Richten will Gutes

Frieden kann nur der schaffen, in dem Gerechtigkeit wohnt.
„Abner rief Joab zu: Soll denn das Schwert ohne Ende fressen? Weißt du nicht, dass daraus am Ende nur Jammer kommen wird?“

2. Sam. 2. 26
Jammer kommt durch das Schwert. Wenn wir die Aufgabe des Schwertes betrachten, stellen wir fest, es soll Gerechtigkeit und Frieden schaffen. Das Schwert wurde dem Staat anvertraut, um das Böse zu strafen und das Gute zu fördern. Den Verantwortlichen eines Volkes wurde von Gott eine richterliche Verantwortung gegeben. Sie sollen im Namen Gottes ein Urteil aussprechen und vollziehen. Mit dieser stellvertretenden richterlichen Aufgabe, soll Gerechtigkeit hergestellt werden. Deshalb ist für solch ein Amt der Amtseid: So wahr mir Gott helfe, so entscheidend.
Wo ein Staat oder ein Mensch sich dieses Richteramt anmaßt und missbraucht entsteht Elend. Keinem Menschen steht es von sich aus zu, das Urteil über Gut und Böse zu sprechen; das ist Gottes Amt. Wo ein Unrechtsstaat sich anmaßt, darüber die Maßstäbe festzusetzen, stehen wir bei den Nationalsozialisten. Da wurde heute vor 72 Jahren das KZ Ausschwitz befreit, in dem über 1 Million Menschen umgekommen sind.
Wer diese heilige Aufgabe des Schwertes missbraucht, schafft keinen Frieden, sondern verschärft die Ungerechtigkeit und macht sich schuldig. Frieden geht immer von dem Frieden mit Gott aus. Wir können kein Recht schaffen, wenn wir unrecht handeln. Oft sind unsere Schwerter nicht aus Metall, sondern der Wirbelwind in unserem Mund. Die Zunge wird als scharfes zweischneidiges Schwert bezeichnet, das viel Schaden anrichtet. Mit ihr werden Urteile gesprochen, verleumdet und gedemütigt. Daher haben wir eine hohe Verantwortung, wenn wir diese Waffe gebrauchen. Wer nicht am Herzen Gottes lebt, bringt damit Not und Elend über die Menschen. Es entsteht kein Frieden, sondern Schuld, so dass uns selbst das Urteil trifft. Wer es recht gebraucht, kann damit zu dem Guten führen.
Leben wir so am Herzen Gottes, dass von unserer Zunge Heil und Frieden ausgeht?

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Bändige den Tiger im Mund 

„Ich habe mir vorgenommen: Ich will mich hüten, dass ich nicht sündige mit meiner Zunge.“

Ps. 39, 2
Die Zunge ist ein wildes Tier. Unkontrolliert kann sie großen Schaden anrichten. Die Bibel verwendet für sie gefährliche Bilder. Sie ist messerscharf, zweiseitig geschliffen, ein regelrechtes Kampfinstrument. Sie ist wie ein Pfeil, wie ein Spieß, der andere völlig außer Gefecht setzten kann. Für Waffen gibt es ein Kampfmittelverordnung, wilde Tiere müssen gezähmt und hinter Schutzzäune gebracht werden. Die Zunge braucht Kontrolle, um nicht auszubrechen. Sie steht immer in der Gefahr zu verletzen. Sie ist das Instrument, das gegen Gott löckt. Sie transportiert das Innere nach außen. Sie verrät unsere unheilige Menschlichkeit. An ihr wird offenbar, wie Menschen zu Gott stehen. Wir brauchen nur unser Miteinander betrachten, da machen uns nicht so sehr die ungeregelten Dinge zu schaffen, sondern viel mehr die menschlichen Verletzungen. Die ungeschützten Worte, die den Nerv treffen und Wunden verursachen, die kaum heilen. Zunge und Sünde liegen eng beieinander. Wenn der schon den Mund aufmacht, dann könnte ich….. Wenn die Zunge Schaden anrichtet, dann geht immer das Gute in Brüche. Sie ist der wilde Tiger, der Gottes gute Ordnungen zerfetzt. Das gesunde, wachsende, aufbauende Leben, wird in Stücke zerlegt.
Da hilft nur bändigen. Glaubende, die aus Gott leben, brauchen eine starke Selbstkontrolle. Wer sich dieser Gefahr bewusst ist, braucht eiserne Vorsätze. „Ich will mich hüten“, ist ein  herrliches Bild, wie wir uns selber schützen und kontrollieren. Ich will meine Zunge in Eisen legen. Ich will sie anketten. Es darf kein Wort unbedacht die Zäune durchbrechen. Hier ist große Disziplin für unser Reden gefordert. Wir tragen die Verantwortung, für den Schaden den wir anrichten. Dort wo wir unsere Zunge unter Kontrolle haben, bekommen unsere Worte heilende Kraft. Eine gebändigte Zunge kann Worte des Lebens versprühen, kann aufbauen, kann erneuern und Mut machen. Die behütete Zunge ist ein Zeichen von Heiligung. Da hat Gottes Erneuerung in mir die Worte geläutert. 
Was nehmen wir uns vor, um unser Miteinander mit fruchtbaren Worten zu bereichern?