In Wohlwollen eingehüllt

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was geschützt ist, steht wie ein Fels in der Brandung.

„Er behütete sein Volk wie seinen Augapfel.“
5. Mose 32, 10

Der Augapfel genießt einen besonderen Schutz. Ein hochemfindliches Organ ist vor Gefahren eingehüllt. Damit es seine hoch wertvolle Aufgabe wahrnehmen kann, ist es von einer Höhle umschlossen.

Ein traumhaftes Bild für Gott und seine Erwählten. Wir sind dem Leben mit allen Gefahren ausgesetzt, wir stehen in Stürmen, die pfeifen, wir befinden uns an Abgründen, in die wir zu stürzen drohen, doch wir sind umhüllt. Den Mächten und Herausforderungen dieser Welt, sind wir nicht schutzlos ausgeliefert, wir sind in Erbarmen eingehüllt. In den Ängsten, vor dem Bösen unserer Tage, sind wir in Erlösung eingeschlossen. Alle Bedrohung, die uns die Luft zum Atmen nehmen will, stößt auf den Schutzwall Gottes. Nur das, was keinen Schutz erfährt, steht in der Gefahr im Hochwasser unterzugehen. Doch sein Volk, diejenigen, die er erwählt und berufen hat, sind von dem Christus-Mantel umschlossen. Mit dieser Umhüllung, sind alle Lebensfunktionen gewährleistet. Wir leben und erfüllen in voller Konzentration unsere Aufgaben. Wir stehen unseren Mann und unsere Frau. Wir brauchen vor nichts zurückschrecken, keine Schwierigkeiten können uns Angst machen. Wir brauchen uns nicht um unseren Schutz kümmern, das macht der Herr. Wir können uns voll und ganz den größten Gefahren des Lebens stellen. Wir können als Glaubende in dieser Welt auftreten, als die, die der Angst entgegen gehen. Wir brauchen uns nicht zu ducken, wir können „wie einer der zu siegen gewohnt ist“ (Bonhoeffer) unsern Weg gehen.

Wem nützt es, wenn wir uns ängstlich klein machen, wo wir von solch einer Macht umhüllt sind?

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Zorn putzt die Platte

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geballte Energie gegen die Zerstörung, schafft eine neue Plattform.

„Gott spricht: Ich will nicht immerdar hadern und nicht ewiglich zürnen.“
Jes. 57, 16

Mit dem Zorn Gottes haben manche so Ihr Problem. Sich den lieben Gott als ausrastendes Ungeheuer vorzustellen, passt nicht in das fromme Klischee. Doch was ist dieser Zorn? Gegen was richtet sich dieser? Zornig ist Gott auf alles, was aus seinen guten Ordnungen herausbricht, auf all das, was das Leben einengt und verkleinert. Der Zorn Gottes ist seine ganze Leidenschaft gegen das Böse. Mit seiner ganzen Existenz bäumt er sich gegen den, auf der Erde liegenden Fluch des Todes. Sünde und die Gottestrennung lässt sich nicht einfach mit einem Staubtuch wegwischen und dann ist wieder alles gut, sondern sie brauchen die geballte Faust. Gott kann sich nicht damit abfinden, dass Menschen unter ihren Verhältnissen leben und wertvolle Gaben brach liegen. In seinem Zorn, den Menschen seinen ganzen Reichtum zu erschliesen, liegt seine tiefe Liebe zu uns. Gottes Zorn endet am Kreuz. Dahin treibt ihn seine Liebe. Mit Jesus zieht Gott den radikalen Schnitt gegen den Bösen. Der Zorn hat sein Ziel erreicht.

