Gaben wollen in uns eingehen

Die ganze Schöpfung ist auf Hoffnung, Wachstum und Zukunft aufgebaut.

Du lässest Gras wachsen für das Vieh und Saat zu Nutz den Menschen, dass du Brot aus der Erde hervorbringst.
Ps. 104, 14

Die Erde ist ein einziger Brutkasten. In ihr verwandelt sich das Leben zum Leben. Der Wind, die Wolken, der Regen, sie Sonne hegen und pflegen die Saat. Sie sind die Diener der Vermehrung und Versorgung. Der Schöpfer baut und erhält. Er spielt sein Spiel zum Wohl der Menschen und Tiere. Auf der Erde liegen kreative, fürsorgende Hände. Die Frühstücksbrötchen aus der Bäckertüte sind aus der Erde entstanden. Zusammen mit der menschlichen Arbeit, werden sie zum Lebensmittel. Das Korn, das in die Erde gefallen ist, verwandelt sich in Ähren, Stärke, Zucker und Lebensenergie. Wachsen, gedeihen, vermehren, erhalten, sind die Liebkosungen, mit denen Gott seine Zukunft baut. Der Mensch ist ein Nutznießer Gottes. Von ihm aus ist alles da, dass Leben sich mit Hoffnung entfaltet. Hinter der ganzen Schöpfung steht ein ausgeklügelter Wirtschaftsplan. Die Atmosphäre, die die Erde umgibt, ist das Eingehüllt sein in Gottes Wohlwollen. Dieses Hoffnungs-Prinzip hört auch dort nicht auf, wo der Mensch die Erde verwirtschaftet. Es ist immer wieder erstaunlich, wie alte, zerfallene Burgen, an denen nichts gemacht wird, von der Natur „zurückgeholt“ werden. Wenn Bäume aus dem ehemaligen Speisezimmer herauswachsen. Hinter diesem Schaffungsprozess, steht eine gewaltige, lebenserhaltende Macht. Das Brot des Lebens ist noch viel tiefgreifender. Christus sagt von sich: Ich bin das Brot des Lebens. Er ist der Spross aus der Wurzel Isaias. Er ist das Brot das wir brechen, die Frucht der menschlichen Arbeit, welches das Leben nährt. Das Brot erhält in jeglicher Hinsicht die Gemeinschaft mit Gott. Das Brot verbindet uns mit Leib, Seele und Geist mit dem Leben. Das Brot zielt darauf, dass der Faden zu Gott nicht abreißt. Mit der Bitte im Vater Unser: Gib uns unser täglich Brot, soll nicht nur der Magen satt werden. Es ist die Sättigung in der ganzen Fülle, die Gott dem Menschen zugedacht hat. Im täglichen Brot wollen die Gaben Gotten in uns eingehen. Das tägliche Brot ist Eucharistie.

Daher muss eine Republik untergehen, deren Motto lautete: Auch ohne Gott und Sonnenschein, bringen wir die Ernte ein. Wo die Gaben nicht in die Gemeinschaft mit dem Lebensgeber führen, werden sie zum Tod. Da schwindet alle Hoffnung und Zukunft. Der Missbrauch der Gaben fördert das Chaos und lässt die Welt verhungern. Da fehlt das Nötigste, auch wenn man über eine fruchtbare Erde geht. Es ist ein riesen Unterschied, zwischen dem Brot, das die Erde hervorbringt, und dem, das der Mensch in der Unabhängigkeit von schöpferischen Ordnungen genießen will. Wo wir nicht das Brot als die Gabe des Lebens begreifen, wird das Leben nicht satt werden. Wo die Hoffnung fehlt, wo sich das Leben nicht gesund entwickelt, wo das Wachsen und Reifen verkümmert ist, hilft eine Ernährungsumstellung. Mit dem Brot, das die Erde hervorbringt, sind wir bestens versorgt.

Von was ernähren wir uns, damit unser Leben fruchtbar bleibt?

Gott segne dich an diesem Sonntag.
Liebe Grüße Theophilos 💐😇

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Eine Glocke will wieder Danke sagen
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Hoffnungslos gibt’s nicht

Wer ein gutes Fundament hat, braucht sich über die Zukunft keine Gedanken machen.

