Der Kloß im Hals ist weg

Nichts ist befreiender, als wenn Altlasten nicht mehr drücken.

Ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken.“
Jer. 31, 34

Die Missetat ist weg. Vergeben und vergessen. Das gehört mit zu den zentralsten Botschaften des Christentums. Gott ist in der Lage radikale Striche zu ziehen. Egal, was er in seiner Lebensgeschichte mit Menschen durchgemacht hat, egal wieviel Enttäuschungen er erlebte, egal wieviel Fäuste ihm ins Gesicht geschlagen wurden oder seinen Namen in den Dreck getreten, Gott kann vergeben. Gott besitzt die Eigenschaft, das Übel loszulassen. Er hat die Gabe des Gebens in der höchsten Form – das Vergeben. Wer geben kann liebt. Wer vergeben kann erhält sich die Liebe für alle Zeit. Durch das Vergeben hält er die Liebe frei von dem Gift des Hasses. Er bewahrt sich selbst, etwas anderes als Gott zu sein. Im Vergeben trennt er sich von der Missetat, damit die Liebe zum Sünder erhalten bleibt. Im Vergeben befreit er sich von allem Bösen. Er hält sich damit den Rücken frei, sich unbefangen hinzugeben. Vergeben hat solch eine Macht, dass sie nach zwei Seiten entlastet. Sie entlastet den Schuldig gewordenen von dem Druck seiner Verfehlung und nimmt ihm die belastende Gottestrennung. Sie befreit Gott selbst etwas anrechnen zu müssen, irgendetwas in einem Strafregister festzuhalten, um es für alle Zeiten greifbar zu haben. Er gönnt sich das vergessen, um morgen wieder neu beginnen zu können. Diese befreiende Macht lebt er nicht nur selbst, lässt er nicht nur dem Menschen zukommen, sondern stellt er jedem in Christus zur Verfügung. Mit Christus können Missetaten ausradiert werden.

Das ist genau das Richtige für die Menschen, die sagen, vergeben kann ich schon, aber vergessen kann ich nicht. Was machen sich die Menschen im Miteinander das Leben schwer. In der kleinsten Form menschlicher Gemeinschaft, der Ehe und Partnerschaft laufen oft haarsträubende Szenen ab. Jahrelanger Kleinkrieg, der die Beteiligten völlig an den Rand bringt. Man lebt nur noch nebeneinander her, von Liebe keine Spur. Seelische Verletzungen und Wunden, die schier unheilbar sind. Man quält sich nur noch durch die Tage. In solch ein verkrachtes Miteinander fällt das Wort von vergeben und nimmermehr gedenken. Daran kann man ermessen, welch lebensumwälzende Macht die Vergebung ist. Sie ist genau für die übelste und belastende Form allen Miteinanders. Nicht nur, dass Gott uns unsere Missetat vergibt, sondern dass wir uns selbst und dem anderen vergeben. Der Zirkus von gestern, spielt heute keine Rolle mehr. Er ist weg, als wäre er nie da gewesen. Was nicht da ist, kann nicht mehr belasten. Vergeben entlastet und befreit uns in erster Linie selbst. Wo ich vergessen kann, fange ich wieder an zu atmen. Wo mich diese Lasten nicht mehr erdrücken, kann ich wieder anfangen zu lieben. Dieses Geschenk haben wir in Christus. Darin liegt alles für unser seelisches gesund werden. Vergeben und vergessen ist die größte Gnade, die Menschen haben können. Wir können das lernen und tagtäglich einüben.

Weshalb tun wir uns so schwer, diese befreiende Macht an uns wirken zu lassen?

Gott segne dich an diesem Sonntag.

Blühende Grüße Theophilos 💐😇

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Keiner muss schwarz sehen

Wir haben uns daran gewöhnt, dass die Katastrophenmeldungen zu unserem täglichen Brot gehören.

