Liebe zulassen

Die Liebe ist der Tempel, in dem Gott wohnt.

„Salomo sprach: Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel können dich nicht fassen – wie sollte es dann dies Haus tun, das ich dir gebaut habe?“
1. Kön. 8, 27

Diese Worte sprach der weise König Salomo bei der Einweihung des neuen Tempels. Vor der Unfassbarkeit Gottes, kapitulieren selbst die Kirchenbauer. Wenn man die Einzigartigkeit einer Sagrada Familia in Barcelona vor Augen hat und sich dabei vorstellt, dass ein Architekt dabei alles gegeben hat, um mit seinem Bauwerk Gott die Ehre zu geben, übersteigt solch eine Aussage alles, was wir uns von Gott vorstellen können. Selbst das großartigste Kunstwerk, ist ein schattenhaftes Erahnen von dem, was Gott ausmacht. Auch die Steigerung von Himmel, und alles, was unsere Gedanken nicht denken können, kommen nicht im Geringsten an die Größe Gottes. Gott lässt sich selbst auf Ewigkeit nicht festlegen. Für unser Denken bleibt Gott unfassbar. Gott ist alles und in allem. Er entäußert sich in allem. Durch den Drang sich mitzuteilen, sich hinzugeben, zu lieben, wohnt er in allem was lebt. Die Liebe ist die Wohnung, in der Gott gegenwärtig ist. In Christus sehen wir die starke Liebe, des für uns unfassbaren Gottes. Wo diese Liebe ankommt, wohnt Gott. Das ist der Raum, in dem der Mensch Gott als lebendig erlebt und darunter selbst lebendig wird.

Johannes schreibt: Wenn wir uns untereinander lieben, so bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollkommen. Der unfassbare Gott, lebt in vollkommener Liebe in uns. Darin liegt die Sprache unseres Lebens. Unter dieser Liebe werden wir kommunikationsfähig mit ihm und untereinander. Wo diese Liebe wohnt, ist Gott nie weit weg. Wir brauchen Gott nicht suchen, sondern nur seine Liebe zulassen. Das ist das Geheimnis allen Lebens und Glaubens. Seine Liebe zulassen wird zum Gottesdienst. Darin wird der unfassbare Gott für alle sichtbar. Darin geschieht Heil, Erneuerung und Neuschöpfung. Diese vollkommene Liebe will in uns Raum schaffen, will sich vermehren, will sich ausbreiten und verschenken. So aktiv will der unfassbare Gott in uns rumoren.

Wenn wir Gott nicht sehen, nichts von seinen Wirkungen spüren und erkennen, müssen wir uns fragen, ob wir diese Liebe zulassen. Diese ewige Quelle hat nie aufgehört zu sprudeln. Wenn wir aushungern und verdursten, wo schöpfen wir dann? Wenn wir unsere Kälte und Härte spüren, unsere Zurückhaltung und Abweisung, erwürgen wir da nicht gerade diese vollkommene Liebe in uns? Warum tun wir uns oft so schwer, diese formende und umgestaltende Liebe zuzulassen? Gott ist nicht weit weg von uns, wir sind oft zu verschlossen, diese unfassbare Liebe ihre Arbeit machen zu lassen.

Was würde geschehen, wenn diese Liebe sich voll und ganz in uns entfalten könnte?

Auslegungen für jeden Tag
http://www.ebk-blumenmönche.de
https://brtheophilos.wordpress.com/category/predigt/tageslosungen/

Werbeanzeigen

Wo wohnt Gott?

