Kehrtwende der Gedanken

Das sind Umbrüche, wenn die Kleingläubigen wie Zachäus auf die Bäume steigen, um ihren Horizont aufzubrechen zu lassen und den Meister ihres Lebens sehen.

„Der Übeltäter lasse von seinen Gedanken und bekehre sich zum Herrn, denn bei ihm ist viel Vergebung.“
Jes. 55, 7

Der Mensch hat etwas in sich, von dem die Wenigsten Gebrauch machen; Umdenken und Umkehr. Es ist etwas möglich, was kaum einer glauben kann, dass von heute auf morgen, sich etwas radikal verändern kann. Ein Mensch kann schlagartig seine Richtung ändern. Ein Halsabschneider wie der Zöllner Zachäus, der heimlich auf einen Baum steigt um Jesus zu erleben, erlebt einen völligen Umbruch seiner Persönlichkeit. Dort wo wir oft meinen, manche Menschen ändern sich nie, oder es ist ein langer Prozess für eine Entwicklung zum Besseren nötig, werden wir hier eines besseren belehrt. In einer Gottesbegegnung ist ein Umbruch von jetzt auf sofort möglich. Alles beginnt im Kopf. Dort wo ein Mensch, seine bisherigen Gedanken lässt und neue Gedanken zulässt, kommt es zu völlig neuen Handlungen. In der Gotteserkenntnis wird der Mensch anders gestrickt. Wo ein Mensch sich selbst und Gott erkennt, geschieht die größte Veränderung. Der Abzocker Zachäus erkennt, wie tief er den Leuten in die Tasche gegriffen hat, wie schamlos er seine Position ausgenützt hat und auf welch wackeligen Füßen sein Ergaunertes steht. Diese Erkenntnis schafft den Durchbruch, die Hälfte seines Vermögens, den wirklich Bedürftigen zu geben, und den bewusst Betrogenen ihr Geld zu 400% zurückzuzahlen. Tiefgreifender und radikaler kann ein Umbruch kaum mehr sein. Da ist die bisherige Persönlichkeitsstruktur nicht wieder zu erkennen. Und das lediglich dadurch, dass er von seinen Gedanken lässt und sie anders ausrichtet. In den Gedanken sitzt der Butzen für Veränderung. Was in unserer Grundeinstellung ab geht, prägt das Ergebnis, das hinten herauskommt. Wo Übel herauskommt, sitzt das Problem in den Gedanken. Missstände sind nicht das Problem der Umstände, sondern des Knoten im Kopf. Wo sich Gedanken verändern, verändert sich die Welt. Daher legt die Bibel so massiv den Finger auf Umkehr. Wo die innere Ausrichtung, die im Kern unsere Person liegt, einen Umbruch erfährt, werden schlagartig die Ergebnisse allen Tun anders. Mit umgebrochenen Menschen entsteht Reich Gottes, entstehen die genialen Gedanken die Gott mit den Menschen hat. Da kann Jesus nur noch zu Zachäus sagen: Heute ist diesem Hause Heil widerfahren.

Wer nicht von seinen Gedanken lässt, braucht auch nicht auf irgendwelche Veränderungen hoffen. Verändere deine Gedanken und du wirst sehen, dass sich das Miteinander verändert. Die Kehrtwende der Gedanken, setzt das Potenzial frei, das Gott für alle Erneuerung in den Menschen gelegt hat. Die Christusbegegnung kann nichts lassen wie es ist.

Warum tun wir uns oft so schwer, in unseren Gedanken umzukehren?

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Wenn Blicke heilen

Wer die DNA eines Menschen kennt, kann zu ihm alle Türen aufmachen, weil er weiß, ob er drücken oder ziehen muss, um mit ihm zu kommunizieren.

