Gelassen in aller Klage

Um das Reich Gottes brauchen wir uns keine Sorgen machen, es entsteht, mit uns, trotz uns und ohne uns.

„Hilf, Herr! Die Heiligen haben abgenommen, und treu sind wenige unter den Menschenkindern.“
Ps 12, 2

Schon zu Davids Zeiten lief die alte Leier, wie bei uns. Die Heiligen haben abgenommen. Die Gemeinden werden leerer, den Klöstern fehlts an Nachwuchs, in strukturschwachen Gebieten müssen die Gottesdienste teilweise ausfallen und zusammen gelegt werden. Säkularisation wo man hinschaut. Der Jammer und die Klage ist heute nicht anders als damals. Die Kirche in dieser Welt, lebt unter dem Sterbensprozesse dieser Erde. Es wird ein Kommen und Gehen, ein Aufblühen und Verblühen sein. Auch wenn das Volk Gottes immer wieder die Schwankungen von Nähe und Ferne erlebt, bleibt es Volk Gottes. Auch wenn die Kirche zerfällt, wird Reich Gottes nie zerfallen. Das zeigt uns die Geschichte. Gottes Geschichte mit den Menschen bleibt eine lebendige Geschichte, zu jeder Zeit. Gerade das zeigt, dass Gott selbst durch Christus seine Kirche baut. Gemeinde, Reich Gottes ist nicht von Menschen gemacht oder abhängig von der Befindlichkeit der Menschen. Gott ist immer der, der Sterben überwunden hat. Darin liegt der größte Trost einer angefochtenen und untergehenden Kirche.

Wo die Heiligen abnehmen und die Glaubenden untreu werden, stellen wir uns mit unter das Leiden, das Gott mit seinen Kindern hat. Wir sind dabei gerufen auch einsame, schwere und umständliche Wege zu gehen, doch wir dürfen bei all unserem Einsatz wissen, Reich Gottes liegt nicht in unserer Macht. Wir müssen, uns nicht zerfleischen und uns alle Beine herausreißen, wenn in den Chören die Sänger immer älter werden und nicht genügend Junge nachrücken. Wir können auch diese Entwicklung getrost dem Herrn der Kirche überlassen. Wo wir die vielen Untreuen zu beklagen haben, können wir nur an unserer Treue arbeiten. Wir schreien in unseren Gebeten zu Gott, der allein die Türen zu den Menschen auftun kann. Gerade in der Stunde der Not und Anfechtung, geht es um unser Gebet und unsere Treue. Alles andere können wir getrost Gott überlassen. Das ist Glaube, der auch in der Säkularisation an Gott fest hält. Der kämpft, als würde alles von ihm abhängen, der aber auch Gott alles anvertraut, das er selbst nicht machen kann.

Somit ist es nicht unsere Aufgabe in das trostlose Klagelied mit einzustimmen, sondern in aller Treue und im fröhlichen Glauben unseren Weg zu gehen. Wir leiden um Gottes Willen unter allem Abnehmen, sind jedoch in allem Sterben noch voller Hoffnung und machen in ganzer Treue unseren Dienst.

Ist es nicht sinnvoller, uns betend an Gott zu wenden, als im Jammern über den üblen Zustände, uns gegenseitig das Leben schwer zu machen?

Auf uns kommt es an

Das Wohlergehen unserer Geschwister, liegt in unserer Verantwortung.
„Isai sprach zu David: Sieh nach deinen Brüdern, ob´s ihnen gut geht.“

