Wumiunsterma

Joh. 6, 55-65

Wundermittel-Unsterblichmacher

Wie lebt´s sich’s länger? Diese Frage belebt die Gesundheitsindustrie. Laut eines Berichtes, leben im hintern Pakistan Naturmenschen die über 150 Jahre sind. Abgeschnitten von aller moderner Zivilisation, sind hier uralte Menschen top fit. Anscheinend ernähren sie sich von hauptsächlich Naturbelassenem, wie Obst, Gemüse und Körner. Einer sollte sogar ein Disziplinarverfahren wegen Urkundenfälschung angehängt bekommen, weil in seinen persönlichen Dokumenten das Alter mit 180 Jahren angegeben war.

In unseren Breiten, drehen sich die heißen Diskussionen für ein reiches, fittes Leben eher um Vollwert, Jogging, Vegan oder Vegetarisch. Hat eine fleischlose Ernährung genügend Vitamin B12, um nicht an Mangelerscheinungen klapperdürr zu werden? Ja, mein Schnitzel lass ich nicht!

Jesus stellt ein Ernährungskonzept vor, das selbst seine Jünger vom Hocker haut.

1. Das gab´s noch nie

55 Denn mein Leib ist die lebensnotwendige Nahrung und mein Blut der Leben spendende Trank. 56 Wer meinen Leib isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm. 57 Ich lebe durch die Kraft des lebendigen Gottes, der mich gesandt hat. Ebenso wird jeder, der meinen Leib isst, durch mich leben. Wer dieses Brot isst, wird für immer leben.

Nahrung verwandelt sich durch den Stoffwechselprozess in Energie und Kraft. Im Kreislauf des Einnehmens und Ausscheidens spielt sich das Leben ab, das sich dabei Stück um Stück verbraucht. Selbst die besten, gesündesten und schmackhaftesten Lebensmittel führen zum Tod. Früher oder später geht es einfach nicht mehr. Da hilft auch kein Arzt oder Apotheker.

Was Jesus hier für eine Speise serviert, sprengt jedes Naturgesetz. Er setzt die Biologie, die Physik und alle Ernährungswissenschaft außer Kraft. Eine Speise, die unsterblich macht. Mit diesen Kohlehydraten lebt ihr für immer. Das was sich offensichtlich nach einem durchgeknallten Marktschreier anhört, wird zur Lebensnotwendigkeit. Jesus sagt ganz klar: Mensch, du bist für die Ewigkeit bestimmt. Das was Gott gibt, ist nicht nur für die 0-180 Jahre gedacht. Für diese Zeit gibt er reichlich Manna, Hirsch- Ragout und Melonen.

Er gibt viel mehr. Er gibt Eucharistie, er gibt Christus für die Ewigkeit. Er setzt mit Eucharistie einen neuen Ernährungswert. Er macht sich selbst zum Grundnahrungsmittel. Reich Gottes, himmlische Herrlichkeit, die ganze Schöpfung, lebt vom Leib und Blut Christi. In diesem allumfassenden Reich gibt es kein anderes Lebensmittel als Christus. Ohne Leib und Blut Christi gibt es kein Reich Gottes, gibt es keine Kirche. Ohne Christus verhungert die Gemeinde und vertrocknet das ewige Leben. Christus muss mit Heißhunger verschlungen werden. Er geht in Brot und Wein in uns ein. Er wird körperlich verdaut. Da wird organisch etwas vollzogen. Eucharistie ist viel mehr als eine Erinnerung, an das Opfer am Kreuz, das Jesus Leib und Blut gekostet hat. Wer Eucharistie nur als ein reines Gedächtnismal feiert, der riecht nur an einem saftigen Braten und kann gar nicht satt werden.  Das Fleisch muss eingehen, um verstoffwechselt zu werden. Wir spüren leiblich den Christus durch unsere Eingeweide gehen, der sich durch das Geheimnis des Glaubens, nicht nur in körperliche Energie umwandelt, sondern etwas für dieses allumfassende Reich entstehen lässt. Wo Christus als Materie in uns eingeht, verwandelt sich etwas für die Ewigkeit. In der Eucharistie wird die Fülle Gottes in uns leibhaftig. Der Christus, der in uns eingeht, macht uns vollkommen und gemeinschaftsfähig mit Gott.

Wo sich jemand selbst zum kompromisslosen Lebensmittel macht, starten natürlich die frommen Raketen durch.

2. Das ist doch die Höhe

60 Viele von denen, die ihm bisher gefolgt waren, hörten es und sagten: „Das ist eine Zumutung! Wer will sich so etwas anhören?“ 61 Jesus wusste, dass selbst seine Jünger entrüstet waren, und fragte sie deshalb: „Nehmt ihr schon daran Anstoß? 62 Was werdet ihr erst sagen, wenn ihr seht, wie der Menschensohn dahin zurückkehrt, woher er gekommen ist?