„Der Herr erforscht alle Herzen und kennt alles Sinnen und Trachten der Gedanken.“1.Chr. 28,9

Das ist fast schon ein wenig unheimlich, wenn jemand solch einen Durchblick hat. Gott kennt die kleinste Regung eines Herzens, die kein Mensch wahrnimmt, er durchschaut alle Gedanken, die wir selbst nicht einmal unter Kontrolle haben. Hinter solch einer Wahrnehmung steckt höchste Sensibilität. Ihm geht da nicht das Geringste durch. Er erfasst den Menschen in seiner ureigensten Art. Welch ein Durchblick, welch ein Verstehen. Wir können es daran einmessen, wenn wir Jahrzehnte mit Menschen zusammenleben, selbst mit einem ganz eng verbundenen Partner, wie wir immer wieder entdecken, wie wenig wir den anderen kennen und wie schwer es ist, innerste Vollzüge zu verstehen. So etwas kann man durchaus lernen, wenn man bereit ist sehr viel Geld für die entsprechenden Seminare in die Hand zu nehmen. Man lernt dabei die DNA eines Menschen kennen und kann feststellen, wie er tickt. Wenn man das versteht, kann man sein Gegenüber so erfassen, dass man sich in der Kommunikation voll auf seine Art einstellt und weiß, wie ich ihm begegnen muss, dass wir uns verstehen. Missverständnisse werden reduziert, Aggressionen abgebaut, und die Verständigung ist möglich, wo man bisher vor verschlossenen Türen stand. Das was wir mühsam erlernen müssen, ist für Gott alltäglich und normal. Er kann jedem so begegnen, wie er es braucht. Dem forschen, leidenschaftlichen, kämpferischen Petrus, der an seinem Eifer keinen Zweifel lässt, begegnet Jesus mit der demütigenden Aussage: Ehe der Hahn dreimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Ein Tiefschlag für einen, der es absolut ernst meint mit seiner Hingabe für den Herrn. Dem jahrelang Gelähmten, der unter seinem Schicksal müde geworden ist sagt er: Steh auf, nimm dein Bett und gehe heim. Haarschaf erkennt Gott, wer ermutigt werden muss und wem in seiner Fehleinschätzung zur Landung geholfen werden muss. Mit solch einer treffenden Einschätzung beginnt großartige Führung. Gott weiß, wie er uns nehmen muss.

Die Fehleinschätzung eines Menschen, kann ihn nicht dorthin entwickeln, wozu er seine eigentliche Veranlagung hat. Wir Menschen reiben uns oft an unserer gegenseitigen Andersartigkeit. Der Mangel an Verständigung produziert immer mehr Stress, bis es irgendwann zum Bruch kommt. Wo Gott Herzen erforscht und die Gedanken kennt, dient dieser Durchblick uns zum Besten. Darin liegt unser ganze Entwicklung und Genesung. Darin liegt das Heil werden der Welt. Wo wir in der Tiefe so erfasst sind, wird uns das größte Vertrauen entgegengebracht. Wir können uns voll jemand öffnen, der uns total versteht. Wir können Vertrauen fassen und am Glauben festhalten, weil wir in unserer ganzen Existenz wahrgenommen sind. Es muss uns regelrecht zu dem hinziehen, der uns in unserer Einzigartigkeit erfasst hat. Darin liegt unsere ganze Hingabe an Christus und sein Wort. Wo uns so viel Vertrauen hingestreckt wird, können unser Herz und Hände zu zupacken.

Ist es nicht ein halb Himmelreich, wo solch eine Menschenkenntnis auf uns fällt?

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Ohne jäten kein Paradies

Wenn die Insel Mainau mit Brombeerranken und Kratzdisteln übersät ist, werden nach und nach die Besucher ausbleiben und die Blumeninsel hat ihren Zweck verfehlt.

„Wasche dein Herz von der Bosheit, auf dass dir geholfen werde. Wie lange wollen bei dir bleiben deine heillosen Gedanken?“
Jer. 4, 14

Gott hat sich einen Garten Eden geschaffen. Ein Paradies für Mensch, Tiere und Pflanzen. Auch die Blumenmönche haben zwei Parkanlagen, einen Garten der Stille und einen Garten Eden, einfach damit Menschen sich freuen und erholen können. Doch ein schön angelegter Garten bleibt nicht von selbst schön. Im ersten Garten war ein Mensch mit heillosen Gedanken. Er wollte sich nicht zufrieden geben, mit der Fülle die ihn umgab, er wollte noch mehr. Ihn packte die Gier nach Macht. In seinem größer sein wollen als Gott, fing der Garten an zu verwildern. Heckenrosen und Löwenzahn überwucherten das paradiesische Blühen. Seit diesem Tag kämpfen wir gegen das Unkraut. Wir kämpfen gegen die Bosheit der Gedanken, und gegen ein aufmüpfiges Herz.

