Hörende haben kraftvolle Worte

Es gibt Worte, die die Kraft haben, die ganze Welt zu bewegen.

„Der Herr war mit Samuel und lies keines von allen seinen Worten zur Erde fallen.“1. Sam 3, 19

Samuel, ein junger Prophet, bewegte sehr viel in den damals politischen Spannungen des Volkes Israel. Was Samuels Worte so schlagkräftig machte, war, dass der Herr mit ihm war. Wo sich Gott hinter einen Menschen stellt, machen Worte Geschichte. Die Voraussetzung dazu war, dass Samuel schon in jungen Jahren auf die Worte Gottes hörte. Sehr feinfühlig reagierte er auf die Stimme, die zu ihm sprach. Dieses Hören und auf das Reden Gottes eingehen, machte ihn zum Sprachrohr. Im Hören auf das Wort, bekamen seine Worte Gewicht. Er wurde damit selbst zu O-Ton Gottes. Mit dem was er sagte, begann Gott zu handeln und Geschichte zu schreiben. Seine Worte wurden zu Gottes Worten. Darin äußert sich die Vollmacht eines Verkündigers, dass seine Worte von einem höheren Geist geprägt und durchdrungen sind. Wo sich der Mensch Gott hingibt, bekommen seine Worte eine durchschlagende Kraft, die nicht unter seiner Kontrolle liegen. Da können wir die Geschichte von Paulus durch Kleinasien und Europa verfolgen. Das wurde uns im vergangenen Jahr oft eindrücklich im Reformationsjubiläum vor Augen gestellt. Da hat ein kleiner Mönch eine Kirchenrevolution ausgelöst, was viel Erneuerung und auch Trennendes mit sich gebracht hat. Doch auch heute sind es Männer, die vom diesem Geist des handelnden Wortes durchdrungen sind, die gegen diese Trennung der beiden Großkirchen angehen. Bei dem ökumenischen Gedanken sprachen die Bischöfe Marx und Bedford-Strohm große Worte. Das verbindende Element in der Kirche, sind nicht all die Bemühungen gutmeinender Menschen, sondern Christus selbst. Wo Christus die Mitte ist, wird die Kirche eins. Karl Barth sagte: nur die Predigt des Wortes Gottes ist Gottes Wort. Überall wo Menschen sich auf das Wort einlassen, ist Gott mit ihnen, und werden ihre Worte zu einer Macht, die Welten bewegt.

Das sind dann Worte die aufrichten und trösten. Es sind Worte, die klare Wege in die Zukunft aufzeigen. Es sind Worte, die konfrontieren und vom Übel befreien. Die Zielrichtung dieser Worte ist immer, sich auf den handelnden Gott einzulassen. Große Worte führen in die Gottesgegenwart. Es sind immer die Worte eines Hörenden. Bei solch einer Haltung der Glaubenden, ist Gott mit uns und bekommen unsere Worte Gewicht.

Sind wir so offen für das Wort, dass dadurch unsere Worte Kraft haben, Glauben zu wecken?

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Unser Jammer ist bekannt 

Wer erkannt ist, dem sind Lasten abgenommen.
„Gott kennt ja unseres Herzens Grund.“

