Umkehren befreit

Es ist ein halb Himmelreich, wo Menschen zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.
Der Herr hat mich gesandt, zu verkündigen ein gnädiges Jahr des Herrn und einen Tag der Rache unseres Gottes“

Jes. 61, 1,2
Gott schafft Umbrüche; radikale Umdenkprozesse, bei denen nichts mehr beim Alten bleiben wird. Er agiert wie ein innovativer Unternehmer. Ganz nach dem Prinzip: Wenn dein Pferd tot ist, steig´ ab. Wo die Sache mit den Menschen aus dem Ruder läuft und zu sterben droht, reißt er das Ruder herum. Gott steht für den Bau seines Reiches, einer großartigen Idee, die durch nichts zu toppen ist. Dieses Ziel hat er nie aus den Augen verloren. Herrlichkeit ist das Maß all seiner Dinge. Diesen Kurs will er aufrecht halten, auch dort wo ihm seine Schöpfung durch die Finger zerrinnt. Mit Christus schafft er die Wende, wo sich die Menschen verrannt haben. Da findet eine umfassende Kurskorrektur statt, wo das Unrecht regiert und die Mitarbeiter die Grundlagen des Unternehmens verlassen haben. In der Rache liegt der unbändige Wille, wieder auf Kurs zu kommen und Recht zu schaffen. Ein Tag Rache zu einem Jahr Gnade ist eine noch nie dagewesene Strukturwende. Da legt sich ein Unternehmer derart ins Zeug, dass eine menschlich unerreichbare Zielerfüllung über einen Bonus erreichbar ist. Durch Christus ist der Mensch zu größten Umdenkprozessen in der Lage. Er erkennt seine eingeschränkten Gedanken und sein zu kurz geschossenes Verhalten. Darin liegt die Gnade eines Neuanfangs. Das versteht die Bibel als Buße und Umkehr.
Wo das Ziel Herrlichkeit ist und wir in der Niedrigkeit stehen, ist in Christus die Wende aus dem Irrtum. Diese Gnade haben wir, dass wir in jeder Situation ausbrechen und umbrechen können. Mit Christus durchbrechen wir die aussichtslose Lage unseres Lebens. Wo wir das annehmen, geht die Hoffnung nie aus. Da sind wir nie am Ende, auch wenn all unsere Kräfte versagen. Ab diesem Moment brauchen wir uns nicht mehr wegen unserer Schwachheit zu schämen oder wegen unseres Versagens ins Unglück stürzen. Der Beginn dieser Wende ist die schlichte Zuwendung zu Christus. Damit entsteht mitten in unserem Chaos ein Stück dieser Herrlichkeit.
Ist somit Umkehr und Umdenken nicht ein fast magischer Begriff für Freiheit und Erneuerung?

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Gerecht Gemachte verbreiten Lebensmut

Wem Lasten abgenommen wurden, der kann mit anderen gönnerhaft und großzügig umgehen.
„Wahrt das Recht und übt Gerechtigkeit; denn mein Heil ist nahe, dass es komme, und meine Gerechtigkeit, dass sie offenbar werde.“

