Goldmarie

Gesegnete Hände spinnen Stroh zu Gold.

„Der Herr wir dir seinen guten Schatz auftun, den Himmel, dass er deinem Land Regen gebe zur rechten Zeit und dass er segne alle Werke deiner Hände.“
5.Mose 28, 12

Regen ist Segen. Das strömt Wachstum vom Himmel. Am Regen zeigt sich, wie wenig das eigentliche Gedeihen der Schöpfung vom Menschen abhängt. Auch wir erleben immer mehr, dass es nicht nur in den Wüstenregionen ein Problem mit dem Regen gibt. Selbst bei uns leiden wir, wenn der Regen ausbleibt. Wenn das Wasser fehlt, weiß nicht nur der, der im Gartenbau arbeitet, dass wir mit dem Gießen aus dem Wasserhahn nicht alles ausgleichen können. Regen ist ein Geschenk, sogar ein guter Schatz, den wir nicht beeinflussen können. Hier versorgt Gott das Leben. Er schenkt Gedeihen, Entwicklung und Wachstum. Bei allem was der Mensch leistet, werden ihm eigentlich nur die Hände gefüllt. Menschen werden mit einem Schatz angereichert. Da kommt etwas, was nicht auf ihrem eigenen Mist gewachsen ist. Darin liegt das Kecharismai, das im Namen der Blumenmönche liegt – Gott gibt und schenkt aus Gnade. Er lässt regnen über Gute und Böse, heißt es an anderer Stelle. Das Leben als Mensch ist ein beschenkt sein. Wir können uns nicht auf das was wir leisten etwas einbilden. Wenn Gott den Hahn abdreht, lechzen wir nur noch. Über dem Leben steht ein grandioser Gönner. Einer der Gnade walten lässt und nicht nach Vernunft oder Unvernunft ausbezahlt. Unabhängig von unserer Leistung, von unserem Können, fallen Schätze vom Himmel. Das Eigentliche der Frucht unserer Arbeit ist nicht Fleiß und Verdienst, sondern Segen. Es ist nicht selbstverständlich, dass Hände produktiv arbeiten können. Wer schon einmal den Arm im Gips hatte, weiß, wie eingeschränkt man da ist. Selbst unser Hände Werk steht unter dem Segen.

Wo wir erkannt haben, dass wir in allem die Begnadeten, die von Gott mit Schätzen Gefüllten sind, fällt der Druck von unserem Leistungsdenken. Da wird aus einem krampfhaften Abrackern, ein dankbares aus der Fülle schöpfen. Da wächst die Hochachtung zu den Gaben, die ein anderer fördert. Für das Gelingen des Lebens ist dann nicht mehr unser alleiniges Mühen verantwortlich, sondern das von dem Schatz beregnen lassen. Wo der Segen regnet, entsteht ein Quantensprung im Wachstum. Nach einem ordentlichen Gewitter können wir beobachten, dass das für die Blumen mehr als nur guter Dünger war. In Segen liegt die ganze Gnade Gottes in der Luft. Wir sind begnadet zum Wachsen und Gedeihen. Im Segen regnet das Heil auf die ausgetrockneten Risse im Boden. Die Fruchtbarkeit des Lebens liegt in erster Linie im Schatz aus dem Himmel. Gott regnet mit Christus sein Erbarmen in unsere Hände. Solche Hände können dann aus Stroh Gold spinnen.

Wo verlassen wir uns noch auf unser Hände Werk und wo schöpfen wir aus diesem Segen?

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Der überschwappende Gott

Ohne Segen wäre die Welt halbfertig.

