Befreites Aufatmen

Was wir tun, hat Folgen.

Herr, geh nicht ins Gericht mit deinem Knecht; denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht.“
Ps. 143, 2

Der König David erkennt sich als Gottesknecht in seinem Unrecht. Er sieht, wie seine Ideale, wie sein Glaube, mit dem wirklichen Leben auseinanderklaffen. Ihm geht erschreckend auf, wie unstimmig sein Leben ist. Ich will das Gute und tue Böses. Ich will ein frommer und gerechter Herrscher sein, und lasse aus Lust und Eigennutz, einen meiner besten Feldherren über die Klinge springen. Meine Taten schreien zum Himmel. Meine Taten klagen mich an. Das Ergebnis meines Lebens, kann ich vor Gott und der Welt nicht verantworten. Mein Tun spricht eine andere Sprache als mein Wollen. In mir ist etwas nicht richtig, nicht so, wie es dem Leben, wie es Gott entsprechen soll. David erkennt sich in seiner Adams-Natur. Er muss an sich selber feststellen, das Großartige, das Gott will und in mein Leben gelegt hat, dem kann ich nie entsprechen. Aus mir heraus kann ich nicht der Gottesknecht sein, der ich eigentlich sein will. Da ist ständig ein Defizit, da ist ständig ein Mangel, da ist immer eine offene Rechnung, da klagt mich immer eine Schuld an. In diesem Bußgebet, steht er an dem wichtigsten Punkt, an dem ein Mensch stehen kann: Kein Lebendiger ist gerecht vor dir. Es ist die bedingungslose Kapitulation vor Gott. Kein Wenn und Aber, keine Ausreden. Ich bin der Mann. Wer das erkennt, steht unter dem Kreuz. Wer sein eigenes Unrecht erkennt, erkennt seine Erlösungsbedürftigkeit. Er steht damit unmittelbar vor Christus. Aus Gericht wird Gnade. Geh nicht ins Gericht mit deinem Knecht, ist die tiefe Verwandlung, dass auf unser Tun, Gottes Tun folgt. In Christus ist das Gericht weg. Es ist keine menschliche Leistung, keine noch so intensive Bußübung, keine noch so große Selbstanklage die uns gerecht macht, es ist einzig Christus. Johannes sagt: Wer an Christus glaubt, kommt nicht ins Gericht.

Die Praxis des König David ist die einzige Gangart im Umgang mit dem eigenen Versagen. Hierin liegt der Sitz der königlichen Freiheit eines Christen. Da löst sich aller frommer Krampf, dass wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt. An dem Punkt des Erschreckens vor sich selbst steht, braucht sich keiner mehr in irgendwelche Aufgaben hineinopfern, um sein schlechtes Gewissen zu beruhigen. Manche bringen einen gnadenlosen Einsatz in der Kirche und Gesellschaft, nur deshalb, um Gott gnädig zu stimmen. Oft meinen wir, dass wir durch unsere Hingabe, noch mit zu unserer Erlösung beitragen können. Wir wollen unsere Schlagseiten mit Gutem zudecken. Wir geben unser Opfer, damit Gott ein Auge zudrückt. Doch mit all unserm noch „Dazugeben“ wollen zeigen wir nur, dass wir noch nicht zu unserer eigenen Tragik stehen. Wir wollen unsere Gerechtigkeit selber machen und sind nicht bereit für das Christi. Der Schreck der Selbsterkenntnis kann nur zu Christus führen, damit das Gericht zur Gnade wird. Wo das geschieht, findet ein befreites Aufatmen statt, auch mitten in aller Ungerechtigkeit.

Wo steht unser Leistungsdenken, einem solch befreiten Leben im Wege?

Auslegungen für jeden Tag
https://brtheophilos.wordpress.com/category/predigt/tageslosungen/

Eine Glocke will wieder Danke sagen
www.ebk-blumenmönche.de/bruderschafts_seiten/blumenmoenche__glocke.aspx

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Die Blinde Kuh

24.06.18 – Petr. 1, 8-12 

Spielen wir doch mal die Blinde Kuh! Ein Suchspiel für Kinder, das bereits im Mittelalter ein Gesellschaftsspiel für Erwachsene war und einige Maler zu historischen Werken bewegte. Ein Spieler bekam die Augen verbunden und hatte sich durch den Raum hindurchzutasten, um Mitspieler zu erwischen. Wer von ihm berührt wurde, musste stehen bleiben. Durch das Erspüren des Gesichtes, musste der Mitspieler erkannt werden, um dann als Nächster die Blinde Kuh zu sein.

