Beschwerte Herzen können Tanzen

An Pfingsten wird unser Geist wacher, die Augen schärfer und die Ohren hören Zwischentöne.

„Siehe, des Herrn Arm ist nicht zu kurz, dass er nicht helfen könnte, und seine Ohren sind nicht taub geworden, sodass er nicht hören könnte, sondern eure Verschuldungen scheiden euch von eurem Gott.“
Jes. 59, 1-2

So tickt der Mensch; kurze Arme beklagen und dabei selber kurzsichtig sein. Schuld ist immer der andere. Die eigenen Mängel erkennen wir meist als Letzter. In einer Unverfrorenheit klagen wir Gott über kurze Arme und taube Ohren an. Gott ist schuld, dass es mir so dreckig geht. Wir wissen es ganz genau, wann und wo Gott hätte eingreifen müssen. Wir werfen ihm vor, was in der Tiefe unser ureigenes Problem ist. In unserer Sichtweise hat sich einiges verschoben. Der Prophet konfrontiert als erstes mit dem „Siehe“. In Bezug auf Gott haben wir eine gewaltige Sehstörung. Vor lauter Kurzsichtigkeit sehen wir nur kurze Arme. Wegen unserer Schwerhörigkeit glauben wir, Gottes Ohren wären taub. Weil wir nicht richtig sehen, haben wir den Durchblick und die Übersicht verloren. Wir sind in unserer Wahrnehmung beschränkt. Wir stehen im Nebel, wo es um die Erkenntnis Gottes geht. Unser Verstand und unsere Organe sind dazu verdammt, von Gott eine Fehleinschätzung zu haben. Mit natürlichen Mitteln ist Gott nicht fassbar, nicht zu sehen und nicht zu hören. Wir werden immer an Gott auflaufen, wo wir ihn rational erfassen wollen. Wir werden ihm die Schuld zuweisen für das Elend der Welt, wo wir nicht richtig sehen gelernt haben. Wo wir mit Finger auf Gott zeigen, sind unsere Arme zu kurz.

Siehe, heißt nicht die richtige Brille aufsetzten, siehe heißt, an uns ereignet sich Pfingsten. An Pfingsten lernt der Glaubende Christus sehen. Durch Christus wird unser Sehvermögen erweitert. Damit werden Gottes Arme lang und seine Ohren weit offen. Durch den Geist des Christus, erkennt der Glaubende den handelnden Gott. Da wird die scheinbar weit entfernte Hilfe hautnah. Durch den Geist werden wir hellwach und erkennen uns selbst. Der Geist lässt uns die andere Seite des Reiches Gottes sehen. Plötzlich kommt da ein Licht in die Schatten des Lebens. Was trostlos war, fängt wieder an zu hoffen. Da werden Gottes Arme länger und länger. Seine Ohren hören schon den Ansatz unserer Klage. Wo uns der Geist erfüllt, ist Christus da und alles Heil der Welt. Pfingsten lässt Glaube handfest und praktisch werden. Da wird Gott für uns zum Anfassen. Mit dem Geist erfahren wir die umfassendste Lebensbewältigung. Da sehen unsere Augen mehr Hilfe als wir denken können. Da hören unsere Ohren ermutigende und verzeihende Worte, wo uns unser Gewissen anklagen will. An Pfingsten lernt das beschwerte Herz wieder das Tanzen.

An Pfingsten haben wir die Wahl, entweder auf Christus zu sehen, oder in der Anklage stecken zu bleiben. Wozu entscheiden wir uns?

Gesegnetes Pfingstfest, mit viel umfassenden Weitblick.

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Die starke Marke

Menschen sind immer auf der Suche nach Sicherheit und Verlässlichkeit, nach Orten, die dem eigenen Leben Halt und Hilfe versprechen.

„Sie haben sich Götter von Gold gemacht. Vergib ihnen doch ihre Sünde!“
2.Mose 32, 31. 32

