Wenn kein Wunder geschieht, sei selbst eines

Text: Joh. 10, 14+15

Ich bin der gute Hirte. Ich kenne meine Schafe und sie kennen mich. Ich bin bereit, für sie zu sterben.

1982 kommt in Australien ein Kind zur Welt. An sich etwas völlig Normales, nur dass dieses Baby keine Arme und Beine hat. Einfach ein Rumpf mit Kopf. Wo sonst der Kreisssaal ein Ort der Freude ist, steht Ärzten und Schwestern die Leichenstarre im Gesicht. Horror für die Eltern, die sprachlos sehen, dass bei ihrem Sprössling nur die Hälfte dran ist. Nach erstem Eindruck steht diesem unwerten Leben, nur Entsagung und Abhängigkeiten bevor. Ach du Schreck, ein lebenslanger Pflegefall. Nick Vujicic traf dieses harte Schicksal. Was, wie ein Fehler in Gottes Plan aussieht, wurde zu einem der größten Glaubenszeugnisse der heutigen Zeit. Nick reist inzwischen um die ganze Welt und macht Hundert-tausenden Mut mit seiner Auferstehungshoffnung.

1. So außergewöhnlich

Ich bin der gute Hirte. Ich bin bereit für sie zu sterben.

Christus zückt seine Visitenkarte. Ich bin…

… nicht Ziegenpeter, nicht Geißkopf, nicht Oberwächter über 397 Schafe,

sondern der gute Hirte. Damit verlässt er schlagartig alle sonnigen Vorstellungen von der schönen Schweizer Alm. Wenn Jesus vom guten Hirten spricht, positioniert er sich direkt neben Gott. Ich bin Geführter und Ausführer von höchster Führung. Ich bin einer von denen, der Himmel und Erde geschaffen hat. Mit zwei schlichten Worten lässt er keinen Zweifel daran, dass Gott mit ihm Geschichte schreibt. Ich bin nicht irgendwer, sondern ich bin Christus, der die Erde aus ihrem Schlamassel erlöst. Ich bin ein Führer der ganz besonderen Art. Ich bin gekommen zu herrschen und zwar nicht über die Menschen, sondern über ihre Abgründe, über das Übel und die Zweifel. Ich bin das Leben, das aus der Versauerung reißt. Ich bin Bollwerk, gegen allen menschlichen Irrtum. Ich bin gekommen, um Totes lebendig zu machen. Ich bin die Neuschöpfung, die den Kreuzweg zu einem Siegeszug macht. Ich lasse mich zerfleischen, damit sich der Lebenswillen Gottes offenbart. Ich bin der Widerspruch in allen Katastrophen, der Unheil zur Vollendung führt. Ich bin der, der Unglück zum Segen werden lässt.

Wo die Ich-bin-Worte im Raum stehen, wird Jesus unser Schicksal. Ich bin der gute Hirte, damit geschieht außergewöhnliche Führung. Da übernimmt Auferstehung das Kommando und ist nicht davon abhängig, ob Leben Arme und Beine hat.

2. So behindert

Ich kenne meine Schafe und sie kennen mich, 

Wie schnell sind wir unterwegs, dem Anderen, dem Leben oder Gott für unsere bescheuerte Situation die Schuld zu geben. Jeder pflichtet bei, wenn einer sein Elend auftischt und verkündet, wie hart das Leben bei ihm zugeschlagen hat. Das Leben ist aus unserer Sicht immer behindert.

Es passieren genügend Tatsachen, die uns am Leben scheinbar hindern. Ein Unfall an der Kreissäge und ratzfatz sind die die Finger fort. Ein Feuer, und du hast von heute auf Morgen keine Kirche und kein Dach über dem Kopf mehr. Eine Krankheit, die als unheilbar diagnostiziert wird, und ein lieber Mensch, der durch ein schreckliches Los ums Leben kommt.

Leben schreit permanent zum Himmel. Leben ist lebensgefährlich und unerträglich. Leben ist aus unserer Sicht ein hoffnungsloser Fall, wo immer und überall Feuerchen aufflammen und Bomben hochgehen.

Doch wer Leben von seinen harmonischen Vorstellungen abhängig macht, die er vom Leben hat, wird lebenslänglich unglücklich sein. Die Behinderung liegt nicht im Leben, sie liegt in uns.