Ps. 44,  22
Was Gott kennt, ist versorgt. Gott kennt Höhen und Tiefen, er kennt Stärken und Abgründe. Gott dringt bis zur letzten Faser unseres Empfindens durch. Was er kennt, ist bekannt, ist offenbar. Die gibt es keine Geheimnisse und keine grauen Schatten. Gott weiß zutiefst wie wir ticken, was uns bewegt und umtreibt. Er ist am Kern unserer Existenz. So nahe kommt nicht der liebste Mensch. Wen Gott kennt, der ist nicht mehr auf sich gestellt. Kennen heißt nicht, er hat uns auch einmal über die Erde springen sehen, sondern kennen ist erkannt sein. Erkannt sein ist in der Bibel die innigste Verschmelzung zwischen Mann und Frau. Gott verschmelzt sich mit uns. Er geht in uns auf. Er wird ein Teil von uns. Was uns berührt, berührt ihn. Unsere Freude ist seine Freude, unser Kampf ist sein Kampf. Im Kennen wird unser Sein zu seinem Sein. Ab diesem Moment sind wir nicht mehr auf uns selbst gestellt. Unser Wohl und Wehe ist seine Sache. Was er erkannt hat, treibt ihn um. Wir sind zu seinem Herzensanliegen geworden. Da gibt es keine Träne, die einsam geweint wird, keinen Kummer, der ohne Trost bleiben würde. 
Wer erkannt ist, kann Vertrauen aufbauen. Vertrauen ist die beste Medizin bei Ängsten und Sorgen. Unser ehemaliger Ministerpräsident von Baden Württemberg Erwin Teufel sagte einmal: Wenn du das Vertrauen der Menschen gewinnst, kannst du Großes bewegen, du kannst sie führen, auch bei Dingen, die sie nicht verstehen. Gottvertrauen kommt daraus, dass er alles aus dem FF kennt. Da kommt Ruhe in alle Verwirrungen. Das entstresst alles angespannte Dasein. Dieses Kennen wirkt jeder Sorge für Morgen entgegen. 
Das können wir von keiner menschlichen Beziehung erwarten. Da müssen wir oft erschreckend feststellen, dass wir selbst in einer langjährigen Lebensgemeinschaft noch nicht einmal wissen, was das Lieblingsessen des einzelnen Bruders oder der Schwester ist. Menschliches Kennen ist selbst im vertrauten Kreis sehr flüchtig. Das erleben wir im Extrem bei Amokläufern bitter. Keiner im Umfeld hat etwas von den inneren Umtrieben gemerkt.  
Wen Gott kennt, ist aufgefangen und gehalten. Dieses Kennen durchbricht die einsamsten Stunden. Deshalb können wir vertrauen. Daher gibt es keine Situation, die zum Verzweifeln ist.
Was haben wir zu beklagen, wenn alles bekannt ist?

Der richtige Wer macht’s 

Wo wir den richtigen „Wer“ haben, brauchen wir das Rad nicht neu erfinden.

„Ich will deinen Namen preisen für deine Güte und Treue; denn du hast dein Wort herrlich gemacht um deines Namens willen.“