Man könnte meinen, Menschen sind mit Elstern verwandt. Sie lieben und sammeln was glitzert und funkelt. Wir lieben starke Bilder und Symbole, die Stärke vermitteln. Wir sind umgeben von Adlern und Löwen auf den Staatswappen, von silbernen Sternen und Jaguaren auf Motorhauben, von aufsteigenden Linien auf Bankenlogos. Starke Marken prägen unsere Tage. Kaum eine Firma oder eine Organisation, die nicht durch ein eindrückliches Symbol, Ihre Leitgedanken und Kompetenzen herausstellt. Das rote und das blaue Kreuz symbolisieren schnelle Hilfe. Bilder und Symbole prägen und nehmen Einfluss auf den Menschen. Es ist gut, wenn damit Vertrauen aufgebaut wird, jedoch problematisch, wenn sie zur allein seligmachenden Größe mutieren. Wenn die Naturkräfte und die Kraft einer Gesellschaft sich wie im alten Israel zum goldenen Kalb entwickeln und zur eigentlichen Größe und Sicherheit der Menschen werden, geht der Schuss gewaltig nach hinten los. Das Bedürfnis nach Sicherheit, versucht der Mensch gerne aus eigener Kraft zu stillen und schafft damit eine eigene Religion. In uns liegt eine starke Tendenz, der von Gott geschaffenen Lebensgarantie, aus der Schule zu laufen und etwas Menschengemachtes entgegenzusetzen. Wo das Vertrauen in Gott schwindet, werden die menschlichen Machtsymbole stärker. Da müssen Zeichen herhalten, die heute glänzen und morgen verrosten. Mose setzt sich hier mit einem riesigen Drama der Menschen auseinander. Sie haben sich Götter gemacht… Der Mensch macht etwas und setzt es gegen Gott ein. Ein vergängliches Wesen schafft etwas, was er dem Ewigen entgegensetzen will. Damit kommt die ganze Brüchigkeit eines Sicherheitskonzeptes zum Ausdruck. Menschen stehen dadurch immer in der Gefahr heute ihren Untergang von morgen zu bejubeln.

Gott setzt dem goldenen Kalb sein ewig gültiges Symbol entgegen. Das Kreuz Christi ist das Markenzeichen des Glaubens. Die Sehnsucht nach Erlösung, nach Freiheit, nach Sicherheit liegt im Kreuz. Dieses Zeichen trägt über alle Vergänglichkeit hinaus. Da braucht der Mensch nichts mehr dazutun, da hat Gott alles getan. Wo die Sterne dieser Welt verblassen und ihre Tragfähigkeit verlieren, ist hier ein Fundament, das nicht aus Erde geschaffen ist. Im Wettstreit der Symbole und Marken, ist das Kreuz das einzig Unvergängliche. Diese Sicherheit trägt auch dann noch, wenn die Welt in Scherben liegt. Für die Stabilität unserer Existenz brauchen wir mehr Kreuz als Silbersterne.

Es ist hilfreich, uns immer wieder zu hinterfragen, welchen Bildern und Symbolen wir folgen und Glauben schenken. Selbst unsere Ernährung können wir vergöttern. Auch die eigenen Kinder können zur Ersatzreligion werden, in denen wir unsere Zukunft sehen. Das Geldverdienen kann Kultstatus erhalten. Es gibt ständig Ansatzpunkte, die uns reizen, andere Bilder auf unsere Fahnen zu malen. Verlieren wir nie das Kreuz aus den Augen.

Wo vertrauen wir dem, was unsere Hände gemacht haben?

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Glanz in finsteren Herzen

Die Sonne geht über denen auf, die erkennen, wo ihre Grenzen und Schwachheiten liegen.

Der Herr wendet sich zum Gebet des Verlassenen und verschmäht ihr Gebet nicht.“
Ps. 102, 18

Heutzutage muss jeder stark sein, muss funktionieren und seinen Platz ausfüllen. Es geht uns grundsätzlich gut, weil wir ungerne unsere Schwächen nach außen tragen. Wer seine Schwächen vermarktet und ständig über seine Probleme jammert, geht anderen schnell auf den Geist. Schwache werden in der Gesellschaft gerne aussortiert. Solche Menschen fallen oft auf die Nerven, man distanziert sich, um nicht von ihrem Schwermut runtergezogen zu werden. Wir haben gelernt zu stehen, uns durchzuboxen und den dicken Max herauszuhängen. „The show must go on.“ Der Schein muss gewahrt bleiben, dass alles rund läuft. Oft ist dabei mehr Schein als Sein. Nach außen ja keine Blöße geben. Doch was geschieht in den Stunden, in denen wir nicht so stark sind wie wir scheinen? Was passiert in den Momenten, in denen wir fragen: Was mache ich mit meinem Leben? Für wen oder was funktioniere ich denn überhaupt? Was passiert wenn die äußere Routine auf die innere Hilflosigkeit trifft? An der Grenze, an der vieles im Leben sinnlos erscheint, wo wir die ganze Verlorenheit und Verlassenheit in uns erkennen, liegt der Ansatz, in dem Grundlegendes passiert. Die Hilflosigkeit des Verlassenen steht direkt vor Gott. Dieses Gebet der Ohnmacht trifft mitten in Gottes Herz. Es ist der Augenblick, in dem sich der Mensch vor Gott erkennt und wie der Zöllner in dem Gleichnis Jesu an seine Brust schlägt und sagt: Gott sei mit Sünder gnädig! Das ist ein heiliger Moment, wo der Mensch an sich und seiner eigenen Lebensgestaltung zerbricht und erkennt, ohne Gott ist alles haltloser Krampf. Es geht die Sonne auf, wenn ein Mensch erkennt, wo Gott nicht ist, bin ich von ihm und allen guten Geistern verlassen. Wenn wir an diesem dunkelsten Punkt stehen, an dem Jesus am Kreuz war und ausrief: Mein Gott, mein Gott warum hast du mich verlassen, beginnt der Auferstehungsmorgen. In der größten Verlassenheit, wird Gott ganz groß. Im menschlichen Nichts, wird Gott alles. In der Verlassenheit ist die vollkommene Gottesnähe.

