Unglaube verhindert Segen

Leben ist loben, weil es aus dem Himmel mit Strömen der Liebe regnet.

„Bei dem Herrn findet man Hilfe. Dein Segen komme über dein Volk!
Ps. 3, 9

Berufene sind Gesegnete. Sein Volk, sind die aus allen anderen Völkern herausgewählten. Gott pickt sich Menschen heraus, denen er Gutes tun will. Gott hat den Drang und das Bedürfnis sich mit dem was er hat und ist mitzuteilen. Er sagt: Mensch ich gebe dir etwas, was dir kein Mensch geben kann. Mit mir kannst du was erleben. Von Gott erwählt zu werden ist ein Privileg, es ist eine besondere Gnade. Da sind Menschen, die er zu etwas macht, was die natürliche Laufbahn durchbricht. Gott am Menschen und Gott im Menschen, da fließt der Segen. Mit Christus hat der Mensch eine Goldader entdeckt. Ab diesem Moment ist die Versorgung gesichert. Berufen zu sein heißt, Gott übernimmt alle Sorge. Wo Gott sein Volk segnet, können zwei Hände voll junge Leute, mit Anfang zwanzig, ein Millionenprojekt starten. Das Kapital einer beginnenden Bruderschaft waren einige Spaten, zwei Schubkarren und eine Berufung. Damit hat Gott das Land umgegraben und uns das Staunen gelehrt. Was jetzt nach Jahrzehnten entstanden ist, lässt nichts mehr von den bescheidenen Anfängen erahnen. Gott hat sich in unserem Fall keine Geschäftsleute, Wirtschaftsunternehmer oder Architekten berufen, sondern Schüler, Lehrlinge und frischgebackene Gesellen. Segen und Hilfe sind die Begleiterscheinungen der Berufenen. Das ist der Inhalt des Glaubens. Gott ruft die Nichts-Habenden, dass daraus Großes entsteht. Dass darin offensichtlich wird, Glauben hat nichts mit menschlichem Können und Vermögen zu tun, sondern mit berufen und für den Segen offen sein. Gott will menschliches Denken und menschliche Maßstäbe durchbrechen, er will dem Glaubenden zeigen, was er drauf hat. Segen offenbart, dass Gott souverän über alle Umstände hinweg handelt. Da ist immer mehr da, als unser Denken zulässt. Segen ist Liebe, die wie ein Wasserfall, nicht zu stoppen ist.

Um im Segen zu leben, diese Glückseligkeit auszuschöpfen, braucht es einfach Menschen die nichts haben, jedoch alles glauben. Glaubende folgen dem Ruf, und nicht dem, was sie für möglich halten. Berufene brauchen nichts mitbringen, weil Gott alles beisteuert. Somit ist wirklich alles möglich, für den der glaubt. Der Glaubende ist der Gesegnete, da fließt immer mehr zu, als das was da ist. Ein Leben mit Gott fängt erst da richtig an, wo wir nichts vorzuweisen haben, wo wir armselig und hilflos vor ihm stehen, und ihm Platz machen für seinen Segen. Da kommt immer mehr als wir je glauben können.

Bremsen wir nicht oft mit unserem Unglauben den Segen aus?

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Der Flügel ist sicher

Was ein Adler unter seinen Flügeln hält ist ihm heilig.

„Wie köstlich ist dein Güte, Gott, dass Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben!“
Ps. 36, 8

Adlerjungen sind Glückspilze. Sie brauchen sich um nichts zu sorgen. Was der Adler schützt, ist geschützt. Da werden Flügel zu unüberwindbaren Mauern. Für die Jungen eine sichere Zuflucht, in der sie die Gefahren der freien Wildbahn überleben. Wird der Adler ausgeschaltet, wird seine Brut angreifbar. Dieses Bild steht für einen Menschen in Gott. Gott steht und garantiert unser Dasein. Wir sind die heilige Brut, auf die er sein Auge wirft. Zu diesen Flügeln kann der Mensch sich flüchten. Jeder kleine Vogel weiß um diesen Ort, wenn´s brenzlich wird. Da ist ein größeres Vertrauen in den Zufluchtsort, als in den eigenen Kampfgeist. Jede Jungbrut weiß um den sichersten Ort unter dem Flügel. Das ist Güte, in dessen Schutz das Leben liegt.

