Eine totale Entlastung

Wo Schuld gesühnt ist, können Menschen gesund werden.

„Führwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre.“

Jes. 53,4
Was Jesaja hier auf den Tisch legt ist reines Evangelium. Er beschreibt den leidenden Gottesknecht, mit dem Gott grundlegend das dunkelste Kapitel der Menschheitsgeschichte löst, – Schuld. Schon zu des Propheten Zeit, wurde Schuld vor sich hergeschoben, verdrängt und ignoriert. Dabei ist eigentlich für jeden klar, Schuld schafft Unfrieden und macht Menschen krank. Es kocht nicht nur Herz und Seele, wenn ein Mann mit 59 Jahren bei einem Einbruch in ein Reihenhaus, durch die Brutalität der Einbrecher ums Leben kommt. Es zeigt auch welche Risse Schuld in die Gesellschaft reißt. Selbst die kleine, unscheinbare Schuld im täglichen Miteinander, belastet Familien und Gemeinden. Wer sich des Themas der Schuld annimmt, der kämpft für das befreite Leben. Gott macht hier ganz gründliche Arbeit. Mit dem „Schmerzensmann“ den Jesaja beschreibt, schafft er eine neue Gerechtigkeit. Er wird zurecht gebracht, was aus dem Lot geraten ist. Wo Schuld von Gott und den Menschen trennt, braucht es Christus der verbindet und heilt. Gott macht den Schuldlosen, für uns zur Sünde, um damit eine Wiedergutmachung herzustellen. Wo Gott auf diese Art Schuld bereinigt, entsteht ein Neuanfang. Das Quälende und krank machende ist völlig weg. Mit Christus hat Gott selbst für den Menschen abgebüßt. Christus ist für alle Zeiten der Schuldvernichter. Mit Christus brauchen wir keine Schuld verschieben oder zudecken, sondern können glasklare Verhältnisse schaffen. Das ganze Versteckspiel kann aufhören, bei dem wir besser da stehen wollen als wir sind. Das ist das befreiende und frohmachende des Evangeliums, das von Grund auf zur Sünde veranlagte Menschen, wieder offen mit Gott und untereinander kommunizieren können. Mit Christus ist auch der größte Bock, den ich im Leben geschossen habe weg.
Das prägt jeden Tag. Eigene Schuld kann mich nicht mehr auffressen. Hier werden wir nach Luther zum fröhlichen Sünder. Ich kann wieder aufrecht stehen, egal was da einmal war. Wer solche Barmherzigkeit erfährt, kann auch mit anderen barmherzig umgehen. Da ist der andere nicht selber schuld, wenn er keine Arbeit findet, oder mit manchen Problemen nicht zurechtkommt. Da wird die Charakterschwäche des anderen mich mit in die Verantwortung nehmen. Wo die Schuldfrage geregelt ist, blüht das Miteinander wieder auf.
Wo leben wir als diese Befreiten, die ihren Nächsten mit entlasten?

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Fröhlich sündigen 

Schluss mit Versteck spielen.
Unsere Missetaten stellst du vor dich, unsere unerkannte Sünde ins Licht vor deinem Angesicht.“