Nicht sehen und doch den anderen erkennen, ist nicht nur ein interessantes Spiel, sondern offenbart das Geheimnis des Glaubens.

  • Berührt werden

Gott ließ sie wissen, dass diese Offenbarungen nicht den Propheten galten, sondern euch selbst. Nun sind sie euch verkündet worden, und zwar von denen, die euch die rettende Botschaft gebracht haben. Gott hat sie dazu durch den Heiligen Geist bevollmächtigt, den er vom Himmel zu ihnen sandte. Diese Botschaft ist so einzigartig, dass selbst die Engel gern mehr davon erfahren würden.

Wo Gott offenbart, gibt es Geheimnisse, die kein Mensch kapiert. Für Gottes Sache ist die menschliche Intelligenz blind. Wo es um das Reiches Gottes geht, spielt der Mensch Blinde Kuh. Da sind die Augen verbunden; da gibt es nichts zu sehen, nichts zu verstehen und nichts zu begreifen. Mit allem Wissen, mit allen Wissenschaften kann man Gott nicht näherkommen.  Gott ist mit keinem Studiengang zu erforschen. Hinter das Geheimnis Gott kommt kein Mensch. Die Absicht Gottes lässt sich von keinem Computer entschlüsseln. Wer meint, Gott zu verstehen, hat von ihm noch nicht das Geringste verstanden.

Die erste Voraussetzung für eine Gottesbegegnung ist, sich selbst als blind und tastend zu erkennen. Da wo alle Meinungen über Gott wegfallen, geschieht Offenbarung. Wo der Mensch nichts weiß, lässt Gott wissen. Alles Weisheit von Gott ist nicht lernen, sondern Inspiration durch ihn selbst. Der Geist ist der Wächter über Gottes Geheimnisse. Da berührt nicht der Blinde den Schöpfer, sondern wird von ihm berührt.

Wo der Geist berührt, sehen Propheten Dinge, die die Sehenden nicht sehen können. Im Offenbaren geht Gottes Schatztruhe auf. Gott lässt sich ins Innerste seiner umfassenden Heilsgedanken blicken. Wo Gott offenbart, schauen wir in das Herz, das bis zur Selbstaufgabe liebt. Unter dieser Offenbarung redet ein Mensch, als würde er von einem anderen Stern kommen. Das ist so außergewöhnlich, so unfassbar, dass selbst die Engel danach Schlange stehen. Wo Gott sein Heiligstes offenbart, zittert die irdische und himmlische Welt. Da knistert Herrlichkeit auf verbrannter Erde. Da werden Netze prallvoll, und Tausende von ein paar Broten und Fischen satt. Da werden Tote lebendig. Im offenbar werden, platzt die Erde aus allen Nähten. Das Wissen um Gott ist immer das berührt werden durch den Geist. Vollmacht ist das berührt worden sein durch das Wort, das Menschen zum Überlaufen bringt.

Gott berührt die nicht Sehenden.

  • Tasten durch die Blindheit

In ihnen wirkte bereits der Geist von Christus. Er zeigte ihnen, dass Christus leiden müsste und danach Ruhm und Herrlichkeit empfangen würde.

Wo der Geist wirkt, kommt hilfloses Tasten, mit geführt sein zusammen. Da ist einer blind und sieht trotzdem. Er sieht Leiden mit Herrlichkeit zusammen. Es ist herrlich, sich in einem elenden Zustand zu befinden und doch geführt zu sein. Die Erfahrung von Schmerz, von Hilflosigkeit, von ausgeliefert sein, führt unmittelbar zu Gott. Das Tasten durch die Blindheit gehört wie Essen und Trinken zum Leben.

Christus musste sich durch die Dunkelheit der Welt leiden, um zum Licht der Welt zu werden. Ohne das Leiden Christi kann keinem Menschen Herrlichkeit offenbart werden. Nur unter dem Zerbruch dessen was uns vor Augen steht, können wir das sehen, was in Gott ist. Herrlichkeit ist so umfassend, so klar, so leuchtend und alles durchdringend, dass alles was nicht nach Herrlichkeit aussieht wegbrechen muss. Die Blinden, die sich durch diese Welt tasten, müssen auf den Kuhstall stoßen, wo Herrlichkeit das Licht der Welt erblickt. In der Krippe fallen zwei Welten aufeinander. Da beginnt der Leidensweg für die Herrlichkeit. Am Tag der Geburt Christi fängt bereits der Kreuzweg an. Das Licht der Welt musste seinen Weg über Golgatha gehen. Das Licht in sich, konfrontiert die Finsternis. In Christus selbst, liegt sein Kreuzweg begründet. Wer aus Herrlichkeit ist und auf Herrlichkeit zugeht, muss die Finsternis zerlegen. Das Kreuz ist für den Glauben unabwendbar.