„Herr, deine Ratschlüsse von alters her sind treu und wahrhaftig.“
Jes. 25, 1

Wo jemand auf die vergangene Gottesgeschichte schaut, hat er bereits einen ganzen Sack voll Hoffnung. Ein Blick auf die Schöpfung zeigt wie Gott tickt. Am Anfang war das Wort, und das Wort war das Licht der Menschen. Die Rückschau zeigt die Fundamente, auf die Gott alles Leben aufgebaut hat. Alles ist da und weitreichend durchdacht. Wer auf eine solche Grundlage schaut, wer auf diese Wahrheit baut, die von je her als Pfeiler in die Erde gerammt wurden, braucht keine Angst vor einer ungewissen Zukunft haben. Von Anfang an hat Gott auf die Erfüllung des Menschen gesetzt. Herrlichkeit und Vollkommenheit war vom ersten Takt an, der Cantus firmus im Umgang mit seinen Geschöpfen. Das an Gott genesen und heilwerden, war zu allen Zeiten der Antrieb seines Schaffens. Die Gedanken Gottes drehten sich ausschließlich um den Menschen. Sein Ratschluss ist Liebe ohne Ende. Diese endlose Treue steht hinter allem was war, und somit hinter allem, was kommen wird. Die Ratschlüsse von damals, sind die Wege in der Gegenwart und in aller Zukunft. Der Anfang und das Ende sind eins. Durch die vergangene Geschichte, hat das Morgen eine klare Perspektive. Wo das Wort, wo Christus die Geschichte der Glaubenden geprägt hat, wird das Geprägt werden nie aufhören. Damit ist die Zukunft sicher. Es gibt eine Hoffnung, der nie die Luft ausgeht.

Das bahnt Wege in alle Sinnlosigkeit. Viele Menschen verzweifeln, weil für sie unter manch einer Diagnose die Lichter ausgehen. Sie sehen für ihre Zukunft nur noch schwarz. Es wird nur noch ein Leiden am sinnlosen Leben. Für manch einen werden die Belastungen so hoch, dass er sich nur noch selbst ein schnelles Ende setzen will. Wo die Hoffnung schwindet, stirbt der Lebenswille. Die Sorgen für die Zukunft, zeigen ein Defizit in den Fundamenten. Wo sich Paulus Sorgen wegen seines geplagten Gesundheitszustandes machte, erhielt er das Wort: Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Die Gnade reicht für alle Zukunft. Auch wenn es ganz anders kommt als wir uns das so vorstellen, ist der vom Anfang an Handelnde gegenwärtig. Wir werden vielleicht schwach sein und in der Schwachheit bleiben, doch darin ereignet sich Zukunft. Komme was da wolle, die Geschichte Gottes mit uns ist nicht zu Ende, auch dort nicht, wo wir keine Wege mehr erkennen. Selbst in der schwersten Krise ist das Leben nie ohne Sinn und ohne Hoffnung. Ein Gott, der solch eine bewegte Geschichte hinter sich hat, wird auch immer eine bewegende Zukunft vor sich haben. Selbst wenn der Mensch nicht mehr Herr seiner Sinne ist und sich nur als leidendes Elend darstellt, ruht er umso mehr in der Gnade des Allerhöchsten. Aus dieser Treue kann kein Mensch herausfallen.

Können wir bei so viel Hoffnung, uns selber oder andere aufgeben?

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Wer Zukunft hat, hat Energie

Sobald Wege, die vor uns liegen klar sind, entwickelt das Leben eine Eigendynamik.

„Eines jeden Wege liegen offen vor dem Herrn.“
Spr. 5. 21

Wo Wege offen vor einem liegen, kommt das Leben in Fahrt. Wer die Zukunft klar vor Augen hat, kann zielstrebig darauf zugehen. Ein Tag nach unserem Brand als wir in den Trümmern unserer Kirche standen, sagte der Architekt: In einem Jahr werdet ihr wieder in das neue Haus einziehen! Das war ein magischer Satz. Keiner sah dies zu dem Zeitpunkt als realistisch an. Wir wussten, was bauen heißt. Wir sahen die Schuttberge, die entsorgt werden mussten und wir kannten die Verfahren für neue Planungen und Genehmigungen. Doch wir waren im Advent abgebrannt und wir sind ein Jahr später im Advent wieder eingezogen. Offene Wege motivieren und treiben an.

