Liebe zulassen

Die Liebe ist der Tempel, in dem Gott wohnt.

„Salomo sprach: Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel können dich nicht fassen – wie sollte es dann dies Haus tun, das ich dir gebaut habe?“
1. Kön. 8, 27

Diese Worte sprach der weise König Salomo bei der Einweihung des neuen Tempels. Vor der Unfassbarkeit Gottes, kapitulieren selbst die Kirchenbauer. Wenn man die Einzigartigkeit einer Sagrada Familia in Barcelona vor Augen hat und sich dabei vorstellt, dass ein Architekt dabei alles gegeben hat, um mit seinem Bauwerk Gott die Ehre zu geben, übersteigt solch eine Aussage alles, was wir uns von Gott vorstellen können. Selbst das großartigste Kunstwerk, ist ein schattenhaftes Erahnen von dem, was Gott ausmacht. Auch die Steigerung von Himmel, und alles, was unsere Gedanken nicht denken können, kommen nicht im Geringsten an die Größe Gottes. Gott lässt sich selbst auf Ewigkeit nicht festlegen. Für unser Denken bleibt Gott unfassbar. Gott ist alles und in allem. Er entäußert sich in allem. Durch den Drang sich mitzuteilen, sich hinzugeben, zu lieben, wohnt er in allem was lebt. Die Liebe ist die Wohnung, in der Gott gegenwärtig ist. In Christus sehen wir die starke Liebe, des für uns unfassbaren Gottes. Wo diese Liebe ankommt, wohnt Gott. Das ist der Raum, in dem der Mensch Gott als lebendig erlebt und darunter selbst lebendig wird.

Johannes schreibt: Wenn wir uns untereinander lieben, so bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollkommen. Der unfassbare Gott, lebt in vollkommener Liebe in uns. Darin liegt die Sprache unseres Lebens. Unter dieser Liebe werden wir kommunikationsfähig mit ihm und untereinander. Wo diese Liebe wohnt, ist Gott nie weit weg. Wir brauchen Gott nicht suchen, sondern nur seine Liebe zulassen. Das ist das Geheimnis allen Lebens und Glaubens. Seine Liebe zulassen wird zum Gottesdienst. Darin wird der unfassbare Gott für alle sichtbar. Darin geschieht Heil, Erneuerung und Neuschöpfung. Diese vollkommene Liebe will in uns Raum schaffen, will sich vermehren, will sich ausbreiten und verschenken. So aktiv will der unfassbare Gott in uns rumoren.

Wenn wir Gott nicht sehen, nichts von seinen Wirkungen spüren und erkennen, müssen wir uns fragen, ob wir diese Liebe zulassen. Diese ewige Quelle hat nie aufgehört zu sprudeln. Wenn wir aushungern und verdursten, wo schöpfen wir dann? Wenn wir unsere Kälte und Härte spüren, unsere Zurückhaltung und Abweisung, erwürgen wir da nicht gerade diese vollkommene Liebe in uns? Warum tun wir uns oft so schwer, diese formende und umgestaltende Liebe zuzulassen? Gott ist nicht weit weg von uns, wir sind oft zu verschlossen, diese unfassbare Liebe ihre Arbeit machen zu lassen.

Was würde geschehen, wenn diese Liebe sich voll und ganz in uns entfalten könnte?

Auslegungen für jeden Tag
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Gelassen in aller Klage

Um das Reich Gottes brauchen wir uns keine Sorgen machen, es entsteht, mit uns, trotz uns und ohne uns.

