Versöhnte Vielfalt

Wer einen gemeinsamen Nenner hat, kann mit vielen Ungereimtheiten klar kommen.

Du bist ja doch unter uns, Herr, und wir heißen nach deinem Namen; verlass uns nicht!“
Jer. 14, 9

Das klingt nach erstaunter Verwunderung; du bist ja doch unter uns. Das kann nur einer sagen, der von Gottes Nähe überrascht ist. So quasi, ich hätte nicht damit gerechnet, dass du dich zu deinem Volk stellst, trotzdem wir mit dir und untereinander nicht miteinander können. Gott verbindet was Menschen auseinanderreißen. Nicht nur in den Parteien der Politik gibt es einen Richtungsstreit, auch unter den Frommen können mächtig die Fetzen fliegen. Da sind die Konservativen, die sich auf alte Traditionen berufen und Bewährtes bewahren wollen, und da sind die Modernen, die gerne neue Antworten des Glaubens auf die Fragen der heutigen Zeit geben wollen. Da sind die, die schöne, reich gefüllte Liturgien lieben und die, die gerne alle Formen auflösen wollen, um dem Heiligen Geist viel Raum zu lassen. Bei Paulus waren es die Spannungen zwischen den Juden und den Christen, die oft für Zündstoff in den Gemeinden sorgten. Alles unter der Frage: Was ist Wahrheit? Darüber können sich selbst die Christen so richtig herrlich in die Wolle kriegen. Alt gegen Jung, Pop gegen Choral, Arbeit gegen Kontemplation. Genau an dem Punkt, wo manch einer sagt: Das ist nicht mehr meine Gemeinde, ich stelle mir Kirche anders vor, in der Umgebung kann ich meine Berufung nicht leben, bekommt unser heutiges Wort seine Bedeutung. Du bist ja doch unter uns zeigt, dass Gott da ist, auch wo die Verhältnisse nicht unserem Geschmack entsprechen. Gott ist da, weil die Alten und die Jungen nach seinem Namen heißen. Das Fundament von Kirche und Gemeinschaft ist nicht die Einheit in Geschmacksfragen, sondern die Einheit in Christus, dessen Namen wir tragen. Über den Christus-Namen verbindet Gott die Verschiedenheit. Im Glauben sind wir die Kinder Gottes, vom frommen Hippie, bis zum seriösen Stundenbruder. Dieser Name verbindet etwas, was sich normalerweise gar nicht verbinden lässt. Durch die Kindschaft, hat auch der eine Berechtigung, der mir menschlich nicht schmeckt. Christus und das Wort bringen die größten Unterschiede an einen Tisch.

Wo die Verschiedenartigkeit den gleichen Namen trägt, wächst zusammen, was zusammen gehört. Da ist der Andere ein Teil von mir, auch wenn er mich herausfordert und unangenehm ist. Christus liebt ausgerechnet den, mit dem ich mir schwer tue. Kann ich da noch so einfach ausgrenzen wo Gott verbindet? Kann ich da sabotieren, wo er Brücken baut? Kann ich da Schuld anrechnen, wo er verzeiht? Gelten da immer noch meine Maßstäbe, wo er ganz neue setzt? Wo wir nach seinem Namen heißen, verliert unser Name an Gewicht. Mit diesem Namen sind wir die Geliebten des Versöhners. Wir wachsen in eine Liebe hinein, die die Verschiedenheit verbindet. Das ist die Kirche der Zukunft. Das ist Reich Gottes, in dem die ganze Farbigkeit der Schöpfung, die Vielfalt der Auffassungen, vereint an seinem Altar steht.

Wo wollen wir differenzieren, was Gott versöhnen will?

Auslegungen für jeden Tag
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Die heilsamste Therapie

Wir sind unablässig von einer Leben schaffenden Kraft umgeben und durchdrungen.

„Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht.“1.Mose 1, 3

Knackiger und knapper kann man den Inhalt von Leben nicht mehr auf den Punkt bringen. Der 3. Satz der Bibel bahnt eine unverrückbare Leuchtspur. Gott kippt den Schalter. Gott schafft Licht; damit atmet die Schöpfung. Mit Licht entsteht Photosynthese und der Baum fängt an zu wachsen. Sonnenstrahlen, und schlagartig sind die Menschen gut drauf. Wo Licht ist, ist Leben. Mit dem Licht, ist alle Existenz auf lebendig sein gesetzt. Das ist kein Plan oder eine tolle Idee, es ist tatsächlich so. Es werde und es ward. Licht ist ein Tatbestand für alle Zeiten. Diese Voraussetzung liegt auf allem umnachteten Leben. Aller Finsternis ist das Licht ausgegangen. Gott hat gezielt am Anfang der Schöpfung die Nacht beendet. Er hat das ganze Betriebssystem der Erde auf „Go“ gestellt. Mit dem Licht stellt er alles Leben in seine Gegenwart. Alles Gedeihen lebt aus der Gottes-Präsenz. Gott in seiner Existenz garantiert wachsen, blühen und Frucht tragen. Im Licht wird der Mensch zu einem fruchtbaren Geschöpf. Die Beziehung zum Licht macht den Menschen aus. Wo die Lichter ausgehen, ist die Beziehung ausgegangen. Mit dem Christus-Licht bringt er das Licht nicht nur in die Welt, sondern ins Zentrum des Menschen. Christus ist das Licht der Herzen. In der Schaltzentrale, aus der alle Entscheidungen des Lebens hervorgehen soll dieses Licht aufgehen. Im Kern des Denken und Fühlens, sollen alle Nächte verschwinden. Christus ist die Großoffensive gegen die Finsternis und alle geistige Umnachtung. 
Von diesem Licht sind wir umgeben und durchdrungen. Wir haben damit den kürzesten Weg zum Leben, wenn die Lichter ausgehen. In unserem Miteinander wird es tagtäglich finster. Auf den besten Beziehungen liegen Schatten. Menschsein ist eben ohne Licht dunkel. Damit geschehen Verletzungen, es entsteht Frust und wir werden von Bitterkeit aufgefressen. Diese Nacht und dieser Sterbensprozess liegt auf den schönsten Freundschaften. Wir brauchen uns da keinen Illusionen hingeben, dass wir selbst das abstellen oder uns das abtrainieren können. Die Aufhellung, das Licht kommt nicht aus uns, sie kommt aus dem, der Licht ward. Wir können damit jeden Augenblick gegen alle Wachstumsstörungen angehen. Wir können, wenn wir versauern, uns so schnell wie möglich ins Licht setzen. Der Glaube ist die heilsamste Lichttherapie. Wo das Herz schwer und die Gedanken belastet sind, ist dieses Licht die beste Medizin.
Warum tun wir uns oft so schwer, die wohltuende Kraft des Lichtes an uns zuzulassen und nach einer schrecklichen Nacht, einen neuen Tag zu gestalten?

Hoffnung verwandelt Krisen in Wachstum

Mit einer starken Zusage in der Tasche, kann man große, hoffnungsvolle und geduldige Schritte tun.“

„Er gedenkt ewiglich an seinen Bund, an das Wort, das er verheißen hat für tausend Geschlechter.“

Ps. 105, 8
Was den Menschen ausmacht, liegt im Gedenken Gottes. Gott hat sich für alle Zeiten mit seinen Kindern vernetzt. Wo er an seinen Bund gedenkt, ist keine Luft dazwischen. Da ist nicht im Geringsten Platz für ein Auseinanderbrechen. Da ist der Mensch auf ewig an die Wirkungen des Wortes gebunden. Damit ist ein Fundament für einen Wolkenkratzer gelegt. Da kann ein Bauwerk entstehen, das jeden Tsunami übersteht. Gott gedenkt und der Mensch steht. Das ist eine mathematische Lebensformel, ein unumstößliches Naturgesetz. Weil Gott nichts von dem was er verheißen hat zurückzieht, hat der Mensch etwas in der Hand, was nicht der Vergänglichkeit unterworfen ist. Wo bei einer Eheschließung jeder weiß, dass er eine statistische Chance von 50 % für eine haltbare Verbindung hat, garantiert Gott 100%. Den Bund, den Gott schließt ist absolut krisensicher.  Die Zusagen, die in dem Wort den Menschen gegeben sind, haben kein Verfallsdatum. Weil Gott gedenkt, hat der Mensch nichts zu befürchten. In diesem Gedenken liegt Gottes „fürchte dich nicht“ und alles aufgefangen und getröstet werden. 
Die Hoffnung, die jemand entwickelt, kann nie aus sich selbst oder irgendwelchen Umständen kommen. Wir werden nicht dadurch getröstet, dass die Zeit viele Wunden heilt, sondern weil Gott gedenkt. Darauf kann man eine unverschämte Hoffnung bauen. Weil Gott auf Biegen und Brechen an seinem Bund festhält, kann der Glaubende geduldig darin ruhen, auch wenn seine Augen den Untergang der Welt sehen. Wo Gott gedenkt, kann der Mensch in einer angstfreien Zone leben. Da sind die Brüche des Lebens in keiner Phase hoffnungslos. Da endet das Leben nie im Schicksal. Da gibt es immer ein darüber hinaus. Diese Hoffnung macht stark, seine Krisen offensiv zu gestalten. Da gibt es auch dort einen Weg, wo vor uns die Straße aufgerissen ist. Da ist der Mensch nicht mehr schicksalsgeprägt, sondern hoffnungsangetrieben. Somit kann ein Mensch, der von solch einem Bund getragen ist, in allen Widerständen des Lebens nur hoffen, wachsen und reifen. 
Warum sollten wir da keine Hoffnung mehr haben, wenn das Leben uns in Einzelteile zerlegt? 

