Jubel nach dem Gewitter 

Wenn sich bei Nacht ein Gewitter ausgetobt hat, beginnt ein unvergleichlich neuer Morgen.

„Herr ich preise dich! Du hast mir gezürnt! Möge dein Zorn sich wenden, dass du mich tröstest.“

Jes. 12, 1
Wo der Zorn sich wendet, beginnt Glückseligkeit. Das tobende Gewitter in der Nacht hat uns vielleicht um den Schlaf gebracht, doch der Morgen danach, wenn die Sonne wieder aufgeht ist wie ein Traum. Dieser gewaltige Umbruch sorgt für eine Stimmung, die jeden Fotografen jubeln lässt. Alles ist so jungfräulich frisch und mit Regenperlen überzogen, die im anbrechenden Licht an Schönheit nicht mehr zu überbieten sind. Der Umbruch vom Zorn, offenbart Gottes größtes Geheimnis. Im Zorn hat sich die ganze Unlust des Menschen gegen Gott aufgeladen und die Welt unter Spannung gesetzt. Wo sich der Zorn entlädt, lässt Gott Noah eine Arche bauen, um Mensch und Tier zu erlösen. Zorn entsteht, wo sich die Liebe nicht mit dem Bösen abfindet. Doch die Entladung die bei Gott stattfindet ist seit Noah nicht die Zerstörung (nie wieder will ich alles Leben auslöschen), sondern die Vergebung. Das ist das Einzigartige, wie Gott mit Zorn umgeht. Er entlädt die Spannung, indem er einen neuen Morgen schafft. Der Schöpfungsmorgen nach dem Zorn heißt Christus. Damit ist der Dampf raus. Durch dieses Model von Versöhnung entkrampft er alles spannungsgeladene Miteinander. Mit Christus hat der Zorn seine zerstörende Kraft verloren und wird zu einem unvergleichlichen Morgen. Wo Gott angefangen hat zu vergeben, begann für die Welt die größte Erneuerung. Vergebung heißt das Zauberwort, das die Schöpfung in die Glückseligkeit führt. Wer vergibt, rechnet nicht mehr an, stapelt keine Spannungen mehr aufeinander, sondern tröstet im Unglück. Mit Christus haben die polternden Nächte ein Ende. Da erwacht ein neuer Morgen in einzigartiger Klarheit und Schönheit.
Weil sich der Zorn gewendet hat, können wir Versöhnung leben. Getröstete brauchen eigene und andere Schuld nicht mehr anhäufen bis der Haufen explodiert, sie entspannen durch ständiges Vergeben. Wo Vergeben zum Lebensprinzip wird, führen wir selbst ein unbelastetes Leben. Das ist unser Glück und Seligkeit. Da sind wir die Befreiten, die nur noch über den neuen Morgen jubeln können. 
Wo brodelt in uns noch das Gewitter, das uns von dieser selig machenden Erfahrung trennt?    

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Weihnachten ist kein Irrtum

Gott irrt sich nicht, wenn er Erbschleichern begegnet.

„Der Herr sprach zu Jakob: Siehe, ich bin mit dir und will dich behüten , wo du hinziehst, und will dich wieder herbringen in dies Land.“