Gott hat sich mit unserem Leben einen Garten angelegt, der systematisch zuwuchert, wenn keiner daran arbeitet und ständig die hochschießenden Brombeerranken und Kratzdisteln herauszuzieht. Damit der Garten ein Park der Freude bleibt, müssen Gärtner täglich aktiv sein. So wie ein Park mit den Jahren immer schöner und reifer wird, wächst in gleicher Weise das Unkraut mit. Wer nicht dauernd darin arbeitet, lässt eine Wildnis entstehen. Wer nicht an sich selbst arbeitet, kann selbst als frommer Mensch zum Urwald werden, an dem nicht viel vom Geheimnis Gottes zu sehen ist. Er verliert seine eigentliche Attraktivität, die Gott mit ihm vor hatte.

Herzen waschen und heillose Gedanken entsorgen ist harte Arbeit. Das geht nicht von selbst, nur weil wir in die Kirche gehen und die Bibel lesen. Was in unserer Lebenseinstellung an schlechten Gewohnheiten wuchert, muss erzogen und abtrainiert werden. Wo wir uns über unseren Partner ärgern und für Wochen gefrustet sind, dass tagelang Eiseskälte herrscht, müssen wir lernen, den Frust zu verkürzen. Erst drei Tage, dann 3 Stunden und dann 3 Minuten. Wir arbeiten daran, so schnell wie möglich, die Schönheit des Gartens wieder herzustellen. Ich lerne vergeben, nur indem ich dem Bruder der mich beleidigt hat zu vergeben. Anfangs dauert das noch länger, doch nach und nach gelingt es, viel schneller wieder ein freies und unbelastetes Miteinander zu bekommen. Wer nicht an Herz und Gedanken hart arbeitet, verwildert. Waschen und loslassen gelingt ganz dicht an der Seite Jesu. Mit Christus und dem Wort können wir diese harte Trainingsaufgabe meistern und die Schönheit des Gartens zum Blühen bringen.

Wie lange wollen wir noch an unseren heillosen Gedanken festhalten?

Trennung schafft Neues

In der Eindeutigkeit erfahren wir die neue Welt.
„Euer Herz sei ungeteilt bei dem Herrn, unserem Gott.“

1.Könige 8, 61
Ungeteilte Herzen sind festgelegte, für eine Sache entschiedene Herzen. So eindeutig, wie Gott zu den Seinen steht, liegt der Anspruch auf dem Menschen, in der Klarheit seines Lebens. Ungeteilt ist Gottes radikales Ja zur Erlösung, zur Vergebung, zum Heil. Es ist das bedingungslose, sich zu dem Menschen stellen. Gott kennt keinen Platz für Kompromisse und Mehrgleisigkeit. Er ist nicht eine Alternative von Vielen. Er ist ungeteilt Licht und ungeteilt Leben. Damit trifft er eine klare Entscheidung gegen die Nacht und den Tod. Reich Gottes entsteht, wo der ungeteilte Gott mit dem ungeteilten Menschen zusammen kommt. Diese neue Welt, die Christus in einem Herzen entzünden will, entsteht, wo Menschen eine eindeutige Entscheidung treffen. 
Die andere Gesinnung, die in einem Herzen anbricht, beginnt mit einer Trennung. Für den ungeteilten Glauben entscheidet sich das Herz für Christus, gegen alles andere. Ungeteilt bedeutet eine Scheidung von allem, was nicht Gott meint. Dahinter steht ein Martin Luther mit seiner markanten Aussage: Hier stehe ich, ich kann nicht anders. In einem ungeteilten Herzen werden in uns die Weichen gestellt. 
Wenn wir unsere Gedanken betrachten, entdecken wir, wo wir in jedem Augenblick spazieren gehen. Es ist oft haarsträubend, an was sie sich selbst im Gottesdienst aufhalten. Hier ist der Sitz, in dem Gutes und Böses entsteht. Hier ist der Anfang von Himmel und Hölle. Unkontrollierte Gedanken sind der Beginn des Chaos in der Welt. Genau hier beginnt durch ungeteilte Herzen das Reich Gottes. Mit Christus haben wir die Macht, uns vom Bösen zu scheiden. Das ungeteilte Herz trägt diesen Kampf aus, nein zu sagen, zu allem was Zerstörung auslöst. Wir sind hier ganz nah am Predigttext vom vergangenen Sonntag, wer nicht für mich ist, ist gegen mich, wo eine Nicht-Entscheidung dem Bösen in die Hände spielt. Wo Herzen und Gedanken geteilt sind, kann nichts von Gottes Herrlichkeit entstehen. Diese wunderbare neue Welt entsteht, wo Herzen eindeutige Striche ziehen.
Wie können wir das am besten lernen, in aller Zerstreuung, in jedem Augenblick schnell und ungeteilt unsere Herzen an dem Herrn festzumachen?       

