Die innere Freiheit ist unbesiegbar

Was für eine Macht steckt dahinter, wenn ein Volk von hohen Wellen bedroht und von ihm nachjagenden Kriegern verfolgt, trockenen Fußes durchs Meer geht und unbeschadet überlebt?

Der Herr wird sein Volk segnen mit Frieden.“
Ps. 29, 11

Frieden in allen Stürmen ist Segen. Da fließt die Trotzdem-Macht. Ungeachtet aller Widrigkeiten ist den Glaubenden etwas Sieghaftes in die Wiege gelegt. Frieden zu haben, mitten in Terror, mitten in Bedrohung und Anfechtung, mitten in den Spannungen und Auseinandersetzungen mit Menschen, ist eine Zugabe, die nicht im Menschen liegt. Frieden auf Erden ruht in dem Wort, das Mensch geworden ist. Dieser Segen ist auf die Erde gelegt, für alle, die aus der Krippe leben. In Christus liegt eine höhere Macht, als sie die durcheinander bringenden Mächte aufbieten können. Dem Unfrieden der Welt ist das Wort gegenübergestellt. Damit ist das größte Chaos unter die Existenz von Christus gestellt. Jede tobende Welle ist dadurch nur noch ein wildes Zucken, das Menschen einschüchtern und demütigen will, doch gegen das Wort nicht ankommt. Das Wort ist wie das Drachenblut in der Nibelungensage, durch das Siegfried unverletzbar geworden ist. Durch Christus sind wir mit Frieden gesegnet. Da ist unser Glaube, da ist unsere Lebenseinstellung stärker als all die beherrschenden Themen unserer Tage. Wo der Herr mit Frieden segnet, kann ein Viktor Frankl im Konzentrationslager zu der Erkenntnis gelangen: „Man kann mir meine Familie wegnehmen und umbringen, man kann mich foltern und erniedrigen, doch es ist keinem Menschen die Macht gegeben, mir meine innere Freiheit zu rauben. Ich habe unter den schlimmsten Umständen immer noch die Freiheit meine Einstellung zu den Dingen selbst zu wählen.“

Wer mit Frieden gesegnet ist, ist nicht mehr Opfer der Umstände. Wir geben oft Menschen, der vielen Arbeit, dem wenigen Geld die Schuld, dass wir verdammt sind, ein armseliges Leben zu führen. Wir geben den hohen Wellen und unseren Verfolgern die Macht, uns unter Druck zu setzen. Dabei haben wir alles in der Hand, um aufrecht durchs Meer zu gehen. Das Klagen über die extremen Bedingungen, unter denen wir uns durchboxen müssen, sind nur Ausreden der Opfer. Wir nehmen unser Freiheit nicht wahr, die wir in jeder Situation haben. Wir haben viel mehr Macht uns gegen die Umstände zu stellen. Wer mit Frieden gesegnet ist, ist nicht mehr Opfer, sondern siegt über die Umstände. Er ist selbst in höchster Bedrängnis ein freier und aktiver Gestalter. Er trotzt den Umständen, durch das Wort, das in ihm stark ist. Mit Frieden Gesegnete, suchen keine Ausreden, weshalb ihnen das Leben die Sprache verschlagen hat, sondern handeln trotz Schlägen. Vieles im Leben ist hart, aber gerade da zeigt sich, dass Glaubende Gesegnete sind, die aus anderen Kräften leben.

Wenn uns so viel Frieden gegeben ist, wo bleibt dann die Freiheit, diesen Segen auszuschöpfen?

Gott segne dich,
Liebe Grüße Theophilos 💐😇

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Siegesgesang der Erlösten

Wenn die Zweifel weg sind, steht der Himmel offen.

