Wo Lippen heilen

Mit guten Worten legen wir edlen Samen in die Erde, der Blühen schafft und das Leben ernährt.

„Herr, behüte meinen Mund und bewahre meine Lippen!“
Ps. 141, 3

Mit Worten wird Gedeih und Verderben in die Welt gepflanzt. Wo unser Mund und Lippen zum Gebet gemacht wird, das vor Entgleisungen bewahren soll, ist Deutschland in Not. Worte haben Macht; und wo sie nicht aus dem einen lebensschaffenden Wort kommen, werden sie zu gefährlichen Werkzeugen. Wo jemand Gott darum bittet, dass er seinen Mund behüte, ist er sich seiner unheilstiftenden Gefahr bewusst. Er sucht höchsten Beistand für unkontrollierte Lippen. Er erkennt an sich eine verletzende Waffe, die er aus sich selbst heraus nicht im Griff hat. Er weiß darum, dass seine Worte einen Flächenbrand auslösen können. Sie haben den Zündstoff für Revolution und Unfrieden. Da sind Worte, die Krebsgeschwüre auslösen, und vielleicht unheilbar sind. Sie streuen Unsegen über das Land, die das Miteinander mit Unkraut zuwuchern. Eine frühere Mitarbeiterin im Blumenhaus sagte einmal über ihre Ehe: Keiner von uns will Streit, doch ein Wort ergibt das andere. Worte brauchen Bewahrung. Sie brauchen einen heiligen Schutz. Sie brauchen einen, der auf der Hut ist, was von diesen Lippen ausgeht.

Der Beter sieht diese Umbergung bei dem Herrn des Wortes. Bei Gott finden wir die Schaffenskraft des Wortes. Aus seinem Wort wurde Schöpfung. Am Anfang war das Wort, und das Wort ward das Licht der Menschen. Durch dieses Wort wohnt Christus unter uns. Dieses Wort verbindet das Kranke und weckt das Tote zum Leben. Diese Macht hat das Wort, wo es ein lebendiges Wort ist, das aus Gott kommt. Du hast Worte ewigen Lebens, bekennen die Jünger. Der Auftrag von Worten ist zu heilen und lebendig zu machen. Das geschieht nur in der Einbettung in das Wort. Wo unsere Worte aufbauen sollen, guten Samen in den anderen legen sollen, müssen es geheiligte, bewahrte und behütete Worte sein. Unsere Lippen brauchen ein starkes Korrektiv. Was aus unserem Mund kommt, müssen verwandelte Worte sein.

Wenn wir uns einmal bewusst machen, was wir einen ganzen Tag lang so reden, wird uns auffallen, von welchem Geist unsere Worte beseelt sind. Viele Worte geschehen gedankenlos, sie verletzen, setzen andere herab, lösen Konflikte aus. Was ist der Grund für manche Worte? Wollen sie nur meinem Ärger Luft verschaffen? Wollen sie klar stellen, wie übel sich der andere mir gegenüber verhält? Haben sie viel mehr die Absicht mich in ein besseres Licht zu stellen? Da ist so viel Ton, aber so wenig Wort. Wenn wir uns überlegen, wem dient das, was ich hier sage, erkennen wir viel Selbstzweck. Wenn ich Unschönes über andere weitergebe, bin ich da an einer Konfliktlösung interessiert, oder will ich mich nur interessant machen? An den vielen kleinen, alltäglichen Dingen sehen wir, wie notwendig geheiligte Worte sind. Nur aus behüteten Lippen können heilende und lebendige Worte kommen.

Welchen Samen streuen wir mit unseren Worten auf das Land?

Auslegungen für jeden Tag
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Bitterschokolade mit Chili

06.05.18 Kol. 4, 2-6 (Luther 2017)

 

Wie reden Menschen miteinander? – aneinander vorbei! sagt Kurt Tucholsky. Manche Beziehungen sind einzigartige Friedhöfe verunglückter Worte. Aus dem täglichen Miteinander wissen wir, wie schnell Türen zugehen und Worte nicht ankommen. Wo die Verständigung in der Partnerschaft nicht mehr funktioniert, müssen Berater und Therapeuten her. Kommunikationswissenschaftler sagen, wenn ein Wort von mir zum anderen kommen soll muss es mehrere Türen passieren. Wehe, wenn die Türe zur falschen Seite geöffnet wird, ist das Gespräch bereits beendet. Von der Botschaft, die ich vermitteln möchte kommt nichts an.

