt ein glimmender Aschehaufen. Enttäuschte Erwartung, Miteinander das belastet. Wir bauen auf Menschen und gehen baden. Beziehungen, brüchig wie Glas.

Im Dilemma menschlichen Miteinanders sagten die Jünger Jesu: Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens. Alles was Leben tragfähig macht, was in Not durchhalten lässt, ist das sich verlassen auf das Wort. Es sind nicht Menschenworte die festmachen, es ist Gottes Wort, das brüchige Menschen stabilisiert. Um menschlicher Enttäuschung entgegenzuwirken, ist das Wort Beistand in der Not. Kein vergänglicher Mensch kann diese Zuverlässigkeit bieten, wie sie aus diesem schöpferischen Wort kommt. Wer diesen Beistand hat, wird in den menschlichen Krisen enttäuschungsresistent. Man leidet dann unter einer verkrachten Beziehung und bleibt trotzdem dankbar, für das was gut war. Man ist verletzt und macht dennoch mutig weiter, weil die Kraft des Wortes stärker ist als alles Versagen.

Wo uns Menschen verlassen, verlassen wir uns da auf das Wort?

Gott segne dich.

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Der höchste Schutzfaktor

„Der Herr behütet dich; der Herr ist dein Schatten über deiner rechten Hand, dass dich des Tages die Sonne nicht steche noch der Mond des Nachts.“
Ps. 121, 5-6

Lago Maggiore – mediterrane Landschaften, südländisches Blühen, urige Strandcafés, traumhafte Stimmungen am See – und Stechmücken. Die Erinnerungen an einen Urlaub mit rot zerstochenen Beinen. Stiche sind lästig und können jede gute Laune verderben. Stiche sind alltäglich im Miteinander. Ein vorwurfvoller Blick, ein scharfer Ton, eine ungeschützte Äußerung und der Tag ist versaut. Bei Nacht treiben die Schatten der Tage ihr Unwesen und wälzen einen matten Geist hin und her. Die vielen Stiche wollen außer Kraft setzen und sind die lähmenden Begleiter zwischen morgens und abends.

Gott sticht gegen die Stiche. Er ist das Gegenmittel zu all den lästigen Plagegeister, die in den Wahnsinn treiben. Er ist der höchste Schutzfaktor gegen Sonnenstich und piesackendes Ungetier. Allwetterschutz, ganz dicht auf unserer Haut, wie der Schatten, der überall nachschleicht. Ein Schutzfaktor außer Diskussion. Er ist in keiner Phase wegzudenken. Gott ist auf der Hut als ganz persönlicher Schutzpatron. Da ist ein unermüdlicher Verhinderer, der alles einsetzt, dass Stiche uns nicht flach legen.

Dieser Schutz wirkt. Der Wirkungsfaktor ist heil werden in Christus. Damit hat das Lamento ein Ende. Keine Stichelei kann da mehr erschlagen. Mit diesem Schutzfaktor, kann ich keiner bösen Stechfliege mehr die Schuld für mein Elend geben. Der Glaube ist ein äußerst wirksames Mittel gegen allen belastenden Zickenzoff. Dieser Wirkstoff macht psychisch stabil, in den täglichen Nadelstichen, die wir zu bewältigen haben.

Bei solch einen hohen Schutzfaktor, weshalb sticht uns da so vieles?

Gott segne dich.

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Von Lust überfallen

Bekehrt euch, so werdet ihr leben.“
Hes. 18, 32

Gott ist lebenslustig. Wenn er von Leben spricht, denkt er an volles Werk. Da steht die Orgel auf Tutti, bei dem sich fast das Kirchendach hebt. Er denkt an pralle Schöpfung pur, an mehr als genug. Er verheißt Herrlichkeit in einer gefallenen Welt. Er redet von Sieg in den Niederlagen. Er träumt von überschäumender Fülle, in aller Armut, von Hoffnung in aller Angst, von heil werden, wo Leben krank ist. Man kann sich freuen, wo es eigentlich nichts zu lachen gibt. Gott redet von Leben und denkt an Christus der sagt: Ich lebe und ihr sollt auch leben. Überall sprudelt da die Lebensfrische, die nach alle Seiten überquillt. Menschen sind voll in ihrem Element. Die Kraft des Geistes ist nicht zu bändigen, weil 100% weit überschritten sind. Da geht einer in die Vollen, über alles Normale hinaus.

