Wer Zukunft hat, hat Energie

Sobald Wege, die vor uns liegen klar sind, entwickelt das Leben eine Eigendynamik.

„Eines jeden Wege liegen offen vor dem Herrn.“
Spr. 5. 21

Wo Wege offen vor einem liegen, kommt das Leben in Fahrt. Wer die Zukunft klar vor Augen hat, kann zielstrebig darauf zugehen. Ein Tag nach unserem Brand als wir in den Trümmern unserer Kirche standen, sagte der Architekt: In einem Jahr werdet ihr wieder in das neue Haus einziehen! Das war ein magischer Satz. Keiner sah dies zu dem Zeitpunkt als realistisch an. Wir wussten, was bauen heißt. Wir sahen die Schuttberge, die entsorgt werden mussten und wir kannten die Verfahren für neue Planungen und Genehmigungen. Doch wir waren im Advent abgebrannt und wir sind ein Jahr später im Advent wieder eingezogen. Offene Wege motivieren und treiben an.

Der Konflikt dabei ist, dass die meisten unserer Wege verschlossen vor uns liegen. Keiner weiß, was die Zukunft bringt. Unser Leben liegt vor uns, wie ein Buch mit sieben Siegeln. Doch lediglich für uns. Für Gott ist unser Verschlossenes völlig offen. Haarklein weiß er wo es lang geht und was auf uns zu kommt. Er ist mit unserer Zukunft verheiratet. Für ihn ist keine Frage offen. Ihm ist lichtklar was kommt und wo die Reise hingeht. In ihm steckt bereits die Dynamik auf das fertige Haus zuzugehen. Er sieht unser Leben vollendet vor seinen Augen. Er hat eine uneingeschränkte Vorstellung, von dem, was jetzt ist und dem abgeschlossenen Kunstwerk unserer Person. Er weiß, was er mit unserem ureigenen Leben, durch allen Zeiten hindurch erreichen will. So wie ein Unternehmer seine Vision entwickelt, wo er klar vor Augen hat, wie sein Unternehmen in zehn Jahren dastehen wird. So wie wir uns unser neues Auto vorstellen, das dann irgendwann in der Garage stehen wird. Diese Vorstellung hat Gott von unserem Leben.

Wenn das für ihn klar ist, können wir nur aus ihm diese Klarheit für uns selbst bekommen. Wo wir keinen Weg sehen, keinen Plan haben, alles nach vorne düster aussieht, bekommen wir den Durchblick bei dem, vor dem unser Weg offen liegt. Wo sich unser Blick für das Lebensbild Gottes, das er sich von uns gemacht hat öffnet, können wir völlig anders mit unseren Krisen umgehen. Mit dem Blick auf das, was wir einmal sein werden, werden die Schatten des Lebens zu Arbeitsschritten auf mein Ziel hin. Da dienen die brutalen Schläge der Reife einer Persönlichkeit. Wo meine Wege offen vor dem Herrn liegen, gibt es keine Situation, in der uns Gott verlassen hätte. Diese offenen Wege sind der größte Trost und zugleich der zielstrebe Antrieb.

Wollen wir unsere Lebenskraft vergeuden, und weiter planlos in die Zukunft tasten?

Auslegungen für jeden Tag
http://www.ebk-blumenmönche.de
https://brtheophilos.wordpress.com/category/predigt/tageslosungen/

Advertisements

Sei ein Adler

2. Tim 1, 7-10
Kennen wir die indische Version der Schöpfungsgeschichte? Da erschuf Gott die Welt. Er erschuf die Tiere und dabei als erstes die Muschel. Die Muschel hatte ein recht langweiliges Leben. Den ganzen Tag filterte sie Wasser. Das hieß für sie also “Klappe auf; Klappe zu; Klappe auf; Klappe zu; Klappe auf…”
Dann erschuf Gott den Adler. Dem Adler gab Gott die Freiheit, mit seinen weiten Schwingen über Berge, Meere und Täler zu fliegen. Und zusätzlich übergab er dem Adler auch die Verantwortung für seine Jungen. Dann erschuf Gott den Menschen. Erst brachte er ihn zu der Muschel “Klappe auf; Klappe zu; Klappe auf; Klappe zu” und dann zum Adler, der frei über den Klippen schwebte und für seine Jungen das Futter erjagte. Und der Mensch sollte sich entscheiden, welches Leben er führen will. Jeder denkt klar, das eines Adlers. Doch da war etwas, das ihn vor der Herausforderung zurückschreckte. Er entschied sich für die Ente, weil sie oberflächlich betrachtet dem Adler ähnlich sieht. Tatsächlich sind es jedoch zwei verschiedene Wesen. Während der Adler hoch oben in der Luft kreist, bleibt die Ente lieber dich am Wasser. Die hervorstechende Eigenschaft der Ente ist ihr quaken. Sie quakt eigentlich den ganzen Tag. Wir haben solche neben dem Blumenhaus. Wenn sie morgens wach wird quakt sie, wenn jemand einparkt quakt sie, wenn jemand auf den Friedhof geht quakt sie, wenn sie Futter will, quakt sie, wenn ich etwas nicht passt quakt sie.
Quaken statt Herausforderungen zu meistern, ein schlechtes Konzept.
.