1. Sam. 17, 18
Gott will, dass es den Menschen gut geht. Dass sie körperlich und seelisch gesund sind und werdern. Gut gehen ist zutiefst an den Guten geknüpft. Am Herzen Gottes geht es dem Menschen gut. Im Einklang mit Gott, werden wir von dem Guten berührt und durchdrungen. Da hat die göttliche Liebe eine Heimat gefunden. 
Wo der alte Vater seinem Hirtenjungen David, seine Brüder ans Herz legt, geht es um mehr, als dass sie nur zu essen und zu trinken haben. Er beauftragt ihn, Hüter ihres Glaubens zu sein. Er vertraut ihm die Seelen seiner Brüder an. Er sagt damit: Ich setze dich zu ihrem Heil. Eine hochkarätige Aufgabe. 
Das ist die Zelle von christlicher Gemeinschaft. Das ist der Geschwisterdienst, den wir an unseren Brüder und Schwestern haben. Sieh nach deinen Brüdern nimmt uns in die Pflicht. Wir sind gegenseitig, füreinander verantwortlich, dass wir bei dem Guten bleiben. Auch die seltsamen Heiligen in unserer Gemeinde können uns da nicht egal sein. Geschwister sind der Leib Christi, sie sind ein Köperteil der Gemeinde. Bei aller Ausgrenzung und Ignoranz schneiden wir uns in eigene Fleisch. Gut gehen heißt, der Leib muss funktionieren. Der Bruder und die Schwester hat denselben Stellenwert wie ich selbst. Gott legt sie uns ans Herz. Wir sind für Ihr Wohlergehen verantwortlich. 
Das ist angenehm bei den Geschwistern, mit denen wir gut können, wird jedoch problematisch, bei denen, die uns belasten und um die wir gerne einen Bogen machen. Da will die göttliche Liebe unsere Aversionen überwinden. Unser Groll soll nicht das Gute verhindern. Der Auftrag, sieh, ob´s ihnen gut geht, kann unsere ganze Vergebungsbereitschaft fordern. 
Gott will, dass es jedem gut geht, können wir da welche ausgrenzen?

Tragende Glücksmomente 

Freude sind die Perlen, die wie Glücksmomente der Unendlichkeit in unser Leben fallen.
„Es freue sich das Herz derer, die den Herrn suchen!“

Sp. 105, 3
Sich tiefgründig freuen, hängt unmittelbar mit der Suche des Herrn zusammen. Freude fällt nicht einfach zu, sondern ist an eine Bewegung geknüpft. Freude ist ein Schatz, der entdeckt werden will. Dieses befreiende Glücksgefühl, in dem die Dankbarkeit in uns überschäumt, liegt nicht einfach auf der Straße. Diese Momente in denen ein Mensch mit sich im Reinen ist, in denen alles passt, wo wir von der Ewigkeit geküsst werden, liegen in unserer Gott-Suche. Freude ist die Ernte der Aufbruchstimmung. 
Suchen kann der Mensch, wenn er etwas vermisst, wenn er einen Mangel verspürt. Dass ein Mensch Gott sucht, hängt mit seiner Sehnsucht nach Erfüllung zusammen. Gott selbst hat in den Menschen den Wunsch nach mehr gelegt.  In uns liegt das Bedürfnis, über uns selbst hinauszuwachsen. Es ist das ursprüngliche Bedürfnis, in all unserer Unruhe,  in Gott zur Ruhe zu kommen. Wenn wir uns zu Gott auf den Weg machen, anfangen ihn zu suchen, dann ist das bereits die Antwort auf die Sehnsucht, die er in uns gelegt hat. Gott zu suchen ist das Echo, dass seine Liebe bei uns angekommen ist. Es ist unsere Gückmeldung; Gott ich habe deine Gegenwart vernommen. Die Suche ist der Drang nach noch mehr Gemeinschaft mit Gott. Es ist der Moment, an dem sich der Mensch an Gott verliert.
Heute ist Sonntag; der Tag, der ganz besonders für die Gott-Suche bestimmt ist. Um Gott nahe zu sein, suchen wir das Wort, suchen wir Christus, suchen wir das Mahl in der  Gemeinschaft der Erlösten. Hier hat der Gottesdienst, hat die Gemeinde  ihre zentrale Bedeutung. Gottesnähe erfahren wir sicher auch in der Schönheit der Natur, doch wo Christus in Brot und Wein in den Menschen eingeht, ist die unmittelbare Berührung mit der Ewigkeit. Wo wir zielstrebig auf diesen heiligen Moment zugehen, hat die Freude ihren Ursprung. Da entfaltet sich genau die Freude, die auch die harten Schläge des Lebens überdauert. Das ist die Freude, die wie ein nie endender Sonnenaufgang über dem ganzen Tag steht. Egal, was an diesem Tag passieren wird, es trägt  die Energie des goldenen Tagesanfangs.
Was suchen wir sonst noch, wenn in dieser Begegnung alles zum Freuen liegt?
Einen gesegneten Sonntag wünsche ich euch. 

