Reichtum ist fließende Liebe

Wer Geld liebt, wird vom Geld niemals satt, und wer Reichtum liebt, wird keine Nutzen davon haben.
Pred. 5, 9

Beim Thema Geld haben Menschen weit größere Probleme als Gott. Viele Glaubende haben schlechte Glaubensätze über Geld und verteufeln es geradezu. Geld ist dreckig, Geld verdirbt den Charakter, Geld sorgt für das Elend in der Welt. Dabei hat Gott gar kein Problem mit Geld. Die Bibel spricht hier mit keinem schlechten Wort über Geld. Wie sollte ein Gott des Überflusses ein Problem mit Geld haben? Gott ist Reichtum und Fülle. Er verschenkt sich maßlos. Wie sollte Gott sich über die Armen, die nichts haben erbarmen, wenn er nicht reich wäre? Viel haben, ist Voraussetzung um geben zu können. Gott sortiert Geld und Reichtum nicht in Gut und Böse. Für ihn ist es selbstverständlich, dass wir Geld und Gut brauchen, um leben zu können. Überfluss ist für Ihn das, was es in Wirklichkeit ist; ein überfließen von dem was man hat, um andere damit zu bereichern.

Geld wird zum Problem, wenn zu wenig davon da ist. Wo wir tagtäglich um das Minimum kämpfen müssen, wird Geld zum großen Thema. Wie kann ich mehr verdienen? Wie kann ich mich besser absichern? Wie komme ich durch? Geld bekommt eine Größe, die das Herz auffrisst. Wir sind dann auf materielle Dinge fixiert und nicht mehr offen für Gott. Das Problem liegt nicht im Geld, sondern im Menschen. „Wer Geld liebt“ zeigt, woran das Herz hängt. Geld ist dort ein Problem, wo es zum Platzhalter für Gott wird. Unser Schatz ist nicht das, was wir auf dieser Erde zum Leben brauchen, sondern der, in dessen Händen unser Leben liegt. Echter Reichtum wird in fließender Liebe gemessen. Damit vermehren sich die Gaben Gottes.

Gieren wir nach Reichtum, oder verschenken wir unsere Gaben, um reich zu machen und damit selbst reich zu werden?

Gott segne dich an diesem Sonntag.

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Folge deinem Ruf

Du sollst der Menge nicht auf dem Weg zum Bösen folgen.
2. Mose 23, 2

Bleibe hellwach bei dem, was von Gott kommt. Dieses Gebot will uns für das Wesentliche scharf machen. Ruckzuck stehen wir in der Gefahr, durch das alltägliche abzudriften. Wir sind so sehr vom Dringlichen gefangen, all die vielen Verpflichtungen, dass wir das Wichtige aus den Augen verlieren. Wir sind gefangen in unserem Geld verdienen, Familie, Kinder, Eigenheim, bewegen uns im Hamsterrad, das sich immer schneller dreht und schaffen es nicht, die Frage zu beantworten, weshalb wir überhaupt hier sind. Wozu bin ich geschaffen, was ist mein Auftrag in dieser Welt? Diese wichtigen Fragen werden dem Dringlichen geopfert. Das Tempo wird erhöht, ohne zu fragen, ob überhaupt die Richtung stimmt. Wir sind so überlenkt, dass der Geist der Inspiration nur den Rentnergruß sieht: Keine Zeit, keine Zeit!

Gott will diesen Wahnsinn durchbrechen. Er schüttelt die Glaubenden durch und drängt sie, fest in der brüderlichen Liebe zu bleiben. Er will ein Schneise in die tägliche Raserei schlagen. Nicht dem Bösen folgen, ist das bewusste sich distanzieren, von all dem was nicht Gott und das Leben treibt. Es ist das sich selbst infrage stellen, was mache ich hier gerade. Hat das mit meinem Sinn und meiner Berufung zu tun? Ist mein Leben Lobpreis oder werde ich von Streit und Unfrieden durch meine Tage getrieben? In guten Zeiten habe ich etwas von der großen Liebe und seligen Hoffnung erfahren, die mich auch heute noch in aller Aufregung begeistern will. Gott will an den stillen Stellen seinen Anker auswerfen und sucht die, die ihren starren Rhythmus unterbrechen lassen. Er sucht die, die nicht dem folgen, was alle tun, sondern die, die den zarten Unterbrechungen des Geistes folgen, um für etwas viel Größeres im Leben offen zu sein.

