Der Ruf ins Unbekannte

Da ist ein unablässiges Rufen, das nur darauf wartet, bis wir uns loslassen und das größte Geheimnis unseres Lebens wagen.

„Der Herr rief Samuel. Er aber antwortete: Siehe, hier bin ich!“
1. Sam. 3, 4

Das mit dieser Antwort bei Samuel klappte nicht beim ersten Mal. Er musste es unter der weisen Einführung seines Lehrmeisters Eli lernen. Er hörte zwar den Ruf, doch er konnte ihn zunächst nicht einordnen. Erst durch den Hinweis des Priesters war ihm klar, da spricht ja Gott mich ganz direkt an. Von irgendwo aus dem Nichts kommt da eine Stimme, die mich ruft. So wie es Samuel erfahren hat, erging es in gleicher Weise den Jüngern. Jakobus und Johannes machten am Boot ihre Arbeit und flickten ihre Netze. Und da war auch wieder dieser Ruf, mitten in der täglichen Arbeit. Er kommt nicht beim Gebet oder einer Meditation, nicht dort, wo wir nach dem Ruf suchen; er kommt ausgerechnet dort, wo wir ihn gar nicht erwarten. Dieser Ruf kommt aus heiterem Himmel, wenn keiner damit rechnet. Er weckt uns aus dem Schlaf, Rufen geschieht beim Tagesgeschäft, im Büro, im Verkauf, beim Putzen. Egal wo wir sind, egal was wir machen, egal wie es uns geht, von irgendwo kommt dieser Ruf, der genau uns meint. Gott will uns, daher ist Leben ein unablässiges gerufen werden. Er sucht die Bereiten, die Hals über Kopf alles stehen und liegen lassen, um in das Unbekannte aufzubrechen. Eigentlich total verrückt, was da Gott mit Menschen macht, dass er von jetzt auf nachher alle gewohnten Abläufe durchbricht und sagt: Ich habe mit dir viel mehr vor, als das, was dich jetzt umtreibt. Er meldet ganz schlicht einen Totalanspruch an dein Leben an. Da ist kein Funke einer Überlegung, was hast du dir eigentlich so gedacht. Gott kommt, Gott ruft: Folge mir. Ohne Umschweife, ohne Erklärung, ohne Begründung. Da werden keine Bedingungen ausgehandelt, sondern nur die Bereitschaft erwartet, mein eigenes Leben zu wagen. Völlig verrückt und aufregend, wie das abläuft.

Das was so schlicht und selbstverständlich aussieht, sind jedoch die herausfordernden Punkte des Lebens. Samuel war bereit, er stand sich selbst nicht im Wege, und sagt: Hier bin ich! Letztlich die einzige Antwort die es auf einen Ruf geben kann. Mit dieser Antwort geschieht etwas Gewaltiges, Gott handelt im Menschen. Er wird ein Teil der Schöpferbiografie. Das ist der Durchbruch in eine ganz andere Dimension des Lebens. Er wird zum Segensträger und Wundervollbringer, weil sich das Naturgesetz in ein göttliches Erlösungsgesetz verwandelt. Da handelt nicht mehr der Mensch aus eigener Kraft, sondern ist Vollmacht in den Schwachen mächtig. Hier bin ich, ist die größte Bereitschaft ein Leben zu wagen, das mich über mich selbst hinausführt. Dieses Rufen schweigt nicht, dieser Ruf umgibt uns wo wir sind und will uns locken.

Wie können wir noch geschmeidiger und offener werden, für das Rufen und Führen, das unsere eigenen Konzepte immer wieder durchbrechen will?

Gott segne dich.
Liebe Grüße Theophilos 💐😇

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Der Überraschungsfaktor

Wenn 5 x 1 = 5.000 ergibt, kommt unser natürlicher Rechenweg ins Schleudern.

