Das Übel verwandeln

Wir haben die große Freiheit NEIN zu sagen.

Auf dich, Herr, mein Gott traue ich! Hilf mir von allen meinen Verfolgern und errette mich.“
Ps. 7, 2

Wer Gott vertraut, wird nicht vor dem Übel verschont, jedoch erhebt er sich wie ein Adler über das Übel. Unser Leben ist voll von Ereignissen und Gedanken, die uns in Unruhe versetzen wollen, die uns nachschleichen und lähmen wollen. Das was uns Gott an Gutem anvertraut hat, steht ständig in der Gefahr, in der Auseinandersetzung des Lebens über Bord zu gehen. Wir sind zum Weg der Liebe aufgebrochen, wollen ein echt geheiligtes Leben führen und merken, wenn uns einer ein bisschen an unserer Ehre kratzt, wie schnell bei uns im Keller die Wölfe heulen. Schlagartig werden wir von bösen Gedanken aufgefressen. Die Anfechtung, die Verlockung, die Hassgefühle lauern an jeder Ecke. Das Böse verfolgt uns auf Schritt und Tritt. Wir spüren, wie wir nicht aus unserer Haut können, und zum Spielball anderer Mächte werden. Wo wir solchen Gedanken den Freiraum lassen, mauern wir an unserem eigenen Kerker.

Jesus betet in solchen angefochtenen Situationen: Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen. Das ist das entscheidende im Glauben, nicht dass wir das Böse wegbitten, sondern im Bösen standhaft bleiben. Die Anfechtung wird bleiben, jedoch der Glaube geht anders damit um. Jesus ging seinen bedrohten Heilsweg bis zu Ende, ohne einen inneren Hass gegen seine Verfolger zu entwickeln. Als er vom Bösen versucht wurde und äußerst verlockende Angebote erhielt, hat er einfach nein gesagt. Das Böse bleibt, jedoch das Vertrauen auf Gott schafft einen freiheitlichen Umgang mit dem Bösen. Wenn uns ein beleidigendes, böses Wort trifft, entscheidet das Gottvertrauen, ob mich diese Worte zu Tode verletzen, oder ich mich königlich darüber erhebe. Wo ich Gott vertraue, findet in mir eine Verwandlung des Bösen statt. Wir werden nicht vom Übel verschont, wir transformieren das Übel. Das ist die Freiheit eines Christenmenschen. Das ist die Kraft des Glaubens, der empfangenen Hass, nicht als Hass zurück gibt. Wo das Böse auf Gottvertrauen stößt, verliert es seine zerstörende Macht. Im Vertrauen auf Gott, übernehmen wir die Herrschaft und weisen das Böse in seine Schranken. Wir sind nicht die an das Böse hilflos Ausgelieferten. Wir haben die Freiheit nein zu sagen, gegen die sich in uns aufbäumenden Kräfte. Wir können damit keinem Übel in der Welt die Schuld geben, dass wir innerlich verletzt sind. Im Vertrauen auf Gott, ist der in uns mächtig, der Böses in Heil verwandelt. Daher nehmen wir dieses Gebet zu Herzen: Auf dich, Herr, traue ich!

Zeigen wir nicht unseren Mangel an Vertrauen, wenn wir dem Bösen einfach für alles die Schuld geben?

Auslegungen für jeden Tag
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Gelassen in aller Klage

Um das Reich Gottes brauchen wir uns keine Sorgen machen, es entsteht, mit uns, trotz uns und ohne uns.

„Hilf, Herr! Die Heiligen haben abgenommen, und treu sind wenige unter den Menschenkindern.“
Ps 12, 2