1.Mose 28, 15
Welch eine Zusage für einen listigen Betrüger. Gott steht zu einem Mann auf der Flucht. Jakob, der seinen Bruder Esau um den Segen des alten Vaters Isaak beschlichen hatte, musste außer Landes fliehen. In dieser Fremde kommt ihm Gott ganz nahe. Aus einem Gauner wird eine Gottesgeschichte. Jakob träumte von der Himmelsleiter auf der Engel auf und ab stiegen. Er errichtete an diesem heiligen Ort den Bethel-Altar, aus dem Stein, auf dem er geschlafen hatte. Und er gab Gott das Versprechen, wenn sich diese Verheißung erfüllt, dass er wieder zu seiner Familie zurückkommt, will er alles für Gott tun und ihm dem Zehnten seiner Erträge geben. Gott irrt sich nicht, wenn er den Lumpen nach geht. Genau dort wo Menschen sich Rache schwören oder einen radikalen Schnitt machen, lässt sich Gott in seinem Vorhaben nicht beirren. Das ist eine Freundschaftsanfrage an einen Gegner. Ich bin mit dir, ist das radikale Ja zum Sünder. Es ist ein Ja für eine Welt, die sich selbst zugrunde richtet. Es ist der Stern über Bethlehem. Gott stellt sich bedingungslos auf die Seite der Schwachen, der Kleinen, der Unfähigen und der Schuldigen. Alle Unmöglichkeiten des menschlichen Daseins, sind in das „ich bin mit dir“ eingehüllt. Die Existenz des Allmächtigen steht dem Ohnmächtigen gegenüber. Ich bin, ist das Vollkommene, das sich zu dem unvollkommenen Du stellt. Ich bin, ist der Morgenstern, der in die Nacht der Menschen fällt. Ich bin mit dir und will dich behüten, ist die Botschaft von Weihnachten.
Diese Zusage entkräftet jeden Zweifel. Davon ist nichts und niemand ausgegrenzt. Da ist keine Situation so verratzt, dass Gott außerhalb stehen würde. Da ist selbst im größten Chaos noch Hoffnung. Diese Zusage ist wie ein Generalschlüssel durch alle Krisen. Da sind auch die nicht verlassen, die sich ausgesetzt und isoliert vorkommen. Es ist ein Mut machen für alle, die mit einem schlechten Gewissen herumlaufen. Wo Gott mit uns ist, kann uns keiner mehr anklagen. So schuldhaft und verworren die Zustände auch sein mögen, Weihnachten kommt. Das ist kein Irrtum.
Wenn Gott mit uns ist, in welchem Bereich unseres Lebens können wir dadurch Erleichterung erfahren?  

Vom Opfer zum Herrscher

Wenn uns Zorn und Rachegedanken verfolgen, brauchen wir nicht denken, der Friede kommt von selber wieder.

Ist´s nicht so: Wenn du fromm bist, so kannst du frei den Blick erheben. Bist du aber nicht fromm, so lauert die Sünde vor der Tür, und nach dir hat sie Verlangen; du aber herrsche über sie.“

1.Mose 4, 7



Gott macht den Menschen zum Herrscher über die Sünde. Ein starkes Wort an Kain, der danach seinen Bruder Abel erschlagen hat. In väterlicher Liebe, macht ihm Gott klar, welche Vollmacht gegen die Anfechtung in ihm liegt. Im Glauben lässt sich entspannter mit erfahrenem Unrecht umgehen. Kain kam sich von Gott benachteiligt vor, weil Gott sein Opfer nicht angenommen hatte. Er sah sich als weniger wertgeschätzt und zurückgestellt an. Es kratzte ihn an seiner Ehre. Eine angekratzte Ehre kann aus Schafen Löwen machen. Das ist die wunde Stelle der Anfechtung, in der der Mensch zu allem in der Lage ist. Da geht der Blick nicht mehr nach oben, sondern nur noch der Knüppel nach unten. Gott will den Kain noch davor bewahren und verdeutlicht die Tricks der Sünde. Er sagt: Die Sünde liegt nicht in dir, sondern lauert vor der Tür. Sie kommt von außen auf dich zu und du hast die Macht sie zu beherrschen. Sünde ist nichts zwanghaftes im Menschen, sondern ein Reiz, der auf ihn einwirkt, über den jeder frei entscheiden kann, wie er mit ihm umgeht. Auch wenn alles in uns kocht, haben wir die Macht Nein zu sagen zum Zuschlagen. Der Mensch ist ein freier Mensch. Er ist nicht Opfer der Umstände, sondern Herrscher über die Gewalten. Das ist die Würde und Vollmacht die im Aufblick zu Gott liegt. Der vor Gott Stehende ist kein Ausgelieferter an das Schicksal, sondern besitzt die Freiheit seine Reaktion auf das Schicksal selbst zu bestimmen. Keine Situation zwingt ihn zu einer notgedrungenen Handlung; er entscheidet frei, wie er mit der Anfechtung oder Ehrabschneidung umgeht.
Wir sind tagtäglich von Reizen umgeben, die uns herausfordern, und genau da beginnt unsere Verantwortung. Wo die Rechtsprechung und die moderne Psychologie hier verirrte Wege geht, indem sie die schlechte Kindheit für eine ungute Entwicklung verantwortlich macht; wo der Florist dafür haftet, wenn beim Kunden das Haus abbrennt, weil er unaufmerksam die Kerze am Adventskranz anzündet, sagt Gott nein. Herrsche über die schlechte Kindheit, über die brennende Kerze. Herrsche über das, wo du dem andern die Schuld in die Schuhe schieben willst. Sei ein eigenständiger, freier und verantwortlicher Mensch, der sein Leben vor Gott selbst in die Hand nimmt. Du bist nicht dazu geschaffen, dich zum Spielball irgendwelcher Umstände machen zu lassen.
Ist es nicht genial, wenn wir im Glauben frei den Blick erheben und zur Sünde Nein sagen können?