Von dem Zöllner heißt es: Dieser ging gerechtfertigt hinab in sein Haus. Diese Gottesbegegnung hat Grundlegendes verändert. Ihm wurde seine Verlassenheit abgenommen. Wo diese Gottverlassenheit weg ist, wird ein Geist fröhlich. Es ist eine gewaltige Befreiung, wenn ich nicht mehr auf meine eigene Rechtschaffenheit angewiesen bin. Da brauche ich nicht mehr krampfhaft um irgendwelche Anerkennungen kämpfen, da bin ich von Gott erkannt und anerkannt. Wo Gott dem Sünder gnädig ist, brauche ich nicht mehr nach gnädigen Menschen zu suchen. In dieser Anerkennung wird ein Leben stimmig und stark. Es wird unabhängig von meinen mehr oder weniger guten Werken, oder dem Wohlwollen der anderen. Wir sind gefestigt, weil wir nicht mehr verlassen sind. Wir sind gerechtfertigt, weil uns niemand mehr anklagen kann. Welch ein Glanz kommt da in finstere Herzen.

Wohin wenden wir uns, wenn wir uns verlassen fühlen?

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Freier geht nicht

Der Mensch ist königlich frei, in dem, wie er auf äußere Reize und Ereignisse reagiert und antwortet.

„Der Herr ist allen gütig und erbarmt sich aller seiner Werke.“
Ps. 145, 9

Wo Gott gütig ist und sich erbarmt, ist Polen noch nicht verloren. Da kann es noch so katastrophal auf dieser Welt und zwischen den Menschen zugehen, da ist einer nie fertig mit dem, was seine Geschöpfe so ablassen. Gott lässt sich nicht von einem Sündenfall und einer Apfelgeschichte beeindrucken, auch nicht von den daraus resultierenden Folgen der Vergänglichkeit und der Unfreiheit. Wo die Güte sich erbarmt, antwortet sie nicht auf das Vergehen, sondern ringt um Leben und Freiheit. Dort wo der Mensch durch den Griff zum Apfel seine Freiheit aufgegeben hat, zum Bösen nein zu sagen, sagt das Erbarmen wieder ja. Das Erbarmen sagt: Mensch, ich habe dich zum gestaltenden Gegenüber der Schöpfung und meiner Werke geschaffen, da will ich dich zurückhaben. Das Erbarmen findet sich nicht mit der Vergänglichkeit ab, die der Adam in die Welt brachte. Was der erste Mensch an Zwängen und Gebundenheit in die Welt brachte, soll der zweite Mensch, Christus, wieder befreien. Der neue Adam bringt die Gegenbewegung in alle Schöpfung. Das Erbarmen lässt nicht locker, um dem Menschen seine ihm zugedachte Freiheit wieder zu geben. Dass Gott gütig ist und sich all seiner Werke erbarmt, führt Menschen über ihre Grenzen hinaus. In Christus hat der Mensch alle Freiheit zum Bösen nein zu sagen. Er stellt in eine Freiheit der Gegenwart Gottes. Da die Freiheit das größte Geschenk Gottes an den Menschen ist, steht sie immer in der Beziehung mit Gott. Alle Loslösung von ihm begrenzet diese Freiheit. Christus ist das Erbarmen Gottes, mit der er die ganze Schöpfung aus ihren Zwängen befreit. Güte und Erbarmen lässt uns wieder zu Menschen werden, wie sie von Gott gedacht sind.