„Hilf, Herr! Die Heiligen haben abgenommen, und treu sind wenige unter den Menschenkindern.“
Ps 12, 2

Schon zu Davids Zeiten lief die alte Leier, wie bei uns. Die Heiligen haben abgenommen. Die Gemeinden werden leerer, den Klöstern fehlts an Nachwuchs, in strukturschwachen Gebieten müssen die Gottesdienste teilweise ausfallen und zusammen gelegt werden. Säkularisation wo man hinschaut. Der Jammer und die Klage ist heute nicht anders als damals. Die Kirche in dieser Welt, lebt unter dem Sterbensprozesse dieser Erde. Es wird ein Kommen und Gehen, ein Aufblühen und Verblühen sein. Auch wenn das Volk Gottes immer wieder die Schwankungen von Nähe und Ferne erlebt, bleibt es Volk Gottes. Auch wenn die Kirche zerfällt, wird Reich Gottes nie zerfallen. Das zeigt uns die Geschichte. Gottes Geschichte mit den Menschen bleibt eine lebendige Geschichte, zu jeder Zeit. Gerade das zeigt, dass Gott selbst durch Christus seine Kirche baut. Gemeinde, Reich Gottes ist nicht von Menschen gemacht oder abhängig von der Befindlichkeit der Menschen. Gott ist immer der, der Sterben überwunden hat. Darin liegt der größte Trost einer angefochtenen und untergehenden Kirche.

Wo die Heiligen abnehmen und die Glaubenden untreu werden, stellen wir uns mit unter das Leiden, das Gott mit seinen Kindern hat. Wir sind dabei gerufen auch einsame, schwere und umständliche Wege zu gehen, doch wir dürfen bei all unserem Einsatz wissen, Reich Gottes liegt nicht in unserer Macht. Wir müssen, uns nicht zerfleischen und uns alle Beine herausreißen, wenn in den Chören die Sänger immer älter werden und nicht genügend Junge nachrücken. Wir können auch diese Entwicklung getrost dem Herrn der Kirche überlassen. Wo wir die vielen Untreuen zu beklagen haben, können wir nur an unserer Treue arbeiten. Wir schreien in unseren Gebeten zu Gott, der allein die Türen zu den Menschen auftun kann. Gerade in der Stunde der Not und Anfechtung, geht es um unser Gebet und unsere Treue. Alles andere können wir getrost Gott überlassen. Das ist Glaube, der auch in der Säkularisation an Gott fest hält. Der kämpft, als würde alles von ihm abhängen, der aber auch Gott alles anvertraut, das er selbst nicht machen kann.

Somit ist es nicht unsere Aufgabe in das trostlose Klagelied mit einzustimmen, sondern in aller Treue und im fröhlichen Glauben unseren Weg zu gehen. Wir leiden um Gottes Willen unter allem Abnehmen, sind jedoch in allem Sterben noch voller Hoffnung und machen in ganzer Treue unseren Dienst.

Ist es nicht sinnvoller, uns betend an Gott zu wenden, als im Jammern über den üblen Zustände, uns gegenseitig das Leben schwer zu machen?

Tragende Glücksmomente 

Freude sind die Perlen, die wie Glücksmomente der Unendlichkeit in unser Leben fallen.
„Es freue sich das Herz derer, die den Herrn suchen!“