Dort wo ein Mensch zur Gottesgegenwart in dieser Welt aufbricht, wird der Weg härter und schwerer. Alles in unserem Leben, ist ein umgestaltet werden auf die Herrlichkeit zu. Da reibt sich das Göttliche am Menschlichen. Das geht nicht mit erbaulichen Gesprächen bei festlichem Essen. Um den Leidensweg kommt der Nichtsehende nicht herum. Herrlichkeit will reifen. Herrlichkeit reift in den Konflikten unserer Tage. Sie wächst unter den Schmerzen unserer Krankheit. Sie offenbart sich im Untergang der Welt.

Daher brauchen die Tastenden …

  • Glauben im Wahnsinn

Ihr habt ihn nie gesehen und liebt ihn doch. Ihr glaubt an ihn, obwohl ihr ihn auch jetzt nicht sehen könnt, und eure Freude ist herrlich, ja, grenzenlos, denn ihr wisst, dass ihr das Ziel eures Glaubens erreichen werdet: die Rettung für alle Ewigkeit. 

Glaube ist paradox. Er ist ein Leben im Widerspruch zu sich selbst. Wir lieben Menschen, die wir sehen, wir glauben ihnen, weil wir sie kennen und gehen dabei trotzdem heillos baden. Das geschieht nicht unbedingt, weil wir zu blind oder blauäugig waren, sondern weil wir ihnen trauten. Wenn wir jedoch jemand lieben, den wir noch nie gesehen haben, und ihm glauben und vertrauen, obwohl wir ihn nicht sehen können, sind wir entweder Gaukler oder Selbstmörder. Keine Bank der Welt würde auf der Basis auch nur einen Cent herausrücken.

Glaube baut auf eine Sicherheit, die unsere Grundrechenarten völlig verlässt. In der Liebe zu Christus, kann ein Mensch etwas sehen, was nicht sichtbar ist. Da findet eine Einspeisung der Herrlichkeit statt. „eure Freude ist herrlich, ja grenzenlos“. Herrlich ist der Griff nach Herrlichkeit. Im Glauben an Christus findet der Übergriff in das darüber hinaus statt. Da sind Dinge real, die wir nirgends sehen können. Diese Liebe lebt in ihrer Enttäuschung, in einem enttäuschungssicheren Raum. Sie lebt im ständigen Gegensatz, zu dem was sie sieht. Da ist im Katastrophalen etwas herrlich.

Diese Liebe kann den Menschen mit den Augen betrachten, wie er sein könnte. Da zählt nicht das was jetzt ist und uns vielleicht schrecklich zu schaffen macht, sondern da ist der Umgang von dem geprägt, was Gott in mich und den andern hineingelegt hat, das noch werden soll. Das ist das wahnsinnige des Glaubens, dass er Dinge sieht, die es noch nicht gibt, die ihn jedoch bei allem Tun antreiben. Das ist eine Freude, die nicht das Übel ignoriert und schmerzliche Wege meidet, sondern im Kreuz den Zugang zur Herrlichkeit entdeckt. Ziel des Glaubens ist, dass das wird, was nicht ist.

Im Ja zum Leiden, liegt unsere größte Entwicklung auf Herrlichkeit zu. Es wäre Wahnsinn, Herrlichkeit mit Harmonie zu verwechseln. Wer die Krise meidet, ist nicht bereit, dass die Herrlichkeit an ihm offenbar werden soll. Wer das Leiden verdammt, trennt sich von seiner eigenen Entwicklung, zu dem, was er sein könnte. Deswegen sind wir Sehende auch dort wo wir tasten und leiden. Wir sind Liebende, weil wir in allem das sehen können, was das Leiden für ein großes Ziel hat. Wir glauben als die Wahnsinnigen, weil wir im Schmerz das Herrliche erkennen.

Daher ist die Blinde Kuh ein aufregendes Spiel.

Das neue Jahr ist startklar

Weil Gott sieht und hört, steht uns ein gutes Jahr bevor.