„Treu ist Gott und kein Böses an ihm, gerecht und wahrhaftig ist er.“
5. Mose 32, 4

Unsere Realität ist das Gegenteil von dem was dieses Wort sagt. Selbst die Theologie spricht an manchen Stellen von den dunklen Seiten Gottes, weil sie manche Schrecken der Geschichte nicht einordnen kann. Für uns ist es fast unvorstellbar, dass es etwas gibt, das nichts Böses an sich hat. An Gott ist kein Böses. Kein Funke von Finsternis. Alles im Recht. Alles im Licht. Kein Unglück, nichts was schief läuft. Gott, makellos und ein unbeschriebenes Blatt. Eine ungetrübte Beziehung, die den andern nur mit Wertschätzung überschüttet. Ein unvergänglicher Wert von Schönheit und Glanz. Wenn wir uns selbst betrachten, wirkt das was hier über Gott gesagt wird völlig unwirklich. Für uns selbst einfach nicht denkbar und machbar. Da klaffen Welten auseinander. Schon am Morgen spüren wir irgendeinen Groll gegen einen Menschen in uns, der uns das Leben schwer macht. Es packt uns der Hass, wenn wir manche politische Entscheidungen mitbekommen. Kopfschüttelnd lesen wir die Zeitung, was in dieser Welt alles möglich ist. Und da sagt einer, es ist kein Böses an ihm. Da ist eine Instanz die völlig anders tickt als wir. Wenn Gott treu zu den Menschen steht, ist das wie eine Regierungserklärung die verkündet: Frieden auf Erden, all den Völkern, die unter seinem Wohlwollen stehen. Das ist Evangelium, das ist die Frohbotschaft, von einem, der kein Böses kennt. Gottes Treue ist eine Revolution für den Menschen. Durch dieses Wort, kommt etwas gerecht machendes in eine zerrüttete Welt. Wenn der, an dem kein Böses ist, die böse Welt durchdringt, ist das noch mehr als der Durchbruch der Sonne nach einem Gewitter. Ohne diese Treue würden die schwarzen Wolken nicht verziehen. In der Treue Gottes ruht die ganze gefallene Schöpfung. Es liegt an dem treuen Gott, dass er sich dem Bösen widersetzt und die Finsternis mit Licht durchbricht. Er setzt seine Wahrheit gegen unsere Wahrheit.

Damit kommt Aufbruchstimmung in alle finstere Wahrheiten. Zu der einen Wahrheit, dass wir in einer ungerechten, belasteten Welt leben, kommt die Wahrheit des Sonnenaufgangs. Der Glaubende lebt in der gefallenen Welt, wird jedoch nicht mehr von der Finsternis in die Lethargie versetzt. Ihn treiben oder lähmen nicht die Ereignisse in denen er steht, sondern er ist ein Evangelium-, ein Licht-Bewegter. Durch das Wort leben in ihm alle Voraussetzungen für eine heile Welt. Er geht als ein Heilgewordener durch das Chaos. Nur aus diesem treuen Gott, an dem kein Böses ist, haben wir die Kraft all das Böse durchzustehen und zu überwinden. Die Glaubenden tragen tagtäglich diese unfassbare Realität in die Realität, die am Böser erstickt.

Welche Wahrheit bestimmt unser ganzes Tun und Treiben?

Gott segne dich.
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Gärtner von Eden

Wo der Mensch seinen Platz und seinen Auftrag auf dieser Erde erkennt, kann er allem Wildwuchs und Ausbeutung entgegentreten.

Gott der Herr nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte.“
1. Mose 2, 15

Ein köstliches Bild, der Mensch als Chef vom Garten Eden. Parkwächter einer Blumeninsel. Verwalter eines fruchtbaren Landes, in dem Milch und Honig fließt. Adam, der für Wachsen und Gedeihen sorgt. Hüter des Segens der Schöpfung. Das ist der Lebensauftrag des Menschen. Ihm ist das größte Kapital an Grundstücksverwaltung, mit allen Bodenschätzen anvertraut. Nicht nur Hausherr über 5 Ar Garten hinterm Haus, sondern über ganz Eden, also allem was Gott gehört. Eigentlich schon eine märchenhafte Vorstellung, Gärtner eines Paradieses zu sein. Bauen und bewahren liegt schon ganz nahe an der Berufung zu einem Blumenmönch. 🙂 Bauen und bewahren sind zumindest die Anstellungsbedingungen in diesem Unternehmen Erde. Es sollen Lebensräume für Mensch, Tier und Pflanzen geschaffen werden. Alles soll gedeihen und bestens versorgt sein. So war es zumindest zur Zeit der Vertragsunterzeichnung gedacht. Wenn man allerdings betrachtet wie das Bebauen heutzutage aussieht, wo die Skylines in den Wirtschaftsmetropolen in den Himmel ragen, wo Betonpaläste die Industriezentren schmücken, fragt man sich, wo bei manchen Architekten die Liebe zu Eden geblieben ist. Wenn man weiß, dass das zehnfache der deutschen Bevölkerung auf dieser Welt unter Hunger leidet, muss mit dieser Beauftragung kräftig etwas schief gelaufen sein. Es ist offensichtlich, dass dort wo der Mensch seinen Adams-Auftrag verlässt, die Welt aus dem Gleichgewicht fällt. Die Wurzeln liegen im Garten Eden.
Wo das bauen und bewahren nicht zur persönlichen Verantwortung wird, blutet die Schöpfung. Es ist gut, dass z.B. durch die Klimaerwärmung, das Ozonloch und die Luftverschmutzung inzwischen mehr und mehr ein ökologisches Bewusstsein wächst, doch es liegt nicht in erster Linie an „denen da oben“, sondern an mir und dir.

