Das Übel verwandeln

Wir haben die große Freiheit NEIN zu sagen.

Auf dich, Herr, mein Gott traue ich! Hilf mir von allen meinen Verfolgern und errette mich.“
Ps. 7, 2

Wer Gott vertraut, wird nicht vor dem Übel verschont, jedoch erhebt er sich wie ein Adler über das Übel. Unser Leben ist voll von Ereignissen und Gedanken, die uns in Unruhe versetzen wollen, die uns nachschleichen und lähmen wollen. Das was uns Gott an Gutem anvertraut hat, steht ständig in der Gefahr, in der Auseinandersetzung des Lebens über Bord zu gehen. Wir sind zum Weg der Liebe aufgebrochen, wollen ein echt geheiligtes Leben führen und merken, wenn uns einer ein bisschen an unserer Ehre kratzt, wie schnell bei uns im Keller die Wölfe heulen. Schlagartig werden wir von bösen Gedanken aufgefressen. Die Anfechtung, die Verlockung, die Hassgefühle lauern an jeder Ecke. Das Böse verfolgt uns auf Schritt und Tritt. Wir spüren, wie wir nicht aus unserer Haut können, und zum Spielball anderer Mächte werden. Wo wir solchen Gedanken den Freiraum lassen, mauern wir an unserem eigenen Kerker.

Jesus betet in solchen angefochtenen Situationen: Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen. Das ist das entscheidende im Glauben, nicht dass wir das Böse wegbitten, sondern im Bösen standhaft bleiben. Die Anfechtung wird bleiben, jedoch der Glaube geht anders damit um. Jesus ging seinen bedrohten Heilsweg bis zu Ende, ohne einen inneren Hass gegen seine Verfolger zu entwickeln. Als er vom Bösen versucht wurde und äußerst verlockende Angebote erhielt, hat er einfach nein gesagt. Das Böse bleibt, jedoch das Vertrauen auf Gott schafft einen freiheitlichen Umgang mit dem Bösen. Wenn uns ein beleidigendes, böses Wort trifft, entscheidet das Gottvertrauen, ob mich diese Worte zu Tode verletzen, oder ich mich königlich darüber erhebe. Wo ich Gott vertraue, findet in mir eine Verwandlung des Bösen statt. Wir werden nicht vom Übel verschont, wir transformieren das Übel. Das ist die Freiheit eines Christenmenschen. Das ist die Kraft des Glaubens, der empfangenen Hass, nicht als Hass zurück gibt. Wo das Böse auf Gottvertrauen stößt, verliert es seine zerstörende Macht. Im Vertrauen auf Gott, übernehmen wir die Herrschaft und weisen das Böse in seine Schranken. Wir sind nicht die an das Böse hilflos Ausgelieferten. Wir haben die Freiheit nein zu sagen, gegen die sich in uns aufbäumenden Kräfte. Wir können damit keinem Übel in der Welt die Schuld geben, dass wir innerlich verletzt sind. Im Vertrauen auf Gott, ist der in uns mächtig, der Böses in Heil verwandelt. Daher nehmen wir dieses Gebet zu Herzen: Auf dich, Herr, traue ich!

Zeigen wir nicht unseren Mangel an Vertrauen, wenn wir dem Bösen einfach für alles die Schuld geben?

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Liebe heilt

Liebende Menschen, sind Gottes Antwort auf das Elend der Welt.

„Die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus!“
Jes. 58, 7

Wer liebt, dessen Herz wohnt im anderen. Wo Gott liebt, lebt sein Herz im Menschen. In aller erster Linie in den Schwachen, den Leeren und Bedürftigen, in denen, die ihm nichts zu bringen haben. Er geht auf die zu, die unter sich selbst und ihrem Leben zerbrechen. Das Defizit des Menschen zieht regelrecht sein Erbarmen an. Dem Elend der Welt stellt er eine Krippe in den Stall. Alles Sterben überwindet er durch das offene Grab. Weil Gott liebt, sind alle Katastrophen dazu angelegt zum Leben zu führen. Geliebt werden macht lebendig. Lieben heilt und baut auf. An was auch der Mensch zerbricht, da ist immer die gewaltige Gegenbewegung, des „gesund-liebens“. Das Elend und die Liebe sind ein Paar. Das ist die Botschaft allen christlichen Glaubens.