„Der Herr sprach: Ich habe das Elend meines Volks in Ägypten gesehen, und ihr Geschrei über ihre Bedränger habe ich gehört.“2.Mose 3, 7

Wenn Gott sieht und hört, liegt die höchste Aufmerksamkeit auf dem Menschen. Alles was in uns und um uns geschieht ist wahrgenommen. Das was den Menschen trifft, betrifft Gott in gleicher Weise. Elend und Geschrei ist angekommen. Da ist kein Ausnahmezustand, den Gott nicht kennt, kein Seufzer, der ihm nicht im Ohr liegt. Aller Jammer liegt ihm im Herzen. Was Gott sieht und hört, ist seine Sache. Es berührt ihn, wenn sein Volk in Not ist. Bei Gott ist Empathie in Reinkultur. Er leidet, wo wir leiden. Niemand ist dem Schmerz so nahe wie Gott selbst. Unsere Not kratzt an seiner Existenz. Abgründe rufen ihn auf den Plan. Sterben ist nicht das was er wollte. Wenn Gott Elend sieht und Geschrei hört, will er das Leben erneuern. Der Liebhaber des Lebens denkt an Heil. Schöpfung heißt: Totes zum Leben erwecken. Sehen und hören ist bei ihm der Anfang der Genesung. Doch die sieht bei ihm anders aus, als wir das oft von ihm denken. Wenn Gott heilt, heilt er nicht unbedingt das Elend oder nimmt die Bedränger, sondern er gibt Christus. Er setzt nicht außen an, sondern will Menschen durchdringen. Mit Christus heilt er das belastete Herz, das erneuert dem Elend entgegen tritt. Wo Gott hört und sieht, will er in uns durch und durch gehen. Seine Liebe will das Geschwächte stark machen. Wo Christus einzieht, verliert das Elend seine Macht. 
Somit kann das neue Jahr nur gut werden. Wir haben bereits im Voraus auf alles Elend und Geschrei eine Antwort. Weil Gott sieht und hört, brauchen wir vor nichts erschrecken. Dem Glaubenden sind die Hände prall gefüllt. Wer in der Tiefe geliebt ist, weil er gesehen und gehört ist, kann nach allen Schlägen getrost aufstehen. Elend und Bedrängnis haben ihre Übermacht verloren, wo in einem geheilten Herzen Lasten in Segen verwandelt werden. Von Gott her ist das neue Jahr startklar.
Wie kann uns dieses Heil im neuen Jahr immer neu beflügeln und aufrichten? 

Ruckzuck sauber

Ratz fatz ist die Platte geputzt.
„Ich will die Sünde des Landes wegnehmen an einem einzigen Tag.“

Sach. 3, 9
Gott räumt den Dreck weg. Wo die Sünde weg ist, ist die Ungerechtigkeit aus der Welt. Da ist alles weg, was von Gott und dem Leben trennt. Da herrschen saubere Verhältnisse. Wir kennen die Aktion „saubere Stadt“, bei der oft Schüler einen Tag lang die Straßenränder säuberten.
Wenn Gott an einem einzigen Tag die Sünde aufräumt, dann ist das für Gottes Zeitrechnung ein Klacks. Wenn für ihn tausend Jahre wie der gestrige Tag sind, dann ist ein einziger Tag ein winziges Aufblitzen. Blitzartig ist das Unrecht fort und Leben da. Mit Christus ist eine schlagartige Änderung möglich. Von jetzt auf sofort sind wir vor Gott gerecht gemacht. Ratz fatz sind Altlasten weg. Diese Befreiung, dieses Aufatmen wirkt sofort. Mit Schuld fertig zu werden, ist für Christus kein lang dahin schleichender Prozess. Weg ist weg. Kein Nachtragen, kein langwieriges Ausheilen, kein mühsames Vertrauen, das wieder aufgebaut werden muss.
Der von Christus befreite Mensch, kann unbefangen in Grechtigkeit leben. Er lebt als der gerecht Gemachte in einer sündhaften Welt. Von ihm gehen die sauberen Verhältnisse aus, die er in die sterbende Menschheit hineinbringt. Damit wird die Verantwortung wahrgenommen, die wir in der Welt haben. Wir greifen wie Bonhoeffer dem Rad in die Speichen. Da kann man nicht mehr mit der Ungerechtigkeit der Menschen leben. Da geschieht Erneuerung in allem Alten. Das durchzieht unsere Familien und Gemeinschaften, das durchdringt Gesellschaft und Politik. Wem die Lasten abgenommen sind, der kann eine gebeutelte Menschheit aufrichten. Die gerecht Gemachten tragen das Recht, das Richtige und Gute in alles Unrecht.
Leben wir als die Befreiten in unserem Umfeld, oder tragen wir noch an den eigenen Lasten?