Schon zu Davids Zeiten lief die alte Leier, wie bei uns. Die Heiligen haben abgenommen. Die Gemeinden werden leerer, den Klöstern fehlts an Nachwuchs, in strukturschwachen Gebieten müssen die Gottesdienste teilweise ausfallen und zusammen gelegt werden. Säkularisation wo man hinschaut. Der Jammer und die Klage ist heute nicht anders als damals. Die Kirche in dieser Welt, lebt unter dem Sterbensprozesse dieser Erde. Es wird ein Kommen und Gehen, ein Aufblühen und Verblühen sein. Auch wenn das Volk Gottes immer wieder die Schwankungen von Nähe und Ferne erlebt, bleibt es Volk Gottes. Auch wenn die Kirche zerfällt, wird Reich Gottes nie zerfallen. Das zeigt uns die Geschichte. Gottes Geschichte mit den Menschen bleibt eine lebendige Geschichte, zu jeder Zeit. Gerade das zeigt, dass Gott selbst durch Christus seine Kirche baut. Gemeinde, Reich Gottes ist nicht von Menschen gemacht oder abhängig von der Befindlichkeit der Menschen. Gott ist immer der, der Sterben überwunden hat. Darin liegt der größte Trost einer angefochtenen und untergehenden Kirche.

Wo die Heiligen abnehmen und die Glaubenden untreu werden, stellen wir uns mit unter das Leiden, das Gott mit seinen Kindern hat. Wir sind dabei gerufen auch einsame, schwere und umständliche Wege zu gehen, doch wir dürfen bei all unserem Einsatz wissen, Reich Gottes liegt nicht in unserer Macht. Wir müssen, uns nicht zerfleischen und uns alle Beine herausreißen, wenn in den Chören die Sänger immer älter werden und nicht genügend Junge nachrücken. Wir können auch diese Entwicklung getrost dem Herrn der Kirche überlassen. Wo wir die vielen Untreuen zu beklagen haben, können wir nur an unserer Treue arbeiten. Wir schreien in unseren Gebeten zu Gott, der allein die Türen zu den Menschen auftun kann. Gerade in der Stunde der Not und Anfechtung, geht es um unser Gebet und unsere Treue. Alles andere können wir getrost Gott überlassen. Das ist Glaube, der auch in der Säkularisation an Gott fest hält. Der kämpft, als würde alles von ihm abhängen, der aber auch Gott alles anvertraut, das er selbst nicht machen kann.

Somit ist es nicht unsere Aufgabe in das trostlose Klagelied mit einzustimmen, sondern in aller Treue und im fröhlichen Glauben unseren Weg zu gehen. Wir leiden um Gottes Willen unter allem Abnehmen, sind jedoch in allem Sterben noch voller Hoffnung und machen in ganzer Treue unseren Dienst.

Ist es nicht sinnvoller, uns betend an Gott zu wenden, als im Jammern über den üblen Zustände, uns gegenseitig das Leben schwer zu machen?

Vom Opfer zum Herrscher

Wenn uns Zorn und Rachegedanken verfolgen, brauchen wir nicht denken, der Friede kommt von selber wieder.

Ist´s nicht so: Wenn du fromm bist, so kannst du frei den Blick erheben. Bist du aber nicht fromm, so lauert die Sünde vor der Tür, und nach dir hat sie Verlangen; du aber herrsche über sie.“

1.Mose 4, 7



Gott macht den Menschen zum Herrscher über die Sünde. Ein starkes Wort an Kain, der danach seinen Bruder Abel erschlagen hat. In väterlicher Liebe, macht ihm Gott klar, welche Vollmacht gegen die Anfechtung in ihm liegt. Im Glauben lässt sich entspannter mit erfahrenem Unrecht umgehen. Kain kam sich von Gott benachteiligt vor, weil Gott sein Opfer nicht angenommen hatte. Er sah sich als weniger wertgeschätzt und zurückgestellt an. Es kratzte ihn an seiner Ehre. Eine angekratzte Ehre kann aus Schafen Löwen machen. Das ist die wunde Stelle der Anfechtung, in der der Mensch zu allem in der Lage ist. Da geht der Blick nicht mehr nach oben, sondern nur noch der Knüppel nach unten. Gott will den Kain noch davor bewahren und verdeutlicht die Tricks der Sünde. Er sagt: Die Sünde liegt nicht in dir, sondern lauert vor der Tür. Sie kommt von außen auf dich zu und du hast die Macht sie zu beherrschen. Sünde ist nichts zwanghaftes im Menschen, sondern ein Reiz, der auf ihn einwirkt, über den jeder frei entscheiden kann, wie er mit ihm umgeht. Auch wenn alles in uns kocht, haben wir die Macht Nein zu sagen zum Zuschlagen. Der Mensch ist ein freier Mensch. Er ist nicht Opfer der Umstände, sondern Herrscher über die Gewalten. Das ist die Würde und Vollmacht die im Aufblick zu Gott liegt. Der vor Gott Stehende ist kein Ausgelieferter an das Schicksal, sondern besitzt die Freiheit seine Reaktion auf das Schicksal selbst zu bestimmen. Keine Situation zwingt ihn zu einer notgedrungenen Handlung; er entscheidet frei, wie er mit der Anfechtung oder Ehrabschneidung umgeht.
Wir sind tagtäglich von Reizen umgeben, die uns herausfordern, und genau da beginnt unsere Verantwortung. Wo die Rechtsprechung und die moderne Psychologie hier verirrte Wege geht, indem sie die schlechte Kindheit für eine ungute Entwicklung verantwortlich macht; wo der Florist dafür haftet, wenn beim Kunden das Haus abbrennt, weil er unaufmerksam die Kerze am Adventskranz anzündet, sagt Gott nein. Herrsche über die schlechte Kindheit, über die brennende Kerze. Herrsche über das, wo du dem andern die Schuld in die Schuhe schieben willst. Sei ein eigenständiger, freier und verantwortlicher Mensch, der sein Leben vor Gott selbst in die Hand nimmt. Du bist nicht dazu geschaffen, dich zum Spielball irgendwelcher Umstände machen zu lassen.
Ist es nicht genial, wenn wir im Glauben frei den Blick erheben und zur Sünde Nein sagen können?

