Wenn nicht jetzt, wann dann?

Um etwas zu bewegen gibt keine bessere Zeit als jetzt. Was gestern war, kann ich nicht mehr beeinflussen; was morgen kommt, kann ich nur planen.

Träufelt, ihr Himmel, von oben, und ihr Wolken, regnet Gerechtigkeit! Die Erde tue sich auf und bringe Heil, und Gerechtigkeit wachse mit auf! Ich der Herr, habe es geschaffen.“
Jes. 45, 8

Zeit ist der Takt des Lebens. Alles, was auf dieser Erde lebt, blüht auf und vergeht wieder. Dieses Gefühl versetzt uns unter den Eindruck, dass alles was wir tun, uns unter den Händen zerrinnt. Nichts ist beständig,alles fließt dahin. Zeit vergeht, mit jeder Sekunde die tickt. Dagegen unterscheiden die alten Griechen zu dieser vergehenden Zeit, die Stunde des Augenblicks, den Kairos. In ihm liegt die Handlungsenergie für alles was die Welt aus dem Jetzt heraus verändert. Der Kairos manifestiert ein Ereignis in alles was vergeht. Kairos ist die gottinspirierte Zeit. In alle Sinnlosigkeit des Dahinwelkens, bäumt sich ein Leben auf, das die ebenmäßige Wiese, durch einen Maulwurfshaufen aufbricht. Im Kairos wirft sich die Erde auf und stellt die Belanglosigkeit auf den Kopf. Kairos ist der schaffende Gott, der die vergänglichen Strukturen von Zeit auflöst. In den jetzigen Augenblick ist das ganze Heilswerk Gottes gepackt. Im Kairos hat der Mensch die vollkommene Gnade, Heil in Unheil zu pflanzen. Wer das Jetzt verspielt, macht die ganze Welt um unwiederbringliche Guttaten ärmer. Nur jetzt ist der Himmel offen. Nur jetzt regnet es genau das Richtige, das von Gott ausgeht. Nur jetzt können wir uns vom Geist Christi berühren lassen. Im Kairos liegen alle heilige Momente, die Menschen und die Welt verändern. Im Kairos liegt die Gunst der Stunde, die ein Gänsehautfeeling auf Menschen legt.

Da unser Alltag so sehr von der vergänglichen Form der Zeit geprägt ist, die uns unter Druck setzt und zwischen den Fingern zerrinnt, versäumen wir leicht den Augenblick, in dem alles möglich ist. Wir sind oft die, die von der Zeit, wie die Sklaven durchs Leben getrieben werden, träumen in die Zukunft hinein, in der wir bessere Zeiten erhoffen. Die meisten sind von der Sehnsucht getrieben, irgendwann einmal aus dem Hamsterrad auszubrechen. Über diesem Hoffen und getrieben werden, gehen sie schnurstracks auf ihre Rente zu und werden dabei alt. Immer mit der Sehnsucht im Herzen, was hätte in meinem Leben alles Gutes entstehen können, das leider durch die verrinnende Zeit nicht möglich war. Um diesem Jammer zu entfliehen, müssen wir die Chance des Kairos entdecken. Jetzt ist der wichtigste Augenblick meines Lebens. Jetzt kann ich alle Gaben, die unter dem offenen Himmel für mich bereit liegen ausschöpfen. Die verwelkende Welt lebt von den Kairos-Momenten der Menschen, die das Jetztergreifen und nicht auf bessere Zeiten hoffen.

Haben wir wirklich den Eindruck, dass ab morgen alles besser wird, dass sich die Erde langsamer drehen wird und wir dann irgendwann anfangen können zu leben?

Gott segne dich.

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Zum Fliegen bestimmt

Glaube wird dadurch zum Glauben, indem er sich über widrige Umstände hinwegsetzt.

