Auf und ab findet eine Konstante

O Gott, gib uns immer neu erfrischende Herzlichkeit und schenke uns die Heiterkeit im Glauben.

„Erfreue mich wieder mit deiner Hilfe, und mit einem willigen Geist rüste mich aus.“

Ps. 51, 14
Wer so betet, kennt die Stunden des Absackens im Glauben. Er kämpft mit Trauer und eigener Unwilligkeit. Wie schnell verlieren wir den Glaubensmut, wenn es im Leben dick kommt. Wie schnell geben wir auf und verzagen wir, wenn Unerwartetes über uns hereinbricht. Glaube bewegt sich zwischen Macht und Ohnmacht. Er lebt in der Spannung zwischen Tag und Nacht. Glaube durchlebt die ganze Hinfälligkeit unserer Menschlichkeit. Daher kann sich der Glaube nicht an der menschlichen Gebrechlichkeit entzünden. Glaube kann nicht aus dem Menschen kommen, er entzündet sich an der Gottesgegenwart. Glaube ist Gabe, ist Geschenk, ist das Vertrauen, das Gott weckt. Der Glaube ist das Echo auf den handelnden Gott. Wo der Glaube schwach wird, wo die Zweifel nagen, muss nicht der Mensch seine Anstrengungen verdoppeln, sondern seine Schwachheit zum Gebet werden lassen. Das „erfreue mich wieder“, ist kein Selbstmotivationsprogramm, sondern genau die richtige Adresse für Absacker. Gott baut auf. Das Gebet wird zur Hilfe. Gott selbst ist die Anlaufstelle, wenn wir erkennen, wir hängen ab. Krisen sind normal, dunkle Stunden gehören zum Dasein, doch sie sind der Anfang eines Gebetes. Wo wir an uns selbst verzweifeln wollen, wenn wir erkennen, wie wenig wir zur Liebe und Glauben fähig sind, ist das der Anfang, auf die Hilfe zuzugehen. Wir brauchen regelrecht die Spannungen im Glauben, um unsere Gottabhängigkeit zu entdecken. Erst wenn wir unsere Schwachheit erkennen, kann die Liebe zu Gott groß werden. Wo wir am Ende sind, fängt Gott erst richtig an.
Wo wir unsere Leere spüren ist der beste Augenblick, an dem Gott groß werden kann.  Es sind nicht unsere glaubensstarken Tage an denen uns die Hilfe groß wird, sondern gerade die Wegstrecken, an denen wir ausgelaugt und müde geworden sind. Wo wir mit unserem eigenen Versagen konfrontiert sind, wo wir an Gott und der Welt verzweifeln wollen, wo nichts mehr da ist, kann Gott zu allem werden. In der Dunkelheit entfaltet das Licht seine schönste Wirkung. Daher verkrampfen wir uns nicht, wenn es nicht rund läuft; bitten wir um neuen Glauben, um erfrischende Herzlichkeit, um Heiterkeit und all die Gaben, die nur von ihm kommen.
Ist die Durststrecke im Glauben, nicht der Weg zu viel mehr Hingabe?

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Sich führen lassen ist Hilfe

Gott baut seine Kirche trotz der Menschen und wenn es sein muss, auch gegen sie.

