In Gold zu investieren lohnt sich 

Schätze sind Herzensache.
„Mein ist das Silber, und mein ist das Gold, spricht der Herr Zebaoth.“

Hag. 2, 8
Gold und Silber stehen für große Werte, für Sicherheit und Schönheit. Sie sind dadurch so wertvoll, weil sie ihren Wert in sich haben und daher nicht so den Kursschwankungen unterliegen wie reines Geld. Menschen bauen darauf, weil sie sich nach Sicherheit und Ruhe sehnen. Wenn Gold und Silber da ist, dann habe ich ausgesorgt. Ihre Herzenssache ist eine sichere Zukunft.
Gott sagt: Milchmädchenrechnung. Das was du in Gold und Silber suchst, gibt´s nur bei mir. Das was dein Herz in Edelmetallen sucht, ist doch nur Blech. Das Herz findet seine Ruhe nicht im hüben,  sondern im drüben. Unser Herz braucht Schätze auf das es zustrebt, es sehnt sich nach Erfüllung, doch wer auf Vergängliches setzt, wird selbst vergehen. Das was unser Schatz ist, prägt unser Handeln. Wo wir rein auf materielle Werte setzten, kommt alles ins Wanken, wenn diese wegfallen. Wo wir auf Menschen setzen, zerbricht unser Leben, wenn der Andere wegbricht.
Wir brauchen einen Schatz, jenseits der vergänglichen Welt. Gott ist Gold. Nur mit diesem Schatz, schägt das Herz, auch wenn uns die Luft ausgeht. Da ist Lebensmut, wenn alle Hoffnung schwindet. Da ist Sicherheit, wenn der Boden unter den Füßen wegbricht. Da bleiben wir nicht in der untröstlichen Vergangenheit stehen, wenn ein geliebter Mensch für immer seine Augen geschlossen hat.
Was wollen wir heute in diese Wertanlage investieren?

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Härte will an die Frucht

Veränderungen herbeizuführen ist oft wie Nüsse knacken.
„Meinst du, dass ich Gefallen habe am Tode des Gottlosen, spricht Gott der Herr, und nicht vielmehr daran, dass er sich bekehrt von seinen Wegen und am Leben bleibt?

Hes. 18, 23
Wer Veränderungen einführen möchte, braucht teilweise harte Nerven. Gewohnheiten zu durchbrechen, kann sich für manch einen wie Weltuntergang anfühlen. Es gibt Mitarbeiter, die kommen in eine Existenzkrise, wenn man ihre bisherigen 4 Arbeitsstunden auf einen anderen Tag verlegt. Veränderung und Umdenken müssen scheinbar so schmerzhaft sein, dass sie Todesängste auslösen. Sie sind sogar ein Kündigungsgrund: „Ich möchte mich nicht verändern.“
Wie kann Gott Neues schaffen, wenn Menschen sich an ihrem Rythmus festgebissen haben? Wie kann er ein Leben zu Tage fördern, das er als kostbare Perle in sie hineingelegt hat, wenn sich der Panzer nicht öffnet? Wie erziehen wir Kinder, wenn sie auf gute, verständnisvolle Worte nicht reagieren?
Wenn die Nuss hart ist, brauchen wir, braucht Gott einen kraftvollen Nussknacker. Bei aller Brutalität, die er abstrahlt, hat er doch die Aufgabe die Schale zu knacken und das wertvolle Innere auf den Tisch zu bringen. Dieser scheinbare Grobian hat es auf die Frucht abgesehen, da muss eben die Schale weg. Eine Schale zu knacken hat keine Zerstörungsabsicht. Das Gute muss herauskommen. Veränderung, Neudenken, sich infrage stellen, dient dem Guten. Wenn Gott zum Eigentlichen kommen will, sind bei starren Nüssen ein paar Hämmer nötig. Hinter Härte steckt oft ein Reifungsprozess. Unverständliche Eingriffe in das Leben, sind der direkte Weg zu einer Perle.
Wer weiß, wie unbeweglich Menschen sein können, wie schwer sie umdenken können, der kann Lebensschläge mit Gottes Güte verbinden. Das Neue das Gott schaffen will, muss Unnützes, manches Mal auch etwas unsanft beiseiste schaffen.
Weisst du nicht, dass Gottes Güte dich zur Umkehr leitet?