Christus sagt: ich kenne meine Schafe und sie kennen mich. Damit liegt die Behinderung nicht in irgendwelchen Lebensumständen, sondern im Christus-Kennen. Den „ich bin“ erkennen, lässt Leben erkennen. Christus kennt unsere Umstände und wir erkennen in ihm das Leben in diesen Umständen. Das Leben unterliegt somit keinerlei Einschränkungen oder Behinderungen. Wer Christus erkennt, für den ist das Leben nie weg, auch wenn es unerträglich zuschlägt. Im Kennen liegt die Antwort des Lebens. Lachen und Aufatmen hängt von Christus und nie im Stress von außen ab.

Dort wo wir ein Problem mit dem Leben haben, mit irgendwelchen Widrigkeiten, die uns immer wieder zu schaffen machen, ist unser Erkennen behindert. Solches Erkennen geht sicher nicht über Nacht und kann ein langwieriger Prozess sein. Bei Nick hat das Jahre gedauert, dass er sich nicht mehr als behindert sieht. Doch inzwischen führt er ein abenteuerliches Leben, das vor Lebenswillen und Selbstständigkeit sprüht. Er sieht seinen, für uns verkrüppelten Körper als Gottesgeschenk, mit dem er mehr Menschen dienen kann, als wenn alles „normal“ wäre.

 

3. So wunderlich

meine Schafe kennen mich

Christus kennen heißt, vom Osterglaube zu leben. Das Wunder der Auferstehung, ist das Werkzeug in den Händen der Glaubenden. Damit leben wir im Widerspruch zu allem, was das Leben in Stücke zerlegt. Christus zu kennen, verändert die Einstellung zu den Dingen. Im Ja zu Christus, findet ein Krüppel sein Ja, zu seinem Körper.

Das ist die Revolution göttlichen Lebens. Mit dem Osterglaube hat selbst der Tod seinen Sinn. Zu diesem Wunderglauben führt der gute Hirte. Er führt dazu, dass Leben eine viel größere Dimension hat als nur ein funktionierendes Äußeres. Das Wunder von Ostern ist ja gerade, dass Leben dort beginnt, wo menschlich betrachtet alles aus ist. Mitten in der Kapitulation geschieht das wunderliche.

Nick hat schon als kleiner Junge immer wieder dafür gebetet, dass ihm Gott wieder Arme und Beine wachsen lasse. Doch Gott hatte kein Problem, das nicht zu machen. Er wollte in diesem jungen Menschen viel mehr wachsen lassen als nur funktionierende Hände und Füße. Er führte ihn zur Erkenntnis: Wenn kein Wunder geschieht, sei selbst eines.

Wir haben unsere Widrigkeiten nicht zu bekämpfen, oder vor ihnen davon zu laufen, sondern gerade darin einen Osterglauben auferstehen zu lassen. Es gibt unglaublich viele tragische Lebensgeschichten, deren Schicksal zum Wunder geworden ist.

Ein Spitzensportler hat sich bei einem Sturz das Genick gebrochen.  90% gelähmt und im Rollstuhl, gab es immer wieder die Frage: Entweder von der Brücke stürzen, oder weitermachen.  Er hat sich auf das Leben eingelassen und sagt jetzt: Ich weiß, wozu mein Unglück gut war. Ich habe damit den Sinn meines Lebens entdeckt.

Wir kennen den guten Hirten, damit will unsere übelste Situation zum Wunder werden. Wir stehen unter allerhöchster Führung, die nicht vom augenblicklichen Übel abhängig ist. Lasst uns selbst dort Wege finden, wo andere nur Sackgassen sehen. Gib dem Leben die Chance, dass es durch den Osterglauben zum Wunder wird.

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Sei keine halbe Portion

Der Herr ist gerecht und hat Gerechtigkeit lieb.
Ps. 11, 7

Gott ist vollkommen. In ihm ist der Mensch vollständig. Darin ist Leben in jeder Beziehung stimmig. Wo der Herr gerecht ist, ist die Welt heil. Darin ist Schöpfung unübertrefflich und mustergültig. Das Prädikat Gottes heißt: „Und alles war sehr gut.“ Das was von Gott kommt, ist nicht zu toppen. Es ist das höchste der Gefühle. In ihm hat das Leben etwas makelloses, das wir in dieser Form nicht kennen. Es ist vollwertige Existenz ohne Zerfall. Es geht um unverkürztes Dasein ohne Ende. Einmal geschaffen, für immer am Leben. Er hat ausgeschöpft, was es je auszuschöpfen gibt. In ihm ist alles aus einem Guss. Das ist Maßstab für gerecht. Da ist alles richtig. Damit ist Schöpfung vollkommen und der Mensch, der mit Gott im Einklang steht.

