Weniger ist mehr

Im JA zum Willen Gottes, verliert das Leiden seine Macht.

„Der Herr hat´s gegeben, der Herr hats genommen; der Name des Herrn sei gelobt!
Hiob 1, 21

Schon als Kind hat man uns beigebracht: Sag´ Danke, wenn du etwas bekommst. Doch Danken, wenn man uns etwas nimmt? Was ist das für ein Gottesglaube, der lobt, wenn die eigene Welt zusammenfällt und alles Hab und Gut verloren geht? Bei Hiob kam es ganz dick. Hiobsbotschaften sind gefürchtet. Hier lernen wir eine Seite des Glaubens kennen, die uns nicht so sehr schmeckt. Der Herr nimmt, und das zu seiner Ehre. Er speckt ab zum Gewinn. Er lässt das Lebenswerk einer Bruderschaft abbrennen, und gönnt sich einen Wiederaufbau. Darin liegt Gutes, sagt Paulus. „Wir wissen, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen.“ Somit ist nicht viel oder wenig die Melodie unseres Lebens, sondern die Liebe zu Gott. Das in Gott sein ist der Inhalt des Lebens. Er will unser ein und alles sein, er will sich an uns verwirklichen. Wir sind zu seiner Ehre gemacht. Das war das befreiendste Gefühl nach unserem Brand, von all den persönlichen Dingen nichts mehr zu haben, als die Kleider, die wir auf dem Leib hatten und darin zu erkennen, wir haben mit unserem unversehrten Leben alles, was uns Gott gegeben hat. Ich selbst empfand es als großes Glück und unvorstellbare Freiheit, nichts mehr zu haben und doch alles zu haben. Die sind viele liebgewordene Dinge für immer verloren gewesen, wertvolle Erinnerungen haben sich in Rauch aufgelöst, doch diese Werte waren im Vergleich gering, zu der Erfahrung, dass wir jetzt mit Gott neu beginnen können. Diese wichtige Erfahrung zeigte uns, wir sind nicht mit unserem eigenen Leben und seinen Umständen verheiratet sondern mit Gott. Letztendlich ist alles auf die alleinige Gottesbeziehung heruntergeschrumpft. Somit war alles verlieren gut. Schmerz, Leid und Trauer war gut. Gott wurde zum eigentlichen Gestalter des Lebens.

Im Glauben werden wir immer wieder gefragt, woran hängt unser Herz. Wo wir unser Leben als Gottesgabe begreifen, mit dem er sein Werk baut und seine Größe offenbart, werden Kreuzwege zu Segenswegen. Gerade im Untendurch schafft Gott sein Heil. Unsere Tiefenwege dienen nicht unserem Zerbruch, sondern führen zum Eigentlichen. Das was uns genommen wird, dient dem Besten. Wo wir kleiner werden, wird Gott größer. Damit kann sich Leid in Lob verwandeln. Wenn wir klagen, klagen wir uns an das Herz Gottes. Wir rücken im Schmerz näher an Gottes Liebe.

Warum sollten wir Gott verdammen, wenn er uns etwas nimmt, um uns viel Größeres zu schenken?

Auslegungen für jeden Tag
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Erinnern baut Brücken

Wo die Erinnerungen wegbrechen, bricht das Leben weg.

„Er hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder, der gnädige und barmherzige Herr.“
Ps. 111, 4

Das Gedächtnis hält Erlebtes fest. Im Gedächtnis speichern sich starke Erinnerung. Es ist das Nachschlagewerk unseres Lebens. Darin ist verankert, was stattgefunden und unser Dasein geprägt hat. Selbst unsere Haut hat ein Gedächtnis und vergisst keinen Sonnenbrand. Wo Gott ein Gedächtnis stiftet, verwurzelt er den Menschen in seine Geschichte. Er lässt darin seine Wunder aufleben. Im Rückblick erkennen wir, wie er sein Volk aus der Wüste geführt hat, wie er Gefangenschaft und Unterdrückung beendet hat. Damit können wir die Geschichten der Wunderheilungen Jesu uns wieder ins Gedächtnis rufen. Mit den Erinnerungen lassen wir das Vergangene lebendig werden, um es in die Gegenwart zu stellen. Wir kramen in den Erfahrungen, um das Heute zu meistern. Die ganze Gottesgeschichte mit den Menschen, ist nicht nur geschehen und in Akten abgelegt, sondern man holt sie ständig in die Gegenwart, um sich daran zu erbauen. Dieses Gedächtnis hält uns lebendig. Die Geschichte gestaltet unser Heute. Wer eine starke Geschichte hat, kann sich fest im Heute bewegen. In der Geschichte bekommen wir Halt und Zukunft. Wo die Geschichte wegbricht, hört das Leben auf. Da kommt die Demenz, in der die Erinnerungen verblassen. Da sind wir nicht mehr manövrierfähig. Wo das Gedächtnis aussetzt, kommt das Leben durcheinander.

Daher hat Gott uns nicht nur die Erinnerung gegeben, an sein Führen mit seinem Volk, sondern er stiftet ein Gedächtnis. Das Gedächtnismal, die Eucharistie ist die stärkste Verwurzelung in die Gegenwart Gottes. In Brot und Wein vergegenwärtigt sich Christus. In allem, was in einem Leben durcheinander kommen kann, stellt dieses Gedächtnis uns auf festen Boden. Wenn wir die Orientierung in unseren Tagen verlieren, wenn wir alles vergessen, was wir an der Hand Gottes schon erlebt haben, das Abendmahl durchbricht die Verwirrung der Jünger. In aller Anfechtung, in allem wo wir Gott nicht verstehen und nicht erkennen, hält uns dieses Gedächtnis am Geheimnis Gottes fest. Darin liegt die Überbrückung zu allem, was zerbrochen ist. Damit finden wir in aller Demenz und Verwirrung zum Leben zurück. Das ist die Gnade, die Gott allem Gedächtnisverlust geschenkt hat. In dieser Erinnerung ist Gott gegenwärtig, auch wenn alles andere wegbricht.

Wie können wir diese Erinnerung stärken, um in schweren Tagen daraus zu leben?