Unser Ende beginnt heute

Gott braucht keine goldenen Kelche, sondern goldene Menschen. (Johannes Crysostomus)

„Silber und Gold kann nicht erretten am Tage des Zorns des Herrn.“
Hes. 7, 19

Glaubende leiden oft an geistlicher Schizophrenie. Sonntags die feinen, treuen Kirchgänger und montags verreißen sie sich den Mund über ihren Arbeitskollegen. Da wird einerseits eine fromme Schau abgezogen, um überall einen sauberen Eindruck zu hinterlassen und im Keller heulen die Wölfe. Glaube ist nicht Leben, sondern nur eine Hülle, wie bei nicht durchgefärbten Kerzen. Da ist innen etwas anderes drin als der Anschein, den sie von außen macht. Gott will echte, will durchgefärbte Menschen. Hesekiel macht dafür eine heilsame Übung. Betrachte dein Leben von deinem Ende her und du wirst sehen was trägt und fällt. Das Ende verschafft Klarheit über das Heute. Der Glaube denkt immer vom Ende her und erhält darin seine Tiefe. Wenn man, wie wir in dieser Woche, sieben Trauerfeiern oder Beerdigungen zu dekorieren hat und dann entsprechend vor Särgen und Urnen steht, bewegen einen viele Gedanken. Hat dieser Verstorbene, der hier vor einem liegt, seinen Lebensauftrag entdeckt und erfüllt? Hat er auf Werte gesetzt, die ihn jetzt weitertragen? Hat er viel gearbeitet, um seinen Erben ein ordentliches Kapital zu hinterlassen? Was ist aus den Gaben geworden, die er für sein Leben mitbekommen hatte? Wurde er zur Melodie, für die er gedacht war? Wer am Ende steht, steht unmittelbar vor seinem Schöpfer. Da entscheidet sich die Qualität des Lebens. Da wird die Bilanz gezogen. Bleiben nur Gold und Silber übrig, oder sind in diesem Leben goldene Menschen entstanden. Haben die Werte des Glaubens formende Kraft erhalten? Ist die befreiende Kraft von Christus in die Welt geflossen?

Je früher wir die Übung vom Ende machen, umso klarer werden unsere Weg von heute. Diese Übung löst eine allesentscheidende Werteverschiebung aus. Wir stehen damit bereits vor unserem Gott. In seiner Gegenwart ordnen sich alle unsere Entscheidungen und Handlungen. Wir erkennen unsere Gaben, die zu nichts anderem da sind als Gott und den Menschen zu dienen. Da können wir weder die Gaben für uns selbst verbrauchen, noch große Lobpreisabende feiern und Christus ehren, wenn wir uns nicht draußen auf der Straße um ihn kümmern, wo er in Schutzlosigkeit und Unrecht zugrunde geht. Unser Ende beginnt heute. Wo wir das erkennen, kann Christus uns zu goldenen Menschen verwandeln, die zum Segen für die Welt werden.

Wo sind die Geringsten in unserem Umfeld, denen wir zum Christus werden?

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Unglaube verhindert Segen

Leben ist loben, weil es aus dem Himmel mit Strömen der Liebe regnet.