Ps. 138, 2
Zweimal das Wort Namen in einem Satz. Ein Name steht für die Person. Ein Name bürgt für Qualität oder Misserfolg. Mit Namen sehen wir Geschichten – Mose, Abraham, David oder Donald Trump, Angela Merkel, Martin Schulz. Der Name Gottes umfasst noch eine ganz andere Größe. Sein Name beschreibt seine Eigenart und das was er schafft. Weil er das Gute in Person ist, das sich unverrückbar an die Menschen bindet, haben seine Worte gewaltige Kraft. Aus dem Namen Jahwe, kommen Worte, die die Erde umkrempeln. Sein Name ist, wunderbar Rat, Kraft, Held, ewig Vater, Friedefürst. In diesem Namen liegt der Befreiungsschlag durch Christus. Mit diesem Namen wendet sich alles radikal zum Guten. Dieser Name ist der Gegenschlag zu allem Übel. 
Neulich frage jemand in einem Chat, ob irgend ein Teilnehmer eine gute und günstige Druckerei kenne. Als Rückantwort bekam er die Frage: Ist dein Google kaputt? Wenn wir etwas nicht wissen, können wir uns schlau machen, oder jemand fragen, der sich damit auskennt. Wenn ich für die Struktur eines Unternehmens, mit Finanzen, Gehälter und Mitarbeiterplanung Unterstützung brauche, suche ich mir einen „Wer“. Das ist einer, der sich auf diesem Gebiet auskennt. Der Wer ist der richtige Name, für die richtige Sache. Statt einer Bauchlandung durch verzweifelte Eigenversuche, bringt mich der Wer schneller an mein Ziel. 
Für den Lebensfrust und die vielen Baustellen des Lebens, ist Gott unser Wer. Wo alle unsere Hoffnung schwindet, ist dieser Name die richtige Adresse. Wo wir nicht mehr aus und ein wissen und uns von aller Welt verlassen fühlen, brauchen wir den, der zu uns hält. Von diesem Wer kommen aufbauende Worte. Unter diesem Namen ist ausweglos nicht mehr hilflos, da geschieht die herrliche Wende. Wir tun gut an diesem Namen, weil der Treue Gutes an uns wirkt. Das ist das Großartige, dass in die schwierigste Situation einer kommt, der es herrlich hinausführen wird. Daher können wir diesen Namen nicht hoch genug preisen.
Wenn wir solch einen Wer kennen, warum wollen wir uns dann alleine durchwursteln?
Am nächsten Sonntag, gibt es für das „Wort für Heute“ ein historisches Ereignis. Diese Auslegungen haben ja ihren Sitz und Ursprung, in der Unterstützung von Natalie, nach ihrem schweren Motorradunfall. Für sie findet am 28. Jan in Bärenstein im Erzgebirge ein Benefizkonzert statt. Jeder hat dabei die Gelegenheit Natalie live in ihrem Rollstuhl zu erleben, wie sie aus diesem Wort die Kraft erhält, ihr Schicksal mit starker Hoffnung und Kampfgeist zu gestalten. Wer  Dankbarkeit gegenüber diesen Auslegungen empfindet, kann sie ganz direkt unterstützen. Sie hat im Sommer durch eine Therapie die Chance, wieder auf die Beine zu kommen. Infos: www. Auf-eigenen-Beinen.com  

Die heilsamste Therapie

Wir sind unablässig von einer Leben schaffenden Kraft umgeben und durchdrungen.

„Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht.“1.Mose 1, 3

Knackiger und knapper kann man den Inhalt von Leben nicht mehr auf den Punkt bringen. Der 3. Satz der Bibel bahnt eine unverrückbare Leuchtspur. Gott kippt den Schalter. Gott schafft Licht; damit atmet die Schöpfung. Mit Licht entsteht Photosynthese und der Baum fängt an zu wachsen. Sonnenstrahlen, und schlagartig sind die Menschen gut drauf. Wo Licht ist, ist Leben. Mit dem Licht, ist alle Existenz auf lebendig sein gesetzt. Das ist kein Plan oder eine tolle Idee, es ist tatsächlich so. Es werde und es ward. Licht ist ein Tatbestand für alle Zeiten. Diese Voraussetzung liegt auf allem umnachteten Leben. Aller Finsternis ist das Licht ausgegangen. Gott hat gezielt am Anfang der Schöpfung die Nacht beendet. Er hat das ganze Betriebssystem der Erde auf „Go“ gestellt. Mit dem Licht stellt er alles Leben in seine Gegenwart. Alles Gedeihen lebt aus der Gottes-Präsenz. Gott in seiner Existenz garantiert wachsen, blühen und Frucht tragen. Im Licht wird der Mensch zu einem fruchtbaren Geschöpf. Die Beziehung zum Licht macht den Menschen aus. Wo die Lichter ausgehen, ist die Beziehung ausgegangen. Mit dem Christus-Licht bringt er das Licht nicht nur in die Welt, sondern ins Zentrum des Menschen. Christus ist das Licht der Herzen. In der Schaltzentrale, aus der alle Entscheidungen des Lebens hervorgehen soll dieses Licht aufgehen. Im Kern des Denken und Fühlens, sollen alle Nächte verschwinden. Christus ist die Großoffensive gegen die Finsternis und alle geistige Umnachtung. 
Von diesem Licht sind wir umgeben und durchdrungen. Wir haben damit den kürzesten Weg zum Leben, wenn die Lichter ausgehen. In unserem Miteinander wird es tagtäglich finster. Auf den besten Beziehungen liegen Schatten. Menschsein ist eben ohne Licht dunkel. Damit geschehen Verletzungen, es entsteht Frust und wir werden von Bitterkeit aufgefressen. Diese Nacht und dieser Sterbensprozess liegt auf den schönsten Freundschaften. Wir brauchen uns da keinen Illusionen hingeben, dass wir selbst das abstellen oder uns das abtrainieren können. Die Aufhellung, das Licht kommt nicht aus uns, sie kommt aus dem, der Licht ward. Wir können damit jeden Augenblick gegen alle Wachstumsstörungen angehen. Wir können, wenn wir versauern, uns so schnell wie möglich ins Licht setzen. Der Glaube ist die heilsamste Lichttherapie. Wo das Herz schwer und die Gedanken belastet sind, ist dieses Licht die beste Medizin.
Warum tun wir uns oft so schwer, die wohltuende Kraft des Lichtes an uns zuzulassen und nach einer schrecklichen Nacht, einen neuen Tag zu gestalten?