Jesus selbst sagt: Seid vollkommen, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist. Solch ein vollkommen sein, kann nie von unvollkommenen Menschen ausgehen, sondern liegt in der Beziehung zum Vollkommenen. Gerade darin ist der Mensch unvollkommen, weil ihm der Vollkommene fehlt. Gerecht wird der Mensch durch den Glauben an den Gerechten. Es geht um unsere vollkommene Liebe zu Gott. Darin wird in uns etwas ganz. Der Glaube macht den Menschen vollständig. Ohne die innige Liebe zu Gott, bleiben wir eine halbe Portion. Da werden wir an allen Ecken und Enden am Leben herumkratzen und nie die Erfüllung finden, die wir suchen. In dieser Beziehung wird in uns etwas grundsätzliches gesund. Das was uns vollkommen macht, liegt in keiner Therapie, in keiner Lebensphilosophie und nicht in all den schönen Dingen, die uns umgeben. Vollkommen ist das vollkommene Einlassen, auf das, was mich vollenden will. Die bessere Hälfte unseres Lebens, ist nicht der beste Traumpartner, es ist der, der mich zur vollkommenen Reife allen Seins führen will.

Sind wir bereit, mit diesem Glauben, alles bisherige zu übertreffen?

Gott segne dich.

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Glaube, wenn du’s nicht verstehst

Du bist der Trost Israels und sein Nothelfer. Warum stellst du dich, als wärst du ein Fremdling im Lande und ein Wanderer, der nur über Nacht bleibt?
Jer. 14, 8

Auweia, der Mensch mit seinen Warum-Fragen. Ein Herz zwischen himmelhoch Jauchzend und zu Tode betrübt. Gestern strotzten wir noch vor Glück, über Wunder und Segen, die wir erfuhren und bei der nächsten Krise knirschen die Zähne, über elektrisches Miteinander am Arbeitsplatz oder Zuhause. Gestern war Gott in einem Lobpreisabend ganz nahe, heute im schnöden Alltag, scheint er wieder ganz weit weg zu sein. Es gibt die Tage, in denen uns Gott völlig fremd vorkommt. Tage, an denen Gott wie ein Besuch da war und dann wieder Tschüss sagt. Menschen haben ein Problem damit, nicht alles in den Griff zu bekommen. Sie drehen am Rad, um Lawinen gefährdete Gebiete in Österreich sicherer zu bekommen. Die Erdbebensicherheit in Italien soll erhöht, die Tsunamigefahr in Indonesien reduziert werden. Wir tun doch alles, warum, warum lässt Gott das zu?

Um die Hoheit Gottes zu erkennen, muss der Mensch Grenzen erfahren. Wie will ein Mensch Trost und Hilfe annehmen, wenn er nicht jämmerlich im Dreck liegt. Wir brauchen Bauchlandung, wir brauchen Angst, wir brauchen Bibbern, um Vertrauen zu lernen. Wie soll Glaube entstehen, wenn der Mensch die Lebenszusammenhänge verstehen würde? Gerade dort wo wir Gott nicht verstehen, wo wir an der Schwelle unserer Fassungslosigkeit stehen, wo wir von uns selbst nichts mehr erwarten können, geht der Vorhang der Unendlichkeit auf. Wir brauchen die Angst, um das Wagnis einzugehen. Wir brauchen den fremden Gott, um dem zu vertrauen, was nicht in uns ist. In dieser Spannung wächst unser Glaube. Damit kommt ein Funke Ewigkeit in unsere Endlichkeit.

Ist nicht jede Warum-Frage, die Anfrage an unseren Glauben?

Gott segne dich.

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Der Dampf ist raus

Bei namhaften Politikern heißt der Geleitschutz eher Security oder Bodyguard.

