Übel ist Same für Gutes

Gottvertrauen und Geduld, machen aus einem verachteten und gemobbten Bruder einen Kanzler.

Josef sprach zu seinen Brüdern: Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen, aber Gott gedachte es gut zu machen.“

1.Mose 50, 20

Eine absolut umwerfende Aussage. Aus böse wird gut, ohne dass wir darauf einen Einfluss haben. Josef hätte genug Grund gehabt am Leben zu verzweifeln, als er vom Großteil seiner Brüder so hinterhältig abgeschoben wurde. Ablehnung und Mobbing vom Feisten. Als Vorzeigesohn im Brunnen eingesperrt und als Sklave nach Ägypten verkauft, hat beileibe nichts mehr mit Geschwisterliebe zu tun. Er musste abgrundtiefe Verachtung aushalten, Gewalt und das herausgerissen werden aus der eigenen Familie. Und das als gläubiger junger Mann. An solch einer Dreckssituation ließ sich nichts mehr schön reden. Da war nicht mehr irgend ein Funke von Gutem zu erkennen. Da war die Zukunftsperspektive nur noch schwarz. An ihm tobte sich die ganze Schlechtigkeit der Menschen aus. Alles Übel der Welt stand gegen ihn. Beim Lieblingssohn ging es nur noch bergab. Eine Situation, bei der man sagen könnte, das Leben ist gelaufen.

Doch nicht bei einem Menschen mit Gott. In diesem Horror entwickelte Josef keinen Hass, sondern behielt sein Gottvertrauen. Dort wo es nichts zu hoffen gab, ließ er Gott an sich geschehen. So wie er an sich den Hohn seiner Brüder zugelassen hat, lässt er das Wohlwollen Gottes zu. Er hat es zugelassen im Sklavenhandel unwürdig vermarktet zu werden. Er hat die Intrigen der Frau des Fürsten zugelassen. Er hat Gefängnis zugelassen. Und er hat trotzdem geglaubt. Er hatte keine Angst, dass er sich nicht richtig entwickeln könnte, oder seine Gaben richtig einsetzen; er hatte einfach vertraut. Er machte sich unter aller Erniedrigung keinerlei Sorgen um sich, sondern wollte in aller Demütigung ein Werkzeug Gottes bleiben. Er glaubte an den Guten. Er überließ alles was geschah dem Böse-Gut-Verwandler. Gott bleibt in allem der, der Chaos ins Leben bringt, der Finsternis mit Licht durchbricht und Tod mit Auferstehung. Gott bleibt in allen der für den Menschen Unberechenbare. Da zählt die augenblickliche Situation nicht. Da ist ab jetzt das Gegenteil möglich. Wir können Gott nie mit einem menschlichen Horizont einmessen. Wo er handelt, wird verbrannte Erde immer zum Blühen kommen.

Woher nehmen wir die vermessene Aussage, jetzt ist alles vorbei, das wird nicht mehr. Warum meinen wir, wir müssten uns gegen alles Übel wehren, wenn auf einer ganz anderen Ebene die Fäden gezogen werden. In allem was uns widerfährt dürfen wir wissen, dass das Übel der Same ist, aus dem Gutes wachsen wird. Gerade an unseren Grenzen, in aller Ablehnung, oder dem wie das Leben und die Menschen uns mitspielen, können wir Vertrauen wagen und hoffen. Wir brauchen nicht so sehr gegen das Übel kämpfen und uns dagegen auflehnen, als mehr geduldig zu sein und zu warten, bis der Same aufgeht. Wer vertraut, kann alles erwarten.

Weshalb soll uns da das Böse noch einschüchtern wollen?

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Unter allen Umständen sinnvoll

Der Mensch ist weit mehr als nur das Ausleben seiner inneren Triebe und Spannungen, oder das Opfer sein, aus den Verkettungen von Ereignissen, die auf ihn einströmen.