„Bei dem Herrn findet man Hilfe. Dein Segen komme über dein Volk!
Ps. 3, 9

Berufene sind Gesegnete. Sein Volk, sind die aus allen anderen Völkern herausgewählten. Gott pickt sich Menschen heraus, denen er Gutes tun will. Gott hat den Drang und das Bedürfnis sich mit dem was er hat und ist mitzuteilen. Er sagt: Mensch ich gebe dir etwas, was dir kein Mensch geben kann. Mit mir kannst du was erleben. Von Gott erwählt zu werden ist ein Privileg, es ist eine besondere Gnade. Da sind Menschen, die er zu etwas macht, was die natürliche Laufbahn durchbricht. Gott am Menschen und Gott im Menschen, da fließt der Segen. Mit Christus hat der Mensch eine Goldader entdeckt. Ab diesem Moment ist die Versorgung gesichert. Berufen zu sein heißt, Gott übernimmt alle Sorge. Wo Gott sein Volk segnet, können zwei Hände voll junge Leute, mit Anfang zwanzig, ein Millionenprojekt starten. Das Kapital einer beginnenden Bruderschaft waren einige Spaten, zwei Schubkarren und eine Berufung. Damit hat Gott das Land umgegraben und uns das Staunen gelehrt. Was jetzt nach Jahrzehnten entstanden ist, lässt nichts mehr von den bescheidenen Anfängen erahnen. Gott hat sich in unserem Fall keine Geschäftsleute, Wirtschaftsunternehmer oder Architekten berufen, sondern Schüler, Lehrlinge und frischgebackene Gesellen. Segen und Hilfe sind die Begleiterscheinungen der Berufenen. Das ist der Inhalt des Glaubens. Gott ruft die Nichts-Habenden, dass daraus Großes entsteht. Dass darin offensichtlich wird, Glauben hat nichts mit menschlichem Können und Vermögen zu tun, sondern mit berufen und für den Segen offen sein. Gott will menschliches Denken und menschliche Maßstäbe durchbrechen, er will dem Glaubenden zeigen, was er drauf hat. Segen offenbart, dass Gott souverän über alle Umstände hinweg handelt. Da ist immer mehr da, als unser Denken zulässt. Segen ist Liebe, die wie ein Wasserfall, nicht zu stoppen ist.

Um im Segen zu leben, diese Glückseligkeit auszuschöpfen, braucht es einfach Menschen die nichts haben, jedoch alles glauben. Glaubende folgen dem Ruf, und nicht dem, was sie für möglich halten. Berufene brauchen nichts mitbringen, weil Gott alles beisteuert. Somit ist wirklich alles möglich, für den der glaubt. Der Glaubende ist der Gesegnete, da fließt immer mehr zu, als das was da ist. Ein Leben mit Gott fängt erst da richtig an, wo wir nichts vorzuweisen haben, wo wir armselig und hilflos vor ihm stehen, und ihm Platz machen für seinen Segen. Da kommt immer mehr als wir je glauben können.

Bremsen wir nicht oft mit unserem Unglauben den Segen aus?

Für den Segen geschaffen

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land? Frau Königin, Ihr! Aber hinter den sieben Bergen, die den sieben Zwergen, Schneewittchen – sie ist tausendmal schöner als Ihr.

Es segne uns Gott, und alle Welt fürchte ihn!Ps. 67, 8

Ehrfurcht vor Gott schließt Welten auf. Die Liebe zu Gott stellt die Menschen in die Geheimnisse des Lebens. Da entdeckt einer Zusammenhänge, die ihm im Alltäglichen so nicht aufgehen. Christus erkennen, öffnet einen Wertehorizont, was die wirkliche Erfüllung des Daseins ist. Da entsteht ein Zusammenhang zwischen Ehrfurcht und Segen. Wer Christus liebt, fällt unter die Segensströme Gottes, der Leben in einen Reichtum stellt, der mit keinem Maß zu messen ist. Segen ist, wenn der Unterstützungswille für eine Rollifahrerin, eine Kirche füllt, und keiner mehr versteht, was in diesem Augenblick passiert. Ein Hauch von Erfüllung, den die Besucher des Benefizkonzertes für Natalie am Sonntag hautnah spüren durften. Segen geschieht, wenn alle menschlichen Grenzen durchbrochen werden und Gott seine Türe nur einen kleinen Spalt aufmacht. Da geschieht etwas, das kein Mensch machen, organisieren und herbeiführen kann. Segen sind die kleinen und großen Wunder im Alltäglichen.