Geläuterte Worte heilen

Je klarer das Wort, umso stärker zeigt es klare Wege auf.

„Die Worte des Herrn sind lauter wie Silber, im Tiegel geschmolzen, geläutert siebenmal.“Ps. 12, 7

Die Worte des Herrn haben eine ganz andere Qualität als wir sie aus unserem Miteinander kennen. Diese Worte besitzen etwas so Klares, etwas so Reines, dass sie die ganze Welt aushebeln können. Der Wert dieser Worte ist so hochwertig, dass sie Menschen damit gesund machen. Es sind Worte die bewegen, Worte, die schillern wie Edelsteine. Wo dieses Wort gesprochen wird, geht die Sonne auf. 
Wenn wir den Vergleich zu unseren Worten anstellen, stellen wir fest, unklare, unsaubere Worte reizen. Wo Worte nicht geläutert sind, haben sie verletzende Kraft. Viele Worte zerstören das Miteinander, weil sie aus Ärger und nicht aus einem reinen Herzen kommen. Wo Worte ungeprüft herausschwallen, richten sie das größte Chaos an. Wort ist nicht Wort. Wort ist nicht neutral. Die Qualität des Wortes erkennt man, was daraus entsteht. 
Gottes Wort schafft was es sagt. Es schafft den Erlöser im Leib der Maria. Es schafft die Auferstehung vom Tod. In diesem Wort liegt die ganze Heilskraft des Christus. Wo dieses Wort auf Menschen trifft, schafft es Klarheit. Es reinigt und veredelt die Menschen. Geläuterte Worte, schaffen geläuterte Menschen. Da entstehen Leuchtfeuer, die Wege aufzeigen und Spuren hinterlassen. Worte die leuchten und für andere zur Hilfe werden, können nur aus diesem Wort kommen. Unsere Worte müssen auf den Prüfstand dieses geläuterten Wortes, wenn sie die Kraft haben sollen, für andere zum Licht zu werden. Unsere Worte brauchen den Reinigungsprozess einer Edelmetall Herstellung, wenn sie versöhnen wollen. Wo dieses Wort die Kraft in uns verliert, brauchen wir uns nicht über das Konfliktpotenzial unserer Worte wundern. Im Festhalten an diesem geläuterten Wort, liegt der Wert und die Wirkung unserer Worte. Jeder Schmerz, den unsere Worte auslösen, zeigt wie notwendig eine Reinigung ist. Wo unsere Worte nicht geläutert sind, besitzen sie in den Konflikten keine heilende Kraft. Wenn dieses edle Wort des Herrn uns vereinnahmen kann, reinigen und heilen wir unser Miteinander.
Wie fest sind wir an diesem Wort, dass unsere Worte geläutert werden? 

Ich habe einen Traum

Wer eine weite Sicht bekommt, kann nur von einem großen Frieden träumen.