Kostenträger sagen NEIN zur Therapie

Wo andere in Not waren und Hilfe brauchten, war Natalie bedingungslos da.

Jetzt braucht sie unsere und deine Hilfe.

Hier die ausführliche Geschichte eines unvorstellbaren Hürdenlaufs.

https://brtheophilos.wordpress.com/2017/10/06/auf-eigenen-beinen/

Auf eigenen Beinen – Querschnitt.Ade

Hervorgehoben

Kampfgeist und Lebensfreude treiben willensstarke Menschen an und lassen Hindernisse überwinden. Doch wenn einem Rolli ein Stein im Weg liegt und der übliche Bordstein einem Abgrund gleicht, triumphieren nur noch Barrieren. Wenn eine querschnittsgelähmte junge Frau wieder Aussicht auf Laufen hat, ist das ein Triumph über ein bitteres Schicksal und alle Barrieren.

Doch wenn die Kostenträger NEIN zur Therapie sagen, braucht sie dich und mich, die JA sagen um Barrieren zu überwinden.

Bitte hilf uns. Wir wollen Natalie wieder auf die Beine bringen.

Nimm dir 3 Minuten Zeit und tue etwas Gutes. Auch wenn du diese Seite „nur“ teilst, kannst du vieles bewirken.

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Um wen geht es?

Natalie ist Assistenz der Geschäftsleitung im Blumenhaus der Blumenmönche und unser jahrelanger Wegbegleiter. Alles was sie anpackt, geschieht mit Leidenschaft und Herzblut. Natalie ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Feuerläufer an vorderster Front:

  • Bei einem Küchenbrand in der Nachbarschaft bringt Natalie die hochbetagte Bewohnerin noch vor Eintreffen der Rettungskräfte in Sicherheit.
  • Als ein Großbrand die Kirche und das Bruderschaftshaus der Blumenmönche in Schutt und Asche legte, half Natalie bei der Evakuierung der Heimbewohner. Noch Tage danach quälte sie sich durch den Dreck um Trümmerreste zu entsorgen.
  • In ihrer Studienzeit rief Natalie gemeinsam mit einer Kommilitonin eine Spendenkampagne als Unterstützung für Aidskranke ins Leben. Mehrere tausend Euro konnten damals der Stiftung übergeben werden.

Wo andere in Not waren und Hilfe brauchten, war Natalie bedingungslos da.

Jetzt braucht sie unsere und deine Hilfe.

Was ist passiert?

Natalie ist eine sehr gute, besonnene und erfahrene Motorradfahrerin. Wie jedes Jahr, eröffnete Sie auch 2015 die Motorradsaison mit einem Fahrsicherheitstraining. Doch trotz aller Sicherheitsvorkehrungen und angepasster Geschwindigkeit, hatte sie in einer Kurve mit Rollsplitt keine Chance ihre Maschine zu halten.

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Durch die Kollision mit der Leitplanke erlitt Natalie mehrere Frakturen der Wirbelsäule und des Brustkorbes. Nach der Bergung vor Ort wurde erst im Klinikum das volle Ausmaß ihrer Verletzungen erkannt – es folgten 13 Stunden Not-OP und die Stabilisierung der Hals-, Brust- und Lendenwirbel. Nach drei Wochen auf der Intensivstation und mehreren weiteren Operationen dann die Schreckensdiagnose: Querschnitt ab dem 6 Brustwirbel.

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Stabilisierung der Wirbelsäule

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operierter Rücken

In den folgenden sechs Monaten in einem Querschnittzentrum trainierte sich Natalie wieder zurück ins Leben. Durch tägliches Krafttraining, Physiotherapie, therapeutisches Reiten (Hippotherapie) und das Gangtraining im Exoskelett kämpfte Natalie gegen die Diagnose und die unbeschreiblichen Schmerzen an. Schon damals machten ihr die Therapeuten zaghafte Hoffnung, dass mit hartem Training, die Beine sich wieder selber bewegen können.

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Hippotherapie

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Gangtraining im Exoskelett

Nie mehr laufen können

Nach der Entlassung dann die niederschmetternde Realität: bis auf eine lebenslängliche Physiotherapie (zweimal wöchentlich 30 min), werden keine Kosten für Therapie und Heilung übernommen.