Herr, du dämpfest der Tyrannen Siegesgesang.“
Jes. 25, 5

Wo Tyrannen singen, hat das Böse gesiegt. Die aufgeklärte Gesellschaft tut sich heute schwer vom Bösen, oder gar vom Teufel zu reden. Das passt nicht in unser heutiges Denken, wo Krisen nur Chancen für eine gute Entwicklung sind. Dabei spricht die Bibel ständig vom Kampf zwischen Gut und Böse. Wo der Herr Tyrannen dämpft, geht es hart zu Sache. Beim Siegesgesang geht es um Sieg oder Niederlage. Menschen können zerstörenden Mächten unterliegen. Da ist dauernd eine Kraft, die die Gaben Gottes madig macht. Alles was sehr gut ist, soll infrage gestellt werden. Das Böse ist der Stachel gegen Gott. Die Menschen haben sich selbst ein Ei gelegt, als sie dem Teufel eine schwarze Fratze und Hörner aufgesetzt haben. Damit wurde das Böse zur lächerlichen Witzfigur, dessen eigentliche Tragik damit überspielt wird. Das Böse ist das Nein-Sagen zu Gott. Es ist der Versuch, Gott auszuklammern. Der Mensch versucht es selber zu machen. Der Tyrann sitzt in Adam, der mit der Versuchung ringt: Sollte Gott gesagt haben. Das Böse kommt nicht von außen, sondern ist die zweifelnde und nagende Pille in mir. Es ist der Versuch nicht glauben zu müssen, die Beziehung zu Gott auszuklammern und selbst den Siegeszug über das eigene Leben zu führen. Mit dieser inneren Auseinandersetzung beginnt das Schlachtfeld in der Welt. Selbst Jesus wurde an diesen Punkt geführt, wo er Gott hätte den Rücken kehren können und die Weltherrschaft übernehmen. Alles beginnt mit dem Versuch es besser als Gott zu machen. Versuchung ist die Emanzipation des Menschen gegen Gott. „Heute gehört uns Deutschland, morgen die ganze Welt.“ Dieser Versuch war als Siegesgesang der Tyrannen gedacht, der jedoch nur Blut und Elend über die Menschen brachte. Auf solchen Grabsteinen von jungen Soldaten steht dann heute noch: Gestorben ohne gelebt zu haben. Diese Macht der inneren Auflehnung ist unser Schicksal. Dieses Böse hat die Vergänglichkeit in die Welt gebracht. Das ist unser Sterben, dass wir leben ohne gelebt zu haben.

Diesen Siegesgesang dämpft der Herr. Johannes sagt: Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre. Weil Christus zur Versuchung Nein gesagt hat und nicht zu Gott, dämpft er die Macht des Bösen. In seinem Nein, hat er angefangen über das Böse zu herrschen. Er hat den Siegesgesang über die Zweifel angestimmt. Damit ist der Mensch, dem Tyrannen in sich selbst nicht mehr unterlegen. Mit Christus kann der Glaubende in der Versuchung siegen. Wir sind nicht mehr dem Tyrannen, dem Zweifel, dem ständigen Fragen gegen Gott unterlegen. Wir sind nicht hoffnungslos dem Bösen ausgeliefert. Durch Christus siegt in mir das Leben und nicht das Sterben. In der Versuchung steigt dann der Siegesgesang der Erlösten auf.

Was will sonst den Siegesgesang der Tyrannen in uns dämpfen?

Gott segne dich an diesem Sonntag.
Liebe Grüße Theophilos 💐😇

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Goldene Spuren legen

Wer die Gerechtigkeit kennt, handelt entschlossen und verantwortlich gegen alles Unrecht.

„Der Herr ist ein Gott des Rechts. Wohl allen, die auf ihn harren!“
Jes. 30, 18

Lebe wohl! Ein starker aufbauender Gruß. Wer diesen zugesprochen bekommt, soll von dem Guten begleitet sein. Lebe wohl in allem Unwohlsein. Das Wohlergehen setzt sich gegen allen niederschmetternden Druck durch. Im Wohl liegt das Glück, die ganze Glückseligkeit eines erfüllten Lebens. Im Wohl liegt der ganze Reichtum, aus dem das Leben schöpft und aufbauend handelt. Darin steckt die ganze Energie, aus der ein Mensch, diese Welt mitgestaltet, sie prägt, Verantwortung übernimmt und zum Wohl anderer aktiv ist. Dieses Lebe wohl liegt in Gott. Harren auf das Recht setzt dieses Wohl frei. Wer auf das Recht harrt, glaubt nicht dem Unrecht, von dem er umgeben ist. Im Harren liegt ein verbissener Widerstand, zu allem, was uns vor Augen steht, was uns ausbremsen und die Energie rauben will. Auf Gott harren heißt, sich von Gerechtigkeit bestimmen lassen. Harren ist, sich an der Gnade festbeißen. Damit manifestiert sich die Christuskraft in allem Unwohlsein. Hier ist der Wendepunkt des Glaubens, der sich nicht mehr vom Unrecht einschüchtern lässt. Wer auf Christus harrt, trotzt dem Unwohl. Im Harren liegt die ganze Widerstandskraft zum Bösen. Dieses Harren durchbricht mit ganzer Macht das Lähmende des Unrechts. Damit entsteht durch ein entschlossenes Handeln das Wohl im Chaos. Das ist das aufwärts froh den Blick gewandt und vorwärts fest den Schritt.

