Gott macht jung

Blühen, hoffen, Zukunft, Schöpfung, Gottes Fülle, unermüdlich

Wer das knackige Blühen anschaut, wird jung

Wenn manche Frauen 50 werden, ist das für sie schon fast ein Todesurteil. Da vergeht die Lust zum Feiern. Am liebsten, weit weg fliegen, um diesem Drama zu entfliehen. Man empfindet sich als alt und nicht mehr attraktiv. Vielleicht könnte der Schönheitschirurg noch etwas richten?!

Alles, nur nicht alt werden. Alt werden ist schlecht. Alt werden ist sowieso nur beschwerlich, unangenehm und alles andere als erstrebenswert. Alt werden heißt, müde und verbraucht sein, und somit nicht mehr zu gebrauchen.
Auch die Israeliten im babylonischen Exil sind müde und kommen sich wie ausrangiert vor.

Gott macht jung
Jes. 40, 26 – 31

1. Ein unermüdlicher Sterneschupser

„26  Blickt nach oben! Schaut den Himmel an: Wer hat die unzähligen Sterne geschaffen? Er ist es! Er ruft sie, und sie kommen hervor; jeden nennt er mit seinem Namen. Kein einziger fehlt, wenn der starke und mächtige Gott sie ruft. 28  Begreift ihr denn nicht? Oder habt ihr es nie gehört? Der Herr ist der ewige Gott. Er ist der Schöpfer der Erde – auch die entferntesten Länder hat er gemacht. Er wird weder müde noch kraftlos. Seine Weisheit ist unendlich tief. „
Wo Menschen nur die vergangene Jugend beweinen, wo sie nur die Verbannung in das fremde Land quält, kann es keine Hoffnung geben. Mit dem Blick auf das was nichts taugt, beginnt ein innerer Plattfuß „Schaut den Himmel an ,“ ist der Schlachtruf an die Gläubigen. Schau´ in die Sterne, schau´ in den Kosmos und du schaust in ein Kraftwerk. Wo wir auf die Schöpfung schauen, sehen wir frisch Gepflücktes.  Da ist kein Gott, der in Rente gegangen ist. Da ist kein alter Mann, der sich zum Ehrenpräsidenten des Weltalls hat aufstellen lassen. Da ist ein leidenschaftlicher Gestalter, so knackig wie am ersten Tag. Schöpfung ist nicht nur das Werk der ersten Weltstunde, sondern war der Gongschlag der bis heute in jedem Augenblick Leben verschleudert.
Gott wird nicht älter. Gott den Älteren und Gott den Jüngeren gibt es nicht. Da ist ein Vulkan der immer sprüht. Gott ist Tag und Nacht aktiv. Er ist die Unruhe in der Uhr, die nie stehen bleibt. Er lässt seine Schöpfung nie in Ruhe, sie wird ständig von seinem Schwung angeschupst. Jeder blühende Baum, jedes lachende Gesicht, jeder milde Regen ist Gott in Ekstase. Die Welt steht nie still. Schöpfung ist immer Evolution. Es ist unfassbar, wie sich zugrunde gerichtete Schöpfung immer wieder regeneriert, wie abgestorbene Körperzellen sich ständig erneuern. Der pausenlose Gott ist der Liebhaber des müden Menschen. Schöpfung ist immer Blühen in Chaos und Asche. Schöpfung ist immer Auferstehung. Schöpfung ist unwillkürlich Erlösung, ist Christus.
Der Glaube schöpft aus diesem Whirlpool. Er beißt sich an dem schaffenden Gott fest. Die Glaubenden sind Sternegucker, sie schauen in die Geschichte und auf alles, wo Gott seine Spuren hinterlassen hat. Glaube lebt von dem was er jetzt sieht und einmal gelernt hat. Er lebt von dem an sich erlebten Gott, an den er sich immer neu erinnert. Nur das krampfhafte Einprägen eines ruhelosen Anschupsers kann müdes frisch machenBiblische und liturgische Texte halten in uns Gott lebendig und stärken das Immunsystem gegen alles, was schwach macht.