Die Liebe kann sich nicht vom Elend distanzieren. Darin ruht der Dienst der Mutter Theresa Schwestern. Sie leben jeden Morgen aus der Eucharistie, um danach, für die am Straßenrand Liegenden, zur Handreichung der Liebe Christi zu werden. Wer von der Liebe berührt wurde, muss selbst zur Liebe werden. Die Glaubenden werden dadurch in die Not der Welt hineingetrieben. Ihnen geht das Herz auf, wenn für einen anderen die Welt untergeht. Sie werden zu einem Teil der Not des anderen. Da rücken die Flüchtlinge, die Obdachlosen, die Vergessenen ganz dicht in unser Leben. Da werden mir die Menschen mit Schicksalsschlägen zur persönlichen Aufgabe. Da kann die Liebe nicht mehr schulterzuckend vorbeigehen und sagen, das geht mich nichts an. Wer liebt fühlt sich verantwortlich. Der denkt unentwegt für den anderen und überlegt sich, was braucht er jetzt, was kann ich ihm geben.

Wo die Liebe treibt, treibt sie nicht nur zu den Außenstehenden. Sie brennt auch für den Bruder und die Schwester neben mir, in einer Gemeinschaft und Gemeinde. Da kann das Elend, die für uns Schwierigen sein. Mitmenschliche Spannungen sind nichts anderes als in den Straßenrändern der Großstädte zu liegen. Da hat die Liebe die Aufgabe, eine Sprache zur Verständigung zu finden und zu lernen und nicht mit einer kalten Schulter und Ignoranz zu antworten. Wo Gott die Elenden in sein Haus führt, hat die Liebe eine spannende und herausfordernde Aufgabe.

Wir sind in das Leid der Welt gestellt, um mit Liebe zu erwärmen und zu heilen. Warum sollten wir irgendjemand diesen Dienst verwehren?

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Heilige Vorbilder

Petr. 5, 1-3 

Was gute Unternehmen auszeichnet, sind gute Führungskräfte. Die Wirtschaft sucht heute nicht nur gute Fachkräfte, sie sucht gute Chefs. Vorzeigeunternehmen entstehen nicht nur durch gute Mitarbeiter, sondern durch ausgezeichnete Führungskräfte, die ihre Rolle richtig verstehen. Der einstige Marktführer für Handys, Nokia, erlebte einen gewaltigen Absturz in seiner Firmengeschichte und ist inzwischen eine bedeutungslose Marke unter den Smartphones. Die große Frage, die im Raum stand war, sind die über 200.000 hochmotivierten Mitarbeiter schuld an diesem Niedergang, oder die elf Führungskräfte? Sehr schnell war klar, es war die Geschäftsleitung, die eine Entwicklung verschlafen hat. Es waren die Chefs, die das Unternehmen ruiniert haben.

Petrus nimmt sich die Gemeindeleiter hart zur Brust, und verdeutlicht ihre Rolle als Führungskräfte.

  1. Im Chefsessel

Versorgt die Gemeinde gut, die euch Gott anvertraut hat. Hütet die Herde Gottes als gute Hirten, und das nicht nur aus Pflichtgefühl, sondern aus freien Stücken.

Wer im Reich Gottes Menschen anvertraut bekommt, muss als erstes lernen, das ist kein Privileg, sondern ein Dienst. Gott erteilt eine Verantwortung für andere. Es geht nicht um den Hirten, sondern um die Herde. Eine Herde muss satt im Futter stehen. Sie braucht beste Wiesen, maximalen Schutz, um Milch, Wolle, Nachwuchs und Fleisch zu produzieren. Die Mitarbeiter brauchen beste Voraussetzungen, um optimale Ergebnisse auf den Tisch zu bringen. Die Aufgabe des Hirten ist nicht mitzugrasen, sondern das Grasen zu ermöglichen. Für eine Führungsaufgabe muss ein ganz neues Rollenverständnis wachsen. Wo die Herde innerhalb des Zaunes ihre Arbeit macht, muss der Blick des Hirten weit über den Zaun hinausgehen. Er hält Ausschau nach neuem Weideland, er verhandelt Pachtverträge aus, die ihm für eine weitere Nutzung zur Verfügung stehen. Er wird sich um die Vermarktung von Wolle und Milch kümmern. Würde der Hirte nur mit auf der Wiese stehen und mit der Herde das Tagesgeschäft erledigen, wäre er in diesem Moment ein besseres Schaf, würde jedoch seine Führungsrolle vernachlässigen.

Ein Leiter trägt dafür die Verantwortung, dass die ihm Anvertrauten sich gut entwickeln. Er hat die Aufgabe Mitschöpfer Gottes zu sein. Gott mutet es ihm zu, die Veranlagungen, die er in seine Geschöpfe gelegt hat, freizulegen und zu fördern. Die Führungsrolle in einer Gemeinde ist eine Entwicklungsrolle. Jeder soll zu seinem Besten geführt werden. Gottes Potenziale sollen in jedem einzelnen zur vollen Entfaltung kommen. Für jeden aus seiner Herde muss er erkennen, was für ihn das Voranbringenste ist. Braucht er jetzt mehr Löwenzahn, oder einen kurzen Biss vom Schäferhund, damit er sich im Dickicht nicht verirrt? Der Hirte steht an Gottes Stelle. Er versteht sich selbst als ein beauftragter Führer, der darauf brennt, diese gute Führung weiterzugeben. Er hat den Weitblick dessen, der das große Ganze im Auge hat. Er lebt in dem Bewusstsein, von meinem Umgang, von meiner Führung lebt und fällt die Gemeinschaft. Auf dem Chefsessel der Gemeinden sitzen daher nicht die Macher, sondern die Diener.

