Über das Schicksal hinauswachsen 

Das was größer ist als wir, zieht uns an, trägt uns und baut uns auf.
„Der Herr ist groß und sehr zu loben, und seine Größe ist unausforschlich.“

Ps.145, 3
Die unausforschliche Größe Gottes, ist genau das, was ein Mensch braucht, um als Person zu reifen. Das Kleine entwickelt sich am Großen. Ein großer Gott ist das Beste für die Weiterentwicklung des Menschen. Sich am Großen orientieren öffnet den Horizont und schafft Wachstum. Das Große ist Halt und richtet das Schwache auf. Größe erhebt über Niedrigkeit. Größe tröstet. Größe lässt aufblicken. Wo der Mensch nichts Größeres und Stärkeres hat als sich selbst, verkümmert er. Der Mensch bildet sich am Gebildeten, sagt ein geflügeltes Wort. Er lebt und baut sich auf an dem bereits Geschaffenen. Gestern zeigten wir die Multimediaschau Dalmatien in unserem Theater. Landschaften, Wasserspiele, markante Gesichter, großartige Bauwerke, Gegenlichtspiele an Fischerbooten und der Gesang der ungezählten Inseln versetzten in eine andere Welt. Geschaffenes sehen, den Spuren eines fantasievollen Schöpfers zu folgen, berührt und setzt gewaltige Bilder in alles Alltägliche. Größe Gottes löst im Menschen etwas aus. Wenn wir allein durch die Schönheit der Schöpfung, durch ein unendliches Weltall faszinieren lassen, weckt es unser Erstaunen und Faszination, doch seine Größe ist noch viel mehr. Seine Größe will nicht nur bewundert werden, sie will formen und gestalten. Die Größe Gottes liegt nicht in erster Linie in seinem Schaffen, sondern in seinem Sein. Größe, die sich in seinem Beziehungswillen und Erbarmen äußert. Größe Gottes bündelt sich erfahrbar in Christus. Darin bekommt seine Größe formende und gestalterische Kraft. In Christus ist der Mensch mit dem Unerforschlichen zusammengefügt.
An diesem Punkt hinterlässt Größe seine Spuren an uns. Wir sind von der ganzen Fülle Gottes durchdrungen. Wir sind nicht nur von Schaffenskraft umgeben, sondern selbst von Schaffenskraft bewegt. Größe Gottes wird ganz konkret in uns. In einem sterblichen Leib, manifestiert sich unerforschlicher Geist. Da wird Größe zur treibenden Kraft. Da werden belastete Gemüter reichlich getröstet und Jammer gestillt. Durch diese Größe wachsen und reifen wir über unser Schicksal hinaus.
Wenn wir bei dem Großen zuhause sind, wie soll da das Kleine uns aus der Bahn werfen?

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Hier rekrutiert der Chef 

„Siehe, ich will mich meiner Herde selbst annehmen und sie suchen.“

Hes. 34, 11
Wer sich mit Personalangelegenheiten beschäftigt kennt die Problematik von Neueinstellungen. Wie kommt eine Firma an die die richten Mitarbeiter? Da hat sich das Blatt in den letzten Jahren völlig gewandelt. Es bewirbt sich nicht mehr der Mitarbeiter bei seiner heiß ersehnten Stelle, sondern die Firma muss sich bei ihrem zukünftigen Mitarbeiter bewerben. Die wenigsten kommen noch von alleine.
Gott sucht sich seine Leute zusammen. Reich Gottes entsteht nicht weil Menschen auf der Suche sind, sondern weil Gott auf die Menschen zugeht. Gott ist der Kümmerer. Er spricht Menschen an. Das Netzwerk, das er aufbaut, knüpft er selbst. Wenn wir uns überlegen wie Gemeinde entsteht, dann nicht in erster Linie, dass wir unser Ding machen und irgendwann jemand dazustößt. Wo wir warten und über Nachwuchsmangel klagen, können wir sicher viele Erklärungen finden, warum wir in solch einem Dilemma stecken, doch suchen wir? Gott sucht, er nimmt sich der Menschen ganz konkret an. Jesus spricht die Fischer bei der Arbeit an und zieht sie für seine Sache ab. Heute würde man Headhunter sagen, also ein Abwerber. Reich Gottes geschieht durch Direktkontakt, durch Netzwerk, durch das auf die Leute zugehen. Gott überlässt nichts dem Zufall. Für seine gute Sache geht er auf richtig gute Leute zu und fischt sie heraus. Reich Gottes ist nicht das, man muss halt nehmen, was man kriegt, sondern aktives Kümmern um andere. Man muss Menschen kennenlernen und ihre Begabungen erforschen, und sie dann gezielt für einen Beruf oder genau ihre Berufung ansprechen. Von dem wie Gott rekrutiert, können wir uns eine ordentliche Scheibe abschneiden. Sucht die Menschen, nehmt sie an, und bindet sie ein in das große, umfassende Netzwerk.
Ist Gemeindebau nicht gerade das Netzwerk zwischen unserem Gebet und unserer Aktion? Müssen wir nicht viel offensiver auf die Menschen zugehen?

