Wenn nicht jetzt, wann dann?

Um etwas zu bewegen gibt keine bessere Zeit als jetzt. Was gestern war, kann ich nicht mehr beeinflussen; was morgen kommt, kann ich nur planen.

Träufelt, ihr Himmel, von oben, und ihr Wolken, regnet Gerechtigkeit! Die Erde tue sich auf und bringe Heil, und Gerechtigkeit wachse mit auf! Ich der Herr, habe es geschaffen.“
Jes. 45, 8

Zeit ist der Takt des Lebens. Alles, was auf dieser Erde lebt, blüht auf und vergeht wieder. Dieses Gefühl versetzt uns unter den Eindruck, dass alles was wir tun, uns unter den Händen zerrinnt. Nichts ist beständig,alles fließt dahin. Zeit vergeht, mit jeder Sekunde die tickt. Dagegen unterscheiden die alten Griechen zu dieser vergehenden Zeit, die Stunde des Augenblicks, den Kairos. In ihm liegt die Handlungsenergie für alles was die Welt aus dem Jetzt heraus verändert. Der Kairos manifestiert ein Ereignis in alles was vergeht. Kairos ist die gottinspirierte Zeit. In alle Sinnlosigkeit des Dahinwelkens, bäumt sich ein Leben auf, das die ebenmäßige Wiese, durch einen Maulwurfshaufen aufbricht. Im Kairos wirft sich die Erde auf und stellt die Belanglosigkeit auf den Kopf. Kairos ist der schaffende Gott, der die vergänglichen Strukturen von Zeit auflöst. In den jetzigen Augenblick ist das ganze Heilswerk Gottes gepackt. Im Kairos hat der Mensch die vollkommene Gnade, Heil in Unheil zu pflanzen. Wer das Jetzt verspielt, macht die ganze Welt um unwiederbringliche Guttaten ärmer. Nur jetzt ist der Himmel offen. Nur jetzt regnet es genau das Richtige, das von Gott ausgeht. Nur jetzt können wir uns vom Geist Christi berühren lassen. Im Kairos liegen alle heilige Momente, die Menschen und die Welt verändern. Im Kairos liegt die Gunst der Stunde, die ein Gänsehautfeeling auf Menschen legt.

Da unser Alltag so sehr von der vergänglichen Form der Zeit geprägt ist, die uns unter Druck setzt und zwischen den Fingern zerrinnt, versäumen wir leicht den Augenblick, in dem alles möglich ist. Wir sind oft die, die von der Zeit, wie die Sklaven durchs Leben getrieben werden, träumen in die Zukunft hinein, in der wir bessere Zeiten erhoffen. Die meisten sind von der Sehnsucht getrieben, irgendwann einmal aus dem Hamsterrad auszubrechen. Über diesem Hoffen und getrieben werden, gehen sie schnurstracks auf ihre Rente zu und werden dabei alt. Immer mit der Sehnsucht im Herzen, was hätte in meinem Leben alles Gutes entstehen können, das leider durch die verrinnende Zeit nicht möglich war. Um diesem Jammer zu entfliehen, müssen wir die Chance des Kairos entdecken. Jetzt ist der wichtigste Augenblick meines Lebens. Jetzt kann ich alle Gaben, die unter dem offenen Himmel für mich bereit liegen ausschöpfen. Die verwelkende Welt lebt von den Kairos-Momenten der Menschen, die das Jetztergreifen und nicht auf bessere Zeiten hoffen.

Haben wir wirklich den Eindruck, dass ab morgen alles besser wird, dass sich die Erde langsamer drehen wird und wir dann irgendwann anfangen können zu leben?

Gott segne dich.

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Alles hat seine Zeit

Hiob 14, 1-6 (HfA)

Der diesjährige Prälatenempfang in Balingen hatte dieses Thema: Alles hat seine Zeit. Prof. Dr. Mezger, aus Freiburg, der mit seinem Vortrag einen faszinierend großen Bogen spannte, zwischen kosmischer Schöpfung und dem Kalender, hat unsere Jahre und Tage strukturiert. Zeit ist die Einteilung, in der die Erde in 365 Tagen und 6 Stunden einmal um die Sonne kreist – damit vergeht ein Jahr. Eine Drehung der Erde um die eigene Achse ergibt einen Tag mit 24 Stunden. Wenn der Mond einmal die Erde umkreist vergeht ein Monat. Zu früherer Zeit begann das Jahr nicht am 1.Jan. sondern am 25 März, an Maria Empfängnis. Das neue Jahr begann mit der Zeugung von Christus und war der Tag der Neuschöpfung. 9 Monate später war dann Weihnachten. Genau heute am Martinstag beginnt die Weihnachtszeit und geht bis zu Lichtmess am 2. Februar. Dieser Zeitraum ist durch drei Mondphasen verbunden, deren Mittelpunkt die Heilige Nacht ist. Das Ganze ginge weiter mit der Osterzeit, dem Johannistag und aller markanten Tage, die die Struktur unserer Zeit bilden und auf geheimnisvolle Weise zueinander in Beziehung stehen.