„Der Herr spricht: Ihr habt gesehen, wie ich euch getragen habe auf Adlerflügeln und euch zu mir gebracht.“
2. Mose 19, 4

Bitte einsteigen zu einen Wüstenflug. Das Volk Israel erhält in der Wüste Red Bull. Gott verleiht ihnen Flügel. Dort wo es eigentlich nur Staub und Sand zu schlucken gibt, geschieht ein AHA-Erlebnis. Hitze, Dürre, Trostlosigkeit mit nichts Grünem, schafft es nicht, den Hals austrocknen zu lassen. Weites, totes Land und doch geschieht darin eine atemberaubende Lebendigkeit. Wer von Adlerflügeln getragen wird, hinterlässt keine Spuren im Sand. Der erhebt sich über Dünen und kratzenden Wüstenwind. Wer Flügel verliehen bekommt, scharrt nicht mehr im Dreck. Der erlebt etwas von der Freiheit, die über den Wolken ist, wo die Welt darunter winzig und klein wird. Hier wird ein ganzes Volk durch den Wahnsinn ihrer Wüstenwege nach Hause gebracht. Sand und klirrende Hitze bekommen darin ein Schattendasein. Todbringende Landschaften können dem Überflieger nichts anhaben. Wo Gott zum Adlerflügel wird, hungern nicht die Menschen, sondern die Widrigkeiten aus. Wer getragen ist, liegt in besten Händen. Er ist völlig unabhängig von dem, was ihn umgibt. Getragene haben ein Ziel-Garantie. Adlerflügel sind Golden Wings, das Symbol der Glaubenden. Markenzeichen der Überwindung.

Mit dem Sandgeschmack im Mund, vergeht vielen der Blick auf das Ganze. Wer ein Unternehmen aus der Krise führen will, braucht den Blick von oben. Er muss weg von dem Ort, der keine Perspektive zulässt. Wo Menschen zu dicht an ihrem Geschehen bleiben, werden sie von der Wüste aufgefressen. Erst wenn sie „abheben“ und „aussteigen“ steigert sich die Hoffnung wieder. Der Überblick erlaubt, das darüber hinaus zu entdecken. Wo wir zu dicht mit der Nase in unseren Problemen stecken, kann es nicht nach Veilchen riechen. Wo uns das belastete Miteinander auffrisst, sind wir mit der Wüste verheiratet. Wir haben das Fliegen verlernt. Wenn Adlerflügel tragen und wir am Boden liegen brauchen wir eine Brille. „Ihr habt gesehen“, ist der Glaube, der sich gegen alle Widerstände durchglaubt. Getragene sind abgelastet. Sie sind über alle Trostlosigkeit hinausgetragen. Damit hast Wüste und Vergänglichkeit ausgegessen. Da weht der Geist des Lebens über aller Verwesung. Wer auf Adlerflügeln getragen ist, bekommt Abstand zu den Wegen, die in die Verzweiflung führen. Der Geist Gottes verleiht Flügel, die uns über Scherbenhaufen und Wüstenwege tragen. Um Abstand zum Staub unseres Lebens zu gewinnen, hilft das sehen lernen. Mit Abstand fliegen wir am besten. Je höher der Druck ist, umso größer müssen die Pausen werden. Wenn der Alltag uns auffressen will, helfen uns wenige Minuten Abstand, um uns dieser Energiequelle wieder bewusst zu werden.

Die Flügel die tagen sind da; wann wagen wir es aufzusteigen, um eine größere Perspektive zu erhalten?

Gott segne dich.

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Mindestens 120%

Reichtum entsteht dort, wo ein Herz brennt, die Liebe der Flügel der Phantasie ist und die Leidenschaft sich grenzenlos verschenkt.

Wer ist bereit, dem Herrn heute eine Gabe zu bringen?
1. Chr. 29, 5

Eines der größten Lebensgeheimnisse liegt nicht im Haben wollen, sondern wie sich Herzen hingeben. Fülle kommt aus dem Gesetz des Segens. Wo Gott seine Hände aufmacht, haben wir, wie in diesem Herbst so viele Äpfel, dass wir bereits schon wieder darunter stöhnen. Er gibt uns nicht nur ein bisschen Leben, sondern will, dass wir volles Genüge haben. Bei Gott heißt Leben, dass alle Schleußen volle Kanne offen sind. Da ist keine Zurückhaltung, keine Bescheidenheit, da fließt geballte Vollkommenheit. Segen ist Überfluss; er ist immer mehr als wir fassen können. Unter dem Segen, ist das was wir erhalten nicht zu stoppen. Gott ist darin unverschämt und maßlos. Er überschlägt sich in Leidenschaft und Hingabe. Schöpfung ist prallgefüllte Liebe mit Vollgas. Segen ist mindestens 1000%.