Sp. 105, 3
Sich tiefgründig freuen, hängt unmittelbar mit der Suche des Herrn zusammen. Freude fällt nicht einfach zu, sondern ist an eine Bewegung geknüpft. Freude ist ein Schatz, der entdeckt werden will. Dieses befreiende Glücksgefühl, in dem die Dankbarkeit in uns überschäumt, liegt nicht einfach auf der Straße. Diese Momente in denen ein Mensch mit sich im Reinen ist, in denen alles passt, wo wir von der Ewigkeit geküsst werden, liegen in unserer Gott-Suche. Freude ist die Ernte der Aufbruchstimmung. 
Suchen kann der Mensch, wenn er etwas vermisst, wenn er einen Mangel verspürt. Dass ein Mensch Gott sucht, hängt mit seiner Sehnsucht nach Erfüllung zusammen. Gott selbst hat in den Menschen den Wunsch nach mehr gelegt.  In uns liegt das Bedürfnis, über uns selbst hinauszuwachsen. Es ist das ursprüngliche Bedürfnis, in all unserer Unruhe,  in Gott zur Ruhe zu kommen. Wenn wir uns zu Gott auf den Weg machen, anfangen ihn zu suchen, dann ist das bereits die Antwort auf die Sehnsucht, die er in uns gelegt hat. Gott zu suchen ist das Echo, dass seine Liebe bei uns angekommen ist. Es ist unsere Gückmeldung; Gott ich habe deine Gegenwart vernommen. Die Suche ist der Drang nach noch mehr Gemeinschaft mit Gott. Es ist der Moment, an dem sich der Mensch an Gott verliert.
Heute ist Sonntag; der Tag, der ganz besonders für die Gott-Suche bestimmt ist. Um Gott nahe zu sein, suchen wir das Wort, suchen wir Christus, suchen wir das Mahl in der  Gemeinschaft der Erlösten. Hier hat der Gottesdienst, hat die Gemeinde  ihre zentrale Bedeutung. Gottesnähe erfahren wir sicher auch in der Schönheit der Natur, doch wo Christus in Brot und Wein in den Menschen eingeht, ist die unmittelbare Berührung mit der Ewigkeit. Wo wir zielstrebig auf diesen heiligen Moment zugehen, hat die Freude ihren Ursprung. Da entfaltet sich genau die Freude, die auch die harten Schläge des Lebens überdauert. Das ist die Freude, die wie ein nie endender Sonnenaufgang über dem ganzen Tag steht. Egal, was an diesem Tag passieren wird, es trägt  die Energie des goldenen Tagesanfangs.
Was suchen wir sonst noch, wenn in dieser Begegnung alles zum Freuen liegt?
Einen gesegneten Sonntag wünsche ich euch. 

Wo wohnt Gott?

„Salomo sprach bei der Einweihung es Tempels: Sollte Gott wirklich auf Erden wohnen?“

1. Kön. 8, 27
Der König Salomo hatte ein Gespür dafür, dass sich Gott nicht einfach auf einen von Menschen erdachten Raum festlegen lässt. Eine Kirche wird nicht dadurch zum heiligen Raum, dass darin Menschen Gott suchen. Gottesbegegnung findet nicht an von Menschen vorgesehenen Orten statt. Angesichts eines neuen Tempels, einer neuen Kirche fragt Salomo weiter. Damit kommt er zu der Erkenntnis, Gott wohnt nicht in Gebäuden, sondern in Menschen. Durch Christus baut er sich in seinen Erwählten eine Wohnung. Dieser unfassbare Gott baut nicht in erster Linie in Stein gemeiselte Kathedralen,  sondern will sich in Christus in Herzen verewigen. Wo Christus einzieht, wohnt Gott. Er sucht lebendige Wohnungen, in denen seine Herrschaft sichtbar wird. Für seine großartige Sache, will er offene Wohnräume schaffen. Auch wenn Gott überall gegenwärtig ist, seine Spuren in Natur und Schöpfung zu erkennen sind, ist seine gute Stube zuerst im Kern des Menschen. Er will in Herzen, Gedanken und in unserer Willenszentrale Zuhause sein. Das ist der Anfang von Kirche.
Das Gebäude für die Gottesbegegnung kommt danach. Somit kommt nicht zuerst der Kirchenraum, in den dann gnädigerweise Gott einzieht, sondern Menschen, in die Christus eingezogen ist, schaffen einen Raum für Gemeinschaft. Kirche ist der Ort, an dem die zusammenkommen, an denen Christus sich offenbart hat. Das macht KIrche zu einem heiligen Ort, weil geheiligte Menschen ihrem Gott begegnen. Auf diese Gemeinschaft derer, in denen Gott seine Wohnung gefunden hat, legt er seinen Segen. Das ist Gemeinde, in der Gott seine Geheimnisse in Brot und Wein offenbart. Dadurch ist Kirche kein Clubraum von Gleichgesinnten, sondern da sind lebendige Wohnräume, mit denen Gott sein Reich in dieser Welt baut. Der einzeln Glaubende ist keine Single-Wohnung, sondern lebt von der Gemeinschaft im Tempel. Gott lebt nicht von „Amtswegen“ in dem Gebäude Kirche, sondern durch die Gemeinde, die sich dort versammelt und ihn anbetet. Diesen Geist erleben wir dann in einem Gotteshaus.
Fühlt sich Christus bei uns Zuhause?