2. Starke Stolpervögel

„27  Ihr Nachkommen Jakobs, ihr Israeliten, warum behauptet ihr: „Der Herr weiß nicht, wie es uns geht! Es macht unserem Gott nichts aus, wenn wir Unrecht leiden müssen.“? 30  Selbst junge Menschen ermüden und werden kraftlos, starke Männer stolpern und brechen zusammen.“
Falsche Sehgewohnheiten stellen Menschen ins Ghetto. Das Gottesvolk empfindet die Verbannung nach Babel als ein weg sein von Gott. Sei leiden quasi an einer Gottesfinsternis. (Martin Buber) Es gibt Glaubensnöte, in die wir einfach hineingeraten. Diagnose MS (Multiple Sklerose) und für die Zukunft sieht man nur noch schwarz. Bedrohungen lassen sich nicht aufhalten. Stolpern gehört zur Gangart auf der Erde. 
Müde werden, entsteht jedoch beim Vergöttern der Bedrohung. Glauben wir wirklich, die Sterne würden unser Schicksal bestimmen?  Ist auf dieser Welt irgendetwas Erschaffenes mächtiger, als der Schöpfer? Gott hat das Weltall gestaltet, und ihr meint, seine Macht reicht nicht nach Babylon? Welche Macht ist für uns so bedrohlich, dass sie Gottes Platz einnimmt? Sehr viel Niedergeschlagenheit in unserer Zeit entsteht an dieser Frage. Die ganzen Zukunftsängste wachsen wie Unkraut. Was wird aus unseren Kindern? Wohin geht die Kirche? Können geistliche Gemeinschaften überhaupt überleben, wenn nur wenige zu Verbindlichkeit bereit sind?
Auch Ängste können Götzendienst sein. Wir müssen unsere falschen Vorstellungen, von dem was in unserem Leben mächtig ist begradigen. Wir müssen dem Mächtigen die erschlagende Faszinationskraft nehmen. Es braucht Menschen, die fest stehen und den Zwängen eines heillosen Geschichtsverlaufs widerstehen. Es braucht Menschen die frei sind, weil ihnen selbst das nichts antun kann, was sie vernichtet.

3. Wenn Flügel wachsen

„29  Den Erschöpften gibt er neue Kraft, und die Schwachen macht er stark. 31  Alle, die ihre Hoffnung auf den Herrn setzen, bekommen neue Kraft. Sie sind wie Adler, denen mächtige Schwingen wachsen. Sie gehen und werden nicht müde, sie laufen und sind nicht erschöpft.“
Die verbrauchte Erde hat Zukunft. Leere Kirchen haben Zukunft. Nachwuchslose Bruderschaften haben Zukunft. Vielleicht anders als wir denken; jedoch wer auf Gott hofft, hat Zukunft.
Wir kommen vom Oster-morgen. Der auferstandene Christus, ist die Infusion, durch die alle müde gewordene Schöpfung wieder aufsteht. Ostern ist ein Jungbrunnen. Auf ihn hoffen, ist Gottes Freikarte, sich an uns schöpferisch auszutoben. Hoffnung ist der Kurzschluss mit dem, der Tote aufweckt. Hoffnung sind die Flügel, mit denen wir uns über das niederdrückende Dasein erheben. Er ist von einem hochziehenden Ja eingehüllt. Hoffende, werden beschwingte Menschen. 
Hoffnung kommt nicht aus uns, sondern aus dem externen Schöpferwort. Es geht nicht um unsere Kraftreserven, die es geschickt zu mobilisieren gilt. Leben hat seine eigentliche Kraft von außen. Hoffen verwandelt eine fremde Kraft, zu unserer eigenen.
Wo wir das begreifen, werden wir zwar alt und verschleißen viel Kraft, doch von innen sprudelt täglich etwas Junges. Es sprudelt ein freudiges Ja zum Anderen, ein mutiges Ja zur Zukunft. Wen quält nicht die Arthrose, das schwache Herz, der wachsende Krebs? Doch vergessen wir nicht: In uns lebt der Auferstandene. In uns entfalten sich Kräfte, die sich von keiner Berliner Mauer einschüchtern lassen.
In unserem Gästehaus hängt ein Wort: „Ihr seid so jung wie euer Glaube, eure Hoffnung, so alt wie eure Zweifel, eure Niedergeschlagenheit“.
Gott macht jung.
Amen.