Natalie gilt als austherapiert.

  • Die erfolgsbringende Gangtherapie – abgelehnt.
  • Stehtrainer – abgelehnt.
  • Hippotherapie – abgelehnt.

Mit einem Rollstuhl ausgestattet wurde die Diagnose besiegelt.

Trotz dieses Schicksalsschlags bewahrte sich Natalie ihre Lebensfreude. Sie stieg wieder in ihren Beruf ein, wechselte später zu den Blumenmönchen und hielt immer an ihrer Genesung fest. Nach fast zwei Jahren zwischen Arbeit, unerträglichen Schmerzen, hartem Training und unzähligen Versuchen, auf die Beine zu kommen, ist nun Hoffnung in Sicht.

Endlich Hilfe

Eine Ärztin aus einem Internetchat für Betroffene stellte Natalie in einem privaten Rehabilitationszentrum vor. Bereits beim Probetraining stellten die Therapeuten Natalie auf die Beine. Mit ihrer Unterstützung und einem Rollator konnte Natalie sogar einige zaghafte Schritte machen. Obwohl die Klinik das Laufen am Rollator als realistisches Therapieziel einstuft, verweigern die Kostenträger eine Kostenübernahme.

Während ich hier um Worte ringe, bin ich zutiefst gerührt, weil ich nicht weiß, wie wir Natalie das erklären sollen. Obwohl eine Verbesserung ihres Zustandes möglich ist, wird Natalie immer auf den Rollstuhl angewiesen bleiben, weil kein Geld für die Therapie da ist. Natalie hat das nicht verdient. Sie ist immer ein Mensch, der um das Beste im anderen ringt.

Es wäre ein ärmliches Bild, wenn wir jetzt nicht um sie ringen würden? Auch wenn es uns eine riesige Überwindung kostet, ihre Geschichte öffentlich zu machen und andere um Unterstützung zu bitten, setzen wir jetzt auf jeden einzelnen von euch.

Bitte hilf Natalie mit deiner Spende wieder auf die Beine zu kommen. Jeder noch so kleine Be(i)trag bringt sie der Therapie näher. Wenn Du nichts spenden kannst oder möchtest, dann nimm Dir bitte eine Minute und teile diese Seite mit Deinen Freunden. Auch das kann einem jungen Menschen helfen, seine Tage nicht weiter unter Schmerzen im Rollstuhl verbringen zu müssen.

Hilf uns die Seite zu teilen, um so viele Leute wie möglich zu erreichen. Ich weiß, wir können es schaffen und ich glaube an Gott und all die Menschen, die uns helfen wollen.

Ich danke Dir vielmals im Voraus, egal wie viel du spendest oder ob Du die Seite mit Deinen Freunden teilst. Ich danke Dir von ganzem Herzen und werde für Dich und jeden, der hier Not in Hoffnung verwandelt, beten.

Vielen, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast, das zu lesen und für alles, was Du tun wirst, um uns zu helfen.

Br. Theophilos von den Blumenmönchen

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Natalies Spendenkonto bei der KSK Reutlingen:
Konto-Nr. 1101503711
IBAN DE36 6405 0000 1101 5037 11
BIC SOLADES1REU
http://paypal.me/AufeigenenBeinen

Spendenkampagne: Laufen ohne Rolli

Facebook: Auf eigenen Beinen

Website: Auf eigenen Beinen
Blog:
  aktueller Stand, mit faszinierender Geschichte

Ein lichtstarker Auftrag

Wer ins rechte Licht gerückt wird, kann hell strahlen, egal wie dunkel der Tag ist.
„Ich, der Herr, habe dich gerufen in Gerechtigkeit und halte dich bei der Hand.“