Wumiunsterma

Joh. 6, 55-65

Wundermittel-Unsterblichmacher

Wie lebt´s sich’s länger? Diese Frage belebt die Gesundheitsindustrie. Laut eines Berichtes, leben im hintern Pakistan Naturmenschen die über 150 Jahre sind. Abgeschnitten von aller moderner Zivilisation, sind hier uralte Menschen top fit. Anscheinend ernähren sie sich von hauptsächlich Naturbelassenem, wie Obst, Gemüse und Körner. Einer sollte sogar ein Disziplinarverfahren wegen Urkundenfälschung angehängt bekommen, weil in seinen persönlichen Dokumenten das Alter mit 180 Jahren angegeben war.

In unseren Breiten, drehen sich die heißen Diskussionen für ein reiches, fittes Leben eher um Vollwert, Jogging, Vegan oder Vegetarisch. Hat eine fleischlose Ernährung genügend Vitamin B12, um nicht an Mangelerscheinungen klapperdürr zu werden? Ja, mein Schnitzel lass ich nicht!

Jesus stellt ein Ernährungskonzept vor, das selbst seine Jünger vom Hocker haut.

1. Das gab´s noch nie

55 Denn mein Leib ist die lebensnotwendige Nahrung und mein Blut der Leben spendende Trank. 56 Wer meinen Leib isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm. 57 Ich lebe durch die Kraft des lebendigen Gottes, der mich gesandt hat. Ebenso wird jeder, der meinen Leib isst, durch mich leben. Wer dieses Brot isst, wird für immer leben.

Nahrung verwandelt sich durch den Stoffwechselprozess in Energie und Kraft. Im Kreislauf des Einnehmens und Ausscheidens spielt sich das Leben ab, das sich dabei Stück um Stück verbraucht. Selbst die besten, gesündesten und schmackhaftesten Lebensmittel führen zum Tod. Früher oder später geht es einfach nicht mehr. Da hilft auch kein Arzt oder Apotheker.

Was Jesus hier für eine Speise serviert, sprengt jedes Naturgesetz. Er setzt die Biologie, die Physik und alle Ernährungswissenschaft außer Kraft. Eine Speise, die unsterblich macht. Mit diesen Kohlehydraten lebt ihr für immer. Das was sich offensichtlich nach einem durchgeknallten Marktschreier anhört, wird zur Lebensnotwendigkeit. Jesus sagt ganz klar: Mensch, du bist für die Ewigkeit bestimmt. Das was Gott gibt, ist nicht nur für die 0-180 Jahre gedacht. Für diese Zeit gibt er reichlich Manna, Hirsch- Ragout und Melonen.

Er gibt viel mehr. Er gibt Eucharistie, er gibt Christus für die Ewigkeit. Er setzt mit Eucharistie einen neuen Ernährungswert. Er macht sich selbst zum Grundnahrungsmittel. Reich Gottes, himmlische Herrlichkeit, die ganze Schöpfung, lebt vom Leib und Blut Christi. In diesem allumfassenden Reich gibt es kein anderes Lebensmittel als Christus. Ohne Leib und Blut Christi gibt es kein Reich Gottes, gibt es keine Kirche. Ohne Christus verhungert die Gemeinde und vertrocknet das ewige Leben. Christus muss mit Heißhunger verschlungen werden. Er geht in Brot und Wein in uns ein. Er wird körperlich verdaut. Da wird organisch etwas vollzogen. Eucharistie ist viel mehr als eine Erinnerung, an das Opfer am Kreuz, das Jesus Leib und Blut gekostet hat. Wer Eucharistie nur als ein reines Gedächtnismal feiert, der riecht nur an einem saftigen Braten und kann gar nicht satt werden.  Das Fleisch muss eingehen, um verstoffwechselt zu werden. Wir spüren leiblich den Christus durch unsere Eingeweide gehen, der sich durch das Geheimnis des Glaubens, nicht nur in körperliche Energie umwandelt, sondern etwas für dieses allumfassende Reich entstehen lässt. Wo Christus als Materie in uns eingeht, verwandelt sich etwas für die Ewigkeit. In der Eucharistie wird die Fülle Gottes in uns leibhaftig. Der Christus, der in uns eingeht, macht uns vollkommen und gemeinschaftsfähig mit Gott.