„Salomo sprach bei der Einweihung es Tempels: Sollte Gott wirklich auf Erden wohnen?“

1. Kön. 8, 27
Der König Salomo hatte ein Gespür dafür, dass sich Gott nicht einfach auf einen von Menschen erdachten Raum festlegen lässt. Eine Kirche wird nicht dadurch zum heiligen Raum, dass darin Menschen Gott suchen. Gottesbegegnung findet nicht an von Menschen vorgesehenen Orten statt. Angesichts eines neuen Tempels, einer neuen Kirche fragt Salomo weiter. Damit kommt er zu der Erkenntnis, Gott wohnt nicht in Gebäuden, sondern in Menschen. Durch Christus baut er sich in seinen Erwählten eine Wohnung. Dieser unfassbare Gott baut nicht in erster Linie in Stein gemeiselte Kathedralen,  sondern will sich in Christus in Herzen verewigen. Wo Christus einzieht, wohnt Gott. Er sucht lebendige Wohnungen, in denen seine Herrschaft sichtbar wird. Für seine großartige Sache, will er offene Wohnräume schaffen. Auch wenn Gott überall gegenwärtig ist, seine Spuren in Natur und Schöpfung zu erkennen sind, ist seine gute Stube zuerst im Kern des Menschen. Er will in Herzen, Gedanken und in unserer Willenszentrale Zuhause sein. Das ist der Anfang von Kirche.
Das Gebäude für die Gottesbegegnung kommt danach. Somit kommt nicht zuerst der Kirchenraum, in den dann gnädigerweise Gott einzieht, sondern Menschen, in die Christus eingezogen ist, schaffen einen Raum für Gemeinschaft. Kirche ist der Ort, an dem die zusammenkommen, an denen Christus sich offenbart hat. Das macht KIrche zu einem heiligen Ort, weil geheiligte Menschen ihrem Gott begegnen. Auf diese Gemeinschaft derer, in denen Gott seine Wohnung gefunden hat, legt er seinen Segen. Das ist Gemeinde, in der Gott seine Geheimnisse in Brot und Wein offenbart. Dadurch ist Kirche kein Clubraum von Gleichgesinnten, sondern da sind lebendige Wohnräume, mit denen Gott sein Reich in dieser Welt baut. Der einzeln Glaubende ist keine Single-Wohnung, sondern lebt von der Gemeinschaft im Tempel. Gott lebt nicht von „Amtswegen“ in dem Gebäude Kirche, sondern durch die Gemeinde, die sich dort versammelt und ihn anbetet. Diesen Geist erleben wir dann in einem Gotteshaus.
Fühlt sich Christus bei uns Zuhause?

Das Drinnen kommt raus

nur ein Anflug von Gottesnähe setzt Welten in Bewegung.
„Ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser als sonst tausend.“

Ps. 84, 11
Vorhof kann man sich vorstellen wie das Vorzimmer zum Chef. Früher durften nur die Juden in den Tempel hinein; in die Vorhöfe durfte jederman. Nun beginnt hier der Psalmist über die Vorhöfe zu schwärmen, also über die Vorstufe zum Allerheiligsten. Bevor es zum Eigentlichen geht, wirkt sich „draußen“ schon etwas von dem aus, was drinnen ab geht. Nur eine Türe trennt vor der absoluten Gegenwart Gottes. Diese Türe ist Jesus Christus. 
Jesus verbindet unsere Welt mit der Göttlichen. Durch ihn durchdringen sich Räume und Welten. Wo er diese Türe ist, ist der Vorhof nicht mehr vom Allerheiligsten ausgeschlossen. Da ist ein ein herüber und hinüber möglich. Wo diese Türe aufgeht, klingt die Musik bereits im Vorhof. Da ist mehr von dem Handeln Gottes zu erfahren, als man denken kann. Christus ist der Berührungspunkt, an dem die gewaltige Gottesnähe zu allen Menschen kommt. Keiner ist mehr von den Wirkungen des Heiles ausgeschlossen. Wo wir diese Türe kennen, sind wir selbst im „Abseits“ direkt bei Gott. Gottes Nähe kommt dadurch an Stellen, die noch weit weg von ihm scheinen. Gerade da, wo wir noch nicht in heiligen Räumen stehen, wo wir unter der Vorzimmeratmosphäre leiden, geht die Türe auf. Wir sind in Christus nirgends mehr ausgeschlossen, von all dem was in Gott ist. Da beginnen schon im Vorhof unsere besten Tage.
Wenn wir in solch einer Nähe zum Allerheiligsten leben, weshalb sollten wir nicht auf diese Türe zugehen?