Somit sind wir nicht mehr den Halbheiten des Lebens ausgeliefert. Mit Christus stehen uns alle schöpferischen Möglichenkeiten des Lebens offen. Es hat nicht mehr das Böse und alles was das Leben ausbremst das Sagen, sondern wir sind lebendig gemacht. Jetzt kann unser Leben wieder zu dem werden, was Gott hineingelegt hat. Wir brauchen uns nicht mit weniger zufrieden geben, als mit allem. Wir sind voll am Puls, von allem, was Gott ausmacht. Durch Christus können wir groß von uns denken, groß vom Leben, groß von der Macht, die er gegen das Böse, Negative und Zerstörerische hat. Durch den Zorn, sind wir frei, das ganze Leben auszuschöpfen. Wir sind nicht mehr machtlos den Schwierigkeiten des Daseins ausgeliefert.

Was tun wir heute, um nicht unter unseren Möglichkeiten zu leben? Wie sieht das für uns aus, diesen geschenkten Freiraum auszuschöpfen?

Welcher Hunger frisst uns?

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die Zugabe ist unser Reichtum.

„Ich bin arm und elend; der Herr aber sorgt für mich.“
Ps. 40,18

Der Herr sorgt, ist nicht nur der reich gedeckte Frühstückstisch. Wir dürfen das im im biblischen Sinn viel umfassender sehen. Wenn wir als arm und elend beschrieben werden, ist das der Gesamtzustand des Menschen ohne Gott. Alles Leben ist auf den Schöpfer bezogen, das ohne ihn in der Armseligkeit und Elend endet. Arm ist ohne Gott sein, ohne das Leben im eigentlichen Sinn zu sein. Im Herausgerissen sein von Gott verarmt der Mensch. Seine ganze Sorge um das tägliche Dasein, wird nie den Standard erreichen, den es in dem Lebensschaffenden hat. All unser Mühen und Sorgen kann lediglich das Irdische umfassen, doch nie in die umfassende geheimnisvolle Welt Gottes eindringen. Diese Begrenzung ist unsere Armut, ist das Abgeschnitten sein, unsere Gottlosigkeit. Ohne die Aktivität Gottes ist menschliches Leben dem Elend ausgesetzt. Das ist die Tatsache, mit der wir uns täglich in dieser Welt auseinander zu setzen haben.

Der Paukenschlag dagegen ist das „aber der Herr sorgt.“ Die Sorge für dieses Elend liegt in Gott. Gott erbarmt sich. Er beugt sich in diese Gottlosigkeit. In diese Armut, dass kein Mensch von sich aus zu ihm durchdringen kann, lässt er seinen Reichtum fließen. Er sorgt mit Christus, das wir an seinen Gaben, an seiner Fülle satt werden. Von Gott geht alles aus, das wir versorgt sind. Wo wir in Christus satt werden, ist für alles andere gesorgt. In dieses Heilsereignis hat Gott seine ganze Fürsorge für uns hineingepackt.

Das ist gerade für uns Glaubende wichtig, dass alle Hilfe von Chistus ausgeht, durch den sich Gott uns Menschen zuwendet, und nichts in unserm Sorgen liegt. Über unsere Armut kommen wir nur hinaus, wenn wir Gott sorgen lassen. Hier wächst die ständige Bereitschaft, sie diesem Sorgen hinzugeben und es zuzulassen. Es ist das Vertrauen, dass uns alleine Christus unseren Tisch reichlich deckt. Das kann unsere einzige Sorge sein.

Welcher Hunger soll uns heute auffressen?

Was leer ist, kann man füllen

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Lebensqualität hängt mit Wertschätzung zusammen.

„Wo Träume sich mehren und Nichtigkeiten und viele Worte, da fürchte Gott!“
Pred. 5, 6

Gott fürchten und wertschätzen hängt zutiefst mit Sinnerfüllung zusammen.