Der Konflikt dabei ist, dass die meisten unserer Wege verschlossen vor uns liegen. Keiner weiß, was die Zukunft bringt. Unser Leben liegt vor uns, wie ein Buch mit sieben Siegeln. Doch lediglich für uns. Für Gott ist unser Verschlossenes völlig offen. Haarklein weiß er wo es lang geht und was auf uns zu kommt. Er ist mit unserer Zukunft verheiratet. Für ihn ist keine Frage offen. Ihm ist lichtklar was kommt und wo die Reise hingeht. In ihm steckt bereits die Dynamik auf das fertige Haus zuzugehen. Er sieht unser Leben vollendet vor seinen Augen. Er hat eine uneingeschränkte Vorstellung, von dem, was jetzt ist und dem abgeschlossenen Kunstwerk unserer Person. Er weiß, was er mit unserem ureigenen Leben, durch allen Zeiten hindurch erreichen will. So wie ein Unternehmer seine Vision entwickelt, wo er klar vor Augen hat, wie sein Unternehmen in zehn Jahren dastehen wird. So wie wir uns unser neues Auto vorstellen, das dann irgendwann in der Garage stehen wird. Diese Vorstellung hat Gott von unserem Leben.

Wenn das für ihn klar ist, können wir nur aus ihm diese Klarheit für uns selbst bekommen. Wo wir keinen Weg sehen, keinen Plan haben, alles nach vorne düster aussieht, bekommen wir den Durchblick bei dem, vor dem unser Weg offen liegt. Wo sich unser Blick für das Lebensbild Gottes, das er sich von uns gemacht hat öffnet, können wir völlig anders mit unseren Krisen umgehen. Mit dem Blick auf das, was wir einmal sein werden, werden die Schatten des Lebens zu Arbeitsschritten auf mein Ziel hin. Da dienen die brutalen Schläge der Reife einer Persönlichkeit. Wo meine Wege offen vor dem Herrn liegen, gibt es keine Situation, in der uns Gott verlassen hätte. Diese offenen Wege sind der größte Trost und zugleich der zielstrebe Antrieb.

Wollen wir unsere Lebenskraft vergeuden, und weiter planlos in die Zukunft tasten?

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Klare Besitzverhältnisse, schaffen hoffnungsvolle Zukunft 

Meins bleibt meins, und das geht keinen andern etwas an.

„Sie sollen mein Eigentum sein, und ich will mich ihrer erbarmen, wie ein Mann sich seines Sohnes erbarmt, der ihm dient.“

Mal. 3, 17
Sicher kennen wir den Unterschied zwischen einem Eigenheim und einer Mietwohnung, die vielleicht noch von einer Wohnungsbaugesellschaft angeboten wird. Da liegen Welten dazwischen. Die Mietwohnung ist zweckmäßig eingerichtet, dass alles sauber funktioniert, jedoch wird kaum eine intensive Beziehung zu diesem eigentlich fremden Wohnraum entstehen. Wenn da mal ein Schaden entsteht, steht man schnell mal auf den Standpunkt, das geht mich doch nichts an. Ganz anders, wenn man sich selbst sein Traumhaus verwirklicht hat. Da ist man irgendwie mit jedem Balken und Dachziegel per Du. Was das Eigene ist, hat einen weit höheren Stellenwert, man hegt und pflegt es wie seinen Augapfel. Es wird viel überlegt und investiert um auch noch die letzte Kummerecke prachtvoll herauszuputzen. Man kann es nicht mit ansehen, wenn da irgendetwas anfängt zu vergammeln. 
Wir sind Gottes Eigentum. Wir sind das Beste, auf das er sein ganzes Augenmerk geworfen hat. Ihm ist in keiner Weise egal, was mit dem passiert, was ihm gehört. Uns gilt seine volle Aufmerksamkeit und Hingabe. Für ihn ist es das Größte, uns glanzvoll auszugestalten. Jeder von uns ist ein Musterhaus vom Feinsten. Für seinen Besitz investiert er alles. Eigentum sein, heißt nicht, dass da einer Besitz von uns ergreifen will, sondern das Beste aus seinem Besitz machen will. Weil wir sein Eigentum sind, sind wir sein ein und alles. Wir können uns glücklich schätzen, solch einem Besitzer zu gehören. Sollte da ein Hochwasser eindringen, wird das Haus nicht den Wassermassen überlassen. Oder sollte das Haus einmal ausbrennen, wird es mit Sicherheit nicht wie in unserem Nachbarort nach 3 Jahren dem Verfall überlassen. Der wahre Eigentümer ist die Rettung für alle zerfallende Baumasse. Da ist der richtige Mann am richtigen Platz und legt Hand an. Wo wir Gottes Besitz sind, reißt ein anderer sich für uns die Füße heraus.
Eigentum sein, ist keine Erniedrigung oder Versklavung, sondern ein echtes Privileg. Egal, was über das Haus hereinbricht, ist ein engagierter Kümmerer da. Wo einer da ist, der sich erbarmt, hat die Not keine Macht mehr. Würden wir nicht Gott gehören, oder uns gegen sein Erbarmen wehren, würden wir einfach nur alt aussehen und immer mehr verfallen. Wo die Besitzverhältnisse geklärt sind, ist die Zukunft sicher.
Was soll uns hindern, dass der Hausherr seine Arbeit an uns macht? 