Jes. 56, 1
Was der Prophet hier ankündigt, ist der größte Befreiungsschlag für die Menschen. Da ist schlagartig ein Berg von Schulden weg. Gott entsorgt Unrecht und Unheil. Gott tritt mit ganzer Macht, der Misswirtschaft der Menschen entgegen. Wo seine Gerechtigkeit offenbar wird, schafft er mit Christus eine Neuschöpfung im Chaos. Er ordnet das aus dem Ruder gelaufene, in „das Richtige“. Wo Heil kommt, verbindet die Liebe die Wunden, die der Eigensinn geschlagen hat. Offenbarende Gerechtigkeit, lässt schäumende Gemüter zur Ruhe kommen. In allem Aufbäumen, in allem innerlichen Kochen über erfahrender Ungerechtigkeit, kommt die Gewissheit, dass Gott Recht schafft und Unrecht zur Verantwortung zieht. Gott lässt keinen Zweifel daran, dass er die höchste und letzte Instanz über allem ist. 
An allen Ecken und Enden schreit das Unrecht zum Himmel. Wir stöhnen, wie selbst staatliche und politische Systeme, die für Recht und Ordnung verantwortlich sind, nur aus Macht- und Eigeninteresse handeln. Es ist unfassbar, wie unser Gesundheitssystem krank macht, weil es die Hilfe verwehrt, die Menschen wieder auf die Beine bringen würde. Doch allem Anschein zum Trotz, haben die Machenschaften der Menschen nicht das letzte Wort. Gerechtigkeit Gottes beginnt nicht in ferner Zukunft. Dieses Wort vertröstet nicht auf bessere Zeiten, die irgendwann mal kommen werden. Wo Christus ist, werden Menschen gerecht gemacht. Wer dieses Zurechtbringen erfährt, tritt dem Unrecht entgegen. Die Glaubenden sind gerecht Gemachte, die zu Brückenköpfen von Gottes Gerechtigkeit in dieser Welt werden. Wir sind Boten und Diener von Recht und Gerechtigkeit. Wie das praktisch aussieht sehen wir bei Paulus: „Ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auf das, was dem andern dient.“ Im Liebesdienst am Nächsten, erfährt dieser das Heil im Unrecht. Wer den Christus bringt und für andere zum Christus wird, übt Gottes Gerechtigkeit an den Menschen aus, und befreit sie aus dem quälenden Druck des Unrechts. Das ist der Dienst des Aufatmens.
Schaffen wir mit solch einem gönnerhaften Dienst nicht Hoffnung und Lebensmut?  

Barmherzigkeit baut auf

Nur wenn sich einer über uns erbarmt, können wir gerecht werden.
„Wir liegen vor dir mit unserem Gebet und vertrauen nicht auf unserer Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit.“

Dan. 9. 18
Gerechtigkeit und Gnade waren Luthers großes Thema. Daniel hatte die große Erkenntnis: So wie ich bin, kann ich Gott nicht genügen. Und wer ernsthaft glauben will, stellt immer wieder fest, dem, was Gott mit mir vor hat, kann ich nicht gerecht werden. Da klafft eine riesige Lücke. Wir müssen immer wieder entdecken, wie wenig wir zu echter Liebe in der Lage sind. Der Mensch steht vor Gott immer in seinem Mangel und seinem Defizit. Da ist keiner, der sich heilig sprechen könnte.
Wir vertrauen auf Erbarmen. Wir werden heilig und gerecht durch Gottes Anteil, der er zu unserem Leben dazu gibt. Christus ist Gottes Auffangbecken für Ungerechte. Mit ihm holt uns das Erbarmen ein. Die Barmherzigkeit befreit den Sünder vom schuldig sein. Das ist die einzige Wiedergutmachung von Übel. Vor Gott kann sich kein Mensch, durch noch so gute Leistungen etwas verdienen; einzig dass Gott durch Christus auf ihn zukommt. Nicht unsere frommen Werke stimmen Gott gnädig, sondern in Christus sind wir begnadigt. 
Mit Christus enden alle Selbstvorwürfe, alle Anklage. Durch die Barmherzigkeit findet unsere Selbstaufwertung statt. Dadurch sind wir der wertvollste Mensch, in Gottes Gegenwart. Wo wir in unseren Gebeten darauf vertrauen, entspannt sich die Last unseres Lebens. Wo wir auf dei Barmherzigkeit vertrauen, können wir Gott nicht mehr zur Last fallen und werden in unserer Schwachheit wertvoll und wichtig. Das Vertrauen auf die Barmherzigkeit versönt mit Gott und dem Leben.
Verkrampfen wir uns noch im Kämpfen um das Gute, oder nehmen wir das Gute einfach dankbar an?

Glauben heißt, Gott recht geben

Wo Gott zu seinem Recht kommt, fehlt es an nichts mehr.
„Es ströme das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach. 

