Gott tickt anders

Wir werden nie verstehen, wie ein Verbrecher am Galgen, noch heute mit Christus im Paradies sein wird.

„Herr, deine Güte reicht soweit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen.“
Ps. 36. 6

Die Güte des Herrn ist für den Menschen so unfassbar, wie der ganze Kosmos, in dem die Entfernungen mit Lichtjahren gemessen wird. Die Güte zeigt sich am Stärksten, wie Gott mit denen umgeht, die nicht gut sind. Hier ist der gravierende Unterschied zu uns Menschen. Er liebt nicht nur die, die ihn lieben, er liebt auch die, die ihn hassen, die ihn verspotten, die ihm den Rücken kehren und ans Kreuz nageln. An der Feindesliebe zeigt sich die echte Liebe. An der Feindesliebe offenbart sich die Güte. Gott liebt die Widerspenstigen und Überzwerchen. Die Güte, ist die Liebe, die das Heil ihres Feindes will. Die Güte will nicht verdammen, sie will erlösen. Gott haut nicht in die Pfanne, sondern nimmt die Schuld der Welt auf seine Verantwortung. Dort wo wir sagen, selber schuld, der hats nicht anders verdient, der gehört weggesperrt, fängt Gott an zu leiden. Die Liebe findet sich nie mit der Entgleisung des Menschen ab, gerade auch dort, wo sie in Terror, Gewalt und Tod ausformt. Gott leidet unter jeder Form der Zerstörung. Er leidet unter der sündigen Menschheit. Er leidet unter meiner und deiner verunglückten Liebe. Diese unsagbaren Leiden sind die Quelle der Güte. Je abgrundtiefer der Mensch, umso unendlicher die Güte. Diese Güte hat seinen Gipfel, am dunkelsten Punkt der Menschheitsgeschichte, dem Kreuz Christi. Darin zeigt sich für alle Zeit was Güte ist. Von Kreuz zu Kreuz ruft Jesus dem Verbrecher zu: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein. Das sagt er zu dem, der es verdient hat zu sterben. Dieser Verbrecher hatte keine Zeit mehr, für ein einziges gutes Werk auf dieser Erde. Das Paradies öffnete ihm einzig Christus, keine menschliche Handlung.

An solch einer Güte, könnte man fast irre werden. Nicht Strafe muss sein, sondern Liebe muss sein. An dieser Güte werden wir uns die Zähne ausbeißen. Sie konzentriert sich nicht auf ein einziges gutes Werk des Menschen, sondern auf die Gnade Christi. Wo wir mit Paulus konsequent von Christus her denken, erkennen wir: Die Liebe, die Gott uns entgegenbrachte, hat uns mit Christus zusammen lebendig gemacht, obwohl wir tot waren in unseren Verfehlungen – durch die Gnade seid ihr gerettet. Die Güte kann nicht verdammen, die Güte errettet. Gott klagt nicht an, sondern hat sich durch Christus zu Güte durchgelitten.

Wer diese Güte und Wahrheit für sich in Anspruch nimmt, kann weder sich selbst noch andere verdammen. Unter der Güte können wir uns über andere kein Urteil erlauben. Gott tickt anders. Bei ihm gilt eine andere Gerechtigkeit. Der Staat und die Gerichte dieser Welt haben ihren berechtigten göttlichen Auftrag, das Gute zu fördern und das Böse zu strafen, doch für Gottes Gericht gilt ein anderes Gesetz. In der Güte erbarmt sich Gott durch Christus.

Wo so viel Güte ist, können wir da unseren Nächsten in Ungnade stürzen?

Auslegungen für jeden Tag
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Jubilieren kommt aus Einsicht

Wenn die Anklage weg ist, kann der Jubel beginnen.