Die Königin, im Märchen von Schneewittchen glaubte, ihre Schönheit wäre der Segen ihres Lebens. Die definierte ihren Lebenswert über ihr Outfit. Sobald dann ein Schneewittchen in ihr Leben kommt, ist ihr ganzes Kapital dahin. Sie vergötterte ihre Schönheit und entleerte sich dabei ihres Lebens. Wie oft glauben wir Menschen, die Fülle unseres Lebens und der Wert unserer Person liegt in dem Titel, der auf unserer Visitenkarten steht. Je höher umso Bedeutungsvoller. Die Ehrfurcht vor Äußerlichkeiten, soll die Fülle des Innerlichen ausmachen. Segen liegt jedoch nicht auf dem, was Menschen als glanzvoll, wertvoll und erstrebenswert erachten, sondern wo Gott Raum zum Gestalten findet. Die Ehrfurcht vor Gott führt Menschen zu ihrem ersehnten Reichtum und zur Lebensfülle.

Gott will uns segnen. Er will uns ständig das mehr des Lebens dazugeben. Er will uns in die Sprachlosigkeit seines Handeln versetzen. Wir sollen in eine Schönheit gestellt werden, die wir nicht im Geringsten mit all unseren Bestrebungen erreichen können. Er will uns mit der Fülle seines Handlungsspielraumes überschütten. Er will sein Gutes an uns verwirklichen. Er will, dass es uns eiskalt den Rücken herunterläuft, vor dem was er schafft. Das gilt es jeden Tag neu zu erkennen, dass wir uns nicht vom Spiegel an der Wand stehen und uns zu weniger verlocken lassen.

Wenn Gott geradezu darauf aus ist, dass er uns segnen kann, warum ist dann unsere Liebe zu ihm oft so klein?

Gott segne dich.

Mit Blumen spielen 

Blumen sind die schönen Worte und Hieroglyphen der Natur, mit denen sie uns andeutet, wie lieb sie uns hat.Johann Wolfgang von Goethe

„Du tränkst die Berge von oben her, du machst das Land voll Früchte, die du schaffest.“Ps. 104, 13

Wohl dem, der mitten im kalten Winter eine Vorstellung einer blühenden Sommerwiese in sich trägt. An dem satten Blühen der Blumen erkennt man, wie Gott die Schöpfung liebt. Er umzingelt uns mit Schönheit. Wir sind in Reichtum und  Schönheit hineingeboren. Gerade die Blumen, deren Lebenszweck es ist, einfach nur schön zu sein und zu blühen, zeigen uns wie gönnerhaft und verschwenderisch Gott mit Leben umgeht. Eigentlich braucht kein Mensch Blumen, weil er von Früchten, Obst und ab und zu von einem guten Steak lebt, doch Gott gibt sie uns als Freudenzugabe. Gott ist kein Pragmatiker, der uns einfach nur mit dem Allernötigsten versorgt, Gott strotzt vor Fülle. Er ernährt und schafft Freude. Wo Gott Berge tränkt und Früchte schafft, ist die Erde randvoll mit Gutem. In den Jahreszeiten tanzt Gott im 4/4 Takt durch die Welt. Alle Existenz lebt aus der menschlichen Arbeit, in der Kombination mit dem was Gott an Segen hineininvestiert. Wenn die Menschen die Erde allein bewirtschaften, können wir sehen, was daraus wird. Alles lebt von Gottes Zugabe. Alles was geschaffen ist, geschieht nicht ohne Gottes Zutun. Selbst der gottloseste Mensch lebt von diesem Segen. Gott erhält die Welt auf Biegen und Brechen. Da ist immer mehr da als der Mensch zerstören kann. Die Erde ist bedingungslos in Segen getränkt. Auch mit einem Atomknopf auf dem Schreibtisch, liegt Gedeih und Verderb nicht in Menschenhand. 
Leben bleibt in sich fruchtbar, weil es aus einem fruchtbaren Schöpfer kommt. Daher sind Glaubende Frucht geprägte Menschen. Wo Gott tränkt, bleibt kein Acker unversorgt. Selbst wenn Menschen Ozonlöcher in den Himmel reißen, hindern sie Gott nicht das Leben zu lieben. Wir sind auch in Dürrezeiten umsorgt und in Katastrophen versorgt. Der Keller ist voller Vorräte, um über harte Zeiten zu kommen. Wo Gott Früchte schafft, ist die Zukunft sicher. Wer mit Blumen spielen kann, lässt niemand am Straßenrand vertrocknen
Wenn wir so umsorgt sind, um was müssen wir uns dann noch Sorgen machen?