Wenn Gott mit Menschen spricht gibt es ebenfalls jede Menge verschlossene Türen, die aufgehen müssen. Paulus öffnet uns heute Türen für den Umgang mit dem Wort.

  1. Geniale Botschaft

…auf dass Gott uns eine Tür für das Wort auftue und wir vom Geheimnis Christi reden können,

Ziel aller christlichen Verkündigung ist, dass das Geheimnis Christi bei den Menschen ankommt. Darin liegen die besten Worte, die Menschen je gehört haben. Da sind Worte mit höchster Brisanz. Das Geheimnis Christi will Leben schaffen, mitten in allem, was Leben beschwert und belastet. Es ist das einzige Geheimnis, das sich nicht mit Sterben und Tod abfindet. Es öffnet Türen zur anderen Seite des Lebens. In dem Geheimnis Christi gehen Türen zu Gott und den Menschen untereinander auf. Im Geheimnis Christi, hat sich Gottes Wort durch die verunglückten Worte dieser Welt hindurch gelitten. Gott kämpft gegen verschlossene Türen, kämpft gegen die Sprachlosigkeit der Menschen, kämpft um den Durchbruch seines Wortes. In dem Geheimnis Christi, will der leidenschaftliche Gott, um alles in der Welt mit Menschen kommunizieren. Das Geheimnis Christi ist die Krippe, die Gott in das Chaos der unfriedlichen Worte stellt. Es ist das Geheimnis wie Passion zur Auferstehung wird. Im Geheimnis Christi, geschieht Glück im Unglück. Es sprengt die Gefängnismauen von Paulus und Silas, wie wir das schon vergangenen Sonntag hörten.

Für diese geniale Botschaft, ist jedoch die Welt mit Bretter vernagelt und mit Gittertüren verschlossen.

  1. Versperrte Türen

…dass Gott uns eine Tür für das Wort auftue und wir vom Geheimnis Christi reden können, um dessentwillen ich auch in Fesseln bin… 

Paulus erlebt am eigenen Leib, die Folgen von verunglückter Kommunikation. Bei seiner Verkündigung sind Worte nicht nur überhört worden, sondern Eisentüren zugegangen. Die Ablehnung hat sich in Fesseln manifestiert. Er wird zum erschreckenden Abbild, wenn die geniale Botschaft nicht ankommt. Wenn Gott will, jedoch der Mensch nicht, dann fallen Türen ins Schloss. Menschen tendieren dazu machen dicht, wenn Gott redet. Wo die verwandelnde Kraft des Wortes sich nicht auswirkt, nicht zu sehen und zu spüren ist, sind die Türen verrammelt. Das Unheil der Welt offenbart verschlossene Türen für das Heil. Unglückliches Leben steht in unmittelbarem Zusammenhang mit verunglückter Kommunikation.

Es sind nicht nur die Ungläubigen die das Wort fesseln und außer Kraft setzen wollen. Das fängt bei uns Glaubenden an. Adam, der Mensch an sich hat ein Problem auf Gott zu hören. Da wird diskutiert, da wird gefeilscht, überhört und ignoriert. Hunderttausend Ausreden werden aufgeführt, weshalb dieses Wort jetzt für mich nicht gilt. Das nicht auf Gott eingehen, fesselt das Wort und setzt seinen Anspruch außer Kraft. Wo Türen zuschlagen, fehlen die heilenden Worte und Unfrieden und Unkraut kommt in das Miteinander. Ohne das Wort ist das Leben gestört. Wo sich der Mensch dem Wort verschließt, macht er sich selbst zu einem Gefangenen.

Wer das Geheimnis Christi zu den Menschen bringen will, muss also lernen wie Türen aufgehen.

  1. Richtig geöffnet

Seid beharrlich im Gebet. Verhaltet euch weise gegenüber denen, die draußen sind, und kauft die Zeit aus. Eure Rede sei allezeit wohlklingend und mit Salz gewürzt, dass ihr wisst, wie ihr einem jeden antworten sollt.

Paulus brennt für die Verkündigung. Selbst mitten in der Ablehnung macht er Kommunikationstraining für das Wort. Er macht einen Tür-Öffnen-Lehrgang für das Evangelium. Rechts oder links, drücken oder ziehen.

