Unter allen Umständen sinnvoll

Der Mensch ist weit mehr als nur das Ausleben seiner inneren Triebe und Spannungen, oder das Opfer sein, aus den Verkettungen von Ereignissen, die auf ihn einströmen.

Das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel schließen will nach dieser Zeit, spricht der Herr: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein.“
Jer. 31, 33

Wo Gott einen Bund schließt, unterscheidet sich der Mensch von allen anderen Lebewesen und der ganzen Schöpfung. In diesem Bund verheiratet sich Gott mit seinen Geschöpfen. Er wird ein Teil von ihnen und definiert sich über diese Beziehung. Seinen ganzen Lebenswillen investiert er in diese Beziehung. Sein freiheitliches Denken legt er in den Lebenswillen des Menschen. Wo er sein Gesetz in Herzen schreibt, ist der Mensch neu konfiguriert. Da wird göttliche Software zum Betriebssystem. Da gilt das Gesetz der Liebe, der Barmherzigkeit und die Kraft der Auferstehung. Wo er dieses Gesetz in unseren Sinn schreibt, ist kein Mensch mehr ein Gefangener seiner selbst. Da kommt zum Ausdruck, welch eine starke Macht in uns lebt. Da wird das Leben von Grund auf durch diesen Bund sinnvoll. Gott schreibt den Sinn in die Existenz des Menschen. Damit wird er liebes- und hingabefähig. Der Mensch geht darin auf, sich an eine Sache hinzugeben, oder an einen Menschen zu verschwenden. Er wird dadurch selbst zum Schöpfer und Liebhaber des Lebens. Er erfährt seinen Sinn, indem er von sich selbst wegsieht und auf etwas anderes zugeht. In dieser schöpferischen Selbstverschwendung liegt die größte Sinnhaftigkeit. Wo dieses Gesetz in den Menschen gelegt wird, ist der Mensch unabhängig von allen äußeren Umständen. Da ist das Leben auch in tiefstem Leid noch sinnvoll.

Da hat ein junger Mann, bei einem Starkstromunfall solche Verbrennungen erlitten, dass ihm die Ärzte im OP mit Tränen in den Augen, beide Arme und beide Beine abnehmen mussten. Unter psychotherapeutischer Begleitung entdeckte er danach den Sinn seines Lebens. Mit einem Holzstäbchen im Mund konnte er auf einer Tastatur schreiben und damit Querschnittspatienten trösten und vom Selbstmord abhalten. Der Sinn fängt dort an wo Arme und Beine aufhören. Der Mensch ist niemals das Opfer seines Schicksals, seiner schlechten Erziehung, einer unharmonischen, spannungsgeladenen Gemeinschaft. Wer irgendwelchen widrigen Umständen, die Schuld gibt, dass sein Leben sinnlos ist, hat noch nicht erkannt, dass ihm der Sinn ins Herz geschrieben ist. Es ist eine gewaltige Irrlehre der Psychologie, dass der Mensch das Opfer seiner schwierigen Kindheit ist, oder unter einem unversöhnten Vater-Sohn-Komplex leidet, oder irgendwelche schicksalshaften Umstände für eine unglückliche Entwicklung verantwortlich sind. Es ist uns ein Sinn ins Herz geschrieben, das ist dieser starke Bund, der keine Ausreden zulässt, in der größten Krise seine Verantwortung wahrnimmt und zur Liebe fähig wird.

Wenn solch ein unverbrüchliches Lebensgesetz in uns lebt, weshalb schreiten wir nicht unter allen widrigen Umständen zu einem sinnvollen Leben durch?

Auslegungen für jeden Tag
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Zum Verschwenden geschaffen

Nichts ist widersprüchlicher, als ein Christ, der für sich selber lebt.

