Wer Zukunft hat, hat Energie

Sobald Wege, die vor uns liegen klar sind, entwickelt das Leben eine Eigendynamik.

„Eines jeden Wege liegen offen vor dem Herrn.“
Spr. 5. 21

Wo Wege offen vor einem liegen, kommt das Leben in Fahrt. Wer die Zukunft klar vor Augen hat, kann zielstrebig darauf zugehen. Ein Tag nach unserem Brand als wir in den Trümmern unserer Kirche standen, sagte der Architekt: In einem Jahr werdet ihr wieder in das neue Haus einziehen! Das war ein magischer Satz. Keiner sah dies zu dem Zeitpunkt als realistisch an. Wir wussten, was bauen heißt. Wir sahen die Schuttberge, die entsorgt werden mussten und wir kannten die Verfahren für neue Planungen und Genehmigungen. Doch wir waren im Advent abgebrannt und wir sind ein Jahr später im Advent wieder eingezogen. Offene Wege motivieren und treiben an.

Der Konflikt dabei ist, dass die meisten unserer Wege verschlossen vor uns liegen. Keiner weiß, was die Zukunft bringt. Unser Leben liegt vor uns, wie ein Buch mit sieben Siegeln. Doch lediglich für uns. Für Gott ist unser Verschlossenes völlig offen. Haarklein weiß er wo es lang geht und was auf uns zu kommt. Er ist mit unserer Zukunft verheiratet. Für ihn ist keine Frage offen. Ihm ist lichtklar was kommt und wo die Reise hingeht. In ihm steckt bereits die Dynamik auf das fertige Haus zuzugehen. Er sieht unser Leben vollendet vor seinen Augen. Er hat eine uneingeschränkte Vorstellung, von dem, was jetzt ist und dem abgeschlossenen Kunstwerk unserer Person. Er weiß, was er mit unserem ureigenen Leben, durch allen Zeiten hindurch erreichen will. So wie ein Unternehmer seine Vision entwickelt, wo er klar vor Augen hat, wie sein Unternehmen in zehn Jahren dastehen wird. So wie wir uns unser neues Auto vorstellen, das dann irgendwann in der Garage stehen wird. Diese Vorstellung hat Gott von unserem Leben.

Wenn das für ihn klar ist, können wir nur aus ihm diese Klarheit für uns selbst bekommen. Wo wir keinen Weg sehen, keinen Plan haben, alles nach vorne düster aussieht, bekommen wir den Durchblick bei dem, vor dem unser Weg offen liegt. Wo sich unser Blick für das Lebensbild Gottes, das er sich von uns gemacht hat öffnet, können wir völlig anders mit unseren Krisen umgehen. Mit dem Blick auf das, was wir einmal sein werden, werden die Schatten des Lebens zu Arbeitsschritten auf mein Ziel hin. Da dienen die brutalen Schläge der Reife einer Persönlichkeit. Wo meine Wege offen vor dem Herrn liegen, gibt es keine Situation, in der uns Gott verlassen hätte. Diese offenen Wege sind der größte Trost und zugleich der zielstrebe Antrieb.

Wollen wir unsere Lebenskraft vergeuden, und weiter planlos in die Zukunft tasten?

Auslegungen für jeden Tag
http://www.ebk-blumenmönche.de
https://brtheophilos.wordpress.com/category/predigt/tageslosungen/

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Zielstrebig leben

Die Navis heute sind eine segensreiche Einrichtung, wenn „jemand“ weiß, wo es lang geht.
„Der Herr spricht: Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du gehen sollst.“