Liebe verbindet Unterschiede 

Gemeinde Gottes glänzt durch gegenseitige Wertschätzung.
„Haben wir nicht alle einen Vater? Hat uns nicht ein Gott geschaffen? Warum verachten wir denn einer den andern?“

Mal. 2, 10
Drei Fragen, die die christliche Kirche auf Herz und Nieren prüfen. Ist in unserem frommen Dasein wirklich das drin, was drauf steht? Glänzen wir durch ein Strahlen, das die Einzelnen in einer Gemeinschaft verbindet, oder glimmt jeder für sich so dahin?
Wo sich Gott mit Menschen verbindet, finden sich Menschen zusammen. Die Einheit mit Gott, verbindet die Verschiedenheit der Menschen. Wer von Gott geliebt ist, erhält von ihm die höchste Wertschätzung. Darin liegt die Qulität des Menschseins. Menschwerdung heißt: von der Liebe, zur Liebe geschaffen sein. Wer aus Gott geschaffen ist hat ein inneres Programm. Was aus der Gemeinschaft mit Gott entstanden ist, ist auf Gemeinschaft angelegt. Somit ist dieser gemeinsame Ursprung von Grund auf Netzwerk und Beziehung. Alles was aus Gott geschaffen ist, ist die Grundlage von Kirche. Es ist der Verbund, der von Gott Geliebten. Es ist die Gemeinschaft, der von Christus Geheiligten. Gott hat durch seine Erfschaffung und durch die Erlösung des Menschen, etwas von seiner ewigen Herrlichkeit in die Welt gepflanzt. Gemeinde sind lauter kleine und große Gottesfunken. Alle zusammen ergibt das Feuer der göttlichen Liebe, das gerade in der Verschiedenheit ihrern Glanz erhällt.
Wie sollten wir in diesem Handeln Gottes an Menschen, den einen ausgrenzen und den andern verachten? Wo die Liebe Gottes unterwegs ist, sucht sie gerade die Vielfalt. Sie lässt jedem seine Orginalität und verbindet die Schwachheiten. Die Liebe grenzt bei Versagen nicht aus. Liebe fängt den Gefallenen auf. Dort wo sich unter normalen Verhältnissen die Geister scheiden, zweifelt die Liebe nie am von Gott gegebenen Wert des Anderen. Wo ich mich von der höchsten Liebe getragen weiß, weiß ich, dass sie genauso dem gilt, der mir nicht so liegt. Solche Brücken kann nur eine göttliche Liebe bauen.
Kann man es an uns erkennen, dass wir die Geliebten des Höchsten sind?
Einen gesegneten Sonntag wünsche ich euch allen.

Einträchtig macht zukunftsfähig 

„Siehe, wie fein und lieblich istˋs, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen! Denn dort verheißt der Herr den Segen und Leben bis in Ewigkeit.“