„Weigere dich nicht, dem Bedürftigen Gutes zu tun, wenn deine Hand es vermag.“
Spr. 3, 27

Dem Bedürftigen Gutes zu tun, ist zutiefst Gottes Wesensart. Haben um zu geben, ist Leben in sich. Verschenken, hingeben, sich entäußern, ist die Wolle, aus der Menschen gestrickt sind. Gott hat das Leben mit Gutem vollgetankt, damit das Dasein eine Weltreise unternimmt. Alle Existenz lebt davon, dass Gott sich darin hineininvestiert hat. Wir sind die mit Güte, mit Gaben, mit Wohlwollen, mit Erbarmen Angefüllten. In jeder unserer Bewegung steckt Gottes ganze Zuwendung. Gott macht es Spaß, uns lebendig zu halten. Das ist seine ganze Liebe und Selbstbestimmung. Das was er ist und hat sprudelt auf uns zu. Er kann sich in keiner Faser seines Wesens zurückhalten und auf sich beziehen. Das Gute hat den Drang zum Du, sonst würde es vereinsamen. Diese Grundbestimmung ist uns seit dem ersten Atemzug in die Wiege gelegt. Es ist das Lebensgeheimnis, das der Glaubende an Gottes Seite entdeckt und ausschöpft.

Wo Gaben und Gutes nicht fließen, ist der Glaubende ein See ohne Zufluss und Abfluss. Da beginnt früher oder später das große Fischsterben. Das was wir empfangen haben, ist uns zum Geben gegeben. Aufleben hat mit hingeben zu tun. Das ist ein Lebensgesetz, das vielen modernen Lebensentwürfen entgegensteht. „Gönne dir Gutes“, „nimm dir Zeit für dich selbst“, hat bestimmt einen richtigen Ansatz, doch darin liegt nicht die eigentliche Erfüllung. Wer das Leben in seinem ganzen Reichtum ausschöpfen will, kann nicht das was er hat verbrauchen, sondern muss sich selbst verschwenden. Das steht gegen alle Angst zu kurz zu kommen. Das kenne ich aus meiner eigenen Berufung. In meinen jungen Jahren hatte ich partout ganz andere Pläne, als ins Kloster zu gehen. Da war ein riesen Drang in die äußere Mission, in die große weite Welt. Da war der Gedanke an ein festgefügtes Leben in Gemeinschaft eine Beklemmung. Doch als über Umwegen klar war, Blumenmönch ist dein Weg, hat mich Gott eines Besseren belehrt. Ich konnte diese Geheimnis erleben, dass im sich selber aufgeben, mit allen Gedanken und Lebensplänen, eine größere Lebenserfüllung liegt, als in allem, was ich mir selbst an Land gezogen hätte.

Unsere Gaben haben wir nicht für uns, sie sind für andere. Unsere Zeit, unser Geld, unsere Kinder, unser eigenes Leben, sind Gabe zur Hingabe. Dort wo Gott uns hineinfließen lassen will, mit dem, womit er uns überschüttet hat, dort ist unsere Aufgabe. Wo wir zuhalten und uns weigern, verarmen wir und die Bedürftigen.

Was haben wir und was sind wir, das dort wo es gebraucht wird, zum Guten wird?

Vor Güte explodieren

Es sind die vielen kleinen Freundlichkeiten, die die Menschen aufbauen und am Leben erhalten.

Herr, die Erde ist voll deiner Güte; lehre mich deine Gebote.“

Ps. 19, 64



In kleinen Freundlichkeiten liegt große Kraft. Die Güte des Herrn sind die unscheinbaren Liebesperlen, die tagtäglich auf unsere Teller fallen. Da bringt uns einer ganz unerwartet zum Schmunzeln. Gestern war Nikolaus. Der Gang in den morgendlichen Speisesaal war ein Überraschungseffekt. An jedem Platz stand ein Teller mit einem Schokonikolaus, der auf rotgoldenen eingewickelten Pralinen gebettet war. 20 mal ein unerwarteter Blickfang, der in müde Gesichter ein Strahlen brachte. Gottes Gebote sind Güte und Freundlichkeit, damit muntert er die Welt auf. Güte ist die unverhoffte Liebesgabe, die die Seele streichelt. Da ist eine ausgestreckte Hand, die mir Gutes tut. Eine Kleinigkeit, die Welten in Bewegung bringt. Für einem Moment entgleisen die starren Furchen im Gesicht und formen sich zu einem entspannten Lächeln. Güte erfüllt nicht nur ihre Pflicht, sondern ist das Quäntchen mehr, das Herzen elektrisiert. Da rührt sich das ganze Wohlwollen, die Hingabe zum Du, das den anderen aus der Reserve lockt. Gott ist Güte pur. Er will mit Gutem überraschen, er will mit winzigen Impulsen zum Leben wecken. Da ist ein ständiges Necken und Herausfordern. Gott hat Lust uns mit Gutem zu überschütten, um dadurch unseren Trott zu verwandeln. Da kommen laufend Hallo-Wach-Impulse. Die Krippe ist solch ein Liebes-Impuls, der in die Schockstarre der geängstigten Menschen fällt.
Wo wir seine Gebote lernen, hat das nichts mit Katechismus zu tun. Es ist das Lernen der Güte. Es ist das Tagesgeschehen zu durchbrechen, für einen Moment der Freundlichkeit. Der selbst Beschenkte muss zwangsläufig andere beschenken. Meine Gaben bauen den Nächsten auf. Nach der Nikolaus-Attacke am Morgen, habe ich mich zu einer Blumenüberraschung hinreißen lassen. Der Real-Markt hatte gestern einen Blumenstrauß bestellt, den ich zustellen durfte. Die Empfangsdame mit ihrer Kollegin bedauerten, dass sie nicht selbst die Adressaten für diese Blumen waren. Sie bemerkten beiläufig, dass sie sich auch einmal über eine weiße Rose freuen würden. Ich fuhr in den Laden zurück und nach einer Weile dachte ich: Warum nicht? Kurz darauf stand ich mit zwei weißen Rosen am Empfang und löste einen Freudenschrei aus. Die Kollegin wurde über Mikro herbeigerufen, und dann nur noch eine fassungslose Umarmung. 
Güte und Freundlichkeit sind herrliche Gebote voller Überraschungseffekte. 🙂
Was hindert uns, vor Güte zu explodieren?    