„Gott sei uns gnädig und segne uns, er lassen sein Angesicht leuchten bei uns, dass man auf Erden dein Weg erkenne, unter allen Nationen deine Hilfe.“
Ps. 67, 2-3

Gesegnete haben einen Sonderstatus. Sie stehen unter dem ganzen Wohlwollen eines Anderen. Da gibt einer zu dem was wir haben, noch einen weit größeren Anteil dazu. Segen ist Gottes Mehrwert für seine Geschöpfe. Da strömt etwas auf uns zu, das uns ausmacht, jedoch nichts mit uns selbst zu tun hat. Es ist das Dazugeben aus einer geheimnisvollen Schatzkammer. Da füllt uns jemand die Hände, mit etwas, was wir nicht erwirtschaftet haben. Unter dem Segen geht der Witwe von Zarpat das Mehl nicht aus. Durch Segen werden von zwei Fischen und fünf Broten tausende Menschen satt. Unter dem Segen geht es nicht mit rechten Dingen zu. Da passiert etwas, was außerhalb unseres Radius liegt und von uns nicht beeinflusst werden kann. Da fallen die Brosamen der ewigen Welt auf die Erde. Segen ist Gottes Überflussprinzip, an dem er die Seinen teilhaben lässt. Segen ist der überschwappende Gott. Da ist eine Batterie, die nie leer wird, ein Energiefeld, das nicht den Gesetzen unserer Erde unterstellt ist. Wo wir wissen, von nichts kommt nichts, kommt beim Segen alles aus dem Nichts. Da ist ein Wort, und es wurde die Schöpfung. Aus dem Nichts hat Gott das Weltall geschaffen, lag doch kein Urstoff bereit neben dir, so wie du, heißt es in einer unserer Abendliturgien. Wenn Alles aus dem Nichts kommt, steht die ganze Welt unter dem Segen. Sie lebt aus dem, was Gott in seiner Grenzenlosigkeit dazugibt.

Ein Leben ohne Segen wäre nicht denkbar. Wäre der Mensch allein auf sich angewiesen, wäre er eine armselige Kreatur. Er würde an sich selbst verarmen. Er wäre rein auf sich bezogen und auf das was er kann und vermag. Der Mensch als nüchterne Rohware, ohne den Hauch des Lebens, der ihm eingepustet wurde. Wo der Segen fehlt, fehlt die Fülle, das Ausfüllende, der ganze Reichtum, der in einem Leben liegen kann. Wo der Mensch allein auf seine Errungenschaften baut, fehlen die hunderttausend Prozent die Gott dazu geben würde. Unter dem Segen vermehrt sich das was der Mensch hat. Unter dem Segen entwerfen unsere Brüder als gelernte Werkzeugmacher ein Sakralzentrum, dass Architekten sich fragen, wozu habe ich da studiert. Unter dem Segen bleibt ein Mensch nicht bei sich selbst, sondern wächst über sich hinaus. Er wird zu einem Diener des Verschwenders. Er kann Dinge erkennen, die dem normalen Menschen verschlossen bleiben. Im Segen wird der begrenzte Mensch mit dem lebensschaffenden Christus zusammengeführt. Darin potenzieren sich die Energien Gottes.

Wenn solch ein Angesicht über uns leuchtet, wollen wir da diesen Segen an uns vorüberziehen lassen? Wollen wir da als die Gesegneten nicht zu Segnenden werden?

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Arbeit ist Gotteslob

Wenn Gott nicht das Wachsen und Gedeihen schenken würde, wäre alles Mühen und Arbeiten umsonst.

„Sei getrost, alles Volk im Lande, spricht der Herr, und arbeitet! Denn ich bin mit euch.“
Hag. 2, 4