Jes. 42, 6
Gerufene sind Beauftragte. Gott hat uns dazu bestimmt, im Richtigen zu stehen. Er hat uns hineingenommen in das Heilswerk von Jesus Christus. Der Ruf, der an uns ergeht, ist die Auserwählung der von ihm gerecht Gemachten. Berufung heißt: Gott hat sich ganz in einen Menschen investiert und ihn von Grund auf umprogrammiert. Durch sein Eingreifen gibt er dem Menschen eine andere Bestimmung. Gerufene sind gottgeprägte und gottbestimmte Menschen. An ihnen und durch sie, will er in die Finsternis der Welt eingreifen. Die zu dem Licht der Welt Gerückten, sollen zu Leuchtzeichen für die Menschen werden.
Das ist der Auftrag der Glaubenden, Lichtgeber und Hoffnungsträger der Menschen zu sein. Sie trotzen dem Chaos, sie stellen sich der Nacht entgegen. Sie sind die Gegenbewegung im Frust unserer Tage, in allen Lasten, der vom Leben Geschlagenen. Das ist dann weit mehr, als nur ein paar kleine Lichter anzünden und etwas Hoffnungsschimmer zu verbreiten. Es ist auch weit mehr, als „nur“ ein positives Denken an den Tag zu legen, das sich gegen all die Widrigkeiten des Daseins stellt. Da treten lichtverwandelte Persönlichkeiten mitten in den Schrecken der Welt. Wo sie auftreten, wird den Verzweifelten die Ausweglosigkeit genommen, da finden die Untröstlichen Trost. An den Nahtstellen dieser Welt, an den wunden Punkten der Menschen ist der Platz der Gerufenen. 
Kein einfacher Job, den Menschen aus sich heraus nicht leisten können. Es ist eine Wirkung, die das in uns eingedrungene Licht vollzieht. Es ist immer der Christus, der diese Umbrüche von Finsternis zum Licht schafft. Indem er diesen Umbruch in uns bewirkt, will er damit die Nacht der Welt umbrechen. Wir werden da nichts leisten müssen, was wir aus uns nicht leisten können. Gott nimmt uns dazu an die Hand. Berufene haben einen großen, übermenschlichen Auftrag, sind jedoch darin immer von Gott gehalten und getragen.
Wenn wir vom Licht zum Licht berufen sind, können da die Menschen in unserer Gegenwart unter ihren Lasten wieder aufatmen? 

Der Verschwendthagoras

2. Korinther 9, 6-8
In der Schule lernten wir stolz, verbindliche mathematische Wahrheiten wie den Satz des Herrn Pythagoras. Katheten und Hypotenuse in einem rechtwinkligen Dreieck stehen in einer ausgeglichenen Beziehung zueinander. Die am rechten Winkel liegenden Seitenlängen im Quadrat zusammengezählt, haben den gleichen Flächeninhalt, wie die Fläche der gegenüberliegenden Seite. Ein in Stein gemeißeltes Gesetz. Herrlich! Wir lernten, wenn wir aus einem Korb mit 7 Äpfeln, 10 herausnehmen, müssen wir wieder 3 hineinlegen, damit der Korb leer ist. Im späteren Leben lernten wir die gehobene Finanzmathematik: Wer mehr ausgibt als er hat, sieht rot, oder den Rotstift, oder irgendwann sogar den Gerichtsvollzieher.
Mathematik hat klare Gesetze. Haben, ist gleich Einnahmen, Soll, ist gleich Ausgaben. Wer ausgeben will muss im Plus stehen oder braucht einen Kredit. Ausgeben ohne zu haben bekommt bald ein neues Zuhause: Unter der Brücke 5. 
An diesem Gott-Vater-Dank-Fest, lernen wir ein neues Rechengesetz kennen: Den Verschwendthagoras.
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1. Weggeben = Überfluss

„Er wird euch dafür alles schenken, was ihr braucht, ja mehr als das. So werdet ihr nicht nur selbst genug haben, sondern auch noch anderen von eurem Überfluss weitergeben können.“ 