Wenn wir allein unseren Körper, den ganzen Organismus betrachten, was sich dahinter für ein Gesundheitssystem verbirgt, sehen wir an der Macht der Regenerierungskräfte, die wie Flügel über unserem Leben sind. Jede Verletzung, jede Krankheit ist eine Störung des Gleichgewichtes im Körper, wo sofort die Gesundheitspolizei mobilisiert wird, die für Ausgleich und Heilung sorgt. In uns laufen so viele Schutzfunktionen ab, dass wir eine Rettungsstation in uns selbst haben. Wir sind von Güte berührt und durchdrungen. Gottes Schutz ist hautnah. Dem können wir bedingungslos vertrauen.

Paulus bringt das auf den Punkt: Werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat. Er kämpft gegen das Wegwerfen. Denn wenn das Vertrauen weg ist, ist der Schutz weg. Ohne Vertrauen keine Zuflucht. Wer Gott nicht mehr vertrauen kann, schadet seinem Leben. Vertrauen ist Leben, Misstrauen nimmt Leben. Da dreht uns eine Hassspirale in den Untergang. Mit Misstrauen, werden wir innerlich und äußerlich aufgefressen. Da versauert die ganze Existenz. Das Vertrauen ist der Glaube an die Güte. Wo wir in den Widerwärtigkeiten der freien Wildbahn Vertrauen wagen, haben wir Zuflucht. Im Gottvertrauen ist der Schutz größer als die Gefahr. Vertrauen ist das Ja zu dem, dass der, der die Flügel über uns ausbreitet, es gut macht. Vertrauen ist köstlich.

Warum kann das Misstrauen so viel Schaden anrichten, wo doch ein Flügel über uns schwebt?

Größe liegt im Darunter

Wenn für den Menschen nichts höher ist als er selbst, woher sollte er dann seinen Trost erhalten?

„Wer will Gott Weisheit lehren, der auch die Hohen richtet?“
Hiob 21, 22

Weisheit und Einsicht ist auf dem Gipfel eines Berges. An höchster Stelle erkennt der Wanderer die Zusammenhänge des Tales. Bergsteiger lieben diese Augenblicke am Gipfelkreuz, wo ihnen alles zu Füßen liegt und sie das faszinierende Panorama erfassen, das ihnen im Tal verschlossen war. Weisheit des Lebens erschließt sich an der höchsten Stelle des Lebens, bei Gott. Das höchste Maß an Erkenntnis und Durchblick liegt bei dem Höchsten. Genau an der Stelle, die den Menschen überragt. Direkt unter Gott, ist der Mensch am Gipfel der Gefühle angekommen. Unter Gott ist der Platz, an dem sich das Leben entschlüsselt und die Zusammenhänge klar werden. Wo Gott der Höchste ist, ist alles andere darunter. Nichts überragt diese Größe. Er ist der Allumfassende, unter dem sich alles Sein abspielt. Menschliche Weisheit und Größe ist darin verankert. Wo dem Menschen nichts mehr heilig ist, wo ihn nichts mehr überragt, ist er allein seinem Können und Vermögen überlassen. Er hat sich selbst zur Größe definiert und stürzt ab, wo diese Größe angekratzt wird. Hochmut kommt vor dem Fall. Im Leben dreht sich alles darum, dass ein Mensch den Mut gewinnt, sich auf den Höchsten zu verlassen. In diesem Mut liegt die wahre Größe des Menschen. Es ist der Mut Gott über sich Gott sein zu lassen. Es ist der Mut sich loszulassen und Vertrauen in den Höheren zu wagen. Das ist die Demut gegen das selbst groß sein wollen.

Wir kämpfen und rackern um unsere Größe. Von überall wird uns zugerufen, du brauchst mehr Selbstvertrauen. Von klein auf wird uns beigebracht uns zu behaupten. In der Wirtschaft musst du der Platzhirsch sein, sonst gehst du unter. Jeder will der Größte und Beste sein, um die höchsten Marktanteile zu haben. Alles Ringen um Größe steht auf wackeligen Füßen. In diesem Selbstbehauptungskampf liegt ganz viel Angst, klein, verlassen und unbedeutend zu sein. In diesem Kampf um die eigene Größe um das eigene ich, liegt ganz viel Schwachheit, weil das Vertrauen in den Größen verloren gegangen ist. Wo wir das Vertrauen und die Demut verlieren, sind wir dazu verdammt, für uns selbst zu streiten. Diese Urteil steht über dem Leben der Gehetzten und Getriebenen. Weisheit ist sich in Demut unter Gott zu stellen. Wer in dem Höchsten ruht, braucht keine Angst für sich selbst haben.