Eine welke Blume staunt 

Dasein spielt sich in einer unfassbaren Größe ab.
„Der Herr ist der wahrhaftige Gott, der lebendige Gott, der ewige König.“

Jer. 10, 10
Gott begegnet uns in einer Größe, die nichts für den menschlichen Verstand ist. Die Dinge um Gott durchbrechen alles rationale Denken. In einem Raum, der uns weit übersteigt, definiert er Werte und Maßstäbe, die kein Mensch erschaffen kann. Gott ist ein Fixpunkt, aus dem alles Dasein entspringt und in dem alles ruht. An ihm ist festgelegt was Realität, was Gegenwart, was Wahrheit ist. Wir können die ganze Welt auf den Kopf stellen und stoßen immer wieder auf diese endgültig Tatsache. Seine Herrschaft ist keine Regierungsform, die man sich aussuchen kann, sondern ist eine Lebensform, die in das ewig göttliche eingebettet ist. Auf der Suche nach Leben und Wahrheit, kommt niemand an dieser Größe vorbei.
Wo der Mensch sich von Gott zurückzieht, kann er sich dadurch  nur in einer Scheinwelt bewegen. Da wird das Leben unwahr, irdisch und ist dem Zerfall dieser Welt ausgesetzt. Aller Hagelschaden und alles Unwetter des Lebens, sind die Zeichen einer unrealen Welt, die sich von der Wahrheit gelöst hat. Die Wetterkapriolen unserer Tage, überdauern wir allein, wo wir uns in diesen weiten Raum der Gegenwart Gottes stellen. Da endet die Suche nach irgendwelchen anderen Wahrheiten oder Hilfsmitteln, die noch zum Heil führen könnten. Bei dem ewigen König wir unser Leben von der größten Freiheit beherrscht.
Können wir da nicht nur wie eine welke Blume staunend und anbetend vor solch einer Herrschaft stehen?

Es gibt nicht verwelkende Werte

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setzen wir auf das was bleibt!

„Alles Fleisch ist Gras, und alle seine Güte ist wie eine Blume auf dem Felde. Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, aber das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich.
Jes. 40, 6.8

Ein starker Vergleich. Unser Leben ein Komposthaufen, das Wort Gottes, wie in Stein gemeiselt. Das einzig Beständige, das über allem dahinwelkenden Dasein steht ist das Wort. Es ist Christus in der Macht seiner Auferstehung, gegen das Sterben. Dieser ewig gültige Wert, kann allein dem Werteverfall etwas Tragfähiges entgegensetzen. Bei allem Ringen um Werte, können wir nie auf Dinge bauen, die zwar jetzt schön blühen, doch das Abblühen bereits in sich tragen. Irdisches Leben ist brüchig, es ist wie verfließender Sand, auf den man kein Hochhaus bauen kann. Selbst das Gute, das Gott in alle Schöpfung hineingelegt hat, ist für den Übergang bestimmt. Wir können keinen Halt in irgendwelchen verwelkenden Dingen finden.

Die einzige Sicherheit, die uns das Leben bietet, ist das was bleibt. Das ewige Wort. Statik gibt´s ausschließlich in Christus. Mit diesem Wert, können wir in  Zerbrüchen hoffen, in Ausweglosigkeiten einen frohen Mut entwickeln. Wir können wie ein Vogel am Morgen singen, wenn die Nacht noch dunkel ist. Der Glaube umschließt dieses ewige Gut. Wir sind nicht mehr geschockt, wenn die Blumen um uns herum verwelken, wenn Vertrauen enttäuscht wird, wenn wir den Eindruck haben, alles zerrinnt zwischen den Fingern. Wir definieren uns nicht über das Verwelkende, sondern über das was bleibt.

Wir haben tragfähige Werte. Worin liegt unsere Angst, dass wir unter Vergänglichem so leicht verzweifeln?   