100% Ernte

Wer aus der Fülle schöpft, kann mit Freuden teilen.
„Vor dir freut man sich, wie man sich freut in der Ernte.“

Jes. 9, 2
Gottes Ernte ist anders. Seine Gesetze von Saat und Ernte unterliegen nicht den Witterungsbedingungen eines eisigen Frühjahrs. Wo bei uns der letzte Nachtfrost bereits die Kirschen geerntet hat, sind bei Gott die Körbe unglaublich voll. Wenn wir an Ernte denken, ist die Freude oft nicht mehr so groß, weil Wetter und eine harte Marktwirtschaft ihren Tribut fordert. Freude kommt dort auf, wenn man Gottes Wirtschaftsprinzip erlebt. Er sät, er teilt aus, er verschwendet und verschenkt sich. Da ist eine permanente Investition in alles was lebt. Die ganze Welt ist voller Gottesberührungen. Was von diesem energiegeladenen Schöpfer bearbeitet wird, kann weder Frost noch Hagel aufhalten. Bei Gottes Saat, ist Ernte garantiert. Da werden die Körbe prall voll sein. So viel lässt sich gar nicht einsammeln, was im Reich Gottes entsteht. Gott steht für Frucht und Fülle. Wo Gott die Welt beackert, kann es nur in einem Fest enden. Reich Gottes ist Ernte satt.
Wo wir in solch einem Wachstumsvollzug stehen, ernten wir unablässig aus dieser Güte. Was von Gott kommt hat keine Frostbeulen, da sind solch pralle Früchte und Gaben, die kein Mensch für sich verbrauchen kann. Die Ernte Gottes ist zum Weiterreichen bestimmt. Wir können geben und verschenken. Gottes Ernte stiftet Gemeinschaft. Gottes Ernte baut Kirche. Unter dieser Ernte entstand die Urgemeinde, wie sie in der Apostelgeschichte beschrieben wird. Da werden die Glaubenden ein Herz und eine Seele, weil diese Güter verbinden. Was Gott gibt ist so reichlich, dass keiner raffen muss, sondern er ist regelrecht gezwungen es zu verschenken, dass die Ernte nicht umkommt.
Das ist Festfreude, bei der die Gaben in die Gemeinschaft hineinfließen und darüber hinaus. Diese Ernte erfahren wir nicht erst am Ende unseres Lebens, sondern wir stehen jetzt schon mittendrin.
Wenn unser Korb so prallvoll ist, haben wir da nicht genug Grund zum Freuen? Haben wir damit nicht reichlich zu tun mit Verschwenden und Austeilen?