Frieden denken, kreist Unruhe ein

Wenn Gott denkt, weicht bei Menschen die Unruhe.
„Ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der Herr: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung.“

Jer. 29,11 
Wie Gott über Menschen denkt, so verhält er sich auch ihnen gegenüber. Die Gegenüberstellung zwischen Frieden und Leid lässt tief blicken. Gott denkt Frieden. Er denk Versöhnen und Vergeben. Er denkt an Christus in uns, der uns alles erschließt was Gott ausmacht. Er denkt an das in Ordnung kommen, allen Leides. Er hat nur den einen Gedanken: Herrlichkeit. Wo Gott an Frieden denkt, will er Menschen in sein Geheimnis einweihen. Da sollen Welten aufgehen und unendliche Ruhe einkehren. Frieden ist nicht Waffenruhe, sondern Heimat finden. Der Mensch ist bei Gott zuhause. In dieser Heimat wird der Mensch stimmig.
Gedanken des Leides hegt der Mensch. Obwohl er für den Unfrieden in der Welt verantwortlich ist, schiebt er ihn immer wieder Gott in die Schuhe: Warum lässt Gott das zu! Doch Leid war nie im Schöpfungsplan, denn alles war sehr gut. Gedanken des Leides interpretiert der Mensch in Gott hinein. Gottes Umgang mit dem Leid ist Erbarmen. Auch dem Leid begegnet Gott mit Gedanken des Friedens. Er geht schöpferisch mit Unheil um. Leid ist somit keine isolierte Größe mehr. Wo Friedensgedanken auf das Leid treffen, fällt Regen in der Wüste. Gedanken des Friedens lassen die vertrocknete Rose von Jericho ihre eingerollten Blätter ausrollen und aus braun grün werden. 
Weil Gott die Gedanken des Friedens hegt, können unruhig, gestresste Seelen aufblühen. Es sind die Gedanken, die in wilden Zeiten Heimat geben. Sie legen die Hoffnung der Herrlichkeit in aufgescheuchte Gemüter. Somit keimt in schwerstem Leid Hoffnung auf. Es wird grün, wo die Menschen rot sehen. Wo Gott Frieden denkt, liegen in den Fragmenten unseres Lebens, Meilensteine für die Zukunft. 
Wenn Gott Frieden denkt, warum sollten wir uns da von unserer Unruhe einkreisen lassen?  

Geschichten machen stark

Wer kraftvoll und hoffend in die Zukunft gehen will, braucht eine lebendige Geschichte.
Gott, wir haben mit unseren Ohren gehört, unsere Väter haben´s uns erzählt, was du getan hast zu ihren Zeiten vor alters.“

Ps. 44, 2
Der Blick in die Geschichte macht Gott groß. Der Mensch lebt aus der Vergangenheit. Stark werden wir da, wo wir uns auf unsere Wurzeln besinnen. Vergangenheit gehört nicht immer abgehakt, sondern ganz bewusst ausgegraben. „Wir müssen zu unserer Geschichte stehen und aus der Geschichte heraus leben, um die Herausforderungen unserer Zukunft zu meistern“, sagte gestern Bundespräsident Steinmeier zum Tag der deutschen Einheit. Die Geschichte, das was die Väter erzählen, hält uns am Leben. Wie Gott handelt, und wie er in Zukunft handeln wird, daran können wir nur glauben, wenn wir auf das schauen, wie er gehandelt hat. Aus den früheren, bereits gewesenen Handlungen, kommt die Kraft für das Heute und Morgen. Der Glaube steht nicht im Nichts, sondern in der Geschichte der Väter. Im Zurückhören und Rückbesinnen, entdecken wir den Gott, der mit Menschen seine Geschichte schreibt. Im Hören auf die Väter erkennen wir den Gott für Heute.
Wenn Paulus zurück schaut, sieht er auf die Propheten, die im Glauben Königreiche bezwungen haben, Gerechtigkeit geübt, Verheißungen erlangt und Löwen den Rachen gestopft haben und noch vieles mehr. Die Väter sind Vorbilder die antreiben. Wir leben aus der Geschichte des Volkes Israel mit seinem Gott. Wir leben aus der Kirchengeschichte, von gestandenen Männern und Frauen des Reiches Gottes. Wir leben aus der Geschichte mit Jesus Christus. Das Hören ist immer das Hineinhören in die Geschichte. Das Neue lebt aus dem Alten. Wo wir uns von unseren Wurzeln trennen, fehlt die Kraft das Morgen. Entschlossen und kraftvoll im Glauben aktiv werden, können wir nur dort, wo wir auf einem klaren Fundament stehen. Wenn wir nur auf das jetzt schauen, weil wir im Jetzt leben, können wir keine Hoffnung für die Zukunft entwickeln. Wo wir ohne unsere Geschichte leben, können wir nur ein blasses Bild von Gott bekommen und einen farblosen Glauben leben. 
Um Sterbende zu trösten, um Hoffnungslose zu begleiten, um Fremden Heimat zu bieten, um tiefe Gräben zu versöhnen, braucht es Menschen, die eine starke Geschichte haben. Je stärker wir uns in die Geschichte Gottes mit den Menschen verwurzeln, umso kraftvoller wird unser Glaube, umso entschlossener der Gang in eine hoffnungsvolle Zukunft.
 Wo sind unsere starken Geschichten, die uns zu wagemutigen und standfesten Menschen machen?