Das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel schließen will nach dieser Zeit, spricht der Herr: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein.“
Jer. 31, 33

Wo Gott einen Bund schließt, unterscheidet sich der Mensch von allen anderen Lebewesen und der ganzen Schöpfung. In diesem Bund verheiratet sich Gott mit seinen Geschöpfen. Er wird ein Teil von ihnen und definiert sich über diese Beziehung. Seinen ganzen Lebenswillen investiert er in diese Beziehung. Sein freiheitliches Denken legt er in den Lebenswillen des Menschen. Wo er sein Gesetz in Herzen schreibt, ist der Mensch neu konfiguriert. Da wird göttliche Software zum Betriebssystem. Da gilt das Gesetz der Liebe, der Barmherzigkeit und die Kraft der Auferstehung. Wo er dieses Gesetz in unseren Sinn schreibt, ist kein Mensch mehr ein Gefangener seiner selbst. Da kommt zum Ausdruck, welch eine starke Macht in uns lebt. Da wird das Leben von Grund auf durch diesen Bund sinnvoll. Gott schreibt den Sinn in die Existenz des Menschen. Damit wird er liebes- und hingabefähig. Der Mensch geht darin auf, sich an eine Sache hinzugeben, oder an einen Menschen zu verschwenden. Er wird dadurch selbst zum Schöpfer und Liebhaber des Lebens. Er erfährt seinen Sinn, indem er von sich selbst wegsieht und auf etwas anderes zugeht. In dieser schöpferischen Selbstverschwendung liegt die größte Sinnhaftigkeit. Wo dieses Gesetz in den Menschen gelegt wird, ist der Mensch unabhängig von allen äußeren Umständen. Da ist das Leben auch in tiefstem Leid noch sinnvoll.

Da hat ein junger Mann, bei einem Starkstromunfall solche Verbrennungen erlitten, dass ihm die Ärzte im OP mit Tränen in den Augen, beide Arme und beide Beine abnehmen mussten. Unter psychotherapeutischer Begleitung entdeckte er danach den Sinn seines Lebens. Mit einem Holzstäbchen im Mund konnte er auf einer Tastatur schreiben und damit Querschnittspatienten trösten und vom Selbstmord abhalten. Der Sinn fängt dort an wo Arme und Beine aufhören. Der Mensch ist niemals das Opfer seines Schicksals, seiner schlechten Erziehung, einer unharmonischen, spannungsgeladenen Gemeinschaft. Wer irgendwelchen widrigen Umständen, die Schuld gibt, dass sein Leben sinnlos ist, hat noch nicht erkannt, dass ihm der Sinn ins Herz geschrieben ist. Es ist eine gewaltige Irrlehre der Psychologie, dass der Mensch das Opfer seiner schwierigen Kindheit ist, oder unter einem unversöhnten Vater-Sohn-Komplex leidet, oder irgendwelche schicksalshaften Umstände für eine unglückliche Entwicklung verantwortlich sind. Es ist uns ein Sinn ins Herz geschrieben, das ist dieser starke Bund, der keine Ausreden zulässt, in der größten Krise seine Verantwortung wahrnimmt und zur Liebe fähig wird.

Wenn solch ein unverbrüchliches Lebensgesetz in uns lebt, weshalb schreiten wir nicht unter allen widrigen Umständen zu einem sinnvollen Leben durch?

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Packungsbeilage zum Glück

Frömmigkeit ist der Entschluss, die Abhängigkeit von Gott als Glück zu bezeichnen. Hermann Bezzel
Achtet ernstlich darauf um eures Lebens willen, dass ihr den Herrn, euren Gott lieb habt.“

Jos. 23. 11



Wo der Mensch den Gott der Liebe liebt, entsteht eine win win Situation. Da entfaltet sich die stärkste Macht des Lebens in einem Geschöpf. Wo die Gottesliebe auf die Liebe des Menschen stößt, entsteht Gottesdienst. Da wird Alltag zum Fest. Dass Gott Liebe ist, ist die größte Aussage, die über dieser Erde steht. Über allem was lebt, hat Gott sein „Ja ich will“ gesprochen. Damit hat er alles Leben vollgetankt und in Bewegung gesetzt. Diese Liebe hält die Welt in Atem. Sie vernetzt die Menschheit mit Zuneigung. Darin liegt alle Genesung und Heilung. Wo sich der Mensch dieser Liebe entzieht, beginnt das Elend. Es ist der Ausstieg aus seinem eigenen Lebensraum. Leben ohne Liebe macht krank. 
Wo die Liebe zweier Menschen zerbricht, sind das körperliche Schmerzen. Da brechen oft Existenzen zusammen. Viel mehr noch, wenn die Liebe zu Gott verlöscht; da graben wir uns selbst das Wasser ab. Da fehlt dem Leben das aufbauende Ja. Es fehlt die Zuneigung, die antreibt und in Bewegung setzt. Ohne diese Liebe wird alles Dasein kraft- und saftlos. Da fehlt die Energie zum Leiden und Kämpfen. Ohne die Liebe verliert das Leben seinen Sinn.
Daher heute der Warnhinweis, wie auf einer Zigarettenschachtel: Achtet ernstlich darauf, ohne Liebe ist alles tödlich. Gott zu lieben ist die Fortsetzung der Liebe, die uns getroffen hat. Es ist der Hinweis, sich selbst etwas Gutes zu tun. Es ist eine Empfehlung für unsere seelisch, geistliche Gesundheit. Diese Packungsbeilage ist ein Betrag zu unserem Glück. Gott zu lieben ist das Fitnesskonzept Nr. 1. In der Liebe zu Christus, tut der Gute uns das Beste. In dieser innigen Liebe, reift der Glaubende in das göttliche Lebensprinzip, das anfängt Berge zu versetzen. 
Wo erkennen wir die Stoppschilder in unseren Tagen, die uns neu für diese Liebe heiß machen wollen? 