Wie können da Menschen mit angezogener Bremse fahren? Da ist die heutige Frage die Gretchenfrage: Wer ist bereit, das was er empfangen hat, ins Leben hineinzuschütten? Wer ist bereit zu glühen, für das was er tut? Wir sind angefüllt bis an den höchsten Rand, wir haben Gaben, die verschwendet werden wollen, da kann sich keiner mehr zurückhalten. Segen fließt unter der Verschwendung. Segen bewegt die Welt, wo einer alles gibt.

Wir beliefern seit mehreren Jahren in Stuttgart einen Fünf-Sterne-Gastronom. Als ich vor ein paar Tagen von ihm wissen wollte, welche Wünsche er an unseren Blumenschmuck hätte, damit er voll zu seinem Ambiente passe, fing ein Feuerwerk an zu sprühen. Da hatte sich regelrecht die Leidenschaft überschlagen. Er sagte: Wir ziehen jeden Abend vier Stunden lang für unsere Gäste alle Register. Wir wollen durch das, wie wir unser Menu zelebrieren und die Gäste durch einen langen Abend führen, sie in eine andere Welt versetzen. Wir geben dafür 120 %. Wenn sie die Gestecke für uns machen, sind das nicht nur Blumen auf dem Tisch, sondern ein Arrangement, das 4 Stunden eine Geschichte erzählt. Wenn derjenige, der diese floristischen Arbeiten gestaltet, nicht genauso bereit ist 120% zu geben, findet für meine Gäste kein Ganzheitserlebnis statt.

Glauben kann man nicht zu 90%. Wenn da noch 10% Bedenken oder Zweifel sind, ist das Leben kalter Kaffee. Da bewegt sich nichts, da läuft alles gedämpft. Wo keine Leidenschaft glüht, wird unser Dasein unter den Lasten aufgefressen. Wer bereit ist alles zu geben, wird vom Segen überschüttet.

Wer ist bereit, dem Herrn heute eine Gabe zu bringen?

Gott segne dich.

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In Grenzen grenzenlos

Freiheit ist unabhängig von Mauern und Stacheldraht, von Gefängnistüren oder vom Tod im Topf in geistlichen Gemeinschaften.

„Ich bin der Herr, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe.
2. Mose 20, 2

Dem Menschen sind Grenzen gesetzt. Er lebt in einem Zeitfenster von geboren werden und sterben müssen. Allein wenn wir leben, sind wir durch einen irdischen Rahmen begrenzt. Leben findet in Schranken und Gesetzmäßigkeiten statt. Solange wir Boden unter den Füßen haben, wird dieser Boden unter uns aufgehen und zum Grab werden. Auf der Erde leben, heißt begrenzt sein. Sonne und Mond geben den Takt von Tag und Nacht, von Jahr und Monat vor. Solange Zeit da ist, tickt die Uhr, bewegen wir uns in einem Rahmen und sind von außen her beschränkt. Dazu kommen die Mauern und Stacheldrähte der Gesellschaft, die ganze Völker wegsperren. Beziehungen setzen uns unter Druck und unterdrücken die freie Bewegung. Das Volk Israel war in einem fremden Land eingesperrt und wurde von fremden Herrschern drangsaliert. Kein Mensch kann aus dieser Begrenzung ausbrechen.

Die Gesetzmäßigkeiten dieser Welt können nur von außerhalb aufgebrochen werden. In den Takt der Zeit hineinwirken, kann nur einer der keine Zeit kennt. Ich bin der Herr, dein Gott! Das ist der Zeitbrecher und Grenzen Sprenger. Da fallen Mauern und gehen Türen auf. Da fängt einer an die Gesetzmäßigkeiten der Erde zu durchbrechen. Ich führe aus der Knechtschaft. Da lösen sich beklemmende, starre Staatsformen auf. Da können sich unter dem Lobgesang von Paulus und Silas, die Sicherheitstüren nicht mehr zuhalten. Wo Gott der Herr ist, gelten die Gesetze der Zeit nicht mehr. Da kommt Lebensdynamik in allen Verfall und Sterbensprozess. Da brechen Menschen auf, da bricht Geschichte auf, da verlieren die Gesetze der Erde ihre Bestimmung. Wo der Herr herausführt, sind wir nicht mehr von zeitlichen Rahmenbedingungen bestimmt. Da kann von heute auf morgen alles anders werden. Da wird Unmögliches möglich. Da zählt nicht das, was uns prägt, was uns belastet, was uns klein halten will, sondern da geschieht Aufbruch. Da entsteht Freiheit, in einer Welt die nach Verwesungsduft riecht.