Gott hat völlig andere Vorstellungen von Leben, als das, was wir landläufig zusammenvegetieren. Er bäumt sich auf, über dem Trott unserer Routinen, mit denen wir uns von einem Tag in den andern hangeln. Wir haben uns in eine falsche Bescheidenheit eingenistet und auf dem Sofa der Mittelmäßigkeit Platz genommen. „Es ist wie es ist, daran lässt sich sowieso nichts ändern.“ Unter der Last unserer Beziehungen, haben wir geduldig den Frust zum Freund gemacht. Wir erwarten nichts mehr vom Leben, weil wer hoch hinaus will, tief fallen wird. Wir halten uns zurück, weil uns die Vernunft gelehrt hat, manchen Missständen muss man sich halt fügen, um sie nicht noch mehr zu verschlimmern. Dabei haben wir gar nicht gemerkt, wie die Liebe, das Leben und die Lichter ausgegangen sind. Kehr um. Reise das Ruder herum. Dein Kopf ist rund, um umzudenken. Finde dich nie ab mit dem was ist. Das Leben will dich voll und ganz.

Wo sind wir eingefahren, wo will uns die Lust auf das Leben überfallen?

Gott segne dich.

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Lass dich aufhieven

„Der Herr hebt die Dürftigen aus dem Staub.
1. Sam. 2, 8

Asche zu Asche, Staub zu Staub, ist der Weg der Menschen. Wenn Gott aus dem Staub aufhebt, sieht Leben völlig anders aus. Er schafft gegen den Dreneckaralb.deck, gegen das Erniedrigende und gegen das Vergängliche. Was er aufhebt, wird aus dem Sterben müssen herausgerissen. Damit ist mit Staub basta. Das Eigentliche ist nicht der Erde-Geschmack im Mund, es ist das lebendig geworden sein, aus allem was zu Boden drückt. Aufheben ist Evangelium, ist aufstehen im Tod, ist wach werden in den Katastrophen. Aufheben ist die erste Kerze am Adventskranz, die in das Chaos, in die Unruhe unserer Tage hineinleuchtet. Das Christus-Licht hebt uns aus der geistigen Umnachtung, die uns überall beschleichen will.

Nicht wir machen Gehübungen, wenn wir im Dreck liegen, wir werden aufgehoben. Dürftige erfahren das aufgehoben werden. Das sind Menschen, die leiden unter der Zerrissenheit ihres Lebens. Das sind diejenigen, die sich nicht damit abfinden, dass nichts geht und alles so trostlos erscheint. Es sind solche, die nicht mehr so weitermachen wollen, wie der Lauf der Zeit es ihnen aufgedrängt hat. Es sind die Bereiten, die Offenen, die sich durch das Wort ins Leben hieven lassen. Sie lassen sich willig von dem Hirten auf die Schulter nehmen. Sich aufheben lassen, ist der Aufbruch zu neuen Ufern. Das ist der Umbruch von der Kriechspur auf die atemberaubenden Wege des Geistes. Der Aufgehobene lässt Staub, Erde und Asche hinter sich. Es sind nicht die Schläge des Lebens, die ihn bestimmen, sondern der, der ihm unter die Arme greift.

Kauen wir noch auf dem Staub, den wir auf der Zunge haben, oder spüren wir schon die Arme die uns aufheben?

Gott segne dich.

Lass voller Dank die große Glocke wieder klingen
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Wir machen den Weg frei

Lukas 1, 67-79 (Luth 17)

Seit knapp 30 Jahren machen Volksbanken und Raiffeisenbanken mit diesem Werbeslogan den Weg frei. Da fährt eine alte Dampfeisenbahn in vollem Tempo auf eine Stahlbrücke zu, die in der Mitte unterbrochen ist. Per Kopfkino steht dem Betrachter die Katastrophe vor Augen. Jeder sieht den Absturz kommen, auf den die ahnungslos Reisenden zusteuern. Doch im Moment der Überfahrt, wird der Abgrund mit zwei gleisenden Lichtschienen überbrückt und keiner bekommt nicht einen Funken davon mit, welche Gefahr gerade an ihnen vorübergegangen ist.

Zaharias entdeckt auf geheimnisvolle Weise, wie er mit seinem frischgebackenen Sohn den Weg frei macht.

1. Das Kapital

Gelobt sei der Herr, denn er hat besucht und erlöst sein Volk… 69 und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils im Hause seines Dieners David . 

Zacharias im Vater-Glück. Im Anblick seines Sprösslings Johannes, bricht er in Jubel aus. Wir kennen viele Väter, die aller Welt voller Stolz ihren Stammhalter präsentieren. Da schwappt schon mal die Freude über einen gesunden Sohn gewaltig über. Solche Väter werden unter dem Glück ihres Nachwuchses, schnell selbst zu überquellenden Wonneproppen. Da sprüht die Dankbarkeit Leuchtraketen zum Himmel, wie bei einem Silvesterfeuerwerk. Ein Vater im Vater-Glück.