Ich will meiner Herde helfen, dass sie nicht mehr zum Raub werden soll.“

Hes. 34, 22



Gott schützt das Seine. Seine Herde, seine Gemeinde steht in den Herausforderungen mit sich selbst, doch dagegen steht der Wille Gottes. Gegen den Status Quo Gottes, kommen die schlimmsten Machenschaften nicht an. Wo Gott Hilfe zusagt, ist Hilfe da. Da steht einer für die anderen. Da ist ein Hirte, eine Führungskraft, die nein sagt zum Bösen. Existenzsicherung liegt nicht in den Händen der Herde, es ist Hirtensache. Der Prophet Hesekiel hört seinen Gott von treulosen und unfähigen Hirten reden, die sich selbst weiden und sich mitnichten um ihre Herde kümmern. In solche Missstände hinein, will Gott sich selbst als Hirte zeigen. Die Ausbeutung soll ein Ende haben. Wo Gott sich als Hirte erweist, geht er mit Hirten, die sich selber weiden hart ins Gericht. Zu der Gemeinde zählen nicht die, die einfach dabei sein wollen und für sich das beste genießen. Zu seinem Volk gehören die, die sich von dem Hirten führen lassen, die ihn brauchen und nötig haben. Unter diesem geführt werden geschieht die Hilfe. Da ist bestes Weideland in Sicht. Hilfe erfahren die, die sich anvertrauen, die sich selbst loslassen. Die Führung der Glaubenden geschieht durch den guten Hirten, Jesus Christus. Er ist der Gipfel der Hilfe Gottes. Diese Hilfe ist ein Machtwechsel, bei dem unsere Führungsrolle an ihn übergeht. Unter dieser Führung funktioniert das christliche Miteinander, funktioniert Herde und Gemeinde. Da begegnet dem Selberwollen der Wille Gottes. Hilfe ist der Umschwung vom ich zum du. Das liegt in der Ganzhingabe des Christus.
Wir sind die Ausgesetzten und Ausgelieferten, wo wir uns auf uns selbst verlassen. Wo wir dem Hirten die Führung überlassen, ist uns geholfen. Da werden wir auf ein Weideland geführt, das wir uns nicht erträumen können. Da hat Kirche eine große Zukunft. Da wird Advent zum inneren Umbruch, weil der Hirte kommt und die Führung übernimmt.
Warum fällt es so schwer, diese Hilfe anzunehmen?

Erben macht ökumenisch

Es ist das größte Zeichen, das die katholische und evangelische Kirche in Deutschland, im Sommer in München gemeinsam in die Welt senden konnte. Kardinal Marx und Bischof Bedford-Strom, verkündeten Jesus Christus als das eine Fundament, das die christlichen Kirchen verbindet.
Hilf deinem Volk und segne dein Erbe und weide und trage sie ewiglich!“

Ps. 28. 9



Wo die Kirche ihr Erbe erkennt, kann keiner mehr seine eigene Suppe kochen. Gottes Erbe ist das größte Vermächtnis an sein Volk. Das alte Israel hat das noch sehr elitär und auf sich bezogen verstanden, doch mit Christus ist dieser lokale Horizont aufgebrochen. Da ging es plötzlich nicht mehr nur um die Schafe im eigenen Stall, sondern auch um die anderen „draußen“. Mit Christus wurde das Erbe Gottes global. Er durchbrach die Mauer zu den anders Denkenden und anders Glaubenden. Für die damalig Auserwählten ein Affront, dass sich Gott damit den „Reingeschmeckten“ zuwendet. Gott denkt mit seinem Erbe umfassend und weltweit. Mit Christus wurde Gott ökumenisch. Wo Christus ist, ist selektives Denken und Glauben nicht mehr möglich. Da ist dieses Erbe der große Schatz aller christlichen Kirchen. Dieses Erbe verbindet weltweite Unterschiede. Dieses Erbe setzt den anderen mit an unseren Tisch. Dieses Erbe ist Mahlgemeinschaft, weil nicht die Kirche zu Tisch bittet, sondern Christus selbst einlädt. Dieses Erbe ist das, was die verschiedenen Konfessionen in diesem Jahr des Reformationsjubiläum, hat wieder näher zusammenrücken lassen. Christus als das Erbe Gottes ist die Basis, den unterschiedlichen Glauben, verschiedenste Traditionen und spirituelle Vielfalt zusammenbringt.
Das Erbe ist Geschenk und Auftrag. Wo Menschen gerne abgrenzen und ausgrenzen, ist das Erbe verbindend. Da wohnt Christus plötzlich in einem Menschen, dessen Glaubensauffassung ich nicht teile, dessen religiöse Praxis ich nicht verstehe. Da kommt einem der andere näher, weil wir in dem Fremden den Bruder erkennen, der mitgeerbt hat. Da weitet sich in uns die Spielwiese Gottes. Da können wir nicht mehr auf unserem Dogma beharren. Da kann es keine engstirnige Frömmigkeit mehr geben. Die Erben Gottes sind unter allen Umständen ökumenisch und multikulturell, weil Christus gegenwärtig ist.
Muss nicht dort, wo dieses Erbe ist, eine Verständigung und Annäherung, auch in den größten Unterschieden möglich sein?