Erbarmen macht stark

Wir sind weder inneren, noch äußeren Spannungen preisgegeben.
„Bei dir finden die Verwaisten Erbarmen.“

Hos. 14, 4
Erbarmen garantiert Durchkommen. Erbarmen heißt: Wir können allen Widerständen zum Trotz, das Ziel erreichen. Im Erbarmen zeigt sich, es liegt nicht an unserem Können und Vermögen, dass unser Leben gut wird. Anfechtung ist nie das Letzte. 
Wo wir verwaist sind, sind wir wie das Volk Israel herrenlos. Durch Zeitgeist und die eigenen Wünsche, durch unverständliche Schicksalsschläge und die eigene Lauheit, immer wieder auf Abstand zu Gott. Wir sind die, dem Gewitter des Lebens Ausgelieferten und die, die immer wieder an den Führungen Gottes Zweifelnden. Verwaist sein, zeigt den Kampf ums nackte Überleben. Gerade an den Glaubenden zeigt sich noch mehr, wie spannungsgeladen und angefochten Dasein ist. Wo wir als die von Gott Berufenen unterwegs sind, haben wir nicht nur mit Widerstand von außen zu kämpfen, sondern oft mit uns selbst. Wir müssen unsere eigene Trägheit überwinden, oft unsere Unbeweglichkeit und Müdigkeit. Manchesmal zweifeln wir, ob das richtig ist, was wir tun. Leben ist der Kampf gegen das eigene Versagen. Wir müssen die Spannung zwischen der vergänglichen und unvergänglichen Welt aushalten. 
In diesem Kämpfen finden die Verwaisten Erbarmen. Unser Kämpfen wird von dem Guten gestreift. Im Erbarmen kämpft Gott in unseren Widerständen. Erbarmen zeigt, wie nahe Gott in der Anfechtung ist. Erbarmen kennt alle Zerrissenheit. Durch das Erbarmen sind wir nicht mehr die dem Schlachtfeld Ausgelieferten. Hier fällt Güte in die Ohnmacht. Da liegt es nicht mehr nur an unserem Kampfgeist. Erbarmen ist die Zuwendung des Hohen zum Geringen. Da fängt der Christus in uns an zu kämpfen. Wir sind in diesem Erbarmen nicht mehr auf uns selbst gestellt. Christus tröstet die Angefochtenen. Er ist der Lebensgeist, der jeder Nacht einen neuen Morgen schenkt. Im Erbarmen liegt der Überwindergeist, den wir in uns selbst nicht finden. 
Wenn wir kein Erbarmen finden würden, müssten wir die Schlachten unseres Lebens alleine fürhren. Wäre das nicht trostlos und hoffnungslos?