Hiob steht vor so einem Zeitfenster und macht gewaltige Entdeckungen.

  1. Von der Zeit getaktet

die Dauer seines Lebens hast du festgelegt

Zeit ist kein Zufall. Alles was auf dieser Erde geschaffen ist, steht in der Beziehung zu Gott und den Strukturen, die er festgelegt hat. Ohne den Rhythmus von Tag und Nacht gäbe es keine Schöpfung. Die Uhren dieser Welt ticken nach dem Takt, der ihnen durch kosmische Zusammenhänge vorgegeben ist. Die Jahreszeiten, die wir erleben, hängen mit einer elliptischen Umkreisung der Erde um die Sonne zusammen und der Neigung der Erdachse. Dass eine weibliche Eizelle, von einer männlichen Samenzelle befruchtet wir, liegt in einer Trefferwahrscheinlichkeit, die geringer ist als ein Lottogewinn. Hinter solch einem Zufall liegt bewusste Schöpfung. Dass sich gerade unsere Eltern unter sieben Milliarden Menschen auf diesem Planeten begegnet und wir dann daraus entstanden sind, ist ein reines Wunder. Dass wir am Leben sind, liegt in unvorstellbaren kosmischen Gesamtzusammenhängen, bei denen einer bewusst einen Anfang und ein Ende setzt. Alles in der Schöpfung hat seinen präzisen, ausgewählten Platz, seine Aufgabe und Bestimmung, damit das Leben rund läuft.

Wer solche Zusammenhänge entdeckt, für den ist kein Augenblick mehr ohne Bedeutung. Für den wird jeder Moment zur Anbetung. Da bekommt nicht nur das Leben an sich einen Sinn, sondern jedes Ereignis, das diesem Leben zufällt, egal ob schön oder tragisch. 23° Grad Neigung der Erdachse, scheint so etwas von belanglos, dass man eigentlich sagen könnte, es juckt doch niemand ob die Achse nur gerade oder schräg steht. Doch genau diese Kleinigkeit, regelt ob wir im Schnee ersticken oder in der Hitze verschmachten. Wo unser Leben für die Dauer von 50 bis 90 Jahren festgelegt ist, kann keiner mehr sagen, Glück oder Pech gehabt. Jede Sekunde, die unser Puls schlägt, ist nicht in erster Linie die Frage der Ernährung und der Bewegung, die wir dem Körper gönnen, sondern ist der Atem Gottes, der die Welt bewegt.

Hiob ahnt etwas von dem, dass genau in dem, was ihm unter den Händen zerrinnt, eine geheimnisvolle Gottesoffenbarung liegt. Alles Wegbrechen und Sterben auf diesem Weg ist von höchster Bedeutung.

  1. Von der Zeit aufgelöst

Du musst doch wissen, dass aus Unreinheit nichts Reines entsteht.

Wo die Zeit eine Dauer hat, hat sie somit einen Anfang und ein Ende. Zeit ist das Maß für Entstehen und Vergehen. Sie tickt für die Vergänglichkeit. So lange der Sekundenzeiger läuft, ist nichts für die Ewigkeit geschaffen. Das Menschsein in einem Zeitfenster, muss verwelken. So lange wir leben, begleitet uns Verwesungsduft. Das reine unsterbliche Leben ist in einem Zeitrahmen nicht zu erreichen. Der Mensch ist auf dieser Erde zerfällt einfach. Zeit ist der Raum des schuldig Werdens. Was aus Erde ist, hat den Hang wieder zu Erde zu werden. Der Körper verbraucht sich, die Beziehungen werden marode, selbst der Glaube stumpft ab. Wir alle wissen wie mühsam das alt werden ist. Plötzlich tragen große Persönlichkeiten wundersame Kleider. Vertraute Menschen werden uns zu Wildfremden. Verbrauchte Leiber beginnen unter Schmerzen zu schreien. Sanftmütige Partner können Raufbolden werden. In der Zeit werden Unreinheiten geboren. Sie ist der Ort des Fallens. In der Zeit lebt die Tragik, dass sie aus sich heraus nichts Unvergängliches schaffen kann. Die gefallene Welt muss Schicksale gebären.

Solange Zeit ist, ist Sterben normal. Ob wir sagen, es ist eine gute oder böse Zeit, der Inhalt von Zeit besteht aus Erde. Aus der Nummer des schuldig Werdens kommen wir nicht heraus. Was in der Zeit geboren wird, muss mit dem aufgelöst werden leben. Die Zeit an sich, ist ein hoffnungsloser Fall. Alles Mühen um Bodenständigkeit, kann nicht aus dem Boden kommen, der einmal zum Grab wird. Aus dem reinen Menschsein kann nichts Gutes kommen.

  1. In der Zeit zeitlos

So schau jetzt weg von ihm, damit er Ruhe hat und seines Lebens noch froh wird. Und doch verlierst du ihn nicht aus den Augen und stellst ihn vor dein Gericht!