Des Menschen Arbeit und Gottes Segen gehören zusammen. Gerade beim Arbeiten erkennt der Mensch, dass Arbeit nicht nur notwendiges Übel ist, sondern mit zu seiner eigenen Erfüllung und zum Werk Gottes beiträgt. Wo der Mensch etwas tut und leistet, zeigt sich, was Gott für Gaben in ihn hineingelegt hat. Da öffnet sich eine Schatztruhe voller Talente, ein Werkzeugkoffer mit bester Ausstattung. Beim Arbeiten wird offensichtlich, was Gott in den Menschen gelegt hat. Das sind Potenziale der Schaffenskraft, die das Leben und Miteinander erhalten und bereichern. Mit der Arbeit hat der Mensch Anteil an seinem Schöpfungsauftrag. Daran erkennt man seine Ähnlichkeit mit Gott, seine Ebenbildlichkeit. Der Mensch ist in der Lage, Äcker zu bebauen, Gärten anzulegen, für Nahrung und Schönheit zu sorgen. Wo der Mensch diesen Schöpfungsauftrag annimmt, wo er sich zu allen Mühen und Lasten der Arbeit stellt, steht er im Segen. Im Ja zur Arbeit erkennt der Mensch, dass Gott in allem der Gebende ist. In dem, was er in uns hineingelegt hat und in dem, was er daraus an Frucht und Gelingen dazugegeben hat. Somit ist die Arbeit Gotteslob. Sie geschieht zu seiner Ehre und zur Erhaltung des Menschen. Gott stellt sich zur Arbeit, weil da Menschen sind, die das gebrauchen, was er geschenkt hat. Er tröstet in der Arbeit, weil darin klar wird: Alles ist an Gottes Segen und an seiner Gnad´ gelegen. Oder Luther sagt: Wenn morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch mein Apfelbäumchen pflanzen. In der Arbeit liegt die Hoffnung, die Energieentladungen Gottes zu erfahren. Da vervielfacht sich die Schöpfung und das Handeln Gottes.

Sei getrost und arbeite, ist die Rückendeckung für alle Belasteten. Es ist die Nähe in aller Härte. Es ist auch die Gelassenheit, dass wir aus uns heraus keine Vollkommenheit schaffen können und müssen. Gott selbst entlastet die Mühseligen und Beladenen. Wenn wir im Garten arbeiten, verbindet die Bibel das mit dem Arbeiten am oder im Paradies, jedoch wird dabei klar, dass Gott allein diesen vollkommenen Zustand errichtet. Unsere Einstellung zur Arbeit drückt sich in einem bekannten Wort aus: Arbeite so, als würde alles beten nichts nützen, und bete so, als hätte alles Arbeiten keinen Wert. Im Arbeiten wirken Gott und Mensch zusammen.

Wo wir uns der Arbeit entziehen, entleeren wir uns selbst vom Segen. Ein gebrochenes Verhältnis zur Arbeit, offenbart ein gebrochenes Verhältnis zu Gott. Die Überbetonung von Freizeit und Nichtstun, schmälert die Entfaltung der Gaben Gottes. Wo der Mensch nicht mehr arbeitet, bindet er Gott die Hände, der durch die sich bewegenden Hände segnen will. Wo die körperliche Arbeit nicht mehr möglich ist, ist das Gebet eine wertvolle Bebauung des Ackers. Gott ist mit denen, die alles einsetzen und ihm zur Verfügung stellen, was er in sie hineingelegt hat.

Ist unsere Arbeit ein soli deo gloria?

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Weniger ist mehr

Im JA zum Willen Gottes, verliert das Leiden seine Macht.

„Der Herr hat´s gegeben, der Herr hats genommen; der Name des Herrn sei gelobt!
Hiob 1, 21