Drin liegt der Grund, dass Christen Verantwortung übernehmen. Sie wissen um diese Gerechtigkeit, sie leben aus der Gnade und können dadurch der Ungnade die Stirn bieten. Sie fügen sich nicht dem Schicksal dieser Welt, dem sich niemand entziehen kann, sondern sie leben aus einer gewaltigen Perspektive, die die Macht hat, den Leben sofort eine neue Richtung zu geben. Die Glaubende sind Handlungsbevollmächtigte der Gerechtigkeit. Sie stehen auf gegen das Unrecht. Sie sind aktiv in ihrem Lebensumfeld. Sie sind Kämpfer für das Wohl, in Kirche, Gesellschaft und Politik. Glaubende haben die Macht, selbst in einem Trümmerfeld hoffnungsvoll voranzuschreiten. Sie bringen das Wohl in die verwundeten Seelen hinein. Sie legen goldene Spuren in katastrophale Verhältnisse, die keine Hoffnung zulassen. Diese Welt braucht die, die von Wohl getragen und der Gerechtigkeit erfasst sind. Lebe wohl ist ein starker Auftrag, den wir in alles Unwohlsein zu bringen haben.

Wie sollen die Unglücklichen sonst eine Hoffnung erfahren, wenn die Glaubenden nicht entschlossen auf die Gerechtigkeit harren?

Gott segne dich.
Liebe Grüße Theophilos 💐😇

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Aus dem Spieltrieb Gottes

Nichts was wir sind und uns gehört, gehört wirklich uns.

„Ich habe die Erde gemacht und den Menschen auf ihr geschaffen.“
Jes. 45,12

Was für eine kurze, knappe Aussage, die Großes beinhaltet. Gott klärt die Eigentumsverhältnisse auf der Erde. Er ist zu 100% Anteilseigner. Im Grundbuch eingetragen, gehören Erde und Mensch Gott. Von ihm angelegt und ins Leben gerufen. Erde und Mensch ist der Lebensraum in dem er zuhause ist. Er hat seine Freude an dem, was er sich mit ganzer Hingabe geschaffen hat. Wo wir unser Haus und Garten einrichten, investieren wir genauso unser ganzes Herzblut. Es soll alles sehr schön sein, und wir wollen uns darin wohlfühlen. Wieviel Phantasie investieren wir in unser Eigengenheim, in unsere Familie, in die Heimat die uns ausmacht. Wir sind Gottes Heimat. Alles was uns umgibt, entstand aus dem Spieltrieb Gottes. Er hatte Lust auf uns. Er will mit uns eine Familie gründen. Dahinter schlägt die Leidenschaft eines Familienvaters, der große Pläne schmiedet. Da pulsiert ein Herz, das seine Schaffenskraft zum Blühen bringen will. Ein Kunstwerk nach dem andern soll den Garten zieren. Die Bäume sollen vor Früchte und die Erde vor Segen strotzen. Dazwischen der lobende Mensch, der diese Gaben genießt und teilt. Weil Gott die Erde gemacht hat, sind wir die Nutznießer seiner Geschenke. Wir haben Anteil an Herrlichkeit. Wir sind die Ausgeburt von dem was Gott sehr gut gemacht hat. Wir sind der Reichtum der Erde. In uns fließt das Blut des Allmächtigen. Das hat Gott gemacht.

Was haben wir daraus gemacht? Wo fließt dieser Reichtum uns Segen? Für das was Gott gemacht hat, sind wir oft sehr armselige Gestalten. Da ist selbst bei den Glaubenden nicht viel da, von dem „von Gott geschaffen“. Selbst ist der Mann, heißt die Devise. Die Erde ist ein riesiger Heimwerkermarkt geworden, von „do it yourself-Kandidaten.“ Sie haben das Leben zwangsenteignet und machen sich selbst zu Macher. Do it yourself ist in Bezug auf die Schöpfung der garantierte Pfusch. Wo der Mensch sich nicht mehr als der von Gott Geschaffene sieht, wird das Leben zur Billiglösung. Da wird konstruiert und improvisiert, da entsteht erbärmlicher Abklatsch als wertvolle Originale. Die Loslösung vom Schöpfungsgedanken, nimmt der Erde den Segen und lässt sie verarmen. Wo wir uns gegen das Geschaffen sein wehren, verhindern wir die Entwicklung, die uns stattfinden könnte. Alles entscheidet sich darin, ob wir Selbermacher sind oder die von Gott Begabten und Bereicherten. Wir stehen in einem ständigen, lebensschaffenden Erneuerungsprozess, in den sich Gott mit seiner ganzen Heilskraft hineininvestiert. Es liegt einzig an uns, ob wir diese Gaben und Segen in der Abhängigkeit zu dem Lebendigen ausschöpfen, oder uns mit Selbstgemachtem zufrieden geben.