  • Die erste Türe, durch die das Wort durchmuss, ist das Gebet. Beten ist die Voraussetzung aller Verkündigung. Im Beten wird der Mensch mit Gott eins. Damit zeigt der Glaubende, dass das Wort bei ihm angekommen ist. Durch das Gebet werden Menschenworte zu Gottesworten. Hier redet nicht ein Mensch von oder über Gott, sondern Gott selbst zu den Menschen. Das Gebet macht dem Platz, der reden will. Ohne das Gebet kann sich das Geheimnis Christi nicht offenbaren, weil es ein sich selbst offenbarendes Geheimnis ist. Nicht kraft meiner Überzeugung geschieht Gotteserkenntnis und Selbsterkenntnis, sondern der Geist offenbart, dass wir Gottes Kinder sind. Die erste Türe zur Erkenntnis macht Gott selbst auf. Erkenntnis Gottes, ist keine Überzeugungsarbeit, sondern sie muss erbeten werden. Diese Ausschließlichkeit des Betens steht vor der ersten Türe.
  • Die nächste Türe heißt Weisheit. Sie ist eine Gabe des Geistes. Im Geiste Jesu gehen Türen auf. Worte von Gott sind konsequent christusgeprägt. Für das Geheimnis Christi sind keine menschlichen Weisheiten gefragt. Wo ich Gesetz und Moral verkündige, kann sich kein befreiender Geist ausbreiten. Wie viele Menschen werden vom Glauben abgeschreckt, wo die Frömmigkeit runterfrustet und nicht zu einem aufbauenden Dasein erhebt. Wie lange hat die Kirche Gericht und Hölle gepredigt und damit die Menschen in Angst und Schrecken versetzt. Das Geheimnis Christi verkündet: nicht Strafe muss sein, sondern Liebe muss sein. Mit der Weisheit des Geistes und der bedingungslosen Liebe zu Menschen gehen Türen auf.
  • Viele Türen bleiben zu, wenn man den Kairos verschläft. Es gibt ausgesprochene Gottesstunden, und heilige Momente, indem genau der richtige Augenblick, für das richtige Wort ist. Wer diesen Moment versäumt, verpasst eine vorbereitete Gelegenheit, die es so vielleicht nie mehr geben wird. Wer mit dem Wort unterwegs ist, muss hellwach sein und seine Augen und Ohren überall haben. Kauft die Zeit aus, ruft zur Verantwortung. Das ist eine Lauerstellung für das Wort. Welches Medium kann ich wie einsetzten, um offene Türen zu durchschreiten. Auskaufen, sind neue Wege suchen, den Menschen dort begegnen wo sie sind. Die Zeit auskaufen zeigt eine hohe innere Wendigkeit, sich auf den Kairos einzustellen, um offene Türen zu nutzen. Oft merken wir erst hinterher, hier wäre eine gute Gelegenheit gewesen für das richtige Wort.
  • Eine Türe für das Wort hat auch noch eine ganz menschliche Seite. Es erfordert Echtheit oder ein überzeugendes Leben. Dass Türen aufgehen braucht es zum Gebet, zur Weisheit des Geistes und zum Erkennen des richtigen Augenblicks, noch etwas Schmackhaftes. Gottes Wort soll Biss haben, in den Ohren klingen, auf der Zunge bitzeln und seine Andersartigkeit darstellen. Es soll wie Bitterschokolade mit Chili sein. Eine nicht zu unterschätzende Türe ist das nachspüren wie die Menschen ticken, wo sie stehen, und wie wir sie abholen können. Luthers Grundsatz war: Schau´ den Leuten auf´s Maul. Schau´ wie sie whatsappen. Spreche keine Fremdsprache, sondern so, wie es der einfache Mann auf der Straße versteht. Bleibe glaubwürdig und sei selbst das Feuer, das das Wort auslöst. Verschließe keine Türen, indem dein Mund anders predigt als dein Leben.

Wir haben alle bei Paulus jede Menge zu lernen. Wir sind für das größte Geheimnis unterwegs. Reißen wir mit Beten und einem wachen Geist Türen auf! Öffnen wir mit einem geheiligten Leben und mit feurigen Worten verschlossene Herzen.

Was wir betrachten, werden wir

Mit guten Worten kann man andere auf Händen tragen.