Amos 5, 24
Mit solch einer Aussage reißt Amos einen gewaltigen Horizont auf. Wo das Recht wie Wasser strömt, handelt Gott gegen alle menschliche Gesetzmäßigkeit. Da wird ein Bild gemalt, dass die Leute so nicht kennen. Wo das Recht im Übermaß fließt, tritt das totale Gegenteil ein, von dem, was die Menschen kennen.
Zur Zeit des Amos war die Obrigkeit ein willkürlicher Machtapparat, der das Volk ausbeutete. Diese Regierungen waren weit weg von einem fürsorglichen Sozialstaat. Da wurde unterdrückt und entrechtet. Umso grasser ist das Bild das Amos in solch einer Situation aufzeigt. Wo es eigentlich unter Menschen überhaupt nicht möglich ist, Recht und Gerechtigkeit  zu schaffen, spricht er von nie endendem Recht. Recht und Gerechtigkeit gibt es nicht unter Menschen, sondern allein in Gott. Alle Sehnsucht nach Recht und Gerechtigkeit kann kein Mensch stillen, sondern kommt in Gott zur Ruhe. Wo das Recht strömt, entsteht die größte Wiedergutmachung der Geschichte. Da lenkt Gott den Blick auf Karfreitag und Ostern. Mit Christus entsteht das Rechtschaffen für die Welt. Die Ungerechtigkeit, die durch die verkrachte Beziehung zu Gott, das Leben schwer macht, wird am Kreuz aus der Welt geschafft. 
Wenn Recht und Gerechtigkeit fließt, dann geschieht das dort, wo in einem Menschen Christus zu seinem Recht kommt. Er geht nicht um unser Recht, sondern in uns kommt Gott zu seinem Recht. Da fängt der Glaube an, wenn wir nicht um unser Recht kämpfen, sondern Gott über uns recht geben. Diese Gerechtigkeit kehrt die Werte in uns um. Wo Gott in uns das Sagen hat, kann eine Welt wieder gerecht werden. Wo jeder um sein Recht kämpft, bleibt Unfrieden. Wo Gerechtigkeit strömt, wird ein Mensch geschmeidig unter dem Wort. Wo Christus unser Handeln bestimmt, wachsen Früchte der Gerechtigkeit. Aus diesem Horizont treten wir allem Unrecht entgegen.
Wie stark ist der Strom in uns, dass wir Gott recht geben?

Ruckzuck sauber

Ratz fatz ist die Platte geputzt.
„Ich will die Sünde des Landes wegnehmen an einem einzigen Tag.“

Sach. 3, 9
Gott räumt den Dreck weg. Wo die Sünde weg ist, ist die Ungerechtigkeit aus der Welt. Da ist alles weg, was von Gott und dem Leben trennt. Da herrschen saubere Verhältnisse. Wir kennen die Aktion „saubere Stadt“, bei der oft Schüler einen Tag lang die Straßenränder säuberten.
Wenn Gott an einem einzigen Tag die Sünde aufräumt, dann ist das für Gottes Zeitrechnung ein Klacks. Wenn für ihn tausend Jahre wie der gestrige Tag sind, dann ist ein einziger Tag ein winziges Aufblitzen. Blitzartig ist das Unrecht fort und Leben da. Mit Christus ist eine schlagartige Änderung möglich. Von jetzt auf sofort sind wir vor Gott gerecht gemacht. Ratz fatz sind Altlasten weg. Diese Befreiung, dieses Aufatmen wirkt sofort. Mit Schuld fertig zu werden, ist für Christus kein lang dahin schleichender Prozess. Weg ist weg. Kein Nachtragen, kein langwieriges Ausheilen, kein mühsames Vertrauen, das wieder aufgebaut werden muss.
Der von Christus befreite Mensch, kann unbefangen in Grechtigkeit leben. Er lebt als der gerecht Gemachte in einer sündhaften Welt. Von ihm gehen die sauberen Verhältnisse aus, die er in die sterbende Menschheit hineinbringt. Damit wird die Verantwortung wahrgenommen, die wir in der Welt haben. Wir greifen wie Bonhoeffer dem Rad in die Speichen. Da kann man nicht mehr mit der Ungerechtigkeit der Menschen leben. Da geschieht Erneuerung in allem Alten. Das durchzieht unsere Familien und Gemeinschaften, das durchdringt Gesellschaft und Politik. Wem die Lasten abgenommen sind, der kann eine gebeutelte Menschheit aufrichten. Die gerecht Gemachten tragen das Recht, das Richtige und Gute in alles Unrecht.
Leben wir als die Befreiten in unserem Umfeld, oder tragen wir noch an den eigenen Lasten?