„Der Herr sprach zu Mose: Ich habe das Murren der Israeliten gehört. Sage ihnen: Gegen Abend sollt ihr Fleisch zu essen haben und am Morgen vom Brot satt werden und sollt innewerden, dass ich, der Herr, euer Gott bin.“
2. Mose 16, 11-12

Eine merkwürdige Gebetserhörung! Was Gott nicht alles erhört; von wegen freundliches, vertrauensvolles Bitten, da war Murren, Auflehnung und Unverständnis. Erhörung aufgrund einer Revolution. Gott lässt sich selbst bei allem Unmut und Unglauben nicht aus seinem Konzept bringen. Selbst wenn Menschen zu Hyänen werden und aus Hunger zu ihm schreien, genau dort, wo den Seinen die Luft ausgeht und sie sich nicht mehr zu helfen wissen, stopft ihnen Gott das Maul, mit deftiger Nahrung und durchschlagender Erkenntnis. Selbst in der größten Not, geht nichts aus. Er füllt die leeren Hände und offenbart sich darin als ein Gott, der immer für Überraschungen gut ist. 5000 hungrige Menschen auf einem Berg, die Jesus entspannt zum Mittagessen Platz nehmen lässt. Es stellte für ihn kein Problem dar, dass die Küche nur 2 Brote und 5 Fische in der Vorratskammer hatte. Man könnte eigentlich sagen: Wie rechnet solch ein Gastgeber? Doch hier entpuppt sich ein gewaltiger Unterschied zu unserer Mathematik. Wo wir denken, 250 g pro Kopf und Nase, denkt Christus: 5 Fische für 5000 Leute, das ist mehr als genug. Das Ende vom Fest war, dass 12 Körbe übrig waren. Gottes Segen ist unberechenbar. Da kommt unser Zahlenverständnis nicht mehr mit. Da ist Nichts alles. Wo wir „geht nicht“ denken, sagt er: Ich bin euer Gott! Er sagt ganz einfach, rechnet nicht so viel, vertraut mehr, ich will euch überraschen, ich will euch mit Wohlwollen zustopfen.

In den Situationen, in denen wir keine Wege mehr sehen, zahlen wir unser wichtigstes Lehrgeld. Ich bin euer Gott, setzt unsere Grundrechenarten außer Kraft. Segen ist die große Unbekannte, die wir in unseren Berechnungen nicht unterschätzen dürfen. Versorgung und Führung ist gesichert auf Biegen und Brechen. Segen multipliziert das Wenige. Segen weckt in einem natürlichen Denken den Glauben. Es zählt nie das was wir sind, haben und vermögen, es zählt einzig das Geringe, das wir zu bringen haben und das reicht für ganz Großes. Es ist schön, für alles an Gaben was wir mitbringen, doch für das was daraus werden kann, können wir das Tausendfache ansetzen. Der Glaube rechnet mit einem Überraschungsfaktor, den der Verstand nicht kennt. Damit schwindet die Angst, zu wenig zu sein und zu wenig zu haben. Da können wir wie der kleine Junge sein, der die 2 Brote und 5 Fische unter dem Arm hatte, und es wird für alle reichen. Segen macht satt, weil ich euer Gott bin. Segen kann eine Glocke wieder zum Rufen bringen, auch wenn keine Mittel dafür da sind. Segen ist die große Unbekannte, die all unsere Möglichkeiten sprengt.

Wo brauchen wir Nachhilfe, in den Grundrechenarten des Glaubens?

Gott segne dich.
Liebe Grüße Theophilos 💐😇

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Höre auf die heilige Stimme

Wenn schon die Gedanken eines Menschen ihn zu Höchstleistungen antreiben kann, was geschieht dann erst, wenn er von einem heiligen Geist beflügelt wird.

_“O Jerusalem, ich habe Wächter über deine Mauern bestellt, die den ganzen Tag und die ganze Nacht nicht mehr schweigen sollen.“_
Jes. 62, 6

Wenn Gott Wächter über sein Volk bestellt, die nicht mehr schweigen sollen, dann wirken permanent ungeahnte Kräfte auf Menschen ein. Der Glaubende steht unter einem Dauereinfluss, der ihn antreibt – Heiliger Geist. Gott überlässt die Seinen nicht allein ihren eigenen Gedanken und persönlichen Erfahrungen, sondern umgibt und durchdringt alles mit einem Christus-Geist. Da ist ständig eine heilige Macht, die auf Menschen einwirkt, die ihn übermannen will. Wir sind andauernd von einer Stimme umgeben, die sich bei uns Gehör verschaffen will, die ruft und führt. Diese Stimme brauchen wir nicht suchen, weil sie ständig da ist. Unablässig sind wir davon umgeben, dass uns jemand sagen will, wo es lang geht. Oft sprechen wir von einer inneren Stimme, oder vom Gewissen, das einem schlägt. Wir alle kennen diese Stimme. Wir alle kennen dieses Säuseln, dieses Rufen, dieses Mahnen. Keiner kann sich gegen diesen Einfluss wehren. Wir können nur übertönen und ignorieren. Doch dieses heilige Rufen lässt sich nicht abschalten. Tag und Nacht haftet uns diese Stimme an und sagt oft lichtklar wo der Weg langgeht. Es ist die Stimme, die unsere eigenen Wege anklagen will und uns in die Freiheit dieses Geistes führen will. Sie ist da, sie ist unüberhörbar. Sie ist aber auch die Stimme, die von uns niedergeschrien wird, wenn sie nicht in unser Konzept passt. Unsere Routine übertönt diesen Rufer. Doch dieser Wächter ist allzeit lebendig und will lebendig erhalten.