„Gott sei mir gnädig nach deiner Güte, und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit.“
Ps. 51, 3

Worunter leiden wir? Sind es die angespannten Beziehungen, die Lasten des älter werden, die Schmerzen und Krankheiten, die uns an den Rand bringen, oder die Angst, wie es weitergehen wird? Hier leidet ein Mensch unter sich selbst. Er leidet unter seiner Unvollkommenheit. Er zerbricht darunter, dass so wenig von dem, was Gott in ihn hineingelegt hat, zum Vorschein kommt. Er beklagt seine Sünde und leidet darunter, dass er so anders will als Gott will. Von dem großen Geheimnis Gottes, von seiner Ebenbildlichkeit bin ich nur ein billiger Abklatsch. Ich lebe total an dem vorbei, zu dem ich eigentlich gedacht bin. Von der aufbauenden und fördernden Art der der Liebe Gottes, bleibt bei mir nur Eiseskälte übrig. O Gott, ich lebe total zweckentfremdet und lebe eigennützig auf Kosten anderer. Wo ein Mensch sich im Lichte Gottes erkennt, kommt ein heilsames Erschrecken. Sich selbst erkennen muss weh tun. Sich seiner eigenen Realität stellen, ist der tiefste Schmerz und die Voraussetzung die Realität Gottes zu erfahren. Erst bei der bitteren Erkenntnis, dass ich von Grund auf dazu veranlagt bin mich zu verrennen und Gott einen Korb zu verpassen, ringt die Seele um Gnade. Bevor ich nicht selbst vor mir erschrecke, es mich nicht durchschüttelt, zu was ich in der Tiefe in der Lage bin, kann kein Schrei nach Barmherzigkeit aufkommen. Gotteserkenntnis und Sündenerkenntnis ist eins. Wer sich nicht seiner eigenen Wahrheit stellt, kann den Weg zur Güte nicht finden. Wer die Wahrheit über sich selbst nicht zulässt, führt ein Versteckspiel mit Gott und wird dabei krank und verzweifelt. Im Ja zu meiner Sündhaftigkeit, wird der Schrei nach Barmherzigkeit geboren. Genau dort geschieht etwas Gewaltiges.

Wo der zerbrochene Mensch nach einem gnädigen Gott ruft, wird er sofort gehört und erhört. Dieser Ruf trifft mitten ins Herz des Barmherzigen. Die Antwort ist Jesus Christus. Da wird unsere Wahrheit zu seiner Wahrheit. Da löst sich die ganze Spannung unseres Lebens. Wo wir uns unserer Wahrheit stellen, nimmt die Vergebung uns die Lasten ab. Wo wir nicht mehr an uns selbst festhalten, sondern uns an Christus halten, entkrampft sich die Sorge um uns selbst. Den Reichtum der Gnade zu erfahren, ist die grundlegendste Therapie zur Persönlichkeitsentwicklung. Wer um einen gnädigen Gott bittet, wird mit seiner inneren Unruhe versöhnt. Die Barmherzigkeit macht unsere aufgescheuchte Seele gesund. Wenn uns innerlich nichts mehr auffressen kann, kann ein befreites Herz wieder jubilieren.

Quälen wir uns noch, oder schreien wir um Gnade?

Ein heißer Hintern hilft

Es ist ein halb Himmelreich, wenn ein Mensch zur Einsicht kommt.

„Sie kehren mir den Rücken zu und nicht das Angesicht. Aber wenn die Not über sie kommt, sprechen sie: Auf und hilf uns!“
Jer. 2, 27

Auch fromme Menschen sind hartnäckig, stur und traditionsverhaftet. Gott hat es schwer, willige und geschmeidige Menschen zu finden, die sich schlicht auf sein Wort hin führen lassen. Er will Einsichten wecken, will Menschen großartige Wege aufzeigen, will ihnen das Geheimnis seiner Wahrheit näher bringen, will lebendig machen und der Mensch blockt. Da kann eine Bruderschaft Jahrzehnte im Segen stehen, umwerfende Wunder erleben, und dann tut sie sich schwer, wenn die Mitgliederzahlen schwinden, die Ursprungsgeneration älter wird, umzudenken und zu fragen: Herr, was willst du jetzt von uns? Durch unseren Prädikantendienst kommen wir in die kleinen Gemeinden auf der schwäbischen Alb. Auch da gehen die Kirchgänger zurück. Es müssen dann zwei benachbarte Gemeinden zusammengelegt werden, wo dann sonntags nur noch im Wechsel von der einen zur anderen Gemeinde Gottesdienst gefeiert wird. Da gibt es Gläubige, die sagen: Zu denen gehe ich nicht! Da haben Menschen Probleme, sich den Realitäten zu stellen. Sie machen da nicht mit, sie kehren mir den Rücken, sagt Gott. Gott will zur Erkenntnis der Wahrheit führen, das ist in der Menschenführung ein harter Brocken. Er will in der augenblicklichen Realität seine Wege aufzeigen. Das heißt zuerst, sich seiner eigenen Realität zu stellen. Einsicht braucht die Offenheit zu dem was ist. Doch aus der Menschenführung wissen wir, wie schwierig es ist Einsichten zu wecken. Warum soll das, was bisher gut und richtig war, plötzlich anders gemacht werden? Warum soll ich umdenken und neue Wege gehen?