  1. Leiter oder Mörder

Seid nicht darauf aus, euch zu bereichern, sondern arbeitet gern, auch ohne Gegenleistung. 3 Spielt euch nicht als die Herren der Gemeinde auf, sondern seid ihre Vorbilder.

Unternehmen gehen den Bach hinunter, wenn sich die Chefs die eigenen Taschen füllen, sich von Werten verabschieden und die andern die Rechnung zahlen lassen. Das gleiche gilt bei einem Amt in der Gemeinde. Führen Herren oder Vorbilder ist eine Existenzfrage. Wo Herren die Kirche regieren, bleibt der Herr der Kirche vor der Türe. Wer selber führt, wer mit Menschen zu tun hat, steht nicht über anderen, sondern unter Christus. Unter diesem Führungsverständnis werden wir selbst dem anderen zum Christus, der ihm die Füße wäscht. Wo diese Auffassung von Dienst verlassen wird, wird der Hirte zum Schlächter einer Gemeinschaft. Da stehen Besserwisser auf, die andere nicht fördern, sondern kurzhalten.

Da kann sich jeder, der mit anderen zu tun hat, selbst überprüfen.

  • Baue ich den andern auf durch meine Worte?
  • Locke ich ihn fordernd aus der Reserve?
  • Wird er durch meine Führung größer oder kleiner?
  • Will ich ihm nur klar machen, was für ein toller Hecht ich bin und welche Erkenntnisse ich ihm voraushabe?
  • Steht der andere im Fokus, oder ich selbst?
  • Diene ich, oder beanspruche ich?

Dort wo Christus mit Absolutheitsaussagen aufgetreten ist wie, ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, hat er sich damit nicht von anderen abgehoben, sondern ihnen gedient. Er brachte die Gottesnähe näher zum Menschen. Er wollte dadurch den Menschen in seiner Einzigartigkeit in Gott entwickeln. Er hatte einzig Rettungsabsichten und führte von Magermatten zu saftigen Wiesen. Führungsverantwortung, die sich nicht ganz in den Dienst der anderen stellt und der großen gemeinsamen Sache, ruiniert eine Gemeinschaft. Die Regel von Taizé sagt: Wer fordernd vor oder in eine Gemeinschaft tritt, zerstört sie. Wer irgendwelche eigene Motive pflegt, wird vom Leiter zum Mörder. Wer nicht gerne hart und uneigennützig arbeitet, kann nicht zum Vorbild für andere werden. Gott braucht für seine Arbeit mit Menschen, nicht die Perfekten und Makellosen, jedoch die Willigsten, die sich entwickeln lassen, um andere zu führen.

  1. Agenda 100

Ich selbst habe die gleiche Aufgabe wie ihr, bin ein Zeuge der Leiden von Christus und werde auch an seiner Herrlichkeit Anteil haben, wenn er kommt.

Petrus setzt höchste Maßstäbe an Führungskräfte. 100% Christusgemäß. Nicht ein bisschen fromm, so gut es eben geht, sondern mit dem höchsten Ziel, das ein Mensch anstreben kann. Führung heißt, an der Herrlichkeit teilhaben. An der Herrlichkeit teilhaben, dahin führt der Stellvertreter Christus auf Erden, das ist das Petrusamt, von dem alle Führungsrollen abgeleitet sind. Um diesen hohen Anspruch geht es in der christlichen Menschenführung. Diesen Anspruch hat Christus an jeden, den er beauftragt. Er gibt sich nicht zufrieden mit 10, oder 50, oder 70%. Er schreibt auf seine Agenda 100%. Das ist die Zielvorgabe für Reich-Gottes-Arbeiter. Wo es um Herrlichkeit geht, geht es ums Ganze, es geht um Alles. Das muss Jüngern Jesu unter den Nägeln brennen. Wer weniger als 100% auf seine Agenda setzt, hat nicht Herrlichkeit vor Augen. Den kann Christus nicht gebrauchen, weil er der Gemeinde mehr schadet als nützt.