Wo sich jemand selbst zum kompromisslosen Lebensmittel macht, starten natürlich die frommen Raketen durch.

2. Das ist doch die Höhe

60 Viele von denen, die ihm bisher gefolgt waren, hörten es und sagten: „Das ist eine Zumutung! Wer will sich so etwas anhören?“ 61 Jesus wusste, dass selbst seine Jünger entrüstet waren, und fragte sie deshalb: „Nehmt ihr schon daran Anstoß? 62 Was werdet ihr erst sagen, wenn ihr seht, wie der Menschensohn dahin zurückkehrt, woher er gekommen ist?

Menschen kommen mit den exotischten Essgewohnheiten klar, mit gepökeltem Hund oder gedämpftem Kuckuck, aber wer will sich das anhören? Wer will Leib Christi? Das, was Jesus hier serviert, übersteigt die Grenze des bisher dagewesenen guten Geschmacks. Man konnte bei seinen Wundern und bei seiner Verkündigung noch mitgehen und dahinter den handelnden Gott erkennen, doch das geht jetzt zu weit. Sich hier als Alleinstellungsmerkmal des Reiches Gottes zu präsentieren grenzt an Hybris.  Selbst seine Jünger waren außer sich, wo sie zuvor noch sagten: Herr wo sollen wir hingehen, du hast Worte ewigen Lebens. Jetzt wo diese Worte sie durchdringen wollen, wo diese Worte in ihnen selbst lebendig werden wollen, flippen sie aus.

In christlichen Kreisen wird sehr viel toleriert und akzeptiert; Hauptsache man erreicht die Menschen. Gottes Spielwiese ist ja schließlich bunt. Es wird versucht auf die verschiedenen Geschmacksrichtungen der Einzelnen einzugehen, um bedarfsorientierte Gemeindearbeit zu betreiben.

Wo das „allein Christus“ im Raum steht, wird es schnell zu Zumutung. Dabei ist genau das der Auslöser der Reformation gewesen. Wir feiern 2017, 500 Jahre

  • allein Christus
  • allein die Gnade
  • allein der Glaube
  • allein das Wort

das sind die 4 Säulen christlicher Existenz. Gerade die Auflehnung an Christus macht umso deutlicher, dass wir ihn nötig haben. Ohne Christus gibt es keine Gottesbegegnung. Ohne Christus bleibt der Mensch unerlöst. Ohne Christus kann niemand glauben. Ohne Christus gibt es kein lebendiges Wort. Der Weg zur Unsterblichkeit ist mit Christus gepflastert. Weil er dahin zurückgekehrt ist, macht nur diese Speise lebendig und verbindet uns mit diesem Reich.

Daher ist Christus wirklich die Höhe, der in die Menschen eingehen muss.

3. Es geht nicht ohne

63 Gottes Geist allein schafft Leben. Ein Mensch kann dies nicht. Die Worte aber, die ich euch gesagt habe, sind aus Gottes Geist; deshalb bringen sie euch das Leben. 65 „Deshalb“, so erklärte er weiter, „habe ich euch gesagt: Keiner kann zu mir kommen, wenn ihn nicht der Vater zu mir führt!“ 

Auch in der Dreieinigkeit von Vater, Sohn und Heiliger Geist, spielt Christus die entscheidende Rolle. Für dieses ewige Leben, kann kein Mensch im Geringsten dazu beitragen. Leben ist Gottes Hoheitsgebiet, das durch den Geist bewegt wird. Die Wirkungsweise, wie der Geist bewegt, geschieht durch das Christus-Wort. Der Geist pustet nicht irgendwie in der Gegend herum und befällt dann Menschen, sondern hat Christus als Trägersubstanz, mit dem er hineinwirkt. Da wo Christus ist, da ist Geist Gottes. Wo sich Reich Gottes erschließt wirkt der Geist durch Christus. Durch Christus fängt der Geist in uns Feuer. Daher führt der Geist zwanghaft über Christus zu Gott. Ohne Christus geht nichts. Gott und sein Geist spitzen das ganze Leben auf Brot und Wein zu.