Abgründe brauchen Barmherzigkeit 

Menschliches Verhalten ist eigentlich nur zum Weinen.
„Wir wurden alle wie die Unreinen, und alle unsere Gerechtigkeit ist wie ein beflecktes Kleid.“

Jes. 64, 5
Das biblische Menschenbild zeigt Realitäten auf, die wir modernen Menschen nicht mehr ohne weiteres stehen lassen. Unrein und ungerecht sind die Prädikate, die uns ausgestellt werden. Wenn es um Reinheit, das Gute und die Gerechtigkeit geht, geht es immer um Gott. Das Unreine kann kein reines Verhalten an den Tag legen. Damit das Gute in die Welt kommt, bedarf es eines Höheren.
Wenn die Gerechtigkeit des Menschen wie ein befecktes Kleid ist, dann steckt da keine negative Sicht auf die Dinge dahinter, sondern der reale Blick auf die menschlichen Abgründe. Befleckt sind unsere großen Bekenntnisse, die wie Petrus felsenfest zu ihrem Herrn stehen, und dann wenn es lebensbedrohlich wird, kläglich versagen. Befleckt ist unser Griff nach dem Apfel, wo unser Bewusstsein größer sein will als Gott.  Auch die Menschen, die den dicken Max heraushängen, sind schwach und unzuverlässig. Große Lippen und viel heiße Luft. Menschen wollen oft mehr scheinen, als sie wirklich sind. Befleckt und unrein ist die Bilanz. Ein  modernen Coach spricht dann schnell vom inneren Schweinehund der überwunden werden muss. Doch wie will ein in sich ungefestigter, ungerechter und befleckter Mensch, aus sich heraus von einem Saulus zum Paulus werden?
Wo unsere Gerechtigkeit befleckt ist, braucht es eine unbefleckte Gerechtigkeit. Da sind wir bei Jesus Christus. Wo der Mensch sich erkennt, und wie Petrus bitterlich über seine Unfähigkeit zum Guten weint, kommt Gottes Gerechtigkeit ins Spiel. Weil kein Mensch gerecht sein kann, braucht er Christus der gerecht macht. Die Menschen, die Kirchen und Gemeinden leben allein von Gottes Barmherzigkeit. Es menschelt in jeder Gemeinschaft, das können wir niemand abtrainieren, wir können jedoch lernen barmherzig zu sein. Wenn wir uns und den anderen an seinen Abgründen finden, wollen wir gerne aufgeben. Wo Christus an unsere Abgründe kommt, will er neu anfangen. 
Wollen wir nicht gerade in unserem Versagen, der Barmherzigkeit die Türe öffnen?

Vom Liebe verzaubert 

Gottesfurcht, inszeniert weltbewegendes Kino.
Gottes Hilfe ist nahe denen, die ihn fürchten, dass Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen.“

Ps. 85, 10,11
Ein Liebesfilm der besonderen Klasse läuft hier vor unseren Augen ab. Eine Beziehung, eine Leidenschaft, wie aus einer anderen Welt. Ein Küssen und Begegnen, das schon einen weltfremden Touch hat. Wenn Gerechtigkeit und Frieden sich küssen, sind wir doch im falschen Film? Güte und Treue turteln verliebt umher. Ein grasser Gegensatz, zu dem, was wir täglich erleben. 
Gott träumt als Regisseur diesen Traum. Er schafft diese Wirklichkeit. Diese hochedlen Werte, die die Mensch täglich verwirtschaften, die menschlich letztlich nie erreichbar sind, kommen aus ihm. Gott hat sich hier nichts vorgenommen, sondern er ist diese Wertskala in sich. Güte, Treue, Gerechtigkeit und Frieden sind seine Persönlichkeitsmerkmale. Das Gute ist seine Existenz. Das Richtige, alle organisch funktionierenden Abläufe liegen in seiner Präsenz. Treu ist er in seinem endlosen Ja zu allem Geschaffenen. Im Frieden kommt in ihm alles zur inneren Genesung. Dieses leidenschaftliche Liebesspiel wirft Gott in das Chaos der Welt. Mit diesem unwirklichen Roman, setzt er eine neue Realität, in die ungerechte Wirklichkeit der Treulosen. Alle Härten, alles Ungute, alle Gereiztheit des Lebens, küsst er mit Güte. Sein Liebesspiel schafft das total Andere, von dem wir nur träumen können. Sein Küssen und Begegnen erhält die Welt am Leben. 
Die Ehrfurcht vor ihm ist das Gefäß, das diese Küsse auffängt. Wo das Leben aus allen Wunden blutet, erfährt derjenige die Hilfe, der diese Umarmungen an sich zulässt. Diese Liebkosungen muss man lieben lernen, damit aufgescheuchte Herzen Frieden finden. 
Wenn die Hilfe so nah ist, sind wir denn bereit, uns auf dieses Liebesspiel einzulassen?