1. Berufen zum Adler

„Er hat uns gerettet und uns dazu berufen, ganz zu ihm zu gehören. Nicht etwa, weil wir das verdient hätten, sondern aus Gnade und freiem Entschluss. Denn noch ehe diese Welt bestand, war es Gottes Plan, uns in seinem Sohn Jesus Christus seine erbarmende Liebe zu schenken. Das ist jetzt Wirklichkeit geworden, denn unser Retter Jesus Christus ist gekommen. Das ist die rettende Botschaft: Er hat dem Tod die Macht genommen und das Leben – unvergänglich und ewig – ans Licht gebracht.“
Gottes Vision für den Menschen ist riesig. Vom ersten Schöpfungstag dachte er an ein Duo Gott und Mensch. Mensch und Gott eine kraftvolle Einheit. Ein Zusammenspiel, das die Welt aus den Angeln heben soll. Gott will im Menschen seine Herrlichkeit verwirklichen. Bevor der Mensch überhaupt einen Atemzug macht und eine Reverenz vorweisen kann, will ihn Gott haben. Der Mensch hatte noch gar keine Gelegenheit darüber nachzudenken, ob er das will, da ist er schon berufen. Bevor die Welt entstand, stand Gottes Gnade. Sein Christus-Konzept war bereits Teil seiner Schöpfung. Das Miteinander zum Menschen ist ihm so heilig, dass er allem Auseinander brechen von vornherein entgegen steuerte. Da war bereits Rettung, bevor der Mensch verunglückte. Christus ist keine Notlösung, weil Gottes Plan irgendwann aus dem Ruder gelaufen ist, sondern gehörte von Anfang an zur Schöpfung. Vom ersten Morgen an, lag das unvergänglich Ewige als Weihe in jeder Lebenszelle. Vom ersten Atemzug lag in Christus die Macht, das Sterben zu Überleben. Das ist die Realität, die Gott dem Leben gegeben hat. Der Mensch steht vom Anfang an in Christus und dadurch in Gottes Wirklichkeit. Das ist Schöpfung; beschränktes, gefallenes Mensch sein zu verlassen und in Gottes grenzenloser Realität aufgehen. Gemeinsam mit Gott, wird ein unvergänglich weiter Raum, zu unserer Wirklichkeit. Wir sind von Anfang an für das Darüberstehen herausgerettet, um der Herrlichkeit Gottes ein Gesicht zu geben. Dazu sind wir berufen, frei zu sein und uns über unser Dasein zu erheben.
Adler überwinden höchste Berge und endlose Täler. Sie sind eiserne Kämpfer, die sich von keinen Naturgewalten beeindrucken lassen.
.