Ein junger Mann fragte seinen Meister: Was muss ich tun, um viel von dir zu lernen? Da stellte ihm der Meister einige Fragen, auf die er promt viele Antworten wusste. Er hatte ja schließlich auch schon einiges an Erfahrung gesammelt. Da nahm der Meister ein Glas, drückte es ihm in die Hand und fing an, aus einer Karaffe Wasser einzugießen. Als das Glas voll war, goß er immer weiter, dass alles auf den Boden spritzte. Der Junge schrie: Hör endlich auf, es läuft doch alles über! da sagte der Meister: Genauso ist es bei dir, alles, was ich dir beibringen könnte läuft über. Du bist so voll, da kann ich nichts mehr dazugießen.

Gottesfurcht ist eine Erwartung. Gott wertschätzen braucht leere Gefäße. Wir sind oft viel zu voll mit Nichtigem, mit billigen Worten. Unsere Zeit ist ausgefüllt mit viel Unnützem. Gott will Raum, damit er uns füllen kann. Er will tragen, dem Leben Sinn und Gehalt geben, er will seine ganze Schöpfermacht in uns hineininvestieren. Seine erneuernden Kräfte brauchen Platz, sein Christus sucht ein Zuhause.

Wie diese Heilkräfte an uns wirksam werden können, liegt in unserer Erwartung, in unserer Offenheit, in unserem leer sein. Die Ehrfurcht vor Gott setzt andere Schwerpunkte. Da können wir uns nicht nur durch den Tag treiben lassen, durch all die dringenden Verpflichtungen, die auf uns warten. Da braucht es bewusste Zeiträume, die das nichtige Hamsterrad durchbrechen. Gott wertschätzen hat mit Tages- und Lebensplanung zu tun. Zu all dem Dringenden, das von der Zeit bestimmt ist, muss das Wichtige kommen, das von meinen Werten getragen ist. Oft räumen wir dem Unwichtigen, das zeitlich drück, mehr Zeit und Raum ein, als dem, was dem Leben den eigentlichen Sinn gibt, aber unter keinem Zeitdruck steht. Für die Qualitäten, die Gott unserem Leben schenken will, braucht es leere Gläser.

Wieviel Nichtigkeiten stehen heute schon vor unserer Türe Schlange und wollen der Wertschöpfung Gottes den Rang ablaufen?

So sicher wie nie

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was sollten wir fürchten, wir können nicht vom Boden fallen.

„Sieht Gott nicht meine Wege und zählt meine Schritte?“
Hiob 31, 4

Vor was haben Menschen Angst? Wir könnten die Kontrolle über unser Leben verlieren? Es könnte wie bei Hiob, alles was uns lieb und wert ist wegbrechen und wir mit leeren Händen da stehen? Fürchten wir Einsamkeit, unsere Hilflosigkeit, dass bei manchem Elend kein Ende in Sicht ist?

Gott sieht! Es gibt kein Zustand, kein Weg, bei dem er nicht mittendrin steht. Seine Nähe ist beispiellos. Wissen wir, wieviel Schritte wir täglich machen? Gott zählt! Da geht kein Schritt daneben. In dem, was wir nicht mehr überblicken ist Gott präsent. Er hat die Nähe eines Armes, eines Beines von uns. Egal was ist, er ist ein Teil von uns. Oder anders: „Was sollten wir den Schiffbruch fürchten, wenn Gott das Meer ist.“ Wir können nie aus ihm herausfallen. Wir brauchen nie auf den Gedanken kommen, wir sind von allen guten Geistern verlassen. Unsere größten Stürme sind gottgeschwängert. Nichts ist ihm fremd, nirgends sind wir unsgesehen. Es ist immer reichlich Heil im Unheil. Es ist immer genug Auferstehung im Untergang. Es scheint mehr Licht, als die Dunkelheit ersticken kann.

Wir können mit Krisen anders umgehen. Wir haben auch dann noch Halt, wenn nichts mehr hält. Wir können dem Schreck in die Augen schauen. Wir brauchen in der Anfechtung nicht zerbrechen, sondern sehen gerade im Schmerz die Gelegenheit zum Wachsen. Weil Gott nahe ist, kann sich immer das Leben und nicht der Tod durchsetzen. Sein Nahesein gibt uns einen Lebensblick. Unsere Schritte gehen nicht ins Leere. Wir lassen uns nicht von menschlichen Grenzen bestimmen, sondern schaffen neue Realitäten, weil Gott in anderen Dimmensionen denkt. Weil Gott sieht, ist jede Schwierigkeit, der Anfang eine neuen Weges.