Unsere Lebensformen sind so fest, unsere Abläufe so minuziös eingetaktet, dass eine Stimme, die uns darin unterbrechen will nur stört. Wir haben aufgehört dieser Stimme zu lauschen. Wir haben verlernt die Ohren zu spitzen. Manchmal spüren wir genau, dass diese Stimme recht hat und sich bei uns etwas gewaltig ändern sollte, doch wir haben nicht den Mut der Stimme zu folgen, sondern folgen unseren Gewohnheiten und Prinzipen, weil es angenehmer scheint. Wir verbarrikadieren uns in unserer eigenen Welt und wundern uns, warum Glaube und Leben immer blasser werden.

Der Heilige Geist will Feuer entzünden, will Menschen verbinden, will Vergebung zusprechen, allen den beladenen Menschen. Er will in allen Eingefahrenheiten lebendige Durchbrüche schaffen. Er will das Heilige im Leben wecken und die Menschen zum Eigentlichen führen. Da ist ständig eine Kraft um uns, die nur darauf wartet, dass sie das Leben auf den Kurs der Liebe, Hingabe und Verschwendung führt. Dieser Geist wartet nur auf offene Ohren und Herzen, die er mit erneuernden Gedanken beleben kann.

Wir haben jeden Tag die Wahl, unsere geregelten Formen zu leben, oder uns von diesem Geist unterbrechen zu lassen, um zu einem geheiligten Leben aufzubrechen. Wie entscheiden wir uns?

Gott segne dich.
Liebe Grüße Theophilos 💐😇

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Freude liegt nicht in mir

Wenn man das Konzept der Erde betrachtet, kann man nur feststellen, dass darüber ein Herrscher im Spiel ist, der viel Spaß am Leben hat.

Der Herr ist König; des freue sich das Erdreich und seien fröhlich die Inseln, so viel ihrer sind.“
Ps. 97, 1

Wo Gott König ist, kann es keine Politikverdrossenheit geben. Da regiert ein Herrscher, zum absoluten Wohl des Volkes. Da ist eine Führungskraft am Werk, die das kleinste Potenzial entfaltet. Unter solch einem Herrscher entstehen blühende Landschaften. Da wird Schöpfung zu einer Blumeninsel Meinau. Bei solch einem König kommt keiner zu kurz. Gott als König ist der Inbegriff von gelungener Staatführung. An seiner Herrschaft erkennt man, wie verantwortungslos und erniedrigend heutzutage höchste Ämter begleitet werden. Unter Gottes Herrschaft blühen Menschen auf. Dahinter steckt der Wille, das Leben zu entfachen und zu einem Großbrand werden zu lassen. Er will über seiner Schöpfung Freude regnen lassen, dass die verstecktesten Winkel davon erfasst werden. In seinem Regierungsbezirk soll es kein Brachland geben und die Lebensernte vor Segen strotzen. Da herrscht ein König in absoluter Gerechtigkeit und Gnade. Diese schöpferische Führung liegt auf allem Geschaffenen. Alles ist mit Schönheit getränkt und soll den Menschen außer Rand und Band bringen und in die Faszination und Anbetung versetzen. Dieser König ernährt sein Volk mit Freude. Da ist ein unerschöpfliche Quelle an Kraft, die allem Widerstand trotzt. Unter dieser Herrschaft, geht es durch dick und dünn. Bei solch einem König kann kommen was will, da ist das Durchkommen sicher. Der Herr als König ist ein Bollwerk gegen alles, was das Leben auflöst.