Sonnenaufgang für Blinde 

Wir sind zum Christusdienst an den Menschen gerufen.
Ich, der Herr, habe dich gerufen, dass du die Augen der Blinden öffnen sollst und die Gefangenen aus dem Gefängnis führen und, die das sitzen in der Finsternis, aus dem Kerker.“

Jes. 42, 6,7
Glaubende leben nicht für sich, sie haben einen Auftrag in der Welt. Sie sind in die Brennpunkte des Elends gestellt. Die Ausweglosigkeit, das gebunden sein in den Zwängen, die Nacht der Seele ist ihr Platz. Genau dort, wo die Menschen am Schlimmsten dran sind und an der Zerbrechlichkeit ihres Lebens leiden, soll durch die Glaubenden ein Licht aufgehen. Gott stellt uns an eine übermenschliche Aufgabe. Gott will uns zu Christusträgern machen.
Damit Blinden die Augen aufgehen, Gefangene frei werden, braucht es den Erlöser. Jesaja zeigt immer diese Spuren des Heiles auf, das das gebeutelte Dasein von Grund auf erneuert. Da werden die Gottesspuren in die geschlagene Welt hineingebahnt. Christus ist der Umbruch, in der Existenz, der vom Leben Gezeichneten. Blindheit und Gefangenschaft, die die bestimmenden Größen waren, sind umgebrochen in Sehen und Freiheit. In die beschwerliche Welt bricht eine erneuerte Welt.
Glaubende sind Christusmenschen, die diese Erneuerung in den Schrecken der Menschheit hineintragen und hineinleiden. Gott hat uns dazu gerufen, als erneuerte Menschen, mit dieser Erneuerung zu wuchern. An uns und durch uns soll diese andere Welt Gottes sichtbar werden. Wir öffnen den Blinden die Augen für ein Geheimnis, das nicht von dieser Welt ist. Wir sind die Befreier, die aus der Finsternis ins Licht führen. Durch uns bekommen die Niedergeschlagenen den Christus zu spüren. Wir werden zu einem Sonnenaufgang für die Nacht der Welt.
Können wir uns bei solch einer Berufung, noch so viel mit uns selbst beschäftigen?

Das Damals beruhigt das Heute

im Rückblick gewinnen wir Ausblick.
„Fragt nach den Wegen der Vorzeit, welches der gute Weg sei, und wandelt darin, so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.“