Am Herzen Gottes führen heißt, sich mit Christus zur Herrlichkeit durchleiden. Der Glaube hat den Mut, seine Mitmenschen in eine andere Welt zu versetzen. Mit ganzem Einsatz und voller Kraft, sind wir dafür verantwortlich, dass jeder aus der Herde dieses Ziel erreicht. Da geht es nicht um einen netten Spaziergang über eine Schlüsselblumenwiese, sondern um die persönliche Entwicklung, um die Tüchtigmachung eines jeden Einzelnen, der sich mit auf diesem Weg befindet. Einige lassen sich dabei mühelos und willig führen, andere sind dagegen widerspenstig. Da gilt es Liebe und Hartnäckigkeit zu paaren. Manche laufen mit einem kleinen Schupser in die richtige Richtung, bei andern sind es Kampf und Leidenswege, bis er das Ziel Herrlichkeit erkennt.

Gott selbst hatte damals bei der Befreiung Israels aus der ägyptischen Gefangenschaft, erst Mose für diese Aufgabe überreden müssen, um Pharao die Stirn zu bieten. Mose sah sich dieser Aufgabe nicht gewachsen. Pharao war derart stur, dass ihm Gott erstmal mit zehn schrecklichen Landplagen alles hat kurz und klein schlagen müssen, damit er das Volk ziehen ließ. Dann kam der Durchzug durch das Schilfmeer. Das erwählte Volk kam durch, die verfolgenden Ägypter kamen um. Zwei Wochen danach reichten, dass die frommen Israeliten der Führungskraft in der Wüste wieder zu schaffen machten. Wo bleibt Wasser, wo bleibt Manna?

Selbst für glaubende Menschen, die trotz erfahrener Wunder immer wieder neu zu zweifeln anfangen, braucht es handfeste Führungsgestalten, die in der Etappe immer neu, das gelobte Land aufzeigen. Gott braucht Führungskräfte, die ein starkes Gespür entwickeln, wo getröstet und wo motiviert werden muss. Daher sucht er Hirten mit der Agenda 100. Es sucht nach menschlichen und geistlichen Qualitäten. Er sucht die Geschmeidigen, die Willigen, die Veränderbaren, die Herrlichkeit vor Augen haben und dafür bereit sind alles zu leiden. Er sucht dich und mich. Er will durch Christus uns zu heiligen Vorbildern machen.

Fruchtige Leckerbissen

Durch die Krippe fängt unser Leben zu blühen an.

„Es wird ein Reis hervorgehen aus dem Stamm Isais und ein Zweig aus seiner Wurzel Frucht bringen.“Jes. 11,1

Die Fruchtbarkeit allen Lebens liegt in der Krippe. Einem in sich toten Volk, wird das Leben verheißen. In einem einfachen botanischen Bild, wird die große Wende durch Christus beschrieben. Viele kennen aus der Schulzeit noch den Bohnenversuch. In einen Tontopf mit Erde wurde ein Bohnenkern gedrückt, auf die Fensterbank des Klassenzimmers gestellt und immer gleichmäßig gegossen. Es war ein unfassbarer Augenblick, als der Kern platzte und ein weiß-gelber Keimling, sich durch den, an sich toten Kern herausbohrte. Nach ein paar Tagen verfärbte sich dieser Spross in grün und bildete seine ersten Blätter und wurde immer größer. Welch ein Lebensgeheimnis konnten wir da als junge Schüler entdecken. Dieses Geheimnis hat Gott in Christus gelegt. Mit der Krippe in Bethlehem, wird die Erde fruchtbar. Damit pflanzt Gott einen Keimling seiner ewigen Welt, in das Zeitliche. Das Erdensein der Menschen bekommt einen neuen Sinn und Bedeutung. In einer vergänglichen Routine, soll etwas Unvergängliches aufwachsen. Da soll etwas entstehen, was der Mensch aus sich heraus nicht pflanzen und bebauen kann. Durch Christus entstehen Früchte, die einen Wertzuwachs des Lebens bedeuten. Da erkennt der Mensch die eigentliche Bestimmung für seine Existenz. In Weihnachten liegt zutiefst die Sinnfrage allen Lebens.
Wer diesen Keim in sich trägt, ist zum Frucht bringen gedacht. Da liegen irgendwann die prallen, saftigen, orangen Südfrüchte auf dem Teller. Krippenerfahrung ist Befruchtung, die Neues anbrechen lässt. Da fängt etwas an zu rumoren und zu treiben. Da verlässt der Austrieb den Topfrand und wächst darüber hinaus. Er streckt sich dem Licht entgegen, und treibt Wurzeln, die sich in der Erde verfestigen. Es ist ein doppelseitiges Wachstum, noch oben und unten. Der Glaubende lebt mit beiden Beinen mitten in der Welt und ist in seinem Wachstum von der anderen Welt befruchtet. Wer den Krippenkeimling in sich trägt übernimmt tragende Verantwortung für sich und die Welt. Durch unseren Einsatz wird die Welt, unsere Umgebung, unsere Arbeit fruchtbar. Wo es um Frucht bringen geht, können wir nicht mehr sagen: „Schau mer mal was kommt.“ Da treibt etwas zum Guten, zum Eigentlichen und setzt uns in Bewegung. Eine fruchtige Entwicklung kommt im neuen Jahr auf uns zu.
Welche Früchte sollen an uns wachsen und zu welchen Aufgaben sind wir bestimmt?    