Wo stehen unser Herz und unsere Gedanken, wenn sie im Sturm nur bedrohliche Wellen sehen?

Heilige ticken anders

Kol. 3, 12-17
Menschen verstehen, heißt ihre Werte kennen. Werte steuern das Verhalten. Das Verhalten was wir sehen, ist die Auswirkung eines inneren Programms. Angenehmes oder abstoßendes Verhalten, liegt als Wert in den Tiefen eines Eisberges. Eisberge sind eigentlich Scheinblüten. Sie zeigen nur 10% der Wahrheit. Was oben rausschaut, geht unten neunfach weiter. Wenn es zwischenmenschlich knallt, ist der Zusammenstoß viel weiter unten. Das geschieht auf Ebenen, die keiner durchschaut und kennt. Es ist sehr interessant, sich einmal mit seinen eigenen Werten zu beschäftigen. Man kann sich und andere ganz anders kennen lernen. Neulich hatte ich dazu die Gelegenheit, beim Tag der Gelassenheit in Ulm. „Bestimmen sie aus 42 Werten die 5 Werte, die für Sie am Wichtigsten sind.“ Das waren für mich: Spiritualität, Verantwortung, persönliche Entwicklung,  Zusammenarbeit und Leistung. Dann gab es Familienglück oder Macht und Kontrolle, bei denen einer unbedingt Familie hochhält oder gerne Einfluss über andere bekommt. Werte, die wir innen definieren, zeigen die entsprechenden Handlungen außen.
Unser Text zeigt die Werte eines von Gott Auserwählten.
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1. So wertvoll wie nie

In eurem Herzen herrsche der Friede Christi; dazu seid ihr berufen als Glieder des einen Leibes.“
Fromm sein ist keine Entscheidung für den lieben Gott. Niemand bestimmt: ich will nach christlichen Werten leben. Wahre Christliche Werte kann man sich nicht aussuchen. Christ werden wir, weil Gott uns wählt. Gott beruft zu einem anderen Sein. Gott wählt uns zur Gemeinschaft. Er wählt uns, um seine Werte zu schaffen. Die Liebe in Person, investiert sich in das Wertesystem eines Menschen. Glaubende entwickeln nicht aus sich heraus Qualitäten; Gott legt sie hinein. Von Gott geliebt, ist die unverhältnismäßigste Wertschöpfung, die man sich denken kann. Diese Liebe macht heilig. Diese Liebe macht zum Körperteil seines Leibes. Diese Liebe implantiert Christus. Christus ist das Wertesystems eines Auserwählten. Dadurch sind wir in Gottes Augen heilig. In Christus sind wir jemand, der wir aus uns heraus nie sein könnten. Unser Selbstbewusstsein ist ein Christusbewusstsein. Wir sind wer, weil wir zur Verkörperung des Reiches Gottes berufen sind. Solche Werte machen wertvoll. Solche Werte schaffen außergewöhnliche Persönlichkeiten.
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2. So ganz anders angezogen