Dieses Vater-Glück hat jedoch bei Zacharias noch eine ganz andere Dimension. Vater-Glück, aus der Hand des Gottes Israels. Sein tiefstes Glück ist es, sich in der Erbfolge Davids zu sehen. Sein Sohn ist nicht sein eigenes Kind, sondern damit besucht Gott seine Kinder. Mit dem kleinen Winzling liegt Gottesgeschichte in seinen Händen. Ein Kapital von unschätzbarem Wert. Sein Kind trägt die Züge des alten Vaters Abrahams, von Jesaja, oder dem König Salomo. Da brodelt das gesamte Alte Testament unter seinen Nägeln. Es wird ihm heiß und kalt, bei dem Gedanken, dass in diesem Augenblick eine Zeitenwende beginnt. Er sieht sich als Handlanger in einer Geschichte, die Jahrhunderte vor ihm, in die Geschichtsbücher gemeißelt wurden. Sein Lobpreis ist das fassungslose Erkennen, dass hier die größte Antwort kommt, auf all die Lichter, die in dieser Welt ausgehen. Sein Sohn wird dem einzigartigen Friedensfürsten, dem Wunderbar-Rat und Gott-Held Platz machen. Mit seinem Sohn bahnen sich Lichtspuren in die Abgründe der Welt.

Damit wird ihm auch klar…

2. Der Verlust

Und du, Kindlein, wirst Prophet des Höchsten heißen.

Wie gewonnen, so zerronnen. So wie der seinen Sohn bekommen hat, wird er ihn gleich wieder verlieren. Er wird nicht seinen Namen Zacharias tragen, sondern Johannes heißen, was mit der bürgerlichen Herkunft überhaupt nichts zu tun hat. Du wirst Prophet des Höchsten heißen heißt, ich habe keinerlei Anspruch auf meinen Jungen. Er kam mit völlig anderer Zweckbestimmung auf die Welt, als ich mir das vielleicht gewünscht hätte. Soviel zum Thema: Mein Bauch gehört mir.

Im Angesicht seines Sohnes muss er sich sagen: ich habe keinerlei Recht, für sein Leben irgendwelche Pläne zu machen. Das Vater- und Bestimmungsrecht hat ein anderer. Er hat zwar ein Kind, steht jedoch als leiblicher Vater in der zweiten Reihe. Eine bittere Pille für Helikopter-Eltern, die die Manger ihrer Kinder sind und jeden Schritt durchplanen und überwachen.  Wo Gott ein Auge auf ein Kind wirft, verlieren die Erzeuger ihr Mitspracherecht. Wie viele Söhne und Töchter konnten nicht ihre Berufung leben, weil Eltern es besser wussten und an die Unternehmensfolge in der fünften Generation dachten. Wo das Kind zum Propheten des Höchsten bestimmt ist, können sich Mütter und Väter nur zurückhalten. Wo Gott nach Menschen greift, verlieren menschliche Interessen ihr Gewicht. Wo Wegbahner für das Licht geboren werden, kann es schon mal in der Familienhierarchie dunkel werden. Eine von Gott erhaltene Gabe stirbt, wo sie nicht gegeben wird und in eine Beauftragung hineinfließt. Dieses Kapital fließt nur, wo es voll und ganz hingegeben wird.

3. Der bahnbrechende Weg

Denn du wirst dem Herrn vorangehen, dass du seinen Weg bereitest. 77 und Erkenntnis des Heils gebest seinem Volk in der Vergebung ihrer Sünden, 79 auf dass es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. 

Die Schatten des Todes lauern überall um die Ecke. Gerade jetzt in der beginnenden Adventszeit, erleben wir wie finster die Welt ist und wie den Menschen die Lichter ausgehen. Die ausgehungerten Seelen lechzen nach Licht. Sie schmücken sich mit Lichterketten von außen und glauben, dass es auch dadurch von innen hell wird. Die Nacht der Menschen schreit nach denen, die den schweren Gemütern, im Geiste ein Licht anzünden. Dazu werden Wegbahner geboren, die Christus den Weg frei machen. Es braucht Menschen, die sich zurücknehmen und Christus kommen lassen. Glaubende sind Platzmacher für Christus.