Wo wohnt Gott?

„Salomo sprach bei der Einweihung es Tempels: Sollte Gott wirklich auf Erden wohnen?“

1. Kön. 8, 27
Der König Salomo hatte ein Gespür dafür, dass sich Gott nicht einfach auf einen von Menschen erdachten Raum festlegen lässt. Eine Kirche wird nicht dadurch zum heiligen Raum, dass darin Menschen Gott suchen. Gottesbegegnung findet nicht an von Menschen vorgesehenen Orten statt. Angesichts eines neuen Tempels, einer neuen Kirche fragt Salomo weiter. Damit kommt er zu der Erkenntnis, Gott wohnt nicht in Gebäuden, sondern in Menschen. Durch Christus baut er sich in seinen Erwählten eine Wohnung. Dieser unfassbare Gott baut nicht in erster Linie in Stein gemeiselte Kathedralen,  sondern will sich in Christus in Herzen verewigen. Wo Christus einzieht, wohnt Gott. Er sucht lebendige Wohnungen, in denen seine Herrschaft sichtbar wird. Für seine großartige Sache, will er offene Wohnräume schaffen. Auch wenn Gott überall gegenwärtig ist, seine Spuren in Natur und Schöpfung zu erkennen sind, ist seine gute Stube zuerst im Kern des Menschen. Er will in Herzen, Gedanken und in unserer Willenszentrale Zuhause sein. Das ist der Anfang von Kirche.
Das Gebäude für die Gottesbegegnung kommt danach. Somit kommt nicht zuerst der Kirchenraum, in den dann gnädigerweise Gott einzieht, sondern Menschen, in die Christus eingezogen ist, schaffen einen Raum für Gemeinschaft. Kirche ist der Ort, an dem die zusammenkommen, an denen Christus sich offenbart hat. Das macht KIrche zu einem heiligen Ort, weil geheiligte Menschen ihrem Gott begegnen. Auf diese Gemeinschaft derer, in denen Gott seine Wohnung gefunden hat, legt er seinen Segen. Das ist Gemeinde, in der Gott seine Geheimnisse in Brot und Wein offenbart. Dadurch ist Kirche kein Clubraum von Gleichgesinnten, sondern da sind lebendige Wohnräume, mit denen Gott sein Reich in dieser Welt baut. Der einzeln Glaubende ist keine Single-Wohnung, sondern lebt von der Gemeinschaft im Tempel. Gott lebt nicht von „Amtswegen“ in dem Gebäude Kirche, sondern durch die Gemeinde, die sich dort versammelt und ihn anbetet. Diesen Geist erleben wir dann in einem Gotteshaus.
Fühlt sich Christus bei uns Zuhause?

Da werden Mächtige machtlos 

Freiheit, liegt in einem Gedanken Gottes.