„Du bist die Zuversicht aller auf Erden und fern am Meer“Ps. 65, 6

Was die Rede „I have a dream“, von Martin Luther King so unvergesslich und weltumspannend gemacht hat, war die Zuversicht, die dieses Worte ausstrahlten. Zuversicht ist eine Sicht in die Zukunft, mit der die Hoffnung alle Grenzen sprengt. In Zuversicht liegt eine Bewegung, die einen viel größerer Horizont über unserem begrenzten Dasein aufreißt. Darin liegt die Perspektive, wie umfassend Gott alles Leben sieht. In Zuversicht, ruht alles Dasein in Gott. Das ist weit mehr als ein bisschen Hoffnung für mich. Da ruht die Zukunft der ganzen Schöpfung in Gott. Aller Menschen auf Erden und am fersten Meer. Gott träumt diesen weltumfassenden Traum. Er ist die Hoffnung und Zukunft für die Glaubenden und nicht Glaubenden. Diese Sicht schließt die Versöhnung aller Menschen ein. Es ist die Sicht, dass alles aus Gott hervorgeht und auf ihn zurückfließt. Gott vereint die Völker, er vereint seine ganze Schöpfung. Es ist der umfassende Blick von Heil, der Gott in seinem Handeln antreibt. Mit dieser Sichtweise, mit dieser Vision, hat Martin Luther King, die Welt bewegt, die Herzen erobert, Grenzen und Systeme überwunden und die Menschen näher zusammengebracht. Das war ein historischer Beitrag zum Frieden in der Welt. In der Zuversicht, liegt der Christus, der in die Welt gekommen ist, um unter den Menschen ein neues Friedensreich aufzubauen. In Christus liegt die Gegenbewegung zu einer auseinanderbrechenden Welt. Mit der großen Sicht auf den Plan, den Gott mit seinem Menschen hat, rücken Fremde näher zusammen. Die Zuversicht hat ein menschenverbindendes Element. Wer unter diesem Horizon lebt, kann dem Andersdenkenden und Andersglaubenden, nicht mehr den Schädel einschlagen. In der Zuversicht aller auf Erden, kann für die Zukunft der Fremde nicht mehr mein Gegner sein.  Da liegt selbst da Leben des Ungläubigen in Gottes Hand. Gott lässt hinter den Frommen keine Schranke herunter, sondern steht mit Christus für eine unversöhnte Welt. Gott will alle, auch die, die wir nicht wollen, weil sie seine Geschöpfe sind. Wo wir in Zuversicht leben, leben wir in der großen Sichtweise Gottes.
In der Zuversicht sehen wir die Menschen nicht wie sie sind, sondern wie sie Gott gedacht hat. Wir sehen sie darin, welches Entwicklungspotential in ihnen liegt. Damit wird der Umgang mit dem Anderen anders. Für eine große Zukunft wird jeder gebraucht, da suchen wir viel mehr das Verbindende, als das Bekämpfens werte. 
Wo kann uns die Zuversicht, hier eine weite und große Sichtweise schenken?

Klare Besitzverhältnisse, schaffen hoffnungsvolle Zukunft 

Meins bleibt meins, und das geht keinen andern etwas an.

„Sie sollen mein Eigentum sein, und ich will mich ihrer erbarmen, wie ein Mann sich seines Sohnes erbarmt, der ihm dient.“