Ps. 90, 8
Unsere Welt lebt von Skandalen. Wenn sich einer mal hochgearbeitet hat und vielleicht sogar eine öffentliche Stellung erreicht, kommt ein findiger Journalist und findet den Makel. Die feinen kleinen Ungereimtheiten werden an den Pranger gestellt und gnadenlos in die Pfanne gehauen. Wir haben gelernt, man darf sich keine Fehler leisten, sonst ist man weg vom Fenster. Wehe, es kommen Schwachstellen ans Tageslicht, dann ist Schluss mit lustig.
Wer meint, Gott handle nach dem gleichen Prinzip, irrt gewaltig. Gott macht die Menschen nicht zu Sündern um sie klein zu halten. Die Kirche deckt nicht Schuld auf, um damit ihre Schäfchen gefügig zu machen, nein, darin liegt die eigentliche Größe Gottes. Wir moderne Menschen tun uns schwer, uns als Sünder zu betrachten, doch genau darin liegt unsere Chance. Dadurch, dass wir gerne zudecken und die Ungereimtheiten verheimlichen, verspielen wir oft ein großes Geheimnis des Glaubens. Wer Gott erkennt, entdeckt gleichzeitig seinen Mangel. Wir stellen fest, dass wir ihm nicht im Geringsten genügen können, dass wir immer hinter seinen guten Maßstäben zurückbleiben. Wir müssen erkennen, die Liebe die Gott ist, ist bei uns immer Mangelware. Wir sind Sünder und mangeln des Ruhmes, den wir bei Gott haben sollen, sagt Paulus und Luther sagt: Wir sind Bettler, das ist wahr. Wo wir diese Erkenntnis zulassen, sind wir einen rießigen Schritt näher bei Gott.
Gott macht uns das nicht bewusst, um uns zu demütigen, sondern um für sein Erbarmen Platz zu schaffen. Je größer die Sündenerkenntnis um so größer wird unsere Gottabhängigkeit. Je mehr Schwäche wir zulassen, umso gewaltiger formt uns das Erbarmen. Somit ist der größte Sünder der glücklichste Mensch, weil die Barmherzigkeit im Überfluss in ihm wohnt. Echte Sündenerkenntnis ist die größte Befreiung, die ein Mensch erleben kann. Es ist das Ende des Versteckspiels. Wir brauchen uns und anderen nichts mehr krampfhaft vormachen. Sündenerkenntnis entspannt, weil sie allen Mangel mit Erbarmen füllt.
Wo treiben wir noch dieses Versteckspiel und betrügen uns um ein großartiges, befreites Dasein?

Geh´ mal zu Trump

2. Mose 3, 10

Hirte, Hund und Herde, ein Kontrastgemälde zu High tech, Bits und Bytes. Der gute Hirte hängt oft nur noch angestaubt im Schlafzimmer der Großeltern. Im realen Leben sieht man ihn nur selten, und wenn, dann lächelt man fast mitleidig und denkt: Wer wird denn heut´ noch Schäfer? Denkt man ein bisschen weiter, erkennt man, hier leitet jemand. Da hat einer die Verantwortung über 156 Leben übernommen. Wohl und Wehe liegt in der Hand dieses Führers. Da steht einer dafür gerade, dass andere durchkommen. Nicht umsonst zieht sich dieses Bild vom Hirten durch die Bibel und Kirchengeschichte.

Gott hat eine heikle Mission und braucht dafür den richtigen Mann.

  1. Ein Wahnsinnsplan

damit du mein Volk, die Israeliten, aus Ägypten führst.

In der Politik fragt man sicherlich manches Mal, wie kommt ein Minister zu seinem Amt? Welches sind seine Qualifikationen für seine Aufgaben? Gott vergibt hier einen staatsmännischen Posten. Ihm steht ein Kulturkampf vor Augen. So ein bisschen DDR-Revolution im großen Stil. Jahrzehntelange Unterdrückung soll abgeschafft werden. Ein ausgenütztes und gedemütigtes Volk, soll aus der Staatsgewalt von Ägypten befreit werden. Ein geschichtsträchtiger Umbruch, den da Gott plant. Da gibt es mit Sicherheit verheißungsvollere Ziele, die man sich setzen kann. Hier soll tief in eingespielte Systeme eingegriffen werden, die garantiert Widerstand leisten.

Der Auftrag lautet: Herausführen. Dazu braucht er die geeignete Führungskraft; Mose. Herausführen und hindurchführen war mit Sicherheit Moses Spezialität, doch seine Qualifizierung lag auf Schafen. Für politische Operationen im großen Stil sicherlich etwas dürftig. Wenn Gott ruft, bringt keiner dafür die Voraussetzungen mit. Da sind Veranlagungen, da sind Begabungen, die Menschen mitbringen und die Gott in sie hineingelegt hat, doch das ist lediglich die Rebschere in der Hand des Floristen.

