Erhebender Gesang

Wer Wunder erkennt, wird Lobsänger.

„Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder.“
Ps. 98, 1

Es war ein Wunder, dass bei unserem Großbrand niemand ernsthaft verletzt wurde. Wir kennen die tragischen Momente, in denen sich auf wundersame Weise Dinge ereignen, die dem eigentlich Schrecklichen entgegenstehen. Wunder sind nicht nur die spektakulären Weltwunder, z. B. menschlicher Baukunst; Wunder sind auch die vielen kleinen Erlebnisse, die im Alltag wie Glanzlichter aufleuchten. Die Evangelisten berichten von den Wundern Jesu, der oft hoffnungslos Kranke heilte. Bei Johannes sind die Wunder Zeichen, die den Menschen auf ein außergewöhnliches Handeln hinführen wollen. Johannes wollte weniger Geschichten erzählen, wie ein Blinder geheilt werden und ein Gelähmter wieder laufen kann. Wie Wasser zur Spätlese wurde und ein verstorbener, übelriechender Lazarus aus dem Grab herauskommt. Ihm ging es um das Zeichen, das auf uns deutet. Er stellte zwischen jedem Wunder und mir eine Christus-Beziehung her. Da wurde dann nicht irgendein Blinder sehend, sondern meiner Blindheit hat Christus sehende Augen geschenkt. Meine Lähmung, mein Sterben wurde wieder ins Leben zurückversetzt. Die Wunder waren nie eine Schlagzeile für die Bildzeitung, sondern Gottes persönliches Heilshandeln an mir. Das kleine einzelne Wunder steht immer in dem großen Gesamtzusammenhang mit lebensschaffenden Kräften, die an mir wirksam werden wollen. Wo wir das Wunder als dieses Zeichen sehen, entsteht Glaube. Glaube entsteht nicht dadurch, dass ein Verstorbener aus dem Grab kommt, so spektakulär das auch sein mag, sondern entsteht, wo ich selbst durch Christus vom Tod zum Leben durchdringe. Viele haben das Wunder der körperlichen Heilung durch Jesus erlebt, doch von zehn ist nur einer zu einem echten Glauben gekommen. Er hat nicht nur Berge, Seen und Wiesen wieder gesehen, er hat Christus gesehen. Das war das eigentliche Wunder. Wunder geschehen um Glauben zu wecken. Da will Christus an müden und blinden Herzen andocken. Da hebt ein anderer Geist, unsere Herzen zu sich empor.

Wo das Wunder Glauben weckt, fängt das Leben an zu singen. Wo Augen den Christus erkennen und Ohren seine Worte vernehmen, kommt im Herzen etwas zum Klingen. Wo der erstarrte Mensch zum Leben durchbricht, wird sein Atem zum Lobpreis. Daher ist das singet dem Herrn ein neues Lied keine Aufforderung neue Gemeindelieder einzustudieren, das ist fern ab von allem frommen Krampf, sondern das Echo auf das Wunder. Die Christus-Begegnung wird zu einer neuen Melodie. Da ist das ganze Dasein neu eingestimmt worden. Das Wunder das zum Glauben wird, drängt es regelrecht zum großen Halleluja.

Wo das Leben stumm bleibt, wo nichts von diesem neuen Lied zu klingen beginnt, bleibt die Frage: Was ist aus den vielen Wundern in unserem Leben geworden? Haben wir sie nur freudig abgehakt mit einem „Glück gehabt“? Haben wir darin das Zeichen erkannt, das uns ganz neu zum Glauben führen wollte? Gehen wir grundsätzlich zu selbstverständlich mit erfahrenen Wundern um, dass sie das Herz gar nicht mehr berühren?

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Der Frosch erstarrt nicht mehr

Das Leben lobt die Wunder, die als Geheimnis unter uns leben.