Unheil dient dem Wachsen

Gerichte haben einen Sinn.
„Wenn deine Gerichte über die Erde gehen, so lernen die Bewohner des Erdkreises Gerechtigkeit.“

Jes. 26, 9
Wenn es einer Bruderschaft die ganze Gärtnerei verhagelt oder die Kirche und Ordenshaus niederbrennt, ist das Zerstörung, die an den Lebensnerv geht. Der normale Mensch spricht von höherer Gewalt. Unsere Gegner sprachen von Strafe Gottes. Doch was wir auch in unserem Leben als Gericht erfahren, es steckt nicht die Vernichtung dahinter.
Gericht hat einen Zweck. Darin liegt eine Aufgabe. Nicht nur den Scherbenhaufen zusammenkratzen und neu aufzubauen; die Aufgabe heißt lernen. Wir sollen unter den Schlägen, die uns die Lichter ausgehen lassen, Gott kennen lernen. Gott will uns an den Grenzen unsere Daseins zu einer Entwicklung führen. In der Aus-Situation lernen wir Gotteserkenntnis. Wir lernen, wie er uns zum Guten führt. Wir lernen seine Gerechtigkeit. In unserer Ohmacht, will Gott in uns wachsen. Gericht ist ein Lernprogramm, das uns näher an Gott zieht. Dort wo allen menschlichen Mittel am Ende sind, lernen wir Gottvertrauen. Die Härte will weich und empfänglich machen. Gott arbeitet an unserem Wachstum. So erkennen wir, dass Gericht bereits wieder Gnade ist. Wir reifen auf ein Ziel hin, wir reifen in Gott.
So brauchen wir im oder unter dem Gericht nicht zu stöhnen und Gott und die Welt zu verdammen, sondern wir können uns fragen, was lerne ich daraus. Wo will Gott mit mir etwas ganz Neues beginnen? Wo setzt hier eine Entwicklung ein, die mich über meine Grenzen hinausführen will? Wo wir diesen Blick auf die Gerichte finden, bekommt alles Schwere einen wertvollen, tiefen Sinn.
Warum sollte uns da eine abgebrannte Kirche von Gott wegtreiben?

Geduld kann sich freuen 

auch nach der dunkelsten Nacht, wacht am Morgen die Sonne auf.
„Das Warten der Gerechten wird Freude werden.“