Der Herr spricht: Siehe, ich sende einen Engel vor dir her, der dich behüte auf dem Wege und dich bringe an den Ort, den ich bestimmt habe.“
2. Mose 23, 20

„Komm guat hoim“, das sind im bayrischen oft die guten Wünsche, auf Holz geschrieben, gleich nach dem Ortsschild. Gut ankommen, ist durchaus nicht selbstverständlich. Gott stellt seine himmlische Eingreiftruppe zur Verfügung, dass wir unser Ziel erreichen. Er weiß um die Steine auf dem Weg, um Tomaten und faule Eier, die im Leben fliegen können. Er kennt die Widerstände, die uns abhalten, das zu erreichen, zu dem wir eigentlich unterwegs sind. Wenn der Papst unterwegs ist, reist gleich ein ganzer Hofstaat mit. Diese Sicherheitstruppe hat nichts anderes zu tun, um die Mission des Kirchenoberhauptes zu garantieren. Er braucht sich um nichts zu kümmern, er wird dort ankommen, was auf seiner Dienstreise steht. Es sind genügend Sicherheitsmaßnahmen getroffen, um die, die Böses planen abzuschranken und unter Kontrolle zu halten. Gott selbst hat das größte Interesse daran, dass unser Leben und unsere Mission gelingt. Er setzt alle Hebel in Bewegung, dass sein Volk das Heilige Land erreicht. Wenn er bahnt und Engel vor uns her sendet, dann sind wir von sichtbaren Zeichen umringt. Da sind Feuer- und Wolkensäulen als Leitplanken, da blinken uns unzählige „Katzenaugen“ entgegen, die signalisieren – genau dieser Weg ist es. Führung und Schutz sind die Markenzeichen der Glaubenden. Er genießt einen Herrschaftsstatus. Da geht es zielstrebig auf einen Ort der Beauftragung zu. An ihnen verwirklicht sich, allen Widerwärtigkeiten zum Trotz, ein unerklärliches Geheimnis. Wo Engel zur persönlichen Security werden, sind die Glaubenden zu einer großen Mission unterwegs.

Wo Engel vor uns her gehen, tun sich für uns Wege auf, die nichts mit unseren Wegen zu tun haben. Da schreibt ein anderer die Route und das Protokoll. Aus einem selbstbestimmten Kurs wird ein Engelskurs. Da führt der Weg mitten durch das Meer, wo haushohe Wellen Spalier stehen. Wüstenwege werden zu Segenswegen, weil das Manna trotzdem vom Himmel fällt. Der Engel hat nur das eine Ziel, unser Leben an der Hand Gottes sicherzustellen. Diese Garantie haben wir in der Tasche, auch wenn wir von einem Heer Ägypter verfolgt werden und als David vor Goliath stehen. Wo Gott einen Engel sendet, ist kein Weg ohne Perspektive, keine Sackgasse ohne Ausweg. Engel sind total entspannend. Wo Engel sind, ist Ankommen sicher. Auf Biegen und Brechen wird Gott mit uns sein Ziel erreichen. Das nimmt all unseren Sorgen den Dampf heraus. Glaubende können kindlich in die Zukunft glauben, weil sie um den Engel wissen.

Soll nicht gerade solch ein Begleitschutz, alle unsere Ängste abnehmen?

Gott segne dich.
Liebe Grüße Theophilos 💐😇

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In der schlimmsten Krise kreativ

Im Atmen liegt das Geheimnis des Lebens.

„Leben und Wohltat hast du an mir getan, und deine Obhut hat meinen Odem bewahrt.“
Hiob 10, 12