Heilige ticken anders

Kol. 3, 12-17
Menschen verstehen, heißt ihre Werte kennen. Werte steuern das Verhalten. Das Verhalten was wir sehen, ist die Auswirkung eines inneren Programms. Angenehmes oder abstoßendes Verhalten, liegt als Wert in den Tiefen eines Eisberges. Eisberge sind eigentlich Scheinblüten. Sie zeigen nur 10% der Wahrheit. Was oben rausschaut, geht unten neunfach weiter. Wenn es zwischenmenschlich knallt, ist der Zusammenstoß viel weiter unten. Das geschieht auf Ebenen, die keiner durchschaut und kennt. Es ist sehr interessant, sich einmal mit seinen eigenen Werten zu beschäftigen. Man kann sich und andere ganz anders kennen lernen. Neulich hatte ich dazu die Gelegenheit, beim Tag der Gelassenheit in Ulm. „Bestimmen sie aus 42 Werten die 5 Werte, die für Sie am Wichtigsten sind.“ Das waren für mich: Spiritualität, Verantwortung, persönliche Entwicklung,  Zusammenarbeit und Leistung. Dann gab es Familienglück oder Macht und Kontrolle, bei denen einer unbedingt Familie hochhält oder gerne Einfluss über andere bekommt. Werte, die wir innen definieren, zeigen die entsprechenden Handlungen außen.
Unser Text zeigt die Werte eines von Gott Auserwählten.
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1. So wertvoll wie nie

In eurem Herzen herrsche der Friede Christi; dazu seid ihr berufen als Glieder des einen Leibes.“
Fromm sein ist keine Entscheidung für den lieben Gott. Niemand bestimmt: ich will nach christlichen Werten leben. Wahre Christliche Werte kann man sich nicht aussuchen. Christ werden wir, weil Gott uns wählt. Gott beruft zu einem anderen Sein. Gott wählt uns zur Gemeinschaft. Er wählt uns, um seine Werte zu schaffen. Die Liebe in Person, investiert sich in das Wertesystem eines Menschen. Glaubende entwickeln nicht aus sich heraus Qualitäten; Gott legt sie hinein. Von Gott geliebt, ist die unverhältnismäßigste Wertschöpfung, die man sich denken kann. Diese Liebe macht heilig. Diese Liebe macht zum Körperteil seines Leibes. Diese Liebe implantiert Christus. Christus ist das Wertesystems eines Auserwählten. Dadurch sind wir in Gottes Augen heilig. In Christus sind wir jemand, der wir aus uns heraus nie sein könnten. Unser Selbstbewusstsein ist ein Christusbewusstsein. Wir sind wer, weil wir zur Verkörperung des Reiches Gottes berufen sind. Solche Werte machen wertvoll. Solche Werte schaffen außergewöhnliche Persönlichkeiten.
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2. So ganz anders angezogen

„Darum bekleidet euch mit aufrichtigem Erbarmen, mit Güte, Demut, Milde, Geduld!  Das Wort Christi wohne reichlich bei euch. Alles, was ihr in Worten und Werken tut, geschehe im Namen Jesu, des Herrn.“
Wertschätzung und Steigerung des Christusbewusstseins verändert Gewohnheiten. Frisches Denken, trägt frische Kleider. Wir handeln nicht in eigener Sache, wir handeln  im Auftrag. Das Wertekonzept des Paulus, als einstiger Christenverfolger und -verächter, wurde radikal auf den Kopf gestellt und machte ihn zu einem Verfechter der jungen Gemeinde. Das ist mehr als ein Sinneswandel im Kopf. Da spielt sich sehr vieles auch auf emotionaler Ebene ab. Da rumort es zwischen grundlegenden menschlichen Bedürfnissen und tiefen inneren Überzeugungen. Wo Gott in diese Schichten eindringt, wird die Grundeinstellung zum Leben umprogrammiert. Da verändern sich unsere Glaubenssätze.Da wird aus: „das kann ich nicht, dazu sehe ich mich nicht in der Lage,“ ein: „ich mache es, ich kann es, durch den der mich mächtig macht.“
Das Wort formt diese Umwandlung von grundlegenden Einstellungen. Wort und Sakrament wirken in uns andere Verhaltensweisen. Wo das Wort nicht reichlich in uns eingeht, fehlt der Programmcode für die Verkörperung des Leibes. Wo nicht in unserer tiefen Bedürfnisebene Christus Zuhause ist, kann kein geheiligtes Verhalten entstehen. Ein Christus den wir nur bekennen, vom dem wir nur auf der intellektuellen Ebene wissen, generiert fromme Schwätzer. Verändertes Tun, entsteht nicht durch das von Christus-Wissen, sondern durch das Christus-Wohnen in uns. Was in uns eingeht, was durch uns hindurch geht, hat die prägende Kraft, die zur Handlung wird. Das was unser aktives Mensch sein ausmacht, geschieht in dem Namen, der bei uns aus und eingeht. Die neue Kleidermode heißt: „aufrichtiges Erbarmen, Güte, Demut, Milde und Geduld. Was sind das für herrliche Eigenschaften! Menschen können sich mit Disziplin viel antrainieren, aber nicht das, was nur Christus bewirkt. Diese Werte sind die neue Mode, mit denen er seine Heiligen anziehen will.
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3. So vollkommen frei