Schon als Kind hat man uns beigebracht: Sag´ Danke, wenn du etwas bekommst. Doch Danken, wenn man uns etwas nimmt? Was ist das für ein Gottesglaube, der lobt, wenn die eigene Welt zusammenfällt und alles Hab und Gut verloren geht? Bei Hiob kam es ganz dick. Hiobsbotschaften sind gefürchtet. Hier lernen wir eine Seite des Glaubens kennen, die uns nicht so sehr schmeckt. Der Herr nimmt, und das zu seiner Ehre. Er speckt ab zum Gewinn. Er lässt das Lebenswerk einer Bruderschaft abbrennen, und gönnt sich einen Wiederaufbau. Darin liegt Gutes, sagt Paulus. „Wir wissen, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen.“ Somit ist nicht viel oder wenig die Melodie unseres Lebens, sondern die Liebe zu Gott. Das in Gott sein ist der Inhalt des Lebens. Er will unser ein und alles sein, er will sich an uns verwirklichen. Wir sind zu seiner Ehre gemacht. Das war das befreiendste Gefühl nach unserem Brand, von all den persönlichen Dingen nichts mehr zu haben, als die Kleider, die wir auf dem Leib hatten und darin zu erkennen, wir haben mit unserem unversehrten Leben alles, was uns Gott gegeben hat. Ich selbst empfand es als großes Glück und unvorstellbare Freiheit, nichts mehr zu haben und doch alles zu haben. Die sind viele liebgewordene Dinge für immer verloren gewesen, wertvolle Erinnerungen haben sich in Rauch aufgelöst, doch diese Werte waren im Vergleich gering, zu der Erfahrung, dass wir jetzt mit Gott neu beginnen können. Diese wichtige Erfahrung zeigte uns, wir sind nicht mit unserem eigenen Leben und seinen Umständen verheiratet sondern mit Gott. Letztendlich ist alles auf die alleinige Gottesbeziehung heruntergeschrumpft. Somit war alles verlieren gut. Schmerz, Leid und Trauer war gut. Gott wurde zum eigentlichen Gestalter des Lebens.

Im Glauben werden wir immer wieder gefragt, woran hängt unser Herz. Wo wir unser Leben als Gottesgabe begreifen, mit dem er sein Werk baut und seine Größe offenbart, werden Kreuzwege zu Segenswegen. Gerade im Untendurch schafft Gott sein Heil. Unsere Tiefenwege dienen nicht unserem Zerbruch, sondern führen zum Eigentlichen. Das was uns genommen wird, dient dem Besten. Wo wir kleiner werden, wird Gott größer. Damit kann sich Leid in Lob verwandeln. Wenn wir klagen, klagen wir uns an das Herz Gottes. Wir rücken im Schmerz näher an Gottes Liebe.

Warum sollten wir Gott verdammen, wenn er uns etwas nimmt, um uns viel Größeres zu schenken?

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Unser Ende beginnt heute

Gott braucht keine goldenen Kelche, sondern goldene Menschen. (Johannes Crysostomus)

„Silber und Gold kann nicht erretten am Tage des Zorns des Herrn.“
Hes. 7, 19

Glaubende leiden oft an geistlicher Schizophrenie. Sonntags die feinen, treuen Kirchgänger und montags verreißen sie sich den Mund über ihren Arbeitskollegen. Da wird einerseits eine fromme Schau abgezogen, um überall einen sauberen Eindruck zu hinterlassen und im Keller heulen die Wölfe. Glaube ist nicht Leben, sondern nur eine Hülle, wie bei nicht durchgefärbten Kerzen. Da ist innen etwas anderes drin als der Anschein, den sie von außen macht. Gott will echte, will durchgefärbte Menschen. Hesekiel macht dafür eine heilsame Übung. Betrachte dein Leben von deinem Ende her und du wirst sehen was trägt und fällt. Das Ende verschafft Klarheit über das Heute. Der Glaube denkt immer vom Ende her und erhält darin seine Tiefe. Wenn man, wie wir in dieser Woche, sieben Trauerfeiern oder Beerdigungen zu dekorieren hat und dann entsprechend vor Särgen und Urnen steht, bewegen einen viele Gedanken. Hat dieser Verstorbene, der hier vor einem liegt, seinen Lebensauftrag entdeckt und erfüllt? Hat er auf Werte gesetzt, die ihn jetzt weitertragen? Hat er viel gearbeitet, um seinen Erben ein ordentliches Kapital zu hinterlassen? Was ist aus den Gaben geworden, die er für sein Leben mitbekommen hatte? Wurde er zur Melodie, für die er gedacht war? Wer am Ende steht, steht unmittelbar vor seinem Schöpfer. Da entscheidet sich die Qualität des Lebens. Da wird die Bilanz gezogen. Bleiben nur Gold und Silber übrig, oder sind in diesem Leben goldene Menschen entstanden. Haben die Werte des Glaubens formende Kraft erhalten? Ist die befreiende Kraft von Christus in die Welt geflossen?