Da ist dem Hiob durch all das, was in seinem Leben weggebrochen ist, regelrecht die Luft ausgegangen, und dann spricht er davon, dass Gott seinen Odem bewahrt. Solange wir atmen, kann kommen was will, wir sind noch am Leben. Wenn wir atmen schlägt das Herz. Nirgends erfahren wir stärker, wie das Leben in Gottes Hand liegt, als beim Ein- und Ausatmen. „Gott blies ihnen seinen Odem ein,“ heißt es bei Adam und Eva. Der erste eigene Atemzug ist bei der Geburt das Zeichen, dass die Nabelschnur getrennt werden kann. Atmen ist die Gnade des Lebens. Da hält Gott seine Hände auf. Das war für uns die ganz starke Erfahrung nach dem Brand. Nichts mehr zu haben, doch im eigenen Leben alles zu haben. Da war das Haus weg, mein schönes kleines Zimmer, die Kleider und meine geliebte Kamera, doch ich war da. Ich stand da und atmete und hatte somit alles. Solange der Atem nicht wegbricht ist alles da. Wir sind in den Lebensraum Gottes eingehüllt, das ist das Allergrößte. Solange ein Atemzug die Lunge aufbläst, pulsiert das Leben. Atmen ist in Gott sein. Mit jedem Zug saugen wir die Gnade ein. Wir können das Heben und Senken des Brustkorbes nicht beeinflussen, es bleibt unser Lebensgeschenk. Darin zeigt sich das Wohlwollen, in das wir eingehüllt sind. Gott bewahrt, er ist der Erhalter des Atems. So dicht ist jeder Augenblick mit dem Schöpfer verbunden. Zwischen seinem Bewahren und uns liegt nichts dazwischen. Daher kann Hiob dieses starke Bekenntnis abgeben. Solange der Atem nicht wegbricht, bricht Gott nicht weg, auch wenn um mich herum alles in Schutt und Asche liegt.

Wenn Atmen solch ein großes Geschenk ist, worüber muss sich dann ein Mensch noch sorgen? Mit jedem Atemzug, der uns geschenkt ist, setzt sich das Leben gegen allen Widerwärtigkeiten durch. Solange Atem da ist, gibt es keine stärkere Macht, die dem Leben zu schaffen machen kann. Egal wie schwer manche Wege sind, wer atmet hat nicht verloren. Solange wir Atem holen, geht die Hoffnung nicht aus. Weil wir diese Gnade haben, haben wir viel mehr in der Hand, als wir in schweren Stunden vermuten. Wo Gott den Odem bewahrt, stehen uns all seine Heilsmittel zur Verfügung. Wir können Trost schöpfen, Vergebung in Anspruch nehmen und gewähren. Wir können Mut fassen und über Trümmer lachen. Wir können Freude entwickeln, wenn wir die verkohlten Balken des Kirchendaches entsorgen und die geschmolzenen Orgelpfeifen zu Kunstwerken zusammenstellen. Wo der Atem bewahrt ist, bleibt das Leben in der schlimmsten Krise kreativ. Der Atem ist das Trotzdem Gottes, wo außer Scherben nichts mehr übrig geblieben ist.

Was haben wir zu befürchten, wenn wir noch atmen und das ganze Leben in unseren Adern pulsiert?

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Verlässlichkeit schnappen

Wer von Treue umschlossen ist, den kann nichts umhauen.

„Auf dich hoffen, die deinen Namen kennen; denn du verlässest nicht, die dich Herr suchen.“
Ps. 9,11

Da ist jemand hocherfreut und überglücklich. Und das, weil er kein Verlassenheitsgefühl mehr kennt. Du verlässt nicht, ist eine der wertvollsten Erfahrungen, die ein Mensch machen kann. Jemand an der Seite zu haben, dem mit einem durch dick und dünn geht, ist mehr als beruhigend. Das ist das Große an Gott, dass er erst recht zu denen steht, die einen Bock geschossen haben, die ihm gegenüber mit Untreue glänzen. Dort wo wir uns vom anderen zurückziehen, wenn das Miteinander nicht mehr funktioniert, bleibt Gott unbeirrt. Wo wir meinen, das wird nichts mehr, das hat sowieso keinen Wert weiter zu hoffen und sich Mühe zu machen, da muss eine Trennung her, ist Gott nicht abzuschütteln. Du verlässt nicht, ist ein Ja-Wort in Stein gemeißelt. An ein Abrücken ist nicht zu denken. Gott ist mit einem Menschen verheiratet; und einmal verheiratet ist immer verheiratet. Wer nicht verlässt, auf den ist tausendprozentig Verlass. Gott hat sich zu diesem Ja verpflichtet und somit gilt es für alle Zeit. Die wahre Liebe kann nicht untreu sein. Ich bin dein, ist die Liebeserklärung, die über jedem Leben steht. Geliebte haben eine Rückendeckung vom Feinsten. Darin liegt alles, was das Leben aufbaut. Wer nirgends verlassen ist, hat nicht mehr zu befürchten. Wo zwei wie Pech und Schwefel zusammenhalten, hat die Angst keinen Platz mehr. Wo Gott nicht verlässt, gibt es keine Situation, der wir nicht gewachsen wären. Da steht keiner neben mir, der einem ständig das Gefühl gibt, du bist nicht gut genug, das muss man besser machen, wenn sich das nicht ändert, dann trenne ich mich von dir, sondern da liebt einer trotz Schuld. Wo Gott nicht verlässt, da verlässt uns gerade auch die Vergebung, die Erlösung und das heil machen nicht. Da ist konstant alles da, was ein Mensch in all seiner Schwachheit braucht.

