Ich bin der Mann

Glaube ist kein Kuschelprogramm, sondern die Konfrontation mit unserem anders wollen.

„In der Finsternis erstrahlt den Aufrichtigen ein Licht, gnädig, barmherzig und gerecht.“
Ps. 112, 4

Dass in der Finsternis ein Licht erstrahlt, ist für Glaubende nichts Neues. Dazu kennen wir zu viele Geschichten aus unserer Bibel. Die eindrücklichste davon ist die Weihnachtsgeschichte, in der der barmherzige Gott Mensch geworden ist. Wir haben uns dadurch ganz selbstverständlich an einen gnädigen und an Ostern, an den gerecht machenden Gott gewöhnt. Doch heute steckt eine scharfe Brisanz in dem Wort. Es geht um den Aufrichtigen. Selbst wir fromme Menschen haben damit ein Problem. Wir decken gerne zu, sind nicht ehrlich, wo es um unseren Stand vor Gott geht. Wenn Gott solch einen harten Weg mit dem Licht geht, ist die Finsternis der Krieg auf Erden. Finsternis liegt nicht außerhalb von uns, weit weg, in den gebeutelten Schreckensgebieten dieser Welt; Finsternis liegt in uns. Wir wollen es nicht wahrhaben, dass wir die harte Nuss sind. In der Tiefe ist der Mensch nicht gottkonform. Er will sein Eigenes und sich auch von Gott nicht reinreden lassen. In uns tobt ein ständiger Widerspruch, der sich gegen Gott auflehnt. Vor Gott sind wir wie pubertierende Kinder, die ihm klar sagen: Ich bin alt genug, ich weiß selbst was ich zu tun habe! Gott ist dem Menschen lästig. Wir tun uns schwer, uns so einfach und geschmeidig führen zu lassen. Das ist Finsternis. Das ist die Adams-Geschichte, von der das Elend in die Welt kam. Wo ein Mensch sich aufrichtig dieser Wahrheit stellt, erkennt er seine Hartnäckigkeit gegen Gott. Deshalb ist Gottes Wort ein Hammer, der Felsen zerschmeißt. Gott muss harte Geschütze auffahren, um überhaupt Herzen zu erreichen. Von ihm aus ist so viel Energie nötig, um an den Menschen ran zu kommen. Wo ein Mensch aufrichtig wird, hat Gott bereits der harte Schale aufgebrochen. Der, der sich nicht als etwas Besseres sieht als er ist, bei dem kann es hell werden. Aufrichtig ist der David, der an seine Brust schlägt und sagt: Ich bin der Mann. Es ist das Erschrecken vor sich selbst im Angesicht Gottes.

Wie sehr beschwichtigen wir und nehmen selbst als Glaubende Menschen diese Tragik nicht so tragisch. Wir schmieren gerne mit der Gnade zu, dass wir ja keine harte Entscheidung gegen uns selbst treffen müssen. Wir glauben Gott schaut durch alle zehn Finger und will uns auf unserem Weg nicht stören. Hier stehen wir in der Auseinandersetzung mit den falschen Propheten, die heute in vielen Predigten behandelt wird. Gott will uns nicht nach dem Mund reden, er will uns nicht besänftigen, damit wir ein frommes, harmonisches Leben führen; er will stören. Sein Wort will ein Feuer anzünden und einen Flächenbrand auslösen. Für sein großartiges Reich will er Licht in die Finsternis bringen. Er will Klarheit, er will Transparenz schaffen und geht gegen alles an was vernebelt. Der gottwidrige Mensch soll umkehren und dann erstrahlen. Das ist ein gewaltiger Umbruch, der die Aufrichtigen braucht. Hier wirkt die Gnade und Barmherzigkeit, wo sie den Menschen in seinem anders wollen knackt. Gott will uns beerben und uns zu Heiligen im Licht machen.

Wo kann denn die Finsternis zu Licht werden, wenn ein Mensch nicht zu seiner eigenen Wahrheit steht und seinen Drang gegen Gott zu stehen nicht erkennt?

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Umkehren ist vorn

Umkehren ist der Weg zum Grünen, Blühen und Früchte tragen.