„Darum bekleidet euch mit aufrichtigem Erbarmen, mit Güte, Demut, Milde, Geduld!  Das Wort Christi wohne reichlich bei euch. Alles, was ihr in Worten und Werken tut, geschehe im Namen Jesu, des Herrn.“
Wertschätzung und Steigerung des Christusbewusstseins verändert Gewohnheiten. Frisches Denken, trägt frische Kleider. Wir handeln nicht in eigener Sache, wir handeln  im Auftrag. Das Wertekonzept des Paulus, als einstiger Christenverfolger und -verächter, wurde radikal auf den Kopf gestellt und machte ihn zu einem Verfechter der jungen Gemeinde. Das ist mehr als ein Sinneswandel im Kopf. Da spielt sich sehr vieles auch auf emotionaler Ebene ab. Da rumort es zwischen grundlegenden menschlichen Bedürfnissen und tiefen inneren Überzeugungen. Wo Gott in diese Schichten eindringt, wird die Grundeinstellung zum Leben umprogrammiert. Da verändern sich unsere Glaubenssätze.Da wird aus: „das kann ich nicht, dazu sehe ich mich nicht in der Lage,“ ein: „ich mache es, ich kann es, durch den der mich mächtig macht.“
Das Wort formt diese Umwandlung von grundlegenden Einstellungen. Wort und Sakrament wirken in uns andere Verhaltensweisen. Wo das Wort nicht reichlich in uns eingeht, fehlt der Programmcode für die Verkörperung des Leibes. Wo nicht in unserer tiefen Bedürfnisebene Christus Zuhause ist, kann kein geheiligtes Verhalten entstehen. Ein Christus den wir nur bekennen, vom dem wir nur auf der intellektuellen Ebene wissen, generiert fromme Schwätzer. Verändertes Tun, entsteht nicht durch das von Christus-Wissen, sondern durch das Christus-Wohnen in uns. Was in uns eingeht, was durch uns hindurch geht, hat die prägende Kraft, die zur Handlung wird. Das was unser aktives Mensch sein ausmacht, geschieht in dem Namen, der bei uns aus und eingeht. Die neue Kleidermode heißt: „aufrichtiges Erbarmen, Güte, Demut, Milde und Geduld. Was sind das für herrliche Eigenschaften! Menschen können sich mit Disziplin viel antrainieren, aber nicht das, was nur Christus bewirkt. Diese Werte sind die neue Mode, mit denen er seine Heiligen anziehen will.
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3. So vollkommen frei

„Ertragt euch gegenseitig und vergebt einander, wenn einer dem andern etwas vorzuwerfen hat. Wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr! Belehrt euch in aller Weisheit. Vor allem aber liebt einander, denn die Liebe ist das Band, das alles zusammenhält und vollkommen macht.“ 
Werte dienen dazu, dass Miteinander gelingt. Bei der Fa. Google, mit ihren weltweit 52 000 Mitarbeitern,  gibt es einen Wert: „Sei nicht böse!“ egal was kommt, an den sich die Mitarbeiter halten. Je klarer die Werte, umso eindeutiger die Handlungen.
Diese Werte, die Paulus hier der Gemeinde ans Herz legt, wären ohne die göttliche Erwählung eine moralische Zumutung. Wer so etwas fordert, würde überfordern. Ich hoffe, uns ist deutlich, dass die Spitze des Eisberges ein tiefes Inneres hat. Das Verhalten an der Spitze, entsteht nicht oben. Das was Christsein anders macht, ist kein besserer Mensch zu sein, sondern der Christus, im Fundament des Eisberges. An dem, wie wir uns verhalten, erkennt man, wie viel Wort in uns wohnt. Wir sind dazu berufen, heilige Wege zu gehen, in unheiliger Umgebung. In uns lebt eine andere Realität.
Wer getragen ist, kann tragen, kann ertragen. Ertrage deinen Bruder, vergebe deiner Schwester. Wir können tragen, weil Liebe das Belastende in einer Gemeinschaft verbindet. Wer wertgeschätzt ist, kann den Schwachen wertschätzen und ertragen. Wo Gott sich mit Schuld versöhnt hat, brauchen wir nicht mehr mit aufrechnen anfangen. Vergeben statt Vorwerfen. Was passiert denn, wenn wir dem anderen sein Versagen vorwerfen? Wir beißen uns an seiner Schuld fest. Wir halten uns an dem auf, was wir eigentlich los haben wollen, was wir gerne verändert hätten. Die Folge ist Groll, Frust, Magengeschwür. Das Wundermittel dagegen heißt: Vergeben.
Und es heißt auch, mit aller Weisheit belehren. In der Weisheit stecken auch wieder die Werte Gottes, mit der wir belehren. Es ist die vollkommene Liebe, die auf den anderen hilfreich zugeht. Vergebung ist der Wert, der den Weg frei macht, damit Miteinander wachsen kann. Je schneller wir vergeben, je weniger wir einander vorwerfen, umso stärker entfaltet sich die Liebe, die vollkommen werden lässt, d.h. gesund werden lässt, heilt und verbindet. Gott hat diesen Wert geschaffen. Er wählt, er liebt, er vergibt. Das sind die Werte von Reich Gottes, von Gemeinde, und funktionierendem Miteinander. Wir können großzügig vergeben, vergessen, abhaken und uns und andere zu einem Neuanfang befreien.
So gelingt Gemeinschaft in einer unheilige Welt. Gott schenkt uns jeden Tag eine Frische, als sei nie etwas gewesen. Heilige ticken dort wo es menschelt anders.
Welche Werte können die Menschen an uns entdecken, wenn sie die Spitze unseres Eisberges sehen?
Amen.