„Betrachte das Buch des Gesetzes Tag und Nacht, dass du es hältst und tust in allen Dingen.“
Jos. 1, 8

Das Buch des Gesetzes ist keine Schablone und kein Katalog, nach dem ein frommen Leben abgearbeitet wird. Wenn Jesus vom Gesetz spricht, redet er von sich als die Erfüllung des Gesetzes. Diese Erfüllung ist die vollkommene Liebe. Das Gesetz sind die befreienden Worte der Gottesliebe. Darin liegt Aufbruchstimmung, liegen heilende Kräfte. Wer sich guten Worten aussetzt wird geformt und verändert. Wo zwei Menschen sich die Worte, ich hab dich lieb, zusprechen, findet eine Annäherung, ein zusammenschweißen statt. Da haben ein paar kleine Worte eine starke verbindende Kraft. Während die Worte, ich mag dich nicht, einen Kälteschock auslösen. Worte lösen Reaktionen aus. Worte bauen auf und zerstören. Wo sich ein Mensch Tag und Nacht dem Gotteswort aussetzt, geschieht an ihm etwas. Wo wir andauernd dem, Ich liebe dich, ich tröste dich, ich heile dich, ich vergebe dir, ich erneuere dich begegnen, wird Gottes Güte in uns einmassiert. Da gehen Worte durch und durch, die jede unserer Zellen berührt und alle Bewegungen durchdringen. Geliebte gehen anders, sie stehen anders, sie kommunizieren anders. Je stärker dieses Betrachten ist, umso mehr werden wir von diesem Wort geformt. Da findet ein Bearbeitungsprozess zum Guten statt. Geliebt zu werden, entspannt zum Lieben. Da werden alle Sensoren auf lebendig und erfüllt gestellt. Da sind wir gehalten und können halten. Da spüren wir von innen heraus, was es heißt ein neuer Mensch zu sein. Betrachte das Wort so viel du kannst und du wirst dich nicht wiedererkennen, über dem, was da an dir geschieht. In diesem Betrachten wächst Glauben und Vertrauen. In diesem Betrachten, werde ich bereit, vom Wort bearbeitet zu werden. Dieses tägliche Betrachten, dieses intensive Auseinandersetzen mit dem Wort, trägt mich selbst durch Spannungen und Zukunftsängste, wo eigentlich die Situation auf Verzweifeln angelegt ist.

Wenn wir anschauen, welche Worte wir tagtäglich hören, lesen, anschauen und in uns aufnehmen, brauchen wir uns über unsere Kraftlosigkeit nicht zu wundern. Die Zeitung beim Frühstück serviert uns den Krieg von Türkei uns Syrien oder zwei große Parteien, die nicht zu Topfe kommen, um eine Regierung zustande zu bringen. Wo wir diese Worte betrachten, ist uns die Freude schon am Anfang des Tages versaut. Das was wir in uns eindringen lassen zermürbt uns, oder baut uns auf. Wo wir die Lehre der Liebe lernen, werden wir anders und wird unser Tag anders. Wir brauchen das Wort, ich liebe dich, nicht nur einmal am Anfang hören, wir brauchen es ständig neu. Sich dauerhaft dem Wort ausliefern, trägt uns auf Händen und schafft etwas Neues in uns.

Was kann uns erschüttern, wenn wir in der Macht der Liebe ruhen?

Hörende haben kraftvolle Worte

Es gibt Worte, die die Kraft haben, die ganze Welt zu bewegen.

„Der Herr war mit Samuel und lies keines von allen seinen Worten zur Erde fallen.“1. Sam 3, 19