Wo Gott herausführt, werden Menschen total auf den Kopf gestellt. Mit zwei Mitarbeitern haben wir diese Woche mehrere Tage um das Profil unseres Blumenhauses gerungen. Dabei entdeckten wir die Kraft von der Kombination Wort und Blume. Unser künstlerisches Arbeiten ist wortinspiriert. Dadurch bekommen Blumensträuße menschenverändernde Kraft. Unter der Arbeit unserer Hände blühen Menschen auf. Diese Erkenntnis hatte nicht nur einen Aha-Effekt, sondern stürzte uns in eine Fassungslosigkeit von tiefer Verantwortung und höchstem Glück. Eine muslimische Mitarbeiterin sagte unter Tränen: Ich habe gedacht, ich gehe zu einem Business-Seminar, jetzt habe ich erst einmal mich selbst und meinen eigenen Wert entdeckt. Durch diese Aufgabe weiß ich nun, wozu ich auf der Welt bin.

Wenn Gott herausführt, kann es da noch eigene oder äußere Grenzen geben?

Gott segne dich an diesem Sonntag.

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Leben hat ein Gütesiegel

Wer sein Leben als Gnade begreift, kann dahinter nur einen roten Faden entdecken, der alles was geschieht, in großartige Zusammenhänge stellt.

Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.“
Ps. 106, 1

Ein Tischgebet, das die meisten von klein auf, über ihre Lippen gehen lassen. Es dankt der treuen Versorgung Gottes. Bei der Mahlzeit gesprochen, bringt es das Glück über den reich gedeckten Tisch zum Ausdruck. Dabei reflektieren wir – es hat bisher immer gereicht. Was auch war, wir hatten immer genug. Wenn wir auf das Leben schauen, gab es bei Gott nie Versorgungsengpässe. Beim Danken, erbaut sich das Herz an Gottes Treue. Danken ist das sich bewusste Erinnern an die Güte. Versorgung und Treue ist kein Zufall. Unseren Tisch decken wir nicht selbst, dahinter steckt ein gewaltiges Treue- und Gütesystem. Da denkt einer ganz gezielt für uns. Wir sind auf dem Radar des Allerhöchsten. Wo wir diese Menschenfreundlichkeit Gottes entdecken, sind wir ganz nah bei Christus. Papst Johannes Paul II sagte: In Christus hat Gott wieder Freude am Menschen. Gott ist darin freundlich, dass er alle Register zieht, um uns am Leben zu erhalten. Alles ist darauf angelegt, gegen alle Widrigkeiten, jeden Morgen neu aufzustehen. Diese Menschenfreundlichkeit ist ein Bollwerk, gegen alles sterben und verhungern. Der menschenfreundliche Gott, ist das stärkste, lebenserhaltende System, das uns in die Hände gelegt ist. Dieser Freundlichkeit und Güte kann sich niemand widersetzen. Dahinter steht eine nie endende Energie. Gott reißt sich alle Füße heraus, um Leben durch allen Dreck durchzubringen.

Die Dankbarkeit ist die Antwort auf diesen entdeckten roten Faden, der sich in allen Kapriolen des Lebens durch unser Dasein zieht. Da kommt nichts mehr von ungefähr. Da sehen wir die freundliche Güte, die sich durch alle Krisen zieht. Da müssen wir auf die Nase fallen, da muss ein Geschäft in eine finanzielle Zitterpartie geraten, um dann über Umwege auf Menschen zu stoßen, die uns aufhelfen und zu entscheidenden Erkenntnissen führen. Da stehen am Grab eines geliebten Menschen und erleben an dem Punkt, an dem das Herz zerbrechen will, so viel Trösten und Auffangen, dass wir in der Untröstlichkeit ins Leben zurück finden. Leben ist in allen Phasen von Gnade umhüllt. Diese Gnade, dieses andauernde Gotteshandeln ist es, was einen Sog in die Lebendigkeit auslöst. Die Gnade zieht uns durch den Ballast unserer Tage. Wo die Güte ewig ist, hat das Leben ein Gütesiegel. Es ist dazu geschaffen, jeden Tag neu aufzustehen und seinem Gott zu danken.

Wo die Menschenfreundlichkeit Gottes so unerschütterlich fest ist, wie soll da in allem Wechsel und Brüchigkeit unserer Zeit die Gnade ausgehen?