Ein Leben voller Überraschungen 

Die Energieentladungen Gottes bereichern das Leben.

„Der Herr segne dich und behüte dich.“

4.Mose 6, 24
Gesegnete erhalten einen Wertzuwachs des Allerhöchsten. Wo Segen fließt, gibt Gott zu dem was da ist, noch jede Menge dazu. Beim Erntesegen, sind Früchte gewachsen, die alle Erwartungen übertroffen haben. Wo uns der Segen im Gottesdienst zugesprochen wird, soll unser Tun und Sein, durch eine unsichtbare Macht vervielfältigt werden. Da soll viel mehr daraus werden, als durch den normalen Einsatz üblich ist. Segen ist eine Energie aus der anderen Welt. Segen ist ein schöpferischer Wachstumsbeschleuniger, der dem menschlichen Maß noch ein göttliches Maß dazugibt. Da bringen Menschen ihren Einsatz und auf unbeschreibliche Art findet eine Vermehrung statt. Unter dem Segen multipliziert sich die menschliche Arbeit. Dabei ist der Segen nicht der Zuckerguss für das Nichtstun. Segen entfaltet sich im Wagnis des Glaubens. Dort wo der Mensch im Vertrauen auf Gott Wege geht und sich an die Arbeit macht, da gibt er ein Vielfaches dazu. 
Segen ist, wenn eine im Advent abgebrannte Klosteranlage, im nächsten Advent wieder aufgebaut ist. Segen ist, wenn aus einem hilflosen Ringen um Unterstützung für die Gang-Therapie von Natalie, sich an allen Ecken und Enden Menschen angesprochen fühlen, etwas zu machen. Segen ist, wenn Gott in einem Stall eine Krippe aufbaut, um die Nacht der Menschen aus der Welt zu schaffen. Beim Segen hört unsere mathematische Kalkulation auf. Da wird das Rechenkonzept des Verstandes mit Lügen gestraft.  
Wo wir uns den Segen zusprechen, wünschen wir dem Anderen, dass zu all seinem Mühen, Gott seinen Reichtum dazutut und die Fässer überlaufen lässt. Wir sind zum Segnen berufen. Wir haben den Auftrag, die Handlungen Gottes auf das Leben des Nächsten zu legen. Am Anderen soll ein unfassbarer Zuwachs geschehen. Wir rufen die Macht und die Herrschaft Gottes über dem Leben der Menschen aus. Wo wir die Gesegneten sind, muss dieser Segen weiterfließen. 
Wieviel Überraschungen kommen da in unser Leben und das der anderen?  

Erstaunt und gebügelt

Das Mühen unserer Arbeit, wird durch Segen multipliziert.