Bauen und bewahren ist eine Gesinnungsfrage, sogar eine Glaubensfrage. Verunglückte Schöpfung beginnt mit einer Gier in mir. Dahinter steckt das immer mehr haben wollen, das in Macht und Ausbeutung endet. Jesus sagt: Selig sind die Sanftmütigen; sie werden die Erde besitzen. In sanftmütig liegt das sich unter den Schöpfungsauftrag Gottes stellen. Da ziehe ich nicht mehr alles bis zum geht nicht mehr für mich heraus, sondern fange an, der Schöpfung zu dienen. Ich bringe mich ein zum Wohl des Nächsten. Mit dem mir Anvertrauten, wirke ich aufbauendend in meinen Lebensraum hinein. Sanftmut ist die Gabe, die sich selbst als der Durchfluss für alles Empfangene betrachtet. Damit bleibt Schöpfung im Fluss, sogar im Überfluss, der für alle reicht. Mit den Sanftmütigen kann Gott sein Eden erhalten.

Wo saugen wir nur auf und verbrauchen für uns selbst; und wo werden wir zu Dienern, die den Segen austeilen?

Gott segne dich.
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Überwinder fangen an zu fliegen

So gewiss wir dem Tod gehören, gehört der Tod dem, der ihn besiegt hat. Hans Joachim Iwand

Gott wird mich erlösen aus des Todes Gewalt; denn er nimmt mich auf.“

Ps. 49, 16

Der Tod ist eine alles bestimmende Macht. Er zieht einen Strich unter das gelebte oder nicht gelebte Leben. So unterschiedlich die Menschen auch sind, die allerletzte Stunde haben alle gemeinsam. Tod kann erschrecken, Tod kann Panik auslösen. Das Wissen um den Tod, bremst bei vielen das Leben aus. Hinter jeder Äußerung, fahr nicht so schnell, pass gut auf dich auf, steckt die Angst vor dem Tod. Es könnte ja etwas passieren und dann könnte schlagartig alles vorbei sein. Dieses Bewusstsein, der Tod ist mein ständiger Begleiter, löst im Kopf eine Schranke aus. Vorsicht! Hallo mein Leben, ich will dich schonen und ja nichts riskieren. Diese Gewalt des Todes lähmt das Leben. Es ist der graue Schatten, der über dem Menschsein liegt. Der Tod ist da geboren, als sich der Mensch von Gott getrennt hat. Alles losgelöst sein von Gott, lässt die Angst vor dem Tod aufkommen. Daher braucht der Mensch Erlösung. Wenn Gott von der Gewalt des Todes erlöst, fängt das Leben an. Erlösen ist die Lösung von der Macht des Sterben Müssens. Dieser Durchbruch geschieht durch die Auferstehung. Christus wurde der Gewalt des Todes ausgesetzt, um von aller Gottestrennung, von allem Sterben zu befreien. Durch Christus ist der Glaubende losgelöst von dieser Angst und in die Kraft der Auferstehung gestellt. Der von Gott losgelöste Mensch, ist wieder ins Leben aufgenommen. Erlöste können als angstfreie Überwinder leben. In der Auferstehung verwandelt sich die Todesangst in Leben. Das feiern wir an jedem Sonntag im Gottesdienst.

