Freude kommen lassen

Liebenswerter Besuch verwandelt unsere Welt und lässt schlagartig Sorgen verblassen.

„Freue dich und sein fröhlich, du Tochter Zion! Denn siehe, ich komme und will bei dir wohnen, spricht der Herr.“
Sach. 2, 14

Tochter Zion, freue dich – weihnachtliche Klänge im heißen Sommer. Gott kommt zu Besuch. Will nicht nur mal vorbeischauen, sondern da bleiben. Sein ganzes Interesse gilt nicht nur seiner Schöpfung, sondern viel stärker noch uns selbst. Er kommt damit wir etwas zum Freuen haben. Manch ein Besuch ist lästig oder Formsache, da freuen wir uns, wenn er wieder geht. Doch liebenswerter Besuch verzaubert unsere Welt. Wo wir uns durch einen Besuch geehrt fühlen, macht das etwas mit uns. Diese Liebe und Wertschätzung zupfen unweigerlich verstummte Saiten in uns an. Da geht etwas in uns auf, da wird Abgestumpftes wieder lebendig, da zieht die Freude verstaubte Register. Wo wir von unsagbarer Liebe besucht werden, wird unser Herz wachsweich. Bei Frischverliebten hängt der Himmel voller Geigen. Sie leben in einer anderen Welt. Das Leben wird zu einem einzigartigen Gesang, die ganze Luft ist mit Melodien schwanger. All das Schwere, das das Leben erdrückt, verliert seine Last. Liebe ist die beste Medizin, sie beflügelt das Müde und Kranke. Die Liebe führt geradezu in eine heile Welt. Dass der Geliebte hier ist, verwandelt alle meine Sinne. Nur bedauerlich, dass unter uns Menschen so schnell aus den Geigen harte Holzklötzer werden, die wir uns nachwerfen. Dass dort wo die Liebe kalt wird, jeder danach krank wird und sich mit Medikamenten vollstopfen muss. Auch wenn die Liebe unter uns immer wieder in die Brüche geht, ist sie so hartnäckig, dass sie ständig vor unserer Türe steht. Gott kommt und will bei mir wohnen. Er will den Durchbruch schaffen, zu dem, wo wir nicht in der Lage sind. Das freue dich ist zutiefst an die Krippenerfahrung gebunden. Das was wir kennen, wonach wir uns sehnen, was uns ständig zwischen den Fingern zerrinnt, will zu uns kommen. Der Traum von der wahren Liebe ist keine Utopie. Er geschieht nur nicht aus uns, sondern aus Christus heraus.

Wo Christus wohnt, hat die Liebe ihre verwandelnde Kraft. Da dringen wir in das Geheimnis ein, dass Schmerzen nicht mehr lähmen, sondern zum Guten mitwirken. Da ist die Erfrischung, die Geist und Seele jeden Morgen neu lebendig werden lassen. Die Liebe schafft eine permanente Gegenbewegung zu aller Erniedrigung. Diese Liebe macht uns handlungs- und leidensfähig. In dieser Liebe dient alles was wir erleben zu unserm Besten. Darunter werden belastende Herzen wieder froh. Diese Liebe stellt uns unter einen weiten Horizont, das Herzen für die Versöhnung groß macht. Sie will das letzte aus uns herauskitzeln, um all die Gaben, die in uns stecken zu entfalten. Sie kann es nicht mit ansehen, wenn so vieles davon in den Spannungen unserer Tage brach liegt. Gott kribbelt es regelrecht, uns diese Freude zu schenken. Er kommt, um all das Verborgene in uns herauszulocken. Er will kein Leben auf Sparflamme. Er kommt dass wir die Freude in Fülle und Leben in ganzem Genüge haben. In diesem Kommen liegt das ganze Potenzial eines Lebens.

Ist es nicht eine Freude, von dieser Liebe so viel wie möglich kommen zu lassen?

Auslegungen für jeden Tag
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Freude nach dem Frost

Die Freude an dem Herrn, ist unsere Stärke.

„Die Befehle des Herrn sind richtig und erfreuen das Herz“
Ps. 19, 9

Bei den Befehlen des Herrn, sind wir Christen des Neuen Testamentes ganz schnell von den zehn Geboten des Mose, beim Gesetz Christi: Liebe mich, und deinen Nächsten wie dich selbst. Das ist das Gebot, das Gott den Menschen gegeben hat, in dem alles verankert ist, was Leben ausmacht. Jesus lieben, ist ein Gesetz das aufbricht und nicht gefangen nimmt. Aus der Liebe heraus ordnen sich alle Beziehungen. Unter diesem „Befehl“ kommt ein Mensch zur Ruhe und schweigen seine Sorgen. Wer Christus liebt und von ihm geliebt ist, hat für sein Leben die Geborgenheit eines Mutterschoßes. Das Gesetz der Liebe baut auf. Es tut seinem Nächsten das, was zu seinem Besten dient. Das sind keine Befehle, die erniedrigen, da kommen Worte, die Mut machen und dahinschmachtende Seelen aufrichten. Da sind Worte, die wachrütteln und in die Erkenntnis der Wahrheit führen. Wo die Befehle von Menschen belasten und das Herz schwer machen, richten diese Worte belastete Gemüter auf. Diese Befehle sind eine Tankstelle für Leib und Seele. In der Liebe Christi findet der Mensch seine Unbefangenheit wieder. Da schmilzt die Eiseskälte, die das Miteinander erstarren ließ. Da werden Gefrustete, in aller Bitterkeit mit Freude aufgetankt. Das Gesetz Christi ist der anbrechende Frühling am zugefrorenen Wasserfall. Da brechen aus dem matten Boden, zarte farbige Krokusse auf. Diese Freude, lässt die Minusgrade der zurückliegenden Tage vergessen. Es ist Umbruch- und Aufbruchstimmung. Da fangen die Gesichter wieder an zu lachen, da klingen fröhliche Lieder auf den Lippen. Die Poeten lassen die blauen Bänder wieder fliegen.