Finsternis kann kein Mensch aus sich heraus überwinden. Die ist so mächtig, dass selbst die kämpferischsten und wage mutigsten Flüchtlinge die über 7000 km zurückgelegt haben, um nach Deutschland zu kommen, an den Rand kommen, wenn sie dann am deutschen Beamtenstaat auflaufen. Kerngesunde Menschen kommen an ihre psychischen Grenzen und sehnen sich nur noch nach der Ruhe, die sie dort erfahren, wo sie sich unter den Zug werfen. Finsternis ist die Nacht der Seele, bei der das Leben endet, bevor es richtig begonnen hat. Finsternis ist alles Mittelmaß, ist die antrainierte Beschränkung des menschlichen Geistes, nur noch innerhalb der vorgegebenen Normen zu denken. Eingefahrenes Denken ist das mächtigste, weil unsichtbare Gefängnis, errichtet aus tausendmal gedachten, kleinkarierten, ängstlichen, begrenzenden Gedanken. Seine Mauern sind errichtet aus geistiger Furcht und eingeschliffener Routine, unsichtbar und doch so mächtig, hindern sie dich daran, den eigentlichen Weg der Befreiung auszuloten. Seine Wächter, alte, zähe Überzeugungen darüber, wie die Dinge zu sein haben, gebieten dir, dich mit dem Bekannten zu begnügen. Ein von dieser Umnachtung infizierter Geist, versagt dir kreativ, frei, ungewöhnlich und schräg zu denken und dich geistlich überraschen zu lassen. Wenn dein Geist mittelmäßig tickt, überredet er dich, das Abenteuer zu vermeiden und stattdessen auf Nummer sicher zu gehen. Finsternis täuscht nur das wahre Leben vor, doch in Wirklichkeit verharren wir nur in einer aufgewärmten Komfortzone, die keine Lebendigkeit zulässt. Wir dümpeln nur träge vor uns hin, denn es herrscht keine geistige Frischluftzufuhr. Die zarten Lichtstrahlen einer aufregenden, unbekannten Welt des Glaubens, die von außen in uns eindringen will, übersehen wir, bekämpfen oder belächeln sie.

Advent will mit Christus durch den Trott unser Eingefahrenheiten brechen. Die Finsternis braucht die Johannesse, die den aufgescheuchten und den eingefahren routinierten Menschen, Wege des Geistes und des Lichtes aufreißen. Glaubende gehen Advents-Wege. Sie bahnen Wege durch ihre eigene Nacht und die Nacht der Welt. Sie schöpfen aus dem Kapital, das ihnen in die Hände gelegt ist. Als Propheten des Höchsten, schlagen sie wo sie gehen und stehen eine glühende Schneise für Christus.

Wagen wir es noch gegen alles bessere Wissen, gleisende, leuchtende Lichtspuren über die Gräben dieser Welt zu werfen? Machen wir Wege frei für das Licht, dass in der Finsternis Lobgesang entsteht?

Wieder himmelsstürmend denken

So spricht Gott der Herr: Kehrt um und wendet euch ab von euren Götzen.
Hes. 14, 6

1. Advent – Sind wir bereit zu erwachen? Kehren wir um von dem eingefahrenen Trott, Jahr für Jahr Fenster, Häuser und Gärten mit hunderten von kleinen Lichtern zu schmücken, jedoch die Herzen finster zu lassen. Da ist so viel antrainierte Beschränkung des menschlichen Geistes, nur noch innerhalb der vorgegebenen Normen zu denken. Da sind mächtige, unsichtbare Gefängnisse, errichtet aus tausendmal gedachten, kleinkarierten, ängstlichen, begrenzenden Gedanken. Ihre Mauern sind errichtet aus geistiger Furcht und eingeschliffener Routine, unsichtbar und doch so mächtig, hindern sie dich daran, den eigentlichen Weg der Befreiung auszuloten. Seine Wächter, alte, zähe Überzeugungen darüber, wie die Dinge zu sein haben, gebieten dir, dich mit dem Bekannten zu begnügen. Ein von dieser Umnachtung infizierter Geist, versagt dir kreativ, frei, ungewöhnlich und schräg zu denken und dich geistlich überraschen zu lassen. Finsternis täuscht nur das wahre Leben vor, doch in Wirklichkeit verharren wir in einer aufgewärmten Komfortzone, die keine Lebendigkeit zulässt. Wir dümpeln träge vor uns hin, denn es herrscht keine geistige Frischluftzufuhr. Die zarten Lichtstrahlen einer aufregenden, unbekannten Welt, die von außen in uns eindringen will, übersehen wir, bekämpfen sie.

Gott will wach machen. Er will unser eingefahrenes, kleinkariertes Denken durchschütteln. Er will uns in die geistige Umlaufbahn des Adventslichtes hineinkatapultieren. Mit Advent sollen wir umkehren und wieder himmelstürmend denken, dass sich nicht der Funke der Unendlichkeit aus unserem Leben zurückzieht.
Sind wir bereit, antrainierte Routinen über Bord zu werfen und unseren Geist von einer umwerfenden Christus-Liebe infizieren zu lassen?

Gott segne dich an diesem 1. Advent.

Lass voller Dank die große Glocke wieder klingen
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