Wir danken dir, Gott, wir danken dir und verkündigen deine Wunder, dass dein Name so nahe ist.
Ps. 75, 2,

Leben schwappt am Außergewöhnlichen über. Entweder es sprudelt am Faszinierenden über, wenn wir an einen Sonnenaufgang in den Alpen denken, oder es ist am Boden zerstört, wenn es die Tragik des jungen, abgestürzten Segelfliegers verfolgt, der inzwischen sechs Wochen im Koma liegt. Das Leben bewegt sich wellenartig zwischen Wunder und Schrecken. Beides ist uns sehr nahe und sehr vertraut. Das schwerer Wiegende hat oft die Macht, das Lobenswerte zu ersticken. Angesichts des Elends in der Welt, bleibt vielen das Lob im Halse stecken. Wie kann man da noch danken, wenn mir mein Kind in jungen Jahren aus dem Leben gerissen wird? Wo sind da noch Wunder zu verkünden, wenn eine Frau im besten Alter vom Krebs zerfressen wird und elendig ihr Leben aushaucht? Wer angesichts des realen Lebens noch Gott danken kann, scheint von einem anderen Stern zu sein, ober blauäugig über bittere Tatsachen hinwegzusehen. Was sind denn die Wunder, mitten in einem Dasein, bei dem alles schwarz geworden ist? Petrus gibt darauf eine Antwort: „Ihr seid aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen.“ Finsternis ist der reale Zustand des Lebens, doch darin geschieht das Wunder. Schicksal ist nicht endgültig. Es kann in jeder verzweifelten Situation ein totaler Umbruch geschehen. Wer ins Licht gerufen ist, erlebt eine Verwandlung vom Tod zum Leben. Dieses Wunder ist die Realität der Glaubenden. Wem Christus in der Nacht begegnet, für den bleibt es nicht mehr dunkel. Das verkündigen wir, das macht christliche Existenz aus. Es ist der Name des Heils, der hautnah ist.

Im Wunder erhält der Mensch in der unwürdigsten Situation seine Würde zurück. Er ist nicht mehr der handlungsunfähig Ausgelieferte, sondern erhält in dem Namen Jesus seine gestalterische Kraft zurück. Das Wunder ist, dass wir nicht mehr der erstarrte Frosch vor der Schlange sind. So kann ein gläubiger Therapeut, im Gefängnis in Kalifornien, den Schwerverbrechern sagen: Ihr seid nicht die Opfer der Gesellschaft oder missratenen Erziehung, die nichts gegen ihre versaute Entwicklung tun können, sondern ihr könnt von heute auf morgen alles verändern. So wie ihr euch entschieden habt, den größten Blödsinn anzustellen, könnt ihr genauso entscheiden, Grundlegendes anders zu machen. Es ist Quatsch zu glauben, ihr seid für alle Zeit versaute Existenzen und reparaturbedürftige Wesen, die nicht aus ihrem Teufelskreis aussteigen können. Ihr seid auch hier in Sicherheitshaft vollwertige Menschen, die in der Verantwortung ihr Leben in die Hand nehmen können. Von diesen größtenteils Analphabeten haben die meisten ein Abitur nachgemacht und einer davon erlangte sogar eine Professur.

Dieses Wunder lebt im Menschen. Durch den Namen kommt Licht in die Finsternis. Es gibt keine aussichtslose Lage, in der das Leben nicht Gestalt gewinnen kann. Auch letzte Wege, in denen der eine geht und der andere bleibt, können zu mutvollen Wegen werden. Dieses Wunder verkündet unser Leben.

Können dadurch nicht Leidenswege zu sinnvollen Lebenswegen werden?

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Danken oder weiterlaufen

Ein dankbares Herz lernt glauben.