Auf uns kommt es an

Das Wohlergehen unserer Geschwister, liegt in unserer Verantwortung.
„Isai sprach zu David: Sieh nach deinen Brüdern, ob´s ihnen gut geht.“

1. Sam. 17, 18
Gott will, dass es den Menschen gut geht. Dass sie körperlich und seelisch gesund sind und werdern. Gut gehen ist zutiefst an den Guten geknüpft. Am Herzen Gottes geht es dem Menschen gut. Im Einklang mit Gott, werden wir von dem Guten berührt und durchdrungen. Da hat die göttliche Liebe eine Heimat gefunden. 
Wo der alte Vater seinem Hirtenjungen David, seine Brüder ans Herz legt, geht es um mehr, als dass sie nur zu essen und zu trinken haben. Er beauftragt ihn, Hüter ihres Glaubens zu sein. Er vertraut ihm die Seelen seiner Brüder an. Er sagt damit: Ich setze dich zu ihrem Heil. Eine hochkarätige Aufgabe. 
Das ist die Zelle von christlicher Gemeinschaft. Das ist der Geschwisterdienst, den wir an unseren Brüder und Schwestern haben. Sieh nach deinen Brüdern nimmt uns in die Pflicht. Wir sind gegenseitig, füreinander verantwortlich, dass wir bei dem Guten bleiben. Auch die seltsamen Heiligen in unserer Gemeinde können uns da nicht egal sein. Geschwister sind der Leib Christi, sie sind ein Köperteil der Gemeinde. Bei aller Ausgrenzung und Ignoranz schneiden wir uns in eigene Fleisch. Gut gehen heißt, der Leib muss funktionieren. Der Bruder und die Schwester hat denselben Stellenwert wie ich selbst. Gott legt sie uns ans Herz. Wir sind für Ihr Wohlergehen verantwortlich. 
Das ist angenehm bei den Geschwistern, mit denen wir gut können, wird jedoch problematisch, bei denen, die uns belasten und um die wir gerne einen Bogen machen. Da will die göttliche Liebe unsere Aversionen überwinden. Unser Groll soll nicht das Gute verhindern. Der Auftrag, sieh, ob´s ihnen gut geht, kann unsere ganze Vergebungsbereitschaft fordern. 
Gott will, dass es jedem gut geht, können wir da welche ausgrenzen?

Wasser bis zum Hals

Matth. 7, 24-27

Am 12. August 2002 verwüstete das Flüsschen Müglitz die Erzgebirgsorte Glashütte und Weesenstein. Oberhalb von Glashütte war der Damm des Rückhaltebeckens gebrochen. Eine Flutwelle mit 50 000 Kubikmeter Wasser ergoss sich in Kleinstadt. In Weesenstein riss die Müglitz zehn Häuser komplett mit sich und verwüstete Teile des Schlosses. Das Bild einer Familie, die 13 Stunden auf der letzten 36 Zentimeter breiten Mauer ihres Hauses ausharrte, von den Wassermassen umtost, ging um die Welt. Die Bilanz der Katastrophe in Deutschland: 370 000 Menschen waren unmittelbar vom Hochwasser betroffen. 21 Menschen starben. Die volkswirtschaftlichen Schäden, stiegen auf mehr als elf Milliarden Euro.

Wolkenbrüche, Hochwasser, weggeschwemmte Häuser, nichts Neues, das kennt die Geschichte, das kennt unser heutiges Gleichnis.

  • Ein Grund der hält

Wer auf das hört, was ich gesagt habe, baut sein Haus auf felsigen Grund.

Wo Jesus vom Häuser bauen spricht, hat er Ahnung. Sein Handwerk hat goldenen Boden. Als Zimmermann weiß er was hält und was fällt. Die Statik wird auf die Krise ausgelegt. Sein Hausbau hat das Unwetter im Blick. Wer plant, muss mit dem Ernstfall kalkulieren. Es geht ums Fundament, nicht ums Haus. Es geht um zwei Häuser, die vielleicht nach außen ziemlich gleich aussehen, das eine bleibt, das andere bricht.