Liegt nicht der eigentliche Wahnsinn in dem, nicht diesem Schöpfer gehören wollen und sich gegen alle beschenkt werden zu wehren?

Gott segne dich.
Liebe Grüße Theophilos 💐😇

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Berührungen lassen die Sonne aufgehen

Wo der Geist weht, fließen unglaubliche Kräfte.

„Auf ihm wird ruhen der Geist des Herrn, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des Herrn.“
Jes. 11, 2

Jesaja erlebt die gewaltige Ausstrahlung einer starken Persönlichkeit. Er sieht einen Menschen vor sich, mit einer Aura, die alles elektrisiert. Vor seinem inneren Auge steht der Erlöser selbst. Ein Mensch, durch und durch mit der Wesensart Gottes erfüllt. Es gibt Menschen, wenn die einen Raum betreten, geht für alle die Sonne auf. Das Christus-Bild, das hier der Prophet aufleuchten lässt, ist mit solch einem Ausmalen kaum zu fassen. Der Geist, der hier weht, ist nicht von dieser Welt. In solch einer Umgebung spürt der Anwesende, er betritt einen heiligen Raum. Da kommt konzentrierte Lebensenergie auf mich zu. Da baut mich schlagartig etwas auf, reißt mich mit, heilt innere Belastungen. Die Begegnung mit dem, auf dem der Geist des Herrn liegt, verändert meine Welt. Da fallen, wie von Geisterhand geleitet, Schuppen von den Augen. Da entsteht ein Durchblick zum Schöpfer der Welt. Da erkennt der sichtbare Mensch, den unsichtbaren Gott. Die ganze Luft ist von Erkenntnissen schwanger, das uns Zusammenhänge klar werden, für die Augen, Ohren und der Verstand keine Antennen haben. Da erkennt der Mensch sein schöpfungsgemäßes Verbunden sein mit seinem Gott. Wo dieser Geist weht, entstehen Sternstunden auf Erden. Der verlassenste Mensch wird von wohltuender Nähe umarmt. Den Atem von Christus zu spüren, befreit den in belasteten Gedanken Versunkenen aus seinem Gefängnis. Der Geist bläst zum Aufbruch ins Leben. Daher suchte alles Volk Jesus anzurühren, weil von Ihm Kraft ausgeht. Unter uns wohnt dieser Geist ganz unmittelbar. Diese Kraft überrascht uns jeden Tag mit Nähe. Kommt, denn es ist alles bereit was aufbaut, trägt und eine Energie fließen lässt, die in keinem Menschen ist.

Doch wir sind so oft geistlos. Wir wollen den, auf dem der Geist ruht nicht anrühren. Wir betrügen uns um das, was uns beleben will. Auf uns ruhen die Sorgen für die Kinder, die Zukunft und unserer ganzen Existenz. Auf uns ruht die Schwere eines belasteten Lebens. Da sind so wenig Punkte, die uns noch hochzucken. Die Angst wie es weitergehen soll, ist größer als die Gebete, die die Klage in den Himmel schreien. Wir arrangieren uns mit unserem Schicksal, weil man sowieso nichts machen kann. Somit kreisen wir uns mit unserer eigenen Trostlosigkeit ein. Das ist jedoch nicht das Kreuz das wir zu tragen haben, das uns unser Miteinander auferlegt. Das sind die Belastungen eines geistlosen Lebens. Eines Lebens, das nicht mehr Christus berührt. Der Geist liegt auf ihm, und somit alles, was das Leben mit Kraft erfüllt. Es ist Durchblick da, wir sind von Weisheit umzingelt, die Energie neben uns platzt aus allen Nähten. Wir brauchen sie nur anrühren und sie wird durch und durch gehen.

Warum suchen wir nicht gerade dort, wo wir ausgelaugt sind und über vieles nicht mehr wegsehen können, den, auf dem der Geist ruht?

Gott segne dich.
Liebe Grüße Theophilos 💐😇

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Lippen haben Macht

Es sind oft die Kleinigkeiten, eine ganz subtile Sprache, die aufzeigt, wie sehr wir uns um uns selber drehen.