Wenn Gott beruft ist jeder dafür unterqualifiziert. Wenn Gott zu einer Führungsrolle beruft, hat er bereits die Führung übernommen. Das ist der größte Schaden im Reich Gottes, wenn Menschen sich einreden, sie haben für diese Aufgabe nicht die nötige Kompetenz. Wenn Gott ruft ist höchste Kompetenz da. Wo Gott sein Volk herausführen will, ist er der Führer. Da hat er die Verantwortung übernommen. Das ist das Gottesprinzip, dass er Schafhirten zum Außenminister beruft.

  1. Mach dir nicht ins Hemd

ich will dich zum Pharao senden

Es ist völlig egal ob die Staatsoberhäupter Baschar al-Assad oder Wladimir Putin und Donald Trump heißen, Gott sendet halt. Wenn Gott sendet, geht es nicht um mich. Da liegt die Autorisierung in Gott. Da ist es Jacke wie Hose, ob ich Schafhirte oder Ziegenpeter bin. Der Sender ist der Entscheidende. Es geht um den, in dessen Namen ich unterwegs bin. Wo Gott sendet, hat es der Gegenüber nicht mit mir zu tun, sondern mit dem Allmächtigen. Da tritt plötzlich einem Pharo ein noch Höherer gegenüber. Wo Gott sendet, gibt es keinen Grund sich von irgendjemand einschüchtern zu lassen. Da sind die Machtverhältnisse ganz klar. Unter diesem „ich sende“ muss jeder Machthaber in die Knie gehen. Ich sende, ist die höchste Rückendeckung in der Auseinandersetzung mit den Mächten und Mächtigen dieser Welt. Da wird ein kleiner Mensch zu etwas ganz Großem gesetzt.

Im Senden liegt das Heil der Welt. Wo Gott sendet, liegt der Christus in der Krippe. Da kommt Ewiges in Irdisches, da durchdringen sich die Welten. Da treten Menschen aus dem Schatten. Da wird eine Mutter Theresa in den Slums von Kalkutta zu einer Heiligen in der Welt. Martin Luther bietet der Staatsmacht die Stirn und wird zum größten Reformer in der Geschichte. Wenn Gott Großes vorhat, kann der Mensch nicht klein denken. Wenn Befreiung in dieser Welt geschieht, braucht es einen Erlöser und braucht es Menschen, die sich senden lassen.

Wie oft wird Reich Gottes banal und wässrig, nur weil sich Menschen als zu klein betrachten. Christliche Bescheidenheit sabotiert das Handeln Gottes. Die Kirche und die Gesellschaft lebt von den Unerschrockenen, die sich senden lassen. Wieviel von wichtigem und wertvollen Handeln Gottes bleibt durch ängstliche Frömmigkeit auf der Strecke? Viele gute Entwicklungen werden ausgebremst, weil Gottes Sendungsauftrag nicht ernstgenommen wird. Wo Gott sendet, soll der Mensch über sich hinauswachsen. Da sollen Dinge geschehen die menschlich undenkbar sind. Wenn Gott sendet, brauchen wir weder vor einem Pharao noch vor unserer Unfähigkeit erschrecken. Der Glaubende muss an das Unglaubliche glauben. Vor Aufgaben, die uns schockieren wollen, brauchen wir uns nicht ins Hemd machen.