Gott segne dich.

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Wir brauchen Heilige

Es geht der Himmel über dem auf, der weiß, dass er zu Abrahams Kindern gehört.

„Der Herr, unser Gott, sei mit uns, wie er mit unseren Vorfahren war.“
1. Könige 8. 57

Wer an die Zukunft glauben will, braucht eine starke Vergangenheit. Hoffnung sticht nicht in blaue Wolken hinein, sondern lebt aus einem Erfahrungsschatz. Große Häuser baut man, in dem man lange am Fundament verweilt. Dieses Segenswort spricht Salomo bei der Einweihung des Tempels. Wer sich auf einen starken Gott berufen will, braucht die Geschichte. An den Vorfahren entdecken wir die Glaubensväter. Wir stehen dann in der Erbfolge von Abraham, den Propheten, Aposteln und den Gottesmännern der jüngsten Zeit. Die Alten sind nicht die, die die Bühne dieser Welt verlassen haben und aus unserem Gesichtskreis rücken, sondern diejenigen, an denen zeitlebens Gottes Geschichte lebendig bleibt. Die Vorfahren sind das Kapital des Reiches Gottes. Es sind die wertvollen Steine, aus denen noch heute Kirche gebaut wird. Die Alten demonstrieren im heute, die Verrücktheiten des Glaubens. An ihnen wird das unverschämt große Denken Gottes sichtbar. Sie sind die Krisenmanager unserer Zeit, an denen wir das Ende ablesen können, als Wege durch Feuer und Wasser gingen. An ihnen wird sichtbar, dass Gotteswege über das Kreuz zur Auferstehung führen. Die Geschichte ist energiegeladen durch das Handeln Gottes. Trotz aller tiefen Tälern, trotz Wüstenwege und einem Leben in der Verbannung, ist die Welt nie untergegangen. Daher hat das Gott sei mit uns, eine Zugkraft durch dick und dünn.

Wenn wir glauben wollen, wenn wir standhaft durch unsere Stürme gehen wollen, ist es sinnvoll, den Staub von unseren Vätern abzuwischen. Sie sind die Schatzkammer unserer Hoffnung. Wenn wir voll im Nebel stehen, nicht mehr wissen, was vorne und hinten ist, hilft der Blick über den Tellerrand. Das außerhalb von uns liegende Expertenwissen für all unsere Fragen liegt in den Vätern. Wo der Blick auf die Gottesmänner stark ist, können auch wir stark werden. Dieser Rückgriff lässt uns mutig und gewiss nach vorne gehen. Der Blick auf sie, holt die Gegenwart Gottes ins Jetzt. Gott ist mit uns, weil er schon Abraham so reich gesegnet hat, wie die Sterne am Himmel. Darüber geht uns der Himmel auf, auch wenn unsere Wege durchs Dunkel gehen. Wie durchschlagskräftig das Gott ist mit uns ist, brauchen wir nicht nur blauäugig glauben, sondern darauf können handfest unsere Hoffnung bauen. Die unsichere Zukunft erhält ihre Stabilität aus der Erfahrung der Vergangenheit. Daher sind die Vorfahren nicht nur bewundernswerte Heilige aus der Geschichte, sondern lebendige Zeugen, von denen unser Glaube lebt.

Leben wir da nicht aus einem gesunden Heiligenverständnis, das den lebendigen Gott, mitten in unsere Gegenwart stellt?

Gott segne dich.

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Erster Platz

Bei dem Wissensangebot von heute, ist es völlig normal, dass man nicht mehr alles selber wissen kann, sondern einfach mal bei Google oder sonstigen kompetenten Stellen nachfragen muss.