Herr, du lässt mich genesen und am Leben bleiben.“
Jes. 38, 16

Hier bekennt ein dankbares Herz seinen Lebensgrund. In einem großen Zusammenhang, sieht ein betender Mensch, was sein Leben ausmacht. Er genest an den dem Herrn. Da sind permanent lebensschaffende Kräfte, in allem was krank macht. Da ist andauernde Erfrischung, in allem was lebensmüde werden lässt. Hier gibt ein Mensch Gott den Dank zurück, weil er elementare Heilung erfährt. Bei Jesus war es einer von zehn, der das gesund geworden sein in Lob verwandelte. In der Dankbarkeit hält ein Mensch die Gaben Gottes fest. Da sprudelt das Lob über der Geschichte, die Gott in einem Leben schreibt. Die Dankbarkeit ist die Geburtsstunde des Glaubens. Du lässt mich genesen, ist der Kochtopf der überläuft. Da schäumt das Herz über, weil es erkennt, Gott tut an mir viel mehr als ich das je wahrhaben kann. In diesem Augenblick tritt der Mensch zurück und feiert seinen Gott. In der Dankbarkeit wird er selbst zur Antwort auf Gottes Schenken. Da verschmelzt etwas, was sowieso zusammen gehört. Da wird der Mensch im Glauben mit Gott eins. Seine ganze Person Gott zu verdanken, fasst die Dankbarkeit in ein Gefäß. Darin liegt aller Mut, die alles Leben in der Krise entwickelt. Hier wird das geknickte Rohr nicht zerbrechen und der glimmende Docht nicht ausgelöscht. Im Dank an Gott, wird das Heil Christi persönlich. Die Dankbarkeit ist das Echo, dass das Leben bei uns angekommen ist.

Wo der Dank ausbleibt, wie bei den neun geheilten Aussätzigen, wird kein Glaube geboren. Undank ist der Tod von Glaube und Leben. Wer sein Genesen aus sich selbst heraus schaffen will, wird daran zerbrechen. Wo das Heilwerden nicht in die Dankbarkeit führt, kann der eigentliche Durchbruch zum Leben nicht passieren. Neun Geheilte, die weiterwursteln wie bisher. Für sie hat sich nach einem großartigen Wunder nichts verändert. Sie haben zwar ihre Krankheit verloren, doch ihre wahre Lebensperspektive bleibt verschlossen. Wer im Lebensfrust keinen Mut mehr findet, hat das niemand anders als sich selbst zu verdanken. Es besteht ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen Dankbarkeit und Leben, oder Undankbarkeit und Hoffnungslosigkeit. Die Härten des Lebens werden ohne die Dankbarkeit unerträglich. Wir geben dann dem Heil Gottes keine Chance, dass Leben genesen kann. Wir gehören Gott ganz, darin liegt genesen. Wo wir uns dem Handeln Christi entziehen und nach seinen Wundern einfach davonlaufen, brauchen wir uns nicht wundern, wenn sich im Leben keine Auferstehung mehr ereignet. Wo der Dank ausbleibt, gehen die Lichter aus.
In der Dankbarkeit wird der Glaube immer neu geboren und wird lebendig machen.

Wenn wir gesund werden, laufen wir zu Christus zurück, oder einfach weiter?

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Wir sind für Wunder geschaffen

Es sind die Gotteswunder, die die Menschen auf einen Punkt konzentrieren.
„Die er aus den Ländern zusammengebracht hat von Osten und Westen, von Norden und Süden: Die sollen dem Herrn danken für seine Güte und für seine Wunder, die er an Menschenkindern tut.“