Ps. 133, 1.3
Die meisten fragen am Ende eines Jahres und am Beginn des Neuen, was war und was kommt? Was wird uns im kommenden Jahr durchtragen? Dieses Wort heute gibt die Antwort, worauf der Segen liegt und was Leben gibt, das niemals aufhört.
Einträchtig beieinander wohnen, ist ein Lebensentwurf, mitten im Unfrieden. Es ist ein tragfähiges Bild für Gemeinde und Gemeinschaft. Einträchtig wohnen geht zuerst von dem eins sein mit Gott aus. Paulus drückt es mit einerlei Sinn aus. Es ist das wie Christus gesinnt sein. Wir leben und wohnen zuerst in der Gemeinschaft mit dem Wort. Der Christus in mir, ist das verbindende Element zum anderen. Das erfahrene Heil baut Brücken zum Bruder und zur Schwester. Einträchtig beieinander, sind die von Christus zum inneren Frieden gebrachten. Einträchtig hat nichts mit Anstrengung zu tun, oder irgendwelchen Bemühungen von unserer Seite. Einträchtig können wir nur sein, durch das, was Christus an uns bewirkt hat.
Somit ist christliche Gemeinschaft nie ein Interessenverband, wie ein Fußball- oder Gesangverein. Wir sind nicht in einer Gemeinde, weil uns nur das Rahmenprogramm oder der Pfarrer gefällt. Echte Gemeinde beginnt dort, wo Jesus-Gesinnte wohnen. Wo Menschen sind, an denen Gott gehandelt hat. Hier sind nicht Menschen, die die gleichen theologischen Ansichten haben, sondern solche die ihren Frieden in Gott gefunden haben. Solche Glaubenden können zusammenwachsen. Von dieser Einheit fließt der Frieden in die Welt. Auf solches Zusammensein legt Gott seinen Segen. Da kann sich Gott entfalten und mit Gaben beschenken. Es ist ein Fest, wo solche Menschen zusammen wohnen. Das ist für das Reich Gottes eine Delikatesse, bei der das Leben nie zu Ende geht.
Wäre das nicht ein Traum für 2017, wenn von den Glaubenden solche Einträchtigkeit ausginge?

Anbetung fährt zweigleisig 

Anbetung stiftet Gemeinschaft.
„Ich will dich in der Gemeinde rühmen, Herr.“

Ps. 22, 23
Wo der Mensch rühmt, steht er vor etwas Großem. Lob sprechen wir dem aus, der etwas gut gemacht hat. Anbetung huldigt den, der mich überragt. Der Psalmist machte diese Erfahrung mit Gott, als er sich von wilden Tieren verfolgt sah. In seiner Bedrohung erfuhr er das Aufhelfen Gottes. Diese Hilfe wird nicht mit einem schlichten Dankeschön quitiert, sondern fließt in die Anbetung. Gott in seiner Gegenwart, in seinem Handeln erkennen, bringt im Menschen etwas in Bewegung. Wie ein Gongschlag, der fast endlos zu klingen beginnt. Gotteserfahrung bringt in Anbetung und hebt den Menschen über sich hinaus. Lob ist das Echo auf einen Gott der gehandelt und sich zu erkennen gegeben hat.
Dieser anbetende Wohlklang geschieht nicht hinter den Kulissen, sondern fließt in die Gemeinschaft. Anbetung ist nicht nur eine Sache zwischen Gott und mir, sondern multipliziert sich. Anbetung klingt vor Gott und den Menschen. Lobpreis vereint die Menschen vor Gott. Mein Erlebnis wird Gemeinschaftserlebnis. Wo sich Gott einem Menschen zu erkennen gibt, baut er immer Gemeinde. Unter dem Rühmen finden sich die zusammen, die den Herrn erfahren haben. Ein Lobender kann nicht für sich bleiben. Gotteserfahrung verbindet. Gemeinschaft sind die vom Lob zusammengeschweißten. Jeder trägt mit seiner Erfahrung bei und fördert damit das einträchtige, lebendige Miteinander. Dieses Lob erfrischt jede Gemeinschaft.
Wo können wir unsere Gotteserfahrungen noch viel stärker in unsere Gemeinden einbringen?

Barmherzigkeit verbindet 

die Welt sucht das Starke, Gott dagegen stärkt das Schwache.
„Denke keiner gegen seinen Bruder etwas Arges in seinem Herzen!“