Diese Verlässlichkeit gilt jedem Menschen, sie steht allen ohne Ausnahme allen zur Verfügung, jedoch erfährt sie der Suchende. Nicht verlassen ist derjenige, der sich auf den Namen verlässt. Dieser Name ist Christus. Christus verwandelt das Verlassenheitsgefühl, das jeden Menschen aushöhlt, der seine Ängste mit sich ausmacht. Der Treue müssen wir einfach trauen. Der Glaube beißt sich an dem „nicht verlassen“ Gottes fest. Wenn Gott derart treu und zuverlässig ist, liegt es einzig an uns, wenn wir uns verlassen vorkommen. Wo der Mensch seine Hilflosigkeit beklagt, beklagt er in der Tiefe seinen Unglauben. Wo er sich ausgeliefert vorkommt, hat er sich nicht an den Namen ausgeliefert. Wo alles hoffnungslos erscheint, hat nicht Gott uns verlassen, sondern eher umgekehrt. Was die Treue Gottes auslöst, wie fest sie macht, wie sie den Mut in den Krisen nicht sinken lässt, erfährt der, der sie ergreift. Es ist genügend Verlässlichkeit da, wir brauchen sie nur zu schnappen.

Warum suchen wir nicht gerade dort, wo es uns ans Eingemachte geht, diese Verlässlichkeit?

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Schämen ist heilsam

Wem das Herz voll ist, dem läuft der Mund über.

„Du wirst an deine Wege denken und dich schämen, wenn ich dir alles vergeben werde, was du getan hast, spricht Gott der Herr.“
Hes. 16, 61. 63

Haut uns das Erbarmen Gottes noch um? Wenn Gott alles vergibt herrscht Ausnahmezustand. Da ist die Front bereinigt, da herrschen klare Verhältnisse, da hat Gott den Menschen in seinen ursprünglichen Status zurückversetzt. Da ist der Mensch voll auf Schöpferkurs. Das Abartige, das aus dem nicht klar kommen mit Gott, das Leben heruntergewirtschaftet, gedämpft und eingeschränkt hat, ist weg. Im Vergeben gibt sich Gott ganz dem Menschen zurück. Es ist die höchste Form des Gebens, die alles gibt, was sie hat. Im Vergeben hält Gott nichts mehr zurück, was ihm von dem Menschen abschrecken könnte. Er gibt sein ganzes Ja in alles Nein. Vergeben überstülpt den andern mit grenzenloser Liebe. Vergeben hat aufgehört zu rechnen und anzuklagen. Sein Vergeben gibt sein Bestes – Christus. Christus ist die Liebe ohne Gegenleistung. Sie ist in sich die Leistung die Gott erbringt, um sich nicht mit verkrachten Tatsachen abzufinden. In der Vergebung liegt die völlige Unabhängigkeit von aller Schuld der Welt. Die Vergebung entmachtet das Böse. Allem Unguten wird damit die Luft abgelassen. Wo das weite Herz vergibt, schlagen Angriffe ins Leere. Vergebung entwaffnet alles Säbelrasseln. Sie ist die stärkste Macht, gegen allen Unfrieden in der Welt. Durch Vergeben stehen wir an dem Schöpfungsmorgen, bei dem alles sehr gut war. Sie schafft den Ursprung, mit dem Gott dort beginnt, als wäre nie etwas gewesen. Gott bewahrt sich dadurch sein kindliches, unbefangenes, offenes Herz. Wer vergeben kann, ist das freieste Geschöpf der Welt.