Es ist großartig wenn 500 Jahre nach der Reformation sich die beiden Großkirchen in der Eucharistiefrage annähern. Möge es dem Geist gelingen, alle Parteien auf Christus zu zentrieren. Es muss sich hier nicht nur die katholische Kirche für neue Wege des Geistes erweitern lassen, sondern die Protestanten sollten viel mehr die reale Präsenz des Christus einrechnen.

Wumiunsterma ist keine Droge die das harte Leben sanfter an uns vorbei rauschen lässt, sondern das Wunder wie Christus die gefallene Welt in Unsterblichkeit verwandelt. Den Christus in Brot und Wein kann man nicht in die menschliche Beliebigkeit stellen, sondern den wichtigsten Platz im Leben einräumen. Nicht umsonst feiern die Ordensgemeinschaften die Eucharistie täglich.

Wie wollen wir bei dem allgegenwärtigen Gott zuhause sein, wenn wir auf diese Speise verzichten, oder sie als gelegentlichen Snack betrachten?

Liebe verbindet Unterschiede 

Gemeinde Gottes glänzt durch gegenseitige Wertschätzung.
„Haben wir nicht alle einen Vater? Hat uns nicht ein Gott geschaffen? Warum verachten wir denn einer den andern?“

Mal. 2, 10
Drei Fragen, die die christliche Kirche auf Herz und Nieren prüfen. Ist in unserem frommen Dasein wirklich das drin, was drauf steht? Glänzen wir durch ein Strahlen, das die Einzelnen in einer Gemeinschaft verbindet, oder glimmt jeder für sich so dahin?
Wo sich Gott mit Menschen verbindet, finden sich Menschen zusammen. Die Einheit mit Gott, verbindet die Verschiedenheit der Menschen. Wer von Gott geliebt ist, erhält von ihm die höchste Wertschätzung. Darin liegt die Qulität des Menschseins. Menschwerdung heißt: von der Liebe, zur Liebe geschaffen sein. Wer aus Gott geschaffen ist hat ein inneres Programm. Was aus der Gemeinschaft mit Gott entstanden ist, ist auf Gemeinschaft angelegt. Somit ist dieser gemeinsame Ursprung von Grund auf Netzwerk und Beziehung. Alles was aus Gott geschaffen ist, ist die Grundlage von Kirche. Es ist der Verbund, der von Gott Geliebten. Es ist die Gemeinschaft, der von Christus Geheiligten. Gott hat durch seine Erfschaffung und durch die Erlösung des Menschen, etwas von seiner ewigen Herrlichkeit in die Welt gepflanzt. Gemeinde sind lauter kleine und große Gottesfunken. Alle zusammen ergibt das Feuer der göttlichen Liebe, das gerade in der Verschiedenheit ihrern Glanz erhällt.
Wie sollten wir in diesem Handeln Gottes an Menschen, den einen ausgrenzen und den andern verachten? Wo die Liebe Gottes unterwegs ist, sucht sie gerade die Vielfalt. Sie lässt jedem seine Orginalität und verbindet die Schwachheiten. Die Liebe grenzt bei Versagen nicht aus. Liebe fängt den Gefallenen auf. Dort wo sich unter normalen Verhältnissen die Geister scheiden, zweifelt die Liebe nie am von Gott gegebenen Wert des Anderen. Wo ich mich von der höchsten Liebe getragen weiß, weiß ich, dass sie genauso dem gilt, der mir nicht so liegt. Solche Brücken kann nur eine göttliche Liebe bauen.
Kann man es an uns erkennen, dass wir die Geliebten des Höchsten sind?
Einen gesegneten Sonntag wünsche ich euch allen.