Erlöste entdecken die Freude am Leben. Sie gehören nicht mehr dem Tod, sondern dem der ihn besiegt hat. Sie treten frei und offen in das Leben und sind bereit die ganze Fülle des Lebens auszuschöpfen. Mir war es diese Woche vergönnt, hierin ein ganz wertvolle Erfahrung zu machen. Immer wieder sieht man in den Bergen, die farbig bunten Gleitschirme aufsteigen, wie sie in großer Ruhe hoch über den Gipfeln kreisen. Ein faszinierendes Bild so etwas zu beobachten. Doch wenn dann eine Einladung auf einen zukommt, einmal mitzufliegen, merkt man wie sofort ein innerer Kampf beginnt. Kann ich das machen? Ist das nicht zu riskant? Ich habe ja gesagt und bin geflogen. Was man dabei erlebt, kann man nicht beschreiben. Es war derart erhebend und bereichernd, dass ich nur die Lehre daraus ziehen konnte, wie oft verhindern wir das Leben aus einer falschen Angst heraus. Nicht nur für solch ein bewegendes Erlebnis, sondern ganz allgemein, leben wir unter angezogenen Bremsen. Bei solch einem Beispiel erleben wir, wie oft wir zurückschrecken, wie oft die Angst uns zurückhält. Wir sind Erlöste, daher können wir viel mutiger und entschlossener unsere Aufgaben anpacken. Leben ereignet sich in der Kraft der Auferstehung, die sich von keiner Macht des Todes einschüchtern lässt.

Wie oft ziehen wir uns aus scheinbaren Sicherheitsgründen zurück und verschließen uns vor dem Moment, in dem sich Todesangst in Auferstehung verwandelt?

Gott segne dich.
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Kerzen bezwingen Panzer

Jeder Mensch sehnt sich nach Frieden, doch tiefer Frieden lässt sich nicht verhandeln, sondern ist eine innere Verwandlung.

Du stillst das Brausen des Meeres und das Toben der Völker.“
Ps. 65, 8

Wie sehr kämpfen hochangesehene Staatsmänner gegen das Toben der Völker. Der deutschen Politik ist es gelungen, über siebzig Jahre Krieg aus dem Land zu halten. Auf welchem Pulverfass die Staaten verhandeln, um diesen Frieden zu halten, erleben wir weltweit. Vielerorts gelingt es eben nicht. Doch es zeigt, zu welchen großen Leistungen der Mensch mit seinem rationalen Denken in der Lage ist. Trotz höchster Fähigkeiten, liegt Friede nicht in Menschenhand. Du stillst das Brausen und Toben. Das Aufbäumen der Menschen gegeneinander, stillt der Mensch nur bis an eine gewisse Grenze. Damit die Unruhe im Menschen zur Ruhe kommt, bedarf es einer viel höheren Macht. Der innerlich brodelnde Mensch, kann nur durch sein „in Gott sein“ gestillt werden. Auflehnung kommt aus der inneren Unruhe des Einzelnen, die irgendwann dann nicht beherrschbar bleibt. Daher muss Gott stillen. Da muss zwischen Mensch und Gott wieder etwas in Ordnung kommen. Wo der Mensch seine Ruhe in Gott findet, hat er die Kraft, den Frieden in die Welt zu tragen. Wenn Gott das Brausen stillt, dann kommt der Frieden unter den Menschen nicht mehr aus dem Verstand, sondern er ist von seinem „in Gott zur Ruhe gekommen“ angetrieben. Gestillt werden ist der aktive Impuls zum Frieden. Paulus bringt das in seinem Philipperwort voll auf den Punkt: Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen im Sinne Jesu. Der Glaube schaltet damit nicht den Verstand aus, sondern wird von einem höheren Frieden angetrieben. Glaube setzt dem natürlichen Denken noch eines oben drauf. Er klammert die Fähigkeiten den Menschen nicht aus, sondern zeigt was möglich ist, wenn erst das Brausen gestillt ist.

Die friedlichste Revolution in unserer jüngsten deutschen Geschichte, hat gezeigt, wie Gebete und Kerzen Panzer bezwungen haben. Der äußeren Aggression wurde mit innerem Frieden begegnet. Das war nicht ein Kampf auf Augenhöhe, sondern innerlich befriedete Menschen stellten sich gegen die Staatsmacht. Das ist eine Macht, bei dem die Drohgebärden der Höheren, wie Wachs zusammengeschmolzen sind. Rein aus Vernunftsgründen war politisches Handeln einem Volk überlegen, doch Herzen, die aus einem hohen Ziel des Glaubens heraus handeln, haben noch eine höhere Macht.

Wo unser Brausen gestillt ist, können wir mit ganzer Macht Frieden leben. Wo unser Frieden nicht in der äußeren Ruhe seine Stillung sucht, kann das Toben der Völker, uns nicht mehr einschüchtern. Mit ganzer Kraft und Entschlossenheit kann der Glaubende unerschrocken aller Unruhe entgegentreten. Damit können Kerzen, Panzer außer Kraft setzten.