Frag doch Google

Tragfähige Weisheiten können nicht aus Menschen kommen.
Es sollen hertreten und dir helfen die Sterngucker, die an jedem Neumond kundtun, was über dich kommen werde! Siehe, sie sind wie Stoppeln, die das Feuer verbrennt.“

Jes. 47, 13-14 



Welche Wissenschaften stellen die Menschen auf eine tragfähige Zukunft? Die Astrologen, Anthropologen oder Philosophen? Jeder beansprucht für sich die Wahrheit, doch was zählt, ist die Krisentauglichkeit. Was hilft in der wirklichen Krise? Bestimmt nicht die Antwort aus dem Horoskop, das bei uns zum Unterhaltungsmedium verkommen ist. Die Frage nach tragfähiger Hilfe, ist die Suche nach endgültiger Wahrheit. Damit entwaffnet der Prophet alle Konzepte, die den Menschen mit seiner Weisheit in den Mittelpunkt stellen. Die grundlegende Hilfe, die die Fragen des Menschsein beantwortet, kann nicht aus Menschen kommen. Sie kommt weder aus den Sternen, noch aus kosmischen Konstellationen. Wenn die Sterne den Weg zeigen, dann auf den Stall von Bethlehem. Darauf konzentriert sich alle Hilfe, die dem Menschen gegeben ist. Die Sterne verkünden Jesus, als die Wahrheit allen Lebens. Bei allem Können und bei allem Wissen, das Menschen erforschen, bei allen Theorien, die sie aufstellen, läuft alles auf diese unscheinbare Krippe zusammen. In dieser Wahrheit liegt alles Heil der Welt. Das ist die globalste Perspektive, die Gott den Menschen gegeben hat
 In unserem Wissenszeitalter, wo die Informationen der ganzen Welt zu jeder Zeit präsent sind, tut der Mensch gut daran, sich diese einfache Wahrheit zu vergegenwärtigen. Wo es um echte Hilfe geht, frag nicht Google, sondern frag Christus. Wo wir in den Krisen bestehen wollen, brauchen wir die Krippenorientierung. Wo wir durch die Nächte unseres Lebens wandern, brauchen wir den Morgenstern. An dieser Wahrheit müssen wir festhalten, wo die vielen Sterngucker heute uns alles Mögliche als Wahrheit servieren wollen. Mit Christus können wir die Tragfähigkeit der vielen auf uns eindringenden Botschaften erkennen. Er ist der Stern, der uns durch den Dschungel des Wissens unserer modernen Zeit bringt. 
Kann uns Google wirklich die richten Antworten auf die Herausforderungen unseres Lebens geben? 

Hilfe in Sichtweite

Der Glaube löst aus allen menschlichen Erniedrigungen heraus.
„Siehe, Gott der Herr hilft mir; wer will mich verdammen?“

Jes. 50, 9
Was ist das für eine starke Frage, was für eine Selbstreflektion. Der Prophet stellt zwei Extreme gegenüber. Die extreme Form aller menschlichen Ungerechtigkeiten, Demütigungen und Entartungen, und dagegen ein Gott, der sich nie damit abfindet. Der Herr hilft, ist der Schlachtruf im Kampf. Da sieht sich der gebeutelte Mensch mitten in allen Widrigkeiten, bereits auf dem Siegertreppchen. Wer Hilfe sieht, hat im Elend Rettung vor Augen. 
Auf Jesaja stürzten menschliche Beleidigungen, Vorwürfe, bis hin zu Misshandlungen. Er ist ein Mann in der Schussline von Unmut und Unglauben. Das Leben und die Menschen setzen ihm zu. Schnell kommen da die Vorwürfe, du bist doch an allem selber schuld. Menschen sind da oft nicht zimperlich, wenn es um die Erklärung und Deutung widriger Umstände geht. Da wissen selbsternannte Propheten schnell, dass ein Unglück eine Strafe Gottes sei. Wenn einer Ordensgemeinschaft das Haus abbrennt, ist das Gottes Antwort für menschliches Fehlverhalten. In den Spannungen des Lebens können sich die Menschen das Leben richtig schwer machen. Da werden noch Gerüchte gestreut und Misstrauen gesät, um jegliche Hoffnung zu zerstören.
Gerade dort, wo die Welt über uns zusammen zu brechen droht, wird das „siehe“ zum Durchbruch. Siehe wird zum Sichtwechsel auf Gott. Da wendet sich der Blick vom Elend auf das Heil. Da ist Hilfe, da ist der Ausweg, da ist Rettung in Sicht. Mag die ganze Welt sich gegen mich verschworen haben, im siehe sehen wir himmelwärts. Ob die augenblickliche Situation eigen- oder fremdverschuldet ist, spielt dann keine Rolle mehr. Wir bekommen in diesem Augenblick die Christus-Perspektive. Da wird aus Verdammen erlösen. Mit diesem Blick findet eine radikale Wende statt. Damit lösen wir uns aus aller menschlichen Anklage. Da erlangen wir Freiheit in aller Beklemmung. Wo Gott zur Hilfe wird, können wir den Widrigkeiten trotzen. Wir können in aller Erniedrigung standhaft bleiben. Wer diese Hilfe hat, den kann nichts und niemand verdammen.
Wo wir auf solch einem starken Fundament stehen, welches Extrem sollte uns da zu schaffen machen?