Je früher wir die Übung vom Ende machen, umso klarer werden unsere Weg von heute. Diese Übung löst eine allesentscheidende Werteverschiebung aus. Wir stehen damit bereits vor unserem Gott. In seiner Gegenwart ordnen sich alle unsere Entscheidungen und Handlungen. Wir erkennen unsere Gaben, die zu nichts anderem da sind als Gott und den Menschen zu dienen. Da können wir weder die Gaben für uns selbst verbrauchen, noch große Lobpreisabende feiern und Christus ehren, wenn wir uns nicht draußen auf der Straße um ihn kümmern, wo er in Schutzlosigkeit und Unrecht zugrunde geht. Unser Ende beginnt heute. Wo wir das erkennen, kann Christus uns zu goldenen Menschen verwandeln, die zum Segen für die Welt werden.

Wo sind die Geringsten in unserem Umfeld, denen wir zum Christus werden?

Unglaube verhindert Segen

Leben ist loben, weil es aus dem Himmel mit Strömen der Liebe regnet.

„Bei dem Herrn findet man Hilfe. Dein Segen komme über dein Volk!
Ps. 3, 9

Berufene sind Gesegnete. Sein Volk, sind die aus allen anderen Völkern herausgewählten. Gott pickt sich Menschen heraus, denen er Gutes tun will. Gott hat den Drang und das Bedürfnis sich mit dem was er hat und ist mitzuteilen. Er sagt: Mensch ich gebe dir etwas, was dir kein Mensch geben kann. Mit mir kannst du was erleben. Von Gott erwählt zu werden ist ein Privileg, es ist eine besondere Gnade. Da sind Menschen, die er zu etwas macht, was die natürliche Laufbahn durchbricht. Gott am Menschen und Gott im Menschen, da fließt der Segen. Mit Christus hat der Mensch eine Goldader entdeckt. Ab diesem Moment ist die Versorgung gesichert. Berufen zu sein heißt, Gott übernimmt alle Sorge. Wo Gott sein Volk segnet, können zwei Hände voll junge Leute, mit Anfang zwanzig, ein Millionenprojekt starten. Das Kapital einer beginnenden Bruderschaft waren einige Spaten, zwei Schubkarren und eine Berufung. Damit hat Gott das Land umgegraben und uns das Staunen gelehrt. Was jetzt nach Jahrzehnten entstanden ist, lässt nichts mehr von den bescheidenen Anfängen erahnen. Gott hat sich in unserem Fall keine Geschäftsleute, Wirtschaftsunternehmer oder Architekten berufen, sondern Schüler, Lehrlinge und frischgebackene Gesellen. Segen und Hilfe sind die Begleiterscheinungen der Berufenen. Das ist der Inhalt des Glaubens. Gott ruft die Nichts-Habenden, dass daraus Großes entsteht. Dass darin offensichtlich wird, Glauben hat nichts mit menschlichem Können und Vermögen zu tun, sondern mit berufen und für den Segen offen sein. Gott will menschliches Denken und menschliche Maßstäbe durchbrechen, er will dem Glaubenden zeigen, was er drauf hat. Segen offenbart, dass Gott souverän über alle Umstände hinweg handelt. Da ist immer mehr da, als unser Denken zulässt. Segen ist Liebe, die wie ein Wasserfall, nicht zu stoppen ist.

Um im Segen zu leben, diese Glückseligkeit auszuschöpfen, braucht es einfach Menschen die nichts haben, jedoch alles glauben. Glaubende folgen dem Ruf, und nicht dem, was sie für möglich halten. Berufene brauchen nichts mitbringen, weil Gott alles beisteuert. Somit ist wirklich alles möglich, für den der glaubt. Der Glaubende ist der Gesegnete, da fließt immer mehr zu, als das was da ist. Ein Leben mit Gott fängt erst da richtig an, wo wir nichts vorzuweisen haben, wo wir armselig und hilflos vor ihm stehen, und ihm Platz machen für seinen Segen. Da kommt immer mehr als wir je glauben können.