Die Befehle des Herrn legen einen mächtigen Schalter um. Auf die Nacht von gestern, folgt der neue Tag von heute. Beim Sonnenaufgang liegt die Last der Nacht zurück. Bei den ersten wärmenden Strahlen, sind die trübenden Schleier durchbrochen und eine neue Freude kann aufsteigen. Wo die Liebe Christi uns erfasst, kommt die Freude zurück, die im Müll des gestrigen Tages erstickt ist. Die Befehle des Herrn haben solch eine reinigende Gewalt, dass sie Lust machen, verbrannte Erde neu zu beackern, verkrachten Beziehungen einen jungfräulichen Anfang schenken. Unter dem Gesetz der Liebe, muss der Hass dahinschmelzen.

Ist das nicht ungeheuer spannend, mit den Befehlen des Herrn, die Freude wieder sprießen zu lassen?

Ziemlich beste Freunde

Ziemlich beste Freunde, hängen gemeinsam im Fallschirm.

Gott spricht: Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich preisen.“
Ps. 50, 15

Ziemlich beste Freunde ist deshalb so ein guter Film, weil er die natürlichen Grenzen eines von oben bis unten Gelähmten durchbricht. Freundschaft überwindet Grenzen und mobilisiert den Hilflosen. Wenn ein Tetraplegiker in einem Tandemfallschirm hängt, ist menschliches Miteinander nicht mehr zu toppen. Freundschaft, Partnerschaft, ein großes Glück, von jedem angestrebt, doch oft ein Scherbenhaufen. Gott stellt einen Freundschaftsantrag. Er will der Partner für dick und dünn sein. Nicht nur in den erhebenden Sonnentagen, sondern gerade, wenn wir am Kleingedruckten unseres Lebens buchstabieren. Ein Angebot für Vollgelähmte, bei denen nichts mehr selbstständig funktioniert. Gerade da, wo wir einfach sitzen und nicht mehr das Gleichgewicht halten können. Der beste Freund will an den Nerv unseres Schicksals. Dorthin, wo die Verzweiflung und Sinnlosigkeit am größten sind. Dort wo wir aus unserer Haut fahren könnten und das Ende unseres Lebens wünschen. Die Not der Menschen ist die Nacht, in der es nichts zu hoffen gibt. Es sind die Momente, in denen wir mit unserem Elend ganz alleine sind und bittere Stunden schmerzhaft ausleiden. Ganz am Ende geht jeder seinen einsamen Weg und spürt dabei wie ferne einem der liebste Mensch ist. Genau in dieser Leere, die kein Mensch ausfüllen kann, will Gott Freund sein. Er wird dem unter die Räuber gefallenen, zum barmherzigen Samariter. Mein Elend wird sein Ding. Für meine Begrenzung fühlt er sich verantwortlich. Mit ganzer Macht bringt er ins Leben zurück. Sein sprühender Lebensdrang rettet uns. Die Unbeweglichkeit und Unselbstständigkeit, der Rolli, hindern nicht, quitschvergnügt durch die Lande zu fahren und die Schönheit von Bergen und Blumen zu genießen. Der Freund fährt. Mit dem Freund fliegen wir. Ohne dass wir das können, sind wir mitten im blühenden Leben. Unter Lasten leben wir dabei auf. Der Freund reißt die Türen zum Leben auf.

Wer einen Freund hat, ist erlöst. Der Freund befreit von dem was zurückhält. Der Freund macht uns aus. Wir können das, was unser Freund kann, somit immer mehr, als wir selber können. Mit Christus als Freund, hat es die Not schwer. Da können wir in der ausweglosen Lage wieder das Lachen lernen. Es ist die Gnade, die allen Jammer wendet. Solch einen Freund können wir nur besingen.

Warum steigen wir in unserer Not nicht mit in den Fallschirm?