Darf’s ein bisschen mehr sein?

und der Metzger fragt immer wieder: darfs ein bisschen mehr sein?
„Die Frau sah, dass von dem Baum gut zu essen wäre und dass er eine Lust für die Augen wäre und verlockend, weil er klug machte.“

1. Mose 3, 6
Gleich auf den ersten Seiten der Bibel geht es um die alte Leier der Menschheit; die Versuchung. Der Mensch als Geschöpf will besser sein als sein Schöpfer. Es geht um das bisschen mehr sein als Gott. Er will selbst den Ruhm und die Ehre absahnen, die allein Gott gehört. Der Mensch aus Gott geschaffen, steht ständig in der Gefahr, seinen Erbauer zu hinterfragen und aus seiner Führung auszubixen. In uns liegt ein Widerstandsgen, das uns ständig gegen Gott ausspielen will. Gut zu essen, Lust für die Augen, verlockend intelligent, sind die prickelnden Reize, mit dem das Angenehme und Schöne unser Eigenes mehr in den Mittelpunkt stellt. Sowie der Mensch seine Lust und Interessen in den Vordergrund stellt, übernimmt er die Führungsrolle und lässt Gott einen guten, frommen Mann sein. An diesem Lustprinzip scheiden sich die Geister und fangen wir an unseren Lebenssinn zu verspielen. 
Es ist die Mehrwert-Frage, die alles entscheidet. Wo die Lust mehr auf das Eigene schaut, will Gott mehr Christus in uns verankern. Was nützt es die ganze Welt zu gewinnen, und sich selbst zu verlieren, heißt es im Lehrtext. Dem was uns das Lockende schmackhaft machen will, müssen wir mehr Christus entgegensetzen. Die Anfechtung will uns mit dem Vergänglichen verheiraten, Christus will das Bleibende ins Leben bringen. Alle Verlockungen wollen diese ewige Herrschaft madig machen. Wir sind für das Leben an Gottes Seite gedacht, daher brauchen wir mehr Christus. Wenn das, was vor unseren Augen schillert mehr zu Christus führt, ist es ein Gewinn, wenn es von ihm wegtreibt, ist es unser Untergang. Jede Anfechtung stellt uns vor die Entscheidung, mehr ich oder mehr Christus.
Wie sieht unsere Wahl aus? Wie stellen wir uns dem, was eine Lust für die Augen wäre? Von was, darf es ein bisschen mehr sein?

Jubilier´mal wieder

Joh. 16, 16 + 20-23a

Was macht der Kreisssaal im Krankenhaus? Wer sagt denn, das wenn ein Kind zur Welt kommt, das eine Krankheit ist? Da sind zwar junge Mütter, die höllische Schmerzen haben, doch die sind das Vorspiel für ein faszinierendes Wunder. Wer das Baby in den Händen hält, wird nicht mehr fragen, ob das auch schmerzloser geht. Aus dem Schmerz heraus, kommt ein Bündel neues Leben. Die Geburt ist ein Verwandlungskünstler. Aus ängstlich, weinenden Augen, werden Strahlende. Wer Mutterglück wahrnimmt, braucht nicht mehr zu sagen: Lach mal wieder.

Um solch einen Zündfunken geht es heute am Sonntag Jubilate.

Wo es nichts zu lachen gibt

Noch eine kleine Weile, dann werdet ihr mich nicht mehr sehen; und abermals eine kleine Weile, dann werdet ihr mich sehen. 20 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und klagen…

Jetzt wissen die Jünger nicht mehr wo oben und unten ist. So kurz nach Ostern, wo sie sich wieder daran gewöhnt haben, ihren Herrn zu sehen und zu erleben, wieder so ein harter Einschnitt. Jetzt will Jesus schon wieder weg. Weg und wiederkommen. Das sieht nach einer richtigen Schock Therapie aus, als ob Jesus mit ihnen Blinde Kuh spielen möchte. Ganz nach dem Motto: ich sehe was, was du nicht siehst! Dabei ist Jesus sehen, ihr ein und alles gewesen. In seiner Gegenwart war er für seine Jünger fassbar, erlebbar und greifbar. Sie haben waren regelrecht Zuhause, als er da war. Ihn sehen, machte ihren Glauben aus, da konnten sie seine Wunder hautnah erfahren. Sie haben das leere Grab und den Auferstanden vor Augen gehabt. Das soll alles wieder vorbei sein?