Jesus stellt Lebensplanung auf das Wort. Das Wort ist Schöpfung, ist die Statik der ganzen Welt. Alles was auf der Erde und im Kosmos besteht, besteht aus dem Wort: Es werde! Die Naturgesetze haben ihren Ursprung im Wort. Es wird Morgen und Abend. Die Sonne scheint und es regnet, und wenn beides zusammenkommt entsteht ein Regenbogen. Wir erleben Sommer und Winter, Hitze und Kälte, Saat und Ernte. Das funktioniert alles wegen des Wortes. Der menschliche Tagesablauf ist wortabhängig. Wo Christus das Wort ist, ist dem Menschen die Christusbeziehung in die Wiege gelegt. Mit unserer Geburt feiert das Wort bereits Auferstehung. Wir haben das Wort mit der Muttermilch aufgesaugt und es pulsiert im Blut durch unsere Adern. Das Wort ist in der Tiefe unser Fleisch und Blut. Es ist nicht Audio, es ist Energie. Es ist der Christus in mir, die Realpräsenz Gottes im Menschen. Es ist mein Pulsschlag, es ist der Tritt meiner Schritte, es ist der Klang meiner Stimme, es ist die Liebe meines Herzens. In diesem Wort lebt das Unvergängliche, damit hat Gott sich für ewig an den Menschen gebunden

  • Wort-bruch bringt um

Wer sich meine Worte nur anhört, aber nicht danach lebt, der ist so unvernünftig wie einer, der sein Haus auf Sand baut. 27 Denn wenn ein Wolkenbruch kommt, wird kein Stein wird auf dem anderen bleiben.«

Loslegen und abwarten, kann tödlich sein. Das steht schon auf jeder Zigarettenschachtel. Jesus beschreibt wortlos leben als blauäugig. Seine Worte sind nicht zum Hören gedacht; sie wollen durchdringen, sie wollen in Bewegung setzen. Hören heißt gehen.

Dem Wort keinen Raum verschaffen, ist lebensgefährlich. Das Wort ist keine nette Verzierung von Lebensphilosophien, das Taufen, Trauungen und Beerdigungen einen feierlichen Rahmen verschafft. Wo das Wort seine gestaltgebende Kraft verliert, verarmt die Kirche, die Glaubenden gehen unter. Es sind nicht nur die, die bewusst von Gott nichts wissen wollen, und alles fromme aus ihrer Lebensgestaltung verbannen, sondern die hören und nicht tun. Jesus meint nicht die von „Draußen“, sondern das Volk, die Jünger, die die unter Gottes Wort sitzen. Er konfrontiert die laschen Glaubenden. Er geht an die, die Ja sagen und Nein leben. Ihm geht es um die Bewusstseinsspaltung, um fromme Schizophrenie.  Der Glaubende ist kein Mülleimer, der das Wort verschluckt, dass es für immer weg ist. In der Krise zeigt sich nicht nur der wahre Charakter des Menschen, sondern ob in ihm das Wort lebendig oder tot ist. Unter dem Wort sitzen und sich nicht bewegen zu lassen, ist ein Schiffbruchunternehmen. Fromme Thesen schwingen und nicht die Wunden der Kranken verbinden, ist der Untergang des Christentums.

Christus hat natürlich bei diesem Bild das ganze Reich Gottes im Blick. Seine Statik sieht die Gemeinde nicht nur in irdischer Hinsicht. Dahinter steht auch die Frage: Hält unser Lebensgebäude der ewigen Gottesgegenwart stand? Ist das Wort so mächtig in uns, dass uns der erlösende Christus, durch das Gericht der Werke bringt. Auch für die Ewigkeit ist die alles entscheidenden Frage, ob Christus in uns lebte, oder das Wort nichts an uns ausrichten konnte. Am Umgang mit dem Gehörten, entscheidet sich unser Hiersein und Dort sein. Wir sind durch und für das Wort geschaffen, es will uns formen und festmachen, wenn Stürme und Gerichte uns aus den Angeln heben wollen.

  • Wort-tat macht sicher

Wer danach handelt, was ich gesagt habe, der ist klug. Er baut auf felsigen Grund. Wenn das Hochwasser steigt und der Sturm rüttelt, wird das Haus trotzdem nicht einstürzen. 