Allem Widerstand zum Trotz 

Wo unser Tun gelingt, ist es ein Werk Gottes.
„Befiel dem Herrn deine Werke, so wird dein Vorhaben gelingen.“

Spr. 16,3
Wo Glaube und Werke zusammenkommen geht es immer um Gott. Unser Tun und Wollen ist ein aus dem Glauben heraus inspiriertes Werk. Unsere Werke sind nicht Voraussetzung, dass Gott zu uns steht, sondern sie kommen daraus hervor, dass Gott sich uns zugewandt hat. Das hat Martin Luther in seiner Reformationstheologie durchgerungen. Unsere Werke entstehen aus Glauben und der Erfahrung eines sich über uns erbarmenden Gottes. Somit sind unsere Werke nicht unser Werk, sondern sie entstehen durch eine von Gott vorausgegangene Aktivität. Wer werden zu Handlungen angetrieben, weil Gott bereits an uns gehandelt hat. Unser Werk ist das Echo erfahrener Gnade.
Es wäre ein Irrtum, zu tun und zu lassen was man selbst will, und dafür noch den Segen Gottes zu erbitten. Ich kann nicht den Kuchen meines Lebens selber backen wollen und erwarten, dass Gott dazu Gelingen gibt. Gott ist nicht der Handlanger unserer Wünsche. Gott kann ich nicht für meine Zwecke missbrauchen. Unsere Werke entstehen aus unserer Beauftragung heraus. Wenn ich die Berufung in eine Ordensgemeinschaft habe, wäre es fatal zu sagen: Lieber Gott, ich möchte aber lieber Schauspieler werden und erbitte dafür deinen Segen. 
Meine Werke Gott anbefehlen, hat die Voraussetzung, dass das ganze Leben Gott anbefohlen ist. Das Gelingen unserer Werke hängt zutiefst damit zusammen, dass das was wir tun, Werk Gottes ist. Das aus Gott geführt sein, lässt unsere Werke gelingen. Paulus drückt das treffend aus: Gott ist´s, der beides in euch wirkt, das Wollen und das Vollbringen. Wo Gott uns zur Aktivität treibt, segnet er tun und lassen. Die Werke, die Wege, die Aufgaben, die Gott uns ans Herz legt, sind seine Werke, die er quasi zwanghaft zum Ziel bringt. Unter seiner Führung können wir ihm bedenkenlos alles anbefehlen. Da wird das Werk gegen allen Widerstand gelingen, weil es nicht von unserer Leistung abhängig ist.
Wenn wir alles anbefehlen können, wenn das Gelingen vorausgesagt ist, wo liegen da noch die Bedenken?  

Tragende Glücksmomente 

Freude sind die Perlen, die wie Glücksmomente der Unendlichkeit in unser Leben fallen.
„Es freue sich das Herz derer, die den Herrn suchen!“