Die Freudlosigkeit unseres Lebens zeigt unter welcher Herrschaft wir stehen. Da bestimmen Menschen, Umstände und Schicksale. Wo die Inseln nicht mehr fröhlich sind, haben sich andere Machthaber eingeschlichen. Wo Mutlosigkeit regiert, wo sich Hoffnungslosigkeit breit macht, wo Menschen uns das Fürchten lehren, ist der Einfluss der Königsherrschaft geschwunden. Da fühlen sich Menschen geschlagen und erschlagen und bleiben unter der Kraft, die ihnen eigentlich zugedacht ist. An dieser Königsherrschaft liegt das Wohl und Wehe eines Volkes. Die Quelle der Freude liegt weder in mir, noch in den Dingen die uns umgeben. Wo wir dauerhaft an der Lebensenergie angeschlossen sein wollen, müssen wir uns bewusst sein, dass Freude nicht aus dem Vergänglichen kommen kann, sondern nur aus dem einzig Bleibenden, dem König. Dauerhaft Freude kann nur aus dem kommen, der selbst die Freude ist. Unter seiner Herrschaft lobt die Schöpfung ihren Schöpfer, auch wenn die Erde zerfällt.
Da bleibt die Freude, auch wenn nichts mehr geht.

Warum sollten wir uns von Anderem beherrschen lassen?

Gott segne dich.
Liebe Grüße Theophilos 💐😇

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In neue Räume hineinglauben

Die Rückbesinnung bewahrt vor einem wackeligen Glauben.

„Du hast geleitet durch deine Barmherzigkeit dein Volk, das du erlöst hast.“
2. Mose 15, 13

Wer sich geleitet sieht, schaut in die Geschichte. Das Volk Israel schaut am Passafest bewusst zurück auf das Wunder am Schilfmeer. Wer in Krisen steht und die Höhen und Tiefen des Lebens meistern will, braucht die Erinnerung. Er braucht ein starkes Bild, wie er damals durch die hohen Wellen geleitet wurde. Wo ein ganzes Volk trockenen Fußes durch ein todbringendes Meer geführt wird, das macht den handelnden Gott über dem hilflosen Menschen groß. Wer sich solche Bilder vor Augen ruft, gibt seinem Glauben ein Fundament aus Stahlbeton. Der Glaube lebt aus den Bildern eines leitenden Gottes. Wer fest im heute leben will, braucht die feste Verankerung in einem Handeln, das bereits Geschichte gemacht hat. Wer Hoffnung und Führung für die Zukunft entwickeln will, muss die Vergangenheit ins Boot holen. Die bereits erfahrene Geschichte, ist prall gefüllt von Barmherzigkeit, mit der Gott sein gebeuteltes Volk ins Heute geführt hat. Der Glaube nährt sich nicht aus dem Blauen heraus, sondern baut auf das Unmögliche, das bereits möglich wurde. Wer sich an solch einem geleitet werden festbeißt, tritt selbst zurück und stellt sich dem Erlösungswerk. Damit wird in aller Ohnmacht, das Christus Handeln sichtbar. In dem Kampf, den du jetzt durchzustehen hast, macht dieser Glaube dich zum Überlegenen. Rückbesinnung auf die Geschichte, ist auch immer der direkte Blick auf Christus. Daraus entsteht der Glaube, der weiß, auch wenn der Weg durch die Wüste führt, bleibt Gott der, der sein Volk ins gelobte Land leitet. Wenn Gott in allem der barmherzig Führende ist, dann wächst der Glaube, auch wenn dein Haus abbrennt.

Wer sich so geleitet sieht, kann unverschämtes Vertrauen lernen. Damit bist du nie am Ende, auch wenn alle Lichter ausgegangen sind. Damit können Löwen brüllen, Wellen hochschlagen, alle Feueröfen dieser Welt glühen, diese Führung geht immer mittendurch. Was sollen uns die Bösartigkeiten von Menschen schrecken, wenn ich weiß, das geleitet werden bleibt darüber unbekümmert. Warum soll ich mir da, vor einer für mich unlösbaren Aufgabe, vor Angst in die Hose machen, wenn ich weiß, Gott hat das schon viel Größeres und Schlimmeres durch. Der Glaube, dass alles möglich ist, gründet sich nicht in einer Selbsterfahrung, sondern in der Gotteserfahrung. Dieser Glaube entspannt alles belastete Miteinander, weil er nicht mehr vor Grenzen steht. Wer an der Hand des Grenzenüberwinders geleitet wird, kann über die Grenzen hinwegglauben. Wenn wir vor den Aschehäufen unseres Lebens stehen, reicht der Christus-Blick, um in neue Räume hineinzuglauben.