Mal. 3, 17
Sicher kennen wir den Unterschied zwischen einem Eigenheim und einer Mietwohnung, die vielleicht noch von einer Wohnungsbaugesellschaft angeboten wird. Da liegen Welten dazwischen. Die Mietwohnung ist zweckmäßig eingerichtet, dass alles sauber funktioniert, jedoch wird kaum eine intensive Beziehung zu diesem eigentlich fremden Wohnraum entstehen. Wenn da mal ein Schaden entsteht, steht man schnell mal auf den Standpunkt, das geht mich doch nichts an. Ganz anders, wenn man sich selbst sein Traumhaus verwirklicht hat. Da ist man irgendwie mit jedem Balken und Dachziegel per Du. Was das Eigene ist, hat einen weit höheren Stellenwert, man hegt und pflegt es wie seinen Augapfel. Es wird viel überlegt und investiert um auch noch die letzte Kummerecke prachtvoll herauszuputzen. Man kann es nicht mit ansehen, wenn da irgendetwas anfängt zu vergammeln. 
Wir sind Gottes Eigentum. Wir sind das Beste, auf das er sein ganzes Augenmerk geworfen hat. Ihm ist in keiner Weise egal, was mit dem passiert, was ihm gehört. Uns gilt seine volle Aufmerksamkeit und Hingabe. Für ihn ist es das Größte, uns glanzvoll auszugestalten. Jeder von uns ist ein Musterhaus vom Feinsten. Für seinen Besitz investiert er alles. Eigentum sein, heißt nicht, dass da einer Besitz von uns ergreifen will, sondern das Beste aus seinem Besitz machen will. Weil wir sein Eigentum sind, sind wir sein ein und alles. Wir können uns glücklich schätzen, solch einem Besitzer zu gehören. Sollte da ein Hochwasser eindringen, wird das Haus nicht den Wassermassen überlassen. Oder sollte das Haus einmal ausbrennen, wird es mit Sicherheit nicht wie in unserem Nachbarort nach 3 Jahren dem Verfall überlassen. Der wahre Eigentümer ist die Rettung für alle zerfallende Baumasse. Da ist der richtige Mann am richtigen Platz und legt Hand an. Wo wir Gottes Besitz sind, reißt ein anderer sich für uns die Füße heraus.
Eigentum sein, ist keine Erniedrigung oder Versklavung, sondern ein echtes Privileg. Egal, was über das Haus hereinbricht, ist ein engagierter Kümmerer da. Wo einer da ist, der sich erbarmt, hat die Not keine Macht mehr. Würden wir nicht Gott gehören, oder uns gegen sein Erbarmen wehren, würden wir einfach nur alt aussehen und immer mehr verfallen. Wo die Besitzverhältnisse geklärt sind, ist die Zukunft sicher.
Was soll uns hindern, dass der Hausherr seine Arbeit an uns macht? 

Wehren gegen Verblendung

Wo der Mensch das annimmt, was er hat und ist, ist er dankbar und kommt zur tiefen inneren Ruhe.

„Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus noch alles, was sein ist.“5.Mose 5, 20

Die zehn Gebote haben es voll in sich. Sie regeln die Beziehung zu Gott und den Mitmenschen. Im Begehren liegt der größte Beziehungskiller. Da schlägt die Leidenschaft des Lebens ins Gegenteil. Gier und die Angst zu kurz zu kommen, bringen das Übel über die Menschheit. Sobald ich mich nicht mehr nur freue über das schöne Haus, den tollen Garten des anderen, sondern der Auch-Haben-Wollen-Effekt einsetzt, beginnt der Teufelskreis. Sobald das Begehren kommt, wächst die Unzufriedenheit mit dem, was man hat und schwindet die innere Ruhe. Gier und Eifersucht, ist der verzweifelte Versuch, sich etwas anzueignen, was einem selbst verwehrt ist. Es ist die geballte Unzufriedenheit, die Gott ins Gesicht schlägt. In jeder Gier nach mehr, nach Schönerem und Besseren, liegt der Vorwurf: Gott, warum er, und ich nicht? Das Schielen nach dem Anderen macht krank. Der Mensch greift nach etwas, was gar nicht für ihn gedacht ist. Er kann das, was ihm von Gott gegeben ist, nicht anerkennen und akzeptieren. Es gibt auch eine fromme Habgier. Da gibt es viele Glaubende, die nicht die Gemeinde annehmen, in die sie gestellt sind. Diejenigen sind dann ständig unterwegs nach besserer Gemeinschaft oder einem noch bibeltreueren Prediger. Diese Gier nach dem noch besser zu mir passenden, zeigt eine Verbrauchermentalität, die sich nicht gerne mit seinen Gaben einbringt. Es gibt fromme Menschen, die als Frau, lieber Mann sein möchten. Sie hadern mit Gott und begehren eine andere Wirklichkeit. Dabei denke ich nicht an genetische und hormonelle Störungen. Die Unzufriedenheit ist der Anfang der Undankbarkeit und des unglücklich sein. 