Bremsen wir nicht oft mit unserem Unglauben den Segen aus?

Für den Segen geschaffen

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land? Frau Königin, Ihr! Aber hinter den sieben Bergen, die den sieben Zwergen, Schneewittchen – sie ist tausendmal schöner als Ihr.

Es segne uns Gott, und alle Welt fürchte ihn!Ps. 67, 8

Ehrfurcht vor Gott schließt Welten auf. Die Liebe zu Gott stellt die Menschen in die Geheimnisse des Lebens. Da entdeckt einer Zusammenhänge, die ihm im Alltäglichen so nicht aufgehen. Christus erkennen, öffnet einen Wertehorizont, was die wirkliche Erfüllung des Daseins ist. Da entsteht ein Zusammenhang zwischen Ehrfurcht und Segen. Wer Christus liebt, fällt unter die Segensströme Gottes, der Leben in einen Reichtum stellt, der mit keinem Maß zu messen ist. Segen ist, wenn der Unterstützungswille für eine Rollifahrerin, eine Kirche füllt, und keiner mehr versteht, was in diesem Augenblick passiert. Ein Hauch von Erfüllung, den die Besucher des Benefizkonzertes für Natalie am Sonntag hautnah spüren durften. Segen geschieht, wenn alle menschlichen Grenzen durchbrochen werden und Gott seine Türe nur einen kleinen Spalt aufmacht. Da geschieht etwas, das kein Mensch machen, organisieren und herbeiführen kann. Segen sind die kleinen und großen Wunder im Alltäglichen.

Die Königin, im Märchen von Schneewittchen glaubte, ihre Schönheit wäre der Segen ihres Lebens. Die definierte ihren Lebenswert über ihr Outfit. Sobald dann ein Schneewittchen in ihr Leben kommt, ist ihr ganzes Kapital dahin. Sie vergötterte ihre Schönheit und entleerte sich dabei ihres Lebens. Wie oft glauben wir Menschen, die Fülle unseres Lebens und der Wert unserer Person liegt in dem Titel, der auf unserer Visitenkarten steht. Je höher umso Bedeutungsvoller. Die Ehrfurcht vor Äußerlichkeiten, soll die Fülle des Innerlichen ausmachen. Segen liegt jedoch nicht auf dem, was Menschen als glanzvoll, wertvoll und erstrebenswert erachten, sondern wo Gott Raum zum Gestalten findet. Die Ehrfurcht vor Gott führt Menschen zu ihrem ersehnten Reichtum und zur Lebensfülle.

Gott will uns segnen. Er will uns ständig das mehr des Lebens dazugeben. Er will uns in die Sprachlosigkeit seines Handeln versetzen. Wir sollen in eine Schönheit gestellt werden, die wir nicht im Geringsten mit all unseren Bestrebungen erreichen können. Er will uns mit der Fülle seines Handlungsspielraumes überschütten. Er will sein Gutes an uns verwirklichen. Er will, dass es uns eiskalt den Rücken herunterläuft, vor dem was er schafft. Das gilt es jeden Tag neu zu erkennen, dass wir uns nicht vom Spiegel an der Wand stehen und uns zu weniger verlocken lassen.

Wenn Gott geradezu darauf aus ist, dass er uns segnen kann, warum ist dann unsere Liebe zu ihm oft so klein?

Gott segne dich.