Ps. 32, 8
Gott weiß, wo es in unserem Leben lang geht. Da kennt einer exakt den Weg unserer Bestimmung. Genau das, wozu wir in dieser Welt sind. Gott kennt den Kern- und Zielpunkt unserer Existenz. Er kennt gerade das, wofür manche Menschen ein Leben lang vergeblich darum ringen. 
Tagtäglich folgen wir Wegzeigern. Da ist es immer gut, wenn man sein Ziel kennt. Wer in sein Navi das Ziel eingibt, bekommt schon fast auf wundersame Weise seinen Weg aufgezeigt. Für mich absolut faszinierend, wie gestern mein Navi in der Millionenstadt Barcelona mein Quartier in dem Straßenwirrwar herausgefischt hat. Das Ziel war klar, somit konnte eine lenkende Hand mich führen.
Das was in vielen Bereichen unseres täglichen Lebens eigentlich normal ist, scheint in unserer grundsätzlichen Lebensführung nicht selbstverständlich zu sein. Wissen wir denn ganz genau wo wir hin wollen und sollen? Oder leben wir in der Gesamtausrichtung des Lebens von der Hand in den Mund? Sind die kleinen Dinge geregelt, doch in den eigentlichen Dingen irren wir herum?
Gott zeigt dir den Weg, den du gehen sollst. Da gibt es von hunderttausend Lebensentwürfen, genau einen, der für mich richtig und gut ist. Da ist es nicht egal was ich mache. Nach dem Motto: Hauptsache, wir engagieren uns in irgendeiner Gemeinde, die unserem Geschmack und unseren Bedürfnissen entspricht. Gott zeigt den einen Weg. Er zeigt ihn durch sein Wort. Er unterweist und schult uns durch das Wort. Er bindet uns an Christus, damit Lebenswege Nachfolgewege werden. Wo Gott unterweist, will er das Allerbeste aus unserem Leben herausholen. Er will, dass wir unsere Tage nicht in Sinnlosigkeit verplempern. Daher kann uns nichts Besseres passieren, als für diese Wegweisung täglich offen zu sein.
Wollen wir alles im Leben erreichen, jedoch unser eigentliches Daseinsziel verpassen?    

Wenn der Gute fließt 

Der Riss von gut und böse geht mitten durch uns durch.
„Eure Sünden halten das Gute von euch fern.“

Jer. 5, 25
Wenn man den Vers umkehrt kann man sagen: Das Böse wohnt in euch, wo ihr Gott ignoriert. Gut und böse liegt nicht außerhalb von uns, sondern in uns. Es entscheidet sich an meiner Gottesfrage. Wie sich ein Mensch Gott und seinem Anspruch über ihn stellt,  ist maßgebend, ob das Gute in ihm zum Tragen kommt. 
Ich habe einmal eine treffende Definition für Sünde gelesen: Sünde ist die Zielverfehlung meines Lebens. Zielverfehlung ist letzlich an Gott vorbeileben und die Bestimmung und Berufung meines Lebens nicht erkennen. Es ist dort, wo wir Gott über unserem Leben nicht recht geben und Eigenes bevorzugen. Dort wo wir den Guten verlassen, kann das Gute nicht in uns werden. Das Gute entsteht dort, wo wir unsere Christusbedürftigkeit erkennen. Wir erkennen dabei unsere Tendenz, ständig neu Gott zu verlassen und unser Ziel zu verpassen. 
Der Christus in uns, verbindet uns mit dem Guten. Er bringt uns auf Kurs, um was es in unserem Leben geht. Im Angesicht des Christus entdecken wir unseren Lebensauftrag. Da beantwortet sich die Frage; weshalb sind wir hier? Da beginnt uns das Gute zu formen und stellt uns in eine neue Zielstrebigkeit. Da hat der Gute das Kommando über unsere Lebensgestaltung übernommen. Das Erkennen von Berufung, ist das beste was uns und dieser Welt passieren kann.  Dort wo wir unseren Platz und unsere Aufgabe bei dem Guten erkennen, fließt das Gute, fließt das Heil zu den Menschen.
Wem tun wir etwas Gutes, wenn unser Leben nicht nach diesen Zielvorstellungen verläuft?

Seins ist sicher

Es ist gut, in allem noch viel größer von Gott zu denken.
„Mose sprach zu dem Herrn: Sieh doch, dass dies Volk dein Volk ist.“