Jer. 6, 16
Vor ein paar Tagen ergab sich nach dem Mittagsgebet in unserer Hauskapelle ein weitreichendes Gespräch. Anlass war die Beerdigung des Maurermeisters, der uns in den Anfängen der Bruderschaft für das Bauhandwerk ausbildete. Innerhalb eines halben Jahres brachte er den damals jungen Brüdern, mit Anfang 20 alles bei, um dann das ganze Werk der Blumenmönche zum größten Teil in Eigenleistung aufzubauen. Im Nachhinein ein unvorstellbares Wunder, dass das alles so funktioniert hat. Wir konnten dem nachspüren, wie Gott seine Spuren minutiös gelegt hat, um zu dem zu kommen was wir heute sind. Dabei war dieser Moment nicht nur ein gehaltvolles Schwelgen in Erinnerungen, so wie man immer wieder sich die Geschichten von damals erzählt, nein, das hatte einen starken Nebenaspekt. Im Vergegenwärtigen des Handelns Gottes von damals, verblassten die Sorgen von heute. Es kam eine Energie auf uns zu, die uns anspornte, die Flügel über manchen Problemen nicht hängen zu lassen.
Perspektivlosigkeiten in der augenblicklichen Situation, bekommen im Rückblick eine neue Sicht nach vorne. Der Blick auf das, wo Gott bereits gehandelt hat, holt sein Handeln in die Gegenwart. Im Blick auf die Vorzeit vergrößern wir den Raum in dem Gott aktiv ist. Die augenblickliche Unruhe, findet Ruhe in der Horizonterweiterung nach hinten. Wo Gott Geschichte geschrieben hat, wird er sie auch heute und morgen schreiben. Im gezielten Blick auf die zurückliegenden guten Wege an der Hand Gottes, werden wir jetzt gehalten. Wo das heute dunkel ist, kommt das Licht von dem, der da war, der da ist und der da sein wird. Wo wir heute keine Ruhe finden, werden wir sie im gestern finden. Wir finden sie darin, dass der Gott der Geschichte, auch der Gott des Heute ist. Hinter jeder Not stehen die Wunder des ewig Handelnden. 
Wo können wir noch viel mehr, nicht nur die Geschichten von damals erzählen, sondern Gottesgegenwart im Heute manifestieren?
Einen gesegneten Sonntag wünsche ich euch. 

Der Umbruch im Kopf

Glaube ist weit mehr, als ein billiges „Kopf hoch!“
„Hebt eure Augen in die Höhe und seht! Wer hat all dies geschaffen? Er führt ihr Heer vollzählig heraus und ruft sie alle mit Namen.“

Jes. 40, 26
Aus einer Augentherapie wird eine Glaubenstherapie. Manch einer kennt noch das Kinderspiel; ich sehe was, was du nicht siehst. Da steht einem etwas vor Augen, was die anderen erraten müssen. Der Prophet macht ein ähnliches Spiel, doch mit viel größerer Wirkung. Er löst im Denken des Gottesvolkes einen Dammbruch aus. In der Verbannung, in der der Blick nur auf Verfolgung, Ausbeutung und Erniedrigung liegt, reißt er die Köpfe herum. Seht nicht auf das, was euch vor Augen steht und das Leben schwer macht, sondern hebt den Blick. Seht nicht auf das Handeln von Menschen, seht auf das Handeln Gottes. Die Änderung der Blickrichtung ist der Weg des Glaubens. Der Glaube verdreht den Kopf. Er sieht Dinge, die in Gottes Macht stehen. Er sieht Wege, die es noch garnicht gibt. Er sieht das ganze Volk, befreit im verheißenen Land. Der Glaube lebt mit dieser Blickrichtung bereits in einer erfüllten Sehnsucht. Da ist etwas Realität, was noch garnicht da ist.
Wenn ein schwer Kranker, der all die leidvollen Behandlungen einer Chemotherapie durchlebt hat, die Nachricht bekommt: wir haben es geschafft, geschieht etwas Gewaltiges. Er bekommt schlagartig in all seiner Schwachheit und seinem Elend einen unvorstellbaren Energieschub. Der Ausblick auf Rettung, der Blick auf Heilung, multipliziert die Genesung. Der Blick auf das was Gott tut und tun wird, setzt eine Revolution in Gang. Der Glaube ist ein Umbruch im Kopf. Da lebt bereits die Zukunft in der Gegenwart. Da ist der jetzige Augenblick immer größer und weiter, als alle Kurzsichtigkeit. Wer die Augen aufhebt, hat die Hoffnung mit im Boot. Im Aufblicken stellt sich schöpferische Macht gegen menschliche Ohnmacht.
Unsere Blickrichtung entscheidet über Kraft oder Schwäche, über Glaube oder Verzweiflung. Worauf schauen wir?