Sp. 105, 3
Sich tiefgründig freuen, hängt unmittelbar mit der Suche des Herrn zusammen. Freude fällt nicht einfach zu, sondern ist an eine Bewegung geknüpft. Freude ist ein Schatz, der entdeckt werden will. Dieses befreiende Glücksgefühl, in dem die Dankbarkeit in uns überschäumt, liegt nicht einfach auf der Straße. Diese Momente in denen ein Mensch mit sich im Reinen ist, in denen alles passt, wo wir von der Ewigkeit geküsst werden, liegen in unserer Gott-Suche. Freude ist die Ernte der Aufbruchstimmung. 
Suchen kann der Mensch, wenn er etwas vermisst, wenn er einen Mangel verspürt. Dass ein Mensch Gott sucht, hängt mit seiner Sehnsucht nach Erfüllung zusammen. Gott selbst hat in den Menschen den Wunsch nach mehr gelegt.  In uns liegt das Bedürfnis, über uns selbst hinauszuwachsen. Es ist das ursprüngliche Bedürfnis, in all unserer Unruhe,  in Gott zur Ruhe zu kommen. Wenn wir uns zu Gott auf den Weg machen, anfangen ihn zu suchen, dann ist das bereits die Antwort auf die Sehnsucht, die er in uns gelegt hat. Gott zu suchen ist das Echo, dass seine Liebe bei uns angekommen ist. Es ist unsere Gückmeldung; Gott ich habe deine Gegenwart vernommen. Die Suche ist der Drang nach noch mehr Gemeinschaft mit Gott. Es ist der Moment, an dem sich der Mensch an Gott verliert.
Heute ist Sonntag; der Tag, der ganz besonders für die Gott-Suche bestimmt ist. Um Gott nahe zu sein, suchen wir das Wort, suchen wir Christus, suchen wir das Mahl in der  Gemeinschaft der Erlösten. Hier hat der Gottesdienst, hat die Gemeinde  ihre zentrale Bedeutung. Gottesnähe erfahren wir sicher auch in der Schönheit der Natur, doch wo Christus in Brot und Wein in den Menschen eingeht, ist die unmittelbare Berührung mit der Ewigkeit. Wo wir zielstrebig auf diesen heiligen Moment zugehen, hat die Freude ihren Ursprung. Da entfaltet sich genau die Freude, die auch die harten Schläge des Lebens überdauert. Das ist die Freude, die wie ein nie endender Sonnenaufgang über dem ganzen Tag steht. Egal, was an diesem Tag passieren wird, es trägt  die Energie des goldenen Tagesanfangs.
Was suchen wir sonst noch, wenn in dieser Begegnung alles zum Freuen liegt?
Einen gesegneten Sonntag wünsche ich euch. 

Sei ein Liebesakt 

um für andere zum Segen zu werden, muss ein anderer an uns wirken.
„So halte nun die Gebote des Herrn, deines Gottes, dass du in seinen Wegen wandelst und ihn fürchtest.“

5. Mose 8, 6
Das Gebote halten hat das Christentum oft zum größten Krampf aller Zeiten gemacht. Gebote halten, steht schnell in Verbindung mit Polizeistaat, Gängelung und Einengung. Ganz nach dem Motto: Je verbissener umso besser. Wo die Gebote zur moralischen Forderung und zur Voraussetzung des Glaubens gemacht wurden, war das Christ sein abschreckend. Frommer Zwang schafft Ablehnung und Tod. Hier müssen wir mit einem gewaltigen Missverständnis der Gebote aufräumen.
Wo es um die Gebote des Herrn geht, kann es nur um Leben und Befreiung gehen. Wenn wir seine Gebote halten sollen, müssen wir zuerst erkennen, das geht ja gar nicht aus uns selbst heraus. Reich Gottes baut sich nicht durch das Werk der Menschen. Reich Gottes schafft Christus im Menschen. Damit die Wirkungen Gottes in dieser Welt sichtbar werden, legt Gott sich voll ins Zeug. Es ist seine Liebe, die in Christus auf seine Geschöpfe fällt. Gott ist in allem der Ursprung dessen was geschieht. Seine Liebe ist der Zündfunke allen Lebens. Daraus wird dann der Mensch handlungsfähig, und bricht zur Liebe und zum Leben auf. Christus versetzt den Menschen in die Handlungen Gottes, in das, was Gott umtreibt. 
Somit liegt das Gebote halten in der Christusbeziehung. In ihm verwirklicht sich was Gott will. In der Liebe zu Christus werden alle Gebote erfüllt. Gebote halten, ist daher, Christus und das Wort an sich wirken lassen. So baut Gott seine Kirche und sein Reich. Nur so werden Menschen zu göttlichen Liebe fähig. Da werden wir zu etwas gestaltet, was wir von Natur aus nicht sind. Damit fließt der Segen in die Welt.
Was ist lebendiger Glaube, der die Gebote erfüllt; wenn wir pflichtbewusst zur Kirche gehen und unsere Andachten halten, oder wenn wir zuerst von Christus angezündet sind und dadurch all unsere Handlungen zu einem Liebesakt werden?
Gott lasse euch heute zum Segen werden.