Wenn das Leben unter solch einem gewaltigen Führen steht, warum sollte da die Liebe und der Glauben ausgehen?

Gott segne dich.
Liebe Grüße Theophilos 💐😇

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Lass dich aus dem Nest werfen

Leben, das für andere nicht zum Segen wird, von dem nicht die Liebe ausgeht, die Herzen erwärmt, ist wie ein ausgestopfter Adler, der schön anzuschauen auf dem Schrank sitzt, einen gewaltigen Eindruck macht, jedoch keine Feder bewegt.

_“Die Wege des Herrn sind richtig, und die Gerechten wandeln darauf; aber die Übertreter kommen auf ihnen zu Fall.“_
Hos. 14, 10

Tragik und Erfüllung liegen haarscharf beieinander. Lebenswege sind von der Grundkonzeption die Höhenflüge eines Adlers. Die Wege des Herrn sind nicht für die staubige Wüste gedacht, sondern sie wollen über die Erde erheben. Es sind Wege, die sich in einem Lebensraum entfalten, der uns weit überragt. Wege, die den Boden verlassen, über sich hinauswachsen und nicht an eigenen Grenzen stecken bleiben. Gott hat sich den Adler erdacht, der sich nicht von Raum und Zeit bestimmen lässt. Er lebt auf der Erde und ist in den grenzenlos weiten Lüften Zuhause. Mit jedem Sturz in die Tiefe gibt er sich ganz dem Wind und der Luft hin und vertraut darauf getragen zu werden. Er schöpft die Wege, die ihm gegeben sind völlig aus. Genau das ist richtig und damit ist er voll in seinem Element. Das bringt er bei Zeit seinen Jungen bei, denen er es Stück um Stück im Nest ungemütlicher macht, und sie irgendwann über den Nestrand hinauswirft, damit sie das fliegen lernen. Er ist weder dazu gedacht ein Nesthocker zu bleiben, noch eine ausgestopfte, schön anzuschauende Trophäe zu werden.

Die Wege des Herrn sind richtig… Er hat uns dazu gedacht, das göttliche an das Leben zu verschwenden. Er hat uns hinausgeworfen um lieben zu lernen. Wir sind dazu geschaffen frei zu sein und uns in der Grenzenlosigkeit in das Leben hinein zu ergießen. Entäußerung, die sich permanent auf andere zubewegt. Fülle uns Segen verströmen ist unser Lebenselixier. Das erkennt der Gerechte. Der, dem das Erbarmen das Herz aufgerissen hat. Es ist der, der in Christus seinen Lebensraum entdeckt hat, in dem er über sich hinauswachsen kann. Gerecht sein ist, diese Gnade zu begreifen. Gerecht sein, kommt nicht aus meinem Handeln, sondern an einem an mir vollzogenen Handeln. Es ist das Christus-Handeln, das uns über das Nest wirft, in die Freiheit der Kinder Gottes. Und damit beginnt ein lebensschaffender Liebesdienst an der Welt. Da ist die Liebe der Flügel der Phantasie. Da werden Nesthocker und ausgestopfte Mumien zu Segensträgern unter den Menschen. Auf diesen Wegen befruchten die Glaubenden die wunde Welt.

Die Tragik entsteht dort, wo du dich nicht hinauswerfen lässt. Da ist die Angst, den Boden unter den Füßen zu verlieren. Dazu kommt der Zweifel, die Atmosphäre könnte mich nicht tragen, wenn ich anfange zu fliegen. Da gibt es hunderttausend Gründe im Nest zu bleiben, um diese Wege nicht zu wagen. Vor lauter Unglauben und Zurückhaltung bleiben viele hinter den Wegen zurück, für die sie geschaffen sind. Es mangelt an Liebe und Verwandlungskraft, die von Segensträgern ausgehen sollte.

Wo halten wir uns zurück und bleiben auf eigenen Wegen im Nest?

Gott segne dich an diesem Sonntag.
Liebe Grüße Theophilos 💐😇

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Weg von der Belanglosigkeit

Schuld und Sühne ist der Stoff, aus dem die dramatischten und aufregendsten Filme dieser Welt gedreht sind.