Spr. 10, 28
Warten strapaziert. Warten nervt. Warten scheint ein Zeitfresser zu sein. Wehe, das heute bestellte Paket kommt morgen nicht an. Schnelligkeit ist Trumpf. Im Geschäftleben werden die Schnellen die Langsamen fressen. Alles ist von Tempo geprägt. Für noch schnellere Internetverbindungen wühlen Gemeinden die Wohngebiete auf. Wenn eine Email nicht am selben Tag beantwortet wird, gilt es als unzuverlässig und träge. Geschwindigkeit als Qulitätsmerkmal.
Das heutige Wort entschleunigt. Warten ist ein verlorener Wert. Gottes Stärke ist sein Warten. Er wartet, bis der Sohn zurückkommt. Er wartet oft bis ans Sterbebett eines Menschen, bis er zum eigentlichen Durchbruch kommt. Im Warten liegt die Geduld zum Reifen lassen. Was wächst, was sich erneuert, was ausheilt braucht Zeit. Das ist Gottes Qualität, dass er sich diese Zeit gönnt. Da wird Warten zu einem Fest, weil man das Werden beobachten kann. Im Warten wächst das Neue. Eine Geburt kommt nicht unmittelbar nach der Zeugung. Im Warten erschließt sich ein Geheimnis des Lebens. Man entdeckt die Verwandlung von der Blüte zur Frucht. Im Warten verliert jede Nacht ihren Schrecken, weil darin der neue Morgen geboren wird.
Wir moderne Menschen müssen das Warten wieder als gestalterische Kraft entdecken. Wer warten kann, kann sich wieder freuen, weil er im Werden schon die Frucht und den neuen Morgen sieht. Deshalb bezeichnet Paulus die Geduld, als eine Gabe des Geistes. Die Geduld bleibt nicht in den augenblicklichen Schwierigkeiten stecken, weil sie den Weg der Reife kennt. Warten ist höchste Aktivität, indem wir hoffnungsvoll am Werden beteiligt sind.
Warum sollen wir jetzt verzweifeln, wenn das Warten aus Gras Milch werden lässt?
Einen gesegneten Sonntag wünsche ich euch.

Feuer macht stark

Glaubende sind so etwas wie Feuerläufer.
„Du hast Menschen über unser Haupt kommen lassen, wir sind in Feuer und Wasser geraten. Aber du hast uns herausgeführt und uns erquickt.“

Ps. 66,12
Leben ist ein Gang von Krise zu Krise. Es gibt Zeiten, in denen wir bis zum Hals in Widerwärtigkeiten stecken. Da sind wir einfach von den herrlichsten Problemen umzingelt. Egal ob Menschen oder Naturgewalten auf uns einstürzen, es geht uns so an den Kragen, dass uns schier die Luft ausgeht. Wir selbst sind schon einmal abgebrannt, andere durch Hochwasser schier mit ihrer Existens abgesoffen und was Menschen anrichten können ganz zu schweigen. Auch für Glaubende kann das Dasein ein Tanz auf feurigen Kohlen sein. Wer lebt wird unweigerlich auch mit den harten Seiten des Lebens konfrontiert.
Doch an Gott entscheidet sich, ob wir in solchen Situationen zu neuem gebrannt werden. Der Glaube macht den Unterschied, ob wir darin zerbrechen oder erquickt werden. In der Krise zeigt sich was der Glaube wert ist. Genau da wo der Mensch an seine Grenzen stößt, fängt Gott an seine Macht zu entfalten. Wo alles andere über uns mächtiger erscheint, entwickelt der Glaube Auferstehungskräfte. Erquickung geschieht nicht in den festlichen Zeiten des Lebens, sondern in den Dürrezeiten. Egal was über uns hereinbricht, der Glaube bricht aus. Durch Christus liegt in uns ein Kampfgeist, der Feuer und Wasser trotzt.
Somit sind wir keine Wasserschlucker, die kurz vor dem absaufen sind, sondern hellwache Gottvertrauer die geläutert aus dem Feuer gehen. Wer in der Krise Stärke erfährt wird stark. Widerstand richtet nicht zugrunde sondern lässt uns reifen. Der Glaube in der Nacht schafft die größten Persönlichkeiten. Deshalb scheuen wir nicht die feurigen Kohlen, über die wir gehen müssen, denn wir werden darin erquickt.
Wolllen wir weiterhin dem Feuer und Wasser die Schuld geben, dass es uns so dreckig geht und uns selbst um unser stark werden betrügen?

Vertauen entgiftet

der Löwe muss nicht der Stärkere sein.
„Sie zogen Daniel aus der Grube heraus, und man fand keine Verletzung an ihm; denn er hatte seinem Gott vertraut.“