Stadt der Freude

11.02.18 – Amos 5, 21-24

Stadt der Freude

Der Romanautor Dominique Lapierre nennt Kalkutta „Stadt der Freude“ und beschreibt damit das positive Lebensgefühl der Menschen in dieser Stadt, das westlichen Beobachtern rätselhaft erscheint. Da gibt es das Phänomen Ganges. Außer Menschenleichen landen Tierkadaver, Kot, ungefilterte und giftige Abflüsse industrieller Betriebe im Fluss. Dementsprechend ist das Wasser an vielen Stellen des Ganges verseucht: Werte von 1,5 Millionen Kolibakterien pro Zentiliter sind keine Seltenheit – erlaubt sind in Indien 500. Trotzdem gehen Millionen Menschen in Kalkutta täglich in den Fluss um sich zu waschen, die Zähne zu putzen oder sogar um das Wasser zu trinken. Normalerweise müssten Seuchen und ein Massensterben die Folgen sein, was jedoch nicht der Fall ist.

Wissenschaftler untersuchten dieses Wasser und stellten fest, dass dieses Ganges-Wasser von Himalaya-Wasser angereichert ist. Wasser kann Informationen speichern. Informationen sind Schwingungen und Schwingungen können sich überlagern. Es gibt Töne, die andere Töne übertönen und überlagen und dadurch in den Vordergrund rücken. Somit überlagert das „gute Wasser“ das verunreinigte Wasser, und nimmt ihm die schädigende Wirkung.

Etwas Quantenphysik, das uns den heutigen Text näherbringen soll.

 

  1. Die Durchströmten

24b Das Recht soll das Land durchströmen wie ein nie versiegender Fluss. 

Wenn Gott das Land mit Recht durchströmt, geht es um eine hoch brisante Information. Recht und Gesetz, das beim Menschen eher Widerwillen auslöst, hat einen Gehalt, der allen menschlichen Unrat überlagert. Darin liegt eine Macht, die das Schädigende unschädlich macht. Wo das Recht strömt, will nicht das Gesetz gesetzlich machen, es will kein Zwang einem strengen Gott unterwerfen, es will genau das Gegenteil von dem auslösen, was wir befürchten. Im strömenden Recht, kommt Gott im Menschen zu seinem Recht. Da durchströmt die Gnade den Sünder. Das ist der Beginn des Christus im Menschen. Mit Christus wird die Selbstgerechtigkeit überlagert. Da hat die Selbstreinigung, die Selbstdarstellung ein Ende, weil die reinigende Kraft durch die Christusinformation wirkt. Da wird die Gnade zur bestimmenden Macht. Wo das Recht strömt, muss kein Mensch mehr um sein Recht kämpfen und kein Recht mehr schaffen. Ab diesem Moment ist nichts von menschlicher Leistung und Zustand abhängig. Da fließt auf den Menschen etwas zu, das ihn durchdringt. Da müssen keine Untaten verdeckt und kein Dreck versteckt werden. Da bleibt Jauche nach wie vor Jauche, hat aber die Information vom Quellwasser. Da löst sich aller fromme Krampf, etwas sein zu wollen, was wir gar nicht sind. Das Gesetz befreit von gesetzlicher Frömmigkeit. Das Recht Gottes fließt um dem Menschen zu dienen.

Der gesetzliche Mensch dreht genau das um. Martin Schleske, der Geigenbauer sagt: „Er versucht, seinem Leben Sinn zu geben, indem er das Gesetz hält, und glaubt so, sich bei Gott etwas zu verdienen.“ Der Glaubende lebt aus dem Recht, doch nicht aus dem, das es selber schafft, sondern aus dem, welches ihn durchdringt. Der Glaubende bleibt Sünder, er bleibt verseuchter Mensch, der jedoch durch den Durchströmenden unschädlich und gerecht gemacht wird. Durch die Quelle wird er selbst zum Trinkwasser. Christus steigert die Qualität des Menschen.

  1. Die Verseuchten

21 Gott sagt: »Ich hasse eure Feiern, geradezu widerwärtig sind sie mir, eure Opferfeste verabscheue ich. 22 Eure Brand- und Speiseopfer nehme ich nicht an, und wenn ihr Tiere mästet, um sie mir darzubringen, ist mir das völlig gleichgültig. 23 Eure lauten Lieder kann ich nicht mehr hören, verschont mich mit eurem Harfengeklimper.

Amos bringt hier gewaltige Misstöne zum Klingen. Gottesdienst als fromme Show. Perfekte Abläufe, die bist auf´s Letzte durchgedrillt sind, beeindruckende Opfer, gnadenlose Hingabe, Rituale wohldurchdacht und faszinierend – alles Bluff. Mit äußerlich funktionierenden Abläufen, wird ein stimmiges Inneres suggeriert – alles Beschiss. Starke Formen, ohne prägende Kraft. Wasser, es sieht nach Wasser aus, ist jedoch tot. Gottesdienst als Selbstzweck und Alibi.

Lieber Gott, wir machen dir mal etwas Ordentliches vor, an dem du deine helle Freude haben wirst. Perfektion ohne Herz. Feier um Gott, in der Gott keinen Platz hat. Die Quelle darf nicht strömen, weil sich das Land in sich selber suhlt. Ihr seid nach wie vor dieselbe Pampe, die für mich ein Brechmittel ist. Weil ihr euch alle wichtiger seid, habe ich nichts mehr zu melden. Gottesdienst ohne Gott. Die Gesetzlichkeit feiert ihre selbstgerechten Triumphe. Jeder lebt sich selbst, doch nicht mehr in der Realität Gottes. Bei dem was wir machen, sind wir mit den Gedanken wo ganz anders. Vor lauter Selbstbetrug, bleibt die durchdringende Liebe vor der Türe. Gott will zu seinem Recht verhelfen, will in seine Wahrheit stellen und wird von Lobgesängen der Selbstdarstellung übertönt.