Menschen kommen mit den exotischten Essgewohnheiten klar, mit gepökeltem Hund oder gedämpftem Kuckuck, aber wer will sich das anhören? Wer will Leib Christi? Das, was Jesus hier serviert, übersteigt die Grenze des bisher dagewesenen guten Geschmacks. Man konnte bei seinen Wundern und bei seiner Verkündigung noch mitgehen und dahinter den handelnden Gott erkennen, doch das geht jetzt zu weit. Sich hier als Alleinstellungsmerkmal des Reiches Gottes zu präsentieren grenzt an Hybris.  Selbst seine Jünger waren außer sich, wo sie zuvor noch sagten: Herr wo sollen wir hingehen, du hast Worte ewigen Lebens. Jetzt wo diese Worte sie durchdringen wollen, wo diese Worte in ihnen selbst lebendig werden wollen, flippen sie aus.

In christlichen Kreisen wird sehr viel toleriert und akzeptiert; Hauptsache man erreicht die Menschen. Gottes Spielwiese ist ja schließlich bunt. Es wird versucht auf die verschiedenen Geschmacksrichtungen der Einzelnen einzugehen, um bedarfsorientierte Gemeindearbeit zu betreiben.

Wo das „allein Christus“ im Raum steht, wird es schnell zu Zumutung. Dabei ist genau das der Auslöser der Reformation gewesen. Wir feiern 2017, 500 Jahre

  • allein Christus
  • allein die Gnade
  • allein der Glaube
  • allein das Wort

das sind die 4 Säulen christlicher Existenz. Gerade die Auflehnung an Christus macht umso deutlicher, dass wir ihn nötig haben. Ohne Christus gibt es keine Gottesbegegnung. Ohne Christus bleibt der Mensch unerlöst. Ohne Christus kann niemand glauben. Ohne Christus gibt es kein lebendiges Wort. Der Weg zur Unsterblichkeit ist mit Christus gepflastert. Weil er dahin zurückgekehrt ist, macht nur diese Speise lebendig und verbindet uns mit diesem Reich.

Daher ist Christus wirklich die Höhe, der in die Menschen eingehen muss.

3. Es geht nicht ohne

63 Gottes Geist allein schafft Leben. Ein Mensch kann dies nicht. Die Worte aber, die ich euch gesagt habe, sind aus Gottes Geist; deshalb bringen sie euch das Leben. 65 „Deshalb“, so erklärte er weiter, „habe ich euch gesagt: Keiner kann zu mir kommen, wenn ihn nicht der Vater zu mir führt!“ 

Auch in der Dreieinigkeit von Vater, Sohn und Heiliger Geist, spielt Christus die entscheidende Rolle. Für dieses ewige Leben, kann kein Mensch im Geringsten dazu beitragen. Leben ist Gottes Hoheitsgebiet, das durch den Geist bewegt wird. Die Wirkungsweise, wie der Geist bewegt, geschieht durch das Christus-Wort. Der Geist pustet nicht irgendwie in der Gegend herum und befällt dann Menschen, sondern hat Christus als Trägersubstanz, mit dem er hineinwirkt. Da wo Christus ist, da ist Geist Gottes. Wo sich Reich Gottes erschließt wirkt der Geist durch Christus. Durch Christus fängt der Geist in uns Feuer. Daher führt der Geist zwanghaft über Christus zu Gott. Ohne Christus geht nichts. Gott und sein Geist spitzen das ganze Leben auf Brot und Wein zu.

Es ist großartig wenn 500 Jahre nach der Reformation sich die beiden Großkirchen in der Eucharistiefrage annähern. Möge es dem Geist gelingen, alle Parteien auf Christus zu zentrieren. Es muss sich hier nicht nur die katholische Kirche für neue Wege des Geistes erweitern lassen, sondern die Protestanten sollten viel mehr die reale Präsenz des Christus einrechnen.

Wumiunsterma ist keine Droge die das harte Leben sanfter an uns vorbei rauschen lässt, sondern das Wunder wie Christus die gefallene Welt in Unsterblichkeit verwandelt. Den Christus in Brot und Wein kann man nicht in die menschliche Beliebigkeit stellen, sondern den wichtigsten Platz im Leben einräumen. Nicht umsonst feiern die Ordensgemeinschaften die Eucharistie täglich.

Wie wollen wir bei dem allgegenwärtigen Gott zuhause sein, wenn wir auf diese Speise verzichten, oder sie als gelegentlichen Snack betrachten?

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