„Ich erkenne meine Missetat, und meine Sünde ist immer vor mir.“
Ps. 51, 5

Wer solch ein Bekenntnis von sich gibt, ist beileibe kein egozentrischer Melancholiker, der sich andauernd um seine Schlechtigkeit kreist. Wenn einem das Licht aufgeht über seiner Missetat und Sünde, geht es nicht um menschliche Fehler, nach dem Motto: wir sind doch alle kleiner Sünderlein. Bei dem Begriff Sünde meinen wir oft, da geht es um unsere Lieblosigkeiten, das Kirschen klauen, oder das nicht immer ganz bei der Wahrheit bleiben. Sünde wurde in die Schublade der moralischen Verfehlungen gelegt. Falsch Parken kostet eben 15,- Euro. Dieses Denken hat dann auf das Christentum einen bitteren Geschmack gelegt. Hier würde ein Polizeiobermeister regieren, der etwas pingelig mit menschlichen Schwächen umgeht. Wenn Gott so denken und handeln würde, wäre sein Erlösungswerk lediglich dazu da, moralische Schwächen auszugleichen. Und bei einem Menschen der seine Schwächen verliert, hat sich nichts verändert, nur das er keine Schwächen mehr hat. Er bleibt normaler Mensch, bei dem sich nicht einmal eine Stärke entwickelt hat. Wenn wir die Sünde im Angesicht des Kreuzes betrachten, bekommt sie eine ganz andere Dimension. Da geht es nicht mehr um kleinliches Fehlverhalten, das irgendwelche ethischen, moralischen Normen überschritten hat, da geht es um eine totale Zielverfehlung. Sünde heißt ohne Gott. In der Sünde führt den Mensch ein zweckentfremdetes Leben. In der Sünde ist einem Acker die Sonne und der Regen genommen. Da schafft es nur noch das Unkraut durchzukommen, ansonsten bleibt der Boden Brachland. Dieser Gottesentzug ist die eigentliche Katastrophe des Lebens. Da dümpelt das Dasein vor sich hin, ohne dass es zur Entfaltung kommt. Die Sünde entzieht einen schöpferischen Wesen, seine ganze Dynamik und gestalterische Kraft. Sie ist die Tragik, die zur Freiheit bestimmte Geschöpfe in der Belanglosigkeit und Mittelmäßigkeit hält. In der Sünde bleibt der Mensch in einem Bruchteil seines Menschseins stecken, von dem was Gott eigentlich entfalten wollte.

Wo du das erkennst, geht ein heilsamer Schock durch Mark und Bein. Da steht man vor dem Tod, der einem dann zum größten Lehrmeister wird. Erst dort, wo ich merke – aber hallo – ich lebe ja gar nicht, ich bin in irgendwelche Formen gepresst, in meinem eigenen Schicksaal gefangen und erfülle selbst nur fromme Pflichten, kann das Wunderwerk der Erlösung durchbrechen. Zu entdecken, dass ich zu viel mehr gedacht bin als das was ich gerade lebe, das ist frei werden von Sünde. Am Kreuz wurde die Erniedrigung des Lebens durchbrochen. In diesem Sterbensprozess ist die Sünde gestorben, ist das ohne Gott sein zu müssen gestorben, damit wir das Leben und volle Genüge haben.

Ist es nicht eine riesige Gnade, wenn einem die Sünde vor den Augen steht, um uns wachzurütteln, für ein befreites, schöpferisches Leben?

Gott segne dich.
Liebe Grüße Theophilos 💐😇

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Kleider machen Leute

Gott hat eine völlig andere Art, mit uns auf Shopping-Tour zu gehen.

Sieh her, ich nehme deine Sünde von dir und lasse dir Feierkleider anziehen.“
Sach. 3, 4

Für manche Frauen ist der Kleiderwechsel das Höchste der Gefühle. Beim Vorstellungsgespräch weiß jeder, dass ein gepflegtes Äußeres mit dazu beiträgt, einen vertrauenswürdigen ersten Eindruck zu hinterlassen. Das Outfit spricht für die Person. Für den Gang ins Theater, wird von gehobenen Häusern Abendgarderobe vorgeschrieben.