Bei dieser Ankündigung, dass Jesus wieder wegwill, entstand in ihrem Kopf eine Geisterbahn. Da bricht eine ganze Welt von schrecklichen Befürchtungen über sie herein. Der Gedanke, Christus nicht mehr sehen können, war die Angst um ihren Glauben. Den Jüngern vergeht buchstäblich das Lachen. Jesus weg, Sorgen da. In diesem Augenblick kommt ihr ganzes Weltbild durcheinander. Die ganze Hoffnung, die der Auferstandene versprühte, verpufft jetzt wieder. Schnöde Welt du hast uns wieder. Der Alltag wird düster wie die Nacht und Jesus bestätigt ihre Bedenken. Schmerzen, Traurigkeit und Sorgen, das wird euer Ding sein. Ihr, als meine Jünger lebt wie jeder andere, mitten im Schrecken dieser Welt.

Doch genau in diese verzweifelte Situation komme ich zurück. Da wo es nichts zu lachen gibt, …

…wird Freude geboren

 aber die Welt wird sich freuen; ihr werdet traurig sein, doch eure Traurigkeit soll zur Freude werden. 

Was Jesus hier ankündigt, ist der unfassbare Kontrast des Glaubens. Auf dem Weg zwischen Ostern und Pfingsten, deutet er ein neues Zeitalter an. Aus dem lokal gegenwärtigen Christus, der zunächst für sein Volk da war, wird ein global alles durchdringender Christus. Für einen normal denkenden Menschen geht hier die Rechnung nicht mehr auf. Wenn sich einer entfernt und zurückzieht, kann er nicht gleichzeitig überall da sein.

Das ist die wahre Geburtsstunde des Glaubens. In seinem Gehen, stellt er für die Glaubenden seinen Geist in Aussicht. Seine Herrschaft, seine Gegenwart bekommt eine ganz neue Dimension. Nicht mehr sichtbar, nicht mehr in der Form präsent, wie bisher, sondern noch umfassender und noch näher. In diese kleine Zeit der Traurigkeit nach Ostern, setzt er einen gewaltigen Freudenimpuls. 100% reine Freude liegt in 100% Christus-Gegenwart. Christus schlägt einen Bogen, zu einer ganz anderen Realpräsenz. Damit bleibt Freude bei 100% und schrumpft nicht in der Auseinandersetzung mit der Welt auf 70% oder 30% herunter. Alles was ihn in seiner 100% Erlöserkraft ausmacht, wird auch 100&tige Freude auslösen. Was hier geboren wird, ist der Quantensprung der Christenheit.

Jesus vertröstet hier in keiner Weise auf sein letztes Wiederkommen am Ende der Welt, sondern bringt 100% Freude in das bestehende Chaos dieser Welt. Er hängt alle Freude an seiner Existenz und der neuen Form seiner Gegenwart auf. Er definiert ein Christsein, das in aller Trauer noch lachen kann. Wir werden in den täglichen Auseinandersetzungen vor keinerlei Lasten verschont, aber mitten drin ist Christus gegenwärtig. In dem täglichen Kampf bricht die Freude aus. Geht Gericht über die Welt, wird darin Heil realisiert, geschieht Auferweckung zum ewigen Leben. In der Begegnung mit Christus liegt das Zukünftige; in Christus wirkt das Zukünftige in die Gegenwart. Alles Heil konzentriert sich in der Person Christi. Im Glauben haben wir das ganze Heil; aber wir haben es bislang nur im Glauben, nicht im Schauen.

Wir haben 100% Freude und erleben dabei, dass…

…sie Schmerzen verwandelt

Auch ihr habt nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen. 