Wie wollen wir von uns selbst Trost und Hoffnung erwarten, wenn wir keinen Höheren über uns haben?

Durchfallen unmöglich

„Ich stehe zu dir, egal was kommt!“ Das steht in Stein gemeißelt über unserem Leben.

„Israel, du sollst mein Knecht sein; ich erwähle dich und verwerfe dich nicht.“Jes. 41, 9

Wer solche Worte ausspricht, ist eine umwerfende Persönlichkeit. Gott macht eine Treue-Aussage ohne Wenn und Aber. Wer von ihm einmal erwählt ist, ist für immer erwählt. Erwählen und nicht verwerfen sind bei ihm eins. In seinem zu dem Menschen stehen, ist Gott so stark, dass das für alle Zeiten hält. Völlig unabhängig, wie der Mensch sich verhält. Bei aller Untreue des Menschen, kann Gott nur treu sein. Da ist eine gefestigte Macht, eine unerschütterliche Liebe, die sich durch nichts aus der Bahn werfen lässt. Egal welchen Mist die Menschen bauen, ob sie Gott aus der Schule laufen, oder ihm ins Gesicht schlagen, das irritiert ihn nicht. Sein Erwählen wird ihn nie reuen. Und das in einer Zeit, in der die Menschen quasi zum Loslassen und Aufgeben erzogen werden. Wenn es dick kommt, schmeißt man die einst gute Beziehung hin. Da zählt nichts mehr. Erwählt und doch verlassen. Doch bei Gott sieht die höchste Form der Erwählung so aus, dass Christus zu dem Verbrecher am Kreuz spricht: Heute noch, wirst du mit mir im Paradies sein. Was der Mensch auch verbockt hat, Gott steht zu ihm. Selbst die größte Schuld kann ihn nicht schockieren. Gott ist absolut enttäuschungsresistent. Wer solch eine Treue an den Tag legt, ist sich selbst treu. Er ist nicht von Stimmungen und Tageslaunen abhängig. Liebe ist eine Größe, die ja sagt und beim Ja bleibt, und wenn die Welt Kopf steht. Wo ein Vater in solch einer Beharrlichkeit hinter seinem Sohn steht, steht eine unzerbrechliche Hoffnung über seinem Leben. Egal, welchen Bock er schießt, welche Bauchlandung er macht, da steht ein Auffänger daneben. Wo die Treue regiert, kann kein Mensch ins Bodenlose fallen. Gott erwählt, das steht für alle Zeiten fest. Gottes Treue heißt, dass er auch am tiefsten Punkt unseres Daseins gegenwärtig ist.

Zu aller Zeit sind wir in diese Gegenwart gestellt und zum Knecht sein berufen. Wir stehen in einem höheren Dienst, trotz unserer Untreue. Seine Treue stellt uns nach jedem Versagen sofort wieder an die Arbeit. Wir können lückenlos weitermachen, auch nach jedem Scherbenhaufen, den wir produziert haben. Wir bekommen keinen Stempel wie bei der Musterung aufgedrückt, auf dem steht: Untauglich. Der Treue schafft mit den Untreuen sein Werk. Wer nicht verworfen ist, wer nicht weggeworfen wird, kann mit großem Mut weitermachen, egal was ist und was war.

Warum sollten wir über irgendetwas verzweifeln, wenn da einer fest zu uns steht und an uns glaubt?

Selber groß, geht in die Hos‘

Der Ganzguss des Menschen liegt in der Ehrfurcht gegenüber seinem Schöpfer.