Daher ist die Gier, die Eifersucht und Begehren mehrfach in den Geboten verankert. Gott will, dass wir erkennen, dass das was wir haben, das Allerbeste für uns ist. Wir leben aus den Gaben, die Gott uns gegeben hat. Darin hat er sein ganzes Wohlwollen für uns hineingelegt. Begehren ist wegschauen, Dankbarkeit ist annehmen. Gott will uns in dem was er uns anvertraut hat entfalten. In Stehen vor Gott, im dankbaren Genießen und Verbrauchen dessen, „was unserer“ ist, liegt unser ganzer Reichtum. Im Glauben kommen wir zu der tiefen inneren Ruhe. Wir haben Gott, wir haben Christus, damit ist uns Vollkommenes offenbart. Wir sind dankbar für uns selbst und das, was uns geschenkt ist. Damit können wir uns mit vollem Eifer und mit ganzer Leidenschaft, mit dem, was wir sind und haben einzubringen. 
Wo rauben uns Dinge die innere Ruhe, weil wir meinen, wir hätten nicht genug?

Selber groß, geht in die Hos‘

Der Ganzguss des Menschen liegt in der Ehrfurcht gegenüber seinem Schöpfer.

„Fürchtet den Herrn und dient ihm treu von ganzem Herzen; denn seht doch, wie große Dinge er an euch getan hat.“

1. Sam. 12, 24
Der altgewordene Samuel gibt die Essenz seines langen Lebens, als Abschiedsrede an die Israeliten weiter. Im Rückblick auf die Kapriolen eines Volkes, das von Gott erwählt ist und ständig aus seiner Führung ausgebrochen ist, stellt er klar, die Zukunft liegt in der Ehrfurcht vor dem Herrn. In der Ehrfurcht vor Gott entscheidet sich Wohl und Wehe eines ganzen Volkes uns jedes einzelnen Menschen. Wo die Ehrfurcht schwindet, verlässt der Mensch die Bindung an seinen Schöpfer. Er steigt aus dem wichtigsten Lebensgebot aus, auf das alles aufgebaut ist. „Du sollst den Herrn deinen Gott fürchten, lieben und ihm vertrauen.“ Das ist die Grundlage allen Lebens. Darüber kann der Mensch nicht befinden oder entscheiden, ob er das will, sondern es ist die Tatsache, dass wir der Ton in der Hand des Meisters sind. Ehrfurcht ist die Anerkennung, dass Gott etwas mit dem Leben plant, das er mit anvertraut hat. In dieser Ehrerbietung erkenne ich an, dass Gott mein Leben gehört. Ich kämpfe nicht in eigener Mission, sondern ich bin ein wertvolles Teil einer großartigen Geschichte. In der Ehrfurcht stellen wir die Weichen, wer in unserem Leben das Sagen hat. Samuel sagt: Eurer Ungehorsam, eurer Mangel an Ehrfurcht hat damals das Volk in die Wüste geführt. Der ehrfürchtige Mose und Aron brachten die Gerufenen von Ägypten nach Kanaan zurück. In der Ehrfurcht liegt die willige Hingabe, liegt das ganze Vertrauen, dass da einer mit mir große Dinge schafft. Die Ehrfurcht macht zu treuen Dienern des Höchsten. Da verschaffen wir uns nicht eigene Größe, wollen etwas sein, was wir gar nicht sein sollen, sondern da ist es das Größte, das zu sein, zu was Gott uns dachte. Im Dienen von ganzem Herzen, liegt der Lebensauftrag der Gerufenen. Damit arbeitet Gott an einem Werkstück, das seinen höchsten Zweck erfüllt. Damit wird das Holz zur Geige und der Same zur Blume. In der Ehrfurcht hat das Holzbrett aufgehört sich gegen seine Bearbeitung zu wehren, um zu etwas anderem zu werden als es gedacht war.  Die Ehrfurcht macht den Menschen vor Gott geschmeidig.
Zukunftsträchtig ist das, was Gott in die Hand nehmen kann. Das bewahrt uns vor dem Dahinwursteln in unserem eigenen Leben. Wo die Ehrfurcht vor Gott schwindet, können wir uns nur noch verrennen. Tragfähig ist das, wo wir uns willig für große Dinge bearbeiten lassen.
Wo fürchten wir noch, wir könnten verlieren, wenn wir „unsere Sache“ nicht selbst in die Hand nehmen? 

