Getröstete können neu anfangen

Es ist das größte Geschenk des Glaubens, dass jeder neue Tag, wie ein unbeschriebenes Blatt ist.

„Der Herr hat sein Volk getröstet und Jerusalem erlöst.“
Jes. 52, 9

Wo Gott tröstet und erlöst unterscheidet er sich ganz wesentlich von Menschen. Er hätte jeden Tag genug Grund mit seinem Volk einen Strich zu ziehen. Da hat er Menschen erwählt, göttlich zu sein. Er will mit ihnen das Beste vom Besten auf dieser Erde schaffen. Die Seinen sollen an Genialität nicht zu überbieten sein, weil er an ihnen und durch sie schöpferisch und gewaltig handelt. Doch Israel verwirtschaftet diese Erwählung und das Heiligtum liegt in Trümmern. Ein Jammer, wie Menschen aus Gold Dreck machen. Sie sind der typische Fall eines C-Mitarbeiters, der sich auf den Karren setzt und von anderen ziehen lässt. Egal was man ihnen in die Hände gibt, es wird nichts. Da hast du ein tolles Unternehmen, die allerbesten Voraussetzungen, damit Mitarbeiter selbstständig und gut zu arbeiten, den Kunden alles zu bieten, dass sie nicht nur gut bedient, sondern begeistert sind, und dann sind da Leute, denen nichts recht ist. Da sind dann Mitarbeiter, denen ihre Arbeit wichtiger ist als der Kunde, der vor ihnen steht. Da steht der Kunde in der traumhaften Umgebung eines Blumenhauses, hat den Duft der Frühlingsblüher in der Nase und wird von einem achtlosen Mitarbeiter heruntergefrustet. Ein Unternehmer kann sich solche Leute nicht lange leisten und muss sich von ihnen trennen.

Gott hat noch viel genialere Ideen, hat Visionen von einem Miteinander, bei dem der eine den anderen mit Liebe übertrifft und muss ständige Abfuhren erleben. Er muss mit zusehen, wie seine Gerufenen, seine gute Sache zu einem Häufchen Elend werden lassen. Doch an diesem Punkt zieht er keinen Strich. Er ist damit nicht fertig und erwählt sich eben ein anderes Volk, sondern er will, dass jeder zur Erkenntnis der Wahrheit kommt. Gott ist unabhängig von menschlichem Verhalten. Er trennt sich weder von der Absicht sein Reich zu bauen, noch andere Menschen dafür zu wählen. Wenn er tröstet und erlöst zieht er auch einen Strich, doch nicht zum Menschen, sondern zu dem was nichts taugt. Mit Christus erhält er sich die Freundschaft und Liebe zum Menschen. Mit Christus behält er die Freude am Sünder. Damit muss er Schuld und Versagen nicht anrechnen und summieren, bis ein riesiger Berg vor ihn steht, der nicht mehr überwunden werden kann, sondern er hat damit ein unbeschriebenes Blatt vor sich. Egal was gestern war, heute kann es ganz neu weitergehen. Das ist die unglaubliche Gnade der Christus-Erlösung. Der Mensch ist nicht die Summe seines Versagens und das Elend eines verkorksten Lebens, sondern eine tägliche Neuschöpfung. Gott investiert alles, um im zertrümmerten Jerusalem wieder seinen heiligen Tempel aufzurichten. Das Geschenk, des täglichen Neu-Seins tröstet die Glaubenden. Wir brauchen nicht die Schutthaufen betrauern, sondern dürfen mit Trümmern Neues schaffen.

Bedauern wir noch, oder sind wir schon getröstet?

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