Loben ist lieben 

von dem was kostbar ist, kann man nicht genug bekommen.
„Lobet den Herrn! Denn unseren Gott loben, das ist ein köstlich Ding.“

Ps. 147, 1
Köstliche Dinge erfüllen Herzen. Sie wecken die Leidenschaft der Gemüter. Das sind nicht nur Dinge, die sich genußvoll über unsern Gaumen bewegen, das sind Kostbarkeiten, die durch und durch gehen. Das sind Menschen, die wir lieben, das sind Aufgaben die uns erfüllen. Köstlich ist das was satt macht, was aufbaut, erfüllt und antreibt. 
Gott loben ist köstlich. Eine Kostbarkeit, die uns manchmal fremd ist. Wir danken Gott, für Essen und Trinken, wir danken ihm für Gesundheit und dass es uns gut geht. Wir finden immer wieder Gründe wofür wir ihm danken können und meinen das auch ernst. Loben ist weit mehr als Dank. Wo das Danken immer eine Bezug auf irgendwelche Handlungen Gottes hat, ist Loben zweckfrei. Lob geschieht um Gottes willen. Im Lob feiert unsere Existenz Gottes Gegenwart. Da verliert sich das Herz an seinen Schöpfer. Im Lob verschmelzen zwei Lebensmelodien. In der Anbetung wird der Mensch zum Mensch, der in Gott seine ganze Erfüllung findet. Im Lob kommt das Herz in seinem Zuhause an. Loben ist lieben. Im Loben werden wir zur Geige, bei der Gott selbst den Bogen führt. Im Lob werden aus zwei eins. 
Lobet den Herrn, ist der Zweck unserer Existenz. Dasein ist Gotteslob. Jedes Miteinander, jede Arbeit soll diesen feierlichen Charakter tragen. Ein lobendes Leben baut auf und erfrischt. Dieses Gotteslob ist das Köstlichste was uns in die Hände gelegt ist.
Welche Hymnen sind die Melodien unseres Lebens?

Wir sind die lebendige Barmherzigkeit 

im Richtigen zu stehen, heißt abgeben zu können.
„Der Gerechte weiß um die Sache der Armen.“

Spr. 29,7
Die Sache der Armen ist Gottes heiße Nummer. Mangel ruft Gott auf den Plan. Der Gott der Fülle, sieht seine Aufgabe in den Bedürftigen. Wo Überfluss sich in Richtung Mangel in Bewegung setzt, wird etwas gesund. Gerecht ist nicht, dass jeder sich selbst zum Glück verhilft, sondern gerecht ist das Erbarmen mit dem Unglücklichen. Gott denkt dabei mehr als nur sozial. Gerecht ist der, der die Gnade verstanden hat, der weiß, dass Leben ohne einen barmherzigen Gott gar nicht möglich ist. Wer sich als Bedürftigen vor Gott erkennt, bzw. sich als von ihm Beschenkten sieht, der kann der Not des anderen nicht mehr hartherzig begegnen.
Mich hat es sehr bewegt, als neulich bei einer Geburtstagsfeier mehrere junge Familien sich entschlossen, der mit anwesenden syrischen Praktikantin, Kleider und Spielsachen für ihre Familie zukommen zu lassen. Jeder hatte Zuhause einiges an Kindersachen, die nicht mehr gebraucht werden, die so einer Flüchtlingsfamilie viel Freude machen würden. Der Gerechte denkt und handelt über sich hinaus. Das ist ein gesundes biblisches Prinzip, das in der Dankbarkeit geboren ist. Wo Gott aufmacht, kann der Mensch nicht zumachen. Menschen am Herzen Gottes erkennen, ihr Reichtum und Überfluss ist anvertrautes Gut zum Weiterreichen.
Überall wo wir auf Not treffen, sei das materielle Armut, seien das geistig, geistliche Mängel, sei es irgendeine Form von Unrecht, sind wir in die Pflicht genommen. Als gerecht Gemachte, als Befreite und Erlöste sind wir Handlanger der Erlösung. Durch uns erfahren die Menschen den barmherzigen Gott.
Ist das wirklich genug, wenn wir genügend haben?