Gott kennt ein Vermehrungsprinzip, das anders rechnet. Am Anfang schenkt Gott. Damit ist der Überfluss in die Schöpfung programmiert. Alles was auf der Erde lebt, ist mit Zugewinn bedacht. Gott garantiert Grundversorgung mit Mehrwert. Das heißt, einen voll gedeckten Tisch für knapp 7,4 Mrd. Menschen, die 2016 auf der Erde leben. Unser Planet ist eine Oase, prall gefüllt mit einem Willen zum Schenken. Da sind Schätze vorhanden, die eine ganze Weltbevölkerung nicht verbrauchen kann. Ein Potential des Überflusses. Reichtum für Alle. Alles trägt die Spuren eines Schöpfers, der Freude am Leben hat.
Der arbeitende Mensch steht im Herbst in seinem Weinberg staunt und freut sich über jede gesunde Traube. Es ist doch nicht selbstverständlich, dass die Fässer voll sind. Bei allem Mühen, das wir investiert haben, bleibt der Ertrag ein Geschenk. Welch ein Wunder ist jede Geburt. Solch ein kleines Menschenkind bringt selbst Atheisten in Verzückung. Kein Mensch käme auf den Gedanken zu sagen, das habe ich doch klasse gemacht. Bei allem, was wir zum Glück für solch ein neues Leben beitragen, bleibt das unfassbare Dazugeben dessen, der das Leben liebt. Bei allem was der Mensch schafft und sich erarbeitet, läuft er gewollt oder ungewollt in Gottes Spuren. Auf allen Früchten und Lebensmitteln müsste eigentlich der Hinweis stehen:“ Enthält Spuren eines großartigen Schöpfers.“ Oder „Achtung, das ist eine fromme Banane.“ In allem Arbeiten und Mühen ist mehr Gott drin, als draufsteht.
Dieses Schenken ist so universal in allem Geschaffenen verankert, dass wir vieles fälschlicherweise für uns verbuchen. Auf geheimnisvolle Weise sind die Abläufe der Natur und der Schaffenskraft der Menschen in einem Miteinander mit dem Wirken Gottes verbunden. Das was wir haben und verbrauchen, haben wir dadurch, dass es uns gegeben wurde. Wir leben in einem natürlichen Kreislauf  von Empfangen und Tun. Voigt sagt: „Nichts, was wir tun, entsteht aus dem Nichts; alles ist ein Aufnehmen von Dingen, die wir vorfinden, weil Gott sie hineingelegt hat.“
Das „mehr als genug“, der Überfluss, ist das, mit dem wir am Erntedank rechnen müssen.
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2. Wenig = Nichts

„Ich bin davon überzeugt: Wer wenig sät, der wird auch wenig ernten.“

Kleine Brötchen kommen von mangelndem oder falschem Einsatz. Mit nur ökonomischem Zweckdenken, kommt die Menschheit auf keinen grünen Zweig. Mit dem für sich behalten entsteht Krampf. Wo die Ernte klein ist, ist der Kreislauf von Gottes Überflussprinzip unterbrochen. Dieses Jahr hat 1% der Weltbevölkerung mehr, als die restlichen 99% zusammen. „Die soziale Ungerechtigkeit wächst schockierend schnell“, schreibt die Süddeutsche Zeitung.
Wo viel und wenig auseinanderklafft, da hat nicht Gott, sondern da hat der Mensch versagt. Viele Menschen können nicht mit Überfluss umgehen. Sie werden zwar beschenkt, lassen jedoch die Ernte verkommen, z.B. die Misswirtschaft oft in den kommunistischen Ländern. Eine Studie besagt, wenn das gesamte Vermögen der Welt auf alle Menschen aufgeteilt würde, und jeder 5000,- erhielt, würden gleich nach ein paar Tagen wieder Unterschiede auftreten. Nach einem Monat hätten einige bereits wesentlich mehr und andere ziemlich wenig. Nach ca. einem Jahr wären die Verhältnisse wieder wie am Anfang. Kleine Ernte hängt mit kleinem Denken zusammen. Wenig säen ist ein Mangel an Vertrauen an den schenkenden und versorgenden Gott. Wenig säen, wenig hingeben geschieht aus Angst, die Witterung könnte nicht passen. Wenig säen kommt aus einem armen Herzen, das ein armes Leben schafft. Wer mit wenig rechnet, rechnet mit Sorgen und nicht mit Hoffnung. Wir können an einem Geist, der nur auf Sicherheiten pokert, zugrunde gehen. Säen ist die totale Hingabe, ist das mit Leidenschaft austeilen für Neues, da kann nur reiche Frucht entstehen, wenn nicht zugehalten wird. Wer eine Kartoffel in den Boden steckt, braucht sich nicht wundern, wenn der restliche Acker voll Unkraut ist, wo Gott eigentlich die Voraussetzungen für eine satte Ernte hineingelegt hat. Hingabe riskiert sich selbst und rechnet, dass Gott damit Fässer überlaufen lässt. Wir betrügen uns selbst, wenn wir das zurückhalten, was Gott in unser Leben gelegt hat. Mit der Rechenart der Vorsicht und der Zurückhaltung erschaffen wir unsere eigene Armut und die Armut der Welt.
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3. Verschwendung = Vermehrung