„Fürchtet den Herrn und dient ihm treu von ganzem Herzen; denn seht doch, wie große Dinge er an euch getan hat.“

1. Sam. 12, 24
Der altgewordene Samuel gibt die Essenz seines langen Lebens, als Abschiedsrede an die Israeliten weiter. Im Rückblick auf die Kapriolen eines Volkes, das von Gott erwählt ist und ständig aus seiner Führung ausgebrochen ist, stellt er klar, die Zukunft liegt in der Ehrfurcht vor dem Herrn. In der Ehrfurcht vor Gott entscheidet sich Wohl und Wehe eines ganzen Volkes uns jedes einzelnen Menschen. Wo die Ehrfurcht schwindet, verlässt der Mensch die Bindung an seinen Schöpfer. Er steigt aus dem wichtigsten Lebensgebot aus, auf das alles aufgebaut ist. „Du sollst den Herrn deinen Gott fürchten, lieben und ihm vertrauen.“ Das ist die Grundlage allen Lebens. Darüber kann der Mensch nicht befinden oder entscheiden, ob er das will, sondern es ist die Tatsache, dass wir der Ton in der Hand des Meisters sind. Ehrfurcht ist die Anerkennung, dass Gott etwas mit dem Leben plant, das er mit anvertraut hat. In dieser Ehrerbietung erkenne ich an, dass Gott mein Leben gehört. Ich kämpfe nicht in eigener Mission, sondern ich bin ein wertvolles Teil einer großartigen Geschichte. In der Ehrfurcht stellen wir die Weichen, wer in unserem Leben das Sagen hat. Samuel sagt: Eurer Ungehorsam, eurer Mangel an Ehrfurcht hat damals das Volk in die Wüste geführt. Der ehrfürchtige Mose und Aron brachten die Gerufenen von Ägypten nach Kanaan zurück. In der Ehrfurcht liegt die willige Hingabe, liegt das ganze Vertrauen, dass da einer mit mir große Dinge schafft. Die Ehrfurcht macht zu treuen Dienern des Höchsten. Da verschaffen wir uns nicht eigene Größe, wollen etwas sein, was wir gar nicht sein sollen, sondern da ist es das Größte, das zu sein, zu was Gott uns dachte. Im Dienen von ganzem Herzen, liegt der Lebensauftrag der Gerufenen. Damit arbeitet Gott an einem Werkstück, das seinen höchsten Zweck erfüllt. Damit wird das Holz zur Geige und der Same zur Blume. In der Ehrfurcht hat das Holzbrett aufgehört sich gegen seine Bearbeitung zu wehren, um zu etwas anderem zu werden als es gedacht war.  Die Ehrfurcht macht den Menschen vor Gott geschmeidig.
Zukunftsträchtig ist das, was Gott in die Hand nehmen kann. Das bewahrt uns vor dem Dahinwursteln in unserem eigenen Leben. Wo die Ehrfurcht vor Gott schwindet, können wir uns nur noch verrennen. Tragfähig ist das, wo wir uns willig für große Dinge bearbeiten lassen.
Wo fürchten wir noch, wir könnten verlieren, wenn wir „unsere Sache“ nicht selbst in die Hand nehmen? 

Den Quälgeist überwinden 

Wer seine Angst überwindet, kann ein Volk, gegen den Zorn des Königs aus Ägypten führen.

„Fürchte dich nicht, denn du sollst nicht zuschanden werden.“

Jes. 54, 4
Was den Menschen zurückhält, mutig und kraftvoll Hindernisse zu überwinden, ist seine Angst. Genau hier setzt Gott an. Gott will mit Menschen Geschichte schreiben. Er hat einen außergewöhnlichen Plan. Er baut sein Reich in die irdische Welt. Dabei fordert er Menschen zu unmenschlichen Taten heraus. Der Mensch wird in Handlungen gestellt die er nicht sehen und verstehen kann. Er wird in das Wagnis des Glaubens und Vertrauens hineingenommen, das beim natürlichen Denken auf Widerstand stößt. Somit steht der Glaubende mit sich in einem inneren Kampf. Er muss ein Vertrauen wagen, gegen seinen eigenen Verstand und gegen jedes bessere Wissen. Der Glaubende betritt Wege gegen seine eigene Angst. Gerade dort, wird er von Gott an die Hand genommen. Wege, die Gott gehen heißt, stehen unter dem „fürchte dich nicht“. Bei seinem Plan mit uns, übernimmt er die Navigation. Wenn du Furcht, im Sinne von Ehrfurcht vor mir hast, brauchst du Menschen und Dinge nicht mehr zu fürchten. Da steht eine höhere Macht gegen alles Bedrohende. Wo Gott die Furcht nimmt, gibt er für seine Wege den Rückenwind. Die stärkste Überwindung die er geschaffen hat, ist in Christus. Er sagt: In der Welt habt ihr Angst, doch ich habe die Welt überwunden. In Christus, wird der Glaubende zum Angstüberwinder und damit zum sich selbst Überwinder. 
Damit kommt der Glaubende allen Widerständen zum Trotz in die Gänge. Darin liegt seine Antriebskraft gegen allen Schrecken. Da wird alle Vorsicht und Zurückhaltung aus der Reserve gelockt. Da führt Mose das Gottesvolk aus der Knechtschaft des ägyptischen Königs. Da läuft ein Bonhoeffer aufrecht seinem Galgen zu. Wo die Angst überwunden ist, können wir mutige Schritte des Glaubens wagen. Da hat der innere Quälgeist zu schweigen. Da können nicht mehr die eigenen Empfindlichkeiten bestimmen. Da habe ich keine Angst mehr um die eigene Ehre. Da brauchen wir nicht die Anerkennung der Massen. Wo uns die Angst genommen ist, haben wir eine königliche Narrenfreiheit, entschlossene Wege im Glauben zu  gehen. 
Warum sollten wir Angst vor ungewöhnlichen Wegen haben? Warum sollten uns neue Weg Angst machen?  Warum sollte nicht neuer Glaube, das alte Denken überwinden? 