„Der Herr, dein Gott, hat dich gesegnet in allen Werken deiner Hände.“

5.Mose 2, 7



Bei der Frage, was ist der Glaubende, kann man schlicht sagen, Handlanger Gottes. Das was der Mensch arbeitet, verrichtet und ausführt, geschieht nicht nur mit Gottes Hilfe, sondern ist die Exekutive Gottes. Der Mensch ist ausführendes Organ dessen, was Gott schafft. Er ist viel dichter an Gott dran, oder Gott an ihm, als wir glauben. Gesegnete Hände sind fruchtbar gemachte Hände, durch die die Kraft eines anderen fließt. Im Glauben fließen Energieströme durch das menschliche Tun. Durch den Glauben ist der Mensch ein Begnadeter, dadurch wird sein Werk zu Gottes Werk. Segen ist die Gnade, dass Menschen Handlungen zu Christus Handlungen werden. Segen sind Gottes Spuren, die er durch Menschen in die Welt zieht. Darin entdeckt der Glaubende, wer er selber ist. Er definiert sich nicht über sich selbst, sondern über das, was Gott aus ihm macht. Des Menschen Tun wird multipliziert. Da kommt viel mehr heraus, als eigentlich drin ist. Da wird ein Mensch zu Dingen fähig, die er sich nie selbst aneignen könnte. 
Diese Handlungen Gottes am Menschen kommen sehr schön in unserem Namen Kecharismai zum Ausdruck. Nicht wir sind die Handelnden, sondern Gott durch uns. Die eigentliche Aktivität liegt in dem begnadenden Gott, der seine Potenziale in Menschen legt. Das geschehen Dinge, die weit über das menschliche Vermögen hinaus gehen. Gestern erhielt ich ein liebevolles Dankeschön für diese täglichen Auslegungen, dass sie ein Volltreffer waren, in einer schweren Krisenzeit. Mehrere Tage hintereinander, seien sie direkt für sie geschrieben gewesen. So etwas kann man nicht machen. Da spürt man hautnah, was Segen ist. Da ist man selbst erstaunt und gebügelt, wie Dinge passieren, die außerhalb der eigenen Reichweite liegen. Da werden wir in Dimensionen gestellt, bei denen wir erkennen, Segen ist nicht mein Verdienst, sondern die Zugabe dessen, der mich in seinem Namen gebraucht. Beim Segen werden die Fäden auf einer ganz anderen Ebene  gezogen. 
Wo Gott die Hände segnet, brauchen wir nur unsere Aufgaben verrichten, ohne uns zu sorgen, was daraus wird. Wir mühen uns um das Gute und überlassen es Gott, wie er mit Segen, das Werk unserer Hände multipliziert.
Warum sorgen wir uns so oft, und lassen nicht getrost Gott seine Arbeit machen?  

Allem Widerstand zum Trotz 

Wo unser Tun gelingt, ist es ein Werk Gottes.
„Befiel dem Herrn deine Werke, so wird dein Vorhaben gelingen.“

Spr. 16,3
Wo Glaube und Werke zusammenkommen geht es immer um Gott. Unser Tun und Wollen ist ein aus dem Glauben heraus inspiriertes Werk. Unsere Werke sind nicht Voraussetzung, dass Gott zu uns steht, sondern sie kommen daraus hervor, dass Gott sich uns zugewandt hat. Das hat Martin Luther in seiner Reformationstheologie durchgerungen. Unsere Werke entstehen aus Glauben und der Erfahrung eines sich über uns erbarmenden Gottes. Somit sind unsere Werke nicht unser Werk, sondern sie entstehen durch eine von Gott vorausgegangene Aktivität. Wer werden zu Handlungen angetrieben, weil Gott bereits an uns gehandelt hat. Unser Werk ist das Echo erfahrener Gnade.
Es wäre ein Irrtum, zu tun und zu lassen was man selbst will, und dafür noch den Segen Gottes zu erbitten. Ich kann nicht den Kuchen meines Lebens selber backen wollen und erwarten, dass Gott dazu Gelingen gibt. Gott ist nicht der Handlanger unserer Wünsche. Gott kann ich nicht für meine Zwecke missbrauchen. Unsere Werke entstehen aus unserer Beauftragung heraus. Wenn ich die Berufung in eine Ordensgemeinschaft habe, wäre es fatal zu sagen: Lieber Gott, ich möchte aber lieber Schauspieler werden und erbitte dafür deinen Segen. 
Meine Werke Gott anbefehlen, hat die Voraussetzung, dass das ganze Leben Gott anbefohlen ist. Das Gelingen unserer Werke hängt zutiefst damit zusammen, dass das was wir tun, Werk Gottes ist. Das aus Gott geführt sein, lässt unsere Werke gelingen. Paulus drückt das treffend aus: Gott ist´s, der beides in euch wirkt, das Wollen und das Vollbringen. Wo Gott uns zur Aktivität treibt, segnet er tun und lassen. Die Werke, die Wege, die Aufgaben, die Gott uns ans Herz legt, sind seine Werke, die er quasi zwanghaft zum Ziel bringt. Unter seiner Führung können wir ihm bedenkenlos alles anbefehlen. Da wird das Werk gegen allen Widerstand gelingen, weil es nicht von unserer Leistung abhängig ist.
Wenn wir alles anbefehlen können, wenn das Gelingen vorausgesagt ist, wo liegen da noch die Bedenken?  