  1. Mach was ich will

so geh nun hin,

Wo Gott ruft, gibt es nur eine Antwort – gehen. Wenn Gott senden will, ist es gefährlich mit Überlegen anzufangen. Manch einer überlegt ein Leben lang, wohin will mich Gott wohl senden, was ist sein Auftrag für mein Leben? Dabei muss er sich eher fragen lassen, bin ich gegangen, wo ich gesendet wurde? Wo Gott gehen heißt, gibt es keine Alternative. Jeder der da anfängt abzuwägen, macht sich schuldig. Geh nun, ist der Schritt des Glaubens. Hier beginnt die Selbstüberwindung und hier ist es Ende aller Ausreden.

Im Verkaufen sagt man: Wir leben vom Abschluss! Wir können noch so tolle Beratungsgespräche führen, noch so tolle Kundenkontakte aufbauen, wenn wir nicht abschließen und tatsächlich verkaufen, haben wir nichts zum Leben. Wer nicht geht, wenn Gott will, kann noch so große Erkenntnisse haben, aber Reich Gottes entsteht da nicht. Gott baut sein Reich nur mit Gehern. Er arbeitet mit Menschen, die ins Handeln kommen. Wo wir im Glauben Schritte wagen, überschreiten wir menschlich Nachvollziehbares. Gehen ist ein Glaubensakt. Gehen sind die mutigen Schritte gegen die eigene Rebellion. Es ist das entschlossene Voranschreiten gegen alles bessere Wissen. Gehen ist die Kühnheit, einem Raubtier unerschrocken in die Augen zu schauen.

Gehen schafft Feinde und löst Widerstand aus, weil es eine Bewegung ist, die einen anderen und sich selbst herausfordert. Wer nicht geht, sich nicht herausfordern lässt, verspielt die Hoffnung, die für die Unterdrückten gedacht ist. Nicht gehen, verspielt das Heil. Durch den der geht, kann Gott Gefangenen die Freiheit schenken. Im Gehen werden große Geschichten geschrieben, und entsteht die geheimnisvolle Welt Gottes unter den Menschen. Der allmächtige Gott offenbart sich durch Menschen, die sich bewegen. Wer stehen bleibt, wer nur fromme Töne ablässt, kann das Gottesvolk nicht in die Freiheit führen. Deshalb mach´ dir nicht ins Hemd und geh´ mal zu Trump.

Was können wir tun, um vor dem Großen, das Gott mit uns vorhat, nicht zurückzuschrecken?

 

So völlig losgelöst

wir sind nicht den Zwängen des Alltäglichen ausgeliefert.
„Er sendet eine Erlösung seinem Volk; er verheißt, dass sein Bund ewig bleiben soll.“

Ps. 111, 9
Wenn Gott sendet, kommt bei uns etwas an. Es sendet Loslösung von von unserer Erdgebundenheit. Wenn der Christus in unser Leben tritt, gelten andere Gesetzmäßigkeiten. Da bekommt das Alltägliche ein anderes Gesicht. Diese Sendung, die wir da erhalten, löst uns aus dem Todesprozess dieser Welt. Was wir da bekommen, lässt uns das Scheitern überwinden. Den Christus, den uns Gott sendet ist weit mehr, als allein die Loslöung von unserer Schuld, es ist eine ganz andere Daseinsform. Erlöst sein von dieser Welt, ist das herausgerissen sein aus dem, dass Leben im Abgrund endet. Die Perspektive des Leids und Elends, das auf dieser Welt liegt, ist nicht mehr das letzte und entgültige. Was wir gesendet bekommen ist ein Perspektivwechel. Leben definiert sich nicht aus der augenblicklichen Situation, sondern wir sind herausgelöst. Wir stehen daneben, darüber und sind nicht an das gebunden, was im Augenblick belastet.
Diese Herauslösung wird durch den ewigen Bund verstärkt. An das wir gebunden sind, das wird uns prägen. Das Angebunden sein an die Welt, an das Drama unserer Tage wird gelöst und durch den anderen Bund ersetzt. Wir sind nicht krankheits- und krisenbestimmt, sondern erlösungsbestimmt. Da ist grundsätzlich mehr Hoffnung da, als die Umstände zulassen. Glaubende sind unbeirrte Aufsteher und Weitergeher. Da habe ich heute eine neue Perspektive vor Augen, in der alles möglich ist. Keine Situation in der wir stehen ist entgültig, wir haben mit diesem Bund jeden Augenblick die Macht, etwas neu werden zu lassen. 
Wo sehen wir Möglichkeiten, in die Ausweglosigkeiten unserer Tage, unser Geschenk der Loslöung hineinzutragen?  