Samuel, ein junger Prophet, bewegte sehr viel in den damals politischen Spannungen des Volkes Israel. Was Samuels Worte so schlagkräftig machte, war, dass der Herr mit ihm war. Wo sich Gott hinter einen Menschen stellt, machen Worte Geschichte. Die Voraussetzung dazu war, dass Samuel schon in jungen Jahren auf die Worte Gottes hörte. Sehr feinfühlig reagierte er auf die Stimme, die zu ihm sprach. Dieses Hören und auf das Reden Gottes eingehen, machte ihn zum Sprachrohr. Im Hören auf das Wort, bekamen seine Worte Gewicht. Er wurde damit selbst zu O-Ton Gottes. Mit dem was er sagte, begann Gott zu handeln und Geschichte zu schreiben. Seine Worte wurden zu Gottes Worten. Darin äußert sich die Vollmacht eines Verkündigers, dass seine Worte von einem höheren Geist geprägt und durchdrungen sind. Wo sich der Mensch Gott hingibt, bekommen seine Worte eine durchschlagende Kraft, die nicht unter seiner Kontrolle liegen. Da können wir die Geschichte von Paulus durch Kleinasien und Europa verfolgen. Das wurde uns im vergangenen Jahr oft eindrücklich im Reformationsjubiläum vor Augen gestellt. Da hat ein kleiner Mönch eine Kirchenrevolution ausgelöst, was viel Erneuerung und auch Trennendes mit sich gebracht hat. Doch auch heute sind es Männer, die vom diesem Geist des handelnden Wortes durchdrungen sind, die gegen diese Trennung der beiden Großkirchen angehen. Bei dem ökumenischen Gedanken sprachen die Bischöfe Marx und Bedford-Strohm große Worte. Das verbindende Element in der Kirche, sind nicht all die Bemühungen gutmeinender Menschen, sondern Christus selbst. Wo Christus die Mitte ist, wird die Kirche eins. Karl Barth sagte: nur die Predigt des Wortes Gottes ist Gottes Wort. Überall wo Menschen sich auf das Wort einlassen, ist Gott mit ihnen, und werden ihre Worte zu einer Macht, die Welten bewegt.

Das sind dann Worte die aufrichten und trösten. Es sind Worte, die klare Wege in die Zukunft aufzeigen. Es sind Worte, die konfrontieren und vom Übel befreien. Die Zielrichtung dieser Worte ist immer, sich auf den handelnden Gott einzulassen. Große Worte führen in die Gottesgegenwart. Es sind immer die Worte eines Hörenden. Bei solch einer Haltung der Glaubenden, ist Gott mit uns und bekommen unsere Worte Gewicht.

Sind wir so offen für das Wort, dass dadurch unsere Worte Kraft haben, Glauben zu wecken?

Worte, die nie vergehen 

In allem Redeschwall unserer Tage, gibt es noch Worte, die die Welt verändern. 
„Ich will rühmen Gottes Wort. Ich will rühmen des Herrn Wort.“

Ps. 56, 11
Das Wort Gottes müsste eigentlich eine Auszeichnung bekommen, für die bestgehaltene Rede aller Zeiten. Es hat solch eine emotionale Kraft, dass es über Jahrtausende Menschen berührte und zu außergewöhnlichen Taten bewegte. Aus diesem Wort haben die vom Leben erschlagenen neuen Lebensmut bekommen. Dieses Wort entlastete die Belasteten. Dieses Wort bewirkte Kurskorrekturen und stellte ganze Lebensplanungen auf den Kopf. Es animierte zu den großartigsten Leistungen in der Baukunst und in der Fürsorge für Menschen. Dieses Wort brach Herzen auf und machte zur einer Liebe fähig, die menschliche Grenzen übersteigt. 
Nirgendwo in der Geschichte der bedeutendsten Reden großer Menschen, konnten Worte solch eine dauerhafte Dynamik entwickeln. Und es gab wahrlich bewegende, unvergessliche Reden, wie die von Martin Luther King: Ich habe einen Traum, oder die Antrittsrede von Nelson Mandela zum Präsidenten. Auch J.F. Kennedy gab den vom Kommunismus beherrschten Deutschen in Ost und West viel Kraft, mit seinem berühmten Satz: Ich bin ein Berliner. Doch im Wort Gottes steckt noch eine zusätzliche Qualität, die kein Mensch vermitteln kann. Es sind Worte, die den Menschen über sich hinausheben. Das sind keine normalen, guten Worte, es ist ein Ereignis. In diesem Wort wird der Mensch von Christus erfasst. Darin wirkt die ganze Energie des Schöpfers. Es ist ein permanenter Lebendig Macher. Darin feiert die Auferstehung ihren Triumph über das Sterbende. Im Wort wird der Mensch von Herrlichkeit geküsst.
Das Wort löst Anbetung aus, gerade am Sonntag, an dem wir ihm besonderen Raum einräumen. Es will die vielen Worte, die auf uns herunterprasseln durchdringen und Beständigkeit hineinbringen. Was auch die Worte um uns herum täglich aufmalen, wo sie uns in der Werbung zum Kaufen bewegen wollen, brauchen wir umso stärker dieses eine Wort, das uns wirklich Leben gibt. Verehren wir dieses Wort. Wertschätzen wir es. Lassen wir uns vom ihm antreiben und in die Anbetung führen.
Geben wir dem Wort so viel Raum in uns, dass alles was uns ausmacht zur Anbetung wird?   