Fröhliche Sünder wagen Vertrauen

Wo der Mensch Gott erkennt, erkennt er sich selbst.
Gott der Herr rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du? Und er sprach: Ich hörte dich im Garten und fürchtete mich; denn ich bin nackt.“

1.Mose 3, 9-10



Das ist der Stoff aus dem ein Krimi gestrickt ist; Schuld und Sühne, Vergehen und wieder gut machen. Vor Gott erkennt der Mensch, wer er in Wahrheit ist. Vor Gott fängt das Versteckspiel an, oder der Aufbau neuen Vertrauens. Der Mensch bewegt sich zwischen schuldig werden und Schuld wieder los werden. In dieser Spannung lebt die ganze Menschheit. Adam, wo bist du, ist die Kernfrage des Lebens. Darin erlebt er einen Gott der Furcht und der Gnade. In der Erkenntnis des Nacktseins, des bedingungslosen ausgeliefert Seins an Gott, dem vor Gott nie gerecht sein Könnens, begegnet dem Mensch, ein sich nahender Gott. Gegen die Blöße, stellt Gott seine ganze Gegenwart. Der Unvollkommenheit begegnet ein barmherziger Gott. Gott will Nacktheit bedecken. Er will Schuld aus der Welt schaffen. Er geht bei allem sich selbst erkennen und erschrecken auf neues Vertrauen zu. Die spannungsgeladene Auseinandersetzung zwischen, wo bist du, und ich bin nackt, nimmt Gott selbst in die Hand. Durch den Heiligen Geist erkennt der Mensch nicht nur den erschreckenden Gott, sondern den Barmherzigen. Wo wir die Nacktheit erkennen, erfahren wir im gleichen Moment den Christus, der sie bedeckt. Da wird das Sündersein nicht zum Problem, sondern zu Befreiung. Die eigene Ohnmacht wird nicht mehr zum Schock, sondern zu der Erfahrung, die Liebe ist stärker als die Gerechtigkeit. Weil wir in Christus Kinder Gottes sind, können wir rufen: Abba, lieber Vater. 
Das führt alle Schulderkenntnis aus der Verzweiflung heraus. Da gibt es nichts Unverzeihliches mehr. Gott kommt mit jedem Mist klar. Das kann vieles spannungsgeladene Miteinander entspannen. Da brauchen wir nicht Schuldige suchen, oder uns selbst verstecken. Da können wir offen mit unserem Versagen kommunizieren. Das Stehen vor Gott, kann ungeschminkt mit eigener und anderer Schuld umgehen. Da können wir zu einem fröhlichen Sünder werden, der immer neues Vertrauen zu Gott wagt.
Ist das sich selbst erkennen nicht der Anfang, dass einem Gott größer wird?

Auf und ab findet eine Konstante

O Gott, gib uns immer neu erfrischende Herzlichkeit und schenke uns die Heiterkeit im Glauben.