Es muss uns heiß und kalt werden, wenn solch ein Erbarmen aufleuchtet, angesichts unseres Festhaltens an alten Zöpfen. Wie verkrampft ist oft unser Denken, wie belastet unser Miteinander. Wenn wir sehen, wie die Probleme unserer Tage uns gefangen nehmen, fragt man sich, wo bleibt diese königliche Freiheit eines Herzens, dem die Lasten abgenommen wurden. Wo lebt denn die Vergebung, wenn jeder Fehltritt aufgestapelt wird, damit dicke Mauern wachsen? Wo uns dieses Wunderwerk der Vergebung aufgeht, werden wir an die vielen Wege denken, die wir verbaut haben und uns schämen, wie uns unsere Hartherzigkeit klein gehalten und gefangen genommen hat. Wir müssen in der Tiefe unseres Lebens erschrecken, wie viel wir von unserm kostbaren Dasein verschleudern, wenn wir nicht aus der Vergebung leben. Wir betrügen uns um unsere Unbefangenheit, und dass wir jeden Morgen, ungeachtet was gestern war, frisch beginnen können. Wir müssen uns schämen, welchen Ballast wir unnötigerweise mit uns herumschleppen. Wo Gott vergibt, liegt die Seligkeit auf unserem Tag. Da ist das Miteinander von Barmherzigkeit schwanger. Wer die Vergebung in den Händen hält, spielt mit einem Instrument, das zu einem unbestechlichen Jubel ansteckt. Wessen Herz mit Barmherzigkeit überfüllt ist, dessen Mund kann nur überlaufen.

Dürfen wir uns angesichts solchen Erbarmens, nicht immer wieder schämen, was wir für ein erbärmliches Dasein führen?

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Kehrtwende der Gedanken

Das sind Umbrüche, wenn die Kleingläubigen wie Zachäus auf die Bäume steigen, um ihren Horizont aufzubrechen zu lassen und den Meister ihres Lebens sehen.

„Der Übeltäter lasse von seinen Gedanken und bekehre sich zum Herrn, denn bei ihm ist viel Vergebung.“
Jes. 55, 7

Der Mensch hat etwas in sich, von dem die Wenigsten Gebrauch machen; Umdenken und Umkehr. Es ist etwas möglich, was kaum einer glauben kann, dass von heute auf morgen, sich etwas radikal verändern kann. Ein Mensch kann schlagartig seine Richtung ändern. Ein Halsabschneider wie der Zöllner Zachäus, der heimlich auf einen Baum steigt um Jesus zu erleben, erlebt einen völligen Umbruch seiner Persönlichkeit. Dort wo wir oft meinen, manche Menschen ändern sich nie, oder es ist ein langer Prozess für eine Entwicklung zum Besseren nötig, werden wir hier eines besseren belehrt. In einer Gottesbegegnung ist ein Umbruch von jetzt auf sofort möglich. Alles beginnt im Kopf. Dort wo ein Mensch, seine bisherigen Gedanken lässt und neue Gedanken zulässt, kommt es zu völlig neuen Handlungen. In der Gotteserkenntnis wird der Mensch anders gestrickt. Wo ein Mensch sich selbst und Gott erkennt, geschieht die größte Veränderung. Der Abzocker Zachäus erkennt, wie tief er den Leuten in die Tasche gegriffen hat, wie schamlos er seine Position ausgenützt hat und auf welch wackeligen Füßen sein Ergaunertes steht. Diese Erkenntnis schafft den Durchbruch, die Hälfte seines Vermögens, den wirklich Bedürftigen zu geben, und den bewusst Betrogenen ihr Geld zu 400% zurückzuzahlen. Tiefgreifender und radikaler kann ein Umbruch kaum mehr sein. Da ist die bisherige Persönlichkeitsstruktur nicht wieder zu erkennen. Und das lediglich dadurch, dass er von seinen Gedanken lässt und sie anders ausrichtet. In den Gedanken sitzt der Butzen für Veränderung. Was in unserer Grundeinstellung ab geht, prägt das Ergebnis, das hinten herauskommt. Wo Übel herauskommt, sitzt das Problem in den Gedanken. Missstände sind nicht das Problem der Umstände, sondern des Knoten im Kopf. Wo sich Gedanken verändern, verändert sich die Welt. Daher legt die Bibel so massiv den Finger auf Umkehr. Wo die innere Ausrichtung, die im Kern unsere Person liegt, einen Umbruch erfährt, werden schlagartig die Ergebnisse allen Tun anders. Mit umgebrochenen Menschen entsteht Reich Gottes, entstehen die genialen Gedanken die Gott mit den Menschen hat. Da kann Jesus nur noch zu Zachäus sagen: Heute ist diesem Hause Heil widerfahren.