Paulus schreibt: Auch die Schöpfung wird frei werden von der der Knechtschaft der Vergänglichkeit zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Hierin liegt das ganze Kapital des Glaubens. Leben ist dadurch nicht vergänglichkeitsgeprägt, sondern freiheitsgeprägt. Wir haben die Freiheit, uns nicht vom Übel dieser Welt bestimmen zu lassen. Wir sind nicht die Gefangenen, der Verletzungen anderer. Das Erbarmen macht zu einer Liebe fähig, gegenüber dem, der Böses will. Wir sind völlig frei zu entscheiden, wie wir mit Verletzungen und Beleidigungen umgehen. Wir sind nicht mehr das Opfer von Misshandlungen anderer, sondern können unter allen Widrigkeiten aufstehen und unser Leben in die Hand nehmen. Es ist ein Irrtum zu glauben, was einmal im Leben versaut wurde, daran hätten wir ein Leben lang zu tragen. Weil wir aus dem Erbarmen heraus leben, haben wir in jedem Augenblick die Freiheit, unserm Leben eine neue Richtung zu geben. Wo die Schöpfung frei geworden ist, braucht sich niemand mehr in einer Opferrolle verstecken. Die herrliche Freiheit der Kinder Gottes braucht keine Schuldige mehr zu suchen. Sie kennt all die Spannungen des Lebens, sie kennt jedoch genauso die Macht, sich in allen Spannungen zu erheben. Durch das Erbarmen haben wir diese Freiheit.

Wir haben in jedem Augenblick die freie Wahl zu entscheiden. Macht uns das Erbarmen nicht kraftvoller?

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Erhebender Gesang

Wer Wunder erkennt, wird Lobsänger.

„Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder.“
Ps. 98, 1

Es war ein Wunder, dass bei unserem Großbrand niemand ernsthaft verletzt wurde. Wir kennen die tragischen Momente, in denen sich auf wundersame Weise Dinge ereignen, die dem eigentlich Schrecklichen entgegenstehen. Wunder sind nicht nur die spektakulären Weltwunder, z. B. menschlicher Baukunst; Wunder sind auch die vielen kleinen Erlebnisse, die im Alltag wie Glanzlichter aufleuchten. Die Evangelisten berichten von den Wundern Jesu, der oft hoffnungslos Kranke heilte. Bei Johannes sind die Wunder Zeichen, die den Menschen auf ein außergewöhnliches Handeln hinführen wollen. Johannes wollte weniger Geschichten erzählen, wie ein Blinder geheilt werden und ein Gelähmter wieder laufen kann. Wie Wasser zur Spätlese wurde und ein verstorbener, übelriechender Lazarus aus dem Grab herauskommt. Ihm ging es um das Zeichen, das auf uns deutet. Er stellte zwischen jedem Wunder und mir eine Christus-Beziehung her. Da wurde dann nicht irgendein Blinder sehend, sondern meiner Blindheit hat Christus sehende Augen geschenkt. Meine Lähmung, mein Sterben wurde wieder ins Leben zurückversetzt. Die Wunder waren nie eine Schlagzeile für die Bildzeitung, sondern Gottes persönliches Heilshandeln an mir. Das kleine einzelne Wunder steht immer in dem großen Gesamtzusammenhang mit lebensschaffenden Kräften, die an mir wirksam werden wollen. Wo wir das Wunder als dieses Zeichen sehen, entsteht Glaube. Glaube entsteht nicht dadurch, dass ein Verstorbener aus dem Grab kommt, so spektakulär das auch sein mag, sondern entsteht, wo ich selbst durch Christus vom Tod zum Leben durchdringe. Viele haben das Wunder der körperlichen Heilung durch Jesus erlebt, doch von zehn ist nur einer zu einem echten Glauben gekommen. Er hat nicht nur Berge, Seen und Wiesen wieder gesehen, er hat Christus gesehen. Das war das eigentliche Wunder. Wunder geschehen um Glauben zu wecken. Da will Christus an müden und blinden Herzen andocken. Da hebt ein anderer Geist, unsere Herzen zu sich empor.

Wo das Wunder Glauben weckt, fängt das Leben an zu singen. Wo Augen den Christus erkennen und Ohren seine Worte vernehmen, kommt im Herzen etwas zum Klingen. Wo der erstarrte Mensch zum Leben durchbricht, wird sein Atem zum Lobpreis. Daher ist das singet dem Herrn ein neues Lied keine Aufforderung neue Gemeindelieder einzustudieren, das ist fern ab von allem frommen Krampf, sondern das Echo auf das Wunder. Die Christus-Begegnung wird zu einer neuen Melodie. Da ist das ganze Dasein neu eingestimmt worden. Das Wunder das zum Glauben wird, drängt es regelrecht zum großen Halleluja.