Wer die Abläufe der Zeit ohne den Taktgeber betrachtet, der kann nur verzweifeln. Jedes Nachdenken über die Vergänglichkeit, führt unweigerlich in die Sinnlosigkeit und bringt der Entscheidung näher, einen Strick zu nehmen. Nach Hiobs Motto: „Lieber Gott, schau mir doch nicht immer auf die Finger, da kommt sowieso nichts Gutes dabei heraus. Was erwartest du Großes, Edles und gar Ewiges von einem, auf dessen Bauch einmal nur noch die Ewige Liebe blühen wird?“

Mitten im Auskosten des bitteren Geschmackes von Zeit, erkennt Hiob den Zeitlosen. Der Sekundentakt der Zeit kommt nicht aus der Zeit. Außerhalb der Zeit steht die große Atomuhr, die alle Uhren ticken lässt. Das Eigentliche des Lebens entsteht nicht innerhalb des Zeitrahmens, sondern liegt im davor und dahinter. Das bisschen Zeit steht im Kontext eines unvergänglichen Kosmos. Wo Gottes Augen jede Sekunde im Blick haben, wird Zeit kostbar. Unter diesen Augen wird die Zeit heilig.

Wo Hiob nach Gottes Gericht schreit, ist es der Schrei nach Erlösung. Das Gericht der Erde ist das Grab, das Gericht Gottes ist Christus. Damit durchbricht Gott das irdische Zeitfenster. In Christus ist der Horror der Vergänglichkeit unterbrochen. Mit ihm tickt nicht die Uhr des Sterbens, sondern des Lebens. Alle Gesetzmäßigkeiten von Zeit und Welt, finden in Christus einen neuen Takt. Das ist die revolutionäre Botschaft in eine vergängliche Welt. Zerfall ist normal, jedoch unter Gottes Augen wird im Zerfall etwas lebendig. Das Gesetz Christi heißt Auferstehung.

Damit ist jetzt die Zeit, wo wir in der Verzweiflung hoffen können. Da ist ein Energiepool, für leere Batterien, die auf Rot stehen. Da zählt nicht was sterbende Umstände zulassen, sondern was die Wirkung des Wortes für Kräfte freisetzen kann. Das tröstet eine sich auflösende Welt. Das Gesetz Christi gibt auf morastigem Boden Halt.

Damit steht jede Krise unter einem anderen Stern. Wir leiden zwar unter dem Zerfall, können jedoch darunter nie die Hoffnung verlieren. Wir leben unter Sterbenden und werden darunter lebendig bleiben. Wir sind in unserer Hinfälligkeit durchschaut, bleiben jedoch geliebt. Wir sind unrein, sind aber befreit für ein zeitloses Leben mitten in der Zeit.

Alles hat seine Zeit. In allem wo wir leben, offenbart sich Christus. Wir durchleben die härtesten Krisen und genau darin entfaltet das Wort seine Macht. Die Offenbarung findet im größten Mist statt. Der schrecklichste Alltag wird dann zum Platz der Anbetung.

Jetzt ist die Zeit, das zu glauben und zu leben.

Zum Fliegen bestimmt

Glaube wird dadurch zum Glauben, indem er sich über widrige Umstände hinwegsetzt.

„Der Herr spricht: Ihr habt gesehen, wie ich euch getragen habe auf Adlerflügeln und euch zu mir gebracht.“
2. Mose 19, 4

Bitte einsteigen zu einen Wüstenflug. Das Volk Israel erhält in der Wüste Red Bull. Gott verleiht ihnen Flügel. Dort wo es eigentlich nur Staub und Sand zu schlucken gibt, geschieht ein AHA-Erlebnis. Hitze, Dürre, Trostlosigkeit mit nichts Grünem, schafft es nicht, den Hals austrocknen zu lassen. Weites, totes Land und doch geschieht darin eine atemberaubende Lebendigkeit. Wer von Adlerflügeln getragen wird, hinterlässt keine Spuren im Sand. Der erhebt sich über Dünen und kratzenden Wüstenwind. Wer Flügel verliehen bekommt, scharrt nicht mehr im Dreck. Der erlebt etwas von der Freiheit, die über den Wolken ist, wo die Welt darunter winzig und klein wird. Hier wird ein ganzes Volk durch den Wahnsinn ihrer Wüstenwege nach Hause gebracht. Sand und klirrende Hitze bekommen darin ein Schattendasein. Todbringende Landschaften können dem Überflieger nichts anhaben. Wo Gott zum Adlerflügel wird, hungern nicht die Menschen, sondern die Widrigkeiten aus. Wer getragen ist, liegt in besten Händen. Er ist völlig unabhängig von dem, was ihn umgibt. Getragene haben ein Ziel-Garantie. Adlerflügel sind Golden Wings, das Symbol der Glaubenden. Markenzeichen der Überwindung.