Gott will, um des Guten willen, das er mit uns vor hat, Einsichten wecken. Wo es bei einem Menschen „Klick“ macht, und er erkennt, häng deinen Beruf an den Nagel und gehe ins Kloster, dann ist Führung gelungen. Doch er findet sich nicht damit ab, wenn sich andere schwer damit tun. Manche Menschen lernen durch Schmerzen. Sie kommen erst in Bewegung, wenn sie diese Schmerzen verhindern wollen, und das ist auch gut so. Manchmal hält Gott einen Bunsenbrenner unter den Hintern, damit Menschen lernen und den richtigen Weg einschlagen. Da kann man nicht die Methoden anprangern, sondern muss das Ziel dahinter erkennen. Es ist kein Sarkasmus, wenn Gott seine Kinder über einen Weg ins Krankenhaus rettet. Ihm geht es um die Erkenntnis der Wahrheit. Er will, dass sich ein Mensch seiner und der Gottesrealität stellt. Bis ein Mensch kapiert, muss manches Mal die Not so groß sein, dass fast die Lichter ausgehen. Erst wenn der Schmerz unerträglich wird, wächst dann die Erkenntnis: Auf und hilf uns!

Ist es nicht unwesentlich, wie wir zur Erkenntnis der Wahrheit kommen, wenn wir uns dadurch auf Gott zubewegen?

Worte die nicht wahr werden, lügen

Wer zur Geschäftseröffnung eine pompöse Tischdekoration bestellt und danach die Rechnung nicht bezahlt, bekommt ein unerfreuliches Date mit dem Rechtanwalt.

Sollte Gott etwas sagen und nicht tun? Sollte er etwas reden und nicht halten?“
4.Mose 23, 19

Wo im September für einen Rollifahrer auf März ein Aufzug versprochen wird, und Ende Februar weder Pläne noch eine Finanzierung steht, sind wir nicht nur im deutschen Beamtenstaat, sondern in einer Lügenrepublik. Wo Wort und Tat auseinanderklaffen beginnt die Hölle auf Erden. Wortbruch zeigt, ich will nicht, oder ich kann nicht. Gebrochene Versprechen nehmen der Welt den Frieden. Wenn Gott sagt: Es werde, so ist die Welt erschaffen, so entsteht der Mensch und es geht nach der Nacht die Sonne auf. Wort und Tat sind eins. Gesprochenes ist Handeln. Ein Ja ist eine Bewegung. Seine Worte sind quicklebendig. Sein Versprechen ist Ereignis. Für ein Wort steht der Schöpfer in seinem ganzen Tatendrang. Ein erklärte Absicht, ist bereits das vollendete Werk. Da gibt es keinen Unterschied zwischen Sprechen und Tun. Da sind die Worte glasklar und funkeln wie geschliffene Edelsteine. Ein gesprochenes Wort heilt die Wunden der ganzen Schöpfung. Ein Wort, weckt den verstorbenen Lazarus aus seinem Grab auf. Solch eine Macht haben gehaltene Worte. Sie versöhnen die Menschen und schaffen der Welt Frieden. Solche Worte sind Felsen, auf die man Schlösser baut. Verlässliche Worte tragen die Not der ganzen Welt. Sie schaffen Glauben, denen kann man vertrauen, die werden zur Hilfe.