Forderungen mit Liebe antworten

Vollendung des Lebens haben wir, wenn wir voll in der Liebe aufgehen.

„Nun, Israel, was fordert der Herr, dein Gott, noch von dir, als dass du den Herrn, deinen Gott, fürchtest, dass du in allen seinen Wegen wandelst und ihn liebst um dem Herrn, deinem Gott, dienst von ganzem Herzen und von ganzer Seele?“
5. Mose 10, 12

Viele haben das Christentum zu einer abschreckenden Gesetzesreligion gemacht. Gott würde die Menschen zwanghaft beschränken und von den Schönheiten des Lebens abhalten. Schon in der Kindererziehung wurde uns beigebracht, was ein Christ tut und nicht tut. Zurück blieb ein bitterer Geschmack, des vielleicht doch zu kurz kommens. Bei dem, was der Herr fordert, sind wir schnell bei den Pflichten, die wir zu erfüllen haben und fangen damit an, das Dasein zu verkrampfen. Was ist das was der Herr fordert?

Nichts Geringeres als meine Liebe. Gott will Innigkeit. Er will in mir sein. Er will alles mit seiner Gegenwart ausfüllen. Es geht ihm um Bereicherung, um Erfüllung und Loslösung von allem Zwang. Er will einfach nur aufräumen mit unserem zwanghaften, ihn in Frage stellen. Mit Christus, mit seinem Wort, will er den Boden aufbereiten, dass wir liebesfähig werden. Unser Sein ist ein Aufmachen für ihn, ein bereit werden werden für sein Führen. Er will mit uns machen und gestalten und sucht bereite Herzen. Er will unsere Zweifel an ihm in Ehrfurcht verwandeln.

Gott stellt uns nicht unter Gesetze, sondern befreit von Gesetzen. Mit Christus tritt Entspannung in alles „Du sollst“, und „Du musst“. In ihm sein ist das Auffangbecken für eine Liebe, die sich an uns vollendet. Welch eine Gelassenheit, welch eine Freiheit belebt da all unsere Zwänge und Verkrampfungen, die uns mürbe machen wollen.

Wie vollendet sich diese Liebe in all den Forderungen, die das Leben täglich an uns stellt?

Danke, wenn´s weh tut

Luk. 21, 25-33
Der Wirtschaftsberater Edgar Geffroy, der Unternehmen zukunftsfähig macht, stellt am Anfang seiner Vorträge immer die Frage: „Von 10 Personen, wie viele haben Angst vor Veränderung?“ Einmal war die Antwort: 11. Das kommt der Realität ziemlich nahe. 9 von 10 Menschen haben Angst vor Veränderung. Menschen lieben die Ruhe, sie wollen Beständigkeit und geregelte Abläufe. Ja nicht das verlassen, was sich bewährt hat. Neues ist riskant. Keiner weiß, was kommt. Niemand gibt die Garantie, dass es richtig ist. Ein neuer Weg könnte gefährlich sein, und außerdem müssten wir uns in vielem komplett umstellen.
Leben ist immer Bewegung, ist immer Umbruch, ist ständiges Wachstum und Erneuerung. Was sich nicht mehr bewegt, ist mausetot. Wir dürfen uns auf eine fröhliche Auseinandersetzung einstellen.