Was tun wir, um viel mehr der Stimme unserer Berufung zu folgen?

Gott segne dich.

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Du kannst viel mehr wagen

Er wird auftreten und sie weiden in der Kraft des Herrn.
Micha 5, 3

Ohnmacht ade! Hier steht Glaubenden eine gewaltige Energiewende bevor. Christsein lebt nicht aus eigener Kraft, sondern ist geweidet werden in der Kraft des Herrn. Der Glaube grast Vollmacht. Er wird zur Schaffenskraft geführt. Wenn Gott die Erde betritt, umsorgt Christus die Menschen. Damit werden alle Kräfteverhältnisse verschoben. Da zählt nicht, was ein Mensch aus eigener Kraft auf die Beine stellen kann oder nicht, da entlädt sich Fern-Energie. Wo Christus auftritt, tritt Vollmacht in Ohnmacht. Dahinter verschwinden die Drohgebärden derer, die Gewalt als Führen mit Macht verstehen. Der in der Kraft des Herrn führt, bezwingt mit Liebe den Hass. Gott führt mit größter Wertschätzung. Unter seiner Führung baut er Menschen auf, gegen ihre Angst anzutreten. Wer in dieser Kraft geweidet wird, wächst über seine Kleinheit hinaus.

Frischauf, ihr Hochbetrübten, der König kommt mit Macht, besingt Johann Rist. Damit geht der Turbolader des Glaubens an. Wer Vollmacht grast, schreckt nicht vor den Herausforderungen des Lebens zurück. Der hat die Kraft, sich seine Widrigkeiten verwandeln zu lassen. Da sind die harten Schläge nicht mehr die Knüppel, die außer Kraft setzen, sondern zur Kraft in Ohnmacht werden. Da wird der Schmerz zum heiligen Engel, der im Zerbruch zur Reife führt. Wer in Kraft geweidet wird, kann seine Angst zum Freund machen. Wo uns die Angst zurückhalten will, weil beim nächsten Schritt unsere Kräfte versagen könnten, das Hemd zu kurz ist, oder die Erfahrung fehlt, sagt der in Kraft Geweidete: Komm, jetzt geht´s erst richtig los. Diese Kraft lehrt selbst die Angst das Fürchten.

Welchen Schritt können wir jetzt durch dieses Kraft wagen?

Gott segne dich.

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Lass dich nicht ablenken

Ihr sollt den Herrn, euren Gott, nicht versuchen.
5. Mose 6, 16

Das Ergebnis von Leben ist, vollkommen in Gott zu sein. Darin liegt Reichtum, Fülle, Schönheit und Heil. Man kann eine mathematische Gleichung aufstellen. Die Erfüllung des Lebens = (ist gleich) der Mensch in Gott – (minus) Ablenkung. Was unseren Glauben und unser Leben schwächt, ist der Grad der Versuchung. Wir stehen ständig in der Gefahr, uns von dem Wertvollsten unseres Lebens ablenken zu lassen. Da kommt irgendein Impuls, ein Reiz und wir sind mit unseren Gedanken schon wieder weg vom Fenster. Unsere Fokussierung auf das was wir wirklich sind, ist lahmgelegt. Das Gottesvolk in der Wüste, lässt sich durch Sand, Stürme und Hitze ablenken, von dem, wie sie Gott aus ägyptischer Gefangenschaft rausgehauen hat. Sie sagten sich, wenn unsere Tage so trocken und staubig sind, soll da wenigstens was anderes strahlen. Sie legten ihren Schmuck zusammen und schmolzen sich daraus ein goldenes Kalb. Welch Glanz in unserer armen Hütte. Dieses Trostpflaster hat ihren Glauben ausgelaugt.