Nicht gehaltene Worte belasten das Miteinander bis zur Unerträglichkeit. Unzuverlässigkeit ist der Anfang vom Ende. Wo Worte lügen, beginnt der Krieg. Menschenworte sind derart brüchig und stehen auf wackeligen Beinen, weil sie viel versprechen und wenig halten. Gesprochenes, das nicht zur Tat wird, wird automatisch zum Brechmittel. Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht. Wer sich nur auf die Zusagen vom Menschen verlässt, muss die Enttäuschung einkalkulieren. Was nicht zur Tat wird, ist wertlos. Wer Blumen bestellt und nicht bezahlt, betrügt sich und andere. Gebrochene Worte offenbaren gebrochene Menschen.

Daher liegt in Gott 100%tige Glaubwürdigkeit. Was er zusagt, hält er für alle Zeit. Da ist jedes Wort ein Meilenstein, jeder Anflug eines Gespräches ein Wunder. Diese Worte brauchen wir nicht hinterfragen; sie haben sich selbst bezeugt. Nichts ist verlässlicher, als diese Verheiratung von Reden und Tun. Darauf können wir bauen. Damit können wir alles wagen.

Woran wollen wir zweifeln, wenn sich Worte bedingungslos erfüllen?

Narren betrügen sich

Um Realitäten anzuerkennen, brauchen wir einen Schlüssel für das was wahr ist.

„Weh denen, die mit ihrem Plan verborgen sein wollen vor dem Herrn und mit ihrem Tun im Finstern bleiben und sprechen: Wer sieht uns, und wer kennt uns?“
Jes. 29, 15

Menschen scheuen Realitäten. Gott unternimmt alles, um Menschen in die Wahrheit zu führen. Gott durchbricht unsere Scheinwelt und unser Versteckspielen. Tagtäglich ergeht an uns die Frage: Adam wo bist du? Was bewegt dein Herz? Warum willst du jemand anders sein als du bist? Viele Wege sind davon geprägt, Gott aus der Schule zu laufen. Dabei ist die Realität, im Hier und Jetzt in der Gegenwart Gottes zu leben. Gott und Mensch als schöpferische Einheit. Indem, dass Gott sich am Menschen offenbart liegt die Wahrheit. Im jetzigen Augenblick liegt das ganze Geheimnis der sichtbaren und unsichtbaren Welt. Die Realität Gottes ist die Realität des Menschen. In dem Moment, in dem sich der Mensch aus dieser Wahrheit löst, wird sein Leben zur Lüge. Da fangen die Ausreden an und Pilatus wäscht seine Hände in Unschuld. Da fängt unser tägliches Versteckspiel und Davonlaufen an. Das ist die Stelle, an der man nicht akzeptiert was ist und sich vergangene Zeiten herbeiwünscht. Man träumt von einer anderen Zukunft, in der alles besser sein wird. Im Verborgenen lebt man seine Wünsche und merkt dabei nicht, dass man nur noch um sich selber kreist und die Realität und somit Gott verloren hat.

Jetzt in der Faschingszeit kann man dieses Versteckspiel ganz besonders beobachten. Man verkleidet sich, will ein anderer sein und lebt dabei vielleicht unerkannt seine geheimen Wünsche aus. Mit Maske im Gesicht bleibt man ein Fremder, der nicht mehr die Verantwortung für eine junge Frau übernimmt, die ihre Beine im Hexenkessel verbrüht. Der Narr lebt eine unreale Wahrheit. Er bleibt in der Deckung und betrügt sich und andere.

Der Glaubende stellt sich der Wahrheit. Er lässt sich die Frage gefallen, Adam wo bist du? Mit dem Wort der Wahrheit, will Gott in seine Gegenwart stellen. Er will unser Davonlaufen in die Vergangenheit und Zukunft in das Jetzt stellen. Das was jetzt in deinem Leben ist, ist die Realität Gottes in der er handelt. Er will gerade das, wovor du flüchtest, was du dir anders wünscht, in seinen kreativen Schöpfungsprozess stellen. Die jetzige Wahrheit, ist die beste Realität, die du erleben kannst, weil darin Gott in seinem Heil aktiv ist. Das Elend, das du jetzt durchlebst, ist der einzige Ort an dem du Rettung erfährst. Halten wir uns an das Wort, damit wir diese Wahrheit lernen.