Einträchtig macht zukunftsfähig 

„Siehe, wie fein und lieblich istˋs, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen! Denn dort verheißt der Herr den Segen und Leben bis in Ewigkeit.“

Ps. 133, 1.3
Die meisten fragen am Ende eines Jahres und am Beginn des Neuen, was war und was kommt? Was wird uns im kommenden Jahr durchtragen? Dieses Wort heute gibt die Antwort, worauf der Segen liegt und was Leben gibt, das niemals aufhört.
Einträchtig beieinander wohnen, ist ein Lebensentwurf, mitten im Unfrieden. Es ist ein tragfähiges Bild für Gemeinde und Gemeinschaft. Einträchtig wohnen geht zuerst von dem eins sein mit Gott aus. Paulus drückt es mit einerlei Sinn aus. Es ist das wie Christus gesinnt sein. Wir leben und wohnen zuerst in der Gemeinschaft mit dem Wort. Der Christus in mir, ist das verbindende Element zum anderen. Das erfahrene Heil baut Brücken zum Bruder und zur Schwester. Einträchtig beieinander, sind die von Christus zum inneren Frieden gebrachten. Einträchtig hat nichts mit Anstrengung zu tun, oder irgendwelchen Bemühungen von unserer Seite. Einträchtig können wir nur sein, durch das, was Christus an uns bewirkt hat.
Somit ist christliche Gemeinschaft nie ein Interessenverband, wie ein Fußball- oder Gesangverein. Wir sind nicht in einer Gemeinde, weil uns nur das Rahmenprogramm oder der Pfarrer gefällt. Echte Gemeinde beginnt dort, wo Jesus-Gesinnte wohnen. Wo Menschen sind, an denen Gott gehandelt hat. Hier sind nicht Menschen, die die gleichen theologischen Ansichten haben, sondern solche die ihren Frieden in Gott gefunden haben. Solche Glaubenden können zusammenwachsen. Von dieser Einheit fließt der Frieden in die Welt. Auf solches Zusammensein legt Gott seinen Segen. Da kann sich Gott entfalten und mit Gaben beschenken. Es ist ein Fest, wo solche Menschen zusammen wohnen. Das ist für das Reich Gottes eine Delikatesse, bei der das Leben nie zu Ende geht.
Wäre das nicht ein Traum für 2017, wenn von den Glaubenden solche Einträchtigkeit ausginge?

Loben bringt zusammen

es gibt Leute, die gehen zum Lachen in den Keller.

„Preiset mit mir den Herrn und lasst uns miteinander seinen Namen erhöhen!“
Ps. 34, 4

Loben ist ansteckend. Gott zu verherrlichen schlägt Wellen. Man sagt, loben ist wie Sonnenschein, wie Dünger, das Leben aufbaut. Loben hat eine gewaltige Schubkraft. Wo gelobt wird, sind wir in guter Gesellschaft. Lob verbindet, Lob ist gemeinschaftsfördernd.

Wo Gott gelobt und angebetet wird, geschieht das auf sein Handeln, das dem Lob voraus gegangen ist. Wo Gott eingeht, geschieht Aufbruch. Erneuerung belebt. Heil werden weckt Dank. Handlungen Gottes hinterlassen Resonanzen. Da werden Saiten angezupft und Posaunen angestoßen. Der Mensch wird zum Klangkörper der Gottesmelodie. Angezupft sein geht nicht still. Das ist für alle hörbar. Schallwellen breiten sich aus. Da entstehen Schwingungen, die zu Gott zurückfließen und Menschen mitreißen. Wer zum Lob angesteckt wurde, ist nicht mehr allein. Loben macht öffentlich. Loben verlässt das stille Kämmerlein. Loben läuft über und verstömt sich. Anbetung ist Webung für den lebendigen Gott.

Preiset mit mir, ist der Impuls an andere. Wo der Glaubende zu seiner Bestimmung, der Gottesanbetung gefunden hat, entsteht Gemeinschaft und Kirche. Da wachsen die Lober zusammen. Da wird das Einzelinstrument zum Orchester.

Wie ansteckend, einladend und mitreißend ist unser Lob?