„Ein Tag des Herrn der Heerscharen kommt über alles Stolze und Hohe und über alles, was sich erhebt, und es wird niedrig sein.“
Jes. 2, 12

Was sich erhebt, wird niedrig sein. Wo sich der Mensch herausputzt und sich denkt, er hätte sein Leben und die ganze Welt im Griff, lächelt Gott über allen Größenwahn. Vor seinem Angesicht, vor der Größe seiner Schöpfermacht, ist das menschlichen Streben, wie Schaumschlagen in der Badewanne. Wo der Mensch sich wie der Gärtner seines Lebens vorkommt, der alles zum Grünen und Blühen bringt, zeigt Gott schlicht, dass wenn es nur ein paar Wochen nicht mehr ordentlich regnet, die Früchte ausbleiben. Der Mensch, der sich oft so groß vorkommt und der alles fest im Griff hat, wird zum Häufchen Elend, wenn nur eine Weile der Strom ausfällt, die Gefriertruhe auftaut, und der Laptop nicht mehr funktioniert. Angesichts eines Tsunamis, wenn Autos und Häuser wie Spielzeuge davonschwimmen, muss der starke Mensch seine Kleinheit erkennen. Das Hohe, wird niedrig sein, ist die wichtigste Erkenntnis, die jeder in seinem Leben zu lernen hat. Bei allem was wir schaffen und entwickeln, und das ist eine ganze Menge, zu dem wir in der Lage sind, ist jedoch alles Sein unter einer höheren Hand. Wer sich auf sich selbst etwas einbildet, dem wird eines Tages des Boden unter den Füßen weggezogen. Wo wir uns an unsere Errungenschaften klammern, und nicht alles Tun und Sein in einer größeren Einbettung betrachten, wird die Bauchlandung nicht aufzuhalten sein. Hochmut kommt vor dem Fall, sagt der Volksmund und drückt damit aus, dass alle Vermessenheit den Untergang bedeutet. Das „heute gehört uns Deutschland und morgen die ganze Welt,“ sieht bei jedem anders aus. Wir kennen diese Geschichte, bei der der Sohn vor den Vater steht, und sich sein Erbe auszahlen lässt. Er träumt von der großen Freiheit und landet bei den Säuen. Doch das Mittel gegen Arroganz heißt Umkehr. Auf den sich vergaloppierten Menschen warten zwei ausgestreckte Arme. Der Tag des Herrn ist dort, wo der Hohe sich vor dem Höchsten erniedrigt. Da beginnt die wahre menschliche Größe. Der eigene Zerbruch vor Gott, macht das Niedrige hoch. Das Zurückkehren ist der Weg nach vorn. Im Haus des Vaters kommt das Leben zum eigentlichen Blühen.

Umkehr ist eine Lebenshaltung. Es ist die permanente Rückbesinnung auf den Vater. Es ist der dauerhafte Weg vom Trog nach Hause. Es ist die Verwandlung meines Stolzes in Demut. Umkehr ist das sich selbst ständig infrage stellen, um unter dem Höchsten zu stehen. Wo wir im Streben nach Blühen und Früchte tragen, besser wissen, wo der Weg lang geht, wo wir in unserer Lebensgestaltung unser Denken höher achten, als die Rückkehr zum Vater, werden die Wege niedriger werden. Groß ist, im Umkehren zu wachsen. Im Umkehren wird das Leben zum Fest, das grünt, blüht und Früchte trägt.

Warum brauchen wir oft so lange bis wir umkehren?

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Gnade knackt harte Nüsse

Das Leben der Glaubenden hat mitunter den höchsten Anspruch, zu dem jedoch kein Mensch in der Lage ist.