Segen fortpflanzen

Fruchtbar kann nur ein gesegnetes Leben sein.
„Gott schuf sie als Mann und Frau und segnete sie und gab ihnen den Namen >Mensch<.“

1. Mose 5, 2
Der Mensch ist ein Energiebündel Gottes. Er ist eine Beziehungstat des Schöpfers. Gott definiert Menschsein, als sein Wunderwerk, in dem seine Gene fließen. Der Mensch, ein Gottgeschaffener. Ein Ebenbild des Ewigen. Er steht unter dem höchsten und besten Einfluss dessen, der pralles Leben zum Überlaufen bringt. Mensch, ein von Gott Modellierter. Das Produkt eines genial Kreativen. Im Menschen pulsiert Gottes Herzblut. Wir sind der Gipfel von Erschaffen und Segen, die Krone der Schöpfung. In Mann und Frau gelegt, dass sich dieses schöpferische Potential in Fruchtbarkeit über die ganze Erde fortpflanzt. 
Unmenschen, sind vom diesem Segen Abgerissene. Auf der Suche, was ist der Mensch, finden wir in diesem Wort die Antwort. Spiegelbild Gottes oder Mattscheibe? Wo sich der Mensch nicht mehr als Höhepunkt der Schöpfung betrachtet, entmenschlicht er sich. Sich zum Mittelpunkt des Lebens zu machen bedeutet, beim Losfahren, den Motor im Auto abklemmen. Ohne Gott trennt sich der Mensch von seinem Lebensnerv und raub sich den Segen. Den „Mensch“ erkennt man an der Beziehung zu seinem Schöpfer. Mutter Theresa oder Adolf Hitler, Luther oder Tetzel, Nelson Mandela oder Kim Jong-un. Mensch oder Unmensch entscheidet sich am Gegenüber Gottes.
Wo wir Mensch sind, pflanzen wir den Segen fort. In Gott sind wir in unserem Element. Aus dieser Fruchtbarkeit leben wir und beleben alle Unfruchtbarkeit. Wir sind zum höchsten Auftrag in der Welt bestimmt. Die Energie Gottes zu verbreiten, Dürres zu bewässern und zum Blühen bringen. Der Mensch tritt gegen die Entmenschlichung an. Das ist der Segensdienst an der Welt. Das sind die Handreichungen des erbarmenden Christus, an der zerbrochenen Schöpfung. Gesegnete sind der Segen, die Gottes Herzblut im Unmenschlichen zu pulsieren bringen.
Wo sind heute die Gelegenheiten, diese Fruchtbarkeit fortzupflanzen? 

Segen kommt aus dem Nichts

Das Nichts, ist für Gott kein Problem.
„Hanna betete: Herr Zebaoth, wirst du das Elend deiner Magd ansehen und an mich gedenken und deiner Magd nicht vergessen?“