Sach. 7, 10
Die Spannungen in einer Gemeinschaft entstehen nicht weil jeder liebevoll und wohlwollend denkt. Die Schwachheiten, Versäumnisse und Fehler reiben einander auf. Dort wo der eine sein „vermeintliches Soll“ nicht erüllt, löst er beim anderen Unmut aus. Unvollkommenheit ist unerwünscht. Bei den Schwachheiten, beginnt schnell ein Riesenrad im Kopf. Unsere Gedanken stehen ständig in der Gefahr sich an den Fehlern des Andern festzubeißen. Dabei entsteht Ablehnendes und Trennendes. Leicht lassen wir uns  durch Verletzungen, zur Distanz verleiten. In diesem Moment kommt es leicht zu der Reaktion: Ich bin okay, du bist nicht okay. Somit machen wir unser Denken zum Maßstab über den Anderen. Ich gehöre zu den Guten, der Andere ist schlecht. Welch eine Vermessenheit liegt in solch einem Denken. Damit erhebe ich mich über den Anderen.
Gott liebt das Schwache. Er sieht es als seine Aufgabe, das Schwache nicht zu verdammen, sondern aufzurichten. Christliche Gemeinde lebt nicht vom Aussortieren, sondern vom Vergeben. Gott baut sein Reich mit den Unvollkommenen, die er erlöst. Er verwirklicht sein Heil in den Schwachen. Im Reich Gottes gelten andere Regeln, als sie die Welt praktiziert. Die Schwachheit hat den Raum der Barmherzigkeit. Da ist der Bruder und die Schwester, die ausgestreckte Hand Gottes, die aufhilft. Wir sind nicht die Richter über dem Anderen, sondern Gottes Aufgabe an ihm. In der Bruderschaft sagen wir ab und zu, wenn wir uns an den Schwächen des Anderen stoßen: das fördert die Barmherzigkeit. So etwas entkrampft und verbindet.
Wie gelingt es uns, das Gemeinschaftleben mit solchen Gedanken zu entspannen und zu fördern?

Wo soll im Wald Lob entstehen?

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ein lobender Lebensstil braucht Gemeinschaft.

„Ich will den Herrn loben in den Versammlungen.“
Ps. 26, 12

Geburtsstunde für das Lob ist der Gottesdienst. Nirgends sonst dient Gott dem Menschen in solch eindrücklicher und umfangreicher Weise, wie dort, wo sich Gemeinde versammelt. Gottesdienst ist durch das Wort und Sakrament, das Geheimnis, bei dem Gott auf Tuchfühlung zum Menschen kommt. Es ist die engste Form einer Beziehung, die durch und durch geht. Hier wird Gott durch den kommenden Christus spürbar; er geht in uns ein und belebt uns. Was im Gottesdienst und in Gemeinschaft geschieht ist keine Verstandeserfahrung, sondern eine körperliche und leibhafte Erfahrung. Da wird Christus in uns vergegenwärtigt, da fällt in uns der Same der Auferstehung. Jeder Gottesdienst ist die Geburtsstunde, bei der Jesus in uns geboren wird. Diese Geburt lässt sich schlecht in einen Spaziergang in Wald legen, obwohl der durchaus zu einem Gotteserlebnis werden kann. Doch im Gottesdienst findet das Ereignis statt, das nirgend anders stattfinden kann.

Da entsteht unser Lob. Lob ist das Echo auf erlebte Gottesbegegnung. Lob ist der Glückmoment eines von Heil erfahrenen Augenblicks. Lob ist unser Herzschlag, der von der Gottesbegegnung verzückt wurde. Loben ist nicht nur erhebender Gesang; Loben ist ein Lebensstil, der von Gott Angerührten. Lob äußert sich in unserer ganzen Person. Mund, Herz, Hände und Füße. Da wird unsere Arbeit zum Lob, unsere Begegnungen, unser Reden, unsere ganze Hingabe an das Leben. Lobende Menschen, sind Menschen, die in Gemeinschaft, die Handlungen Gottes an sich erfahren haben.

Wenn unser Leben zu einem Lobgesang werden soll, ist der Gottesdienst der Geburtsort. In einer alten Klosterregel heißt es: Dem Gottesdienst ist nichts vorzuziehen.

Wenn Lob aus uns sprudeln soll, ist doch klar, wo für uns der unveräußerliche Platz ist? 🙂

Wollen wir nicht die Gitarren anheizen

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wo jemand zum Leben zurückgefunden hat, geht der Punk ab.