Wenn wir um diese Macht des Friedens wissen, weshalb lassen wir uns von unserer Vernunft irgendwelche Übermächte einreden?

Gott segne dich.
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Wir sind Antwort

Es ist nicht unsere Aufgabe, dem Leben Fragen zu stellen, sondern wir sind die Antwort auf die Fragen des Lebens.

Rede Herr, denn dein Knecht hört.“
1. Sam.3, 9

Unsere Version zu beten ist oft umgekehrt: Höre, Herr, denn dein Knecht redet. Samuel ist da gar ein Musterknabe, was die Einstellung zu Gott und dem Leben betrifft. In seiner Art zu beten, hat er gelernt, wie die eigentliche Richtung des Gebetes aussieht. Nicht der Mensch erteilt Gott seine Aufträge, sondern Gott verteilt sein Leben und seinen Auftrag. Vor Gott ist der Mensch kein Fordernder, sondern ein Empfangender. Man kann kaum ein schöneres Bild von Gott malen, als es diese kurze Aussage zeichnet. Gott redet; er ist der Aktive, der auf den Menschen zugehende. Von ihm kommen Worte ewigen Lebens. Alles Leben wird angehäuft durch das Handeln Gottes. Leben ist in erster Linie Inspiration, die einen Landeplatz sucht. Da sind Worte, die gehört werden wollen. Da weht ein Geist, der empfangen werden will. Da liegt ein Führungsinstrument in der Luft, das Einfluss nehmen will. Das Leben will von Worten durchdrungen sein, die Menschen umkrempeln. Dahinter steckt eine riesen Macht von Aufbruch, von Verwandlung, von einem Dasein, das der Mensch nicht kennt. Damit soll ein Sog in ganz neue Räume entstehen. Menschen sollen einen Zugang finden, zu etwas, was ihnen sonst verschlossen bleibt. Darin liegt der Zuruf, der Auferstehungswind in eine sterbende Welt bläst. Im rede Herr, liegt die totale Bereitschaft sich auf die Unbekannte seines Lebens einzulassen. Da hört man auf, dem Leben Fragen zu stellen, sondern gibt sich als Antwort auf die Fragen, die das Leben an einen stellt.

Im Hören, wird der Mensch zu einem Gestalter, von dem was er empfängt. Leben ist Antwort, auf das Wort, das an uns ergeht. Da stellen wir nicht mehr die Bedingungen, sondern da verwandeln sich durch uns die Dinge, in die wir gestellt sind. Wenn manche Eltern alt werden, die Erinnerungen in einer Demenz vernebelt werden, können in einer Familie haarsträubende Szenen entstehen. Die eigene Mutter wird in ihrer Aggression zu einem Menschen, den wir nicht mehr kennen. Situationen, in denen alle unerträglich leiden. Wer hier Fragen an das Leben stellt, wird keine Antwort, als nur den Schmerz finden. Ein Mensch, der sich als die Antwort an das Leben sieht, wird sich fragen: wie antworte ich auf eine Situation, die ich nicht verändern kann? Es geht nicht darum, sich ein besseres Leben zu wünschen, das Leben zu hinterfragen, wo es doch keine Antworten gibt, sondern sich zu fragen, was ist meine Antwort? Der Hörende sucht nicht die verwandelten Umstände, sondern ist bereit sich zu verwandeln, um dadurch in die Umstände hineinzuwirken. Der Hörende antwortet mit seinem Leben. Wer Gott reden lässt, will dem Leben gut antworten.

Wo stellen wir an andere, an das Leben die Fragen, die wir eigentlich beantworten sollten?

Gott segne dich.
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Auch eine Glocke will gut antworten
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Höre auf, Hülle zu sein

Da ist einer daran interessiert, dass aus einem Holzkasten, ein Klangraum entsteht, aus dem betörende Töne sich entfalten, die kein Mensch geahnt hätte.