Mein geliebter Geigenbauer sagt: „Das nicht liebende Herz aber stellt die Selbstgerechtigkeit über das Recht, die Selbstzufriedenheit über den Frieden, das eigene Recht über die Versöhnung, usw.“ Wo wir uns selbst im Gottesdienst suchen, unser Wohlbefinden, eine schöne fromme Atmosphäre, belügen wir Gott und uns selbst. Wo das Recht, wo Christus nicht zu einer inneren Ordnung wird, wird jede Suche zur Sucht. Menschen die sich nicht der Wahrheit und der Realität Gottes stellen, werden im Inneren von Selbstsucht zerstört; eine Gemeinschaft, die ihr Herz verliert, wird im Äußeren durch Ungerechtigkeit zerstört. Recht und Liebe sind die inneren Größen des Glaubens, es sind die harmonischen Gegensätze, die sich im Äußeren des gemeinsamen Lebens zeigen!

Wir machen uns zu frommen Narren, wenn wir die Einhaltung von Ritualen zum Gesetz erheben. Nicht wir sind die Macher unseres Lebens, nicht wir bestimmen wo´s lang geht. Nicht das fetteste Opfer, nicht das engagierteste Harfengeklimper macht uns gerecht, sondern Christus durchströmt die Verseuchten.

  1. Die Erneuerten

24 setzt euch lieber für die Gerechtigkeit ein!

Wenn Christus sein Recht am Glaubenden schafft, hat der Glaube nichts mehr mit Rechtschaffenheit zu tun.

Sich für die Gerechtigkeit einsetzen heißt:

die Gerechtigkeit ist bereits da

ich lasse die Gerechtigkeit an mir zu

ich brauche nicht etwas anderes schaffen wollen

weiter heißt es:

ich akzeptiere meinen Ist-Zustand

ich stelle mich zu der Wahrheit die ich bin

ich will weder etwas anderes sein, noch etwas anderes tun als ich bin.

Die Gerechtigkeit will in dem sein, was jetzt gerade in meinem Leben ist. Wir brauchen nicht mehr aus unserer Situation herauszuflüchten. Glaube lässt im Hier und Jetzt eine fremde Gerechtigkeit an sich zu. Es muss die Gerechtigkeit, die Barmherzigkeit, die Liebe fließen, damit unsere Harfe klingt. Die Gerechtigkeit ist Dreh- und Angelpunkt aller christlichen Existenz. In dieser Gerechtigkeit liegt Gottes ganzes Erbarmen mit den Verseuchten. Darin liegt die Wasserverwandlung durch Christus. Da werden die Grundvoraussetzungen umgekehrt. Nicht Opfer, weil ich muss und soll, sondern weil ich will und kann. Nicht Harfenklang weil ich klinge, sondern weil Christus zu klingen beginnt.

Wo die Gerechtigkeit berührt, bin ich bereit für das Heil, das in diesem Augenblick, an dieser Stelle, an mir geschieht. Die Gerechtigkeit macht uns authentisch. Da beginnt ehrlicher, lebendiger Glaube. Da fließen frische und erneuerte Kräfte, die keinen Leistungsdruck und Selbstdarstellung brauchen. Sich für die Gerechtigkeit einsetzen bedeutet, das Ja zu eigenen Schicksalshaftigkeit. Gerade dieser, mein elender Zustand jetzt, den ich gerne ganz anders hätte, ist der Ort größter Glückseligkeit. Die Liebe wird zu unserem inneren Recht, das das Land durchdringt.

Unser Lebensauftrag ist dadurch keine Pflichterfüllung und kein Weglaufen mehr, weil wir zum Teil des nie versiegenden Flusses geworden sind, der verseuchtes Wasser zum Trinkwasser macht. Dann wird in unserem Opfer das Bittere süß. Unser Gottesdienst und unser Leben wird zu einer Verwandlungsstation, in der Christus alles wandelt.

Wo die Liebe zu fließen beginnt, werden die Slums zur Stadt der Freude.

Für alle Fälle festlich angezogen

Die Gnadensonne überkleidet mit Festtagsgewändern.