Dauerkontakt mit dem Ewigen

Alle Verbindungen entstehen und werden erhalten. indem wir kommunizieren.
„Ich bete, Herr, zu dir zur Zeit der Gnade; Gott nach deiner großen Güte erhöre mich mit deiner treuen Hilfe.“

Ps 69, 14
Beten ist der Austausch mit Gott. Dieser Austausch verbindet und lässt uns Gott erkennen. Beim Beten kommen sich Gott und Mensch näher. Wer betet, rechnet dass ein Höherer eingreift. Wenn wir beten, treten wir aus uns heraus und erwarten mehr, von etwas was größer ist als wir. Beim Beten soll Gott bei uns Raum gewinnen, auf unser Schicksal und Dasein Einfluss nehmen. Es ist das Ringen nach Hilfe, wo wir an Grenzen stoßen. Es ist der Dank und die Freude über Glücksmomente. Freud und Leid will sich mit Gott verbinden. Beim Beten wird unsere Biografie an Gott geknüpft. Es wird der handelnde Gott auf die Erde geholt. 
Wer betet, rechnet mit Gottes Erbarmen, dass sich der Mächtige zum Geringen beugt. Unsere Erdenzeit ist die Zeit der Gnade. Das ganze Leben dient dazu, uns nach diesem barmherzigen Gott auszustrecken. Von A bis Z ist alles in uns angelegt, nach diesem Erbarmen zu ringen. Jedes Gebet ist der Schrei nach dem Gott in mir. Es ist das Rufen nach Christus, der das was wir sind und was uns umtreibt, vor Gott stellt. Die Zeit der Gnade ist die riesige Chance auf Hilfe. Da wird Gott selbst ein Teil von uns. 
Aufbauende Lebensgestaltung kann daher nur Gebet sein. Leben steht dann in allen Phasen in Dauerkontakt mit dem Ewigen. Da bleibt nichts ungesehen und ungehört. Da lebt jede Not und jede Freude am Herzen Gottes. Da entkrampfen sich hilfose Verspannungen. Da ist die schrecklichste Situation nicht mehr trostlos. Beim Beten lassen wir unsere ganze Existenz von fürsorglichen Händen umfangen.
Wird nicht unser ganzes Kämpfen und Ringen armselig, wenn es nicht vom Beten getragen ist?

Wir bauen auf 

Was in uns lebt, ist für andere.
„Meine Seele sol sich rühmen des Herrn, dass es die Elenden hören und sich freuen.“