Lass die Gerechtigkeit ran

Sehnsucht und Leidenschaft reißen alle Türen auf.
„Weil die Elenden Gewalt leiden und die Armen seufzen, will ich jetzt aufstehen, spricht der Herr, ich will Hilfe schaffen dem, der sich danach sehnt.“

Ps. 12, 6
Es ist nicht selbstverständlich, dass derjenige der recht hat, auch recht bekommt. Oftmals kämpfen wir vergeblich um unser Recht. Am Ende müssen wir uns geschlagen geben und mit erfahrenem Unrecht leben lernen. Das kann der erleben, der sich öffentlich für eine gute Sache einsetzt und von der Politik ausgebremst wird. Wer ein gesundes Rechtsbewusstsein besitzt, kann unter manchen Umständen krank werden. Auch unsere Rechtssprechung spricht „Recht“, übt dabei jedoch nicht unbedingt Gerechtigkeit aus. Unrecht schafft Gewalt und Elend. 
Dagegen steht Gott auf. Gott erhebt sich um im Unrecht Recht zu schaffen. Das Unrecht, das Unruhe auslöst, bringt Gott zur Ruhe. Wo sich innerlich alles gegen erfahrenes Unrecht aufbäumt, schafft Gott den Ausgleich. Wo wir von Menschen keine Gerechtigkeit erwarten können, wird Gott zur Gerechtigkeit. Mit Christus bekommt Gerechtigkeit ein Gesicht. Wir können über dem Unrecht der Welt nie zur Ruhe kommen, wir können nur über den erfahrenen Christus, dem Recht schaffenden Gott begegnen. Wir kommen im Unrecht zur Ruhe, weil Christus der aufgescheuchten Seele den Ausgleich verschafft. Wo Gott Recht schafft, verwandelt sich Unruhe in inneren Frieden. 
Das erfährt der, der sich nach dieser Gerechtigkeit sehnt. Die Sehnsucht und Leidenschaft brennt in erster Linie nach dem leidenschaftlichen Gott, der gegen das Unrecht aufsteht. Nicht wir eifern gegen die Ungerechtigkeit an, sondern rufen Gott auf den Plan. Wir rennen bei Gott leidenschaftlich die Türen ein, dass er sein Recht in das Unrecht dieser Welt bringt. Unsere Sehnsucht nach dem handelnden Gott wird uns dann zur Hilfe.
Wie sehr brennen wir danach, dass in allem Unrecht, Gott leidenschaftlich seine Arbeit machen darf?