Kopfüber zum Fest

Letzten Sonntag war Dekorationsbesprechung. Wie soll dieses Jahr Weihnachten im Blumenhaus aussehen. Da ist Weihnachten geworden, bevor ein Engel im Regal steht. Im kleinen Kreis stellten wir dem Prior mit Bildern und Listen unser Konzept vor. Z. B. 4 Weingläser auf den Kopf gestellt auf einem Tablett, als Gestaltungselement für ein Adventsgesteck. Die Kelche mit farbigen Glaskugeln gefüllt. Die Stiele nach oben und die Standfläche als Kerzenteller. Ein ungewöhnlicher Blickfang für die etwas andere Weihnachtsdekoration. Seit diesem Moment lebt Weihnachten in uns. Alle Gestaltungsecken fangen an zu leben. Da hängt ein großer Adventskranz an der Wand, da stehen Laternen in einer Winterlandschaft, eine große Kugel aus Ästen mit vielen Lichtern wird die Kunden begrüßen. Das Tagesgeschäft, das eigentlich vor Allerheiligen mit Gedenktagfloristik abläuft, ist von Weihnachten beflügelt und belebt.
Deshalb, egal was wir gerade machen…
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1. Weihnachten ist jetzt

„Wir haben unsere Heimat im Himmel.“

Egal wo wir gerade leben, wir kommen vom Himmel. In unserem Pass steht bei Staatsangehörigkeit: Himmelsbürger. Wir stehen voll und ganz in dieser Welt, haben jedoch eine andere Identität. Glaubende leben in zwei Welten. Heimat ist das Zuhause, wo unsere Wurzeln liegen. Heimat ist die Welt Gottes, die uns Christus erschlossen hat. Christ sein ist in Christus Zuhause. Heimat ist das A und das O, diese Welt ohne Anfang und Ende. Wir sind da zuhause, wo das Leben nicht mehr unter dem Todesurteil steht, sondern wo die Auferstehung normal ist. Wir stammen aus dem Hause: „Und alles war sehr gut!“ Diese Heimat ist das größte Geheimnis, das es auf der Erde gibt. Von Menschen nie erreichbar, sondern nur durch Christus erfahrbar. Wo wir jetzt im Tagesgeschäft dieser Welt leben, prägt diese verborgene, geheimnisvolle andere Welt das Dasein. Heimatgepräge ist wie eine Erbanlage, die alle Handlungen steuert. Ein Schwabe bleibt auch in Australien ein Schwabe. Wir sind keine Flüchtlinge, die sich mehr und mehr in die Staatsform dieser Welt integrieren und angleichen, sondern wir sind Gäste auf Durchgangsstation. Gäste sind keine Revolutionäre oder Ignoranten. Auch mit himmlischer Staatsbürgerschaft sind wir keine Abgehobenen oder etwas Besseres, sondern bejahen die irdischen Ordnungen. Leben geschieht mitten in der Welt, mit dieser heimatlichen Veranlagung.
Die himmlische Heimat steht nicht in Konkurrenz zu der irdischen Heimat. Es gibt kein besser oder schlechter, oder heilig und unheilig. Auch die irdische Heimat ist Gottes Schöpfung. Sie landet nicht irgendwann als 2. Wahl auf dem Müll. Wenn die neue Welt vollkommen anbrechen wird, wird die Alte nicht entsorgt. Es geht um ein Durchdringen. Irdisches Dasein soll von der himmlischen Wirklichkeit durchdrungen sein.
Wer seine Heimat im Himmel hat, kann sich nicht von dieser Welt abwenden. Es wäre geistlich arrogant, der Schöpfung verachtend und desinteressiert zu begegnen. Sich aus der Welt zurückzuziehen und sich einzig in heilige Räume zu verschanzen, ignoriert seine Schöpfungsverantwortung. Hier sieht die christliche Kirche ihren Auftrag in dieser Welt, in Politik und Gesellschaft. Wer seine Heimat im Himmel hat, wird säkularen und natürlichen Denken immer unbequem sein, weil in ihm etwas lebt, das keiner sehen kann.
Doch für den, für den Weihnachten schon jetzt ist, ist das tägliche Leben eine Dauerinspiration.
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2. Das erfüllt das Heute