Ablenkungen bringen aus dem Konzept. Wenn wir am Computer einen Brief schreiben und uns voll auf unseren Schreibpartner konzentrieren, läuft im Hintergrund ein Email-Programm. Plötzlich ein Gong, am rechten Rand poppt eine Infonachricht auf, in der Taskleiste ein kleines Briefchen und der Mauszeiger verändert sich. Wir sind sofort raus. Dann noch auf dem Handy eine neue Whatsapp – So ein Quatsch, stellt diese ganzen Unterbrechungen ab! Wehrt euch gegen alles was den Glauben schwächt. Sei dir bewusst, dass dich Gott ganz durchdringen will, bevor sonst etwas dich beeinflussen will. Fastenzeit will die Konzentration stärken.

Was muss ich abschalten, dass mein Glaube nicht versandet?

Gott segne dich.

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Hier ist dein Herzblatt

Fürchte dich nicht, du von Gott Geliebter! Friede sei mit dir! Sei getrost, sei getrost!
Dan. 10, 19

Du schaffst das! Lass dich nicht beirren! Nichts kann dir Angst machen! Du bist absolut sicher! Fast schon hypnotisierend macht Gott Mut. Er tut so, als wüsste er nicht was wir durchmachen. Oder vielleicht redet er gerade so, weil wir so schreckhaft sind. Er spricht dem Frieden zu, der sich in seiner Haut nicht sicher fühlt. Dem, der Herzlosigkeit erfährt, nähert er sich als Liebhaber. Er tröstet den, der tagtäglich das Gegenteil einer friedlichen Welt erlebt. Solcher Zuspruch kommt nicht aus der Welt, die aus allen Wunden blutet. Dieser Friede, der hier ein neues Lebensgesetz installiert, kommt aus einer anderen Welt. Da schlägt Gott sein Zelt auf, mitten unter den Menschen. Wenn Friede ins Leben kommt, wenn in mir etwas ganz tief zur Ruhe kommen kann, kommt Gott selbst. Friede in mir, ist kein entspannter Zustand, in den ich versetzt werde, sondern da fällt Christus in ganzen Leidenschaft über mich her.

Dabei geschieht ein doppeldeutiges „Fürchte dich nicht!“. Fürchte dich nicht, wenn dich Gott von oben, von unten, von allen Seiten umarmt. Lass es zu, dass einer einen Narren an dir gefressen hat. Du bist umschwärmt vom Liebhaber des Lebens. Du bist das Herzblatt des Allmächtigen. Der, der diese Welt aus den Angeln gehoben hat, will in all deinen Gedanken und in jedem deiner Atemzüge spazieren gehen. Fürchte dich nicht, wenn du die Welt von einer ganz anderen Seite erlebst. Du kannst deine Hölle nur ertragen, weil ich dich liebe. Darin wirst du unerschütterlich, darin bist du getröstet, darum kannst du stehen, wenn alles fällt. Du schaffst das!

Wo dieser Friede uns an die Brust zieht, wovor sollten wir da noch Angst haben? Wo können wir dadurch noch viel mutiger werden?

Gott segne dich.

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Die Brücke aus Licht

Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend und meiner Übertretungen, gedenke aber meiner nach deiner Barmherzigkeit, Herr, um deiner Güte willen!
Ps. 25, 7

Zwei Lebensentwürfe prallen aufeinander. Der, den wir aus unserem Leben machen und der, den sich Gott von uns gedacht hat und der möglich wäre. Ein himmelweiter Unterschied zwischen dem was ist und dem, was hätte sein können. Wie viele kommen am Ende ihres Lebens zu der Erkenntnis: Ich habe mich zu viel von Widrigkeiten bestimmen lassen, andere haben mich zurückgehalten, mehr zu riskieren. Ich hätte viel mehr lieben können, ich habe mich zu sehr von Problemen abschrecken lassen. Der Psalmbeter macht solch eine Meditation über sich selbst. Er macht dabei ein heilsames Experiment. Es setzt seine Versäumnisse, seine unglücklichen Erfahrungen mit Gott in Beziehung.