Mit dem Sandgeschmack im Mund, vergeht vielen der Blick auf das Ganze. Wer ein Unternehmen aus der Krise führen will, braucht den Blick von oben. Er muss weg von dem Ort, der keine Perspektive zulässt. Wo Menschen zu dicht an ihrem Geschehen bleiben, werden sie von der Wüste aufgefressen. Erst wenn sie „abheben“ und „aussteigen“ steigert sich die Hoffnung wieder. Der Überblick erlaubt, das darüber hinaus zu entdecken. Wo wir zu dicht mit der Nase in unseren Problemen stecken, kann es nicht nach Veilchen riechen. Wo uns das belastete Miteinander auffrisst, sind wir mit der Wüste verheiratet. Wir haben das Fliegen verlernt. Wenn Adlerflügel tragen und wir am Boden liegen brauchen wir eine Brille. „Ihr habt gesehen“, ist der Glaube, der sich gegen alle Widerstände durchglaubt. Getragene sind abgelastet. Sie sind über alle Trostlosigkeit hinausgetragen. Damit hast Wüste und Vergänglichkeit ausgegessen. Da weht der Geist des Lebens über aller Verwesung. Wer auf Adlerflügeln getragen ist, bekommt Abstand zu den Wegen, die in die Verzweiflung führen. Der Geist Gottes verleiht Flügel, die uns über Scherbenhaufen und Wüstenwege tragen. Um Abstand zum Staub unseres Lebens zu gewinnen, hilft das sehen lernen. Mit Abstand fliegen wir am besten. Je höher der Druck ist, umso größer müssen die Pausen werden. Wenn der Alltag uns auffressen will, helfen uns wenige Minuten Abstand, um uns dieser Energiequelle wieder bewusst zu werden.

Die Flügel die tagen sind da; wann wagen wir es aufzusteigen, um eine größere Perspektive zu erhalten?

Gott segne dich.

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Mindestens 120%

Reichtum entsteht dort, wo ein Herz brennt, die Liebe der Flügel der Phantasie ist und die Leidenschaft sich grenzenlos verschenkt.

Wer ist bereit, dem Herrn heute eine Gabe zu bringen?
1. Chr. 29, 5

Eines der größten Lebensgeheimnisse liegt nicht im Haben wollen, sondern wie sich Herzen hingeben. Fülle kommt aus dem Gesetz des Segens. Wo Gott seine Hände aufmacht, haben wir, wie in diesem Herbst so viele Äpfel, dass wir bereits schon wieder darunter stöhnen. Er gibt uns nicht nur ein bisschen Leben, sondern will, dass wir volles Genüge haben. Bei Gott heißt Leben, dass alle Schleußen volle Kanne offen sind. Da ist keine Zurückhaltung, keine Bescheidenheit, da fließt geballte Vollkommenheit. Segen ist Überfluss; er ist immer mehr als wir fassen können. Unter dem Segen, ist das was wir erhalten nicht zu stoppen. Gott ist darin unverschämt und maßlos. Er überschlägt sich in Leidenschaft und Hingabe. Schöpfung ist prallgefüllte Liebe mit Vollgas. Segen ist mindestens 1000%.

Wie können da Menschen mit angezogener Bremse fahren? Da ist die heutige Frage die Gretchenfrage: Wer ist bereit, das was er empfangen hat, ins Leben hineinzuschütten? Wer ist bereit zu glühen, für das was er tut? Wir sind angefüllt bis an den höchsten Rand, wir haben Gaben, die verschwendet werden wollen, da kann sich keiner mehr zurückhalten. Segen fließt unter der Verschwendung. Segen bewegt die Welt, wo einer alles gibt.

Wir beliefern seit mehreren Jahren in Stuttgart einen Fünf-Sterne-Gastronom. Als ich vor ein paar Tagen von ihm wissen wollte, welche Wünsche er an unseren Blumenschmuck hätte, damit er voll zu seinem Ambiente passe, fing ein Feuerwerk an zu sprühen. Da hatte sich regelrecht die Leidenschaft überschlagen. Er sagte: Wir ziehen jeden Abend vier Stunden lang für unsere Gäste alle Register. Wir wollen durch das, wie wir unser Menu zelebrieren und die Gäste durch einen langen Abend führen, sie in eine andere Welt versetzen. Wir geben dafür 120 %. Wenn sie die Gestecke für uns machen, sind das nicht nur Blumen auf dem Tisch, sondern ein Arrangement, das 4 Stunden eine Geschichte erzählt. Wenn derjenige, der diese floristischen Arbeiten gestaltet, nicht genauso bereit ist 120% zu geben, findet für meine Gäste kein Ganzheitserlebnis statt.

Glauben kann man nicht zu 90%. Wenn da noch 10% Bedenken oder Zweifel sind, ist das Leben kalter Kaffee. Da bewegt sich nichts, da läuft alles gedämpft. Wo keine Leidenschaft glüht, wird unser Dasein unter den Lasten aufgefressen. Wer bereit ist alles zu geben, wird vom Segen überschüttet.

Wer ist bereit, dem Herrn heute eine Gabe zu bringen?

Gott segne dich.

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In Grenzen grenzenlos

Freiheit ist unabhängig von Mauern und Stacheldraht, von Gefängnistüren oder vom Tod im Topf in geistlichen Gemeinschaften.