Dan. 6. 24
Leben ist oft ein Kampf zwischen Gladiatoren oder ein Steckenritt durch die Löwengrube. Großes, das seine Macht am Kleinen ausübt, verletzten und schwächen will. Auch wenn die Kämpfe nicht mehr in einer großen Stierkampfarena ausgetragen werden, sind die Auswirkungen nicht weniger gering. Denken wir an den alltäglichen Psycho-Krieg, der selbst in frommen Kreisen stattfindet. Schwache Persönlichkeiten verletzen andere um sich stark zu fühlen. Verletzungen geschehen auf allen Ebenen und wir kennen zu sehr die Gefahr in der Löwengrube, der wir anscheinend hilflos ausgeliefert sind.
Daniel übersteht diese Attake unverletzt. Vertrauen war seine Waffe. Gottvertrauen bändigt Löwen. Wir sind von Bedrohungen und Verletzungsgefahr umgeben, wir haben eigentlich keine Überlebenschance, und der Glaube gewinnt. Vertauen auf Gott bezieht sich nicht auf die eingene verlorene Situation, sondern auf eine Macht, die höher ist als der brüllende Löwe.
Wenn wir von einer Giftschlange gebissen werden, können wir ihr nachjagen und sie verfolgen, doch das einzige was passieren wird ist, dass das Gift noch schneller durch unseren Körper getrieben wird. Viel besser ist es, nach dem Angriff, gleich Maßnahmen zur Entgiftung zu ergreifen. Provokation mit Krieg zu beantworten ist ein schlechtes Konzept. Vertrauen entgiftet. Vertrauen gibt sofort Kraft zurück. Wo wir in unserer Gefahr, Anfechtung und Verletzung auf den Christus zugehen, beginnt Heilung, werden wir aufgerichtet. Somit erfahren wir gerade in der Löwengrube eine Auferbauung die uns stark macht. Wer im Angesicht des Löwen Glauben wagt, reift zu einer Stärke, die den Löwen schrecken lässt.
Wir sind nie die hoffnungslos Ausgelieferten. Wir haben die Macht gegen die Demütigungen und Verletzungen anzuglauben.

Wollen wir dieses Vertrauen nicht wagen?

Das Kleine kommt groß raus

Gottes Lebenswille ist durch nichts aufzuhalten.
„Ich will die Übriggebliebenen meiner Herde sammeln aus allen Ländern und will sie wiederbringen zu ihren Weideplätzen, dass sie sollen wachsen und viel werden.“

Jer. 23, 3
Worüber Gottes „ich will“ steht, steht eine Energie die nicht zu stoppen ist. Allem Anschein zum Trotz wird das Reich Gottes nie untergehen. Gegen alle Zerstreuung und Auflösung, gegen alle Säkularisation steht Gottes Wille zum Wachsen. Auch wenn Menschen die ganze Welt auf den Kopf stellen und sie in Einzelteile zerlegen wollen, kommen sie nie gegen diesen Erhaltungswillen an. Reich Gottes ist ein Zielgedanke, der unter allen Umständen in Erfüllung gehen wird. Diese Vision Gottes kann keine Macht der Welt aufhalten. Für Gott steht dieser Gedanke bereits wie vollendet im Raum, wie ein fertiges Haus, das irgenwann in der Planungsphase war. Mit einer unscheinbar winzigen, angefochtenen Schar schafft er viel. Diese Verheisung steht über all dem mühseligen Ringen, über den sich auflösenden Kirchen und Gemeinden.
All unser noch so geringes Tun, hat die Verheißung von Wachsen und Viel. Wir stehen unter dem Vermehrungsprinzip, das schon Abraham zugesprochen wurde. Ihr werdet so zahlreich sein, wie die Sterne am Himmel und wie der Sand am Meer. Auch wenn Klöster aussterben und mehr und mehr aufgelöst werden, sagen der Abt und ein Bruder von Neresheim: Auch wenn wir zu zweit sind, machen wir aufgrund dieser Verheisung weiter. Wir sind im 30 jährigen Krieg schon einmal bei 4 Mönchen gestanden und hätten aufhören müssen, doch sie haben durchgehalten und das Kloster kam wieder zu einer großen Blüte.
Nichts ist aussichtlos was im Reich Gottes geschieht. Es kommt nicht auf unsere Kraft an, sondern auf Gottes „ich will“. Nicht die Umstände brauchen uns schockieren und Angst machen, sondern nur unser Mangel  an Glaube auf diese Verheisung. In der Selbstverständlichkeit, wie Reich Gottes wachsen wird, ist es ein Frevel, irgendwelche Zustände zu beklagen und zu resignieren. Mit solch einer Zusage können wir in allem unverschämt hoffen, Unmögliches glauben und unerschrocken unseren Einsatz bringen. 
Wie können wir da nur auf den unscheinbaren kleinen Rest schauen? 

Sonnengesang gegen Sorgen

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warum sollten wir uns sorgen?