Das Wort produziert keine Schwätzer, sondern Täter. Reich Gottes ist Handlung, da passiert etwas. Da ist Schöpfung, Aktion, Bewegung. Das Wort ist die Sichtbarmachung von Herrlichkeit durch Arbeit. Das Wort, das an uns ergangen ist, macht uns zu Bauarbeitern des Gottesreiches. Hören heißt bauen, heißt, dieser Welt Statik verleihen. Die durch das Wort Bewegten, trotzen dem Hochwasser. Das Handeln aus dem Wort, ist das Bollwerk gegen Wolkenbrüche. Das Wort ist gerade für die Stürme des Lebens gemacht. Dort wo Knochen brechen, Finger abgesägt werden, Rückenmarksnerven durchtrennt sind, Geschwüre und Tumore wachsen und Häuser abbrennen, helfen keine billigen Worte mehr. Da braucht es ein Wort das handelt. Eine blutende Welt braucht Erlösung, – das ist Tat. Kreuzwege müssen ausgelitten werden, und das ist richtig Arbeit.

Wo das Wort uns trifft, nimmt es uns in die Verantwortung. Es will uns zum Tun bringen. Es ist die Handlung gegen die Stürme und alle widrigen Umstände. Der Handelnde hört auf das Hochwasser zu beklagen, sondern er steht und übersteht. Durch das Wort sind wir nicht mehr in der Opferrolle des Schicksals, sondern in der Gestalterrolle des Schöpfers.  Wir ziehen uns nicht zurück, sondern treten den Wellen entgegen. Da kämpft die Hoffnung gegen alle Entmutigung.

Das eigentliche Problem der Glaubenden ist nicht der Wolkenbruch und die Naturkatastrophen, die über ihn hereinbrechen, sondern sein mangelnder Halt im Wort. Wer in den mitmenschlichen Krisen in die Knie geht, wer in Spannungen auf den andern zeigt und Schuldige sucht, hat noch nicht verstanden, dass nächste Woche, das nächste Hochwasser anrückt. Auch wenn man Bachläufe begradigt und die Überflutungsgefahr eindämmt, geht die grundsätzliche Frage an unser Fundament. Wo wir nicht aus dem Wort heraus zu eigenverantwortlichem Handeln aufstehen, wird uns auch die nächste Krise wegspülen.

Das Wasser bis zum Hals überdauern wir dort, wo wir in der Vollmacht des Wortes handeln.

Die Krise fragt nach Glauben 

wenn der Mensch in die Enge kommt, ist er ganz schnell dabei Gott infrage zu stellen.
Warum sprichst du denn, Jakob, und du, Israel, sagst: ˋMein Weg ist dem Herrn verborgen, und mein Recht geht vor meinem Gott vorüber´?

Jes. 40, 27
Gott seufzt über die Mentalität der Menschen. Wenn es dick kommt, sucht der Mensch Schuldige. Wenn ein Unglück passiert, sucht man denjenigen, der dafür verantwortlich ist. Wir stehen in der Gefahr, wenn unser Leben in die Krise kommt, Gott dafür verantworlich zu machen. „Warum lässt Gott das zu?“ Wir brauchen einen Schuldigen. Wir klagen Gott an, entziehen ihm das Vertrauen und hegen Zweifel.
Doch so funktioniert das Leben nicht. Wer sind wir, dass wir Gott die Fragen stellen? Muss sich Gott vor uns rechtfertigen, in dem was er tut? Er stellt uns die Frage des Vertrauens. „Hälst du noch bei mir aus, auch wenn du mich nicht verstehtst?“ „Glaubst du nicht, dass ich alle Dinge zum Guten führe?“  Oft beantworten wir Gottes Anfrage nach unserem Glauben mit Schuldzuweisung. Wir wollen schnell dieser Frage auf Herz und Nieren ausweichen. Sowie wir dem anderen die Schuld für eine Situation geben, entziehen wir uns selbst der Verantwortung, dem Leben unsere Antwort zu geben. 
Gott fragt nach unserer Antwort, er fragt nach Glaube. Er fragt genau in den schweren Stunden nach unserem Vertauen. Wo wir anfangen, Gott die Fragen zu stellen, distanzieren wir uns vom Glauben. Gott stellt uns die Frage: Wie hälst du es mit dem Glauben, sprich? Je größer die Krise, umso stärker soll das Vertrauen wachsen. Die dunklen Stunden, wollen uns noch viel mehr in seine Arme treiben. Genau dort, wo wir in den Unmöglichkeiten Vertrauen wagen, offenbart sich der lebendige Gott.
Wo drücken wir uns vor unserer Antwort des Glaubens,  in dem wir Schuldige suchen?