„Ich bin der Herr, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe.
2. Mose 20, 2

Dem Menschen sind Grenzen gesetzt. Er lebt in einem Zeitfenster von geboren werden und sterben müssen. Allein wenn wir leben, sind wir durch einen irdischen Rahmen begrenzt. Leben findet in Schranken und Gesetzmäßigkeiten statt. Solange wir Boden unter den Füßen haben, wird dieser Boden unter uns aufgehen und zum Grab werden. Auf der Erde leben, heißt begrenzt sein. Sonne und Mond geben den Takt von Tag und Nacht, von Jahr und Monat vor. Solange Zeit da ist, tickt die Uhr, bewegen wir uns in einem Rahmen und sind von außen her beschränkt. Dazu kommen die Mauern und Stacheldrähte der Gesellschaft, die ganze Völker wegsperren. Beziehungen setzen uns unter Druck und unterdrücken die freie Bewegung. Das Volk Israel war in einem fremden Land eingesperrt und wurde von fremden Herrschern drangsaliert. Kein Mensch kann aus dieser Begrenzung ausbrechen.

Die Gesetzmäßigkeiten dieser Welt können nur von außerhalb aufgebrochen werden. In den Takt der Zeit hineinwirken, kann nur einer der keine Zeit kennt. Ich bin der Herr, dein Gott! Das ist der Zeitbrecher und Grenzen Sprenger. Da fallen Mauern und gehen Türen auf. Da fängt einer an die Gesetzmäßigkeiten der Erde zu durchbrechen. Ich führe aus der Knechtschaft. Da lösen sich beklemmende, starre Staatsformen auf. Da können sich unter dem Lobgesang von Paulus und Silas, die Sicherheitstüren nicht mehr zuhalten. Wo Gott der Herr ist, gelten die Gesetze der Zeit nicht mehr. Da kommt Lebensdynamik in allen Verfall und Sterbensprozess. Da brechen Menschen auf, da bricht Geschichte auf, da verlieren die Gesetze der Erde ihre Bestimmung. Wo der Herr herausführt, sind wir nicht mehr von zeitlichen Rahmenbedingungen bestimmt. Da kann von heute auf morgen alles anders werden. Da wird Unmögliches möglich. Da zählt nicht das, was uns prägt, was uns belastet, was uns klein halten will, sondern da geschieht Aufbruch. Da entsteht Freiheit, in einer Welt die nach Verwesungsduft riecht.

Wo Gott herausführt, werden Menschen total auf den Kopf gestellt. Mit zwei Mitarbeitern haben wir diese Woche mehrere Tage um das Profil unseres Blumenhauses gerungen. Dabei entdeckten wir die Kraft von der Kombination Wort und Blume. Unser künstlerisches Arbeiten ist wortinspiriert. Dadurch bekommen Blumensträuße menschenverändernde Kraft. Unter der Arbeit unserer Hände blühen Menschen auf. Diese Erkenntnis hatte nicht nur einen Aha-Effekt, sondern stürzte uns in eine Fassungslosigkeit von tiefer Verantwortung und höchstem Glück. Eine muslimische Mitarbeiterin sagte unter Tränen: Ich habe gedacht, ich gehe zu einem Business-Seminar, jetzt habe ich erst einmal mich selbst und meinen eigenen Wert entdeckt. Durch diese Aufgabe weiß ich nun, wozu ich auf der Welt bin.

Wenn Gott herausführt, kann es da noch eigene oder äußere Grenzen geben?

Gott segne dich an diesem Sonntag.

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Leben hat ein Gütesiegel

Wer sein Leben als Gnade begreift, kann dahinter nur einen roten Faden entdecken, der alles was geschieht, in großartige Zusammenhänge stellt.

Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.“
Ps. 106, 1

Ein Tischgebet, das die meisten von klein auf, über ihre Lippen gehen lassen. Es dankt der treuen Versorgung Gottes. Bei der Mahlzeit gesprochen, bringt es das Glück über den reich gedeckten Tisch zum Ausdruck. Dabei reflektieren wir – es hat bisher immer gereicht. Was auch war, wir hatten immer genug. Wenn wir auf das Leben schauen, gab es bei Gott nie Versorgungsengpässe. Beim Danken, erbaut sich das Herz an Gottes Treue. Danken ist das sich bewusste Erinnern an die Güte. Versorgung und Treue ist kein Zufall. Unseren Tisch decken wir nicht selbst, dahinter steckt ein gewaltiges Treue- und Gütesystem. Da denkt einer ganz gezielt für uns. Wir sind auf dem Radar des Allerhöchsten. Wo wir diese Menschenfreundlichkeit Gottes entdecken, sind wir ganz nah bei Christus. Papst Johannes Paul II sagte: In Christus hat Gott wieder Freude am Menschen. Gott ist darin freundlich, dass er alle Register zieht, um uns am Leben zu erhalten. Alles ist darauf angelegt, gegen alle Widrigkeiten, jeden Morgen neu aufzustehen. Diese Menschenfreundlichkeit ist ein Bollwerk, gegen alles sterben und verhungern. Der menschenfreundliche Gott, ist das stärkste, lebenserhaltende System, das uns in die Hände gelegt ist. Dieser Freundlichkeit und Güte kann sich niemand widersetzen. Dahinter steht eine nie endende Energie. Gott reißt sich alle Füße heraus, um Leben durch allen Dreck durchzubringen.