Mit Blumen spielen 

Blumen sind die schönen Worte und Hieroglyphen der Natur, mit denen sie uns andeutet, wie lieb sie uns hat.Johann Wolfgang von Goethe

„Du tränkst die Berge von oben her, du machst das Land voll Früchte, die du schaffest.“Ps. 104, 13

Wohl dem, der mitten im kalten Winter eine Vorstellung einer blühenden Sommerwiese in sich trägt. An dem satten Blühen der Blumen erkennt man, wie Gott die Schöpfung liebt. Er umzingelt uns mit Schönheit. Wir sind in Reichtum und  Schönheit hineingeboren. Gerade die Blumen, deren Lebenszweck es ist, einfach nur schön zu sein und zu blühen, zeigen uns wie gönnerhaft und verschwenderisch Gott mit Leben umgeht. Eigentlich braucht kein Mensch Blumen, weil er von Früchten, Obst und ab und zu von einem guten Steak lebt, doch Gott gibt sie uns als Freudenzugabe. Gott ist kein Pragmatiker, der uns einfach nur mit dem Allernötigsten versorgt, Gott strotzt vor Fülle. Er ernährt und schafft Freude. Wo Gott Berge tränkt und Früchte schafft, ist die Erde randvoll mit Gutem. In den Jahreszeiten tanzt Gott im 4/4 Takt durch die Welt. Alle Existenz lebt aus der menschlichen Arbeit, in der Kombination mit dem was Gott an Segen hineininvestiert. Wenn die Menschen die Erde allein bewirtschaften, können wir sehen, was daraus wird. Alles lebt von Gottes Zugabe. Alles was geschaffen ist, geschieht nicht ohne Gottes Zutun. Selbst der gottloseste Mensch lebt von diesem Segen. Gott erhält die Welt auf Biegen und Brechen. Da ist immer mehr da als der Mensch zerstören kann. Die Erde ist bedingungslos in Segen getränkt. Auch mit einem Atomknopf auf dem Schreibtisch, liegt Gedeih und Verderb nicht in Menschenhand. 
Leben bleibt in sich fruchtbar, weil es aus einem fruchtbaren Schöpfer kommt. Daher sind Glaubende Frucht geprägte Menschen. Wo Gott tränkt, bleibt kein Acker unversorgt. Selbst wenn Menschen Ozonlöcher in den Himmel reißen, hindern sie Gott nicht das Leben zu lieben. Wir sind auch in Dürrezeiten umsorgt und in Katastrophen versorgt. Der Keller ist voller Vorräte, um über harte Zeiten zu kommen. Wo Gott Früchte schafft, ist die Zukunft sicher. Wer mit Blumen spielen kann, lässt niemand am Straßenrand vertrocknen
Wenn wir so umsorgt sind, um was müssen wir uns dann noch Sorgen machen?

Ein Leben voller Überraschungen 

Die Energieentladungen Gottes bereichern das Leben.

„Der Herr segne dich und behüte dich.“

4.Mose 6, 24
Gesegnete erhalten einen Wertzuwachs des Allerhöchsten. Wo Segen fließt, gibt Gott zu dem was da ist, noch jede Menge dazu. Beim Erntesegen, sind Früchte gewachsen, die alle Erwartungen übertroffen haben. Wo uns der Segen im Gottesdienst zugesprochen wird, soll unser Tun und Sein, durch eine unsichtbare Macht vervielfältigt werden. Da soll viel mehr daraus werden, als durch den normalen Einsatz üblich ist. Segen ist eine Energie aus der anderen Welt. Segen ist ein schöpferischer Wachstumsbeschleuniger, der dem menschlichen Maß noch ein göttliches Maß dazugibt. Da bringen Menschen ihren Einsatz und auf unbeschreibliche Art findet eine Vermehrung statt. Unter dem Segen multipliziert sich die menschliche Arbeit. Dabei ist der Segen nicht der Zuckerguss für das Nichtstun. Segen entfaltet sich im Wagnis des Glaubens. Dort wo der Mensch im Vertrauen auf Gott Wege geht und sich an die Arbeit macht, da gibt er ein Vielfaches dazu. 
Segen ist, wenn eine im Advent abgebrannte Klosteranlage, im nächsten Advent wieder aufgebaut ist. Segen ist, wenn aus einem hilflosen Ringen um Unterstützung für die Gang-Therapie von Natalie, sich an allen Ecken und Enden Menschen angesprochen fühlen, etwas zu machen. Segen ist, wenn Gott in einem Stall eine Krippe aufbaut, um die Nacht der Menschen aus der Welt zu schaffen. Beim Segen hört unsere mathematische Kalkulation auf. Da wird das Rechenkonzept des Verstandes mit Lügen gestraft.  
Wo wir uns den Segen zusprechen, wünschen wir dem Anderen, dass zu all seinem Mühen, Gott seinen Reichtum dazutut und die Fässer überlaufen lässt. Wir sind zum Segnen berufen. Wir haben den Auftrag, die Handlungen Gottes auf das Leben des Nächsten zu legen. Am Anderen soll ein unfassbarer Zuwachs geschehen. Wir rufen die Macht und die Herrschaft Gottes über dem Leben der Menschen aus. Wo wir die Gesegneten sind, muss dieser Segen weiterfließen. 
Wieviel Überraschungen kommen da in unser Leben und das der anderen?  