Ps. 107, 3.8
Das Zentrum der Gottesoffenbarung liegt im Kreuz. Aus allen Himmelsrichtungen führt Gott die Menschen auf den Kernpunkt seiner Güte zusammen. Der Sitz der Fülle Gottes, von dem alles Heil und alle Wunder an den Menschen ausgeht, konzentriert sich auf Jesus Christus. Er ist der Mittelpunkt Gottes. Das ist der Kreuzungspunkt, all dessen was lebt.  Aus ihm entfaltet sich alles was Gott hat und ist. An dieser einen Schnittstelle versöhnt Gott die Menschen mit sich. Es ist das Zentrum des Friedens zwischen Himmel und Erde. Auf diesen Punkt führt Gott alles zusammen. Es ist der Mittelpunkt von Gottes Vollmacht. In Christus öffnet sich für die Menschen die ganze Fülle der Welt Gottes. 
An Christus offenbart sich für die Menschen das Außergewöhnliche Gottes. Da wird Leben zum Wunder, weil Gotteshandlungen im Menschlichen geschehen. In Christus steht dem Menschen die ganze Fülle Gottes zur Verfügung. Der Glaubende steht in dem Reichtum von Liebe und Kraft, von dem sich selbst und Gott erkennen. Er steht damit in dem Vermächtnis, das Tod und Nacht überwunden ist. Das Gute ist, dass in Christus der Mensch gottdurchlässig wird. Wo der Mensch auf Christus konzentriert wird, lebt in ihm diese Fülle und dieses Wunder. Dem Glaubenden ist viel mehr in die Hände gelegt, als er überhaupt wahrnimmt und ausschöpft. 
Warum sehen wir so sehr auf unsere Mängel, auf all das was das Leben schwer macht? Warum hört unser Glaube dort auf, wo unsere Möglichkeiten am Ende sind? Was Gott auf diesen Kreuzpunkt zusammengebracht hat, hat Kräfte, die nicht in uns liegen. Wir können aus der Fülle schöpfen und müssen das einfach nur tun. Diese Schnittstelle ist für belastete Menschen gemacht, dass sie nicht unter Lasten zerbrechen. 
Wo verwandelt sich unser Jammer in Dankbarkeit, über die Wunder die an uns und durch uns geschehen?

Ewiges überlagert zeitliches 

was wirklich groß ist, kann nur der ermessen, der das Kleine kennt.
„Wie groß sind Gottes Zeichen und wie mächtig seine Wunder!  Sein Reich ist ein ewiges Reich, und seine Herrschaft währet für und für.“

Dan. 3, 33
Daniel staunt über den Unterschied. Wie total anders ist die Welt Gottes, zu der des Menschen. Darin liegen grasse Gegensätze. Die großen Zeichen der Menschen können oft nur Schrecken. Die Wunder liegen oft darin, dass wir uns über unsere Ohnmacht wundern. Das Reich, in dem wir leben zerfällt Stück um Stück. Nichts ist beständig; bei allem was wir erreichen können steht am Ende der Tod. Menschsein ist in der Tiefe ein hoffnungsloser Fall. Dieser Welt, diesem Reich, steht ein ganz anderes Reich gegenüber. Eine Welt, die wir so nicht kennen und wahrnehmen, weil wir alles anders erleben. Der natürliche Mensch hat keinen Zugang und findet keine Beziehung zu dieser anderen Welt.
Dahinein lässt einzig Gott schauen. Durch Christus verbindet er diese beiden Welten. In Christus erkennen wir diese Gegenwelt Gottes, die nichts mit der unseren zu tun hat. Christus erschließt uns das Gegenteil unserer erfahrbaren Welt. Wir erleben in ihm den unfassbaren Gott. Er gewährt uns den Blick hinter die Kulissen. Wir sehen nicht mehr nur das in sich zusammenfallende Kartenhaus, wir sehen ins Paradies. Da ist Herrlichkeit, da ist ewig Bleibendes, da ist die Welt Gottes, in der andere Naturgesetze gelten. Diese Welt steht in Christus offen. Durch Christus findet eine Überlagerung von dieser Welt über unserer Welt statt. Wir kennen das aus der Schwingungstheorie. Schädliche Digitale Strahlen können von organischen Sinuswellen überlagert werden und dadurch unschädlich gemacht werden.
Wo dieses Reich Macht gewinnt, brauchen wir die Gesetze unserer Welt nicht mehr zu fürchten. Denn wir leben in aller Schwachheit unter diesen anderen Naturgesetzen. Es kommt nicht auf das an, was wir sind, haben und leisten, sondern Gott leistet alles. Er hat die Macht übernommen. In alles Zeitliche kommt das Ewige. Auch eine kleine Gemeinde braucht sich nicht über ihren Schwund zu grämen, weil Gott der Handelnde ist. Die Kleinen, Schwachen und Ohnmächtigen, werden die Wunder Gottes erleben.
Wie kommen wir zu der Auffassung, dass wir irgendwie zu diesem anderen Reich beitragen können, wenn Gott darin alles schafft?