„Der Herr dachte an uns, als wir unterdrückt waren, denn seine Güte währet ewiglich. „

Ps. 136, 23

Gedanken schaffen Taten. Denken hat die Absicht, sich zu verwirklichen, sich zu materialisieren. Wenn Gott denkt, ist das die Krönung allen Schaffens. Da kommen Welten in Bewegung. Ein Gedanke Gottes ist Schöpfung. Da war ein neuer Tag, da waren Menschen und Tiere, da wurde aus Finsternis Licht und aus Chaos ein Paradies. „Und alles war sehr gut.“ Wenn Gott denkt, entfaltet sich das Leben. Da fällt Güte auf die Erde. Da wird die Welt von dem Guten geküsst.
Diese Erfahrung macht das Volk Israel in seiner ganzen Geschichte. Wo Gott an sie dachte, war die Gefangenschaft in Babylon, Ägypten und in den deutschen KZ´s nicht das Aus. Wo die Güte denkt, werden die Mächtigen machtlos. Wenn die Güte in die Unterdrückung fällt, durchbricht ein Sonnenblumenkern den Asphalt. Wenn Gott an uns denkt, will er die Bedrängten frei machen. Christus ist der Freiheitsgedanke Gottes. Mit Christus fällt die Güte auf vertrocknetes Land. Wo dieser Freiheistgedanke Menschen erfasst, kann nichts mehr auf der Welt gefangen nehmen. Da wirkt eine schöpferische Freiheit, mitten in dem täglichen Gefangensein. Noch in der tiefsten Krise entsteht eine Aufbruchstimmung. Wo Christus frei macht, kann kein Mensch in der Menschenverachtung zerbrechen. Da bekommen die Schmerzen des Lebens, die uns lähmen und gefangennehmen wollen, ewige Güte aufgetischt. Da muss zwangsweise jede Nacht hell werden. Wo Gott an uns denkt, können die Unterdrückten aufatmen.
Gott denkt an uns. Warum sollte soviel Güte nicht genügen?
Einem gesegneten Sonntag wünsche ich euch. 

Schichtwechsel schafft Ruhe 

Unruhe entsteht im Kopf.
Ich liege und schlafe mit Frieden; denn allein du, Herr, hilfst mir, dass ich sicher wohne.“

Ps. 4, 9


Wieviel Schlaflosigkeit ist unter uns? Was und wer geistert da alles durch unsere Nächte. Einfach liegen und friedlich schlafen, ist doch oft nur ein Wunsch von dem wir träumen können. Da kommt der Körper nicht zur Ruhe, der Geist bewegt tretmühlenartig das unverdaute von gestern und die Sorge von morgen. Manche Nächte sind regelrechter Horror als Erholung.
Wenn wir medizinische Ursachen unbeachtet lassen und uns überlegen, was da so alles ab geht, wenn wir keine Ruhe finden, entdecken wir erstaunliche Hintergründe. Nächtliche Gedanken kreisen um den Stress mit Menschen. Die Beziehungen, die angespannt sind, die Auseinandersetzung mit Freunden, die Arbeit, die zu erdrücken scheint, die Kinder oder die Eltern die uns Sorgen machen, usw. Unruhige Gedanken kreisen. Wir können nicht loslassen. Unser Kopf ist ständig am machen, am Selbermachen. In unseren Gedanken entsteht Unfriede.
Friede kommt durch Vertrauen. Deshalb praktizieren wir in der Bruderschaft am Abend das „Los-lass-Gebet“. Ruhe kehrt dort ein, wo der Schichtwechsel stattfindet. Gott übernimmt die Verantwortung, für all das was uns umtreibt. Ihm Abgeben schafft Ruhe. Ganz bewusst übergebe ich das Komando. Erst im vertrauensvollen Abgeben, kann ein aufgescheuchtes Leben zur Ruhe kommen. Oder wenn die Gedanken nicht Schweigen wollen hilft das Christus-Gebet. „Jesus Christus, erbarme dich meiner“. Gesprochen auf einen ruhigen Ein- und Ausatem-Rythmus. Wo dieses Gebet ständig wiederholt wird, erleben wir oft, wie Ruhe einkehrt und ein tiefer Frieden über uns kommt. Wir können die aufgescheuchte Seele nicht selbst beruhigen; sie muss ihre Ruhe in Gott finden. Wer dann ruhig wird, findet auch erholsamen Schlaf.
Wo liegt es an unserem Unglauben, an unserem nicht Abgeben können, dass wir oft keine Ruhe finden?