Herr, erweise uns deine Gnade und gib uns dein Heil!
Ps. 85, 8

Wenn einer um Gnade bittet, hat er irgendwo Dreck am Stecken. Der Beter erkennt, dem was Gott mit mir vor hat, hinke ich hinterher. Da ist selbst bei Gerufenen ein ständiges Fallen und wieder aufstehen. Das erwählte Volk Israel wurde von Mose und Aron aus der Knechtschaft Ägyptens herausgeführt. Sie erlebten die zehn Schreckenswunder, die Gott dem Pharao schickte, damit er überhaupt bereit war, dieses Volk abzuschieben, damit er endlich Ruhe hat von diesen unerträglichen Plagen. Das Volk zog durch das Schilfmeer, wo Gott auf spektakuläre Weise das Wasser auseinandertrieb, damit sie trockenen Fußes hindurchgehen konnten. Pharaos Krieger, die sie dann doch wieder zurückholen wollten, kamen nicht mehr durch das Wasser und sind samt und sonders abgesoffen. Unvorstellbar zeigte Gott immer wieder, wie er mit seinem Volk ist und sie dankten und verherrlichten ihn. Doch vierzehn Tage später, beim Gang durch die Wüste, fing schon das Gejammer wieder an. Wasser und Brot werden knapp und sie klagten Mose an, weil er sie aus Ägypten herausgeführt hat, wo es doch in aller Knechtschaft immer genügend zu essen gab. Das ist der Mensch. So klein ist sein Glaube und sein Vertrauen zu Gott. Wenn´s ungemütlich wird, können zuvor Wunder noch und nöcher geschehen sein, da steigen sofort wieder Groll und Zweifel auf. Das Herz ist ein trotziges, verzagtes Ding. Da rumort ständig diese eine Frage: Sollte Gott gesagt haben? Dort wo der Mensch diesen seinen Zustand erkennt, kann er nur um Gnade ringen. Gottesbegegnung beginnt damit, dass wir vor uns selbst erschrecken und jeden Tag neu entdecken, wir können weder glauben, noch vor Gott gerecht sein. In uns liegt ein Gen, das immer dagegen löckt, egal was Gott auch tut. Unser Mangel an Vertrauen, unsere Glaubensnot, will uns im Angesicht Gottes unsere Heilsbedürftigkeit bewusst machen. Diese Undankbarkeit und dieses Dagegenlöcken braucht den Christus, der zur Gnade geworden ist.

Das ist die tägliche Buße, von der Martin Luther spricht. Wir leben täglich aus dem begnadet werden, damit Gottes Geschichte überhaupt weitergeht. Wir leben nicht aus den Wundern von gestern. Wir sehen an uns selbst, wie schnell die großen Ereignisse in uns verblassen, wir leben aus dem täglichen Umdenken und Zurückkehren zu Christus, der uns vor Gott begnadet. Da beginnt jeder Tag mit der Hinwendung zu Christus und der Abkehr von meinem eigenen Trotz. Damit Gottes Sache mit uns geschieht, können wir nur ständig um Gnade und Heil bitten, damit in unserem Aufbegehren Neues entsteht. Die Gnade schafft es, unsere harte Nuss zu knacken.

Wenn uns nicht die Gnade halten würde, wer würde uns dann trösten und unsere Wege hell machen?

Umdenken macht fröhlich 

Es ist Gottes Markenzeichen, dass sich das Blatt wendet.
„Dies ist der Tag, den der Herr macht; lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.“

Ps. 118, 24
Tage, die der Herr macht haben eine eigene Qualität. Gottes Tage sind von Umbruch, von Umgestaltung, von Erneuerung geprägt. Da bleibt nichts wie es ist. Dieses „machen“ ist immer vom Heil machen überschattet. Das was der Herr macht, sind Erlösungs-Tage und Christus–Tage. Jeden Tag ist er unterwegs um Umbrüche zu schaffen. Dieser Psalm ist ein Loblied auf Gott, der sich in aussichtloser Lage zu seinem Volk gestellt hat. Es ist ein Lob auf den Herrn, der sich immer zu den Seinen aufmacht. 
Gott wendet sich zum Menschen, das macht die Tage anders. Da verändert sich das Leben des verlorenen Sohnes total. In seinem verwirtschafteten Dasein klickt es, er besinnt sich auf seinen Vater. An dem Punkt, an dem nicht mehr geht, kommt der Rückblick. Im Aus erinnert er sich an seinen Ursprung. Das wird zum Umbruch. Wo sich Gott in die Erinnerung bringt, geschieht die Wende. Das was der Herr macht, ist Kehrtwende, ist Umkehr, ist das zurückkommen zu ihm. Umkehr ist Gottes großartiges Lebenswerk. Das ist Sinn und Ziel all seines Schaffens. 
Somit wird jeder Klick, den er auslöst zum Fest. Er wartet nicht auf den Sohn, der sich dann zu ihm auf den Weg macht, sondern geht ihm sofort entgegen. Wenn Gott einen Ansatz von Umdenken auf all seine Bemühungen erkennt, zieht er alle Register. Umkehr ist Fest im Ausnahmezustand. Da gibt es keine Frage, keine Vorwürfe, keine Aufarbeitung und Klarstellung, da gibt es nur noch feiern und fröhlich sein. 
Auch heute ist der Tag, am dem Gott das Blatt wendet. An den Schweinetrögen unseres Lebens, stehen im Hintergrund bereits die festlich gedeckten Tische. Gott streckt uns die Hände entgegen, dass wir nicht im Jammer umkommen. Es gibt keinen erbärmlichen Zustand in unserem Leben, in dem Gott nicht das Blatt wendet. Weil Gott das macht, können wir uns freuen und fröhlich sein.
Wenn Gott diesen Glanz in unsere Tage bringen will, weshalb bleiben wir sooft am Trog sitzen?