Glaube ist wie Sterntaler 

dass ein Leben zum Wunder wird, liegt nicht in unserer Hand.
„Ich will auch fernerhin mit diesem Volke wunderbar verfahren, wunderbar und wundersam, und die Weisheit seiner Weisen wird zunichte werden.“

Jes. 29, 14
Wunder geschehen dort, wo es nach unserem Verstehen nicht mit rechten Dingen zugeht. Wie kann ein Volk, wie Israel, nach so viel Krieg, Zerstörung, Vertreibung und Auseinandersetzung immer wieder auf die Beine kommen? Wo Menschen so viel Leid erfahren, sind sie in der Regel so draumatisiert, dass ihnen das ein Leben lang nachschleicht und sie psychische Schäden davontragen. Wie können Menschen nach den Bombennächten von Dresden im zweiten Weltkrieg, wieder eine solch kulturträchtige Stadt aufbauen? 
Wenn Gott will, bleibt kein Mensch in der Asche liegen. Gott will zukünftig wunderbar verfahren, das ist eine Hammer-Aussage. Über dem Scherbenhaufen von Menschen sollen sich Wunder ereignen. Das was eigentlich gewaltsam zu Tode gebracht wurde, soll zu blühen beginnen. Über allem Chaos steht ein „dennoch“. Wo die Lebensweisheit und die Lebensgeister am Ende sind und keine Chance mehr sehen, lacht sich Gott ins Fäustchen und sagt: „jetzt erst recht!“  
Der Glaube fasst dieses Wunder. Das ist weit mehr als eine psychologische Hoffnungsspritze. Das Wunder ist Gottes Lebensart. Im Leben liegt ein stilles Geheimnis, das der Glaube zum Blühen bringt. Der Glaube erkennt das Wunder des neuen Morgens, mitten in der dunkelsten Nacht. Wo Gott wunderbar in die Geschicke eingreift, wird die Schutthalde zum nährstoffreichen Humus. Da sind gerade die widrigen Umstände, der Dünger für Gottes extravagante Kapriolen. Gegen das Wunder ist kein Kraut gewachsen. Das Wunder hat die Durchsetzungskraft eines Sonnenblumenkernes, der die Asphaltdecke sprengt. Der Glaube ist wie Sterntaler, die ihren Schurz aufhält und damit die wundersamen Sterne einfängt.
Sind unsere beschwerlichen Tage Krisen oder Wunder geprägt? 

Berührungen wollen verwandeln 

Berührungen müssen durch und durch gehen.
„Hiskia wurde todkrank; und er betete zum Herrn. Der redete mit ihm und gab ihm ein Wunderzeichen. Aber Hiskia vergalt nicht nach dem, was ihm geschehen war; denn sein Herz überhob sich.“