„Der Herr hat mich gesandt, zu schaffen den Trauernden zu Zion, dass ihnen Schmuck statt Asche, Freudenöl statt Trauer, schöne Kleider statt eines betrübten Geistes gegeben werden.“

Jes. 61, 1.3
Sonntagmorgen in der Sakristei der Blumenmönche geschieht ein Überkleidungsritual. Da werden die diensttuenden Brüder für den Gottesdienst mit Albe, Kasel und Stola eingekleidet. Sie werden von dem Allerhöchsten in seinen Dienst genommen. Damit ist einem jeden klar, er betritt die Kirche nicht in eigener Sache, sondern in der Beauftragung des Allmächtigen. Es ist das starke Symbol dafür, dass ein Sünder von Christus überkleidet, oder zugedeckt wird und von ihm in Dienst genommen. Christus macht schick. Er legt den Armseligen Schmuck, Freudenöl und schöne Kleider an. Christus vollzieht einen Kleiderwechsel, der dem unwerten Menschen einen neuen Stand gibt. Die äußere Verwandlung vollzieht eine innere Verwandlung. Innen und außen bedingen sich gegenseitig. Gott hat immer den ganzen Menschen im Blick. Nicht umsonst haben wir an den vergangenen Festtagen auch festlicher angezogen. Die Äußerlichkeiten sind nicht egal. So wie eine innere Einstellung sich in leuchtenden Augen, in lebendigen Gesten nach außen äußert, geschieht das auch umgekehrt. Eine entsprechende Kleidung, eine bewusst gewählte aufrechte Körperhaltung wirkt auch nach innen. 
Beispielsweise, können wir wenn wir, wenn wir schlecht drauf sind oder uns geärgert haben, was ja einen inneren Zustand aufzeigt, ihn von außen nach innen beeinflussen. Auch wenn wir uns gerade überhaupt nicht danach fühlen, einfach vor einen Spiegel stellen und sich selber angrinsen. Man kommt sich dabei völlig blöd vor, weil einem nicht nach Lachen zumute ist, und das Grinsen ist auch eher eine Grimasse als ein Lachen, doch dabei drücken die angespannten Backenknochen auf die Zirbeldrüse und lösen Freudenhormone aus. Die Anspannung lässt nach einer Weile und wir werden wieder gesellschaftsfähig. 🙂
Wenn Christus uns überkleidet, betrifft das den ganzen Menschen. Da verwandeln sich Asche, Trauer und trübe Geister. Bei Christus werden die Beladenen erfrischt. Der von außen einwirkende Christus steht für einen inneren Umbruch. Mit ihm, mit seinem Wort, werden unsere schweren Tage therapiert. Wenn er uns anzieht, haben wir auch in diesem Jahr viel Freude.
Wenn solch ein Festgewand im Schrank hängt, haben wir dann wirklich nichts mehr anzuziehen?   

Lebenslänglich umgeschwenkt

Wir sind eingehüllt in leidenschaftliche Empathie.
„Sein Zorn währet einen Augenblick und lebenslang seine Gnade. Den Abend lang währet das Weinen, aber den Morgen ist Freude.“

Ps. 30, 6
Gott zeigt menschliche Gefühle. Zorn und Gnade, Weinen und Freude umfasst das ganze Menschsein. Gott durchschreitet die Tiefen und Höhen des menschlichen Daseins. Unverkennbar ist dabei seine Leidenschaft zum Guten. Er bleibt nie im Chaos des Menschen stehen. Er ist die totale Gegenbewegung, zu allem was Menschen niederreißen, zu allem was aus dem Ruder läuft. Die Ignoranz Gott gegenüber, die zum Zorn Anlass gibt, verwandelt Vergeltung in Gnade.
Das ist jeden Tag neu, das Größte der christlichen Botschaft. Evangelium voller Leidenschaft und Empathie für das, was sich gegen Gott aufbäumt. Wenn wir dem Begriff Zorn nachgehen, ist das die geballte Energie gegen das Böse. Zorn ist nicht böse, sondern der Aufstand gegen das Böse. Da kocht die Liebe, die sich nicht mit schuldig werden abfindet. Da glüht der Schmerz, einer enttäuschten Seele. Zorn ist das Gegenteil von Belanglosigkeit, der alles egal ist, wie es läuft. Es ist großartig, wie Gott mit Entgleisung umgeht. Seine Wiedergutmachung, sein in Ordnung bringen von verkrachten Lebensumständen, geschieht nicht im Niederschmettern, sondern im Erbarmen. Der Mensch bekommt schon lebenslänglich, doch nicht Strafe, sondern Gnade.  Auf die menschliche Zielverfehlung folgt nicht verdammen, sondern erlösen. Diese geballte Leidenschaft gibt dem Menschen das Leben zurück.  Gottes Leidenschaft bedeutet, den Christus zuwerfen. 
Darin liegt der Umbruch vom Weinen zur Freude. Gott rechnet nicht an, er vergibt. Das entlastet jeden neuen Morgen. Da wird diese Gottes-Emotion zu unserem Tagesbeginn. Diese Leidenschaft der Liebe verändert alles Dasein. Da können wir anders mit eigener Schuld und der des anderen umgehen. Weinen ist in den gestrigen Abend gelegt. Da bekommt der Schmerz eine Antwort. Wer solch einen Morgen erfährt, dessen Tag kann nur gut werden.
Warum wollen wir festhalten, wo Gott schon lange für lebenslänglich umgeschwenkt hat?