Ich lade euch zur Meditation über euer Leben ein. Wählt einen stillen Ort, gönnt euch 20 Min., setzt euch entspannt hin und atmet 3x kräftig durch die Nase ein und durch den Mund wieder aus. Dann seht vor euch eine Brücke, voller goldgelbem Licht. Über diese Brücke verläuft euer Leben. Dann geht an den Stationen eures Lebens zurück, bis zu eurer Geburt. Ihr geht vorbei an die vielen Ereignissen, die eurer Leben schmerzlich geprägt haben. Trennungsschmerz, Verlustängste, eigenes Versagen. Im Leib eurer Mutter, am Ursprung, wo ihr aus dem Licht in das Leben einsteigt, geht ihr diesen Weg zurück, an den Stationen vorbei, wieder bin an den heutigen Tag. Dabei lass an jeder Station die Barmherzigkeit zu, die dich mit deinen schmerzhaften Lebenspunkten versöhnen will. All diese Lebensereignisse gehören zu dir und wollen dich durch die Barmherzigkeit in die Vollkommenheit führen. Diese Brücke aus Licht ist Christus.

Sind wir bereit für diese Reise, die aus Mangel Herrlichkeit schaffen will?

Gott segne dich.

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Lebe, wenn´s bitter schmeckt

Jeremia 20, 7 – 11

Dettingen; Parkplatz am Friedhof. Eine heikle Situation, wenn die mobilen Ordnungshüter, den 40 km-Übertretern, sehr tief in die Augen schauen. Da gibt es kostspielige Passbilder für einen zu saloppen rechten Fuß. Biedere Beamte erfüllen im Auftrag ihrer Dienststelle ihre Pflicht. Sie lieben Blumen und beenden oft ihre Schicht mit einem Einkauf im Blumenhaus. Verwunderlich! …denn zu lachen hatten sie nichts. Der Lohn ihrer Arbeit ist verächtlicher Spott. Pure Aggression dringt von außen durch ihre Fensterscheiben. Sie ernten den geballten Unmut, der sich gegen diese staatliche Abzocke richtet.

Jeremia, unterwegs im Namen des Herrn, leidet unter ähnlichem Schicksal. Rache- und Mordgedanken folgen seinem Prophetendienst. Innerlich mürbe, hadert er mit seinem Gott.

1. Gedrängt

Herr, du hast mich überredet, und ich habe mich überreden lassen! Du bist stärker als ich und hast den Kampf gewonnen.  Wenn ich mir aber vornehme: „Ich will nicht mehr an den Herrn denken und nicht länger in seinem Namen reden“, dann brennt dein Wort in meinem Herzen wie ein Feuer, ja, es glüht tief in mir. Ich habe versucht, es zurückzuhalten, aber ich kann es nicht!

Jeremia kämpft mit seinem Gott: „Gott, gegen dich habe ich keine Chance. Da kommt ein Ruf auf mich zu, gegen den, kann ich mich nicht wehren. Wenn du redest, tue ich Dinge, vor denen ich normal zurückschrecke. Gott ruft, und in einem Menschen brodelt es. Gottes “geh-mit-mir“ ist wie ein Anschlag. Es ist, wie wenn er in größter Selbstverständlichkeit in seine Werkzeugkiste greift, den passenden Schraubenzieher herausholt und dann seine Arbeit macht.

Gott überwältigt in seinem Reden; er überredet in seinem Handeln; er überzeugt in seinem Hingeben.  Lauter „Übers,“ die ein Darunter des Menschen verdeutlichen. Da kommt ein Charme, der unbestechlich ist. Dahinter steckt der Wille dessen, der ein Wort spricht und es geschieht. Die Macht hinter solch einer Sendung ist so stark, dass es nichts zu diskutieren gibt. Von Gott gegriffen sein heißt, an Aufgaben gestellt werden, die wir uns nicht aussuchen würden. Da ist keiner der nett fragt: „würdest du bitte mal hier den Prophetendienst übernehmen?“ „Wer hat Lust, sich für mich die Hände dreckig zu machen?“ Da kommt ein Ruf mit ganzer Wucht und lässt gar keine andere Wahl.

Voigt sagt: „Gott hat den Jeremia durch das Übergewicht seiner Allmacht zu Boden gedrückt.“  Wo Gott überredet, ist das nicht immer gemütlich und angenehm. Jeremia hatte einem Volk Gericht und Untergang voraus zu sagen; das ist gewiss kein Zuckerschlecken. Wer klopft anderen schon gerne auf die Finger? Wer macht mit Freude den Spielverderber? Wer kassiert freiwillig die Prügel?