„Frage doch zuerst nach dem Wort des Herrn!“
2. Chr. 18, 4

Nachfragen ist keine Schande. Nachfragen zeigt, dass da einer da sein muss, der sich auskennt. Beim Nachfragen gibt es jedoch Gewichtungen. Hier stellen zwei Könige, die das Volk Israel führen, einen Prioritätenplan auf. Es geht um das „zuerst“. Die erste Anlaufstelle für die Fragen aller Fragen ist Gottes Wort. Das Wort steht auf Platz eins der Hitliste der Fragen. Nichts hat mehr Gewicht für tragfähige, zukunftsgerichtete Antworten. Das Wort ist das Fundament, auf das Hochhäuser gebaut werden. Ganze Lebensentwürfe sind dadurch bestimmt. Das Wort hat seine Tragkraft dadurch, weil es das Erste war, bei der Erschaffung der Welt. Am Anfang, also als allererstes war das Wort. Alles ist aus dem Wort entstanden. Das Wort ist Gott in Aktion. Das fleischgewordene Wort ist Christus, der mitten unter Menschen wohnt. Das Wort ist damit der innere Brennstoff, der den inneren Raum des Menschen ausfüllt. Es ist das tiefe Geheimnis in uns, das uns am Leben erhält. Ohne dieses Wort wäre kein Mensch handlungsfähig. Es ist Anfang und Ende allen Seins.

Wo wir dieses Wort befragen, stellen wir unser Leben in die ursprünglichen Gesamtzusammenhänge. Wo das Wort in uns zuhause ist, sind wir Zuhause. Darin liegt die elementare Lebensverankerung, aus der heraus sich alle weiteren Fragen des Lebens aufschlüsseln lassen. Wo diese allererste Ausrichtung fehlt, können wir fragen wen wir wollen und wir finden dann auf vieles keine erschöpfenden Antworten. An der Frage nach dem Wort, entscheidet sich alles müde werden und Kraft haben. Wer sich nicht zuerst dieser Frage stellt, raubt sich seine grundsätzliche Energiequelle.

In der Tradition unseres Klosters, stehen am Geburtstag auf dem Frühstückstisch, Blumen, Süßigkeiten und ein Wort, das für das nächste Jahr zum Programm wird. Bei mir steht dieses Wort auf dem Hausaltar in meinem Zimmer und ist der stärkste Antrieb bei allen Fragen. Dieses Jahr: „Der Herr wird vor dir herziehen.“ Welche Ängste brauche ich da auf meinen Wegen haben? Jeder hat solche begleitenden Worte, die ihm einmal zugesprochen wurden. Nehmen wir sie als das was sie sind, der rote Faden unseres Lebens. Der zieht sich durch dick und dünn. Wo wir zuerst nach dem Wort des Herrn fragen, können wir stehen, auch wenn die Welt über uns zusammenbricht.

Werden nicht fast automatisch viele andere Fragen mitbeantwortet, wenn wir zuerst nach dem Wort des Herrn fragen?

Gott segne dich.

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Leidenschaft kennt keine Schranken

Wenn ich leidenschaftlich gerne fotografiere, ist mir kein Aufwand zu viel, die Blume oder den Menschen, den ich ablichte ins rechte Licht zu setzen, damit die ganze Schönheit zum Tragen kommt.

Deinen Willen, mein Gott, tue ich gern, und dein Gesetz hab ich in meinem Herzen.“
Ps. 40, 9

Das was uns antreibt bestimmt unser Handeln und gibt uns die Kraft mit Widerständen umzugehen. Was wir gern tun, ist der Anfang unserer Leidenschaft. Es ist die Energiequelle, die zum Selbstläufer wird. Es ist das Feuer, das zum Flächenbrand wird. Das was ich gern tue, ist der Motor in uns der gestartet wird und nicht mehr aufzuhalten ist. Dazu brauche ich keine Einladung, keine besondere Aufforderung, da fängt sich etwas an zu bewegen aus einer inneren Schubkraft. Da glüht das Herz, für das was es liebt. Der Glaube ist solch eine Energiequelle. Wo die Liebe zu Gott überschwappt wird Leidenschaft geboren. Wo ich anfange für seine Gesetze zu brennen, bin ich bereits von ihm angezündet. Wo das Gesetz Gottes in mir glüht, werde ich nicht zum Paragraphenreiter, sondern bin von einer barmherzigen Liebe erfasst. Damit wird die ganze Erlösungskraft Christi in mir freigesetzt. Dieses Gesetz ist der Befreiungsschlag zu unserer Leidenschaft, die durch viele belastende Ereignisse in uns zugeschüttet ist. Den Willen Gottes tun wird zu einer unaufhaltbaren Aufbruchstimmung. Es ist gerade das Gegenteil von der Vorstellung die wir von Gott haben. Glaube macht das Leben nicht beschwerlich und mühsam, sondern setzt ursprüngliche Energien frei. Wer bei Glaube an Begrenzung und Einengung denkt, verscherzt sich den Kern seiner Leidenschaft. Glaube bricht das Eis und setzt Liebe frei. Aus dieser Liebe, aus dieser Leidenschaft, aus dem was ich gern tue überschütte ich das Leben. Da ist dann soviel Energie vorhanden, die sich von Widerständen nicht mehr aufhalten lässt. Gott zu lieben und seinen Willen tun, ist die größte Erweiterung, die ein Leben erfahren kann.