„wer aber viel sät, der wird auch viel ernten. So soll jeder für sich selbst entscheiden, wie viel er geben will, und zwar freiwillig und nicht aus Pflichtgefühl. Denn Gott liebt den, der fröhlich gibt.“
Nicht das Haben, sondern das Geben schafft Leben. Viel Geben ist sein Naturgesetz, ist Gottes Lebensprinzip. In seiner Totalhingabe liegt das Heil, liegt die Erlösung der Welt. Jesus Christus ist das Verschwendungsprinzip Gottes. Mit Christus hat der Mensch ausgesorgt. Gott gibt alles was er hat. Bei Gott gehören Wohl und Heil immer zusammen.
Gottfried Voigt:
„Gott hat das Zeug dazu, dass alle Gnade über uns kommt, damit wir in allem allezeit alles haben und somit reich sind zu jedem guten Werk“
Wir sind Saatgut; für eine große Ernte bestimmt. Das uns Gegebene soll sich multiplizieren. Unsere Gaben sollen sich flächendeckend ausbreiten, sie sollen die Welt erhalten und die Bedürftigen sättigen. Wir selbst sind Gottes Geschenk für die Erde, an dem die Menschen satt werden. Wo wir verschwenderisch säen, beschenkt Gott diese Welt. Unsere Hingabe denkt den Armen den Tisch. Gerade denen, die an Gott-Vater-Dank beschenkt wurden, müssen die Armen auf dem Gewissen liegen. Erntedank kann nie in der Dankbarkeit aufhören, sondern muss immer in die Hingabe hinein fließen. Ein Beschenkter kann nur Schenker werden. Überfluss muss fließen, sonst geht die Rechnung nicht auf. Die Welt wird an unserer Hingabe genesen. Sie wird an unserem Verschwenden den Christus erfahren. Wir Glaubenden treten nicht als die lieben, netten, hilfsbereiten Sozialarbeiter auf, sondern als solche, an denen die Menschen, den ihnen zugewandten Gott erkennen. Wir sind eine lebenswichtige Saat für die Not der Welt; verschwenden wir sie!
Nelson Mandela sagt:
Du bist ein Kind Gottes. Dich klein zu machen nützt der Welt nicht. Es zeugt nicht von Erleuchtung, dich zurückzunehmen, nur damit sich andere Menschen um dich herum nicht verunsichert fühlen. Wir alle sind aufgefordert, wie die Kinder zu strahlen. Wir wurden geboren, um die Herrlichkeit Gottes, die in uns liegt, auf die Welt zu bringen. Sie ist nicht in einigen von uns, sie ist in jedem. Wenn wir von unserer eigenen Angst befreit sind, befreit unser Dasein automatisch die anderen.“
Ist das nicht Grund genug den Verschwendthagoras nicht nur zu lernen, sondern großzügig anzuwenden?

Gegenwart heilt 

​Guten Morgen ihr Lieben, 
nichts steht unserem Zurechtkommen im Weg.
„Durch seine Wunden sind wir geheilt.“

Jes. 53, 5
Wir sind gesund. Das steht über dem heutigen Tag. Eine herrlich, verrückte Aussage. Durch Christus ist Krankheit verschwunden. Da bricht eine ganz neue Ära an. All die Belastungen unserer Tage, die uns aufgefressen und mürbe gemacht haben sind weg. Was hier geschieht sind keine frommen Fantastereien, sondern das Unglaubliche des Christentums.
Unheil ist die kaputte Beziehung zu Gott. Daraus entstehen alle kaputten Verhältnisse und Krankheiten. All das was Menschen lämt und schmerzt. Christus, der in seinem Verhältnis mit Gott heil ist, lässt sich zum Unheil machen, um sich mit dem schlimmsten Zustand der Menschen zu verbinden. Er steht mit uns auf der bittersten Stufe des Lebens. Er leidet an sich das menschliche Unvermögen aus, um es zu heilen. Er wird zum Garant, dass wir ein heiles und geheiligtes Leben haben.
Unser Heute, unsere Gegenwart ist durch Christus von geheilt geprägt. Durch die Christusgegenwart sind wir gesund. Wenn wir betrachten, was uns krank macht, ist dass wir in die Vergangenheit gehen. Gestern erlebten wir die Verletzungen, die uns heute quälen. Wir belasten uns mit dem Vergangenen, mit dem bereits erlebten, mit dem hinter uns liegenden. Wir belasten uns mit dem Morgen, in dem wir uns Sorgen machen, in dem wir angtvoll in die Zukunft blicken. Wir leben meistens im Gestern oder im Morgen und das lähmt und setzt außer Kraft. Wir leben aber nicht im Heute, in der Gegenwart. Wo wir im Heute leben, leben wir in der vollen Wirksamkeit des geheilt seins. Christus ist jetzt gegenwärtig und entfaltet seine ganzen befreienden Kräfte. In der Christusgegenwart, beginnt der Tag bei Null, da spielt die Verletzung meines Partners von gestern keine Rolle. Hören wir endlich auf uns mit dem gestrigen oder morgigen zu quälen, im Heute liegt das Heil.
Was würde sich auf dieser Welt gesund werden, wenn jeder in der Gegenwart leben würde?