_“Jesaja sprach: Weh mir, ich vergehe! Denn ich bin unreiner Lippen und wohne unter einem Volk von unreinen Lippen.“_
Jes. 6, 5

Erschrecken wir noch über uns selbst? Im Angesicht Gottes erkennt Jesaja, der Prophet und Gottesmann, dass seine eigenen Worte sein Untergang sind. Da kommt über meine Lippen etwas, was das Gegenteil von Wohl ist. Weh mir, ist der Schreck über ein Schandmaul, das mehr zerstört als aufbaut. Er analysiert seine eigene Rede und zuckt zusammen, was da an Ungutem über seine Lippen kommt. Er zittert vor dem, wieviel Eigenes dabei ist, wieviel Unklarheit, Unreines und Schönfärberei. Er erkennt die Zerrissenheit zwischen Wort und Tat. Angesichts der Klarheit und Lichtes Gottes, gehen ihm Worte auf, die trüben, die verschleiern, die sich besser stellen wollen, die nur zur eigenen Ehre gesprochen werden. Er entdeckt, wie sich mit seinem Mund, sein eigener Abgrund auftut. Unsere Sprache verrät wo unser Herz steht. Das ist ein ganz feines Barometer, das anzeigt, wie sehr wir bei uns selbst und wie sehr wir bei Gott stehen. Wer sich über andere das Maul zerreißt, hegt nicht unbedingt wohlwollende Gedanken. Worte zeigen Ablehnung, Unversöhnlichkeiten, das sich in ein besseres Licht stellen. Die Lippen offenbaren, wo wir Zuhause sind. Auch fromme Lippen sind unrein und haben ein Problem mit der Wahrheit. Sie täuschen, trixen, biegen hin, machen Versprechen, die sie nicht einhalten. Jesaja leidet unter seiner eigenen Unwahrhaftigkeit. Je mehr er das erkennt, umso mehr erkennt er, wie er den Gott der Wahrheit braucht. Er stellt sich der Wahrheit, auch als glaubender Mensch erlösungsbedürftig zu sein.

Paulus rät: legt die Lüge ab und redet die Wahrheit. Die Wahrheit reden kann nur der, der bei der Wahrheit zuhause ist. Diese Wahrheit ist eine unmittelbare Christus-Prägung. Wo ich die unreinen Lippen erkenne, muss die Prägung durch das Wort stärker werden. Unsere Worte müssen aus dem Wort kommen. Je weniger das Wort über uns Macht hat, umso mehr mischt sich meine eigene Wahrheit in die Rede meiner Lippen. Reine Lippen kommen nur aus der Wahrheit, die in mich eingeht. Wo ich diese Wahrheit über mir nicht anerkenne, dass ich von Grund auf unrein bin und ständig die Erlösung brauche, muss ich mich selbst in den Vordergrund stellen. Je weniger das Wort in uns die gestaltende Kraft hat, umso mehr bin ich dazu verdammt, ein Schauspieler zu sein. Ich muss mich in ein besseres Licht stellen als ich tatsächlich bin. Gerade in einer christlichen Gemeinschaft wird viel überspielt und zugedeckt, weil man seine Unreinheit verstecken will. Die eigene Glaubensnot wird schön geredet, um tiefergehenden Fragen aus dem Weg zu gehen. Legt die Lüge ab, ist ein befreiender Aufruf, sich ganz dicht bei der Wahrheit aufzuhalten. Dann können reine Lippen zum Leben wecken.

Liegt nicht darin ein große erneuernde Kraft, wenn wir über unsere eigenen Worte erschrecken und die Wahrheit dichter an uns heran lassen?

Gott segne dich.
Liebe Grüße Theophilos 💐😇

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Geben vermehrt

Gaben und Segen leben aus dem Geheimnis, dass sie mehr werden, wenn man sie verschenkt.

Freigebige werden immer reicher, der Geizhals spart sich arm.“
Spr. 11, 24

Die Sprüche Salomos sind prall voll mit Lebensweisheit. Arm oder reich sein, hat nichts mit Lebensumständen zu tun, sondern mit Lebenseinstellungen. Reich werden entsteht im Kopf. Wer immer reicher wird, lernt von dem Reichen. Wenn wir bei dem in die Schule gehen, der wirklich reich ist, müssen wir nicht bei den Milliardären anfangen, sondern bei Gott selbst. Gott hat ein Reichtums Prinzip in seine Schöpfung gelegt. Reichtum entsteht durch ein Herz, das sich verschenkt. Da verausgabt sich einer am anderen. Gott investiert sich selbst, um alles Geschaffene reich zu machen. Das Werk seiner Hände, dient nicht sich selbst, sondern denen, die er liebt. Seine Fülle kommt durch seine Du-Orientierung. Er will, dass andere leben, dass andere gut werden, andere Anteil an seinem sich selbst Verschenken haben. Indem er von sich abgibt, vermehrt sich etwas. Im Dahingeben liegt Bereicherung. Indem er das einsetzt, was er hat, geschieht Multiplizierung. Die Grundvoraussetzung für das Leben ist das Beschenkt worden sein. Keiner hat sich selbst gezeugt. Sein Leben ist ihm geschenkt worden. Wir sind in einen Lebensraum hineingeboren, der uns für die Lebensgestaltung zu Verfügung steht. Wir sind in einem Landstrich aufgewachsen, den wir uns nicht verdient haben. Der Großteil unseres Lebens ist uns einfach dazugegeben worden. Wir sind von vielem umgeben, auf das wir keinen Einfluss haben. Wir sind zunächst die vom Leben Beschenkten. Wir schöpfen aus einem Pool von Gaben und Segen, die uns gegeben sind. Wir sind mit einem Kapital ausgestattet, mit dem wir wuchern können, was sich eindrücklich an dem Gleichnis mit den 10 Pfunden zeigt. Drei Angestellte bekommen unterschiedlich viel Kapital anvertraut. Zwei davon investieren es und machen etwas damit, der dritte hält es fest, damit es nicht verloren geht. Die einen verdoppeln, der andere verliert noch das was er hat. Wer die Gaben und den Segen für sich festhält verarmt.