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1. Keine Angst vor Veränderung

„27 dann werden alle Völker sehen, wie der Menschensohn in den Wolken mit großer Macht und Herrlichkeit kommt. 31  So könnt ihr sicher sein, dass Gottes neue Welt nahe ist, wenn all diese Ereignisse eintreffen. 32  Ja, ich sage euch: Dieses Volk wird nicht untergehen, bevor das alles geschieht. 33  Himmel und Erde werden vergehen; meine Worte aber gelten für immer.“
Wenn Christus kommt, steht die Welt Kopf. Da ist nichts mehr wie es war. Wenn Gott seine neue Welt aufrichtet, gibt das ein spektakuläres, weltweites Ereignis. Von New York bis Moskau wird das die Schlagzeilen auf den Titelseiten der Tageszeitungen füllen. Das ist dann keine eingeschränkte Geschichte mehr für ein auserwähltes, israelisches Volk und eine christliche Kirche, sondern für alle. Gott wird Christus zeigen, einer ganzen Welt präsentieren, ob sie glaubt oder nicht. Die größte Zuneigung die ein Mensch je erfahren kann, wird den letzten Ungläubigen konfrontieren. Gottes Gedanken, von dem was gut ist, werden als geltendes Recht auf der Erde zum Maßstab gesetzt. Seine Auffassung von Frieden, wird Kriege beenden. Mit Christus setzt er einen Schlussstrich unter den Fluch des Sterben Müssens. Vergängliches wird umgewandelt, weiterentwickelt, zu etwas, was immer bleibt. Er will sich mit seiner ganzen Schöpfung verewigen. So träumt Gott von seiner Welt.
Wir existieren nicht nur im Jahr 2014, sondern in gewaltigen Zusammenhängen eines übergreifenden Geschehens, das unsere und die kommende Welt umfasst. Diese neue Welt, ist unser Zuhause. Wir fühlen und schmecken, wir erleben Räume, an die wir bisher geglaubt und gehofft haben, oft im trotzigen Widerspruch zu dem, was wir an uns und der Welt wahrnehmen. Advent legt uns die Baupläne und den roten Punkt auf den Tisch. Der Bau beginnt, die Veränderung kommt. Jede kosmische Veränderung beginnt mit der Umgestaltung im Kleinen, mit einem einzelnen Menschen. Advent beginnt bei uns. Die neue Welt fängt in veränderten Menschen an. Wenn große Umbrüche uns umwühlen, haben wir nichts mehr zu verlieren. Jeder Dreckhaufen wird der Beweis sein, dass wir auf dem Weg sind alles zu gewinnen.