Wer nicht von seinen Gedanken lässt, braucht auch nicht auf irgendwelche Veränderungen hoffen. Verändere deine Gedanken und du wirst sehen, dass sich das Miteinander verändert. Die Kehrtwende der Gedanken, setzt das Potenzial frei, das Gott für alle Erneuerung in den Menschen gelegt hat. Die Christusbegegnung kann nichts lassen wie es ist.

Warum tun wir uns oft so schwer, in unseren Gedanken umzukehren?

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Soli deo gloria

Gott allein die Ehre zu geben, klingt seit Jahrhunderten durch die genialste Musik aller Zeiten.

Nicht uns, Herr, nicht uns, sondern deinem Namen gib Ehre um deiner Gnade und Treue willen!“
Ps. 115, 1

Schon die Beatles ließen sich seinerzeit durch einen der größten Komponisten inspirieren, Johann Sebastian Bach. Sein Markenzeichen war das „soli deo gloria“, das er unter jedes seiner Werke setzte. Sein begnadetes Schaffen sollte in allem das Sigel tragen: Gott allein die Ehre. Jede Note, jeder Akkord diente den Menschen zur Freunde und war die höchste Verneigung vor seinem Schöpfer. Seine ganze Existenz war Klang und Ehre. Bach lebte als Begnadeter, der nichts machen, sondern Durchfluss eines Höheren sein wollte. Seine Genialität war nicht hausgemacht, sondern aus dem Himmel geschenkt. Er war ein Bereiter, ein Offener, der lediglich das, was in der ganzen Bandbreite auf ihn zugeflossen ist, hat weiterfließen lassen. Seine Größe ist der Fingerzeig auf den Großen, bis heute. Wo Gott durch sein Tun und Lassen die Ehre wird, ist der Mensch im Zentrum seiner Erfüllung. Da ist der Glaubende im ersten Gebot Zuhause. Da ist Gott der alles Prägende und Gestaltende. Er wird zum Pulsschlag seines Schöpfers. Wo der Mensch sich zurücknimmt, haben die Gaben von Gott immer mehr Platz. Wo die Gnade Raum findet, wird das was Gott im Menschen schafft vervielfacht. Da explodieren die Gaben, weil der Meister selbst sich ans Werk macht. Im Zurücknehmen der eigenen Ehre, wird ein Mensch größer. Das größte Werk geschieht in Jesus, der sein Leben in dem Gebet zusammenfasst: Dein Name werde geheiligt. Wir sind zur Ehre Gottes geschaffen. An uns soll Gott sich verherrlichen. Wir leben um Gott, um Christus, um die Gnade und Treue aufleuchten zu lassen. Um etwas ewig bleibendes in dieser vergänglichen Welt zurückzulassen.

Wo wir unsere Ehre suchen, darauf achten, gut da zu stehen, versperren wir diesen Gaben den Zugang. Menschen, die sich selbst nur wichtig sind, die sich herausstellen müssen, zeigen dadurch nur, wie wenig ihnen aus der Gnade zufließt. Sie machen sich zu Schaustellern ihrer eigenen Werke. Sie kämpfen krampfhaft um Ansehen und Beachtung, weil sie mehr nicht zu bieten haben. Wer um seine eigene Ehre und Macht kämpft, zeigt seine Unbereitschaft sich füllen zu lassen. Wer die eigene Ehre sucht muss andere klein halten, um Größe zu zeigen. Die eigene Ehre macht Menschen kleiner als sie sind. Wo wir Gottes Ehre suchen, braucht sich keiner verteidigen, wenn seine Ehre angekratzt wird. Wieviel ehrenkäsigen Krampf gibt es auch in den frommen Gemeinschaften. Wieviel beleidigt sein, wenn man nicht genügend Beachtung findet. Es ist eine Frage der Ehre wie das Leben verläuft. Wo Gott die Ehre wird, erklingt aus einem Leben ein befreiendes: Jauchzet, frohlocket!

Wenn so viel Gaben bereit stehen, die sich in uns entfalten wollen, können wir da noch zuhalten?

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