   

Gott segne euch an diesem Sonntag. 

Eine Treue, die in Atem hält

es ist ein Fest, wenn auf Worte Verlass ist.
„Des Herrn Wort ist wahrhaftig, und was er zusagt, das hält er gewiss..“

Ps. 33, 4
Es geht um eine ganz besondere Qualität von Worten. Gottes Wort ragt aus allen Worten heraus. Es hat ein Alleinstellungsmerkmal. Wo Menschenworte oft flüchtig daherkommen und Ausdruck von unsteten Gestalten sind, ist Gottes Wort eine Institution. Worte veraten einen Menschen. Sie zeigen die Person hintern den Worten. Sie offenbaren eine ganze Welt; eine sehr zerbrechliche Welt.
Wort Gottes offenbart eine ganz andere Welt. Den Status quo des Lebens. Wahrhaftig ist eine reale Wirklichkeit, die zu allen Zeiten steht und gilt. In diesem Wort kommt eine verbindliche Festigkeit auf uns zu; eine Treue, die wie gemeißelt da steht. In diesem Wort manifestiert sich der Schöpfer in seiner Schöpfung. Seine Ordnungen, sein Recht und Gesetz, sind das Lebenselixier der Menschen. Im Wort verpflichtet sich Gott auf alles was lebt. Er verschweißt seine Lebenskraft mit einer vergänglichen Welt. Seine Treue hält die Welt in Atem. Wo Gott sein Wort abziehen würde, würde die Menschheit wie ein Kartenhaus zusammenfallen. 
Dieses Wort ist der Lebensnerv allen Geschaffenen. Jesus Christus ist das lebendig gewordene Wort, das Siegel der Treue Gottes zu den Menschen. In Christus trifft der Lebensnerv die Kreatur. Durch Christus kommen in unsere vergänglichen Worte, Gottes Verbindlichkeit. Da kommt Festigkeit in alles jämmerliche Dasein. Christus ist der ständige Gegenpol zu allen Worten, die sich in Schall und Rauch auflösen. 
Wie stark sind unsere Tage von diesem unverrückbaren Wort gefestigt?

Worte, die Licht anzünden 

ein Wort, das schafft, was es sagt.
„Mein Wort wird nicht wieder leer zu mir zurückkommen, sondern wird tun, was mir gefällt, und ihm wird gelingen, wozu ich es sende.“

Jes. 55, 11
Vor Jahren hatte die CDU in Baden Württemberg den Slogan: Ned schwätza, schaffa! Soll heißen, wer viel redet, tut nichts. Das Tun entscheidet über Ergebnisse die erreicht werden. Arbeiten ist besser als Reden.
Wort Gottes ist anders. Dieses Wort ist Tat. Wort Gottes sind nicht nur leere Worte, sondern Handlung. Da redet nicht einer fromm daher; mit diesen Worten passiert was. Dieses Wort erschafft sich die Welt. Ein solches Wort gesprochen macht Seelen gesund. Wort Gottes wirkt. Im Wort begegnet uns der lebendige Christus. Da kommen Worte, die Lichter anzünden, die aufrichten und befreien. Dieses Wort entfaltet eine Kraft, inmitten der vielen belanglosen und nichtssagenden Worte der Menschen.
Dieses Wort war zu dem Volk Israel in die babylonische Gefangenschaft gesprochen und es steht für uns am Anfang eines neuen Kirchenjahres. Egal ob uns kirchliche Strukturreformen Angst vor der Zukunft machen wollen, oder Lebensumstände wenig Hoffnung für das Morgen machen, dieses Wort wirkt. Wo Gottes Wort wohnt, ist Gott am Handeln. Es schafft, was es sagt. Es wird das gelingen, was es beinhaltet.  Mit dieser Verheisung kann es am 1. Advent nicht dunkel bleiben. Dieses Wort zertrümmert alle Hoffnungslosigkeit.
Wieviel Raum geben wir dem Wort, damit in dieser Welt nicht die Lichter ausgehen?
Einem gesegneten 1. Advent wünsche ich euch.