 

Advertisements

Weinende Augen können glänzen

Kapelle, Autobahnkapelle, Kochertalbrücke,

Christophorus-Kapelle – ein „Ja“ gegen tausend „Neins“

8 Schwestern erobern die Autobahn. An der A6, neben der Kochertalbrücke entstand eine neue Kapelle.  Sie ist ein „Ja“ gegen tausend „Neins“.  Sie ist ein „hier bin ich, gegen zig „das geht doch gar nicht“. Ein kleines Schmuckstück als Symbol für Mut zum Experimentieren, für Ausdauer und Gottvertrauen. Die Christophorus-Kapelle ist ein Sieg Davids gegen Goliath. Sie wurde Anfang April eingeweiht.  Die Christusträger Schwestern hatten sich mit einem übermächtigen Staatsapparat anlegt. Es entstand eine Oase der Einkehr auf Staatsgrund. Ein Ort des Gebetes, an der Verbindungsachse von Paris nach Prag. Reisende und Fernfahrer können bei ihrem unterwegs sein, kurz „Zuhause“ einkehren 

Ein paar Menschen hatten nur eines vor Augen: Die Kapelle.
Weinende Augen können glänzen
Hebr. 12, 1-3

1. Wer ein Ziel hat, kann kämpfen

„Da uns eine solche Wolke von Zeugen umgibt, lasst uns auf Jesus blicken, den Urheber und Vollender des Glaubens; er hat angesichts der vor ihm liegenden Freude das Kreuz auf sich genommen, ohne auf die Schande zu achten, und sich zur Rechten von Gottes Thron gesetzt.“
Glaubende sind Heißgemachte, von dem was sie sehen. Glaubende sind Bildbewegte. Glaubende leben von einem starken Christusbild. Christus malt ihnen die fertige Kapelle vor Augen. Reich Gottes in seiner Vollendung. Das Fest der Kirschblüten, das ein ganzes Tal in Atem hält. Da jubelt das Aufbrechen über lange Zeit der Trostlosigkeit. Da hüllt sich die Schöpfung in Farben, die alles Müde aus den Reserven lockt. Alles ist dazu angelegt, seinen Schöpfer zu umspielen, zu besingen, sich an ihm zu freuen. Allgegenwärtiger Lobgesang. Nie endende Faszination über das Wunder des Lebens.
Starke Bilder haben starke Kraft. Christus malt sein Bild vom Ziel her. Er steht schon in der fertigen Kapelle. Er entwickelt keine Vision, die einmal kommen wird, sondern steckt die Fahne ins Ziel. „Ich habe es geschafft, ich bin da!“ Der Weg geht schnurstracks auf das Siegertreppchen zu, auf dem Christus steht. Diese Wirklichkeit, leuchtet vor unseren Augen. Bei Christus sein, ist kein Traum, sondern etwas, was immer da ist, was vor uns wehend im Boden steckt. Weil Christus da ist, gibt es eine eindeutige Richtung, gibt es einen Punkt, auf den sich unser Herz konzentriert. Da ist ein starker Magnet, von dem alles angezogen ist.
Ziele sind lebensnotwendig. Wer kein Ziel hat, lebt nicht. Ziele sind das Feuer, das in einem brennt. Ziele bündeln alle Energie gegen Widerstände. Christus ist geballte Energie gegen das Scheitern. Er ist der Zielgeprägte in aller Passion. Er ist das Mahnmal, wie man mit Kreuz umgeht.
Wege zum Ziel gehen wir nicht allein. Die Wolke von Zeugen, die sich vor uns durchgeglaubt haben, steht Spalier. Da ist eine riesige Schar derer, die da sind und uns anfeuern. Die vor uns gelebt und geglaubt haben, sind nicht einfach weg, sondern um uns. Bei aller Anstrengung, sind wir eng verbunden, mit allen die um Gott sind. Gemeinde hier und dort. Um Gott ist ein lebendiger Organismus der großen Einfluss auf unseren Kampf nimmt. Christus mit seiner Wolke ist der Gott mit uns, für alle, die zum Ziel unterwegs sind. Vielleicht können wir den Umgang mit  Heiligen und Verstorbenen besser verstehen?
Wir haben ein Ziel und eine Wolke, die uns anfeuert. Dieses Ziel weckt den Sportsgeist.
 