Wo sind wir die Narren, die im Verborgenen eine andere Wahrheit leben wollen?

Frag doch Google

Tragfähige Weisheiten können nicht aus Menschen kommen.
Es sollen hertreten und dir helfen die Sterngucker, die an jedem Neumond kundtun, was über dich kommen werde! Siehe, sie sind wie Stoppeln, die das Feuer verbrennt.“

Jes. 47, 13-14 



Welche Wissenschaften stellen die Menschen auf eine tragfähige Zukunft? Die Astrologen, Anthropologen oder Philosophen? Jeder beansprucht für sich die Wahrheit, doch was zählt, ist die Krisentauglichkeit. Was hilft in der wirklichen Krise? Bestimmt nicht die Antwort aus dem Horoskop, das bei uns zum Unterhaltungsmedium verkommen ist. Die Frage nach tragfähiger Hilfe, ist die Suche nach endgültiger Wahrheit. Damit entwaffnet der Prophet alle Konzepte, die den Menschen mit seiner Weisheit in den Mittelpunkt stellen. Die grundlegende Hilfe, die die Fragen des Menschsein beantwortet, kann nicht aus Menschen kommen. Sie kommt weder aus den Sternen, noch aus kosmischen Konstellationen. Wenn die Sterne den Weg zeigen, dann auf den Stall von Bethlehem. Darauf konzentriert sich alle Hilfe, die dem Menschen gegeben ist. Die Sterne verkünden Jesus, als die Wahrheit allen Lebens. Bei allem Können und bei allem Wissen, das Menschen erforschen, bei allen Theorien, die sie aufstellen, läuft alles auf diese unscheinbare Krippe zusammen. In dieser Wahrheit liegt alles Heil der Welt. Das ist die globalste Perspektive, die Gott den Menschen gegeben hat
 In unserem Wissenszeitalter, wo die Informationen der ganzen Welt zu jeder Zeit präsent sind, tut der Mensch gut daran, sich diese einfache Wahrheit zu vergegenwärtigen. Wo es um echte Hilfe geht, frag nicht Google, sondern frag Christus. Wo wir in den Krisen bestehen wollen, brauchen wir die Krippenorientierung. Wo wir durch die Nächte unseres Lebens wandern, brauchen wir den Morgenstern. An dieser Wahrheit müssen wir festhalten, wo die vielen Sterngucker heute uns alles Mögliche als Wahrheit servieren wollen. Mit Christus können wir die Tragfähigkeit der vielen auf uns eindringenden Botschaften erkennen. Er ist der Stern, der uns durch den Dschungel des Wissens unserer modernen Zeit bringt. 
Kann uns Google wirklich die richten Antworten auf die Herausforderungen unseres Lebens geben? 

Tuchfühlung mit dem Allmächtigen

Gültige Worte bauen endloses Vertrauen.
„Herr, du bist Gott, und deine Worte sind Wahrheit.“

2.Sam. 7, 2
Worte von Gott sind wahr. Auf wahre Worte kann man Hochhäuser bauen. Sie sind ein Fundament, die Wolkenbrüche überstehen. Wahre Worte sind Schätze und Perlen, auf sie kann man sich verlassen, sie sind wie eine Lebensversicherung. Ein wahres Wort ist 100%tige Verlässlichkeit. Wahr ist endgültig, gestern, heute und morgen. Worte der Wahrheit können nur aus Gott kommen.
Wir brauchen nicht die Lügenpresse zu verdammen, die Wahrheiten auf den Kopf stellt, sondern brauchen nur uns selbst anzuschauen; heute so, morgen anders. Wieviele unserer Worte reden schön und denken anders. Wir sind von Wortbrüchen und Unverlässlichkeit umgeben. Worte der Wahrheit können nicht aus vergänglichen Wesen kommen.
Im Zusammenhang unseres Wortes, haben die Worte der Wahrheit noch einen ganz konkreten Sitz. Der König David, inzwischen sehr wohlhabend geworden, baute Gott noch einen weiteren Tempel. Über den Propheten Nathan bekam er darauf die Antwort, dass sich Gott nicht auf einen Ort festlegen lässt. Er will in und unter seinem Volk wohnen. Er will dort sein, wo seine Erwählten unterwegs sind. Er will der Christus mitten unter den Menschen sein. Das ist die Wahrheit Gottes, die zu den Glaubenden kommt. Diese Worte erkennt David als die Offenbarung der Wahrheit. Worte der Wahrheit sind keine ausgesprochenen Worte, sondern Gottes Existenz unter den Menschen. Es ist der Christus, der mit Menschen unterwegs ist. Wahrheit ist die Tuchfühlung des Allmächtigen. 
Diese Direktheit, diese Dichte festigt in aller Unwahrheit. Damit kommt Verlässlichkeit in eine Scheinwelt. In alles Vergehen kommt festen Boden unter die Füße. Darin liegt die Statik der Welt. Wo Christus unter den Menschen lebt, wird die Lüge entwaffnet. Die Wahrheit blickt hinter die Fasaden und macht in allem Grauen unverzagt.
Wenn das Wort der Wahrheit so dicht an uns dran ist, warum lassen wir uns dann so oft von dem Vergehenden beeindrucken? 