2. Von Enten umzingelt

„Schäm dich also nicht, dich in aller Öffentlichkeit zu unserem Herrn Jesus Christus zu bekennen. Halte auch weiter zu mir, obwohl ich jetzt für ihn im Gefängnis bin. Sei auch du bereit, für die rettende Botschaft zu leiden. Gott wird dir die Kraft dazu geben.“ 
Wer zum Adler-Dasein ansetzt, bekommt es mit der Realität der Enten zu tun. Enten sehen nicht sehr weit über Ihren Teich hinaus. Die öffentliche Meinung hält den Ball flach. Evangelium und Öffentlichkeit sind wie Adler und Enten. Was bei Gott möglich ist, geht bei Enten nicht. Wer Gott gehört, kollidiert von vorn herein mit der Horizontbegrenzung der Tümpelbewohner. Wer in der Welt des Unglücks lebt, in einer Welt der Unmöglichkeiten, der kann nur quaken, wenn er von einer unvergänglichen Welt hört. Wo der Unglaube zur Realität geworden ist, ist Christus ein unrealer Fantast. Und Irre gehören in die Anstalt.
Je enger die Ideologie umso voller sind  die KZ. Enten versuchen immer die Überflieger am Boden zu halten. Glaube und Pranger stehen dicht beieinander. Gotteswirklichkeit und Kreuz gehören zusammen. Die rettende Botschaft erntet unweigerlich Buhrufe. Leiden und Verachtung sind die Wegbegleiter der Berufenen. So wie Gottes großes Denken in einer aufgeklärten Gesellschaft auf Widerstand stößt, werden auch die, die zu ihm gehören abgelehnt. Keiner braucht sich zu wundern, wenn er einen Maulkorb oder Handschellen angelegt bekommt. Alle Welt wir uns zeigen, was nicht geht. Enten stehen für Repressalien. Quaken will einschüchtern, will klein halten und auf ihr Niveau ziehen. Quaken ist ein Zeichen, das sich Menschen selber disqualifiziert haben. Sie haben ihrer eigenen Entwicklung keinen Raum gegeben und sind in ihrem Mensch sein stecken geblieben.
Auch wenn sie quaken, können sie diese wahre Wirklichkeit, die uns beflügelt nicht übertönen. Die größte Erniedrigung führte zur Erlösung. Für Gottes Herrlichkeit braucht sich keiner schämen. Wer Christus kennt, der kann bekennen. Darin liegt ein Zwang nicht zu schweigen. Wer im Großen steht, übernimmt größere Verantwortung. Wo die Erkenntnisse umfassender werden, werden die Aufträge umfangreicher. Großdenker dürfen sich nicht von Enten klein machen lassen.
.

3. Start zum Höhenflug

 „Denn Gott hat uns keinen Geist der Furcht gegeben, sondern sein Geist erfüllt uns mit Kraft, Liebe und Besonnenheit.“

Was aus Gott kommt setzt sich durch. Was aus dem Reich Gottes wird, bestimmen nicht die Kleingeister. Adler sind unbekümmert. Sie finden ihren Weg und gehen ihn.
Bei Glaubenden gibt es einen gravierenden Unterschied, sie sind nicht von der Angst vor dem Tod geprägt, sondern können das Leben in der ganzen Grenzenlosigkeit riskieren. Sie sind nicht ängstlich davon bestimmt, wie entgehe ich all der Gefährlichkeit, die auf das Leben einwirken kann und ziehen zur Sicherheit die Bremse an, sondern wagen in der Gefährlichkeit die Vision Gottes. Sie sind von einem Geist getrieben, der Berge überwindet. Da sind Kräfte da, die alles Menschenmögliche übersteigen.
Adler handeln; sie nehmen das Leben in die Hand und gestalten, allen Widerständen zum Trotz. Sie gehen die Extra Meile und tun immer mehr, als jemand von ihnen erwarten kann. Enten suchen Ausreden, Adler suchen Lösungen. Enten gehen kein Risiko ein, Adler haben manches Mal Angst, doch sie handeln trotzdem. Enten erinnern sich noch nach Jahren an das Unrecht, das ihnen angetan wurde, Adler vergeben. Für Enten besteht die Welt aus einem kleinen Tümpel, Adler erreichen die höchsten Gipfel. Enten schimpfen auf die Umstände, Adler verändern die Umstände. Adler fordern ihre Mitmenschen.
Haben wir schon einmal beobachtet wie sie ihre Jungen auf das Leben vorbereiten? Da wird zuerst das halbe Nest zerlegt, bis es für die Kleinen zu ungemütlich wird und sie mit ihren Flugversuchen beginnen. Wenn einer nicht freiwillig startet, werfen in die Eltern einfach aus dem Nest. Sollte dieses Junge nicht die Flügel öffnen, jagen die Eltern im Sturzflug  hinterher und bringen es in Nest zurück, um es bald wieder hinauszuschmeißen, bis es fliegen lernt.
 In der Nähe eines Glaubenden müssen andere wachsen, müssen andere dem Licht begegnen. Glaubende fürchten keine noch so widrigen Umstände. Sie durchdringen das Leben mit einem Geist der diese Welt nicht kennt. Der Geist der Liebe und Besonnenheit, ringt nach Wegen, wie Gottes Lebenswille die Menschen findet. Er sprüht vor Phantasie, wie er all das Kleine zu diesem Höhenflug bringt. Gott hat uns zu diesem erhebenden Dasein berufen. Wollen wir da nicht wie ein Adler durchstarten?
(Beispiele nach Bodo Schäfer)