Garantiertes Wachstum

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wachsen und gedeihen liegt nicht in unserer Hand.

„Gleichwie ich über sie gewacht habe, auszureißen und einzureißen, so will ich über sie wachen, zu bauen und zu pflanzen, spricht der Herr.“
Jer. 31, 28

Wir sind enger an und mit Gott verbunden als wir glauben. Der Herr wacht, ist Zeichen dafür, dass nichts unkontrolliert abläuft. Da ist nichts in unserem Leben, das nicht seinen Stempel trägt. Alles was wir produzieren, trägt das Siegel: Made by Gott. Wo wir die ganze Welt auf den Kopf stellen, wo wir uns alle Füße herausreißen, wo wir ausreißen und einreißen, bauen und pflanzen, da handeln wir, doch das Ergebnis liegt außerhalb unserer Kontrolle. Dass der Baum, den wir pflanzen wächst, Blätter treibt und knackige Äpfel bekommt, haben wir nicht in der Hand. Alle unsere menschlichen Aktivitäten, liegen in dem der wacht. Wir können nicht garantieren oder bestimmen, dass eine Frucht reift. Wir haben zu pflanzen und zu bauen, das eigentliche läuft hinter den Kulissen ab.

Das ist für uns tröstlich und gleichzeitig das größte Wunder. Dass Reich Gottes entsteht, liegt nicht in unserer Macht. Es entsteht, mit uns und trotz uns. Wir werden es nie absehen können, was aus unserem Engagement alles gewaltiges Entstehen kann. Genau dort, wo wir uns um eine Sache mühen und scheinbar keine Ergebnisse sehen, wacht der Herr. Unsere Handlungen sind immer mehr Gottinspiriert und Gottabhängig als wir glauben. So entsteht das, was entsteht, nicht durch uns, sondern durch den, der in uns und an uns wirkt.

Weil der Herr wacht, ist keine Mühe umsonst. Weil der Herr wacht, steckt hinter all unserem Tun eine gewaltige Macht. Weil der Herr wacht, ist wenig immer viel.

Wenn das Gedeihen des Lebens unter solch einem wirkungsvollen Blick steht, warum sollten wir da nicht hoffnungsvoll unsere Aufgaben anpacken?