Mit diesem Verschenkungs- und Investitionsprinzip tun sich viele schwer. Enrico Caruso entdeckte schon sehr früh in sich das Talent und den Traum für einen großen Sänger. Ein alter Freund, der ihn eines Tages, sehr heruntergekommen bei einer Wanderoper sah, fragte ihn: Was machst du hier? Was hast du aus deinem Leben gemacht? Im betrunkenen Zustand wurde seine nächste Aufführung zur Katastrophe. Er trat der Sopranisten aufs Kleid, die ganzen Kulissen stürzten zusammen. Vom Schreck wieder nüchtern geworden, sang er so, wie er noch nie zuvor in seinem Leben gesungen hatte. Danach verließ er die Wanderoper, nahm weiteren Unterricht, bis er schließlich zu einem gefeierten Sänger an der Mailänder Skala und ein weltweiter Star wurde.

Wie oft verspielen wir die Gaben die in uns liegen? Wir bleiben bei dem was wir haben, halten uns krampfhaft zurück, um nicht aus dem Rahmen zu fallen und führen unser Leben in die letzte Armseligkeit. Wir geizen mit den Gaben und dem Segen, den wir geschenkt bekamen. Wir vermehren nicht das, was in uns hineingelegt wurde. Erst in der letzten Selbstaufgabe werden wir wirklich reich.

Vor was haben wir Angst, wenn wir uns zurück halten?

Gott segne dich.
Liebe Grüße Theophilos 💐😇

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So herrlich aufgerichtet

Mitten in der Ungerechtigkeit ist Gott am größten.

_“Der Herr hat das Recht lieb.“_
Ps. 37, 28

Wo Gott das Recht liebt, hasst er das Unrecht. Er stellt sich mit ganzer Macht gegen alles, was das Leben beugt. Er stellt sich zu den Benachteiligten, den Ausgebeuteten, Armen und Ausgeschlossenen. Sein Herz schlägt für diejenigen, die auf Kosten anderer erniedrigt wurden. Wo Gott das Recht liebt, kommt seine ganze Menschenfreundlichkeit zum Ausdruck. Mit seinen kostbaren Werten, von Gerechtigkeit, Liebe, Hingabe, Gnade und Barmherzigkeit, will er seine Geschöpfe überschütten. Wo Gott das Recht liebt, liebt er genau das, was den Menschen schwer fällt und andauernd das Miteinander belastet. Er setzt dem Menschenwerkt sein Gotteswerk gegenüber. Er liebt sich in das Unrecht hinein, in all das, was den Menschen aus den Händen gleitet. Er erbarmt sich über dem Tohuwabohu, dem Durcheinander der Welt. Er liebt das Recht so sehr, dass er das Recht schafft, in einem unrechten Menschen. Damit sein Recht sich in einer ungerechten Welt durchsetzen kann, schafft er den höchsten Wert der Gerechtigkeit – Jesus Christus. Das Recht, das Gott so sehr liebt, erwartet er nicht von einem ungerechten Menschen, sondern legt es in ihn hinein. Sein Recht kann sich niemand erarbeiten, sondern nur geschenkt bekommen. Sein Recht ist unsere Gnade. In Christus ist alles Unrecht der Welt rehabilitiert. Darin liegt alle Wiedergutmachung und Neuschöpfung in erfahrener Erniedrigung. Auch wenn die Rechtsprechung dieser Welt, den tiefen Schaden einer erfahrenen Vergewaltigung nicht ausgleichen kann, liegt diese Macht in erfahrbarer Gnade. Weil Gott das Recht liebt, baut er jeden in seiner schlimmsten Demütigung wieder auf. Das ist Balsam für die verwundeten Seelen. Das ist das starke lebensschaffende Gottesgeheimnis.