2. Mose 33, 13
Gott kennt Wege, wo menschlich keine sind. Das was er sich vorgenommen hat, zieht er gegen allen Widerstand durch. Er sieht am Anfang schon das Ganze. In dieses Denken will er seine Boten stellen. Mose, eine Führungskraft, der an seiner Aufgabe schier verzweifelt. Im Namen Gottes soll er dem Volk Israel zeigen, wo´s lang geht. Er soll Menschen führen, die lieber ein goldenes Kalb anbeten, anstatt einen Gott, den man nicht sieht. Er steht stellvertretend in der Spannung, die Gott mit seinen Menschen hat. Gott hat Großes vor, doch sein Volk denkt und sieht es anders. In seiner angespannten Lage spielt Mose den Ball an Gott zurück. Daraus entspinnt sich ein eindrucksvoller Dialog. Ein Gebet, das weite Horizonte aufreißt.
„Dies ist dein Volk“, stößt Türen in die Zukunft auf. Das widerspestige, ungehorsame Volk ist Gottes Sache. Es sind die Fragmente, mit denen Gott sein Reich baut. Das Verachtenswerte findet seine Wertschätzung. Die Ungeeigneten werden zu seinen Heiligen. Was sein Volk ist, was ihm gehört, hat eine große Verheißung. Da können Jünger Verräter sein, da kann es in seiner Kirche noch so menscheln, das hält den Weg der Erlösung nicht auf. Mit brüchigem Menschenmaterial baut Gott seine Gemeinde. Es sind die Unperfekten, mit denen Reich Gottes entsteht. Kirche lebt nicht von der Professionalität seiner Mitglieder, sondern von einem gnädigen Gott. Volk Gottes sind die, die nichts zu bringen haben, aber über die sich Gott erbarmt. Gott gibt das Seine, er gibt Christus, dass er die Seinen nicht verdammen muss. 
In diesem Sein liegt die garantierte Zukunft. Sein Volk, ist die Garantie dass im Mangel alle Verheißungen in Erfüllung gehen. Daher ist nicht unsere Schwachheit maßgebend, ob Gottes Sache steht und fällt, sondern es kommt zu stehen, allen Widrigkeiten zum Trotz. So braucht unser Beten nie aus einer depressiven Haltung geschehen, die an der gefallenen Menschheit verzweifelt, sondern kann immer den Blick haben, Gott bringt sein Volk zum Ziel. 
Warum sollten uns die Fehler der Menschen schrecken, wenn Gott zu den Seinen steht?

Geführt sein macht stark 

Geführte gehen ihren Weg klarer und sicherer.
„Ich will mein Angesicht nicht mehr vor ihnen verbergen; denn ich habe meinen Geist über das Haus Israel ausgegossen, spricht der Herr.“

Hes. 39, 29
Gott tritt aus dem Unsichtbaren heraus. Das Nebulöse und Spekulative um ihn verschwindet. Für den Glaubenden wird klar, was Gott will. Hier offenbart sich eine starke Führungskraft. Gute Führung hat hohe Ziele. Durch weitreichende Visionen fordert sie die Geführten zu außergewöhlichen Wegen heraus. Sie nimmt Menschen an die Hand, fördert ihre Gaben und lässt sie über sich hinauswachsen. Gute Führung bringt jemand einen Nutzen und dient immer einem Zweck. 
Gott entfaltet Führungsqualitäten durch seinen Geist. Er ist der Christus unter dem Menschen. Geführte sind Christus-Geprägte. Der Geist ist Gottes Führungstil bei den Menschen. Da wird der verborgene Gott zum nahen Gott. Der Geist ist der Sog der Welt Gottes, der das müde Dasein zum Leben erweckt. Unter dieser Führung wird der Mensch zum Mensch und erkennt seine Bestimmung. Alle Bewußtlosigkeit und Orientierungslosigkeit bekommt eine unwahrscheinliche Antriebskraft. In dieser Führung liegt Leben, Licht und Glut. Darin finden die Schwachen Kraft und Mut. Darin ist Gottes Allmacht unter den Menschen unterwegs. Sie öffnet uns den stummen Mund und durchdringt die Welt mit Wahrheit. Unter dieser Führung fangen Herzen an zu glühen, die zur Liebe fähig werden. In dieser Kraft kann schwaches Fleisch und Blut Gutes tun. Unter dieser Führung steigert sich die Widerstandskraft in allem Schweren. 
In der Führung durch den Geist installiert Gott sein Reich in der gefallenen Schöpfung. Da werden wir an Aufgaben herangeführt, die wir selbst nicht gesucht hätten. Da schreibe ich jeden Morgen eine Auslegung, wo dann Leser sagen, hier hat Gott zu mir gesprochen. Da geschehen dann Dinge, die über unser Vermögen hinausgehen, wo wir feststellen müssen, wir machen da etwas, was gar nicht von uns kommt. Da spielt sich hinter uns eine große Welt ab.
Wenn Gott solch einen Geist ausgießt, weshalb blockieren wir dann oft diese starke Führung?