„Von dort erwarten wir Jesus Christus, unseren Retter.“ 

Christen sind im Heute immer mit dem Blick auf die Zukunft unterwegs. Sie leben weder jetzt in der Herrlichkeit, noch vertrösten sie sich mit ihr. Es ist nicht jetzt die Zeit der Welt und danach kommt die Zeit des Himmels. Paulus attackiert hier alle schwärmerischen Elemente in der christlichen Gemeinde. Glaubende sonnen sich nicht im Heil und warten gemütlich auf bessere Zeiten. Auf eine Zukunft hin unterwegs sein, ist höchste Aktivität im Jetzt. Wir erwarten den Christus für eine erlösungsbedürftige Welt. Diese Zukunft wird von den Erlösten in das irdische Dasein hinein gelebt. Nach wir vor sind wir die vom Leben gezeichneten, die Kreuzwege zu gehen haben, und doch durch Christus in der Auferstehungsgesinnung leben. In dem wir Christus erwarten, verwandelt sich im Irdischen etwas zu dem Ewigen. Da verwandeln sich unsere Leidenswege und durch uns die Not der Welt.
Ohne diese Erwartung der Glaubenden würde die Welt nie den Christus erleben. Der Glaubende verabscheut die Welt nicht, sondern infiziert sie leidenschaftlich, durch sein unterwegs sein in die Zukunft. In solch einer Erwartung kann man seine Ziele nicht hoch genug. Wer in der Christus-Erwartung lebt, wird regelrecht in die Welt hineingezogen. Glaubende freuen sich an der Welt, weil durch sie das Gotteswunder in der Welt geboren wird. Wir müssen hier unsere Verantwortung erkennen und wahrnehmen. Durch unsere Christus-Erwartung kann diese Welt überhaupt hoffen. Dadurch fließt der Saft durch die Adern der Menschheit.
Zu der Zeit als wir noch keine solche ausgefeilte Weihnachtsplanung vorgelegt hatten, ist man mehr oder weniger von einem Tag in den anderen gedümpelt. Mit dieser Sichtweise glitzern uns allen jetzt schon die Augen, obwohl noch nicht Weihnachten ist. Alles Arbeiten ist durchdrungen von dem, auf das wir zugehen. Das Engagement wird intensiver, die Ideen sprudeln, das Dekorieren wird brennender. Alles ist heiß, alles bekommt mehr Qualität und mehr Tiefe. Wer selbstzufrieden und selbstgläubig stehenbleibt, als würde ihn nichts berühren, was kommt, betrügt sich selbst und andere um ein großartiges Geheimnis, das ihm zugedacht ist.
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3. Versetzt in das Morgen

„Unser hinfälliger, sterblicher Leib wird verwandelt und seinem auferstandenen, unvergänglichen Leib gleich werden. Denn Christus hat die Macht, alles seiner Herrschaft zu unterwerfen.“
Was morgen sein wird, ist unser Heute. Die Realität des Glaubenden lebt nicht aus dem Bewusstsein der vergänglichen Welt. Glaube lebt aus dem Zukünftigen. Da gilt jetzt schon, was uns für morgen gedacht ist. Wer aus dieser Zukunft lebt, holt Gottes Realität ins Jetzt. Seit Christus sind die Erwartenden schon die Erfüllten. Christus beginnt bereits jetzt schon die Gesetzmäßigkeiten dieser Welt zu durchbrechen. Auferstehung geschah mitten in der hinfälligen, sterblichen Welt. Die Gesetze dieser anderen Welt greifen schon. Der Umwandlungsprozess an uns ist schon in vollem Gange. Für Menschen der Zukunft verändert sich jetzt schon das heute. An unseren alltäglichen Aufgaben verwirklicht sich dadurch viel mehr Christus, als wir überhaupt erahnen können.
Für Zukunftsmenschen wird alles Tun zum Gottesdienst. Unser Leben ist ein heiliger Dienst an der Welt. Solch ein Leben wird krisensicher. Wer aus dem Morgen lebt, braucht nicht resignieren, wenn er seinen Dienst in einer vergehenden und sterblichen Welt tut. Wir brauchen uns nicht irre machen lassen, wenn Aufgaben von Misserfolg begleitet werden. Unser Denken und Planen, unser Tun und Lassen in immer vom dem Kommenden bestimmt. Wir können darüber nie passiv bleiben. Wir können es uns nicht leisten einfallslos und faul zu sein. Mit dem Morgen vor Augen werden wir uns nie mit Krieg und Hunger, mit Gewaltherrschaft und Diskriminierung oder irgendeiner Verachtung von Mensch und Welt abfinden können.
Bei aller Realität der Welt, sind wir in eine andere Verfassung gesetzt. Wir gehen mit diesen Realitäten anders um. Wir sehen bei allem, wie das Sterbliche vom Leben verschlungen wird. Wir sehen jetzt schon den auf den Kopf gestellten Weinkelch mit seinen bunten Kugeln und werden es erleben, wie er in Wirklichkeit vor uns stehen wird. Weil das Fest in uns lebt, wird das Leben jetzt schon zu einem Fest.
Um was betrügen wir diese Welt, wenn wir in den Alltäglichkeiten stecken bleiben und von uns nicht dieser Glanz ausgeht?