Wiederbelebte Schockstarre

das was Menschen verbocken, baut Gott wieder auf.
„Der Herr spricht: Frieden mache ich zu deiner Wache und Gerechtigkeit zu deineer Obrigkeit.“

Jes. 60, 17
Jerusalem liegt woder einmal in Schutt und Asche, wie Deutschland nach 45. Die Ungerechtigkeit und Obrigkeit hat mal wieder gründliche Arbeit geleistet. Unfrieden war das tägliche Brot. Die Menschen haben das gemacht, was sie am besten können; zugrunde richten und Schrecken verbreiten. Katzenjammer vom Feinsten. 
In diese verzweifelte, hoffnungslose Situation spricht der Herr. Er spricht von einem unvorstellbaren Reich, er spricht von einer unglaublichen Herrschaft. Er spricht von einem Paradoxon, von dem, was die Menschen kennen und gerade erleben. Er spricht den Aufgewühlten den Frieden zu. Er verheißt den zu Unrecht leidenden eine neue Gerechtigkeit. Er verspricht das Menschenunmögliche. Genau dort, wo Menschen unter ihrem „machen“ verzweifeln und zugrunde gehen, setzt Gott sein „Machen“ dagegen. Die neue Herrschaft, die Gott aufrichtet, schafft er mit Christus. Mit ihm setzt der den Gegenpol zu Unfrieden und Ungerechtigkeit. Mit Christus kommt in den Aschenhaufen der Welt ein unglaubliches Grünen. Dort wo das Ergebnis des menschlichen Schaffens das Elend ist, schafft Gott sein Durchatmen. In allen Tod kommt die  Gegenbewegung des Lebens.  Mit Christus verliert aller Schrecken seine Macht. Gott schafft mit Christus immer dem Chaoswirken des Menschen entgegen. Mit Christus zeigt er den Menschen, dass er sich nie mit Unfrieden abfinden wird. 
 Diese Herrschaft schafft in unfriedferigen Menschen Versöhnung. Die in Christus gerecht Gemachten, schaffen unter den Menschen eine neue Vertrauensbasis. Aus ihnen strahlt ein lebendige Hoffnung auf. Durch sie, erfährt eine in Schockstarre versetzte Welt, entspannte Befreiung. Die Glaubenden werden zu den Hoffnungsträgern, einer für die Menschen unglaublichen und nie schaffbaren Welt.
Wollen wir nicht viel mehr den ran lassen, der alles richtig gut macht?

Ohne Stallgeruch, kein Glaube 

will die Kuh auf der Golfplatzwiese grasen, braucht sie sich nicht wundern, wenn sie hungrig bleibt und keine Milch gibt.
„Lernt, Gutes tun! Trachtet nach Recht, helft den Unterdrückten!“

Jes. 1, 17
Wer etwas zu lernen hat, hat es entweder bisher noch nicht gelernt, oder bereits wieder verlernt. Das Gottesvolk hat es verlernt, Gutes zu tun. Gutes tun, ist keine moralische Aufforderung und heißt erst recht nicht: Seid nett zueinander! Jesaja vergleicht mit Oche und Esel, die ihren Stall kennen. Sie wissen, wo  sie hingehören und wo ihr Futtertrog steht. Doch das Volk, kennt seinen Herrn nicht mehr. Wer den Guten verlässt, kann nichts Gutes tun. Wer auf fremden Wiesen grast, wer sich in den eigenen Sorgen suhlt, braucht sich über Entwurzelung nicht zu wundern. 
Trachtet nach Recht ist der Ruf zum Umdenken. Wir leben aus der Fokussierung auf Gottes Gerechtigkeit. Gott muss sich ständig gegen unseren Eigensinn durchsetzen. Wir brauchen seinen Stallgeruch. Nach dem Recht trachten, ist das Ausrichten auf Christus, der uns vor Gott richtig macht. Trachten ist das Rückbesinnen, auf meinen Kuhstall. Der Stall, in dem unsere Erlösung geboren wurde. Der Platz, an dem wir bei dem Guten zuhause sind. Hier können wir bei dem Guten Wurzeln schlagen. Da lernen wir was gut ist und werden zur Liebe fähig. Ohne Stallgeruch, kann kein Glaube entstehen. 
Wo wir bei Christus zuhause sind, sehen wir die Not des Anderen. Da bekommen die Unterdrückten Gutes, da erhalten die Schwachen neue Kraft. Daraus erwächst alles soziale Engagement, bei dem die ausgehungerte Welt ihr Brot erhält. Um den Menschen Gutes tun zu können, müssen wir lernen, welcher Stall unser Zuhause ist. 
Sind wir nicht dumme Ochsen, wenn wir nach anderem trachten?