2. Chr. 32, 24-25
Krieg ist schrecklich. Manch einer hat von den Geschichten gehört, die Frontkämpfer bei ihrer Rückkehr erzählten. Mehrfach hörte man dabei von den Versprechen in den Schützengräben. Wo die Fetzen geflogen sind, das Leben unter Todesbedrohung stand, sagte sich manch einer: wenn ich das lebend überstehe, gehört mein Leben Gott. Die Not treibt zu Gott, und danach? Was wurde aus diesen Versprechen, als der Druck weg war?
Viele baten Gott um Heilung. Der König Hiskia war einer davon. Gott berührte und tat seine Wunder. Da konnten blinde Augen wieder sehen, lahme Beine bekamen einen festen Halt, und psychische Störungen erlebten Befreiung. Für Gott war es ein Kleines, diese organischen Störungen wieder in Ordnung zu bringen. Doch viele machten danach im alten Stiefel weiter. Hiskia wurde sogar überheblich. Wir lassen uns das Gute gefallen, aber weitere Veränderungen darf es nicht geben.
Gott will viel mehr. Er will nicht nur vom Krebs befreien, er will nicht nur gesunde Beine, er will gesunde Herzen. Wo Gott berührt, soll der ganze Mensch berührt werden. Gott denkt ganzheitlich. Sein Heil ist nicht nur für ein krankes Symtom gedacht, sondern für seine Beziehung zum Menschen. Gott will nicht ein bisschen heilen, er will ganz in Ordnung bringen. Sein Heilen setzt tiefer an. Sein Erbarmen ist keine Lokal-, sondern eine Totalberührung.
Was von ihm berührt wurde fließt weiter und berührt andere. Heilung hat auch immer Verkündigungscharakter. Es bleibt nicht bei der Freude über gesunde Beine, sondern wird zum Gotteslob. Dann kann der Schützengraben zum Taufbecken für die Ganzhingabe in der Nachfolge werden.
Lassen wir das Gute an uns nur gefallen, oder ziehen die erfahrenen Berührungen ihre Kreise?

Sich wundern ist stille Verehrung 

die Dinge um Gott sind für Menschen immer ein paar Schuhnummern zu groß.
„Gott tut große Dinge, die nicht zu erforschen, und Wunder, die nicht zu zählen sind.“

Hiob 9, 10
Wir sprechen oft von Naturgewalten, wenn wie diesen Sommer, 130 l Regen in 2 Stunden auf den Quadratmeter fallen. Wenn kleine Rinnsale zu Strömen werden, die wie bei uns Festhalle und Kindergarten überflluten und eine Gemeinde monatelang mit Aufräumarbeiten und Wiederherstellung in Atem halten. Naturgewalten sind Kräfte, die unsere Erfahrungen und unser Denken übersteigen. Wir wundern uns, dass wir bei aller Machbarkeit, doch nicht alles im Griff haben. Wir wundern uns über das Große. Wir sind erstaunt über die Handlungen eines noch Größeren als wir.
Vieles im Leben ist unbegreiflich, über das wir nur staunen können. Nicht nur die Schrecken, über die wir uns wundern, sondern das ganze Leben ist ein Wunder. Was steckt dahinter, wenn es nicht zur Überschwemmung kommt? Was, wenn über allem Chaos jeden morgen die Sonne wieder aufgeht? Das sich die Erde genau im richtigen Winkel zu Sonne dreht, ist doch nicht der Verdienst von Klimakonferenzen. Wenn wir unseren Körper betrachten; ist es nicht ein Wunder, welche Selbstheilungskräfte bei der kleinsten Verletzung in Bewegung kommen? Normalerweise ist das kaputt, was zerstört wurde; im Menschen vollzieht sich Heilung.
Gott ist viel größer, umfassender und direkter als wir uns je ausmalen können. Wir sind in Wunder und Güte eingehüllt. Da ist eine Kraft, die unendlich liebt. Eine Macht, die uns zittern lässt vor so viel Zuneigung und Wohlwollen. Der Glaubende entdeckt die Wunder. Er erkennt in seinem eigenen Pulsschlag und in allen kosmischen Vollzügen, die Güte die uns einholen will, in die gewaltige Einbettung eines Schöpfers. Diese Wunder lassen Ehrfurcht und Dankbarkeit wachsen. Hier stehen wir anbetend still, wie vor einem Futtertrog, aus dem das Heil der Welt kommt.
Treiben uns die Unfassbarkeiten des Lebens noch in die Anbetung?