Wir brauchen nicht mehr auf das Recht warten, bis wir Recht bekommen. Wir brauchen nicht um unser Recht kämpfen und ihm nachjagen. Wir leben als Glaubende als die gerecht Gemachten. Wir brauchen uns nicht von irgendwelchem Unrecht einschüchtern oder schockieren lassen. Durch Christus leben wir als die Unrecht-Überwundenen. Der quälende Schmerz kann ausheilen. Die Beleidigungen können uns nicht mehr stechen und aus der Bahn werfen. Dieses Recht, das Gott für uns in Händen hält, ist solch ein gewaltiger Schatz, der den Lebensfrust und die hoffnungslosen Depressionen heilen kann. Wer aus dieser Gnade heraus lebt, wird für die Attacken des Lebens immer unantastbarer. Da ist ein köstlicher Lernprozess, den auch Paulus aufgreift: So ahmt nun Gott nach als geliebte Kinder. Das ist keine krampfhafte moralische Verpflichtung, sondern die große Freiheit, mit Christus alles zu erleidende Unrecht zu überwinden. Wir werden zwar gebeugt, aber durch diese Gnade umgehend wieder aufgerichtet. Die Zeiten des gefrustet sein verkürzen sich. Welch ein Wert ist solch ein Geschenk.

Wenn wir solch eine Gnade haben, weshalb kann uns das Unrecht noch so lange unten halten?

Gott segne dich.
Liebe Grüße Theophilos 💐😊

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Gaben wollen in uns eingehen

Die ganze Schöpfung ist auf Hoffnung, Wachstum und Zukunft aufgebaut.

Du lässest Gras wachsen für das Vieh und Saat zu Nutz den Menschen, dass du Brot aus der Erde hervorbringst.
Ps. 104, 14

Die Erde ist ein einziger Brutkasten. In ihr verwandelt sich das Leben zum Leben. Der Wind, die Wolken, der Regen, sie Sonne hegen und pflegen die Saat. Sie sind die Diener der Vermehrung und Versorgung. Der Schöpfer baut und erhält. Er spielt sein Spiel zum Wohl der Menschen und Tiere. Auf der Erde liegen kreative, fürsorgende Hände. Die Frühstücksbrötchen aus der Bäckertüte sind aus der Erde entstanden. Zusammen mit der menschlichen Arbeit, werden sie zum Lebensmittel. Das Korn, das in die Erde gefallen ist, verwandelt sich in Ähren, Stärke, Zucker und Lebensenergie. Wachsen, gedeihen, vermehren, erhalten, sind die Liebkosungen, mit denen Gott seine Zukunft baut. Der Mensch ist ein Nutznießer Gottes. Von ihm aus ist alles da, dass Leben sich mit Hoffnung entfaltet. Hinter der ganzen Schöpfung steht ein ausgeklügelter Wirtschaftsplan. Die Atmosphäre, die die Erde umgibt, ist das Eingehüllt sein in Gottes Wohlwollen. Dieses Hoffnungs-Prinzip hört auch dort nicht auf, wo der Mensch die Erde verwirtschaftet. Es ist immer wieder erstaunlich, wie alte, zerfallene Burgen, an denen nichts gemacht wird, von der Natur „zurückgeholt“ werden. Wenn Bäume aus dem ehemaligen Speisezimmer herauswachsen. Hinter diesem Schaffungsprozess, steht eine gewaltige, lebenserhaltende Macht. Das Brot des Lebens ist noch viel tiefgreifender. Christus sagt von sich: Ich bin das Brot des Lebens. Er ist der Spross aus der Wurzel Isaias. Er ist das Brot das wir brechen, die Frucht der menschlichen Arbeit, welches das Leben nährt. Das Brot erhält in jeglicher Hinsicht die Gemeinschaft mit Gott. Das Brot verbindet uns mit Leib, Seele und Geist mit dem Leben. Das Brot zielt darauf, dass der Faden zu Gott nicht abreißt. Mit der Bitte im Vater Unser: Gib uns unser täglich Brot, soll nicht nur der Magen satt werden. Es ist die Sättigung in der ganzen Fülle, die Gott dem Menschen zugedacht hat. Im täglichen Brot wollen die Gaben Gotten in uns eingehen. Das tägliche Brot ist Eucharistie.