Wir sind Glückspilze

Glücklich ist, wer mit den Härten des Lebens gelassen umgehen kann.

Der Herr war mit Josef, und was er tat, dazu gab der Herr Glück.1.Mose 39, 23
Der von seinen eifersüchtigen Brüdern als Sklave verkaufte Josef war ein Glückspilz. Wo der Herr mit ihm war, konnte seine Lebensgeschichte nicht verworrener genug laufen und führte doch zu einem gewaltigen Ende. Die Gegenwart Gottes schreibt unter allen Umständen Geschichte, auch wenn menschlich alles dagegen spricht. Zum Glück von Josef gehörte der Argwohn seiner Brüder, die ihn nur noch gewinnbringend loshaben wollten. Es war Glück, als er über den Sklavenhandel in Ägypten an den Königshof kam. Auch das gehörte zu seinem Glück, von der Frau eines Herrschers verführt zu werden und durch Intrigen hinter Gitter zu kommen. Was er auch tat als glaubender Mensch, wurde ihm menschlich immer wieder zum Fallstrick und gehörte doch zu Gottes Glückssträhne. Der einst in einem Brunnen Gefangene, wurde im Laufe der Jahre zum zweithöchsten Staatsmanns Ägyptens, der als Krisenmanager in einer Hungerkatastrophe fungierte. So sieht das Glück derer aus, mit denen der Herr ist. Was Josef tat, tat er im Glauben an seinen Gott. Gott hat dabei mit seinem Einsatz die Fäden gezogen und Geschichte geschrieben. Das Glück dieser Karriere, liegt nicht in erster Linie in dem was Josef tat, sondern dass der Herr mit ihm war. In ganzer Selbstverständlichkeit machte Josef in der Verantwortung vor Gott seine Arbeit, doch was daraus entstand, lag weit über dem, was er sich je hätte vorstellen können. Glaube, tüchtiger Einsatz und die Gegenwart Gottes machen das Glück aus. Unsere Arbeit, die Gott im Glauben antreibt, ist bereits Gottes Werk. Der Glaubende steht in der glücklichen Situation, dass sein Tun, das Handeln Gottes ist. Er kann selbst gar nicht überblicken, zu welch einem großen Bauwerk die augenblickliche Tätigkeit führt. Er erkennt vielleicht im Nachhinein das Wunder, bei der er selbst ein Beteiligter war.
Es können sich die glücklich preisen, mit denen Gott ist. Da entspannt sich manche Krise, weil sie in einem viel größeren Zusammenhang steht. Da kommt große Gelassenheit in die Wege, die wir nicht verstehen. Das große Glück ist, einfach Gott zu vertrauen und seine Arbeit zu machen. Wir brauchen gar nicht so sehr nach dem Drumherum fragen. Gott macht seine Arbeit und die macht er sehr gut, das ist unser Glück. Wo Gott mit uns ist, können sich Sorgen in Glück verwandeln.
Warum sind wir mit unserem Tun oft angespannt  und unglücklich, wenn der Herr mit uns ist?