Wo das Leben stumm bleibt, wo nichts von diesem neuen Lied zu klingen beginnt, bleibt die Frage: Was ist aus den vielen Wundern in unserem Leben geworden? Haben wir sie nur freudig abgehakt mit einem „Glück gehabt“? Haben wir darin das Zeichen erkannt, das uns ganz neu zum Glauben führen wollte? Gehen wir grundsätzlich zu selbstverständlich mit erfahrenen Wundern um, dass sie das Herz gar nicht mehr berühren?

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Göttliche Größe im Menschen

Das Gute kann das Böse nicht links liegen lassen.

„Die Erde ist voll der Güte des Herrn.“
Ps. 33, 5

Wo die Erde voll Güte ist, sind wir viel mehr als von der malerischer Schönheit faszinierender Sonnenaufgänge umgeben. Da ist noch viel mehr als verschneite Gebirgsketten und blühende Almwiesen. All die Landschaften, Lichtstimmungen, das Vogelgezwitscher am Morgen, der langersehnte Regen in der Nacht, sind nur ein Funke der Güte des Herrn. Wenn die Erde voll ist, dann ist sie völlig ausgefüllt mit Güte. Sie ist ganz und gar durchdrungen von dem Guten, auch dort wo sie schlecht ist. Da ist wo wir gehen und stehen Güte. Nicht nur an den Glanzlichtern der Erde, sondern auch im totalen Chaos. Der Gute ist vom dreckigsten Ort der Welt nicht wegzudenken. Güte ist nicht nur auf den guten Seiten des Lebens, sondern mitten im größten Übel. Das ist der eigentliche Knackpunkt der Güte. Das ist das immer wieder neu unfassbare, dass Gott die Sonne aufgehen lässt über Gute und Böse, dass er regnen lässt, über Gerechte und Ungerechte. Die Güte unterscheidet nicht. Sie begegnet dem Wohlwollenden und dem Ablehnenden. Der Weizen auf dem Acker gedeiht bei dem Halsabschneider, wie bei dem Kirchgänger. Die Güte des Herrn setzt total andere Maßstäbe, als wir sie setzen würden. Wir empfinden es als ungerecht, wenn der Quertreiber nicht sofort eine Bauchlandung macht; wenn der, der uns zu schaffen macht, unter dem wir leiden, nicht auf die Finger geklopft bekommt. Güte hat mit der Eigenschaft Gottes zu tun. Sie ruht in dem langfristigen Heilsgedanken, die immer das Beste im Auge hat. Die Güte hat immer die Absicht zum Guten zu führen. Sie ist von der Verwandlung des Bösen getrieben. Sie gibt in keiner Situation die Hoffnung auf. Sie lebt dafür, dass auch alles Ungute durch die Güte erfüllt wird. Die Güte liebt ihre Feinde und segnet die, die sie verfolgen.

Wo die Erde voll der Güte des Herrn ist, sind die Glaubenden Handlanger der Güte. Das prägt den Umgang mit den Ungerechten. Sie bringen dem Hass den Friedensgruß und sprechen Segensworte über den Zerstrittenen. Genau in dieser Spannung erkennen wir, wie Güte an die Nieren geht. Die Güte ist eine Revolution gegen das Böse in der Welt. Da wird nicht mehr abgeurteilt und verdammt, sondern aufgerichtet und versöhnt. Die Güte überwindet sich selbst und allen Groll gegen das Böse, der sich eher vorwurfsvoll zurückziehen will. Wer von Güte erfasst ist, kann sich nicht von den Schandtaten anderer außer Gefecht setzen lassen. Wo wir nur die lieben, von denen wir geliebt werden, tun wir nichts Besonderes, das machen auch die Ungerechten, heißt es im Evangelium. Die Güte geht einen Schritt weiter. Sie wird dort aktiv, wo sie eine Abfuhr erhält. Sie liebt auch dann noch, wenn sie gehasst wird. Wo die Erde voll der Güte des Herrn ist, lässt sich der Glaubende nicht mehr vom Bösen beeindrucken. Er hat der Unverschämtheit eine viel stärkere Macht entgegenzusetzen. Güte ist göttliche Größe im Menschen.

Fängt nicht gerade dort, wo die Erde voll Güte ist, ein liebendes Überwinder-Dasein an?

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Lächeln elektrisiert

Strahlende Augen sind wie Balsam, die Herzen entzünden.