Wir sind schwanger

Jes. 29, 17-24

Was hat ein Mönch mit Kinder kriegen am Hut? Da spricht doch ein Elefant über Webseitenprogrammierung. Schwangerschaft ist doch Frauensache. Doch „wir sind schwanger“ wird inzwischen immer farbiger. Wenn sich das Wunschkind ankündigt, ist es ein sich überschlagender Freudenausstoß, bei dem der Himmel voller Geigen hängt. Ist es ein Unfall, dann ist es der Ruf des Entsetzens, der in die Schockstarre führt. Für die neuen Lebensformen von Ehe für alle, wird der Ausruf: wir sind schwanger, zumindest auf natürlichem Wege ausbleiben.

Jesaja kündet im heutigen Text die Glücksform von Schwangerschaft an.

  • Die Geburt kündigt sich an

In einer kleinen Weile, so soll der Libanon fruchtbares Land werden, und was jetzt fruchtbares Land ist, soll wie ein Wald werden. Die Tauben werden die Worte des Buches hören, und die Augen der Blinden werden aus Dunkel sehen; die Elenden freuen sich am HERRN, und die Ärmsten werden fröhlich sein in dem Heiligen Israels.

Propheten werden gerne als Träumer und Phantasten angesehen. Jesaja sieht hier Dinge, wo sich nicht im Geringsten etwas erahnen lässt, das sich je an den augenblicklichen Zuständen etwas ändern wird. Er konfrontiert das auserwählte Volk, mit einer Welt, bei der er das Blaue vom Himmel erzählt. Die Verheißung die er bringt, wirkt bar jeglicher Realität. Er beschreibt das Gegenteil, von dem, was die Menschen gerade durchmachen. Zunächst muss das wie ein billiger Trost klingen, wenn nach einer kleinen Weile, die Welt total anders aussehen soll.

Doch Jesaja ist ein großer Visionär und ein grandioser Menschenführer. Er setzt einen Zielpunkt. Er sieht bereits bei der Zeugung das entbundene Kind. Wo noch nichts da ist, sieht er schon in der Ankündigung die vollendete Welt Gottes. Allein, indem Gott sagt, ich mache das Land fruchtbar, sieht er schon den blühenden Acker. Wo Taube das Wort hören, geht es nicht mit natürlichen Dingen zu. Mit diesen gegensätzlichen Bildern, schafft er noch weit ab von Karfreitag und Ostern, dem Christus eine Plattform. Das erlösende Wort schlägt auf, bevor Christus den Boden dieser Welt betritt. Wo Gott sein heilendes Wort ausspricht, ist der Christus schon da. Wo die Verheißung den Menschen trifft, ist er von der Herrlichkeit befruchtet. Wenn Gott sein neues Reich ankündigt, dann ist es uns bereits durch das ausgesprochene Wort in die Wiege gelegt. Allein Gottes Absicht, dass sich die Elenden freuen, entzieht dem Elend das Erdrückende. Wo die Verheißung auf das Volk gelegt ist, sind die Menschen von Erlösung schwanger.

Die Israeliten mussten noch die kleine Weile bis Christus aushalten, die uns erspart bleibt. Wir haben Christus, die Erlösung nimmt bei uns schon Formen an, somit können wir ganz anders auf die Geburt des Gottesreiches zugehen.

  • Die Wehen setzen ein

 Mit den Tyrannen wird es ein Ende haben, mit den Spöttern aus sein, und die Unheil anrichten werden alle vertilgt, welche die Leute schuldig sprechen vor Gericht, und beugen durch Lügen das Recht des Unschuldigen.

Wehen sind der ungemütliche Teil der Geburt. Geburt ist nicht nur schön. Geburt tut weh. Aber mit der Geburt ist das Ende in Sicht. Unter den Schmerzen fängt gleich ein Kind an zu schreien. Der Herrlichkeit Gottes gehen Tyrannen, Lügner und Spötter voraus. In allem Unrecht der Welt, wird das Heilige entbunden. Das Bedrückende, das Schmerzhafte, das Unerträgliche gehört zum Leben und gehört erst recht zum Glauben. Wir müssen unsere Sündhaftigkeit als die Voraussetzung für die Neugeburt begreifen. Das schuldig sein des Menschen ist der Geburtskanal für Christus. Der von Gott getrennte Mensch ist der Anfang vom Ende. Trennung, Schuld, Unrecht sind die Schwangerschaft, doch nie das Leben an sich. Schwangerschaft hat seine Zeit und hat sein Ende. Lügen und betrügen ist auf das irdische Zeitfenster begrenzt. In Anbetracht eines ewigen Lebens ist das wie Staub wischen auf einem Sideboard. Leicht feucht drüberfahren und es steht wieder da wie aus dem Katalog. Schuld erfahren und sich schuldig machen ist begrenzt.

Schmerzhaft bleibt es nur dort, wo wir meinen, die Wehen seien das eigentliche Leben. Wenn kein Ende in Sicht ist, kann das Leben keine Hoffnung haben und ist das Dasein zu zum Verzweifeln. Das eigentliche im Leben ist die Geburt. Das ist das Fest, das die schmerzhafte Zeit verblassen lässt. In Staub und Asche wird Reich Gottes geboren. Mitten in den Wehen unerträglicher Tage, feiert der Glaube das Fest der Auferstehung.