Irgendwann kratz das. Die Spannung einer Berufung, kann an den Punkt kommen, alles hinzuschmeißen. Jeremia leidet an seinem Auftrag, trotz starker Zusage in der Tasche – Gott wolle ihn zur Festung, zur eisernen Säule, zu einer uneinreißbaren Mauer machen. „Ich will nicht mehr!“ „Weder an Gott denken, noch von ihm reden.“ Doch Gott einen Laufpass geben wollen, sticht ihm ins Herz. Abkehr von Gott hat organische Folgen. „Dein Wort brennt wie Feuer in meinem Herzen, es glüht tief in mir. Ich kann es nicht zurückhalten.“ Einen Beruf kann man wechseln, einen gottgegebenen Auftrag nicht. Da muss man dann die innere Stimme mit Gewalt abwürgen und das macht krank.

Wo Gott beauftragt gibt es keine Alternative. Gott überredet; sehr oft zu ungemütlichen Kreuzwegen.

2. Gehasst

Und nun werde ich lächerlich gemacht – tagaus, tagein; alle verhöhnen mich! Denn sooft ich das Wort ergreife, schreie ich: „Zerstörung erwarten euch!“ Deine Botschaft bringt mir nichts als Hohn und Spott. Ich höre viele hinter meinem Rücken tuscheln: „Von ihm hört man nichts als Schreckensmeldungen!

Gottesboten kratzen am Mainstream. Sie sind keine Verkäufer, bei denen der Kunde König ist. Hier ist der Konflikt vorprogrammiert. Jeder spürt – bewusst oder unbewusst – hier will Gott am Lack kratzen. Dieser starke Anspruch fordert die Unwilligen heraus. Er stört die Kreise, der mit sich Zufriedenen. Jeder Prediger sticht in ein Wespennest, wo er das „Gott recht geben“ fordert. Verkündiger sind unbequeme Zeitgenossen, weil sie der Gottlosigkeit nicht zuschauen können. Sie sind Miesmacher, wo sie Harmoniesüchtigen ihre heile Welt zerstören. Der Lüge sind sie ein Dorn im Auge, weil Wahrheit entlarvt.

Jeremia musste gegen die Heilspropheten antreten, die den Menschen nach dem Munde redeten. Es sind die, die sagen: Lehne dich zurück und entspanne dich. Sei zufrieden mit dem was du hast, es passt schon alles. Fange ja nicht mit denken an, sonst kommst du vielleicht noch auf dumme Gedanken. Im Auftrag des Herrn, sind da Wachrüttler, die falsche Beruhiger bloßstellen. Solch eine Aufgabe ist Stress. An den Glaubenden entlädt sich die Gottesauflehnung. Auf sie prallt der Unglaube. Sie ernten den Spott, der gegen Gott gerichtet ist. An ihnen tobt sich der Gott-Welt-Konflikt aus, den Christus das Leben gekostet hat. Es gilt den Konflikt auszutragen, den Gott mit der Welt hat. Für einen Gerufenen ist es von Amts wegen völlig normal Prügel zu bekommen. Prophet sein ist eine lebensbedrohliche Angelegenheit. Nicht unbedingt ein gutes Gefühl, Gottes unbequemer Mund zu sein.

Dieser Kelch ging nicht an Jeremia vorüber und muss von jedem ausgetrunken werden, der seinen Ruf ernst nimmt. Jeremia war der Vorbote dessen, den er noch gar nicht kannte und war dennoch von Jesu Leidensweg geprägt. So lange die Erde besteht, müssen diese Christuswege durchgelitten werden. Hat das Wort Gottes nicht oft an Kraft verloren, weil es anpassungsfähig gemacht wurde, weil man vielleicht den Hass fürchtete? Doch es gibt keinen Grund mit Gott zu rechten, Gott lässt niemand im Regen stehen, den er beauftragt hat.

3. Gestärkt

11 Aber du, Herr, stehst mir bei wie ein mächtiger Held! Darum werden meine Feinde stürzen und nicht den Sieg davontragen.