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2. Liebe deinen Schmerz

25  „Zu dieser Zeit werden Zeichen an Sonne, Mond und Sternen Unheil verkünden. Die Menschen fürchten sich und wissen nicht mehr weiter, weil Sturmfluten und Katastrophen über sie hereinbrechen. 26  Ungewissheit und Angst treiben sie zur Verzweiflung. Sogar die Kräfte des Weltalls geraten durcheinander. 29  Dann erzählte Jesus ein Gleichnis: „Seht euch den Feigenbaum an oder die anderen Bäume. 30  Wenn ihre Zweige Blätter treiben, dann wisst ihr, dass es bald Sommer ist.“
Neues und Angst sind wie Geschwister. Bauen macht Grauen! Das kennen wir. Jesus will uns nicht mit bevorstehenden Katastrophen einschüchtern oder erschrecken. Er stellt einfach klar, dass man Unheil und Chaos kräftig beackern muss, wenn man Neues erreichen will. Dass Schuld aus der Welt kommt, braucht es Gottes ganze Leidenschaft zum Heil. Gott setzt das Kreuz, damit Hoffnung entsteht. Mutterglück entfaltet sich, wenn die Wehen durchgestanden sind. Wo wir auf Neues zugehen, brauchen wir eine Liebe zum Schmerz. Leid, Unheil, Verzweiflung, Nacht, sind goldene Samenkörner für unser Reifen. Ohne Widerstand entsteht keine neue Kraft. Wer einem Schmetterling beim Schlüpfen aus dem Kokon hilft, macht ihn lebensuntüchtig. Er muss kämpfen und sich durchquälen, um am Leben zu bleiben. Leid kommt nicht einfach so, es dient uns, es steht in einem größeren Zusammenhang und hat einen zukunftsgerichteten Sinn. Die Tragik unseres Lebens, will uns veredeln.
Viktor Frankl: „ In der Art, wie ein Mensch sein unabwendbares Schicksal auf sich nimmt, eröffnet sich in den schwierigsten Situationen eine Fülle von Möglichkeiten, das Leben sinnvoll zu gestalten. Jeder Mensch kann innerlich stärker sein, als sein äußeres Schicksal.“
 Leiden ist die Qualifizierung für das Neue. Viele baden sich in ihren Problemen und lassen sich emotional gefangen nehmen, bis sie bewegungsunfähig werden; Glaubende sehen mehr. Sie sehen in allem Leiden die Baumaßnahme zur Reife. Krisen bieten uns wichtige Lehren und machen uns stärker. Es gibt keine Krise, die nicht ein Geschenk für uns in den Händen hält. Es gibt keinen Schmerz, hinter dem nicht eine Goldgrube verborgen wäre. Wir beschreiben manches als Katastrophe, weil wir nur einen kleinen Ausschnitt eines großen Bildes sehen. Es bringt nichts, sich gegen das Reifen zu wehren. Wir werden nur lebensmüde und zerbrechen unter den Lasten. Ohne Ja zur Tragik, gibt es keinen Advent. Ohne Schrecken gibt keine Hoffnung. Liebe deine Schmerzen und du wirst zu einer neuen Liebe heranreifen.

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3. Verändern macht stark

28  „Deshalb: Wenn sich dies alles ereignet, dann seid zuversichtlich – mit festem Blick und erhobenem Haupt! Denn eure Befreiung steht vor der Tür.“
Wer im Advent lebt, hat Zukunft. Für Glaubende sind Katastrophen nur Wegbegleiter aber nie das Ende. Je finsterer das Tal, je aussichtsloser die Lage umso näher bin ich Christus. Schwierigkeiten sind nicht unser befürchtetes Aus, sondern machen stark, weil sie uns mit dem Auferstandenen verbinden. Weil wir wissen wer kommt, brauchen wir uns weder verkriechen, noch irgendwelche Deckung aufsuchen, wenn die Pfeile tiefer fliegen. Wir stehen und wir sind aufgerichtet. Das will Christus bei uns erreichen.
Advent macht zuversichtlich. Advent stärkt den Rücken. Advent zieht den Kopf hoch. Wir haben eine große Zukunft.
Mit Christus im Blick, lösen wir uns von dem Belastenden der äußeren Umstände. Diese Entscheidung liegt allein bei uns. Wir stehen und können in den Stürmen dieser Welt unsere Verantwortung wahrnehmen. Verzweifelte Menschen brauchen die Standfesten, die mit klarem Kopf, neue Wege aufzeigen. Adventsmenschen wirken wie die Blauäugigen, die den Ernst der Lage verkennen, jedoch sind sie die Zuversichtlichen, die dem Schicksal seinen eigentlichen Platz zuweisen. Mit Advent verliert die Tragik ihre Macht. Egal ob wir die Grenze überschreiten, in dem wir sterben, oder in dem wir den Welt-Advent erleben, wir werden auf Christus zugehen. Das Chaos braucht Orientierung, es braucht befreite Menschen, die Schmerzen lieben und Heiterkeit in unseren Kummer bringen. Seien wir zuversichtliche Menschen, die große Veränderungen an sich zulassen. Seien wir dankbar, auch wenn es weh tut. Dann wird jeder Augenblick eine Goldgrube, weil er voller Zukunft ist.