Ps. 34, 3
Leben ist kein Selbstzweck, Leben ist Auftrag. Das, was wir sind, haben wir uns nicht verdient, sondern ist uns geschenkt worden. Wir können nicht stolz wie der Hahn auf dem Mist stehen und herauskrähen, was wir für ein toller Kerl sind. Eigenlob stinkt. Der Glaubende sieht in allem Selbstbewusstsein, ein Gottesbewusstsein. Er sieht sich immer im Bezug auf einen Höheren. An dem was er ist, ist mehr Handeln Gottes, als wir in der Regel wahrhaben wollen. Schon ganz natürliche Dinge die im Körper funktionieren, sind nicht mehr selbstverständlich, wenn man auf der Intensivstation steht. Wieviel Maschinen sind dafür nötig, um nur die Grundfunktionen eines Organismus zu erhalten. Jeder Atemzug ist ein Jubel auf den Schöpfer.
Wo wir so unterwegs sind, ist das Leben Gottesdienst. Die Seele fließt in Dankbarkeit zu dem zurück, von dem sie ausgeht. Atem holen ist ein Gebet, bei dem Gott in uns aus und eingeht. Solch ein Lebensstil wirkt. Er stellt nicht nur uns in den Einklang mit dem Allmächtigen, er stellt automatisch den Anderen in eine Gottesbegegnung. Solch ein Lebensstil bringt Gott unter die Menschen. Wir selbst werden zum Atem, mit dem Gott das Schwache beatmet. Dass das Hoffnungslose den nahen Gott erkennt, braucht es die Menschen, in denen er Zuhause ist. Damit die Elenden sich freuen können, brauchen sie eine Begegnung mit der Freude, die in den Glaubenden auf sie zu kommt. So kommt durch unsere Gottesbegegnung, die Erlösung in die Welt. Wo Christus in uns wohnt, baut das die ganze Welt auf.
Hoffentlich ist unser Gotteslob so stark, dass es die, die am Boden liegen aufrichtet?

Glaube trägt, wenn’s ungemütlich wird

Glück und Glaube sind ein wunderbares Pärchen.
„Wohl dem, dessen Hilfe der Gott Jakobs ist, der seine Hoffnung setzt auf den Herrn.“

Ps. 146, 5
Worauf der Mensch seine Hoffnung setzt, entscheidet über sein Wohl und Wehe. Viele setzen ihre Hoffnung auf Zahlen und erträumen jeden Samstag Abend das große Glück. Wir werden überschüttet von Hilfsangeboten und Lebensberatern, die alle versprechen; „mit dieser Methode werden sie glücklich.“ Das was wir glauben, das werden wir erleben.
Wohl hängt zutiefst mit einer starken Einbettung zusammen. Wohl ist das in der Güte Zuhause sein. Wo Gott Heimat ist, wo er mich umhüllt, wie der Mutterschoß das Kind, da ist Glück. Wo wir Wohlergehen von Dingen oder Menschen erwarten, kann das nie zur Erfüllung führen. Wohl hat seinen Sitz in einer unvergänglichen Macht. Das ist das Glück des Glaubenden, dass die Hoffnung nicht aus einer sterblich, vergehenden Welt schöpft. Wer auf den Herrn setzt, hat immer eine Hilfe, inmitten aller offenen Fragen und ungelösten Probleme. Dieser Glaube geht Wege wie Paulus. Gegen allen Widerstand gründet er eine Gemeinde nach der anderen in Kleinasien. Dieser Glaube trägt, wenn´s ungemütlich wird, wenn man für seine Sache kämpfen muss. Dieser Glaube tröstet, weil er in dem Treuen gefestigt ist. Wo die Hoffnung auf dem Herrn liegt, hat das Leben eine andere und unerschrockene Gangart. Da verwandelt sich Frustration in Faszination. Da sind Glaube und Wohlergehen die besten Freunde.
Was kann mir passieren, wenn meine Hilfe der Herr ist? Wo kann es mir besser gehen, als wenn meine Hoffnung, eine solch starke, verwandelnde Kraft in mir hat?

Die ganz persönliche Gangart 

Lass sie reden!
„Viele sagen von mir: Er hat keine Hilfe bei Gott. Aber du, Herr, bist der Schild für mich, du bist meine Ehre und hebst mein Haupt empor.“