Die Dankbarkeit ist die Antwort auf diesen entdeckten roten Faden, der sich in allen Kapriolen des Lebens durch unser Dasein zieht. Da kommt nichts mehr von ungefähr. Da sehen wir die freundliche Güte, die sich durch alle Krisen zieht. Da müssen wir auf die Nase fallen, da muss ein Geschäft in eine finanzielle Zitterpartie geraten, um dann über Umwege auf Menschen zu stoßen, die uns aufhelfen und zu entscheidenden Erkenntnissen führen. Da stehen am Grab eines geliebten Menschen und erleben an dem Punkt, an dem das Herz zerbrechen will, so viel Trösten und Auffangen, dass wir in der Untröstlichkeit ins Leben zurück finden. Leben ist in allen Phasen von Gnade umhüllt. Diese Gnade, dieses andauernde Gotteshandeln ist es, was einen Sog in die Lebendigkeit auslöst. Die Gnade zieht uns durch den Ballast unserer Tage. Wo die Güte ewig ist, hat das Leben ein Gütesiegel. Es ist dazu geschaffen, jeden Tag neu aufzustehen und seinem Gott zu danken.

Wo die Menschenfreundlichkeit Gottes so unerschütterlich fest ist, wie soll da in allem Wechsel und Brüchigkeit unserer Zeit die Gnade ausgehen?

Gott segne dich.

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Wir brauchen Heilige

Es geht der Himmel über dem auf, der weiß, dass er zu Abrahams Kindern gehört.

„Der Herr, unser Gott, sei mit uns, wie er mit unseren Vorfahren war.“
1. Könige 8. 57

Wer an die Zukunft glauben will, braucht eine starke Vergangenheit. Hoffnung sticht nicht in blaue Wolken hinein, sondern lebt aus einem Erfahrungsschatz. Große Häuser baut man, in dem man lange am Fundament verweilt. Dieses Segenswort spricht Salomo bei der Einweihung des Tempels. Wer sich auf einen starken Gott berufen will, braucht die Geschichte. An den Vorfahren entdecken wir die Glaubensväter. Wir stehen dann in der Erbfolge von Abraham, den Propheten, Aposteln und den Gottesmännern der jüngsten Zeit. Die Alten sind nicht die, die die Bühne dieser Welt verlassen haben und aus unserem Gesichtskreis rücken, sondern diejenigen, an denen zeitlebens Gottes Geschichte lebendig bleibt. Die Vorfahren sind das Kapital des Reiches Gottes. Es sind die wertvollen Steine, aus denen noch heute Kirche gebaut wird. Die Alten demonstrieren im heute, die Verrücktheiten des Glaubens. An ihnen wird das unverschämt große Denken Gottes sichtbar. Sie sind die Krisenmanager unserer Zeit, an denen wir das Ende ablesen können, als Wege durch Feuer und Wasser gingen. An ihnen wird sichtbar, dass Gotteswege über das Kreuz zur Auferstehung führen. Die Geschichte ist energiegeladen durch das Handeln Gottes. Trotz aller tiefen Tälern, trotz Wüstenwege und einem Leben in der Verbannung, ist die Welt nie untergegangen. Daher hat das Gott sei mit uns, eine Zugkraft durch dick und dünn.

Wenn wir glauben wollen, wenn wir standhaft durch unsere Stürme gehen wollen, ist es sinnvoll, den Staub von unseren Vätern abzuwischen. Sie sind die Schatzkammer unserer Hoffnung. Wenn wir voll im Nebel stehen, nicht mehr wissen, was vorne und hinten ist, hilft der Blick über den Tellerrand. Das außerhalb von uns liegende Expertenwissen für all unsere Fragen liegt in den Vätern. Wo der Blick auf die Gottesmänner stark ist, können auch wir stark werden. Dieser Rückgriff lässt uns mutig und gewiss nach vorne gehen. Der Blick auf sie, holt die Gegenwart Gottes ins Jetzt. Gott ist mit uns, weil er schon Abraham so reich gesegnet hat, wie die Sterne am Himmel. Darüber geht uns der Himmel auf, auch wenn unsere Wege durchs Dunkel gehen. Wie durchschlagskräftig das Gott ist mit uns ist, brauchen wir nicht nur blauäugig glauben, sondern darauf können handfest unsere Hoffnung bauen. Die unsichere Zukunft erhält ihre Stabilität aus der Erfahrung der Vergangenheit. Daher sind die Vorfahren nicht nur bewundernswerte Heilige aus der Geschichte, sondern lebendige Zeugen, von denen unser Glaube lebt.

Leben wir da nicht aus einem gesunden Heiligenverständnis, das den lebendigen Gott, mitten in unsere Gegenwart stellt?

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Erster Platz

Bei dem Wissensangebot von heute, ist es völlig normal, dass man nicht mehr alles selber wissen kann, sondern einfach mal bei Google oder sonstigen kompetenten Stellen nachfragen muss.