Wir sind nicht kalt

Verlustängste braucht kein Mensch.
„Ich habe dich einen kleinen Augenblick verlassen, aber mit großer Barmherzigkeit will ich dich sammeln.“

Jes. 54, 7
Die größte Gottverlassenheit die es je gegeben hat, hat Christus am Kreuz erlebt. Das war eine totale Finsternis. Da sind die Liebe und alle Lichter ausgegangen. Augenblicke ohne Gott sind eiskalt. Verlassen sein von Gott ist Hölle. Das ist die große Leidensgeschichte des Schmerzensmannes aus Jesaja 53. Diese totale Gottesfinseternis hat Christus durchgemacht, dass es in der Welt wieder hell werden kann. Mit Christus sind wir nicht mehr von Gott uns allen guten Geistern verlassen.
Es gibt immer Zeiten in denen wir uns von Gott verlassen fühlen. Es liegt in unserem Naturell es zuerst auf eigene Faust zu probieren. Alles was ohne Gott geschieht, endet mit Verlassenheit und Angst. Letztlich sind diese Augenblicke die Zeit an denen nicht Gott uns verlässt, sondern wir Gott verlassen haben. Wir selber sind es, die die Angst ins Leben bringen. Finsternis ist Christuslosigkeit.
Gott wirkt unserer Verlassenheit entgegen. Mit Christus erbarmt er sich über unsere Nacht. Er will gegen alle Kälte anlieben. Er drängt sich in unsere Nähe. Er will das Licht vergegenwärtigen. Mit Christus gibt es keinen Moment der Verlassenheit mehr. Es gibt nur noch Herzen, die die Liebe nicht zulassen und dadurch kalt bleiben.
Wo stehen wir, wenn wir Gott anklagen, er hätte uns verlassen?

Wie aus Worten Gesang wird 

wo wir mit anderen teilen blühen Rosen.
„Dein Herz soll sich´s nicht verdriesen lassen, dass du deinem armen Bruder gibst.“

5. Mose 15, 10
Das Herz ist auf Verschwendung programmiert. Von sich wegfließen lassen, ist Gottes Lebensprinzip. Weggeben macht reich und lebendig. Wo Gott lebendig machen will, geht das immer über den Weg zum Du. Was ein Herz antreibt ist nicht das für sich vereinnahmen, sondern das sich dem anderen hingeben.
Reichtum Gottes liegt darin, dass alle seine Lebensäußerungen zu uns fließen. Die ganze Dynamik Gottes liegt in seinem auf Menschen zuströmen. Sich hingeben bringt seine Schöpfung zum leben und blühen. Sein sich in die Welt hineininvestieren entfaltet heilende Kraft. Er bekämpft Armut, Schwachheit und Unvermögen mit uneigennütziger Zugabe. Darin liegt ein großes Lebensgeheimnis, dass wer dem Armen gibt, selber nie arm wird.
Dieses Geheimnis ist uns in die Hände gelegt. Je mehr wir geben, umso reicher werden wir. Wer rafft und auf sich bezieht, wird dabei nicht glücklicher. Glücklich wird der, der sich an andere verschwendet, weil es hundertfach auf ihn zurückfließt.
Ein Prinzip das gerade die moderne Geschäftswelt entdeckt. Je mehr du deinem Kunden Nutzen bietest, je mehr du ihm hilfst besser zu werden, um so selbstverständlicher wirst du Geld verdienen und mehr als genug zum Leben haben.
Deshalb seien wir nicht ängstlich über alle Maßen dem Bedürftigen zu geben. Haben wir ein weites Herz für den Nächsten, der unsere Zuwendung braucht.
Wollen wir nicht mit dem Brot das wir teilen, dass dadurch Rosen aufblühen und dass durch unsere Worte ein Gesang entsteht?