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.“
4.Mose 6, 25

Wo des Herrn Angesicht leuchtet, ist die Erde mit Liebe verstrahlt. Ein leuchtendes Angesicht, schafft Leuchten, dem sich niemand entziehen kann. Es ist ein köstliches Spiel Gesichter anzustrahlen; die Reaktion darauf kommt sofort. Selbst wildfremde Menschen schmunzeln, wenn sie angestrahlt werden. Das ist wie ein Sesam öffne dich. Die Blumenmönche haben als Geschäftsmotto: Blumen sind das Lächeln Gottes über der Erde. Blumen lächeln und haben verändernde Kraft. Sie sind nicht nur ein leuchtender Klecks Farbe, der einfach in der Landschaft steht. Sie lächeln, als Ebenbild Gottes. Dahinter steht eine Wucht von verwandelnder Energie. Unter einem Lächeln entkrampfen sich erstarrte Gesichtsfalten. Kein Mensch kann sich einem Lächeln entziehen, ohne warmherzig berührt zu werden. Wo Gottes Angesicht leuchtet, schmelzen Herzen dahin und brechen hart gewordene Krusten. Dieses Leuchten wird im aronitischen Segen über Menschen ausgesprochen. Die ganze Wucht von Erlösung und Heilwerden, wird damit in die Belanglosigkeit hineinkatapultiert. Menschen werden mit dem Lächeln Gottes verstrahlt. Leuchten ist die geballte Energie, die keinen zurücklässt wie er war. Leuchten verwandelt zwanghaft, ohne dass man sich wehren kann. In diesem Moment kommt Eis zum Schmelzen. Lächeln löst lächeln aus und verändert damit Tatsachen. Es reißt den Mürrischen aus seinem Trott. Lächeln reißt sein Gegenüber in das Land des Lächelns. Es ist die verwunderte Aussage eines trauernden Sohnes, nachdem er seinen Vater beerdigte: Ich konnte mir nie vorstellen, wie Blumen trösten können. Lächeln ist Magie, lächeln macht gesund, lächeln tröstet.

Wir sind umringt von diesem leuchtenden Angesicht. Segensströme wollen alles in uns aus der Reserve locken. Diese Lächeln Gottes will permanent einen Schalter in uns umlegen. Es will unser Gesicht treffen, damit es das Herz verwandelt. Es will andauernd Glücksmomente auslösen. Doch weshalb sind so wenige Gesichter elektrisiert von diesem Leuchten? Nietzsche sagte: Die Gesichter der Christen müssten mir erlöster aussehen, dass ich an einen Erlöser glauben könnte. Zu viele Mattscheiben und starke Sonnenbrillen lassen das Lächeln nicht durch. Viele Augen reflektieren nichts von dem, dass sie in ein leuchtenden Angesicht geschaut haben. Der Blick in den Spiegel verrät uns, wen oder was wir anschauen. Der Blick in den Bildschirm schafft mit Sicherheit keine leuchtenden Augen. Wo die Augen nur Not und Elend sehen, können sie nichts als trübe werden.

Gottes Angesicht leuchtet und will Augen zum Leuchten und Herzen zum Überlaufen bringen. Lassen wir uns noch anlächeln? Fangen unsere Augen unter diesem Leuchten Feuer, dass wir selber strahlen und für diese Welt zum Segen werden?

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Lächeln in Lasten

Die mürbe Gewordenen, haben eine große Verheißung.

„Ich will die Müden erquicken und die Verschmachteten sättigen.“
Jer. 31, 25

Es ist immer wieder faszinierend, mit welchem Pack sich Gott abgibt. Ich will die Müden und die Verschmachteten. Er will nicht die Elite, er will den Abschaum. Genau die, die wir lieber aussortieren. Gottes Herz schlägt für die, die uns eher eine Last sind. Jesus besucht ausgerechnet Zöllner und Sünder, die Randgruppe der Gesellschaft. Reich Gottes entsteht nicht mit den Großen und Starken, sondern mit den Unperfekten und Gestrandeten. Erneuertes Leben geschieht nicht bei den Guten und Selbstgerechten, sondern bei denen, die Gott nichts zu bringen haben. Müde und ausgelaugt, sind die Zutaten, aus denen Gott seine Geschichte schreibt. Die auf dem Zahnfleisch Dahinkriechenden, vom Leben Gebeutelten und die bis auf das Mark Ausgebrannten, sind die Wonnepropen, an denen er seine Freude hat. Dort wo nicht mehr ist, will er alles geben. Erquicken und sättigen, ist der Inhalt, den er in leere Tüten füllt. Pralle Fülle, braucht große Leere. Müdigkeit ist die optimale Voraussetzung, dass er hellwach machen kann. In dieser Gegensätzlichkeit ist Gott voll in seinem Element. Wo keine Sünder sind, kann sich keine Gnade entfalten. Wo keine Schwachheit ist, braucht es keine Stärke. Wo kein Tod ist, ist keine Auferstehung für ein neues Leben nötig. Im menschlichen Mangel offenbart sich allmächtige Gott. Zöllner und Gauner beruft er zu seinen Jüngern. Wo das Leben an seinen Grenzen steht, sprengt Gott Türen und Schlösser. Je weniger der Mensch im vorzuweisen hat, umso umfassender kann er sich in ihn hineininvestieren. Die Müden machen dabei kein Fitness- und Aufmunterungsprogramm, sondern werden aus einer anderen Welt erquickt. Sie werden mit Brot und Wein gesättigt. Da fließen die Kräfte des Auferstandenen.