„Frage doch zuerst nach dem Wort des Herrn!“
2. Chr. 18, 4

Nachfragen ist keine Schande. Nachfragen zeigt, dass da einer da sein muss, der sich auskennt. Beim Nachfragen gibt es jedoch Gewichtungen. Hier stellen zwei Könige, die das Volk Israel führen, einen Prioritätenplan auf. Es geht um das „zuerst“. Die erste Anlaufstelle für die Fragen aller Fragen ist Gottes Wort. Das Wort steht auf Platz eins der Hitliste der Fragen. Nichts hat mehr Gewicht für tragfähige, zukunftsgerichtete Antworten. Das Wort ist das Fundament, auf das Hochhäuser gebaut werden. Ganze Lebensentwürfe sind dadurch bestimmt. Das Wort hat seine Tragkraft dadurch, weil es das Erste war, bei der Erschaffung der Welt. Am Anfang, also als allererstes war das Wort. Alles ist aus dem Wort entstanden. Das Wort ist Gott in Aktion. Das fleischgewordene Wort ist Christus, der mitten unter Menschen wohnt. Das Wort ist damit der innere Brennstoff, der den inneren Raum des Menschen ausfüllt. Es ist das tiefe Geheimnis in uns, das uns am Leben erhält. Ohne dieses Wort wäre kein Mensch handlungsfähig. Es ist Anfang und Ende allen Seins.

Wo wir dieses Wort befragen, stellen wir unser Leben in die ursprünglichen Gesamtzusammenhänge. Wo das Wort in uns zuhause ist, sind wir Zuhause. Darin liegt die elementare Lebensverankerung, aus der heraus sich alle weiteren Fragen des Lebens aufschlüsseln lassen. Wo diese allererste Ausrichtung fehlt, können wir fragen wen wir wollen und wir finden dann auf vieles keine erschöpfenden Antworten. An der Frage nach dem Wort, entscheidet sich alles müde werden und Kraft haben. Wer sich nicht zuerst dieser Frage stellt, raubt sich seine grundsätzliche Energiequelle.

In der Tradition unseres Klosters, stehen am Geburtstag auf dem Frühstückstisch, Blumen, Süßigkeiten und ein Wort, das für das nächste Jahr zum Programm wird. Bei mir steht dieses Wort auf dem Hausaltar in meinem Zimmer und ist der stärkste Antrieb bei allen Fragen. Dieses Jahr: „Der Herr wird vor dir herziehen.“ Welche Ängste brauche ich da auf meinen Wegen haben? Jeder hat solche begleitenden Worte, die ihm einmal zugesprochen wurden. Nehmen wir sie als das was sie sind, der rote Faden unseres Lebens. Der zieht sich durch dick und dünn. Wo wir zuerst nach dem Wort des Herrn fragen, können wir stehen, auch wenn die Welt über uns zusammenbricht.

Werden nicht fast automatisch viele andere Fragen mitbeantwortet, wenn wir zuerst nach dem Wort des Herrn fragen?

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Leidenschaft kennt keine Schranken

Wenn ich leidenschaftlich gerne fotografiere, ist mir kein Aufwand zu viel, die Blume oder den Menschen, den ich ablichte ins rechte Licht zu setzen, damit die ganze Schönheit zum Tragen kommt.

Deinen Willen, mein Gott, tue ich gern, und dein Gesetz hab ich in meinem Herzen.“
Ps. 40, 9

Das was uns antreibt bestimmt unser Handeln und gibt uns die Kraft mit Widerständen umzugehen. Was wir gern tun, ist der Anfang unserer Leidenschaft. Es ist die Energiequelle, die zum Selbstläufer wird. Es ist das Feuer, das zum Flächenbrand wird. Das was ich gern tue, ist der Motor in uns der gestartet wird und nicht mehr aufzuhalten ist. Dazu brauche ich keine Einladung, keine besondere Aufforderung, da fängt sich etwas an zu bewegen aus einer inneren Schubkraft. Da glüht das Herz, für das was es liebt. Der Glaube ist solch eine Energiequelle. Wo die Liebe zu Gott überschwappt wird Leidenschaft geboren. Wo ich anfange für seine Gesetze zu brennen, bin ich bereits von ihm angezündet. Wo das Gesetz Gottes in mir glüht, werde ich nicht zum Paragraphenreiter, sondern bin von einer barmherzigen Liebe erfasst. Damit wird die ganze Erlösungskraft Christi in mir freigesetzt. Dieses Gesetz ist der Befreiungsschlag zu unserer Leidenschaft, die durch viele belastende Ereignisse in uns zugeschüttet ist. Den Willen Gottes tun wird zu einer unaufhaltbaren Aufbruchstimmung. Es ist gerade das Gegenteil von der Vorstellung die wir von Gott haben. Glaube macht das Leben nicht beschwerlich und mühsam, sondern setzt ursprüngliche Energien frei. Wer bei Glaube an Begrenzung und Einengung denkt, verscherzt sich den Kern seiner Leidenschaft. Glaube bricht das Eis und setzt Liebe frei. Aus dieser Liebe, aus dieser Leidenschaft, aus dem was ich gern tue überschütte ich das Leben. Da ist dann soviel Energie vorhanden, die sich von Widerständen nicht mehr aufhalten lässt. Gott zu lieben und seinen Willen tun, ist die größte Erweiterung, die ein Leben erfahren kann.