Wo Gott uns Festkleider anzieht, werden wir über unseren eigentlichen Stand hinausgehoben. Da geht es um eine Karriere vom Bettler zum Edelmann. Hier entwickelt sich keiner in einen höheren Stand, es erarbeitet sich niemand eine bessere Position, sondern es findet eine Einkleidung mit einer fremden Gerechtigkeit statt. Dem Armen, Nichtshabenden wird seine Nacktheit genommen. Das vergängliche und zielverfehlte Dasein, das seine eigentliche Bestimmung verloren hat, wird zum Fest eines Lebens. Wo Gott neue Kleider anzieht, befreit er seine Kinder von ihrem Irrtum. Wo der Vater den Sohn, nach der Odyssee am Schweinetrog wieder umarmt, beginnt eine neue Ära. Keine Vorhaltungen, kein Verdammen, sondern Jubel. Da steht ein Hausherr vor der Türe, mit den besten Kleidern in der Hand, der nur darauf lauert, bis er diese seinem zurückkehrenden Häufchen Elend überwerfen kann. In Gottes Kleiderschrank wartet das Erbarmen auf Sünder. Christus ist die Gerechtigkeit, die aus Schweinehirten, Erben des Hausherren macht. Die einzige Qualifikation, die solch eine geschlagene Existenz mitbringen muss, ist das bereit sein, sich anziehen zu lassen.

Doch hier tragen selbst viel Glaubende noch Selbstgehäkeltes. Man strickt sich gerne seine Lebenswege selber, sucht sich seinen Platz nach dem aus, was einem zusagt oder nicht. Man sucht sich selbst die Klamotten aus, die man gerne tragen möchte und wundert sich, warum das Leben nicht zum Fest wird. Wer auf seine eigene Kleiderordnung wert legt, und ganz genaue Vorstellungen hat, wieviel in einem Kloster gearbeitet und wieviel gebetet werden soll, macht sich selbst zum Maßstab und ist nicht bereit, sich überkleiden zu lassen. Er wird dann über kurz oder lang wieder unglücklich seiner Wege ziehen.

Sich anziehen lassen, ist das hineingenommen werden in die Fülle und die ganze Freiheit des Lebens. Wer mit Gerechtigkeit überkleidet worden ist, für den beginnt ein Fest. Ihm ist die Angst genommen, irgendetwas im Leben zu versäumen, weil er bereits das Beste hat. Wer überkleidet ist, hat ausgesorgt.

Was wäre das für ein Fest, einfach diesem angezogen werden stillzuhalten?

Gott segne dich.
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Über ein Zuhause schwärmen

Gemeinde ist die höchste Form menschlicher Gemeinschaft.

Wie lieb sind mir deine Wohnungen, Herr Zebaoth!“
Ps. 84, 2

Hier schwärmt ein Beter über Gemeinde. Sein höchstes Glück und die Erfüllung seines Lebens liegt in einer besonderen Form der Zusammenkunft von Menschen. Einer Lebensform, der man mit solch einer Liebeserklärung begegnet, ist weit mehr als eine Zweckgemeinschaft. Die Verbindung glaubender Menschen ist keine Interessengemeinschaft, ala Verein. Gemeinde ist der Wohnraum Gottes. Hier ist Ecclesia, die Kirche Jesu Christi. Da empfängt der Glaubende den Leib Christi und wird selbst zum Leib Christi. Es wachsen die extrem verschiedensten Menschen unter dem Wort und Eucharistie zu einem Geist zusammen. Da entsteht eine neue Familie, da entsteht ein neuer Verwandtschaftsgrat von Bruder und Schwester. Es ist das Zentrum von Reich Gottes auf Erden. Gemeinde ist Gottes Augapfel. Es ist der heilige Raum der Gottesoffenbarung. In dieser Form von Gemeinschaft findet die größte Verwandlung von Menschen statt. Es ist die Brutstätte, wo empfangene Gnade sich in Dankbarkeit und Hoffnung verwandelt. Da werden vergängliche Menschen mit dem Ewigen berührt. In dieser Wohnung ist Gott in seiner gewaltigen Schöpfermacht zuhause, sowie der Erbarmer, der das geknickte Rohr nicht zerbricht. Es ist der Raum, der unter der höchsten Verheißung Jesu steht, dass dort wo zwei oder drei in seinem Namen versammelt sind, er selbst gegenwärtig ist.

Welch ein Bild haben wir von unserer Gemeinde, wenn wir überhaupt eine Gemeinde haben? Können wir noch von solch einem Ort schwärmen, an dem uns heiß und kalt wird vor der Heiligkeit und Direktheit Gottes? Sind wir noch in den Wohnungen Gottes zuhause, oder sind wir nur Zaungäste und Gelegenheitsbesucher, wenn wir gerade nicht zu müde sind, oder anderes wichtiges zu tun haben?