Erinnerungen retten 

an unserem Erinnerungsmanagement liegt es, wie wir Krisen bewältigen.
„Gedenket seiner Wunderwerke, die er getan hat, seiner Zeichen und der Urteile seines Mundes!“

Ps. 105, 5
Wenn in einer Partnerschaft die kritischen Tage kommen, an denen das Miteinander nicht funktionieren will, an denen man nichts mehr zu sagen hat, gibt es den Rat: zähle in deinen Gedanken 10 gute Eigenschaften deines Partners auf und die Situation entspannt sich. In der Erinnerung an die guten Seiten liegt etwas Verbindendes in allem Trennenden. Da wird der Augenblick des nicht Verstehens entschärft.
Auch im Miteinander mit Gott gibt es Dürrezeiten. Zeiten, in denen wir uns so hilflos vorkommen und überhaupt nichts sehen von seiner großen Macht. Im Gegenteil, wir sind wütend über die Wege, die wir gehen sollen, wir verstehen nicht die Lasten, die er uns auferlegt, wir zweifeln daran, ob er es überhaupt noch gut mit uns meint. Es gibt Tage, an denen wir Gott und die Welt nicht mehr verstehen, an denen alle Frömmigkeit in uns rebeliert. Für diesen Zustand gibt es ein Rezept: Gedenket! Gegen Bedenken hilft nur Gedenken. Wenn wir im Augenblick nichts von den Wundern sehen, dann müssen wir in der Erinnerungskiste kramen. Wenn kein akutes Gotteserleben erkennbar ist, dann müssen wir so viele Schritte zurückgehen, bis wir darauf stoßen. Wo Gott sich für mich im Heute nicht zeigt, ergreife ich ihn im Gestern. Wenn auf dem Weg nach vorne nur Nebel ist, verschafft uns der Blick auf Wege, die wir bereits gut gegangen sind Klarheit. Das Gedenken hilft Gott zu vergegenwärtigen. 
Gott ist durch alle Zeiten hindurch  ein Wunder wirkender Gott. Wenn meine menschliche Begrenzung auf Raum und Zeit mir einen Strich durch die Rechnung macht, brauche ich Hilfsmittel. Zu dem sind in unseren Gedanken und Unterbewusstsein alles, was wir je erlebt haben abgespeichert. Nichts von dem geht verloren, was unser Leben geprägt hat. Da liegen auch alle großartigen Erfahrungen und Erlebnisse, die wir mit Gott gemacht haben. Wo wir auf diese zurückgreifen, wird Gott wieder lebendig. Nicht weil wir uns so gut an ihn erinnern können, sondern weil die Erinnerung das Heil Gottes freisetzt, das in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft wirkt. Das Gedenken wird zu unserer Rettung in allen ausweglosen Situationen.
Wir machen uns in jeder Situation die allermöglichsten Gedanken. Wollen wir ihnen nicht eine eindeutige Richtung geben?  

Das Kraftwerk in uns

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Gott sammelt verschwenderische Hingabe

gewaltige Kräfte brauchen eine starke Einbettung, um keinen Schaden anzurichten.

„Der Herr kennt die Gedanken der Menschen: sie sind nur ein Hauch!“
Ps. 94, 11

Gedanken sind wie Atomkraftwerke. Sie können großflächig mit Energie versorgen und dadurch die Schaffenskraft der Menschen ins Unermessliche führen. Sie können jedoch auch, wenn sie außer Kontrolle geraten, unübersehbaren Schaden anrichten. Gedanken sind Energien, aus denen alles entsteht, was Menschen erschaffen. Was wir heute denken, wird morgen Wirklichkeit. Gedanken haben den Drang sich zu materialisieren. Gedanken sind kein undefinierbarer Nebel in unserem Hirn, sondern die größte Schaffenskraft, die ein Mensch besitzt. Was ein Mensch denken kann, kann er erschaffen. Gedanken steuern unsere Handlungen.