Ich will sie retten von all ihren Abwegen, auf denen sie gesündigt haben, und will sie reinigen, und sie sollen mein Volk sein.“
Hes. 37, 23

Hinter unserem Dasein steht ein grandioser Lebenswille, der alles daran setzt, das Leben zu einem großartigen Wunderwerk werden zu lassen. Gott will retten und reinigen, für etwas Außergewöhnliches, das kein Mensch von sich denken kann. Dazu müssen wir begreifen, wir haben kein Leben. Mein Leben gehört nicht mir. Ich habe es mir weder selbst gegeben, noch konnte ich nichts dazu beitragen, dass es entstanden ist, und ich weiß nicht, wann es zu Ende sein wird. Mein Leben ist geliehen, dass sich daraus etwas entwickle und ein faszinierender Klang entsteht. Der Geigenbauer Martin Schleske verwendet dafür eindrückliche Bilder, die ihm aus dem erschaffen seiner Werkstücke innerlich aufgehen. Mit ausgewähltem Holz erschafft er einen Holzkasten. Dieser Holzkasten erhält die Form einer Geige. Im eigentlichen Sinn baut er einen Hohlraum, den er mit Holzdeckeln und Umrandungen umschließt. Wenn dann der Steg noch angefügt wird und die Saiten aufgespannt, ist dieser Holzkasten bereits ein wahres handwerkliches Kunstwerk. In diesem Moment sieht sie aus wie eine Geige, obwohl sie ein mit Holz umschlossener Hohlraum ist. Doch was eine Geige in Wirklichkeit ist, entsteht unter den Händen des Meisters, der sie in einmaliger Weise zum Klingen bringt.
Da wird der Spieler mit dem Klang, den er diesem Instrument entlockt eins, und bringt dann die größten Konzertsäle zum Klingen und entführt die Zuhörer in eine andere Welt. Kein Mensch könnte ahnen, was dieser zuvor stumme Kasten für Räume erschließt, und diesen Augenblick in ein großes Geheimnis verwandelt.

Wir sehen alle wie Menschen aus, und wir sind Menschen. Doch unser Menschsein besteht nicht darin eine Hülle zu sein, das ist nur die Voraussetzung für den Klang, der sich aus uns entfalten soll. Wir sind als Holzkasten gebaut, jedoch mit diesem Traumbild, dass unter der Hand dessen, der dieses Instrument bespielen will, die Einmaligkeit Gottes in diese Welt klingt. Dazu will er retten und reinigen, dass es zu diesem Spiel kommt. Wir sollen sein Volk sein. Wir sind für ein Königreich geschaffen, zu Priestern vor Gott und den Menschen. Damit will Gott uns die Faszination unseres Lebens vor Augen malen. Er will uns davor bewahren, dass wir nur Holzkiste bleiben. Unsere Abwege sind die, wo unser Leben stumm bleibt und nichts von dem, zu dem wir eigentlich geschafften sind, in diese Welt hineinwirkt und mit seinem Klang betört. Wir haben alle Voraussetzungen, dass Leben in Ekstase gerät, wenn dieses Spiel beginnt. Gott gibt nicht nach, dass dieses einmalige Klingen gerettet und gereinigt wird.

Wo zweckentfremden wir unser eigenes Leben, dass es nicht mehr bespielbar bleibt?

Gott segne dich.
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Auch eine Glocke sehnt sich nach ihrem großen Klingen
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Umarme die Freude

Aus einem traurigen Arsch, kann kein fröhlicher Furz kommen; dieser markige Ausspruch ist uns von Luther überliefert.

Herr, kehre dich doch endlich wieder zu uns und sei deinen Knechten gnädig!
Ps. 90, 13

Durchhänger hat jeder. Unsere Tage beginnen mit der radikalen Enttäuschung von Menschen. Sie verpassen uns eiskalt einen Korb und machen uns klar, wie wenig wir ihnen noch bedeuten. Tage enden mit den Zweifeln an uns selbst, weil da eine große Chance war, einen neuen, hoffnungsvollen Weg einzuschlagen, den wir einfach in den Wind geschlagen haben. Eine Dunstglocke der Trübheit überkommt uns und das ganze Gemüt säuft ab. Nebel, Frust, Gleichgültigkeit spiegelt aus den Gesichtern, die eigentlich zum Lachen und Lieben geschaffen sind. Da muss ein Aufschrei her: Herr, erbarme dich! Es braucht nicht ein mentales Trainingsprogramm, sondern das stille oder laute Seufzen: Kehre dich wieder zu mir. Der Schrei nach dem gnädigen Gott legt einen Schalter um. Genau dort, wo uns unsere Menschlichkeit auffrisst und die Beine wegzieht, wo alles unter den Lasten zu stöhnen beginnt, muss eine aufbauende Kraft her, die wir nicht aus uns generieren können. Wenn unsere Traurigkeit zu stinken beginnt, hilft nur noch das Gebet: Herr, sei mir gnädig. Das Gebet schreit durch den Nebel und greift nach dem, der nicht wegbricht. Wir erfahren die Gnade, dass wir darin dem Christus begegnen, der sagt: Euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen. Glaubende haben ein Freudenrezept. Das Schreien nach Gnade, verwandelt Frust in Freude.