Glaubende sind Verwandelte. Sie erleben die Schmerzen, wie eine gebärende Mutter. Im Schmerz wir durch Christus das Heil geboren. Da ist ständig etwas, das zum Leben drängt und Leben schafft. Da ist der Schmerz keine eigenständige Größe mehr, die Verzweiflung nicht die Vorstufe von Untergang, sondern das Belastendende wird verformt. Der Glaube an Christus lässt das Unheilige heil werden. Da erblickt die Trotzdemfreude das Licht der Welt. Das ereignet sich genau in der Schockstarre eines belasteten Lebens. Genau dort, wo man nicht mehr so einfach sagen kann: Kopf hoch, wenn der Hals auch dreckig ist. Das ist kein billiger Trost und kein Überspielen von unveränderlichen, schrecklichen und beängstigenden Tatsachen. Da wird getrauert und gestorben, aber da wird genauso getröstet und aufgestanden. Die Freude des Überwindens überwiegt, weil wir nicht zum Lachen angestachelt werden, sondern tatsächlich Christus heilt.

Es ist ein Leben im schon jetzt und noch nicht. Es ist immer beides. In uns lebt die Trotzfreude, weil der Anwalt und Beistand des Lebens, die Neugeburt schaffen will. Wir leben in der ständigen Anfechtung mit den Ungereimtheiten unseres Daseins, wir leben in der Auflösung einer gefallenen Welt, wir leben im Geschrei unserer Tage, die uns den letzten Nerv rauben, aber darin schafft Christus seine 100%tige Gegenwart. Er verwandelt nicht die lästigen Umstände, er verwandelt uns selbst. Wir können über die Widrigkeiten unseres Lebens stöhnen und klagen, wir können unsere Schmerzen in die Welt hinausbrüllen, aber mit dem gegenwärtigen Christus lässt es sich nicht verhindern, dass darin 100%tige Freude geboren wird. Glaube ist ein Trotz-Glaube, weil er erfährt wie Leiden verwandelt wird. In Christus verwirklicht sich immer die zukünftige Welt in unserer Gegenwart.

Wir haben auch dann etwas zu lachen, wenn es der ganzen Welt zum Weinen ist. Jubelt dieses neu entstehende Leben in eure schweren Tage hinein.

Elend will heilen

Prüfungen sollen Mängel offenbaren.
„Siehe, ich habe dich geprüft im Glutofen des Elends.“

Jes. 48, 10
Wenn Gott prüft, geht es um viel mehr als nur einen Qualitätscheck. Das, was, wie bei den Israeliten in Ägypten als die totale Gottverlassenheit aussieht, ist in Wahrheit eine große Geschichte. Gefangenschaft und Ausbeutung ist der Weg ins verheißene Land. In Trauer und Entsagung zeigt Gott, wie dicht er am Puls des Elends ist und darin zielstrebig auf sein Heil zugeht. Wo wir persönlich oder die Menschheit an sich im Gutofen des Elends sind, denken wir schnell, Gott hätte uns sitzen lassen. Wir seien schlichtweg der Brutalität und Lieblosigkeit, den Vernichtungslagern und Terroranschlägen, den Krankheiten und verkrachten Beziehungen ausgeliefert. Jeder kennt seine Art von Glutofen des Elends.
Glutöfen sind das Ende des Paradieses. Es ist der Ort an dem die gebrochene Gottesbeziehung zum Himmel schreit. Es ist das Ausleiden der gefallenen Schöpfung. Der Glutofen des Elends ist der Schrei nach Erlösung. Die Nacht unseres Lebens treibt uns in die Arme von Christus. Genau an dem Schmerzpunkt kommen wir zu der Erkenntnis: wer wird mich erlösen, vom Leibe des Elends? Der Kreuzweg ist der Weg zu Ostern. Dort wo wir am Ende sind und uns selbst nicht mehr helfen können, sind wir für das Erbarmen Gottes offen. Gott prüft unsere Christusbedürftigkeit. Wo sich nicht Christus am sterblichen Menschen offenbart, kann es kein Leben in Gott geben.
Elendswege sind daher immer Heilswege. Hier ist Gott am Nächsten, weil er uns mit Christus verbindet. Durch jedes Elend katapultiert Gott an diesem Sonntag Judika, sein Rechtschaffen in unsere Gegenwart. 
Warum sollen dann die Prüfungen zur Anklage werden, wo sie genau das Gegenteil im Auge haben?
Gott segne euch diesen Sonntag. 