Sei ein Gewinner

1. Kor. 9, 24-27 – Predigt
„Selig sind die, die nichts erwarten, denn sie sollen nicht enttäuscht werden;“ sagte Jonathan Swift ein irischer Schriftsteller im 17. Jahrhundert. Unsere Erwartungen und unsere Ziele, bestimmen, was wir im Leben erhalten. Die meisten Menschen scheitern daran, dass sie Meister des Mittelmäßigen sind. Dabei bestimmen unsere Ziele unser Wachstum. Wir wachsen in sie hinein, wie ein Kürbis in eine Flasche. Doch viele von uns, wählen ein zu kleines Ziel, also eine zu kleine Flasche, dass sie in ihrem Wachstum eingeengt und begrenzt werden. Der volle pralle fette Kürbis, wird sich nie entwickeln können. 
Eigentlich sind wir alle Meister im Ziele setzen, da gibt es jede Menge Bücher, aber die brauchen wir gar nicht. Wir wollen ein bestimmtes Auto und setzten alles daran, dass es irgendwann in der Garage steht. Wir wollen nach Barcelona, und tatsächlich stehen wir dann, in der unvergleichbaren Gaudi-Kirche. Wenn wir uns etwas wünschen und hart genug dafür arbeiten, konsequent darauf zugehen, werden wir es auch bekommen. Wenn wir älter geworden sind, werden wir nur eines bereuen, die Dinge, die wir nicht getan haben.
Paulus will mit uns sportlich, hohe Ziele stecken, um für uns ein Maximum an Wachstum und Leistung zu erreichen.
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Vom starken Bild getrieben

„Wir kämpfen um einen Preis, der unvergänglichen Wert hat. Ich weiß genau, wofür ich kämpfe. Ich laufe nicht irgendeinem ungewissen Ziel entgegen.“
Menschen, die Großes in dieser Welt erreicht haben, orientierten sich nicht an dem, was realistisch ist, sie haben sich entschlossen, ihre Realität zu verändern.
Gott will unsere Realität verändern. Der Glaubende hat ein großes Ziel.  Er verbindet sich mit dem Bild, das sich Gott von ihm gemacht hat. In der Nachfolge übernimmt der Christ die Gottesvision von seinem Leben. Christus beginnt in ihn hineinzuwachsen. Mit Christus zeichnet Gott sein Bild in uns. Damit beginnt der erste Schritt in die Unmöglichkeit. Damit wird Reich Gottes in uns geboren. In uns Erdbehafteten, wächst eine andere Welt. Der menschliche Wille wird eins mit dem, was Gott sich von und für uns gedacht hat. Um Reich Gottes, den „unvergänglichen Wert“, in dieser Welt zu entfalten, braucht Gott Menschen, die sich auf seine Pläne einlassen, die Christus einlassen. Er möchte unser enges, irdisches Glas groß machen. Er will Menschen weit machen und aufmalen, dass sie unter einem viel größeren Horizont stehen, als das natürliche Denken erfassen kann.
Es ist faszinierend, wenn Menschen in Kühnheit große Projekte planen und sich in Dimensionen bewegen, die Normalbürger für unerreichbar halten. Denken wir an das Riesending „Stuttgart 21“, oder gewisse Forschungsprojekte in der Raumfahrttechnik, oder weltweite Friedensprojekte der Staatengemeinschaften. Bestaunenswerte, fast unfassbare Ziele – und Gott will noch mehr.
Er will unvergänglich. Er will sein Friedensreich im Sterben aufrichten. Er will in unseren Alltag, etwas von seiner unsichtbaren Welt hineinmischen. Er gibt dem menschlichen Sein eine unvergleichliche Würde, indem es irdisches Dasein überschreitet und Impulse aus Gottes heiler Welt, in eine unheile Welt setzt. Das Ziel der Glaubenden kann nur sein, dass die göttliche Veranlagung, dieses eingepflanzte Heil wirkt und wächst. Das heißt, in uns lebt die verrückte Idee, einer untergehenden Welt Hoffnung zu machen. Bei einem hassenden, verstockten Herz, zu glauben, dass Liebe es zum Schmelzen bringt.
Was lebt für ein Bild in uns, das sich in einer immer stärker säkularisierten Zeit durchsetzen und ereignen soll? Haben wir den Lebendigen vor Augen, vor dem alle Knie sich einmal beugen und ihn anbeten werden, oder läuft alles so dahin, und wir nehmen es, wie es kommt, wir können ja eh nichts machen? Wo wir kein Ziel haben, sind wir nicht heiß, wir haben keine Richtung, die uns lebendig wachsen und auf etwas zustreben lässt. Wo dieses Ziel, uns nicht antreibt, brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn uns der tägliche Kleinkram flach legt.