Es gibt keine noch so stinkende Situation, die nicht verwandelt werden kann. Es gibt kein so hartes Schicksal, in dem nicht der Schalter umgelegt werden kann. Freude ist keine Sache von glücklichen Umständen, sondern von einem beherzten Schrei nach einem gnädigen Gott. Wir können unsere Traurigkeit mit nichts entschuldigen. Wir haben keine Ausrede als Trauerkloß herumlaufen zu müssen. Bei jedem schlägt das Leben hart zu, jeder hat genug Gründe am Leben zu verzweifeln und die Segel zu streichen. Doch auch jeder hat das Angebot nach Erbarmen zu rufen. Gott ist ein Verwandlungskünstler. Der der den Tod in Leben umwandelt, ist ständig unterwegs Trauer in Freude zu verwandeln. Der traurige Arsch hat nicht ein Problem, sondern eine Aufgabe. Wo wir unser Absaufen erleben, können wir uns nicht hängen oder gehen lassen, sondern muss ich das Schreien lernen. Wir krallen uns an dem fest, der selbst die Freude ist. Wer die Freude umarmt, kann kein trüber Geist mehr sein.

Wenn wir selber solchen Einfluss auf unser LACHEN haben, warum funkeln dann unsere Augen so wenig, und zeigt sich unsere Fröhlichkeit nicht mehr, im Ernst des Lebens?

Gott segne dich an diesem Sonntag.
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Klang hört nie auf

Hörgeräte sind eine geniale Erfindung, doch wenn der Lautsprecher im Ohr mit Ohrschmalz verstopft ist, da pfeift plötzlich kein Vogel mehr.

Aus Zion bricht an der schöne Glanz Gottes. Unser Gott kommt uns schweigt nicht.“
Ps. 50, 2-3

Wenn Gott kommt und nicht schweigt, ist der Sound offen. Sein Reden funktioniert. Die Musik spielt, der Vogel pfeift, die Räume sind mit Akustik gefüllt. Großes und kleines Klingen wird von der Luft hinausgetragen. Da hängt keine tote Glocke im Turm, die keinen Mucks von sich gibt, da überschlagen sich die Töne bei jedem Anschlag. Gott ist wie klingendes Erz, mit einem Nachhall, der nicht zum Schweigen gebracht werden kann. Er ist die Geige, die mit jedem Bogenstrich, seine Lebendigkeit verstrahlt und seinem Gegenüber durch Mark und Bein fährt. Worte von Gott durchdringen und beleben die Schöpfung. Leben an sich ist Klang, ist Wiederhall des nie verklingenden Wortes. Kommunikation ist die Atmosphäre in die wir eingehüllt sind. Eine Blume kann nicht, nicht kommunizieren. Sie redet, sie lobt und dankt und erzählt unendliche Geschichten. Ein Wasserfall ist nicht nur faszinierend anzuschauen, er redet in dem er in die Tiefe stürzt, auf Steinen aufprallt und dadurch neu energetisiert und lebendig wird. Jeder Atemzug, jeder Sonnenstrahl ist Reden. Gott schweigt nicht. Dort wo die Menschen unablässiges Reden nicht mehr gehört haben, hat er in einem Stall, in einer Krippe das Schweigen gebrochen. Größer und sichtbarer kann Reden Gottes nicht mehr sein, als in seinem Wort, das lebendig geworden ist. In Christus wird die ganze Schönheit Gottes, sein weltdurchdringendes Klingen sichtbar, hörbar und erfahrbar.