Das macht die Sache so heiß. Jeder weiß, was Gedanken in uns anrichten. Sie können uns antreiben zu den besten Werken unter Menschen und zu größten Leistungen in Kirche und Gesellschaft. Sie können uns genauso zu Grunde richten und größtes Elend anzetteln. Unkontollierte Gedanken bringen an den Rand der Verzweiflung. Ungezügelte Gedanken lassen uns Dinge tun, die wir nicht mehr unter Kontrolle haben.

Diese gewaltige Macht ist vor Gott wie ein Hauch. Sie hat nicht einmal die Kraft eine Kerze auszupusten. Die Gedanken, die solch eine schöpferische Macht besitzten, sind vor dem Schöpfer selbst ein Nichts. Gott kennt dieses grenzenlose Potential in uns, das er ja selbst hineingelegt hat. Was Gott erkennt, mit dem verbindet er sich. Erkennen ist die Verschmelzung mit dem Anderen.  Erkennen steht in der Bibel für das Innigste von Mann und Frau. Gott will sich mit unseren Gedanken verschmelzen. Er gibt dadurch den Gedanken die Richtung, verstärkt die schöpferische Kraft und verwandelt die uferlose Macht der Zerstörung. Gedanken, die von Gott losgelöst sind, können gefährlich werden. Diese Kraftwerk in uns, kann nur richtig funktionieren, in der Sicherheits- und Garantiezone des Allmächtigen. Unsere Gedanken sind ein gewaltiger Energiepool, die sich nur dort entfalten, wo sich Gottes Energien, mit unseren Kapazitäten verschmelzen.

Wo haben sich unsere Gedanken verselbstständigt und bergen die Gefahr in sich, ihre Energie in die falsche Richtung zu verschwenden?   

Heil ist näher als Not

es git ein Wissen, das tiefer als unsere Gedanken ist.

„Siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, Herr, nicht schon wüsstest.“
Ps. 139, 4

Manch einer kennt Torsten Havener, den Gedankenleser. Für seine Gesprächspartner ist es immer wieder frappierend, wie er Menschen erfasst, wo kein Wort gesprochen wird. Große Verwunderung, wenn er erkennt, was in den Gedanken des anderen abgeht.

Gott weiß von uns Dinge, von denen wir uns selber nicht bewusst sind. Er kennt unsere Gedanken, bevor sie unseren Mund verlassen. Er ist uns noch viel näher, als wir uns selber sind. Unser Innerstes liegt vor ihm offen auf dem Tisch. Da ist keine Regung, die er nicht kennt, kein geheimer Ort, zu dem er keinen Zugang hätte. Wir sind durch und durch von Gottesgegenwart erfasst. Unsere Sorgen, Verzweiflung, alle Angst vor der Zukunft, aber auch alles Glück und alle Freude, sind wie Murmeln mit denen Gott spielt. Das was uns drückt und niederhält, ist schon bevor wir darunter leiden, als Priorität A auf seinem Schreibttisch. Es ist uns näher, als wir uns selbst nahe sein können. Das Heil ist uns näher als die Not. Was ist das für ein unfassbarer Zuspruch. Alle Not steht bevor sie überhaupt bei uns ankommt, schon lange vor Gott.

Deshalb brauchen wir nicht viele Worte, wir brauchen ihm nichts erkären, er weiß es. Wir könnten stehen uns getrost sein. Wir können aufrecht gehen und brauchen nicht einknicken, Belastung ist bereits abgefangen, bevor sie uns niederstreckt. Das auf uns Lastende müssen wir nicht selber tragen; der Tragende steht bereits daneben. Diese Nähe verändert unser Beten. Wir brauchen niemand heibeibitteln, sondern im Beten nur die ausgestreckten Hände fassen. Beten ist nicht der Ruf nach einem der kommen soll, sondern die Hingabe und das Vertrauen auf den der da ist.

Wenn Gott alles um uns weiß, warum sollten wir ihm noch Nachhilfeuntericht geben?