Warmer Herzschlag in der Eiszeit 

was ist das für eine Lebensgefühl, wenn ein Kind in den Armen seiner Mutter liegt.
„Der Herr erlöste sie, weil er sie liebte und Erbarmen mit ihnen hatte. Er nahm sie auf und trug sie allezeit von alters her.“

Jes . 63, 9
Aufnehmen und Tragen ist Gottes Eigenart. Wo ein kleines Kind sich selbst überlassen ist, verwahrlost es. Kinder ohne Familie und Heimat sind die ärmsten Geschöpfe der Welt. In einem Sozialstaat wie dem unseren, ein Fall für´s Jugendamt und Internat. In Brasilien werden sie zu Straßenkindern. Wo Gott im Leben der Menschen keine Bedeutung mehr hat, fehlt das Zuhause. Sie werden haltlos und orientierungslos wie Straßenkinder. 
Gott konnte dieser Trostlosigkeit noch nie zusehen. Ihm reißt es das Herz heraus, wenn Menschen planlos und ziellos durch die Weltgeschichte irren. Ihm geht es an die Nieren, wo die Lasten des Lebens zermürben. Er kann nicht mit ansehen, wo Menschen in ihrer Haltlosigkeit, sich gegenseitig das Leben schwer machen. Dem zum Irren verdammten Dasein streckt er seine Arme entgegen. Erbarmen hebt das Verirrte aus dem Staub. Erbarmen ist der warme Herzschlag in die Eiszeit der Welt. Erbarmen verbindet das auf die Nase gefallene Kind. Es ist die Hand, die im Elend heimatliche Nähe schenkt. Wo diese Hände umschließen, verliert der Jammer seine Macht. Dem hilflosen Umherirren wird ein feierlicher Tisch gedeckt. Erbarmen heißt Jesus Christus. In Christus hat Gott wieder Freude am Menschen, sagte Johannes Paul II. Erbarmen entmachtet alles Orientierungslose unserer Tage.
Wenn wir von so viel Erbarmen umgeben sind, warum geben diesen Armen oft so wenig Chancen, uns zu tragen?

Raus aus der Tretmühle 

Konzentration führt zum Eigentlichen.
„Ich will die Zerstreuten sammeln und will sie zu Lob und Ehren bringen, in allen Landen, wo man sie verachtet.“

Zef. 3, 19
Wo die Orientierung fehlt, irren Menschen planlos durch ihre Tage. Umfragen haben ergeben, dass 97% der Bevölkerung keine schriftlich definierten Ziele haben und somit keinen Plan, wie ihr Leben verlaufen soll. Sie treiben so durch ihr Dasein und kennen nicht den Zweck und ihre persönliche Bestimmung im Leben. Orientierungslos, haltlos, zerstreut und arm. Keine Führung, keine Perspektive, einfach der Tretmühle des Lebens ausgeliefert.
Gott sammelt die Zerstreuten. Das was so ziellos durch die Weltgeschichte geistert, soll einen festen Halt bekommen. Wir können dieses Wort auf das damalige Volk Israel beziehen, das Gott wieder zusammenführen will, doch was uns heute betrifft, ist Gott, der zu allen Zeiten, Menschen zum Eigentlichen bringt. Menschen sammeln ist wie Flöhe hüten. Gott wird sich nie mit Zerstreuung abfinden. Sammeln ist seine Leidenschaft. Sammeln ist Barmherzigkeit. Gott kann irren nicht ertragen, er will Menschen Führung, Halt und Sinn geben. Sammeln ist die Konzentration auf das, was Gott mit einem Leben vor hat. Gott geht es an die Nieren, wenn das Dasein nur so dahinplätschert. Er hat so viel mit uns vor, er hat solch geniale Gedanken für das Leben jedes Einzelnen, deshalb kämpft er gegen jede Form von Zerstreuung.
Lassen wir uns im Licht der 3. Adventskerze fragen, wo wir dahinirren, uns nicht auf ihn konzentrieren und von ihm einsammeln lassen.
Einen gesegneten 3. Advent wünsche ich euch. 