Wir sind die größte Gabe

Gaben sind nicht in erster Linie zum verbrauchen, sondern um damit die Welt zu bereichern.
„Aller Welt Enden sehen das Heil unseres Gottes.“

Ps. 98, 3
Wie kommt Gottes Wohlwollen in die Welt? Wenn Gott Heil bringt, geschieht das immer umfassend. Heil beginnt bei der Grundversorgung, dass wir einen reich gedeckten Tisch haben. Heil bringt den inneren Frieden in ein Leben. Gott überschüttet die Menschen mit seinem Guten. Das feiern wir an Erntedank. Wir selbst sind prallvoll mit diesem Guten. Gott hat uns zu hochbegabten Geschöpfen gemacht. Es ist von allem viel mehr da, als die ganze Welt verbrauchen kann. Von Gott sind die Voraussetzungen geschaffen, für ein Leben im Überfluss, in der Fülle, in Liebe, in Kraft und in Dankbarkeit.
Das Elend beginnt, wo der Mensch, diese Gaben, dieses Heil, nicht gebraucht und verwirtschaftet. Wo Gottes Überfluss nicht weiterfließt verarmt die Welt. Wo der Friede nicht das Leben erfüllt, regiert das Unrecht. Überall wo der Mensch eigennützig die Finger dazwischen hat, haben nicht mehr alle zu essen. Gaben müssen fließen, Lichter müssen leuchten und sich nicht verstecken. Alles was Gott gegeben hat, muss sich ausbreiten und entfalten, dass es für alle reicht.
Das ist unser Auftrag an Erntedank, nicht nur für die Gaben zu danken, sondern sie dankbar auszuteilen. Nicht nur die Ernte teilen und freudig weitergeben und kräftig Brot für die Welt unterstützen, sondern unser ganzes Leben hingeben. Heil geschieht, wo geheiligte Menschen nicht mehr zuhalten, sondern sich verströmen. Wo wir die Gaben, die Gott in uns hineingelegt hat zurückhalten, fördern wir das Unheil. Wir selbst sind die größte Gabe, dass eine Welt das Heil in seiner ganzen Bandbreite erfährt. Verschwenden wir diese Früchte!
Oder wollen wir unser Licht unter den Scheffel stellen?
Einen gesegneten Sonntag wünsche ich euch. 

Wie aus Worten Gesang wird 

wo wir mit anderen teilen blühen Rosen.
„Dein Herz soll sich´s nicht verdriesen lassen, dass du deinem armen Bruder gibst.“

5. Mose 15, 10
Das Herz ist auf Verschwendung programmiert. Von sich wegfließen lassen, ist Gottes Lebensprinzip. Weggeben macht reich und lebendig. Wo Gott lebendig machen will, geht das immer über den Weg zum Du. Was ein Herz antreibt ist nicht das für sich vereinnahmen, sondern das sich dem anderen hingeben.
Reichtum Gottes liegt darin, dass alle seine Lebensäußerungen zu uns fließen. Die ganze Dynamik Gottes liegt in seinem auf Menschen zuströmen. Sich hingeben bringt seine Schöpfung zum leben und blühen. Sein sich in die Welt hineininvestieren entfaltet heilende Kraft. Er bekämpft Armut, Schwachheit und Unvermögen mit uneigennütziger Zugabe. Darin liegt ein großes Lebensgeheimnis, dass wer dem Armen gibt, selber nie arm wird.
Dieses Geheimnis ist uns in die Hände gelegt. Je mehr wir geben, umso reicher werden wir. Wer rafft und auf sich bezieht, wird dabei nicht glücklicher. Glücklich wird der, der sich an andere verschwendet, weil es hundertfach auf ihn zurückfließt.
Ein Prinzip das gerade die moderne Geschäftswelt entdeckt. Je mehr du deinem Kunden Nutzen bietest, je mehr du ihm hilfst besser zu werden, um so selbstverständlicher wirst du Geld verdienen und mehr als genug zum Leben haben.
Deshalb seien wir nicht ängstlich über alle Maßen dem Bedürftigen zu geben. Haben wir ein weites Herz für den Nächsten, der unsere Zuwendung braucht.
Wollen wir nicht mit dem Brot das wir teilen, dass dadurch Rosen aufblühen und dass durch unsere Worte ein Gesang entsteht?