Wo nichts mehr klingt, sind die Ohren verstopft. Wenn Gott nicht schweigt, hat der Mensch ein Hörproblem. Beim Umgang mit einem Hörgerät, erfährt man wie sensibel das mit dem Hören ist. Da sind es winzige Kleinigkeiten, wie Feuchtigkeit im Mikrofon und man versteht die Artikulation des anderen nicht mehr. Da beginnt das große Rätselraten, was könnte er gemeint haben. Da beginnt eine große Verunsicherung, die bis zu Selbstzweifeln führt. Töne die da sind, kann man einfach nicht mehr wahrnehmen. Ganz automatisch wird die Umgebung stiller, man selbst wird lebloser, bis man sich auf einer einsamen Insel wieder findet. Nicht richtig hören schneidet vom Leben ab. Es liegt einzig an uns, dagegen etwas zu unternehmen. Das einzige Ziel kann nur sein, nicht schuldige zu suchen und die Technik zu verfluchen, sondern so schnell wie möglich die Hörstörung zu beseitigen. Mit Christus und dem Wort brechen wir das Schweigen. Wo wir nichts mehr wahrnehmen von Gottes Reden, ist Christus uns Zion. Wir brauchen nicht für das Reden sorgen, das ist immer da, wir brauchen nur für das Hören sorgen.

Wo ist unser Aufnahmevermögen blockiert, dass wir den Klang des Lebens nicht mehr wahrnehmen und in dem Glauben erstarren, um uns herum wäre alles stumm?

Gott segne dich.
Blühende Grüße Theophilos 💐😇

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Fröhliches Säbelrasseln

Es ist der Stoff, aus dem die größten Filme der Geschichte gedreht wurden. In letzter Sekunde hat James Bond doch noch das Böse bezwungen.

Beweise deine wunderbare Güte, du Heiland derer, die dir vertrauen.“
Ps. 17, 7

Das Volk Israel stand man wieder unter heftiger Bedrohung. Feindliche Truppen wollten ihnen an Kopf und Kragen. Das Böse stand als Lebensbedrohung vor der Tür, und die eigene Hilflosigkeit dahinter. Übermacht gegen Ohnmacht, da musste Hilfe her. Eigenes Unvermögen braucht externe Hilfe. Gegen den Bösen hilft nur der Gute. Jetzt brauche ich überragende Kräfte. Der Glaube greift nach dem Guten. Güte ist das Einzige, wie man bedrohlichen Mächten begegnen kann. Güte ist Übermacht. Güte ist die bedrohliche Waffe, die dem Schrecken die Zähne zeigt. Güte ist die Macht, die Schöpfung aus den Angeln gehoben hat. Güte ist diese unbezwingbare Energie, die sich gegen den Tod mit dem Leben durchgesetzt hat. Güte ist unbesiegbar. Güte ist Gott in seiner ganzen lebenbejahenden und lebenserhaltenden Macht. Güte ist die Atombombe, mit der gleichen Gewalt, doch nicht in der Zerstörung, sondern in der Erhaltung. Diese Waffe hat der Glaubende in der Hand. Er hat die Beziehung zu dem Guten. In dieser Beziehung liegt die Überlegenheit. Wer gut gerüstet ist, kann aufrecht und mutig in die Auseinandersetzungen ziehen. Wer die Güte als Agenten hat, braucht sich nicht von einem Lymphdrüsenkrebs, noch vor einer Gemeinschaft zu fürchten, die am Abgrund steht. Für die Güte ist kein Elend zu groß. Da kann sogar ein Mensch in Frieden leben, auch wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt. Das wusste der Psalmbeter und das dürfen wir wissen. Mit der Güte sind wir unschlagbar.

Wie sieht das mit unserem Glauben aus, wenn wir selbst bei Kleinigkeiten, den Weltuntergang prognostizieren? Der Herr ist gut, ist unsere größte Waffe, der mächtigste Schutz, den ein Mensch haben kann. Wenn wir unser großen und kleine Bedrohungen, Kämpfe und Auseinandersetzungen anschauen, wo ist da dieser Glaube, der diesen Überwindergeist an den Tag legt? Wo bleibt unser Rufen, wenn´s hart auf hart kommt? Warum meinen wir, wir seien am Ende, wenn wir am Ende sind? Die Güte ist sicher! Wo wir diese Beziehung leben, bekommen wir trotz Erdbeben einen festen Boden unter die Füße. Das Vertrauen auf die Güte, muss das Böse in die Knie zwingen. Machen wir uns täglich bewusst, welchen Zugang wir zum größten Waffenlager haben.
Gerade dort, wo wir kein Vertrauen mehr in uns selbst und die ganze Menschheit haben, ist es gut, wenn wir das Vertrauen zur Güte ausschöpfen. Fröhliches Säbelrasseln!

Wenn wir so sicher sind, warum sollten uns auch in der schlimmsten Bedrohung die Zähne klappern?

Gott segne dich.
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