  • Das Kind ist da

Darum spricht der HERR: Jakob soll nicht mehr beschämt dastehen, und sein Antlitz soll nicht mehr erblassen. Denn wenn sie ihre Kinder in ihrer Mitte sehen werden, die Werke meiner Hände, werden sie meinen Namen heiligen; sie werden den Gott Israels fürchten. Und die, welche irren in ihrem Geist, werden Verstand annehmen, und die, welche murren, werden sich belehren lassen.

Mit der Geburt verändert sich alles. Da dreht sich alles ums Kind. Die Wochen und Monate davor, die einem zu schaffen machten, verlieren ihre Dramatik. Durch Christus wird das Bedrohliche kleiner. Die Herrlichkeit Gottes ist schon vollendet erschaffen, auch wenn wir uns noch mit dem schuldig sein und werden auseinanderzusetzen haben. Doch durch Christus warten wir nicht auf die Geburt, sondern haben sie schon. Mit Christus findet die Geburt des Reiches Gottes statt, mitten in den Wehen der Welt. Wir leben im Umbruch des Neuwerdens. Wir leben zwischen Erfüllung und Verheißung. Was diese Geburt auslöst, ist erfahrene Erlösung. Wir stehen bereits in der Segenslinie von Abrahams Kindern. Das Gesicht bekommt unter Schmerzen bereits wieder Farbe. Die Geburt steht uns nicht bevor, sondern wir stehen mittendrin. Da sind dann Menschen, bei denen Gott wieder zu seinem Recht kommt. Da beten mitten im Unheil die Glaubenden den Heiligen an. Die, die am Leben irre geworden sind, fangen wieder klar zu denken an.  Die über die Wehen Murrenden, begreifen das Geheimnis des Lebens. Da können wir voller Hoffnung leben, auch wenn uns die Politik unseres Landes uns gerade jede Hoffnung nimmt. Bei dem dieses Reich geboren wird, für den wird jeder Schmerz zur Erfüllung der größten Verheißung.

Der Glaube lebt über die Wehen hinaus. Der Glaube hält das Kind in den Armen, auch wenn es noch nicht voll da ist. Verzweifeln wir noch in den Wehen, oder können wir die Geburt kaum erwarten?

Wir sind schwanger!

Tragende Glücksmomente 

Freude sind die Perlen, die wie Glücksmomente der Unendlichkeit in unser Leben fallen.
„Es freue sich das Herz derer, die den Herrn suchen!“

Sp. 105, 3
Sich tiefgründig freuen, hängt unmittelbar mit der Suche des Herrn zusammen. Freude fällt nicht einfach zu, sondern ist an eine Bewegung geknüpft. Freude ist ein Schatz, der entdeckt werden will. Dieses befreiende Glücksgefühl, in dem die Dankbarkeit in uns überschäumt, liegt nicht einfach auf der Straße. Diese Momente in denen ein Mensch mit sich im Reinen ist, in denen alles passt, wo wir von der Ewigkeit geküsst werden, liegen in unserer Gott-Suche. Freude ist die Ernte der Aufbruchstimmung. 
Suchen kann der Mensch, wenn er etwas vermisst, wenn er einen Mangel verspürt. Dass ein Mensch Gott sucht, hängt mit seiner Sehnsucht nach Erfüllung zusammen. Gott selbst hat in den Menschen den Wunsch nach mehr gelegt.  In uns liegt das Bedürfnis, über uns selbst hinauszuwachsen. Es ist das ursprüngliche Bedürfnis, in all unserer Unruhe,  in Gott zur Ruhe zu kommen. Wenn wir uns zu Gott auf den Weg machen, anfangen ihn zu suchen, dann ist das bereits die Antwort auf die Sehnsucht, die er in uns gelegt hat. Gott zu suchen ist das Echo, dass seine Liebe bei uns angekommen ist. Es ist unsere Gückmeldung; Gott ich habe deine Gegenwart vernommen. Die Suche ist der Drang nach noch mehr Gemeinschaft mit Gott. Es ist der Moment, an dem sich der Mensch an Gott verliert.
Heute ist Sonntag; der Tag, der ganz besonders für die Gott-Suche bestimmt ist. Um Gott nahe zu sein, suchen wir das Wort, suchen wir Christus, suchen wir das Mahl in der  Gemeinschaft der Erlösten. Hier hat der Gottesdienst, hat die Gemeinde  ihre zentrale Bedeutung. Gottesnähe erfahren wir sicher auch in der Schönheit der Natur, doch wo Christus in Brot und Wein in den Menschen eingeht, ist die unmittelbare Berührung mit der Ewigkeit. Wo wir zielstrebig auf diesen heiligen Moment zugehen, hat die Freude ihren Ursprung. Da entfaltet sich genau die Freude, die auch die harten Schläge des Lebens überdauert. Das ist die Freude, die wie ein nie endender Sonnenaufgang über dem ganzen Tag steht. Egal, was an diesem Tag passieren wird, es trägt  die Energie des goldenen Tagesanfangs.
Was suchen wir sonst noch, wenn in dieser Begegnung alles zum Freuen liegt?
Einen gesegneten Sonntag wünsche ich euch. 