Erstaunt und gebügelt

Das Mühen unserer Arbeit, wird durch Segen multipliziert.

„Der Herr, dein Gott, hat dich gesegnet in allen Werken deiner Hände.“

5.Mose 2, 7



Bei der Frage, was ist der Glaubende, kann man schlicht sagen, Handlanger Gottes. Das was der Mensch arbeitet, verrichtet und ausführt, geschieht nicht nur mit Gottes Hilfe, sondern ist die Exekutive Gottes. Der Mensch ist ausführendes Organ dessen, was Gott schafft. Er ist viel dichter an Gott dran, oder Gott an ihm, als wir glauben. Gesegnete Hände sind fruchtbar gemachte Hände, durch die die Kraft eines anderen fließt. Im Glauben fließen Energieströme durch das menschliche Tun. Durch den Glauben ist der Mensch ein Begnadeter, dadurch wird sein Werk zu Gottes Werk. Segen ist die Gnade, dass Menschen Handlungen zu Christus Handlungen werden. Segen sind Gottes Spuren, die er durch Menschen in die Welt zieht. Darin entdeckt der Glaubende, wer er selber ist. Er definiert sich nicht über sich selbst, sondern über das, was Gott aus ihm macht. Des Menschen Tun wird multipliziert. Da kommt viel mehr heraus, als eigentlich drin ist. Da wird ein Mensch zu Dingen fähig, die er sich nie selbst aneignen könnte. 
Diese Handlungen Gottes am Menschen kommen sehr schön in unserem Namen Kecharismai zum Ausdruck. Nicht wir sind die Handelnden, sondern Gott durch uns. Die eigentliche Aktivität liegt in dem begnadenden Gott, der seine Potenziale in Menschen legt. Das geschehen Dinge, die weit über das menschliche Vermögen hinaus gehen. Gestern erhielt ich ein liebevolles Dankeschön für diese täglichen Auslegungen, dass sie ein Volltreffer waren, in einer schweren Krisenzeit. Mehrere Tage hintereinander, seien sie direkt für sie geschrieben gewesen. So etwas kann man nicht machen. Da spürt man hautnah, was Segen ist. Da ist man selbst erstaunt und gebügelt, wie Dinge passieren, die außerhalb der eigenen Reichweite liegen. Da werden wir in Dimensionen gestellt, bei denen wir erkennen, Segen ist nicht mein Verdienst, sondern die Zugabe dessen, der mich in seinem Namen gebraucht. Beim Segen werden die Fäden auf einer ganz anderen Ebene  gezogen. 
Wo Gott die Hände segnet, brauchen wir nur unsere Aufgaben verrichten, ohne uns zu sorgen, was daraus wird. Wir mühen uns um das Gute und überlassen es Gott, wie er mit Segen, das Werk unserer Hände multipliziert.
Warum sorgen wir uns so oft, und lassen nicht getrost Gott seine Arbeit machen?