Unverständliches verstehen 

Um in tiefe Wahrheiten einzudringen, bedarf es eines  Vergrößerungsglases.
„Ich bin der Herr, dein Gott, von Ägyptenland her. Einen Gott neben mir kennst du nicht, und keinen Heiland als allein mich.“

Hos. 13, 4
Jedes Jahr am Passafest feiern die Juden den Auszug aus Ägypten. Ein Jahresfest, wie für uns die deutsche Einheit. Wenn Gott den Blick auf diese Geschichte lenkt, manifestiert er seine Herrschaft. Er zeigt wer er ist. Das ist Pfingsten. An Pfingsten erkennt der Mensch Gott. Pfingsten ist das Wunder, dass der Geist dem Menschen Gott groß macht. Da leuchtet die ganze Bandbreite, von Gottes Handeln auf. Durch den Geist, erkennt ein Mensch die Dimension Gottes. Er erkennt den Schöpfer der Geschichte, den Erlöser, den Töster, den Herr des Wortes und die Macht der Liebe. Das ganze Spektrum göttlicher Vielfalt macht der Geist sichtbar. Wie mit einem Vergößerungsglas, rückt er die Farbigkeit Gottes in den Mittelpunkt. Der Geist ist das Vergrößerungsglas, um Gott zu erkennen. Dieses Brennglas fokusiert auf Christus und das Wort. Durch den Geist leuchtet Gottes Heilsgeschichte auf. Da kann der Mensch die Zusammenhänge des Reiches Gottes erkennen. Da wird Christus groß, der das Miteinander mit Gott in Ordnung bringt. 
Der Geist führt die Erinnerung nach Ägypten zurück. Darin lässt sich erkennen, wie nahe Gott in der Fremde, in der Gefangenschaft, in der Sklaverei ist. Der Geist zeigt den roten Faden seines wohlwollenden Handelns durch alle Wüsten. Gerade über den Weg durch die Dürrezeiten, geht er auf Christus zu. Durch den Geist kapieren wir, dass es bei Gott keine schwarzen Löcher gibt. Da ist selbst die schrecklichste Zeit, in der man sich von Gott verlassen vorkommt, eine heilige Zeit, in der Gott handelt. Der Geist führt in diese Wahrheit hinein, dass Gott in der scheinbaren Gottlosigkeit gegenwärtig ist. Kein Augenblick ist ohne Erlösung, ohne Heil und ohne Christus. Dort wo der natürliche Mensch nur schwarz sieht, erkennt man durch den Geist den Regenbogen, der schillernd am schwarzen Himmel steht. Wir sind in keiner Situation dem Untergang preisgegeben, das dürfen wir an Pfingsten erkennen.
Wenn uns dieses Erkennen so groß vor Augen gemalt wird, wie können wir da noch glauben, Gott hätte uns vergessen?
Gesegnete Pfingsten wünsche ich euch. 