Der Herr hat mir geholfen, darum wollen wir singen und spielen im Hause des Herrn!“
Jes. 38, 20

Wo der Herr hilft, geschieht nichts Normales. Hilfe des Herrn ist die totale Reanimierung ins Leben. Da erfährt der hoffnungslos Todgeweihte die Auferstehung. Wo der Herr hilft geschieht eine Radikalsanierung. Die Gesetze der Verzeiflung, in einer katastrophalen Welt sein Dasein durchbringen zu müssen, sind durchbrochen. Die Last, der Ohnmacht unserer Tage ausgeliefert zu sein, ist weg. Diese Hilfe ist Auferstehungsglauben. Mitten im Chaos, in Perspektivlosigkeit beginnt das Leben neu zu erwachen. Wo die Nacht noch dunkel ist, schenkt diese Hilfe das Morgenrot. Es ist der Blick in den anbrechenden Tag, über dem die Sonne allem Leben die Farbe und Fülle wiedergibt. Der Herr ist der Christus, der uns durch schöpferische Ursprünglichkeit belebt, inmitten irdischer Vergänglichkeit.

Wieder mitten im Leben angekommen zu sein, ist ein Fest. Wo ich diese Hilfe erfahre, fange nicht nur ich an zu singen und zu musizieren, sondern die ganze Gemeinschaft derer, die diese Hilfe erfahren haben. Erfahrene Hilfe schafft Gemeinschaft. Wo ‚ich‘ Hilfe erfahre, sind ‚wir‘ die Feiernden. Christus erfahren wird zum Du-Erlebnis. Da entsteht Gemeinde. Wo der Herr mir hilft, ist das nicht nur für mich, das zieht unwillkürlich Kreise. Wer singt und spielt ist total außer sich, der steht unter Ansteckungsgefahr. Erfahrene Hilfe hat Explosionskraft. Jubel und Freude reißt mit.

Der Herr hat mir geholfen ein ganz neues Leben zu führen unter ganz anderen Gesetzmäßigkeiten. Wen wollen dazu mit unserem Jubel heute mitreißen und die Gitarren anheizen?

Zum Glück keine Märchen

2. Petrus 1, 16-19
16  Wir haben doch keine schönen Märchen erzählt, als wir euch von der Macht unseres Herrn Jesus Christus und von seinem Erscheinen berichteten. Mit unseren eigenen Augen haben wir ihn in seiner ganzen Größe und Herrlichkeit ja selbst schon gesehen. 17-18  Gott, der Vater, hat ihm diese Ehre und Macht gegeben. Als Jesus mit uns auf dem Berg war, haben wir selber die Stimme des höchsten Gottes vom Himmel gehört: „Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich meine Freude habe.“ 19  Umso fester verlassen wir uns jetzt auf das, was Gott durch seine Propheten zugesagt hat. Auch ihr tut gut daran, wenn ihr darauf hört. Denn Gottes Zusagen leuchten wie ein Licht in der Dunkelheit, bis der Tag anbricht und der aufgehende Morgenstern in eure Herzen scheint.


Zum Glück keine Märchen

Verkündigung, Christus, zu den Wurzeln

zum Glück keine Märchen

Das Jahr 2014 steht ganz im Zeichen des Pferdes. Es hat  am 31. Januar 2014 begonnen und endet am 17. Februar 2015. Die Energie des Pferdes begünstigt in den kommenden Monaten Selbstvertrauen und Initiative. Das Pferd hat Energie und Tatendrang und lässt sich nur sehr schwer bremsen. Es fördert den Teamgeist. Daher ist es sinnvoll, mit anderen zusammenzuarbeiten. Das Jahr des Pferdes schenkt uns Zufriedenheit und Selbstvertrauen. Es verspricht uns allen mehr Leichtigkeit in der Liebe, ist nicht so bierernst und kann auch Fehler gut verzeihen.

Das klingt doch vielversprechend! Wir hörten aufmunternde Worte von Feng Shui.