Gemeinde ist der Lebensraum Christi, der als Keimzelle Segen auf die Erde streut. Wo die Lebensform von Gemeinde ihre Brisanz verliert, werden die Handlungen Gottes an uns beschnitten. Wo keine Verwandlung stattfindet, kann auch die Welt nicht verwandelt werden. Hier braucht es Glaubende, dessen Leben die Gemeinde ist, die diese Form von Gemeinschaft nicht als Nebenbeschäftigung betrachten, wenn mal genügend Zeit da ist. Aus dieser heiloffenbarenden Gemeinschaft lebt der Glaubende, die dann alle weitere Formen menschlicher Gemeinschaft durchdringt und gestaltet. Welch armseliges Bild, wo der Leib Christi den familiären Bindungen vorgezogen wird, wo der Geburtstag von Opa, dem Dienst in der Gemeinde weichen muss. Angesichts der gestaltenden Kraft Gottes in seinen Wohnungen, müssten wir wieder viel stärker ins Schwärmen geraten.

Sind wir nicht deshalb oft so erschlagen, müde und kraftlos, weil wir nicht mehr in diesem heiligen Raum Zuhause sind?

Gott segne dich.
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Erbarmen lässt kein Ende zu

Ohne das Wohlwollen, das über allem Leben steht, würde auf der Erde kein Stein auf dem anderen bleiben.

Herr, nach deiner großen Barmherzigkeit hast du mit deinem Volk nicht ein Ende gemacht noch es verlassen.“
Neh. 9, 31

Nach dem Größenwahn der NS-Zeit ist es ein Wunder, dass Deutschland wieder auf den Beinen steht. Es ist ein Wunder, dass vierzig Jahre danach, eine geteilte Nation wieder vereint wurde. Auch das Volk Israel erlebte nach der Rückkehr aus babylonischer Gefangenschaft den Zauber eines Neuanfangs. Doch selbst beim Wiederaufbau des Tempels, kamen schon wieder die ersten Auseinandersetzungen und Konflikte. Wie oft haben wir etwas neu angefangen und dabei gesagt, jetzt wird alles anders? Über kurz oder lang ergab wieder ein Wort das andere, bis man dann keine Worte mehr füreinander hatte. In einem Bußgebet macht der Prophet eine Reflektion. Trotz allem menschenwidrigen Verhalten ist da kein Ende. Gott verlässt nicht die, die ihn verlassen. Über der ganzen Menschheit liegt eine Macht, die trotz Zerstörung einen Neuanfang schafft. Allem Unwillen, aller Unfähigkeit des Menschen, Leben sinnvoll, aufbauend und friedlich zu gestalten, wirkt da eine gewaltig lebensschaffende Kraft dagegen. Barmherzigkeit lässt kein Ende zu. Nicht das gute oder schlechte Verhalten hält die Welt zusammen, es ist einzig die Hand Gottes, der er nicht abzieht. Gnade ist der Humus der Erde. Es ist Christus, der über alle Gräben der Menschheit gespannt ist. Durch ihn ist es überhaupt möglich, an allen Scheiterhaufen dieser Welt kein Ende zu sehen. In allem Werden und Vergehen liegt die eine Konstante, und die heißt Barmherzigkeit. Kein Mensch kann den Sterbensprozess dieser Erde aufhalten, niemand kann sich gegen die Erschütterungen wehren, jedoch steht das Erbarmen immer für einen Anfang. Die Güte Gottes ist es, dass wir nicht gar aus sind.

Damit ist aller Verzweiflung der Boden entzogen. Durch die Barmherzigkeit gibt es kein aus und vorbei. Da weiß jeder um die Höhen und Tiefen des Lebens und dennoch ist da eine tragfähige Konstante, auch wenn alles wegbricht. Wir können dadurch Mut haben, wo sich die totale Hoffnungslosigkeit breit macht. Wir können Mut zu uns selbst haben und brauchen über unseren Schwächen nicht verzweifeln. Wer in dieser Gnade ruht, wer immer neu dieses Erbarmen für sich in Anspruch nimmt, kann mit ganzer Macht allem menschlichen Verfall entgegentreten. Er kann aufstehen in allen Schuttbergen des menschlichen Miteinanders. Da braucht sich niemand mehr, von den Kriegsschauplätzen dieser Welt einschüchtern lassen. Wer kein Ende kennt, kann immer wieder neu anfangen.

Wie kann uns die Barmherzigkeit, noch viel wilder und entschlossener machen, gegen alles Durchhängen anzugehen?

Gott segne dich.
Liebe Grüße Theophilos 💐😇

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