Wenn ich eine bemooste Kugel auf einem Birkenstamm fotografieren will, die mit Zapfen und Beeren zu einem floristischen Kunstwerk gestaltet ist, dann kenne ich kein Gesetz, die in Szene zu setzen. Die steht dann nicht einfach im Außenbereich und wir schnell mal mit dem Handy im Vorbeigehen abgelichtet, sondern da werden alle Register gezogen. Ein schönes Werkstück verlangt gebührende Beachtung. Dieses Objekt wird drinnen in einen Koniferenkranz vor einen Spiegel gestellt und mit zwei Strahlern von rechts und links ausgeleuchtet. Meine Leidenschaft für ein ausdrucksstarkes Bild lässt mich einen Aufwand betreiben, bei dem keine Mühe zu viel ist. Es fällt mir leicht, viele Hürden zu überwinden.

Wer den Glauben für sich als Energie entdeckt, brennt für die Liebe, brennt für das was aufbaut, brennt für das was lebendig macht. Gleichzeitig wird er mit dieser Energie, anders mit Schwierigkeiten und Krisen umgehen. Leidenschaft kennt keine Schranken.

Brennt dieses Gesetz in uns, dass uns die Mühen unserer Tage nicht zurückschrecken lassen?

Gott segne dich.

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Steh‘ auf und singe

Einem Gelähmten zu sagen, steh auf, nimm dein Bett und geh´ heim, ist beileibe kein Pappenstiel, wenn man weiß, wie viel harte Therapie nötig ist, bis ein Querschnittsgelähmter überhaupt einmal auf die Beine kommt, oder gar anfängt zu laufen.

Herr, du lässest mich fröhlich singen von deinen Werken, und ich rühme die Taten deiner Hände.“
Ps 92, 5

Wenn Gott Hand anlegt, sprengen Ketten, türmen sich Wassermassen auf zur Schlucht, dass dadurch ein ganzes Volk vor seinen Verfolgern entkommen kann. Da sprechen brennende Dornbüsche und verbrennen nicht, da haben brüllende Löwen schlagartig keinen Appetit mehr. Für normale Menschen sind Gottes Taten abnormal. Da sind Dinge möglich, die sind für unsere Augen und Ohren absurd. Da geht etwas, was unser Denken übersteigt. Unter seinen Werken erkennt der Mensch mit all seinem Wissen, wie wenig er weiß. Gott schöpft aus einem Topf, den wir nie ermessen können. Da sind die für uns unmöglichen Dinge möglich. Es setzt sich unverschämte Ziele und erreicht sie auch. Er bewegt sich in Räumen, die wir nur erahnen können. Die Werke und Taten des Herrn zeigen uns, dass wir nur winzige Bruchteile der realen, wahren Welt erfassen, von dem was für Gott Wirklichkeit ist. Wir sind voller Begrenzungen, Blockaden und Einengungen. Wir sind wie die Gelähmten, die ein Leben lang auf der Bahre liegen und gar nicht wissen, das eine Berührung von Jesus uns in neue Räume aufbrechen lässt. Wir beklagen unser gelähmt sein, unser abgeschnitten sein von einem bewegungsfreien Dasein, und lassen uns von anderen durchs Leben tragen. Dabei ist da einer da der berührt. Da ist einer, der das Blut in vollem Saft durch die Adern fließen lässt und die Muskeln straff macht. Da ist einer der vergeben kann und damit alle inneren Lähmungen auflöst. Da macht einer die Bremse auf, damit wir nicht mehr im Kriechgang dahinschleichen. Es werden Saiten angezupft, die noch nie einen Ton von sich gegeben haben. Wo ein Gelähmter wieder auf die Beine kommt beginnt ein Fest.