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1. Zum Glück gibt´s hinten

„Mit unseren eigenen Augen haben wir ihn in seiner ganzen Größe und Herrlichkeit ja selbst schon gesehen. Gott, der Vater, hat ihm diese Ehre und Macht gegeben. Als Jesus mit uns auf dem Berg war, haben wir selber die Stimme des höchsten Gottes vom Himmel gehört: „Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich meine Freude habe.“
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Welches sind die Wege zum Glück? Wird tatsächlich jeder nach seiner Fasson selig?“ Selbst in frommen Kreisen, sind die Antworten darauf so bunt das wie Leben.
Petrus reißt Illusionen ein. Er geht gegen das moderne Lebensprinzip: „ Schau nur nach vorne und vergiss was da hinten liegt.“
Sein Vermächtnis ist: Wer Gott will, muss zurück schauen. Wer gefestigt in die Zukunft will, braucht einen lebendigen Antrieb. Gottes Pulsschlag schlägt in Bethlehem. Seine befreiende Macht entfaltet sich auf Golgatha. Seine Erkennungszeichen sind Krippe, Kreuz und Grab. Mit diesen Wahrzeichen hat sich Gott für alle Zeiten in die Welt hinein gemeißelt. Genau hier ist ein Gott zum Anfassen. Hier ist das Allerheiligste Materie geworden. 2000 Jahre zurück liegt der Nabel der Welt. Hier laufen die Fäden aller Verkündigung zusammen. Jedes Prophetenwort des alten Testamentes zielte darauf. Die Apostel sind die Live-Reporter, weil sie Augenzeugen waren. Hieraus schöpft jede Verkündigung von heute ihre Kraft. Christus ist unverrückbar Zentrum der Menschheitsgeschichte. Mit Christus hat der Allmächtige die Erde betreten. Jesus ist das Anzündwunder der Schöpfung , wo durch Menschen die Sicherungen dieser Welt durchgebrannt sind.
Für diese Wahrheit verschafft sich Petrus mit allen Mitteln die Glaubhaftigkeit. Wir standen daneben, wie Gott der Geschichte seinen Stempel aufgedrückt hat.  Auf dem Berg erlebten wir den Jubel Gottes über seinen Sohn. Wir waren dabei, wie Gott seinen Geliebten wie einen Obama gefeiert hat. Zweifellos, diese Erfahrung ist echt. Dass ihm seine Worte geglaubt werden, gibt sich der Verfasser des Petrus Briefes als der Jünger Simon Petrus aus. Er war Apostel weit nach Jesus und somit selbst gar nicht dabei. Er schlüpfte in diese Rolle, um als Geschmacksverstärker zu wirken. Worte eines Namenlosen hätten das Gewicht, wie wenn ein Gehörloser für Musik begeistern will. Durchaus gängige Praxis dieser Zeit.
Seine Botschaft: Da hinten beginnt Reich Gottes. Da sprüht die Energie , die uns bis heute lebendig macht. Wir kommen an dem Christus von damals nicht vorbei. Den Gott von heute, erfährt man allein, wo dieser Christus bezeugt wird.