Unikate sind konsequent 

wer Einmaligkeit will, kann nicht zweigleisig fahren.
„Elia sprach: Wie lange hinkt ihr auf beiden Seiten? Ist der Herr Gott, so wandelt ihm nach, ist´s aber Baal, so wandelt ihm nach.“

1. Kön. 18, 21
Ein Leben lang Grundsatzentscheidungen infrage zu stellen macht krank. Wenn ich vor 35 Jahren die Entscheidung getroffen habe, meine Berufung im Kloster zu leben, kann ich mich immer wieder fragen, wie wäre es gewesen, verheiratet zu sein. Am Anfang steht die Ob-Frage. Ich entscheide mich grundsätzlich für einen Weg. Wenn diese Entscheidung abgeschlossen ist, kommt diie Wie-Frage. Wie gestalte ich diesen Weg? Wie fülle ich die Tage? Wie entfalte ich die in mir angelegten Potenziale? In dieser Phase wieder die Ob-Frage zu stellen, „war das wirklich richtig?“,macht unglücklich und bringt Not und Elend in die Welt. An dieser Stelle gehen viele Beziehungen in die Brüche und werfen wertvolle Menschen ihre Gaben weg.
Der Mensch ist auf Einzigartigkeit angelegt. Gott will das Einmalige. Es gibt keinen zweiten Menschen wie du und ich. Diese Unikate will Gott herausarbeiten. Das was wir sind, hat eine einzigartige Bestimmung. Unsere unvergleichbare Konstellation an Fähigkeiten und Begabungen, kann sich nur entfalten, wenn ich mich darauf konzentriere und fokusiere. Menschliche Größe entsteht, wo ich meinen Platz, meine Lebensaufgabe, meinen roten Faden gefunden habe und zum Nutzen aller ausfülle. Wo ich Mönch und Ehemann gleichzeitig sein will, bin ich keines richtig. Das wäre ein falsch verstandener Pluralismus.
Gott will um unseretwillen Klarheit, Entschlossenheit, Eindeutigkeit und Konsequenz. Wir betrügen uns selber, wenn wir irgendwelchen Alternativen zusätzlich Raum geben wollen. Die vermeintliche Alternative, war das Ende vom Paradies. All das was Gott für uns bereit hat, das was im Glauben möglich ist, erfährt der, der alles auf eine Karte setzt.
Wo stellen wir Grundsatzentscheidungen immer wieder infrage und entfremden uns von dem, was wir sein könnten?

Herumeiern schwächt

Wer sich verzettelt, schwächt sich.

„Du sollst keine andern Götter haben neben mir.“
2. Mose 20, 3

Das Andere wird zum Verhängnis. Der Fokus auf Zusätzliches, als auf das Fundament, auf dem wir stehen, kann uns das Genick brechen. Neben dem Glauben liegt die Gefahr. Menge und Vielfalt was Gott und das Heil betrifft, ist keine Bereicherung, sondern das Ende. Wir stehen immer in der Zerreißprobe, des sowohl als auch.

Gott will Eindeutigkeit. Leben aus ihm, gibt es ganz oder gar nicht. Erlösung gibt’s nicht nur ein bisschen, sondern total. Gott lässt sich nicht probieren, ihn erfährt der Ungeteilte. Wo Gott kommt, meint er uns ganz. Leben, das er gibt, ist umfassend. Wenn er dem Tod die Macht nimmt, dann zählt nur noch die Auferstehung. Wo er liebt, liebt er mit Haut und Haaren.  Was er schafft, hat Hand und Fuß. Gott ist klar, eindeutig und radikal, in dem was er ist, will und tut.

Auf diesen entschlossenen Kurs will er uns bringen. Keine halben Sachen, keine Zweideutigkeit, kein geeiere. Heute sucht man gerne den Mittelweg, den fairen Kompromiss, die Toleranz, die alles stehen lässt. Sicher braucht die pluralistische Gesellschaft, die Akzeptanz des Anderen, doch wer einen Weg geht,  kann sich nicht für zwei Richtungen entscheiden.

Für uns Glaubende gibt es nur eine Richtung, Jesus Christus. Dazu gibt es keine Alternative. Fülle Gottes erfährt der,  der sich uneingeschränkt zu ihm hält. Halbe Sachen, sind ganzer Blödsinn. Gott will nicht, dass wir uns mit weniger als allem zufrieden geben.

Achten wir auf das „Andere, “ das uns mehr  vorgaukelt, aber uns des eigentlichen Reichtums in Gott beraubt.