Erinnerung rettet das Glück

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ein Glückstagebuch trägt durch schwierige Zeiten.

„Gedenkt des Vorigen, wie es von alters her war: Ich bin Gott und sonst keiner mehr, ein Gott, dem nichts gleicht.“
Jes. 46, 9

Betreibe ein positives Erinnerungsmanagement. Bei jedem Urlaub machen wir jede Menge Bilder, die wir uns immer wieder einmal anschauen. Unser Gehirn ist so angelegt, dass in dieser Rückerinnerung an unvergessliche Tage, auch wieder die Emotionen aufsteigen lassen, die wir damals hatten. Wir retten etwas von dem damaligen Glück ins Heute. Manche schreiben Tagebuch, oder ein Glücks- und Dankestagebuch, um gezielt gute Erlebnisse festzuhalten. Wer schreibt, der bleibt.

„Gedenke des Vorigen.“ An den Tagen, an denen uns die Decke auf den Kopf fällt, nichts mehr zum Freuen da ist, das Leben uns in die Verzweiflung treibt, sollen wir uns zurückerinnern. Wir sollen das bereits Gute, das wir erlebt haben, genau jetzt wieder aufleben lassen. Gedenken wird zum Lebensretter, zum Aufbauer. Wenn unser Glaube in die Krise kommt, erwacht er daran, dass wir gedenken, was wir für einen Gott haben. „Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war das Licht der Menschen.“ Aus Johannes. „Ich bin Gott und sonst keiner mehr.“ Das ist eine Institution ein Vermächtnis, darin liegt alles, was das Leben ausmacht. Es gibt keine größere Macht, die Leben immer wieder erneuert und aufbaut. Wir haben das so oft erfahren, wir haben es erlebt und jetzt wo wir unter anderen Eindrücken und schlechten Erfahrungen stehen, sollen wir uns daran erinnern. Wir sollen es in den jetzigen Augenblick zurückholen. Wir leben davon, dass wir uns immer neu den Christus vergegenwärtigen.

Um kraftvoll, hoffnungsvoll leben zu können, brauchen wir eine tragfähige Erinnerungskultur. Das, was wir festhalten, hilft zum Überleben. Im Gedenken greifen wir nach der Hand Gottes, die immer nach uns ausgesteckt war. Wir haben das Wort, das aufgeschriebenes Handeln Gottes ist. Es ist das Tagebuch der Einmaligkeit. Eine Erinnerung an das Heil, das sich im Augenblick des Gedenkens, an uns verwirklicht.

Erinnerungen haben eine starke, lebenserhaltende oder auch vernichtende Macht. Welchen Gedanken wollen wir Raum geben, um schweren Zeiten zu überstehen?