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2. Zum Glück nicht ich

16  „Wir haben doch keine schönen Märchen erzählt, als wir euch von der Macht unseres Herrn Jesus Christus und von seinem Erscheinen berichteten.“
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Der Mensch ist ein spirituelles Wesen. Er kann Dinge empfinden und wahrnehmen, die außerhalb des Sichtbaren sind. Drei Jünger mit Jesus auf dem Berg werden fast von dem strahlend weißen Gewand Jesu geblendet. Sie hören sie eine Stimme aus den Wolken, wie aus einem Lautsprecher. Für sie eine ganz reelle Erfahrung. Daneben kann einer stehen, der von all dem keinen Schimmer mitkriegt. „War da was?“ Zur gleichen Zeit am gleichen Ort und doch verschiedene Wahrnehmungen.
Gott können wir von Haus aus nicht wahrnehmen.  Für eine „Erleuchtung“ brauchen wir einen Umwandler, den Geist Gottes. Gott selbst löst es aus, dass wir seine Geheimnisse wahrnehmen, die sonst unantastbar sind. Die Erkenntnis über ein höheres Sein, über ein erweitertes Bewusstsein kommt nicht von innen sondern außen. Auch Christus kann man nicht mit dem natürlichen Auge wahrnehmen. Er ist trotzdem kein vergeistigter Christus, der irgendwo in einem Gedanken Auferstehung feiert.
In uns gibt es kein Fünkchen Wahrheit, das für ein besseres Erkennen ausgebildet werden kann. Die vielen frommen und nicht frommen Märchen von einem guten Sein in mir, die kultiviert und weiterentwickelt werden können, sind keine biblische Botschaft. Die Wege die von innen nach oben gehen, führen vielleicht in eine nicht definierbare Transzendenz  aber nicht zu Gott. In unserer multi-kulturellen Zeit, gibt es da immer mehr ungute Vermischungen.
 Die östliche Mystik importiert hier sanfte Wohlfühl-Massagen. „Die wichtigste Medizin ist die Einsicht in unser wahres Wesen. Die Einsicht in die grundlegende Gutheit unseres Wesens und die klare Natur des Geistes. Diese Einsicht will sich dann ganz natürlich in liebevoller Zuwendung, Klarheit und Kreativität äußern.“
Das ist Balsam für die Seele, mit dem die christliche Kirche oftmals ihren wirklichen Christus über Bord wirft. Unser nach innen zentriertes Denken übermalt oft mit den Wasserfarben eines edlen Menschenbildes, das orginale Christusfresko. Wo sich Glaube sammelt und verinnerlicht, sucht er den Weg des Jesus von Bethlehem und Golgatha und nicht die eigene innere Wirklichkeit. Wenn wir auf die innere Stimme lauschen, nehmen wir nur Christus wahr, wenn Christus drin ist. Es ist der Christus von dem Paulus spricht: Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir. Oder der Christus von Jörg Zink, der in Brot und Wein unlösbar mit uns verbunden ist. Für das Glück mit Gott schließt nur der menschgewordene Sohn die Türe auf.

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3. Zum Glück wird´s heller

19  „Umso fester verlassen wir uns jetzt auf das, was Gott durch seine Propheten zugesagt hat. Auch ihr tut gut daran, wenn ihr darauf hört. Denn Gottes Zusagen leuchten wie ein Licht in der Dunkelheit, bis der Tag anbricht und der aufgehende Morgenstern in eure Herzen scheint.“
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Wir haben das, was wir empfangen. Wir brauchen die Leib-Erfahrung, wir brauchen einen Bezug zu dem Real-Christus. Christus ist im Wort Zuhause. Wo die Lichter ausgehen, lässt das hellmachende Wort die Augen glänzen.
Das Wort leuchtet, nicht wir.
Der angefochtene Glaube kann nur unter dem Wort aufatmen. Wo dem Glauben das Wort von Christus fehlt, wurde dem Leben das Herz herausgerissen. Wie finster es auch in mir aussehen mag, wie schwach und innerlich zerrissen, wie mutlos ich auch sein mag: Ich lebe von dem, wie viel Christus -Wort in mir Raum findet.
Gottfried Voigt sagt:
„Der Glaube lebt von dem Externum, das ihm gegeben ist. Ich glaube nicht an mich selber, als gehörte ich gar nicht zur geschaffenen Welt, sondern wäre ein Fetzen Himmel, der sich vorübergehend in diese Welt hinein verloren hat.“
Wir werden fest, wo wir Prophetenwort wie einen Schwamm aufsaugen und die Augenzeugen zu unseren Freunden machen. Wir werden leuchtend, wo wir in Brot und Wein den präsenten Christus in uns aufnehmen. Für diesen Christus müssen wir brennen, muss eine Kirche brennen. Die Wege in die Zukunft werden dort farbig, wo wir die ständige Rückkehr zum Ursprung verkündigen. Der gegenwärtige und kommenden Christus lebt in dem, was er damals „ein für allemal“ vollbracht hat. Wo Worte wie diese erklingen, „es begab sich aber“,  ist Christus lebendig und kommt auf uns zu. Wo die Predigt eine Liveübertragung des Gottes Sohnes auf Erden ist, laufen ausgehungerte Herzen über.
Unser Glück, wenn wir darauf hören.
Amen.