Gerecht Gemachte leuchten 

Was ist Wahrheit?
„Der Herr ist gerecht und hat Gerechtigkeit lieb.“

PS. 11, 7
Jeder Staat hat seine Gesetze. Jeder hat festgelegt, was richtig und falsch ist. Ob diese Ordnungen funktionieren, sehen wir, wenn sich zwei Völker gegenüberstehen, die ein unterschiedliches Rechtsverständnis haben. Jeder hat andere Maxime für Gut und Böse. Im Extrem fliegen dann Kranaten. Krieg und Unrecht entsteht, wo es nicht mit „rechten“ Dingen zugeht. Das heißt doch, dass Menschen aus sich heraus keinen Maßstab ausgeben können, für das was richtig ist.
Der Herr ist gerecht. Wie eingemeiselt wird hier ein allgemein gültiger Maßstab in die Erde gepflockt. Wo es um Recht und Unrecht geht brauchen wir keinen James Bond oder einen von allen akzeptierten Weltpräsidenten, sondern einen, in dem Recht und Ordung ruht. Unser Rechtsstaat beruft bisher sich noch auf diese Ordnung, so wahr mir Gott helfe. Da liegt noch etwas von dem Verständnis, das das eigentliche Recht von dem Gerechten ausgeht.
Der Mensch steht im Unrecht, wo er nicht an der Seite Gottes steht. Diese Gespür hatte Pilatus, als er fragte: Was ist Wahrheit? Seine Macht war zuende und er wusste, er kann nicht gerecht handeln. Gerecht werden wir nur, wo wir im Richten stehen. In Christus wird der ungerechte Mensch gerecht. Da gehen in der Welt wieder Lichter an, die durch Unrecht ausgegen sind. Der von Gott gerecht Gemachte, kann Menschen die Wahrheit bringen. Weil der Herr Gerechtigkeit liebt, bleibt unser Dasein nicht im Unrecht stehen. Dort wo die Menschen unter dem Unrecht dieser Welt leiden, hilftt der Glaubende zu neuer Hoffnung.
Wollen wir unter allen Unrecht stöhnen, oder lieber zu einem Licht werden?

Das Geschwür ist weg

wer nicht entsorgt, kommt in Altlasten um.
„Der Herr sprach: Ich habe vergeben, wie du es erbeten hast.“

4. Mose 14, 20
Wie ein gewaltiger Sonnenaufgang steht diese Aussage im Raum: Ich habe vergeben. Gott schafft Dreck weg. Da wird Belastendes weggegeben. Bedrohendes wird aus der Welt geschafft. Gott praktiziert den einzig richtigen Weg mit Schuld; – weg damit. Er kennt die zerstörerische Kraft, das wie ein Geschwür das Leben auffrisst, deshalb entsorgt er. Er befreit sich und den Menschen von einem inneren Zermürbungsprozess. Schuld frisst, Schuld ist wie Ungeziefer, die alles aushöhlen. Ganz egal ob wir an jemand schuldig geworden sind, oder andere uns Unrecht zugefügt haben. Schuld ist ein Dauerbrenner, ein zugrunde richtender Krebs ohne Heilungschance.
Vergeben macht Schluss mit diesem Quälgeist. Mit Christus hat Gott entsorgt. Das ist das Geschwür weg. Da regeneriert ein gebeutelter Körper. Da wird ein Messie von seinen Müllbergen befreit. Da weht frische Luft durch das Zimmer. Ich habe vergeben, ist ein Neuanfang. Es lässt das Alte beim Alten. Vergeben ist das Heute ohne gestern. Im Jetzt zählt das Vergeben, das nichts mehr mit dem Vergangenen zu tun hat. Es ist weg und hat im Heute nichts mehr verloren. Wo die Altlasten weg sind, beginnt ein neues Blühen. Ab da ist ein Leben frei, um sich in seiner ganzen Schönheit zu entfalten. Vergeben macht gesund. Vergeben ist die heilsamste Therapie. Vergeben bereit. Wer diese Vergebung erfahren hat, kann großzügig vergeben.
Warum halten wir soviel Müll fest? Wieso lassen wir uns von Dingen, die in der Vergangenheit liegen zerfressen? Warum quälen wir uns damit, in dem wir das uns zugefügte Unglück konservieren? Ist es wirklich gut, wenn wir an dem Satz festhalten: Vergeben will ich schon, aber vergessen kann ich nicht?
Einen gesegneten Sonntag wünsche ich euch.