Wo dieses Wort „steh auf“ an uns ergeht, wird Leben zum Lob. Jeder Schritt wird zu einem großen Halleluja. Lobende Menschen sind aufgestandene Menschen. Es rühmen diejenigen, die den Mut haben gegen die bestehenden Realitäten anzuglauben. Wenn Christus da ist, können wir an das Unmögliche glauben. Betrachten wir die Lähmungen und Unmöglichkeiten unseres Lebens unter einem glaubenden Herzen, stehen uns alle Wege offen. Das geht nicht, gibt es dann nicht. Da ist keine Situation ein hoffnungsloser Fall. Da können wir über jeder Misere unverschämte Ziele setzen und werden uns wundern, wie wir dadurch neue Räume betreten werden. Da wird der angstbesetzte Alltag zu einem Ort, an dem ein Singen und Klingen anbricht. Wir werden Singen, wenn wir aufstehen und unser Bett unter den Arm nehmen.

Wie sehr nehmen wir den Ruf zum Aufstehen ernst, der unsere Lähmung auflösen will und uns zum Singen bringen.

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Freudig im Jammer

Mitten im Unglück zu stehen, ist kein Grund dafür unglücklich zu sein.

„Mit Freuden will ich dir Opfer bringen und deinem Namen, Herr, danken, dass er so tröstlich ist.“
Ps. 54, 8

„Wenn kein Wunder passiert, sei selber eines!“ das sagt Nick Vujicic, der Mann ohne Arme und Beine. Als glaubender Mensch motiviert er Menschen auf der ganzen Welt, das Leben in allen Kostbarkeiten dankbar auszuschöpfen, auch wenn die Umstände eine andere Sprache sprechen. Er sagt weiter „…ohne Arme und Beine zu leben ist nur halb so schlimm wie ohne Hoffnung“. Wer Trost hat, kann mit Freuden leben, auch wenn er ein Krüppel ist. Damit brauchen wir zum Leben und zum Glück nicht in erster Linie einen funktionierenden Körper, sondern einen Tröster. Auch wenn das Leben uns in Stücke zerlegt und unmenschliche Fragen aufwirft, uns scheinbar unbarmherzig benachteiligt, ist das nie ein Grund zur Trauer und Undankbarkeit. Evangelium ist Freude trotz Trauer. Wer durch den Namen des Herrn getröstet ist, wird innerlich vom Unglück getrennt. In diesem Namen ist eine viel größere Macht, als das Unglück an Schaden anrichten kann. Dieser Name ist das Machtwort, das über alle Namen steht. Es ist der Name, der sein eigenes Leben verloren hat, um allen das Leben zu schenken. Trost ist das Christus-Leben in einer sterbenden Welt. Auch wenn wir von Unheil umringt sind, auch wenn der Zerfall dieser Welt nicht aufzuhalten ist, findet mitten darin Auferstehung statt. Trost ist aufstehen im Sterben. Trost ist eine himmlische Gabe für die irdische Welt. Trost ist der Widerspruch zu allem Schrecklichen im Leben. Wer den Tröster hat, hat Freude im Chaos.

Wo die Freude im Leben ausgeht, wo wir absolut nichts mehr zu lachen haben, liegt das Problem nicht im Äußeren, sondern in mir. Es gibt kein Unglück das an meinem Elend schuld ist, es gibt nur unglückliche Herzen, die keinen Tröster gefunden haben. Wir müssen uns davon lösen, die Schuld für die Unannehmlichkeiten unseres Lebens in den Umständen zu suchen. Es ist der größte Quatsch, wenn Psychologen frühkindheitliche Störungen für die Fehlentwicklung eines Lebens verantwortlich machen. Da wird die Schuld auf die Erziehungsberechtigten geschoben, die mich dann in eine Opferrolle drängen. Natürlich können Fehlentwicklungen kriminelle Energien freisetzten, jedoch hat jeder erwachsene Mensch die Freiheit, gegen diese Fehlentwicklungen anzugehen. Nick hat eben von Geburt an keine Arme und Beine. Er hätte Grund genug den Genen oder was weiß ich, die Schuld zu geben, dass er verdammt ist, ein jämmerliches Leben zu führen. Doch er hat sich an den Tröster gehalten und sein Leben in die Hand genommen. Oder wir kennen das alte Kirchenlied: In dir ist Freude, in allem Leide! Freude und Dankbarkeit liegt an dem, wie wir uns trösten lassen.

Wem wollen wir irgendetwas vorwerfen, dass wir keinen Grund zur Freude hätten?

Gott segne dich.

Nick Vujicic
https://bit.ly/2quuRZ2
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