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2. Zu abnormaler Leistung motiviert

„Lauft so, dass ihr gewinnt! Wer im Wettkampf siegen will, setzt dafür alles ein. Ein Athlet verzichtet auf vieles, um zu siegen. Ich setzte mich für diesen Sieg ganz ein und nehme keine Rücksicht auf meinen Körper. Er muss sich meinem Willen fügen.“
Im Olympiavergleich wir uns klar, es geht um Kampf für etwas und gegen mich. Es geht um Mut, Eifer, Training, Enthaltsamkeit und Radikalität. Ein großes Ziel, steuert den Umgang mit Querschlägen und Rückschlägen. Je klarer unser Gottesbild ist, umso unbeirrbarer wird unser Kampfgeist, umso entschlossener die Leidenschaft für Wege in der Sackgasse. Als wir abgebrannt waren, malte der Architekt, das Bild in uns: „Das nächste Weihnachten werdet ihr im neuen Haus verbringen“. Eigentlich Größenwahn, den jeder sich gewünscht hatte, aber menschlich unmöglich hielt. Doch dieses Bild hat angetrieben. Dieses Bild hat Kräfte mobilisiert und konzentriert. Über allem Chaos, Mut raubenden, menschlichen Auseinandersetzung und unerträglichem Dreck, war dieses Bild wie eine Gottesoffenbarung, das eine starke, heimliche Macht ausübte. Wir sind auf Weihnachten eingezogen!
Unser Gottesbild treibt uns. Wo Christus in uns schwach ist, können wir nicht stark sein. Mit so einem Ziel, werden wir zum Kontrastprogramm zweier gegensätzlicher Welten. Es beginnt ein eisenhartes Ausdauertraining. Wir bekommen das Profil eines zähen Widerstandkämpfers. Für diese neue Welt liegt unser größter Feind zunächst in uns und unserem alten Denken. Für den Christus in uns, sind die höchsten Hindernisse, unsere rationale, irdische Art. Voigt sagt: „Wir haben unsere Freiheit nicht nur gegen den Leib, sondern überhaupt gegen den alten Menschen zu verteidigen.“
Wie entschlossen kämpfen wir gegen uns? Hinterfragen wir noch all unsere Gewohnheiten, ob sie unserem Ziel dienen? Wie sieht unser Kampf grundsätzlich aus?
Durch Christus können wir auf Sieg setzen. Wir wollen nicht nur ein bisschen gewinnen, wir wollen nicht nur dabei sein, wir wollen Platz eins. Wir geben alles für das oberste Treppchen. Wer so kämpft, kämpft anders. Er kämpft nicht unter Zwang, sondern in der vollen Leidenschaft seines Wollens. Die Liebe zu Christus, geht nicht zimperlich mit sich selber um. Sie leidet, sie kalkuliert Gegenwind ein, sie erträgt vieles, sie lernt mit Schwierigkeiten zu leben, weil Liebe vom Ziel und nicht vom Augenblick bestimmt ist.
Es geht nicht darum, was ein Christ darf oder nicht, was Gott erlaubt bzw. verbietet. Hier wird keine fromme und weltfremde Askese gezüchtet, die das Christsein sterilisiert und andere dadurch frustriert, sondern allein der Drang verstärkt, Ablenkendes auf dem Weg abzustreifen. Es geht nicht einmal um gut oder böse, richtig oder falsch, sondern gegen das was behindert und ausbremst. Mein Gottesbild bestimmt die Gangart und die Entscheidungen, die ich treffe. Es trägt, wenn wir mit Schmerzen leben müssen und unverhoffte Lebensschicksale den Verstand rauben wollen. Blessuren, Schrammen, Lebensbrüche, zeigen Entwicklung und Wachstum auf ein Ziel hin.
Mit der großen Vorstellung von Reich Gottes, mit dem Christus in uns, sollen wir über uns hinauswachsen. Das geht nur, wenn wir wie Gewinner kämpfen. Lasst uns realistisch sein, tun wir das Unmögliche.