Konflikt, Krise, Aus stehen vor dem „Aber!“ Danach kommt´s noch heftiger. Alles was vor dem „aber“ steht, kann man vergessen! Das Gewicht eines Aber-Satzes liegt in der zweiten Hälfte. „Aber du, Herr, stehst mir bei!“ Ein Pfosten mitten im Wasser, neben dem Ertrinkenden. „Du Herr stehst“ – das erkennt der, der seine Krisen vor Gott reflektiert. Das Klagegebet rückt näher an Gott und erfährt darin eine Wandlung, weil Gott größer wird. In der Rückbesinnung öffnet sich die Kraft seines „Stehens“ von damals, von heute und von dem morgen. Sich auf Gott besinnen, vergegenwärtigt den realen Gott ins Heute. „Du Herr stehst“ ist die aufbauende Energie, die ein am Boden Zerstörter erfahren kann. Wo Gott steht, steht er auch nach Golgatha. Gott steht auch im Tod. Christus steht für den unzerstörbaren Lebenswillen Gottes. Christus hat den Hass gegen Gott, für ein Leben nach dem Aber durchgelitten.

Gott steht, d.h. er steht für mich. Beisteher – das ist wahres Krisenmanagement. An den Erschütterungen des Lebens steht ein anderer. Wo Gott beisteht, kann kommen was will, da wird im niederschmetternden Tiefschlag der Christus größer. Grenzerfahrungen sind Christus-Erfahrungen. Unter dem Ruf Gottes werden Leidenswege zu Erlösungswegen. Wo Gott ruft haben wir nicht zu fragen, tut uns das gut, oder bekommen wir Magenschmerzen. In dem wir den Schritt wagen und das tun wozu wir bestimmt sind, wird sich Herrlichkeit an uns offenbaren.

Darum haben wir ein Ja zum bitteren Kelch, dann wird Christus in uns lebendig. Dann können wir uns auch dann noch an Blumen freuen, wenn böse Blicke durchs Fenster schauen.

Von Liebeskräften bestimmt

Dein Volk spricht: „Der Herr handelt nicht recht“, während doch sie nicht recht handeln.
Hes. 33, 17

Der Mensch zeigt liebend gerne mit Finger auf andere. Weil du so ein Schlamper bist, hast du mich total verärgert. Gott gegenüber geschieht das genauso. Bei so viel Unrecht in der Welt, kann ich nicht glauben. Menschen suchen Schuldige. Sie sehen sich als Objekt in einer Opferrolle. Sie machen andere verantwortlich für ihr Elend. Mein Mann, die Gesellschaft, die staatlichen Gesetzte, der liebe Gott ist schuldig, dass es mir so dreckig geht. Selbst die Psychologie diagnostiziert, dass durch frühkindliche Störungen, dieser Mann zum Triebtäter werden musste. Er konnte gar nicht anders, weil die Eltern große Fehler in der Erziehung machten. Diese Aussagen haben eines gemeinsam, sie sind Ausreden.

Wir alle sind als schöpferisch handelnde Wesen geschaffen. Das Leben, das wir haben, hat Gott uns anvertraut. Wir haben einen eigenen Willen und treffen eigenverantwortliche Entscheidungen. Wir werden von Ereignissen und Handlungen anderer getroffen, aber haben die Freiheit mit unserem Leben darauf zu antworten. Wenn mich einer schlägt, muss ich nicht notgedrungen zurückschlagen, sondern kann frei entscheiden, wie ich darauf reagiere. Wenn ich eine Orange auspresse, kommt Orangensaft heraus. Wenn ich mit dem Hammer drauf schlage, kommt immer noch nichts anderes als Orangensaft heraus. Egal was mit dieser Frucht passiert, es kommt immer das heraus, was drin ist. Die Ergebnisse unseres Glaubens und Leben haben immer mit mir zu tun. Sie liegen nie in den Umständen, sondern in meiner Liebe zu Gott. Wo Christus und das Wort in mir Raum gewinnen, werden meine Handlungen von Liebeskräften bestimmt.

Wo stelle ich mich infrage, bevor ich andere hinterfrage?

Gott segne dich.