2. Abgespeckt und kampfbereit

 „wir wollen auch alle Last und die Fesseln der Sünde abwerfen. Lasst uns mit Ausdauer in dem Wettkampf laufen, der uns aufgetragen ist“
Große Ziele bedeuten Kampf. Christuswege sind Wettkämpfe, die über das Kreuz führen. Glaube ist unausweichlich angefochten. Ob wir wollen oder nicht, wir sind zum kämpfen bestimmt. Unser Organismus ist ständig in Habacht-Stellung gegen anfallende Schnupfenviren. Er wehrt ab, erneuert, regeneriert und kämpft ums überleben.
Gerade in der beginnenden Passionswoche ist es gut, wenn wir den leidenden Christus verinnerlichen. Seinem Ostern ging die dunkelste Nacht voraus. Auf den Sieg zugehen, hängt mit Loslassen zusammen. Den Weg zur Erlösung ging Christus am Puls derer, die am Ende waren. Er ging einen Weg, der augenscheinlich zum Scheitern verurteilt war. Sein Sterben hatte das große Ziel – die Berge zwischen Mensch und Gott müssen weg. Unter Lasten zu gehen, ist seit diesem Augenblick sinnvoll. Große Ziele zu erreichen tut weh. Glaubende kämpfen, weil sie das Größte, das Gott für sie zugedacht hat verspielen können.
Laufen wollen, heißt Last abwerfen.Sie werden nicht müde, gegen jede Art von Trägheit und Selbstverliebtheit anzugehen. Wer einen beschwerlichen Weg geht, darf kein Pfund mehr am Leib haben, als nötig. Er braucht einen freien Kopf und ein unbelastetes Herz. Alles was ablenkt muss weg.
Voigt: „Man kann einen Langstreckenlauf nicht mit Hut und Mantel und einen Koffer in der Hand gewinnen.“
Abwerfen ist eine christliche Disziplin. Abwerfen macht beweglich. Abwerfen ändert die Blickrichtung. Abwerfen rückt Leid an die 2. Stelle, weil in erster Linie der Blick vom Ziel angezogen wird. Wir kämpfen nicht gegen Dornen, sondern schlagen uns durch sie hindurch auf Christus zu.

3. Der Blick der erquickt

„Blickt auf Jesus und denkt an den, der von den Sündern solchen Widerstand gegen sich erduldet hat; dann werdet ihr nicht ermatten und den Mut nicht verlieren.“
Was wir anschauen, wird in uns mächtig, ein altbekanntes Wort. Wir leben, wie wir sehen. Unsere Blicke stehen für Sein oder Nichtsein. Was wir anschauen, kann aufbauen oder das Leben schwer machen. Das erleiden die syrischen Kinder, in deren junges Leben Brutalität hinein gemeißelt wird. Diese Macht liegt in den Augen. Was in uns eingeht, beeinflusst das Denken, die Gefühle, die ganze Person und letztlich wie wir uns verhalten. Wer große Ziele erreichen will, muss seine Augen unter Kontrolle haben.
„Auf Jesus blicken“. Da geht Erlösung in uns hinein. Da trifft die Auferstehung ins Herz. Da kommt der Gewinner zum Kämpfer. Der Jesusblick ist die größte Kraftquelle, weil die explodierende Schöpfung in uns zu blühen beginnt. Im Jesusblick strahlen die farbigen Fenster, der neuen Kapelle bereits ihr Licht in unser hoffnungsloses Grau. Passionswege sind Aufblickwege. Aufblickwege sind Eucharistie. Mit dem Jesusblick kann man nicht mehr schlapp machen. Jesus hätte nicht leiden müssen, er wollte. Er wollte so nah wie möglich bei den Ringenden und Kämpfenden sein. Egal wie groß die Widerstände, wie hart die Auseinandersetzungen auf dem Weg sind, egal wie schwach ich mich fühle, der Christusblick ist der Vitaminstoß für die leidende Seele. Da können weinende Augen gerade in der Karwoche glänzen.
Amen.

Wer lobt, ist daheim

Lob, Gesang, Erfüllung, Heimat

Beim singen und loben werden wir zu Gott hingerissen

Hochgebet – Durchdringende Welten

Alles singt
den Lobgesang Gottes.

Die Augen und Herzen,
die erkennen,
werden zu Gott hingerissen.

Dort sind sie erfüllt
und daheim.

(Bild: Weihrauch und Irisblüte verschmelzen im Lob)

Sakrale Fotografie
Gedanke:
Bei unserem Feiern vor dem Altar,

jubeln gleichzeitig die Irisblüten
auf dem Feld ihrem Schöpfer zu.
Anbetung findet immer und überall statt.
Gotteslob ist allgegenwärtig
und durchdringt alles
.