Der Angst entgegen

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wer einen Vater hat, hängt nicht in den Seilen.

„Sie werden weinend kommen, aber ich will sie trösten und leiten. Ich will sie zu Wasserbächen führen auf ebenem Wege, dass sie nicht zu Fall kommen; denn ich bin Israels Vater.“
Jer. 31,9

Über dem Sonntag Kantate steht die ganze Liebkosung Gottes. Ich bin der Vater. Ich bin der, der dich ausgewählt hat. Ich bin der Kümmerer. Sehr betonenend zählt er auf wer er ist und was er will. Er will trösten, leiten, zu Quellen führen, alle Wege gangbar machen und Fallen verhindern. Gott als persönlicher Coach. Genau dort, wo unsere Engpässe sind, wo die Lasten des Lebens uns zum Weinen bringen, wo wir unter unserem Erdendasein leiden, wo manche Schmerzen kein Ende nehmen, steht sein „ich will!“ Gott weiß, was es auszuleiden gibt. Der Vater kennt menschliche Grenzen. Ihm sind die Angst und Zweifel nicht fremd. Er kennt die Berge vor uns und die Durststrecken, die auslaugen. Denen vom Leben Gezeichneten, die weinend kommen gilt sein „ich will.“

Wenn Gott tröstet, durchbricht er den Schreck. Wir sind nicht die Ausgelieferten. In Amerika gibt es eine flache Gegend ohne Hügel und Bäume, in der ab und zu heftige Stürme toben. Von weidenden Kühen, die in diesen Sturm geraten, überleben das oft nur die Hälfte. Dann gibt es in der gleichen Gegend auch wilde Büffelherden, von denen nur ein paar Schwache, den Sturm nicht überleben. Das Geheimnis dafür ist, die Kühe sind dem Sturm davongelaufen und wurden lange von ihm getrieben, bis sie erschöpft zusammengebrochen sind; die Büffel sind in den Sturm hineingelaufen und waren dann in kürzerer Zeit, mit etwas mehr Anstrengung durch und hatten es überstanden.

Wenn unsere Stürme kommen, brauchen wir nicht davonlaufen, sondern haben die Kraft eines Vaters, der Angst entgegen zu gehen. Ich bin der Vater, ich bin Christus, der Weg, ich bin der, der durchführt.

Wenn der Tröster da ist, nach was ist es uns zumute? Wollen wir noch weinen oder dem Herrn ein neues Lied singen?

Gib dem andern was er braucht

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„Hass erregt Hader; aber Liebe deckt Übertretungen zu.“
Spr. 10, 12

Masaru Emotu ist ein Wissenschaftler, der Wasser erforscht. Er hat festgestellt, dass jeder Wassertropfen Informationen speichert, wie eine Speicherkarte. Diese gespeicherten Informationen lassen sich im gefrorenen Zustand darstellen. So fotografiert er Wasserkristalle. Er machte Bilder von Wasser, das in einem Glas war, auf dem Liebe stand und andere auf dem Hass stand. Das Ergebnis war faszinierend und erschreckend. Kristalle aus Liebe waren gleichmäßige, wunderschöne Kunstwerke, die Kristalle, die aus dem Haasglas entstanden, waren hässliche, deformierte Klumpen.

Hass und Liebe sind gewaltige Mächte, die über Lebensqualität entscheiden. In ihnen liegen Wachstum oder Zerstörung. Hass ist nicht nur ein schlechtes Wort, sondern eine zerstörerische Gewalt. Hass sind Schwingungen, die erregen, aufbäumen, Widerstand auslösen, und jegliches Miteinander zugrunde richten. Hass ist Gift, Lebensentzug, Mord und Tod. Hass ist das Gegenteil von Gott. Wir kennen das alle, was so kleine Gehässigkeiten und Sticheleien für Schaden anrichten.