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Not will erwecken

Herr, ich leide Not, tritt für mich ein!
Jes. 38, 14

In der Not ist irgendetwas nicht im Lot. Hier ist es bei König Hiskia eine lebensbedrohliche Krankheit, bei uns war es das Kloster, das abgebrannt ist. Wenn wir auf all die Schmerzpunkte des Lebens zurückblicken, hat Not etwas mit uns gemacht. Wir sind entweder mürbe geworden, oder wir haben entscheidendes gelernt. Not ist kein Schicksal, das unkontrolliert über uns hereinbricht. Not kommt nicht von außen auf uns zu, sondern hat zutiefst etwas mit uns zu tun. Not hat eine Bedeutung für unser Leben. Es ist gewiss nicht erbaulich, wenn das Lebenswerk einer Gemeinschaft, für das wir mit ganzer Kraft gekämpft haben, als Aschehaufen vor einem liegt. Da ist Heimat samt Hab und Gut weggebrannt. Mit den paar Klamotten, die wir anhatten, sind wir auf der Straße gestanden. Das war alles. Genau hier bekommt das „Herr, ich leide Not“ seine Bedeutung. Da trittst du verzweifelt mit Gott in Beziehung und erkennst dabei, der Brand ist nicht „über“ uns gekommen, sondern hat mit mir, mit jedem Betroffenen zu tun.

Not dient meiner Gotteserkenntnis. Das Feuer hat zwar deinen ganzen Lebensraum vernichtet, doch ich habe dabei erkannt, ich lebe nicht von den Dingen um mich herum, sondern einzig daraus, dass Leben in mir stattfindet. In dem Gebet, „tritt für mich ein“, macht Gott klar, dass alles da ist. Dass auch dort wo alles weggebrochen ist, alles im Übermaß da ist. Wo ich lebe, ist all das, was Gott an Gaben in mich hineingelegt hat da. Ich kann in jedem Augenblick schöpferisch tätig werden. Ich kann heute wieder Neues anfangen. Not lehrt beten. Not lässt uns näher an Gott rücken. Not dient unserem Leben, sie drückt uns nicht in die Opferrolle, sondern will uns an die eigentliche Quellen führen.

Zu welcher Erkenntnis wollen uns all unsere „Schicksale“ bringen?

Gott segne dich an diesem Sonntag.

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Tapfer durch das Unheil navigiert

Du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich am Ende mit Ehren an.
Ps. 73, 24

Wer ein starkes Ende kennt, hat Kraft zu widerstehen. Für den Psalmbeter war das Leben beileibe kein Zuckerschlecken. Ihn nervte das Unrecht. Er litt darunter, wie Menschen einem übel mitspielen können. Manch einer leidet darunter, dass Gott die Sonne aufgehen und den Regen fallen lässt, über Gute und Böse. Man hat den Eindruck, dass der Korrupte besser durchs Leben kommt, als der, der sich von seinem Gewissen leiten lässt. Es ist verrückt, wieviel Schuld geschieht, ohne geahndet zu werden.

Unser Psalmbeter hat einen starken Weg, durch diesen Unmut gefunden. Unbeeindruckt von all dem Übel, sieht er Gott an seinem Weg und am Ende seines Weges. Da führt einer durch den ganzen Schlamassel. Er sieht sein Leben vom Ende her. Es ist von einem mächtigen Ziel angezogen. Ihm steht die leuchtende Vision vor Augen, dass Gott über allem Unrecht zu seinem Recht kommt. Es gibt eine endgültige Gerechtigkeit. Das was uns jetzt zu schaffen macht, wird ein Ende haben. Dieses Wissen entspannt in aller Aufregung. Damit breitet sich Gelassenheit in allem Kampf aus.

1963 hielt Martin Luther King seine berühmte Rede: Ich habe einen Traum. Es lebte und kämpfte aus der Vision heraus, dass Rassentrennung und Diskriminierung ein Ende haben werden. Mit diesem Traum trat er gegen die Sklaverei, für Arbeitsplätze und Freiheit an. Es ist der Blick auf das Ende, der uns stark macht. Wo sich der Glaubende in der Gerechtigkeit eingehüllt weiß, braucht er sich von keinen Unrecht irritieren lassen. Er kann sich tapfer durch das Unheil navigieren lassen.

Leben wir entspannt und kämpfen wir leidenschaftlich mit diesem Ende?

Gott segne dich.

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