1. Samuel 1, 11
Der Segen fließt, die Erntealtäre sind geschmückt, das zeigt das Trotzdem Gottes. Gott ist nicht von Witterungsumständen abhängig. Seine Fruchtbarkeit ist unaufhaltsam, auch bei einer unfruchtbaren Hanna. Seine Verheißung an Abraham hat sich erfüllt, dass ein kinderloses Ehepaar, Nachkommen haben wird, wie die Sterne am Himmel und der Sand am Meer. Gott ist nicht von dem abhängig, von dem was menschlich möglich ist. Oder auch Maria, die als Jungfrau den Erlöser zur Welt bringt. Gott durchbricht alle menschliche Vorstellungskraft. Er spielt mit der Materie einfach Klavier. Bei Gott ist das Undenkbare denkbar. Hoffnungslos, gibt es in Gottes Wortschatz nicht. Daher müssen für den Herrn der Schöpfung die Altäre festlich sein, weil Segen unberechenbar ist und niemals aufhört.
Wenn Hanna betet, bleibt sie nicht in der damaligen Schande einer unfruchtbaren Frau stecken. Sie glaubt an das Unmögliche. Sie hofft das Aussichtslose. Sie vertraut auf das menschlich nicht Machbare. Sie traut dem Segen Dinge zu, die ihren Horizont übersteigen. Sie glaubt nicht dem selbst durchlebten Elend, sondern einem noch mächtigeren Gott. Das ist eine Lebenseinstellung gegen alle medizinischen Fakten und gegen menschlich besseres Wissen. Sie macht nicht ihre Sorge zu ihrem Lebensthema, sie vertraut dem sorgenden Gott. Sie glaubt Gott mehr, als der Wahrheit ihres Lebens. 
Genau in diesem Vertrauen beginnt der Segen zu fließen. Das greift Paulus aus der Abrahamsgeschichte auf: Er ruft das, was nicht ist, dass es sei. Das Nichts ist Gottes Kapital. Segen fließt dort, wo Gott das Seine zu allem menschlichen dazu gibt. Das was nicht ist, ist vielleicht unser Problem, doch nicht Gottes. Aus dem Nichts fließt Segen, das können wir glauben. Daher können wir heute auch unsere Lebensernte zum Altar bringen.
Weshalb sorgen wir uns, wenn wir diesen Wundertäter kennen?

Einen gesegneten Sonntag wünsche ich euch. 

Gaben müssen fließen 

Wo das Herz getrieben ist, fließt der Segen über.
„Die Israeliten, Männer und Frauen, die ihr Herz dazu trieb, brachten freiwillige Gaben zu allem Werk, das der Herr durch Mose geboten hatte.“

2. Mose 35, 29
Wenn das Herz treibt, kommt etwas in Bewegung. Die Leidenschaft Gottes ist Segen. Gott ist getrieben zu geben. Von ihm fließt unablässig überschäumendes Leben zu den Menschen. Er bebt leidenschaftlich Menschen Gutes zu tun. Dieser Fluss, diese Bewegung, diese Hingabe ist pralle, gesegnete Schöpfung. 
Wo dieser Segen auf Herzen trifft, fangen sie Feuer. Segen entzündet, Segen weckt Leidenschaft, Segen bringt das Leben in eine fließende Bewegung. Empfangener Segen treibt. Das ist solch ein gerütteltes und überfließendes Maß, dass er gar nicht im Menschen Platz hat. Er muss weiterfließen, er muss sich verströmen. Wer Segen empfängt, antwortet mit Segen. Unser Leben ist die getriebene Antwort, auf das, was an Gaben von Gott auf uns zukommt.  Der Gesegnete ist nicht nur der Beschenkte, er übernimmt dadurch die Verantwortung für andere. Mein Leben antwortet dem Nächsten mit meinen empfangenen Gaben. Wir sind ein Teil der Dynamik Gottes, die sich in die Welt ausbreitet. Wir sind die Getriebenen, die leidenschaftlich das Weitergeben, was in sie gelegt wurde. In diesem Segensprinzip liegt alles christliche Engagement. John Wessly sagte einmal: Erwirb soviel du kannst, spare soviel du kannst und gebe soviel du kannst.
Wir sind die Beschenkten, daraus werden wir zum Schenkenden und empfangen darüberhinaus hundertfach zurück. Nicht das Festhalten des Segens macht reich, sondern das leidenschaftliche Verschwenden. Segen treibt das Herz. Wer zuhält und für sich verbraucht, der wird den Segen verbrauchen, seine Leidenschaft verlieren und verarmen. Wer überfließend dahingibt, dessen brennendes Herz, wird alles um sich herum mit guten Gaben überschütten. 
Von was sind unsere Herzen angetrieben, vom Festhalten oder vom Verschwenden?