Existenz liegt in Führung 

in unserem Leben geht es nicht um uns.
„Weise mir Herr, deinen Weg, dass ich wandle in deiner Wahrheit.“

Ps. 86, 11
Leben ist nicht Selbstbestimmung, Leben ist Führung. Es geht um „deinen Weg“. Die Dramatik von dein und mein, kommt stark im Lehrtextwort zum tragen. Jesus rief sie und sogleich stiegen Jakobus und Johannes aus ihrem Fischerberuf aus und liesen ihren alten Vater im Boot sitzen. Der Ruf, eines für sie Wildfremden, stellt ihr komplettes weiteres Leben auf den Kopf. Dein Weg, Gottes Wege haben zunächst überhaupt nichts mit unseren Wegen zu tun. Gott hat mit unserem Leben etwas vor. Es geht um seinen Plan, sein Führen, um seine Verwirklichung in uns. Es geht in meinem Leben zuerst um Gott. Alle anderen Fragen sind zweitrangig. Selbst bei einem sozial eingestellten Gott, hat es mich nicht zu interessieren, was aus dem alten Vater im Boot wird. Da gilt nur der eine Satz, der am Anfang meiner Berufung stand: Machen wir Gottes Angelegenheiten zu den unseren, macht er unsere zu den seinen. 
Wahrhaftes Leben geschieht nur unter dieser Führung. Alle Existenz ist darin begründet, dass sich Gott entfaltet und verherrlicht wird. Wo das Leben aus dieser Führung ausbricht, wird es zur Lüge. Wahrheit ist, dass Gott über allem das Sagen hat. Wo das nicht gewährleistet ist, brechen Lebengebäude zusammen. Weise mir Herr, deinen Weg ist eine Existenzfrage. Ohne Weisung bleiben wir im Irrtum. Wo Gott nicht den Ton angibt, verfehlen wir den Zweck unseres Seins.
Es geht jeden Tag neu um dieses Führen. Es geht um ein offen sein, geführt zu werden. Es geht um Weisheit durch den Heiligen Geist, was wirklich dran ist. Um Weisungen zu empfangen, müssen wir eigene Vorstellungen zurückgestellen. Und dort wo ich den Ruf Jesu höre, hilft nur eines, sofort alles andere zu verlassen. Wo wir Gott nicht mehr in dieser Radikalität über uns stehen lassen, können wir in unserem Leben nicht von Nachfolge reden. 
Haben wir die Sensibilität auf seine Weisungen zu hören, und dann auch die uneingeschränkte Bereitschaft, diesen Weg zu gehen?

Jetzt wird’s ewig 

durch uns wird es in unserer Umgebung heiß.
„Ihr seid meine Zeugen, spricht der Herr.“

Jes. 43, 10
Manch einer kennt noch die Sendung: Der letzte Zeuge. Ein Gerichtsmediziner bringt verborgene Wahrheiten ans Licht, um dadurch einen Mordfall aufzuklären. Er arbeitet im Namen des Opfers. Zeugen stehen nicht in ihrer eigenen, sondern in einer anderen Realität. Für diese Realität stehen sie gerade.
Glaubende stehen in einer anderen Realität. Sie zeugen nicht von einem einmaligen Ereignis, das irgendwann einmal war, sondern von einem Dauerzustand der alle Gegenwart bestimmt. Zeuge sein ist Lebensstil. Da ist das Dasein Christus geprägt. An uns ereignet sich die Welt Gottes, die für alle sichtbar wird. Da sind wir die Meilensteine für das Reich Gottes in dieser Welt. An uns und durch uns offenbart sich der lebendige Christus. Da steht nicht mehr nur der Blumenmönch, die Kantorin oder Stewardes vor uns, sondern da wird durch vergängliche Personen unvergängliches sichtbar. Da liegt in Menschen die ganze Kraft Gottes, die er in Himmel und Erde gelegt hat. Da sind die Begabungen der Menschen nur die Tastatur auf der Gott selbst Klavier spielt. Zeuge sein ist viel mehr, als andere nur zu fragen, glaubst du auch an Gott?, oder ihnen ein Traktat in die Hände zu geben. Zeuge sein ist, die Macht der ewigen Welt, in das Heute der Menschen zu bringen.
Ein schönes Zitat von Pam Vredevelt: „Glauben heißt erkennen, dass die Aufgabe, die vor uns liegt, nie so groß ist wie die Kraft, die hinter uns steht.“
Wen leben und predigen wir mit unserem Leben?