Dem Unrecht die Stirn bieten 

in der Nachfolge braucht es Leute, die unerschüttlerich fest stehen.
„Weh denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen!“

Jes. 5, 20
Gutes und Licht sind bei Gott. Wo Gott nicht ist, ist Wirrwar und Durcheinander. Am Anfang der Schöpfung hat Gott sich aus allem Chaos heraus seine Welt erschaffen. Bei jeder Abkehr von Gott, verkommt die Schöpfung wieder zu diesem Chaos. In diese Spannung und Auseinandersetzung ist der Glaubende gestellt. Nachfolge ist im Guten, im Licht zu stehen. Auf Wegen zu gehen, die im Richtigen sind. Aufrichtig zu dem zu stehen, was von Gott kommt.
Wenn wir Jesu Weg betrachten, führte dieser über Golgatha. Wege des Lichtes, gehen immer in der Konfrontation zur Dunkelheit. Gutes kann nur der schaffen, der mitten im Bösen steht. Nachfolgewege sind daher immer angefochtene Wege. Auf dem Weg des Guten, sind wir ständig mit dem Bösen und der Finsternis konfrontiert. Nachfolge fordert daher klare Standpunkte, die immer auf Christus bezogen sind. Menschlich ist diese Spannung nicht auszuhalten und zu meistern, sie braucht dafür eine eindeutige Verwurzelung in dem, der die Finsternis entmachtet hat. Um in dieser Welt bei der Wahrheit zu bleiben braucht es Männer und Frauen, die in Christus stehen. Solche standhafte Gestalten sehen wir in der jüngeren Kirchengeschichte bei Bonhoeffer, Martin Luther King, und einem Paul Schneider. Sie haben sich nicht vom Bösen oder irgendwelchen Repressalien in die Knie zwingen lassen.
Weil wir mit Christus im Guten stehen, können wir dem Bösen die Stirn bieten. Wir brauchen nicht zweigleisig fahren und faule Kompromisse machen. Wir können aufstehen und Kopf und Kragen riskieren, wo wir mit Christus auf dem Weg sind. Wir sind dadurch standhaft, nicht weil  wir eine gute Entscheidung für das Gute getroffen haben, sondern weil Christus für uns steht. Der Gute selbst ist es, der das Böse in und um uns überwindet. In dieser Macht können wir den Versuchungen widerstehen.
Lassen wir uns weichspühlen, wenn´s hart kommt, oder bleiben wir standhaft in dem Guten?

Gutes entsteht im Kampf gegen sich

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achte auf dein Herz und deine Gedanken wohin sie dich treiben.

„Herr, neige mein Herz nicht zum Bösen.“
Ps. 141, 4

Hier erkennt ein Mensch welche Gefahr in ihm steckt. Wir neigen von Grund auf Gott davonzulaufen. Im Menschen liegt die Tendenz, Nein, zu Gott zu sagen. Unsere Persönlichkeit bevorzugt, das zu tun, was nicht aus Gott kommt. Das Böse ist unser „ich will nicht“ zu Gott. Es sind die vielen Ausreden, mit denen wir uns an Gottes wegen vorbeitrixen. Böse ist alles, wo die Erneuerung, das Auferstehungserleben nicht durchbrechen kann und blockiert wird. Es ist das Ausgliefert sein an die Schlange, die uns die Gegen-Gott-Alternativen schmackhaft machen will, die Striche ziehen will, mit sich und anderen. Wir neigen zur Anfechtung. Wir stehen, was die Dinge um Gott anbelangen auf wackeligen Füßen.

Dieser Tatsache muss sich ein Glaubender bewusst sein. Der Psalmist geht damit sehr offensiv um. Er verzweifelt nicht, wo ihm das vor Augen steht, sondern ruft seinen Herrn an. Er stellt sich gegen sich selbst, und schreit nach Erlösung. „Ich brauche einen, der mich aus dem Bösen befreit und zurückholt.“ Ich brauche den Herrn, ich brauche einen Christus. Den Kampf gegen die Anfechtung gewinnen wir nicht mit Vernunft und Anstrengung, sondern mit dem Ruf zu Christus. Die Versuchung gehört zum täglichen Brot, die hinter jeder Ecke lauert, darum muss unser Gebet sein: Herr, neige mein Herz zu Christus.

Das Gute tun, kann der, dessen ganze Persönlichkeit sich auf den Guten ausrichtet. Wollen wir diese Auseinandersetzung gegen uns selbst nicht aktiv führen?