„Erfreue mich wieder mit deiner Hilfe, und mit einem willigen Geist rüste mich aus.“

Ps. 51, 14
Wer so betet, kennt die Stunden des Absackens im Glauben. Er kämpft mit Trauer und eigener Unwilligkeit. Wie schnell verlieren wir den Glaubensmut, wenn es im Leben dick kommt. Wie schnell geben wir auf und verzagen wir, wenn Unerwartetes über uns hereinbricht. Glaube bewegt sich zwischen Macht und Ohnmacht. Er lebt in der Spannung zwischen Tag und Nacht. Glaube durchlebt die ganze Hinfälligkeit unserer Menschlichkeit. Daher kann sich der Glaube nicht an der menschlichen Gebrechlichkeit entzünden. Glaube kann nicht aus dem Menschen kommen, er entzündet sich an der Gottesgegenwart. Glaube ist Gabe, ist Geschenk, ist das Vertrauen, das Gott weckt. Der Glaube ist das Echo auf den handelnden Gott. Wo der Glaube schwach wird, wo die Zweifel nagen, muss nicht der Mensch seine Anstrengungen verdoppeln, sondern seine Schwachheit zum Gebet werden lassen. Das „erfreue mich wieder“, ist kein Selbstmotivationsprogramm, sondern genau die richtige Adresse für Absacker. Gott baut auf. Das Gebet wird zur Hilfe. Gott selbst ist die Anlaufstelle, wenn wir erkennen, wir hängen ab. Krisen sind normal, dunkle Stunden gehören zum Dasein, doch sie sind der Anfang eines Gebetes. Wo wir an uns selbst verzweifeln wollen, wenn wir erkennen, wie wenig wir zur Liebe und Glauben fähig sind, ist das der Anfang, auf die Hilfe zuzugehen. Wir brauchen regelrecht die Spannungen im Glauben, um unsere Gottabhängigkeit zu entdecken. Erst wenn wir unsere Schwachheit erkennen, kann die Liebe zu Gott groß werden. Wo wir am Ende sind, fängt Gott erst richtig an.
Wo wir unsere Leere spüren ist der beste Augenblick, an dem Gott groß werden kann.  Es sind nicht unsere glaubensstarken Tage an denen uns die Hilfe groß wird, sondern gerade die Wegstrecken, an denen wir ausgelaugt und müde geworden sind. Wo wir mit unserem eigenen Versagen konfrontiert sind, wo wir an Gott und der Welt verzweifeln wollen, wo nichts mehr da ist, kann Gott zu allem werden. In der Dunkelheit entfaltet das Licht seine schönste Wirkung. Daher verkrampfen wir uns nicht, wenn es nicht rund läuft; bitten wir um neuen Glauben, um erfrischende Herzlichkeit, um Heiterkeit und all die Gaben, die nur von ihm kommen.
Ist die Durststrecke im Glauben, nicht der Weg zu viel mehr Hingabe?

Vertrauen gegen allen Anschein

Für Verlassenheitsängste gibt es nur einen Platz.
„Herr, warum stehst du so ferne, verbirgst dich zur Zeit der Not?“

Ps. 10, 1
Auch der Glaube kennt Dürrezeiten. Zeiten, in denen das „Warum“ triumphiert. Leere, Ausweglosigkeit, Nacht. Da rennt der Glaube an Wände und findet seinen Gott nicht mehr. Die Warum-Frage wird von Sinnlosigkeit gequält. Suche ohne Antwort. Der Gott der Nähe schweigt. Doch interessant ist, dass das Warum nicht in den luftleeren Raum hinausgeschrien wird. Das Warum wird zu einer Frage, zu einem Verzweiflungsgebet, zur Anklage und zum Schrei nach Gott. „Warum lässt Gott das zu? Warum geschieht das ausgerechnet mir? Die Hilflosigkeit sucht eine Adresse, einen Ansprechpartner. Es ist ein vorsichtiges oder ärgerliches Suchen nach Licht. Auch wenn wir immer wieder sagen, dass es auf Warum-Fragen keine Antworten gibt, zeigt sich, dass die scheinbare Gottverlassenheit zu Gott treibt. 
Selbst Jesus klagt am Kreuz seinen Vater an: Mein Gott, warum hast du mich verlassen? Der Gottessohn schreit seine Not zum Himmel. Sein Weg führte durch die dunkelste Stunde seines Lebens zur Herrlichkeit. Er durchschritt den schrecklichsten Punkt, des von Gott weggerissen Seins, zur Befreiung aller Menschen aus der Gottverlassenheit. Sein Warum-Schrei bekam in der tiefsten Sinnlosigkeit seinen Sinn. Im Zeitpunkt des Warums, steht der Mensch vor Gottes heiliger Autorität. Da begegnet er einer Größe, die menschlich nicht mehr fassbar ist. Wie will eine Ente, einen Adler verstehen können. Die Welt Gottes spielt in einer anderen Liga. Unendliches Licht ist nicht für den Verstand gemacht.
Wo uns das Licht verborgen ist, offenbart sich unsere Welt des Glaubens und noch nicht Schauens. Gottes Reich ist zu aller Zeit gegenwärtig, doch für uns noch anfangsweise und verborgen. Solange wir auf der Erde leben, ist Herrlichkeit gegenwärtig, doch für uns nicht in dem Maße sichtbar, wie sie wirklich ist. Nur im Glauben mischen sich diese beiden Welten. Wo das Warum das Leben quält, findet der Glaube den Weg durch die Nacht. Die Zeit der Not, will im nicht sehen, das Vertrauen wecken. Wo das Warum zum Himmel schreit, findet der Glaube den nahen Gott. Im Glauben können wir mit dem umgehen, was wir nicht verstehen. Vertrauen ist ein Wagnis gegen allen Anschein. In unserer Ohnmacht, können wir nur dem Mächtigen Raum geben.

