Gutes braucht bereite Erde

Gott hört nie auf zu geben. Lasst uns nie aufhören zu empfangen. Theresa von Avila

So spricht der Herr: Es soll meine Freude sein, ihnen Gutes zu tun.“
Jer. 32, 41

„Ihnen Gutes tun“ steht Gott auf die Stirn geschrieben. Das ist seine Motivation und der Sinn all dessen, was ihn mit Menschen umtreibt. Über jedem Leben steht dieses Gute. Egal wie katastrophal die Biografie verläuft, Gott freut sich, darin seine Gegenwart zu offenbaren. Auch wenn er kurz zuvor den Ärger über sein widerspenstiges Volk abgelassen hat, kann er niemand anders sein, als der, der sich auf den Menschen zubewegt. Halsstarrigkeit und Widerwillen beantwortet er mit Gutes tun. Dabei ist Gutes tun, von der ganzen Leidenschaft geprägt, dem Bösen zu entreißen. Gutes tun, sind dabei nicht nur Nettigkeiten und das Übel zudecken; es ist die ganzen Leidenschaft des in-Ordnung-Kommens. Wenn ein Volk sich gegen Gottes Führung auflehnt, sich fremden Götter verschreibt und einem Baal-Kult huldigt, kann das Gute auch als Feuer vom Himmel fallen und Städte und Häuser erst einmal in Schutt und Asche legen. Gott stülpt das Gute nicht über, sondern will es durch einen Umbruch im Menschen wachsen lassen. Er will in den Grund des Menschen. Er will Existenzen in ihrer ganzen Seins-Struktur erneuern. Er will seine gestaltende Macht in Herzen pflanzen. Das ist ein Umgestalten, das mit einem zähen Ringen und Kämpfen zu tun hat. Damit sein Gutes wird, muss oft Hartholz gespalten werden. Das kann über alle Maßen schmerzhaft sein. Doch es ist eine alte Erfahrung, dass der Mensch eher durch Schmerzen als durch Lob das Gute lernt. Es müssen oft die richtigen Hämmer in ein Leben kommen, bis Menschen bereit werden umzudenken und neue Wege einzuschlagen. Für Gott ist es harte Arbeit, die Menschen zum Guten zu führen. Er scheut dazu nicht den eigenen Schmerz. Das Gute ist die Türe über das Kreuz. So hart, so entschlossen ist sein Wille zum Guten. Christus ist das Gute, das Gott den Unwilligen und Beladenen antut. In Christus durchschreitet man die Türe vom Unguten zum Guten.

Alles Schlechte, alles Übel, ist von diesem Willen zum Guten durchdrungen. Wir können die Missstände beklagen, wir können über die Härten in unserem Miteinander jammern, doch wenn wir nicht immer neu durch diese Türe gehen, bleibt uns nur die Verzweiflung. Wo die Lasten kein Ende nehmen, wir uns an den Alltäglichkeiten aufreiben, können wir nicht aus dem Übel unsere Hoffnung erwarten. Wir können dieses aufbauende und lebensschaffende Gute auch nicht aus uns heraus erwarten. Es ist eine Aktion die einzig aus Gott kommt. Gutes können wir nicht schaffen, wir können es nur empfangen. Es ist der Anteil, in dem sich Gott in unserem Leben verwirklicht, in dem seine Freude zu der unseren wird. Das Gute kommt, wo unsere verkrampften Hände zu offenen Schalen werden, wo unser Herz zu einem bereiten Boden wird, in dem er seine Blumen pflanzt. Gott hat Freude an dieser Arbeit. Seien wir bereit!

Welche Türe machen wir auf, damit das Gute hindurchgehen kann?

Auslegungen für jeden Tag
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Gehorsam bricht Widerstand

Wo die Geige ihrem Spieler trotzt, kann kein guter Ton gelingen.

Gerecht ist er, der Herr, ich aber war widerspenstig gegen sein Wort.“
Klagel. 1, 18

Das Übel des Menschen wir in einem ganz kurzen Satz auf den Punkt gebracht. Widerspenstig! Widerspenstig gegen sein Wort, bringt das Unrecht in die Welt. Menschen sind wie trotzige, kleine Kinder, wo es um den Willen Gottes geht. Widerspenstig ist der Anfang von Elend. Mit widerspenstig geht etwas daneben, das ganz anders geplant ist. Der Dickkopf lässt sich nicht gerne sagen. Widerspenstig will es besser wissen, wie die Welt und das Reich Gottes ticken. Widerspenstig ist der Mensch an sich, ist der Adam der fragt: Sollte Gott gesagt haben? Diese Auflehnung, dieses ständig infrage stellen, hat Disteln und Dornen in das Leben gebracht. Widerspenstig gegen sein Wort beschreibt die Bibel mit Sünde. Damit wird der Mensch zu einer Geige, die sich selbst bespielen will und damit schauerliche Töne hervorbringt. Widerspenstig ist der Missklang des Lebens. Da wird ein edler Klangkörper zur abschreckenden Sirene. Da bäumt sich der Besserwisser gegen jede Form von geführt werden auf. Da übernimmt der Mensch das Kommando, und sagt Gott wo´s lang geht. Dieses Aber gegen das Wort, gegen Führung, gegen das was Gott von uns will, ist das Problem von uns Menschen. Wir schreien nach Gerechtigkeit, wir suchen nach dem Richtigen und Guten, jedoch in uns. Wo wir das Wort ausschlagen, schlagen wir Christus aus. Wir schlagen die Gerechtigkeit aus und bleiben im Unrecht.

Es geht um unseren Umgang mit dem Wort, um unseren Umgang mit Christus, um den Umgang, mit dem was Gott von uns will. Wir müssen unsere Auflehnung erkennen und unseren Widerstand begraben. Wenn unsere Tage gut werden sollen, muss unsere Widerspenstigkeit aus der Welt geschafft werden. Erst die geschmeidige Geige in der Hand des Meisters, kann ihren Klang entfalten. Unter der willigen Führung des Wortes, wird der Mensch zum Spiegelbild Gottes. Unter dem Willen Gottes werden wir tüchtig zum Guten. Da wirkt Christus dem Unrecht und Unfrieden entgegen. Das Widerspenstige braucht den Auferstandenen, der das gegen Gott, in das für Gott verwandelt.

Die Kirche, das Reich Gottes leidet unter den Widerspenstigen. Wo das Wort nichts mehr zu melden hat, werden Gottesdienste leerer und die Klöster haben keinen Nachwuchs. Da ist zu viel, „ich bin selber groß“, „ich weiß was ich zu tun habe“, „ich lasse mir von niemand in meine Lebensgestaltung hineinreden“.

Warum tun wir uns so schwer damit, uns ganz willig auf das Wort einzulassen?