Umdenken macht fröhlich 

Es ist Gottes Markenzeichen, dass sich das Blatt wendet.
„Dies ist der Tag, den der Herr macht; lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.“

Ps. 118, 24
Tage, die der Herr macht haben eine eigene Qualität. Gottes Tage sind von Umbruch, von Umgestaltung, von Erneuerung geprägt. Da bleibt nichts wie es ist. Dieses „machen“ ist immer vom Heil machen überschattet. Das was der Herr macht, sind Erlösungs-Tage und Christus–Tage. Jeden Tag ist er unterwegs um Umbrüche zu schaffen. Dieser Psalm ist ein Loblied auf Gott, der sich in aussichtloser Lage zu seinem Volk gestellt hat. Es ist ein Lob auf den Herrn, der sich immer zu den Seinen aufmacht. 
Gott wendet sich zum Menschen, das macht die Tage anders. Da verändert sich das Leben des verlorenen Sohnes total. In seinem verwirtschafteten Dasein klickt es, er besinnt sich auf seinen Vater. An dem Punkt, an dem nicht mehr geht, kommt der Rückblick. Im Aus erinnert er sich an seinen Ursprung. Das wird zum Umbruch. Wo sich Gott in die Erinnerung bringt, geschieht die Wende. Das was der Herr macht, ist Kehrtwende, ist Umkehr, ist das zurückkommen zu ihm. Umkehr ist Gottes großartiges Lebenswerk. Das ist Sinn und Ziel all seines Schaffens. 
Somit wird jeder Klick, den er auslöst zum Fest. Er wartet nicht auf den Sohn, der sich dann zu ihm auf den Weg macht, sondern geht ihm sofort entgegen. Wenn Gott einen Ansatz von Umdenken auf all seine Bemühungen erkennt, zieht er alle Register. Umkehr ist Fest im Ausnahmezustand. Da gibt es keine Frage, keine Vorwürfe, keine Aufarbeitung und Klarstellung, da gibt es nur noch feiern und fröhlich sein. 
Auch heute ist der Tag, am dem Gott das Blatt wendet. An den Schweinetrögen unseres Lebens, stehen im Hintergrund bereits die festlich gedeckten Tische. Gott streckt uns die Hände entgegen, dass wir nicht im Jammer umkommen. Es gibt keinen erbärmlichen Zustand in unserem Leben, in dem Gott nicht das Blatt wendet. Weil Gott das macht, können wir uns freuen und fröhlich sein.
Wenn Gott diesen Glanz in unsere Tage bringen will, weshalb bleiben wir sooft am Trog sitzen?

100% Ernte

Wer aus der Fülle schöpft, kann mit Freuden teilen.
„Vor dir freut man sich, wie man sich freut in der Ernte.“

Jes. 9, 2
Gottes Ernte ist anders. Seine Gesetze von Saat und Ernte unterliegen nicht den Witterungsbedingungen eines eisigen Frühjahrs. Wo bei uns der letzte Nachtfrost bereits die Kirschen geerntet hat, sind bei Gott die Körbe unglaublich voll. Wenn wir an Ernte denken, ist die Freude oft nicht mehr so groß, weil Wetter und eine harte Marktwirtschaft ihren Tribut fordert. Freude kommt dort auf, wenn man Gottes Wirtschaftsprinzip erlebt. Er sät, er teilt aus, er verschwendet und verschenkt sich. Da ist eine permanente Investition in alles was lebt. Die ganze Welt ist voller Gottesberührungen. Was von diesem energiegeladenen Schöpfer bearbeitet wird, kann weder Frost noch Hagel aufhalten. Bei Gottes Saat, ist Ernte garantiert. Da werden die Körbe prall voll sein. So viel lässt sich gar nicht einsammeln, was im Reich Gottes entsteht. Gott steht für Frucht und Fülle. Wo Gott die Welt beackert, kann es nur in einem Fest enden. Reich Gottes ist Ernte satt.
Wo wir in solch einem Wachstumsvollzug stehen, ernten wir unablässig aus dieser Güte. Was von Gott kommt hat keine Frostbeulen, da sind solch pralle Früchte und Gaben, die kein Mensch für sich verbrauchen kann. Die Ernte Gottes ist zum Weiterreichen bestimmt. Wir können geben und verschenken. Gottes Ernte stiftet Gemeinschaft. Gottes Ernte baut Kirche. Unter dieser Ernte entstand die Urgemeinde, wie sie in der Apostelgeschichte beschrieben wird. Da werden die Glaubenden ein Herz und eine Seele, weil diese Güter verbinden. Was Gott gibt ist so reichlich, dass keiner raffen muss, sondern er ist regelrecht gezwungen es zu verschenken, dass die Ernte nicht umkommt.
Das ist Festfreude, bei der die Gaben in die Gemeinschaft hineinfließen und darüber hinaus. Diese Ernte erfahren wir nicht erst am Ende unseres Lebens, sondern wir stehen jetzt schon mittendrin.
Wenn unser Korb so prallvoll ist, haben wir da nicht genug Grund zum Freuen? Haben wir damit nicht reichlich zu tun mit Verschwenden und Austeilen?