Glaube kann man nicht machen

Glaube ist keine Frage des Aktionismus, sondern der Hingabe.
„Der Herr, unser Gott, neige unser Herz zu ihm, dass wir wandeln in allen deinen Wegen.“

1. Kön.8, 58
Reich Gottes kann man nicht machen. Gemeinschaft mit Gott, kann man sich nicht verdienen. Alle Dinge um Gott kann unser Verstand nicht steuern. Glauben geht nicht rationell. Leben in Gott, ist nicht aus dem Menschen heraus gesteuert. Christliches Leben entsteht durch Gott selbst. Wandeln auf seinen Wegen, hängt nicht mit unseren Aktivitäten zusammen, sondern wonach unser Herz ausgerichtet ist. Glaube fließt uns zu, wo sich unser Herz Gott zuwendet. Das Herz denkt nicht, es verschenkt sich. In einer Gesinnung der Hingabe, in der wir aus uns herausgehen und völlig offen werden für das, was von ihm kommt, da werden wir verwandelt. 
Leben in und aus Gott gestalten, ist ein Geschenk auf unser offenes Herz, auf das Zentrum unseres Wollens und Fühlens. Unser „Wandeln“ ist das Ergebnis unserer Hingabe, nicht unserer Leistung. Glaube ist immer Gnade. Ein kraftvolles Leben in Gott hängt nie von unserer Kraft ab, sondern von unserem offen sein für ihn. Glaube entsteht nicht, indem wir uns für Gott engagieren, sondern dass wir Gott an uns machen lassen. Er ist immer die treibenden Kraft, die sich dort entfaltet, wo ein Mensch will.
Wer alles selber machen will, verschließt sich dem eigentlichen Kräftefluss, den Gott schenken will. Er ist bemüht mit eigener Leistung, sein unwilliges Herz zu überdecken. Es lässt sich leicht erkennen, ob ein christliches Leben aus Hingabe geschieht, oder ob durch viel Aktivitäten, ein Mangel an Glaube verdeckt wird.
Wo überdecken wir durch viele gute Leistungen, unseren Mangel an Vertrauen und Hingabe?

In einer festen Beziehung 

Leben steht in einem großen Beziehungsgeflecht von Geben und Nehmen.
Was bin ich? Was ist mein Volk, das wir freiwillig so viel zu geben vermochten? Von dir ist alles gekommen, und von deiner Hand haben wir dir´s gegeben.“

1. Chron. 29, 14
Leben ist Schwingung zwischen hoch und tief. Es ist das kommen und gehen von Ebbe und Flut. Es ist der Gang durch viel oder wenig. Es ist die Spannung zwischen Licht und Dunkel. Wir stehen im Kontrastprogamm der Gegensätze. Wir kennen das tägliche auf und ab unserer Gemütsschwankungen. Wer bin ich nun? Der, der gut drauf ist, bei dem alles rund läuft, oder der, der unten durch muss und nichts zu lachen hat? Wir sind immer beides. Es gibt nicht nur die fetten Jahre, es gibt auch die Mageren. Manches können wir einfach nicht steuern, sondern müssen unseren Weg durch finden.
„Von dir ist alles gekommen.“ Lebensfluss steht in unmittelbarer Abhängigkeit von Gott. Bei allem, auf das wir in dieser Weltgeschichte Einfluss nehmen, bei aller Schaffenskraft, die wir entwickeln, ist es nicht unser Verdienst, dass es gelingt. Wir haben schöpferische Macht im Zusammenspiel mit unserem Schöpfer. Aus uns heraus ist es nicht möglich, die Geschicke der Welt zu lenken. Wir sind das, was Gott in uns gelegt hat und wir weiterentwickeln. Wir sind die handelnden Beschenkten. Wir sind Kecharismai, wie es unser Name sagt, die von Gott Empfangenden. Wir stehen in dem Geheimnis eines handelnden Gottes, der segnet und das Seine zu unserem dazugibt. Wo er uns füllt, werden wir zu Gebenden und sich Verschenkenden. Wo wir Mangel leiden, wo wir in Defiziten und Krisen stehen, werden wir zu Beschenkten und denen, die ihren Mangel ausfüllen lassen.
Wo wir viel haben, ist es selbstverständlich, dass wir überfließen, weitergeben und hingeben. Wo wir wenig haben, sind wir nie die Vergessenen und Ausgestoßenen, sondern diejenigen, die lernen und erfahren dürfen, dass auch in Dürrezeiten alles von Gott kommt. Gerade das Magere und Belastete, diejenigen, die sich selbst nicht helfen können, erfahren den Ausgleich. Wir sind in allem in Gott. Stehen wir in der Sonne, bringen wir ihm und den Menschen Sonnenstrahlen. Sind wir in der Nacht, bringen wir ihm unsere Dunkelheit.
Von Gott kommt alles. Wollen wir nicht viel mehr Glauben lernen, dass er uns gerade dann auch durch die dürren Zeiten bringt?