Müde sein ist weder eine Schande, noch ein Grund zum Verzweifeln. Gerade dort, wo wir durch eine belastende Beziehung richtig mürbe geworden sind, gibt es keinen Grund mehr die Segel zu streichen. Wo Erquickung ist, hat das ausgebrannt sein keine Ausrede mehr. Die widrigen Umstände meines Lebens nur beklagen, würde die Quelle der Erquickung Lügen strafen. Wie schnell ziehen wir bei uns und anderen einen Strich, weil ja alles sowieso hoffnungslos ist. Für meine Zukunft sehe ich nicht blau, sondern nur ganz schwarz. Wie schnell finden wir uns mit müde sein ab und begraben den Hunger nach dem satten Leben. Wir dümpeln in unserer Ohnmacht dahin und belasten uns mit entmutigenden Aussagen: Man muss es halt nehmen wie es kommt.

Gerade das müssen wir nicht. Erquickung ist gerade für den Frust. Wir werden genau dort satt, wo der Hunger am größten ist. Lassen wir doch unsere Seele aufwachen und lernen, Gott heiter ins Gesicht zu schauen, dann werden wir entdecken, was das für ein Leben gibt. Da wird das Müde und Verschmachtete erquickt und satt. Da wird die Ohnmacht umgeschmolzen und umgegossen, wie es Albrecht Bengel ausdrückt.

Wenn Gott erquicken will, warum lassen wir ihn nicht einfach machen?

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Der Frosch erstarrt nicht mehr

Das Leben lobt die Wunder, die als Geheimnis unter uns leben.

Wir danken dir, Gott, wir danken dir und verkündigen deine Wunder, dass dein Name so nahe ist.
Ps. 75, 2,

Leben schwappt am Außergewöhnlichen über. Entweder es sprudelt am Faszinierenden über, wenn wir an einen Sonnenaufgang in den Alpen denken, oder es ist am Boden zerstört, wenn es die Tragik des jungen, abgestürzten Segelfliegers verfolgt, der inzwischen sechs Wochen im Koma liegt. Das Leben bewegt sich wellenartig zwischen Wunder und Schrecken. Beides ist uns sehr nahe und sehr vertraut. Das schwerer Wiegende hat oft die Macht, das Lobenswerte zu ersticken. Angesichts des Elends in der Welt, bleibt vielen das Lob im Halse stecken. Wie kann man da noch danken, wenn mir mein Kind in jungen Jahren aus dem Leben gerissen wird? Wo sind da noch Wunder zu verkünden, wenn eine Frau im besten Alter vom Krebs zerfressen wird und elendig ihr Leben aushaucht? Wer angesichts des realen Lebens noch Gott danken kann, scheint von einem anderen Stern zu sein, ober blauäugig über bittere Tatsachen hinwegzusehen. Was sind denn die Wunder, mitten in einem Dasein, bei dem alles schwarz geworden ist? Petrus gibt darauf eine Antwort: „Ihr seid aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen.“ Finsternis ist der reale Zustand des Lebens, doch darin geschieht das Wunder. Schicksal ist nicht endgültig. Es kann in jeder verzweifelten Situation ein totaler Umbruch geschehen. Wer ins Licht gerufen ist, erlebt eine Verwandlung vom Tod zum Leben. Dieses Wunder ist die Realität der Glaubenden. Wem Christus in der Nacht begegnet, für den bleibt es nicht mehr dunkel. Das verkündigen wir, das macht christliche Existenz aus. Es ist der Name des Heils, der hautnah ist.