Ist es da nicht Zeit, uns wieder viel entschlossener und radikaler auf Gottes Seite zu schlagen, um nichts von seinem Segen zu schmälern?

Wenn nicht jetzt, wann dann?

Was wäre, wenn Bundespräsident Joachim Gauck die Blumenmönche besuchen wollte? Hoher Staatsbesuch im Kloster. Wen schüttelt das? Wer interessiert sich schon noch für Politik? Das juckt mich nicht, mit denen da oben habe ich sowieso abgeschlossen. Was soll´s, wenn der kommt ändert sich die Welt auch nicht. Wir haben doch ganz andere Sorgen, da helfen große Worte von außen nicht.
Nein, das würde keiner sagen!
Mit Sicherheit, würde wochenlang davor die Welt im Kloster Kopf stehen. Da würden Rezepte studiert, Räume auf Hochglanz gebracht, Programme geschmiedet und in den Kameras die Akkus geladen. Die Luft ist spannungsgeladen, alles prickelt und fiebert auf diese Begegnung zu. Ein Gast und die Welt verändert sich. Wer auf etwas zu lebt, kann keine trübe Tasse mehr sein.

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1. Wir sind die Hellen

„Ihr aber, liebe Brüder, seid nicht in der Finsternis, dass der Tag des Herrn wie ein Dieb über euch komme. Denn ihr alle seid Kinder des Lichtes und Kinder des Tages. Wir sind nicht von der Nacht noch von der Finsternis.“ 
Christus kommt. Angekündigter Besuch, ob gewollt oder nicht. Eine Christusbegegnung steht jedem bevor. Diesem Zusammentreffen haben alle standzuhalten. Auch wenn er die letzten 2000 Jahre nicht gekommen ist und den Eindruck erweckt hat, jeder könne in Ruhe sein Ding machen, wir werden vor ihm stehen.
Wie und wann das sein wird, ist gar nicht wichtig, sondern allein „dass“. Dieses „Dass“ hat prägende Kraft für den Glauben. Gott setzt damit einen Punkt, auf den alles zuläuft. Das Größte, das sich Gott vorgenommen hat geht in Erfüllung. Reich Gottes in seiner Vollendung. Durch dieses Ereignis verdichtet und konzentriert sich das Leben. Dass Christus kommt, ist nicht nur eine Tatsache, die irgendwann sein wird, sondern sie gibt dieser Welt ihren eigentlichen Sinn. Wer mit dem Licht rechnet, wird selber Licht. Gott nimmt aller Perspektivlosigkeit das Dunkle und die Nacht. Das was kommen wird, hat bereits gestaltende Kraft in der Gegenwart. 
Wenn wir uns ein neues Haus erträumen, wird irgendwann aus dem Gedanke Wirklichkeit. Zuerst haben wir das Bild vor Augen, dann ziehen wir in diese neuen Räume ein. Dass Jesus kommt, ist eine Vision für die Zukunft, die das Heute gestaltet, belebt und antreibt. Wenn er Licht ist, ist er das nicht nur in unserer Erwartung oder Phantasie, sondern im hier und jetzt. Er bestimmt alles tun und denken. „Das was ich anschaue, bekommt Macht über mich.“ Das worauf ich zu lebe, ist mein Leben. Wir sind das Licht! Damit wird unser ganzes Lebenspotential freigesetzt. Wir haben Christus verinnerlicht, deshalb leuchten wir. Wer von diesem Licht ergriffen ist, wird zu Schöpfer seines Lebens. Mit dieser Vision macht Gott Gemeinde lebendig. Damit will Gott die Welt aus den Angeln heben. Hier trennt sich wichtig von unwichtig. Wir sind die Hellen, die Hell-Wachen, weil wir auf das Licht zugehen.