Verehrung ist ein Fest 

wen wir verehren, wird uns prägen.
„Der Herr sprach: Wer mich ehrt, den will ich auch ehren; wer aber mich verachetet, der soll wieder verachtet werden.“

1. Sam. 2, 30
Gott zu verehren, macht etwas mit den Menschen. Samuel war im priesterlichen Dienst an der Seite von Eli. Die Wallfahrer hatten Freude an ihm, wenn sie in dem noch jungen Israel das Heiligste besuchten. Seine freundliche Art, seine Hingabe waren für sie bestechend, während sie den Eigennutz der Söhne Elis verachteten. Samuel ehrte Gott mit seinem Leben. Er ging ganz in seiner Bestimmung auf. In seinen jungen Jahren hat er Grundlegendes erkannt; Gott zur Ehre zu leben ist das A + O aller Existenz.

Gott zu ehren geschieht nicht allein mit Worten, sondern das ist ein Lebensstil. Im verehren drücken wir aus: du bist mein ein und alles. Ehre ist die Verwunderung, die in die Totalhingabe übergeht. In der Verehrung öffnen sich ausgestreckte Hände zu Gott, die er zu füllen beginnt. In der Gottesverehrung empfangen wir unser Leben. Da wird Leben zum Gottesdienst, zu einem Fest. 
Verachtung verschließt diesesn Reichtum. Wo Gott in der Belanglosigkeit verschwindet, wird das Leben belanglos. Wo die Ganzhingabe an Gott verschwindet, geht der Mensch in einer untergehenden Welt auf. Er klammert sich an Brüchigkeit und Zerfall. Er verehrt den Tod.
Das was wir ehren macht das Leben aus. Wo wir Gott verehren, steht uns der Himmel offen. In uns lebt die Auferstehungshoffnung des Christus. In der Verehrung bringt Gott seine Gegenwart in uns zur Ehre. Wo Gott geehrt wird, ist sein Segen an uns nicht mehr aufzuhalten.
Was wir verehren prägt uns. Sind wir so offen wie Samuel, dass Gott uns überschütten?

Der Umbruch im Kopf

Glaube ist weit mehr, als ein billiges „Kopf hoch!“
„Hebt eure Augen in die Höhe und seht! Wer hat all dies geschaffen? Er führt ihr Heer vollzählig heraus und ruft sie alle mit Namen.“

Jes. 40, 26
Aus einer Augentherapie wird eine Glaubenstherapie. Manch einer kennt noch das Kinderspiel; ich sehe was, was du nicht siehst. Da steht einem etwas vor Augen, was die anderen erraten müssen. Der Prophet macht ein ähnliches Spiel, doch mit viel größerer Wirkung. Er löst im Denken des Gottesvolkes einen Dammbruch aus. In der Verbannung, in der der Blick nur auf Verfolgung, Ausbeutung und Erniedrigung liegt, reißt er die Köpfe herum. Seht nicht auf das, was euch vor Augen steht und das Leben schwer macht, sondern hebt den Blick. Seht nicht auf das Handeln von Menschen, seht auf das Handeln Gottes. Die Änderung der Blickrichtung ist der Weg des Glaubens. Der Glaube verdreht den Kopf. Er sieht Dinge, die in Gottes Macht stehen. Er sieht Wege, die es noch garnicht gibt. Er sieht das ganze Volk, befreit im verheißenen Land. Der Glaube lebt mit dieser Blickrichtung bereits in einer erfüllten Sehnsucht. Da ist etwas Realität, was noch garnicht da ist.
Wenn ein schwer Kranker, der all die leidvollen Behandlungen einer Chemotherapie durchlebt hat, die Nachricht bekommt: wir haben es geschafft, geschieht etwas Gewaltiges. Er bekommt schlagartig in all seiner Schwachheit und seinem Elend einen unvorstellbaren Energieschub. Der Ausblick auf Rettung, der Blick auf Heilung, multipliziert die Genesung. Der Blick auf das was Gott tut und tun wird, setzt eine Revolution in Gang. Der Glaube ist ein Umbruch im Kopf. Da lebt bereits die Zukunft in der Gegenwart. Da ist der jetzige Augenblick immer größer und weiter, als alle Kurzsichtigkeit. Wer die Augen aufhebt, hat die Hoffnung mit im Boot. Im Aufblicken stellt sich schöpferische Macht gegen menschliche Ohnmacht.
Unsere Blickrichtung entscheidet über Kraft oder Schwäche, über Glaube oder Verzweiflung. Worauf schauen wir?