Im Wunder erhält der Mensch in der unwürdigsten Situation seine Würde zurück. Er ist nicht mehr der handlungsunfähig Ausgelieferte, sondern erhält in dem Namen Jesus seine gestalterische Kraft zurück. Das Wunder ist, dass wir nicht mehr der erstarrte Frosch vor der Schlange sind. So kann ein gläubiger Therapeut, im Gefängnis in Kalifornien, den Schwerverbrechern sagen: Ihr seid nicht die Opfer der Gesellschaft oder missratenen Erziehung, die nichts gegen ihre versaute Entwicklung tun können, sondern ihr könnt von heute auf morgen alles verändern. So wie ihr euch entschieden habt, den größten Blödsinn anzustellen, könnt ihr genauso entscheiden, Grundlegendes anders zu machen. Es ist Quatsch zu glauben, ihr seid für alle Zeit versaute Existenzen und reparaturbedürftige Wesen, die nicht aus ihrem Teufelskreis aussteigen können. Ihr seid auch hier in Sicherheitshaft vollwertige Menschen, die in der Verantwortung ihr Leben in die Hand nehmen können. Von diesen größtenteils Analphabeten haben die meisten ein Abitur nachgemacht und einer davon erlangte sogar eine Professur.

Dieses Wunder lebt im Menschen. Durch den Namen kommt Licht in die Finsternis. Es gibt keine aussichtslose Lage, in der das Leben nicht Gestalt gewinnen kann. Auch letzte Wege, in denen der eine geht und der andere bleibt, können zu mutvollen Wegen werden. Dieses Wunder verkündet unser Leben.

Können dadurch nicht Leidenswege zu sinnvollen Lebenswegen werden?

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Die Haut auf unserem Körper

An Himmelfahrt geht Jesus fort, um noch viel näher zu sein.

„Der Herr wird dich immerdar führen und dich sättigen in der Dürre.“
Jes. 58 11

Führen ist immer eine tolle Sache, wenn der der führt weiß wo´s lang geht. Führen hat mit umfassender Weitsicht zu tun. Führungskräfte sind starke Persönlichkeiten, ganz dicht an unserer Seite, die das Beste aus uns herausentwickeln. Gute Führung schafft Persönlichkeiten, fördert Gaben und setzt Potenziale frei. Unter guter Führung ist gut leben. Da ist an alles gedacht. Das stärkt in allem Krisenmanagement und baut auf in Dürrezeiten. Das erlebten auch die Jünger, die von Jesus geführt wurden. Für sie war Himmelfahrt ein Drama. Der Meister unter ihnen, von dem sie so viel von der Lebensgestaltung einer anderen Weltanschauung lernen konnten, ist weg. Der, der ihnen zum Lebensinhalt geworden ist, bei dem sie erlebten, wie Menschen von Grund auf gesund wurden, fehlt. Himmelfahrt, aus der Traum von guter Führung. Doch Christus sagt: Ich will euch nicht als Waisen zurücklassen, ich komme zu euch. Indem er in den Himmel zurückkehrt, wird seine Macht größer und sein Einfluss stärker. Es ist eine Beförderung an den Regierungssitz des Allmächtigen. Seine Führungsrolle ist nicht mehr auf das auserwählte Volk begrenzt, sondern er steht nun über all den Mächtigen auf der Erde. Alle Staatsmänner und Führer dieser Welt, sind ihm unterstellt. Er hat die Seinen nicht zurückgelassen, sondern in einen viel größeren Hoheitsbereich hineingestellt. An Himmelfahrt übernimmt Christus die Weltherrschaft. Da spielt sich nichts mehr ab, was nicht über seinen Schreibtisch läuft. Sein Führen ist dadurch viel weitreichender und umfassender. In ihm liegt die Macht auf alles Einfluss zu nehmen. Seine Hilfe für jeden persönlich ist noch viel wirkungsvoller. Durststrecken im Leben verlieren das Bedrohliche. Auf Wüstenwegen ist immer genug da um satt zu werden. An Himmelfahrt wird Christus zur Haut auf unserem Körper. Er wird zu einem lebenswichtigen Teil von uns. Seine Nähe ist noch viel unmittelbarer geworden.

Die Dürre verliert damit ihren Verwelkungscharakter. Die Trockenheit ist nicht mehr das Sterben der Blumen. Da bleiben die Giftgas werfenden Despoten, da geschieht Unrecht und Unglück, doch unter dieser Führung, ist Leben nicht auszulöschen. Führen und sättigen geschieht gerade am Rande des Wahnsinns und unter ausgetrockneten Kehlen. Dort wo das Leben in Einzelteile zerlegt ist, ist Himmelfahrt die Antwort. Da wird das Erniedrigte in den Himmel gezogen. Da wirken ungeahnte Auftriebskräfte. Unter dieser Führung ist weit mehr möglich, als das, was wir vor Augen haben.

Wenn uns solch eine Nähe garantiert ist, welche Ausweglosigkeiten sollen uns da noch an den Rand bringen?

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