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2. Verpatzte Gelegenheiten

„Wenn sie sagen werden: Es ist Friede, es hat keine Gefahr -, dann wird sie das Verderben schnell überfallen wie die Wehen eine schwangere Frau und sie werden nicht entfliehen.“ 
Christus macht in seinem Kommen, eine Zuschauerfrage zur Existenzfrage. Am Umgang mit dieser Tatsache entscheidet sich, ob man mit seinen Pfunden wuchert, seine Gaben ausschöpft, auf etwas zu fiebert, oder das Leben verschläft. Wer diese Frage mit Gelassenheit beantwortet, verspielt kostbares Kapital und stürzt sich in die Belanglosigkeit. Wer nach der Devise lebt: Es wird nicht so heiß gegessen, wie gekocht wird, nimmt sich selbst den Wind aus den Segeln. Wer nicht hellwach ist, steht in der Gefahr, dass es in seinen Gedanken finster wird. Wo diese Christusbegegnung nicht dauernd brennt, glüht und antreibt, überfällt einen Müdigkeit. Perspektivlosigkeit fördert Trägheit, Frust und Krankheit. Ohne dieses Ziel fährt das Leben auf Sparflamme, in einen Dämmerzustand. Das Leben stumpft ab und man bastelt seine Ausreden und Erklärungsversuche, um sich gegen die Antriebslosigkeit hinwegzutrösten. 
Auch wir stehen in dieser Gefahr, unter der Last der Arbeit, dem Mangel an Nachwuchs, den beginnenden körperlichen Beschwerden, in eine Schwerfälligkeit zu verfallen. Der Text will uns vor der falschen Sicherheit , gedankenloser Untätigkeit und resigniertem Damit-Abfinden bewahren. Glauben kann man nicht, als ein am Rande Beteiligter, der für sich seine meditativen Entspannungsübungen macht, sondern als einer, der Licht vor Augen hat und mit ganzer Macht von der Nacht zum Tage durchdringt.

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3. Lebe den heutigen Tag

So lasst uns nun nicht schlafen wie die andern, sondern lasst uns wachen und nüchtern sein.“

Leben wird von einer klaren Zukunft bestimmt. Das Leben im Glauben erst recht. Da werden die längst fälligen Fragen des Glaubens nicht vor sich hergeschoben, wie eine Prüfung, die am Ende des Schuljahres wartet. Da leben wir nicht irgendwann, sondern jetzt. Alles ist darauf angelegt, die wertvollen Augenblicke auszuschöpfen und dem Leben die eigentliche Qualität zu geben. Christen steigen aus der Belanglosigkeit aus und heiligen den Moment. Wem Christus etwas bedeutet, dem wird jeder Mensch zu etwas Besonderem. Die Zeit wird zu einem kostbaren Geschenk, zu einer erfüllten Sternstunde. Alles bekommt einen neuen Wert und eine neue Wichtigkeit. Zielstrebigkeit fördert die Konzentration auf´s Eigentliche. Das Eigentliche ist die Quelle an Kraft, an Mut und Hoffnung, das, was wir anschauen.
Was können wir tun, um den heutigen Tag noch bewusster zu leben als „normale“ Tage?
Es hängt von unseren Sehgewohnheiten ab. Wo wir Licht sehen und Licht sind, können wir uns in den Nächten sicher bewegen. Wir können mit Widerwärtigkeiten anders umgehen. Als die Mutter ihre kleine Tochter beim Gewitter im Wald besorgt fragte, hast du denn keine Angst vor den Blitzen, antwortete diese lächelnd: Warum denn, der liebe Gott macht doch gerade Fotos von mir.
Wie gehen wir mit Bedrohlichem um?
Hellwache Menschen verwandeln Frustration in Faszination. Wer Christus vor Augen hat, kann jede Situation in goldene Momente verwandeln. Wir beginnen in jedem Tag das Wunder zu entdecken, und dafür zu danken. Da besteht jeder Tag aus hunderten von Wundern und kostbaren Momenten. Glaube macht wach und nüchtern für jeden Augenblick. Glaubende gestalten jeden Tag als einmalige Chance. Vom Licht bewegte, lassen sich durch nichts davon abbringen vom Leben fasziniert zu sein. Sie wachen, arbeiten konzentriert, sie adeln jeden Moment, dass sie nichts vom Leben verplempern.
Wenn der große Präsident kommt, will ich nicht mit Belanglosem beschäftigt sein und mich mit Kleinigkeiten, Gehässigem oder Zerstörendem aufhalten. Durch den Tag Jesu, bekommen unsere Tage eine neue Realität. Wenn wir nicht jetzt dieses Licht anschauen, und nicht alles davon durchdringen lassen, wann soll es dann in der Nacht der Welt hell werden?
Mit dem Licht vor Augen, haben wir die stärkste Motivation für das Heute und sind allzeit bereit für den Kommenden.