Wenn ich eine bemooste Kugel auf einem Birkenstamm fotografieren will, die mit Zapfen und Beeren zu einem floristischen Kunstwerk gestaltet ist, dann kenne ich kein Gesetz, die in Szene zu setzen. Die steht dann nicht einfach im Außenbereich und wir schnell mal mit dem Handy im Vorbeigehen abgelichtet, sondern da werden alle Register gezogen. Ein schönes Werkstück verlangt gebührende Beachtung. Dieses Objekt wird drinnen in einen Koniferenkranz vor einen Spiegel gestellt und mit zwei Strahlern von rechts und links ausgeleuchtet. Meine Leidenschaft für ein ausdrucksstarkes Bild lässt mich einen Aufwand betreiben, bei dem keine Mühe zu viel ist. Es fällt mir leicht, viele Hürden zu überwinden.

Wer den Glauben für sich als Energie entdeckt, brennt für die Liebe, brennt für das was aufbaut, brennt für das was lebendig macht. Gleichzeitig wird er mit dieser Energie, anders mit Schwierigkeiten und Krisen umgehen. Leidenschaft kennt keine Schranken.

Brennt dieses Gesetz in uns, dass uns die Mühen unserer Tage nicht zurückschrecken lassen?

Gott segne dich.

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Steh‘ auf und singe

Einem Gelähmten zu sagen, steh auf, nimm dein Bett und geh´ heim, ist beileibe kein Pappenstiel, wenn man weiß, wie viel harte Therapie nötig ist, bis ein Querschnittsgelähmter überhaupt einmal auf die Beine kommt, oder gar anfängt zu laufen.

Herr, du lässest mich fröhlich singen von deinen Werken, und ich rühme die Taten deiner Hände.“
Ps 92, 5

Wenn Gott Hand anlegt, sprengen Ketten, türmen sich Wassermassen auf zur Schlucht, dass dadurch ein ganzes Volk vor seinen Verfolgern entkommen kann. Da sprechen brennende Dornbüsche und verbrennen nicht, da haben brüllende Löwen schlagartig keinen Appetit mehr. Für normale Menschen sind Gottes Taten abnormal. Da sind Dinge möglich, die sind für unsere Augen und Ohren absurd. Da geht etwas, was unser Denken übersteigt. Unter seinen Werken erkennt der Mensch mit all seinem Wissen, wie wenig er weiß. Gott schöpft aus einem Topf, den wir nie ermessen können. Da sind die für uns unmöglichen Dinge möglich. Es setzt sich unverschämte Ziele und erreicht sie auch. Er bewegt sich in Räumen, die wir nur erahnen können. Die Werke und Taten des Herrn zeigen uns, dass wir nur winzige Bruchteile der realen, wahren Welt erfassen, von dem was für Gott Wirklichkeit ist. Wir sind voller Begrenzungen, Blockaden und Einengungen. Wir sind wie die Gelähmten, die ein Leben lang auf der Bahre liegen und gar nicht wissen, das eine Berührung von Jesus uns in neue Räume aufbrechen lässt. Wir beklagen unser gelähmt sein, unser abgeschnitten sein von einem bewegungsfreien Dasein, und lassen uns von anderen durchs Leben tragen. Dabei ist da einer da der berührt. Da ist einer, der das Blut in vollem Saft durch die Adern fließen lässt und die Muskeln straff macht. Da ist einer der vergeben kann und damit alle inneren Lähmungen auflöst. Da macht einer die Bremse auf, damit wir nicht mehr im Kriechgang dahinschleichen. Es werden Saiten angezupft, die noch nie einen Ton von sich gegeben haben. Wo ein Gelähmter wieder auf die Beine kommt beginnt ein Fest.

Wo dieses Wort „steh auf“ an uns ergeht, wird Leben zum Lob. Jeder Schritt wird zu einem großen Halleluja. Lobende Menschen sind aufgestandene Menschen. Es rühmen diejenigen, die den Mut haben gegen die bestehenden Realitäten anzuglauben. Wenn Christus da ist, können wir an das Unmögliche glauben. Betrachten wir die Lähmungen und Unmöglichkeiten unseres Lebens unter einem glaubenden Herzen, stehen uns alle Wege offen. Das geht nicht, gibt es dann nicht. Da ist keine Situation ein hoffnungsloser Fall. Da können wir über jeder Misere unverschämte Ziele setzen und werden uns wundern, wie wir dadurch neue Räume betreten werden. Da wird der angstbesetzte Alltag zu einem Ort, an dem ein Singen und Klingen anbricht. Wir werden Singen, wenn wir aufstehen und unser Bett unter den Arm nehmen.

Wie sehr nehmen wir den Ruf zum Aufstehen ernst, der unsere Lähmung auflösen will und uns zum Singen bringen.

Gott segne dich.

Die Glocke freut sich, wenn Dein Herz schlägt
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Auslegungen für jeden Tag
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