„Ertragt euch gegenseitig und vergebt einander, wenn einer dem andern etwas vorzuwerfen hat. Wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr! Belehrt euch in aller Weisheit. Vor allem aber liebt einander, denn die Liebe ist das Band, das alles zusammenhält und vollkommen macht.“ 
Werte dienen dazu, dass Miteinander gelingt. Bei der Fa. Google, mit ihren weltweit 52 000 Mitarbeitern,  gibt es einen Wert: „Sei nicht böse!“ egal was kommt, an den sich die Mitarbeiter halten. Je klarer die Werte, umso eindeutiger die Handlungen.
Diese Werte, die Paulus hier der Gemeinde ans Herz legt, wären ohne die göttliche Erwählung eine moralische Zumutung. Wer so etwas fordert, würde überfordern. Ich hoffe, uns ist deutlich, dass die Spitze des Eisberges ein tiefes Inneres hat. Das Verhalten an der Spitze, entsteht nicht oben. Das was Christsein anders macht, ist kein besserer Mensch zu sein, sondern der Christus, im Fundament des Eisberges. An dem, wie wir uns verhalten, erkennt man, wie viel Wort in uns wohnt. Wir sind dazu berufen, heilige Wege zu gehen, in unheiliger Umgebung. In uns lebt eine andere Realität.
Wer getragen ist, kann tragen, kann ertragen. Ertrage deinen Bruder, vergebe deiner Schwester. Wir können tragen, weil Liebe das Belastende in einer Gemeinschaft verbindet. Wer wertgeschätzt ist, kann den Schwachen wertschätzen und ertragen. Wo Gott sich mit Schuld versöhnt hat, brauchen wir nicht mehr mit aufrechnen anfangen. Vergeben statt Vorwerfen. Was passiert denn, wenn wir dem anderen sein Versagen vorwerfen? Wir beißen uns an seiner Schuld fest. Wir halten uns an dem auf, was wir eigentlich los haben wollen, was wir gerne verändert hätten. Die Folge ist Groll, Frust, Magengeschwür. Das Wundermittel dagegen heißt: Vergeben.
Und es heißt auch, mit aller Weisheit belehren. In der Weisheit stecken auch wieder die Werte Gottes, mit der wir belehren. Es ist die vollkommene Liebe, die auf den anderen hilfreich zugeht. Vergebung ist der Wert, der den Weg frei macht, damit Miteinander wachsen kann. Je schneller wir vergeben, je weniger wir einander vorwerfen, umso stärker entfaltet sich die Liebe, die vollkommen werden lässt, d.h. gesund werden lässt, heilt und verbindet. Gott hat diesen Wert geschaffen. Er wählt, er liebt, er vergibt. Das sind die Werte von Reich Gottes, von Gemeinde, und funktionierendem Miteinander. Wir können großzügig vergeben, vergessen, abhaken und uns und andere zu einem Neuanfang befreien.
So gelingt Gemeinschaft in einer unheilige Welt. Gott schenkt uns jeden Tag eine Frische, als sei nie etwas gewesen. Heilige ticken dort wo es menschelt anders.
Welche Werte können die Menschen an uns entdecken, wenn sie die Spitze unseres Eisberges sehen?
Amen.