Daher muss eine Republik untergehen, deren Motto lautete: Auch ohne Gott und Sonnenschein, bringen wir die Ernte ein. Wo die Gaben nicht in die Gemeinschaft mit dem Lebensgeber führen, werden sie zum Tod. Da schwindet alle Hoffnung und Zukunft. Der Missbrauch der Gaben fördert das Chaos und lässt die Welt verhungern. Da fehlt das Nötigste, auch wenn man über eine fruchtbare Erde geht. Es ist ein riesen Unterschied, zwischen dem Brot, das die Erde hervorbringt, und dem, das der Mensch in der Unabhängigkeit von schöpferischen Ordnungen genießen will. Wo wir nicht das Brot als die Gabe des Lebens begreifen, wird das Leben nicht satt werden. Wo die Hoffnung fehlt, wo sich das Leben nicht gesund entwickelt, wo das Wachsen und Reifen verkümmert ist, hilft eine Ernährungsumstellung. Mit dem Brot, das die Erde hervorbringt, sind wir bestens versorgt.

Von was ernähren wir uns, damit unser Leben fruchtbar bleibt?

Gott segne dich an diesem Sonntag.
Liebe Grüße Theophilos 💐😇

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Befreites Aufatmen

Was wir tun, hat Folgen.

Herr, geh nicht ins Gericht mit deinem Knecht; denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht.“
Ps. 143, 2

Der König David erkennt sich als Gottesknecht in seinem Unrecht. Er sieht, wie seine Ideale, wie sein Glaube, mit dem wirklichen Leben auseinanderklaffen. Ihm geht erschreckend auf, wie unstimmig sein Leben ist. Ich will das Gute und tue Böses. Ich will ein frommer und gerechter Herrscher sein, und lasse aus Lust und Eigennutz, einen meiner besten Feldherren über die Klinge springen. Meine Taten schreien zum Himmel. Meine Taten klagen mich an. Das Ergebnis meines Lebens, kann ich vor Gott und der Welt nicht verantworten. Mein Tun spricht eine andere Sprache als mein Wollen. In mir ist etwas nicht richtig, nicht so, wie es dem Leben, wie es Gott entsprechen soll. David erkennt sich in seiner Adams-Natur. Er muss an sich selber feststellen, das Großartige, das Gott will und in mein Leben gelegt hat, dem kann ich nie entsprechen. Aus mir heraus kann ich nicht der Gottesknecht sein, der ich eigentlich sein will. Da ist ständig ein Defizit, da ist ständig ein Mangel, da ist immer eine offene Rechnung, da klagt mich immer eine Schuld an. In diesem Bußgebet, steht er an dem wichtigsten Punkt, an dem ein Mensch stehen kann: Kein Lebendiger ist gerecht vor dir. Es ist die bedingungslose Kapitulation vor Gott. Kein Wenn und Aber, keine Ausreden. Ich bin der Mann. Wer das erkennt, steht unter dem Kreuz. Wer sein eigenes Unrecht erkennt, erkennt seine Erlösungsbedürftigkeit. Er steht damit unmittelbar vor Christus. Aus Gericht wird Gnade. Geh nicht ins Gericht mit deinem Knecht, ist die tiefe Verwandlung, dass auf unser Tun, Gottes Tun folgt. In Christus ist das Gericht weg. Es ist keine menschliche Leistung, keine noch so intensive Bußübung, keine noch so große Selbstanklage die uns gerecht macht, es ist einzig Christus. Johannes sagt: Wer an Christus glaubt, kommt nicht ins Gericht.

Die Praxis des König David ist die einzige Gangart im Umgang mit dem eigenen Versagen. Hierin liegt der Sitz der königlichen Freiheit eines Christen. Da löst sich aller frommer Krampf, dass wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt. An dem Punkt des Erschreckens vor sich selbst steht, braucht sich keiner mehr in irgendwelche Aufgaben hineinopfern, um sein schlechtes Gewissen zu beruhigen. Manche bringen einen gnadenlosen Einsatz in der Kirche und Gesellschaft, nur deshalb, um Gott gnädig zu stimmen. Oft meinen wir, dass wir durch unsere Hingabe, noch mit zu unserer Erlösung beitragen können. Wir wollen unsere Schlagseiten mit Gutem zudecken. Wir geben unser Opfer, damit Gott ein Auge zudrückt. Doch mit all unserm noch „Dazugeben“ wollen zeigen wir nur, dass wir noch nicht zu unserer eigenen Tragik stehen. Wir wollen unsere Gerechtigkeit selber machen und sind nicht bereit für das Christi. Der Schreck der Selbsterkenntnis kann nur zu Christus führen, damit das Gericht zur Gnade wird. Wo das geschieht, findet ein befreites Aufatmen statt, auch mitten in aller Ungerechtigkeit.

Wo steht unser Leistungsdenken, einem solch befreiten Leben im Wege?

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