Wir geben Würde

Schöpfung geht uns alle an.
„Gott der Herr machte aus Erde alle die Tiere auf dem Felde und alle die Vögel unter dem Himmel und brachte sie zu dem Menschen. Und der Mensch gab einem jeden seinen Namen.“

1. Mose 2, 19.20
Was für eine geniale Cooperation. Gott, Mensch und Schöpfung, als ein ineinandergreifender Organismus. Da gibt es keine für sich stehende Größe, sondern jedes ist durch jeden bedingt. Ein Gemeinschaftswerk für das jeder verantwortlich ist. Die Tiere und Pflanzen gehören zu unserem Wirkungsbereich. Wo Gott über seiner Schöpfung wacht, sie versorgt und erhält, sind wir diejenigen, die mit Hand anlegen, dass alles gehegt und gepflegt wird und nichts übersehen wird. Der Schöpfungsauftrag an den Menschen ist global. Wo der Mensch den Tieren und Pflanzen seinen Namen und seine Bestimmung gibt, zeigt sich wie detailliert Gott denkt und handelt. Selbst die Insekten und Unkräuter haben ihren Platz, damit ein umfassender Organismus funktioniert. Gott denkt an kleinste Kleinigkeiten und vertraut sie uns an, sie zu erforschen und zu erhalten.
Meeresbiologen haben festgestellt, dass in gewissen Wassertiefen, tausende von Tierarten noch nicht bestimmt oder teilweise entdeckt sind. Unsere Schöpfung ist so vielseitig uns so grenzenlos. Und diese Schöpfung bingt Gott den Menschen. Er legt sie in unsere Hände, sie zu hüten und zu bebauen.
Was machen die Menschen damit? Bei vielem was in der Industrie, Wirtschaft und Politik geschieht, kann einem nur schlecht werden, wie unverantwortlich und lieblos mit diesem anvertrauten Gut umgegangen wird. Doch Schöpfung geht uns alle an. Veränderung geschieht durch verändertes Denken, das bei dem Einzelnen beginnt. Es ist wohltuend, was für ein ökologisches Bewusstsein in den vergangenen Jahren gewachsen ist. Es ist ein Zeichen dafür, dass wo wir als Einzelne Verantwortung übernehemen, große Fehlentwicklungen verändert werden können. Deshalb können wir das, was Gott uns in die Hand gelegt hat, nicht irgendwelchen großen Organisationen überlassen, die sich darum kümmern, sondern sind selbst gefordert. Ob Mensch, ob Tier, ob Blume, Gott hat keinen vergessen. Alles hat seinen großen Wert, den wir ihm geben. Somit haben wir an unserem Platz einen klaren schöpferischen Auftrag.
Wie können wir durch unser Dasein jedem Geschöpf seine Würde geben?

Gier ist nicht geil

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unkontollierte Gedanken können großes Unheil anrichten.

„Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau“
5. Mose 5, 21

Was wir anschauen, bekommt Macht über uns. Dieses Wort aus den zehn Geboten ist kein moralischer Zeigefinger, sondern zeigt ein zutiefst menschliches Problem. Menschen stehen in der Gefahr, in Extreme abzugleiten. Menschliches Dasein bewegt sich zwischen den beiden Polen Angst und Gier. Entweder total ängstlich, zurückhaltend, auf Sicherheit bedacht, oder gierig auf alles, was wir haben können. „Mitnehmen was geht“. Die Werbung nützt voll diesen „Will-Haben-Reflex“ aus.

Begehren ist das Übel, das die Bibel schon auf ihren ersten Seiten mit dem Apfel beschreibt. Begehren trennt von Gott. Es ist der Schritt, den der Mensch zu weit geht und dadurch Chaos anrichtet. Begehren entsteht in den Gedanken, im dem wir etwas sehen, das uns nicht mehr los lässt. Es entsteht aus der Macht der Bilder, die einen Reiz in uns auslösen. Wir können dem Reiz nach Schokolade nachgeben, müssen uns aber im Klaren sein, dass dauerhaftes Nachgeben unserer Gesundheit schadet. Wo der Reiz auf des Nächsten Frau fällt, sind schon viele Familien zerbrochen. Begehren ist Übel, deshalb geht Gott massiv dagegen an.

Die Macht gegen die Gier, ist die Erneuerung unseres Sinnes. Es ist das Leben in der Heiligung des erneuernden Christus. Glaubende kontrollieren ihre Gedanken, sich achten auf ihre Sehgewohnheiten. In Christus stehen wir in der Freiheit, dass der Reiz nicht automatisch das Begehren zur Folge hat. Das ist ein ganz bewusster, aktiver Vollzug. Das ist Kampf gegen sich selbst. Gedanken wollen sich materialisieren, sie wollen in Erfüllung gehen, deshalb müssen wir ihnen in Vollmacht Grenzen setzten, wo sie Ziele überschreiten. Wir können wie Luther sagen: Wir können es nicht verhindern, dass Vögel über unsere Köpfe fliegen, aber wir können verhindern, dass sie in unseren Köpfen Nester bauen. Gott hat uns die Verantwortung zum Nein-Sagen gegeben.

Gott will uns Anteil geben an seinem Heil, an seinen grenzenlosen schöpferischen Dasein. Was begehren wir sonst noch?