In Gold zu investieren lohnt sich 

Schätze sind Herzensache.
„Mein ist das Silber, und mein ist das Gold, spricht der Herr Zebaoth.“

Hag. 2, 8
Gold und Silber stehen für große Werte, für Sicherheit und Schönheit. Sie sind dadurch so wertvoll, weil sie ihren Wert in sich haben und daher nicht so den Kursschwankungen unterliegen wie reines Geld. Menschen bauen darauf, weil sie sich nach Sicherheit und Ruhe sehnen. Wenn Gold und Silber da ist, dann habe ich ausgesorgt. Ihre Herzenssache ist eine sichere Zukunft.
Gott sagt: Milchmädchenrechnung. Das was du in Gold und Silber suchst, gibt´s nur bei mir. Das was dein Herz in Edelmetallen sucht, ist doch nur Blech. Das Herz findet seine Ruhe nicht im hüben,  sondern im drüben. Unser Herz braucht Schätze auf das es zustrebt, es sehnt sich nach Erfüllung, doch wer auf Vergängliches setzt, wird selbst vergehen. Das was unser Schatz ist, prägt unser Handeln. Wo wir rein auf materielle Werte setzten, kommt alles ins Wanken, wenn diese wegfallen. Wo wir auf Menschen setzen, zerbricht unser Leben, wenn der Andere wegbricht.
Wir brauchen einen Schatz, jenseits der vergänglichen Welt. Gott ist Gold. Nur mit diesem Schatz, schägt das Herz, auch wenn uns die Luft ausgeht. Da ist Lebensmut, wenn alle Hoffnung schwindet. Da ist Sicherheit, wenn der Boden unter den Füßen wegbricht. Da bleiben wir nicht in der untröstlichen Vergangenheit stehen, wenn ein geliebter Mensch für immer seine Augen geschlossen hat.
Was wollen wir heute in diese Wertanlage investieren?

Forschen und freuen sind eins

wer in große Geheimnisse eindringen will, muss tiefer schürfen.
„Groß sind die Werke des Herrn; wer sie erforscht, der hat Freude daran.“

Ps. 111, 2
Wenn wir die großen Physiker und Naturwissenschaftler der Geschichte betrachten, entdecken wir, wie sie bei all ihren Forschungen immer wieder auf Gott gestoßen sind. Albert Einstein war immer wieder fasziniert, was sich da hinter Zeit und Raum abspielt. Wer in die Geheimnisse des Lebens eindringt, stößt immer wieder auf unglaubliche Wunder und die Liebe zum Detail.
Gott zeigt sich dem der forscht. Da entfalten sich Welten, da reißen Himmel auf, da werden Herzen bewegt. Gott erschließt sich denen, die in ihn eindringen wollen. Das sind die ständig Unzufriedenen, die sich nicht mit Oberflächlichem abfinden wollen. Forscher kämpfen, sie lassen nicht locker, auch wenn es Rückschläge gibt. Die Welt Gottes will erobert werden und erschließt sich denen die brennen. Die Aufmerksamen , die genau hinsehen entdecken die Wunder. Je mehr sie nachbohren, umso mehr erschließt sich eine ungeahnte Welt, umso stärker wird der Antrieb nicht nachzulassen. Glaubende sind wie Schatzsucher, die überall das Blühen und den Klang der Schöpfung erspühren. Wer ein Geheimnis entdeckt hat, ist regelrecht dazu gedrungen weiterzusuchen. Diese Entdeckungen machen Freude, spornen an zu mehr. Je mehr wir forschen, desto eifriger werden wir, umso erfüllter werden wir.
Das Reich Gottes wird nicht von den Trägen entdeckt. Wer keinen Forschdrang entwickelt, braucht sich nicht zu wundern, wenn er nur von Mist und Dreck umgeben ist. Wer nicht die Welt hinter dem Dreck erforschen will, wird in seiner Müdigkeit ersticken. Wer alles laufen lässt, wie es ist, kann keine Hoffnung haben. Gott zeigt sich; wer das erforscht hat Freude daran.
Jede Rose ist ein Traum und ein Gedicht; wie gelingt es uns heute in die Wunder Gottes einzudringen?