Das was Leben aufbaut und fördert ist die ureigenste Eigenschaft Gottes, die Liebe. Eigentlich ist das Wort Liebe total verbraucht und aus seinem eigentlichen Wert herausgelöst. Liebe wächst am Herzen Gottes und ist sein ganzes Erbarmen zu Menschen, sie ist das reine Evangelium. Liebe ist ein Zudecker. Sie gräbt nicht nach den Ungereimtheiten des Lebens, sondern sucht das was aufbaut. Übertretungen, dem, was aus dem Ruder läuft, begegnet sie nicht mit Auflehnung, Abwehr und Hass, sondern sucht das Verbindende. Fehler sind kein Grund, dass Miteinander auseinander geht. Die Liebe betreibt ein ganz anderes Fehler- und Krisenmanagement – zudecken. Liebe will das Leben, will verbinden, das geschieht nicht in Konfrontation sondern in Vergeben, in nicht anrechnen, in Schwächen einkalkulieren und ertragen. Die Liebe denkt vom anderen aus; was braucht er jetzt, was hilft ihm in seiner Situation, was dient zu seinem Besten.

Ein starkes Programm. Wir selber haben die Macht, den anderen zu fördern und zum Leben zu erwecken oder ihn in Grund und Boden zu versenken.

Wie würden sich die Kristalle formen, aus den Worten, die wir reden, aus den Handreichungen, die wir geben?

Wer möchte kann diese Lebenseinstellung noch mit 24 goldenen Regeln vertiefen.

https://www.evernote.com/shard/s297/sh/d9cafaa3-d693-4f3a-b568-08c9b2e9cec9/1a5aaaad32235b63cfed1b79232c33cf

Über sich hinauswachsen

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über uns, steht eine viel größere Welt.

„Ich bin´s, dessen Hände den Himmel ausgebreitet haben und der seinem ganzen Heer geboten hat.“
Jes. 45,12

Gott präsentiert sich als geniales Verkaufsgenie. Im größten Selbsstbewusstsein stellt er sich vor, was er ist und was er hat. „Ich bin und ich habe…“ Ich habe über der Welt in der ihr lebt einen Himmel ausgebreitet. Einen viel größeren Horizont, als ihr in eurem Dasein ermessen könnt. Da ist noch eine Zusatzwelt. Die Erde ist wie ein Eigelb vom Eiweiß umhüllt. Um den kleinen Atomkern kreist in großen Abstand ein ganzes Universum. Himmlische Heerscharen sorgen für den reibungslosen Ablauf des Guten, was Gott geschaffen hat. Eine Schar von Engeln haben den Auftrag, die Erde auf Händen zu tragen und zu bewahren.

Dieser ausgespannte Himmel über uns, verändert unser Dasein total. Wir stehen nicht in der Perspektive der Erde, sondern des grenzenlos weiten Raumes über uns. Unser Dasein, unsere Schwierigkeiten, unsere Ängste sind nie das Letzte. Unser Weltblick hat eine ganz andere Sichtweise. Genau an unseren Grenzen beginnt etwas Großartiges. Wo wir am Ende sind, fängt das Eigentliche an. Der Himmel über uns, ist die Überwindung der Schwierigkeiten. Die Probleme und Herausforderungen die wir haben, wollen uns in eine ganz andere Welt hineinwachsen lassen. Wir haben keinen Grund unter Lasten zu zerbrechen, denn da geht´s erst richtig los. Probleme und Lebensengpässe sind keine Sackgasse, sondern die Eingangstüre in eine Welt, in der wir über uns hinauswachsen. Wer in den Schwierigkeiten aufgibt, lebt mit dem Blick auf die begrenzte Erde. Bei demjenigen, über dem der Himmel ausgebreitet ist, liegt in den Schwierigkeiten, das größte Potential von Wachstum, Lebensentfaltung und Gotteserfahrung.

Der Himmel ist ausgebreitet, die Engel Gottes startklar. Wir haben zwischen Himmel und Erde die Wahl.