„Gott der Herr ist Sonne und Schild.“
Ps. 84, 12

Es war einmal eine Regierung, die gab die Parole aus: Ohne Gott und Sonnenschein, bringen wir die Ernte ein.
Wenn wir schon sagen wollen ohne Gott, dann jedoch nie ohne Sonnenschein, das ist nicht nur biologisch unterbelichtet gewesen. Sonne ist Leben. Sonne ist die geballte Ladung Energie, die alles Leben aus der Reserve lockt. Selbst die Menschen brauchen die Sonne, damit ihr Gemüt nicht wie in dem lang anhaltenden trüben Frühjahr absäuft. Der Herr wird als dieser Energieball beschrieben. Wo Menschen von dieser Sonne berührt werden, ist Leben nicht mehr aufzuhalten. Da steckt ein komplettes „Hallo-Wach-Programm“ drin. Mensch und Sonne ist vorprogramiertes Blühen. Unter dieser Sonne wacht jede Blume wieder auf. Unter Gott sind die Lebensbedingungen auf Gedeihen angelegt. Was er werden lässt, steht unter seiner besonderen Fürsorge. Wenn er ein kleines Bäumchen pflanzt, kommt gleich ein Wildzaun herum, gegen Kahlfraß. Gott umhegt das Werdende und Entstehende.

Diesen lebenserhaltenden Gott können wir uns nicht stark genug in unser Bewusstsein brennen. Unser Lob und unsere Dankbarkeit darüber überwindet alle Angst. Das sind unsere Kampfmittel gegen die Nacht und Schutzlosigkeit. Nicht Mut ist das Gegenteil von Angst und Sorge, sondern Dankbarkeit. Auch der Mutige hat Angst, jedoch der Dankbare lässt die Angst verblassen. In Gott sind wir umsorgt. Wir können nicht aus dieser Sonne herausfallen. Mit diesem Wissen, kann der Glaubende der Nacht begegnen. Sein Sonnengesang überlagert alle Sorgen.

Was ist der Grund, all unserer Ängste? Für was müssen wir selber sorgen? Was hält unser Lob im Schweren zurück?

Wachsen unter scheußlichen Bedingungen

gute Wachstumsbedingungen gibt es nicht nur am optimalen Standort.

„Gott hat mich wachsen lassen in dem Lande meines Elends.“
1. Mose 41, 52

Wer einen Oleander aus dem mediteranen Klima bei uns durchbringen will, muss für die besten Verhältnisse sorgen, dass das gelingt. Viel Sonne, viel Wasser, viel Dünger. Wo das nicht möglich ist, wird ein Prachtstück zum Trauerfall.

Es geht um unser Wachstum und unser Gedeihen. Gott lässt wachsen unter katastrophlen Bedingungen. Im Lande meines Elendes, sind wohl die schlimmsten Voraussetzungen, die man sich denken kann. Da ist nichts von besten Bodenverhältnissen, nichts von optimalem Licht, nicht von Harmonie und idealen Umständen. Da ist alles nur schlimm. Das sind die Extremsituationen des Lebens, Ausnahmezustand, der eigentlich nichts Gutes zulässt. Da ist tiefste Nacht, da ist alles, was diese Welt an Scheußlichkeiten aufbieten kann.

Wo kein Funke von dem ist, was wir uns für unser Gedeihen wünschen, lässt Gott uns wachsen. Mein Elend ist der Humus mit dem Gott eine neue Kultur beginnt. Genau das, was uns zuwider ist, wird zum Dünger für eine prächtige Pflanze. Gott schafft keine anderen Umstände, sondern lässt im Elend wachsen.
D.h. dass manches Elend bleibt und trotzdem etwas wächst. Da geht nur mit dem, der das Elend überwunden hat. Jesus Christus. Christus ist das Wachstumshormon, das unter widrigsten Bedingungen Neues aufkeimen lässt. Er lässt verbrannte, schwarze Erde grünen.

Suchen wir keine besseren Verhältnisse, fürchten wir nicht das Elend unserer Tage, suchen wir Christus, dann lässt Gott die besten Früchte wachsen und die schönsten Blumen blühen.

Warum sollten wir die Angst haben, dass unser Leben unter den Spannungen und Unwirklichkeiten unseres Daseins zerbricht, wenn Gott uns gerade im Elend wachsen lässt?