Ps. 3, 3-4
Gottesbegegnug ist total persönlich und individuel. Was sich zwischen ihm und mir abspielt, kann ein Außenstehender nicht wahrnehmen. Gott begegnet jedem so anders, so viele Menschen es auf der Welt gibt. Gottes Zuneigung ist maßgeschneidert. Was für mich eine angenehme Liebkosung ist, kann für einen anderen eine unbarmherzige Härte sein. Das Zusammenspiel Gott Mensch, passt exakt auf jede Situation. Da gibt es keine pauschale Barmherzigkeit, sondern zwei Elemente, die optimal miteinander verschmelzen. Damit wir als Persönlichkeit Gottes Hilfe erfahren, hat die Hilfe die persönliche Note, die für uns goldrichtig ist.
Im Verkauf gibt es gewisse Grundregeln, die im Umgang mit Kunden gelten. Will ich jedeoch erfolgreich sein, muss ich mir die Mühe machen, so viel wie möglich von einem Kunden zu erfahren, um ganz individuell auf ihn eingehen zu können. Je persönlicher die Erfassung der Bedürfnisse, umso tragfähiger die Kundenbindung. Was für den einen Kunden richtig ist, würde einen anderen abstoßen.
Gott kennt jeden einzelnen so genau, dass seine Barmherzigkeit punktgenau passt. Hilfe Gottes ist hoch sensibel. Er kennt die Schwachstellen, die aufgebaut und geschützt werden müssen. Deshalb können wir das immer wieder erfahren, dass Menschen sagen, das hat jetzt hundertprozentig gepasst, wo ein anderer vielleicht nur den Kopf schüttelt. Das was mich zum Menschen macht, was mich aufbaut, ist ein ganz persönlicher Christus. Da spielen sich zwischen ihm und mir Dinge ab, die mir zur größten Hilfe werden, von denen kein Mensch etwas ahnen kann. Dieses Feingefühl ist das, was uns ausmacht. Es ist das, was in mir das Vertrauen wachsen lässt, dass es Gott recht macht, ob wir oder andere es verstehen oder nicht.
Von wem sollten wir solch ein passgenaues Gespühr madig machen lassen? Wer will an solch einem Handeln Zweifel säen?

Keine Angst vor Stürmen

absaufen und abgebrannt sein ist nichts Außergewöhnliches.
„Wenn du durch Wasser gehst, will ich bei dir sein, dass dich die Ströme nicht ersäufen sollen; und wenn du ins Feuer gehst, sollst du nicht brennen, und die Flamme soll dich nicht versengen.“

Jes. 43,2
Überschwemmungen und Feuerkatastrophen kennen wir alle. Das ist nichts Neues. Diese schrecklichen Extreme gehören zum Leben. Lebensbedrohliche Schläge sind normal. Auch Glaubende dürfen nicht meinen, sie werden nicht mehr durchgeschüttelt. Was in dieser Welt geschieht trägt die Zeichen des Untergangs. Es wird immer die Situationen geben, bei dem der Atem stockt. Hochwasser und und Feuer bedeuten nicht, dass Gott nicht da ist.
Das ganz starke ist, dass er gerade in Katastrophen zusagt: ich will bei dir sein. In den Stürmen ist Gott gegenwärtig. Wenn der Wind um die Ohren pfeift, ist hier eine Macht, die vor dem Untergang bewahrt. Wo Bedrohungen das Ende bedeuten können, wo Menschen unter ihrem Schicksal zerbrechen, sagt Gott: Mit mir nicht! Der Glaube fängt da an zu glauben, wo es nichts zu glauben gibt. Er glaubt sich gerade im Widerstand zu Gott. Wo durch die Umstände die Menschen normalerweise alle Viere von sich strecken, fängt der Glaube an lebendig zu werden. Im Zerbruch des Lebens findet eine Gegenbewegung statt. Da kehrt die Ruhe im Sturm ein. Da verliert das Feuer seine verbrennende Wirkung. Der Glaube ist der Gegenpol zur Macht dieser Welt. Wer in der Gegenwart Gottes ruht, der wächst in den Stürmen des Lebens. Die Herausforderungen, die es zu bestehen gilt, machen uns stark und lassen uns Grenzen überwinden.
Gerade die Stürme zwingen uns, uns Gott an den Hals zu schmeißen. Auf einem ruhigen See wächst kein Glaube. Daher können wir Gott nur dankbar sein für alle Schwierigkeiten. Sie sind es, die unser Vertrauen reifen lassen. Nur in den Stürmen finden wir Ruhe. Nur wenn wir durchs Feuer gehen, stellen wir fest, dass wir nicht verbrennen.
Wie sollten wir da über all den Härten unseres Lebens bitter werden und Gott anklagen wollen?