Der heiße Draht

Wer viel Arbeit hat, braucht umso mehr Gebet.

„Gedenkt des Herrn in fernem Lande und lasst euch Jerusalem im Herzen sein!
Jer. 51, 50

Wenn kleine Kinder das erste Mal bei der Oma übernachten dürfen, ist es für die einen ein spannendes Erlebnis und die anderen fallen in den unglücklichen Schmerz, Heimweh. Sie sind zwar bei der geliebten Oma, jedoch herausgerissen aus der gewohnten Umgebung und müssen sich jetzt mit einer für sie fremden Welt zurechtfinden. Für sie löst das Unbehagen und Sehnsucht nach der Mutter aus. Der Prophet ruft das Gottesvolk zu einem gesunden Heimweh auf. Mitten in der Fremde, unter der Herrschaft eines anderen Staates, mit völlig anderen Lebens- und Glaubensauffassungen, sollen sie ihren Glauben durchtragen. Egal wo sie sind und arbeiten, welche Herausforderungen sie zu meistern haben, ihr Herz gehört nach Jerusalem. Wo sich Leib und Leben auch befinden, der Geist ruht in der Heimat. Glaubende und Berufene sind Heimatverbundene. Gedenkt des Herrn, ist die ständig Verankerung im eigentlichen Zuhause. Egal wohin einen das Leben auch führt, welche Herausforderungen jeden Tag zu bestehen sind, da ist immer der heiße Draht zur eigenen Wiege. Für die Mächtigen dieser Welt gibt es immer die Standleitung in die Zentrale. Wo der Glaubende auch steht, das Herz gehört nach Hause. Das Gebet ist der heiße Draht in meine Welt. Je stärker die Spannungen in der Fremde sind, umso intensiver muss das Gedenken werden. Je mehr du Sturm hast, umso mehr schreite aus, sagt Luther. Das Gedenken bringt Gott in das ferne Land. Dort wo wir beten, verbindet sich Gott mit dem was auf uns lastet. Egal was passiert, durch das Gebet sind wir nie ohne Rückendeckung. Da stehen wir im Direktkontakt mit der ewigen Welt. Da beginnt mitten in Gefangenschaft und Schmerz, die Heimat aufzuleuchten. Da ist in der schweren Situation Gott gegenwärtig. Wo das Herz in seiner Not des Herrn gedenkt, steht kein Elend mehr isoliert und hilflos im Raum.

Oft ist es jedoch so, wenn die Schwierigkeiten stärker werden, wird unser Gebet schwächer. Wenn wir mit einem Menschen in die Krise kommen, bröckelt dieses Miteinander und das Beten bröckelt ebenso. Anstatt den heißen Draht zum Glühen zu bringen, wenn´s hart kommt, wird die Standleitung abgeschaltet. Wen wunderts, wenn das Gedenken aussetzt, sind wir in keiner Situation mehr heimatverbunden. Da kann uns das Schicksal richtig fertig machen. Wenn der Schmerz groß ist, brauchen wir umso mehr Heimweh. Je mehr uns das Leben durchschüttelt, umso mehr muss das Bitten und Flehen an das Herz Gottes ziehen. Das Gebet ist dann kein lästige Pflichtübung, sondern unveräußerliche Existenzsicherung. Auch wenn sich dann nicht gleich die ganzen widrigen Umstände in Luft auflösen, werden wir im und durch das Gebet stark im Kampf gegen die Umstände. Die erste Gebetserhörung ist dann, dass die Not seine lähmende und erdrückende Macht bei uns verliert. Lass den heißen Draht glühen wo du gehst und stehst, für dich und andere.

Wie können wir dieses gesunde Heimweh, viel mehr in uns verankern?

Auslegungen für jeden Tag
http://www.ebk-blumenmönche.de
https://brtheophilos.wordpress.com/category/predigt/tageslosungen/

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Der heiße Draht 

Fest verbunden heißt, alles überstehen.

Herr, gedenke doch an deinen Bund mit uns und lass ihn nicht aufhören!“

Jer. 14, 21

Der Prophet schreit nach Gottes Stabilität. Wo Gott an seinen Bund mit den Menschen erinnert wird, geht es nicht um eine Lebensabschnittsverbindung, das geht es um die pure Existenz. Der Bund mit Gott ist so elementar wie unser Herzschlag und unser Atem holen. Wo sich Gott an Menschen bindet, wird ihm unvergängliches Leben angehaftet. Wir werden mit Freiheit und heilenden Kräften verbunden. In diesem Bund liegt eine Gegenbewegung zu dem Sterbensprozess, der auf alles Leben gelegt ist. Wo sich Gott an Menschen bindet, bekommt der Mensch eine doppelte Staatsbürgerschaft. Er ist in zwei Reichen Zuhause. Der Bund verbindet die eine Welt mit der anderen. Das Erdendasein mit seinem täglichen Kampf, hat einen heißen Draht zur heiligen Welt Gottes. Dieser heiße Draht ist Jesus Christus.Er ist die Standleitung zwischen beiden Seiten, die immer scharf geschaltet ist.

Was eine innige Verbindung ist, kann man oft bei alten Menschen beobachten. Wenn der eine Partner stirbt, ist der andere nicht mehr lebensfähig. Es gibt immer wieder „tragische“ Ereignisse, wo der zurückgebliebene Partner, dem Ersten innerhalb kurzer Zeit „nachgeht“. So eng, so fest war die Verbindung, dass wenn der eine vorausgeht, dem anderen ein Stück seiner eigenen Existenz weggebrochen ist. 

Der Bund mit Christus, ist das Andocken an unsere bessere Hälfte. Darin liegt alles was uns ausmacht. Wir sind im Mutterschoß Gottes eingeschlossen. Das ist eine Stabilität durch dick und dünn. Da hängen wir nicht mehr in den Seilen schmerzhafter Ereignisse, sondern sind darin fest Getragene. Mit einem starken Partner brauchen wir keine schwachen Tage fürchten. Mit einem starken Partner sind wir selber stark. Daher lasst den heißen Draht glühen!

Sind wir uns bewusst, dass ohne den heißen Draht uns die Lichter ausgehen?