Was hindert uns, im Zweifel dieses Vertrauen zu wagen? 

Glaube gegen rote Lämpchen

Wer den Ruf im Ohr hat, sollte gehen.
„Mach dich auf und handle! Und der Herr möge mit dir sein!“

1.Chronik 22, 16
Wer braucht eine solch knappe, prägnante Handlungsaufforderung? Wir wissen doch, was wir zu tun haben. Es ist ein Anschupsen der Müden, Erschlagenen und Trägen. Die in den Widerständen schwach Gewordenen erhalten einen Motivationsschub. Es ist die Aufforderung an die Jünger, nach einer erfolglosen Nacht, nochmals gegen besseres Wissen die Netze auszuwerfen. Mach dich auf, ist der Ruf, zum bedingungslosen Gottvertrauen. Aufmachen ist das zielstrebige Gehen, gegen die eigene Erfahrung, gegen die leeren Netze. Aufmachen, ist das Losziehen auf sein Wort. Da ist eine Ansage, bei der der Verstand rebelliert. Geh entschlossen voran, ist gegen die Gesetze der Natur, gegen das Fachwissen, das du dir angeeignet hast.  Der Ruf des Wortes durchbricht das rationale Denken. Darin zeigt sich die unvorstellbare Kraft, die in dem Wort liegt. Darin entfaltet sich der handelnde Christus. Wer sich auf den Ruf dieses Wortes aufmacht, handelt nicht mehr selbst, sondern in dem verwirklicht sich das gesprochene Wort. Das menschliche Handeln ist von dem dynamischen Handeln Gottes durchdrungen. Im Losziehen auf sein Wort, verwirklicht sich Christus an uns. Da gelten andere Gesetze.
Die Jünger waren mit Sicherheit schlapp nach der Nacht und nach dem Frust, nichts gefangen zu haben.  Sie hätten gut und gern Jesus, der sie nochmals losschickte, sagen können: Meister, lass nur, vom Fischen haben wir mehr Ahnung und außerdem sind wir jetzt völlig fertig. Doch in dieser niedergeschlagenen Lage zu sagen, auf dein Wort wagen wir es noch einmal, das ist Glaube. Da wo alles gegen uns spricht, wo wir menschlich alles versucht und ausgereizt haben, setzt das Wort einen drauf. Die Netze werden rappelvoll, wie noch nie, durch das Vertrauen auf ein Christus-Wort. 
Wo das Wort uns zum Handeln auffordert, heißt das nur gehen und alles wagen. Mach dich auf, ist das unbeirrte Vorangehen, auch wenn im Gehirn alle roten Lämpchen angehen. Der Ruf fordert uns gegen alles rationale Denken aktiv zu werden. Wir sind zu einer Kühnheit im Glauben gerufen, zu einem Vertrauen gegen menschliches Wissen. Wo wir zum Handeln aufgefordert werden, will ein anderer unsere Netze füllen.
Was hält uns zurück, dieses Vertrauen zu wagen?

Einen gesegneten Sonntag wünsche ich euch.