Wenn Blätter tanzen 

wir sind von mehr Gott umgeben als wir sehen.
„Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel und die Erde und alles, was darinnen ist, das ist des Herrn, deines Gottes.“

5. Mose 10, 14
Siehe ist ein Zauberwort. In siehe steckt ein aufmerksames Wahrnehmen. Wer geziellt sieht, erkennt mehr Realität. Wer Leben bewusst wahrnimmt, stolpert nur noch über Wunder. Dem tut sich das Geheimnis hinter den Dingen auf. Den fasziniert ein schlichter Baum, der gerade die letzten farbigen Blätter tanzend von sich gibt. Wer sieht, erkennt an seinem eigenen Körper ein Wunderwerk der Schöpfung. Haarklein sind grandiose Abläufe im Organismus gesteuert. Wo wir über uns hinaussehen, entdecken wir einen Kosmos der Unendlichkeit. Vom Allerkleinsten, bis zur Unfassbarkeit des Lebens, sind wir mit einem Schöpfer konfrontiert, der alles menschliche Dassein übersteigt. Wo wir sehen lernen, erkennen wir Gott wo wir gehen und stehen. Alles was uns umgibt, in allem, in dem wir uns bewegen können wir Gott begegnen. Gott ist in uns, bei uns, um uns, über uns, überall. Für jemand der sehen lernt, gibt es keine Gottesferne.
Gott suchen hängt zutiefst mit dem „siehe“ zusammen. Gott erkennen ist eine Frage der Aufmerksamkeit. Wie feinfühlig sind wir, um seine Nähe in allem wahrzunehmen? Gott ist global. Gott hat einen universalen Geichzeitigkeitsfaktor. Es gibt keinen Raum in dem er nicht ist. Im schrecklichsten Ereignis können wir ihn sehen. Gottesferne ist immer ein Sehverlust. Wer sehen lernt, erkennt im Unglück das Heil.
Was nehmen wir an unserem Nächsten und von unserer Umgebung wahr und wohin führt uns das?

Lichtglanz will die Welt umarmen

wer von ewigen Dingen berührt ist, kann nicht schweigen.

„Tut kund seine Herrlichkeit unter den Nationen, unter allen Völkern seine Wunder. “
Ps. 96, 3

Gottes Spuren lassen sich nicht verwischen. Wo Gott sich offenbart, ist das nicht fürs Schatzkämmerchen gedacht, nicht für den Privatverbrauch. Wenn Gott Menschen berührt, muss das zwangsläufig Wellen schlagen. Wo Herrlichkeit auftrifft, gehen noch größere Alianz-Arena Scheinwerfer an. Die Wunder die er bewirkt, geschehen zwar lokal, sind aber global. Alle Handlungen Gottes treten aus dem Schattendasein heraus. Was ihn erfährt, was durch ihn angerührt wird schlägt Wellen. Die Wucht dieser ewigen Macht, bringt alles außer Rand und Band.

Ein von der Herrlichkeit erfasster Mensch, kann nicht mehr den Mund halten. Soviel erfahrenes Licht, lässt sich nicht verstecken. Wer Gott begegnet wird zu einem mitreißenden Werbeberater. Er kann das Erlebte nicht für sich behalten, er schäumt über. Das Wunder an uns hat das Potenzial die ganze Welt zu umarmen. Heilserfahrung drängt zu allen Menschen. Wir sind voll auf Expansionskurs. Glauben ist nicht für dich, sondern für alle anderen.
Glaubende sind Multiplikatoren von dem Lichtglanz Gottes.

Ist Gottes Feuer in uns so groß, dass wir nicht mehr die Klappe halten können und wir Herrlichkeit in die ganze Welt verströmen?