In die Sonne springen 

erst wo wir zutiefst über uns erschrecken, wächst die Sehnsucht nach Umkehr.
„Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, beständigen Geist.“

Ps. 51, 12
David, der fromme König, bereut in Sack und Asche. In der Konfrontation mit dem Propheten Natan, muss er seine kriminelle Energie erkennen. Vorsätzlicher Mord, nur um eine Frau heranzukommen. Er ist schockiert, von seinen eigenen Abgründen. Im Angesicht Gottes erkennt er einen tiefen Schaden. Vor Gott erkennt er sich selbst.
Wer Gott erkennt, entdeckt sich in seinem abgründigen Potenzial zum Bösen. Auch der fromme Mensch kann da nicht großzügig darüber hinwegsehen, dass hier gewaltige Portionen Hass und Eigensinnigkeiten in einem liegen. Wie schnell sind wir bereit, andere zu verletzen, zu demütigen oder uns zu übervorteilen. Wir müssen uns von dem Gedanken lösen, hier sind nur kleine Fehler in unserer Entwicklungsstufe, die ich Stück um Stück verbessern und ausmerzen muss. Unser christliches Menschenbild zeigt die Gefahr von Mord und Todschlag, wo der Mensch nicht im Einklang mit Gott steht. Menschseiin in sich ist unrein. Da sind die Herzen und Gedanken zu allem fähig. Diese Erkenntnis erhalten wir am Herzen Gottes. Hier fängt ein Mensch an, unter seinem Hang zur Gottlosigkeit zu leiden. Vor ihm erkennen wir, wie abhängig wir von dem Reinen sind. Reinheit aus uns heraus geht nicht, es braucht den ständig Reinigenden und Erneuernden. 
David ringt um diese Erneuerung, er ringt um das beständige Stehen in Gott. Erneuerung ist keine Fehlerkorrektur, sondern die Rückkehr ins Vaterhaus. Es ist die tiefe Einsicht, ohne den Vater lande ich am Schweinetrog. Oder positiv ausgedrückt wie es Luther sagt: Wer Buße tut ist wie einer, der aus einem finsteren Loch in die Sonne springt.
Erschrecken wir noch über unsere kriminelle Energie, die uns Gott ganz an den Hals werfen will?

Der Schlüssel liegt in der Krippe 

im Leben zählt nur das Original.
„Es werden sich zum Herrn bekehren aller Welt Enden.“

Ps. 22, 28
Ein Tag bis Heilig Abend. Wem und was wenden sich die Menschen zu? Am Fest der heiligen Familie sind die Familientermine ausgebucht. Zwischen Glanz und Glimmer, einem schönen Essen soll für ein paar Stunden sich Harmonie und Frieden ausbreiten, wo das ganz Jahr über, das Miteinander ein Steckenritt war. Von einem äußeren Rahmen erwartet man, dass er etwas überdeckt, was im Untergrund brodelt. Jeder geht in Weihnachten mit irgendwelchen Verletzungen, mitmenschlichen Belastungen, Lebensumständen, die nicht zum Feiern anglegt sind und sehnt sich etwas Wohltuendem.
Bei allem, was wir in Weihnachen hineinlegen, kommt die eigentliche Menschlichkeit von Gott. Zum Herrn hinkehren, erschließt die Menschenfreundlichkeit Gottes. Weihnachten wird dort hell, wo Gott sein Menschliches Gesicht zeigt. Die aufgescheuchte Seele kommt an der Krippe zur Ruhe. Frieden auf Erden liegt nicht in menschlichen Bemühungen, sondern durch den Frieden, der in einem Menschen geboren wird. Ein Licht geht an, wo Gott einen Raum, einen Schoß, eine Krippe findet. Die Hinkehr zu diesem befruchtenden Ereignis lässt es Weihnachten in uns werden.
Auch wenn wir alles unternehmen um ein schönes Fest vorzubereiten, liegt der Schlüssel in der Krippe. In Christus erfahren wir Gott in seiner ganzen Menschlichkeit. Das ist der beste Besuch, den wir machen können.
Werden dabei unsere Augen nicht wie gespannte Kinderaugen zum Leuchten kommen, 

Härte will an die Frucht

Veränderungen herbeizuführen ist oft wie Nüsse knacken.
„Meinst du, dass ich Gefallen habe am Tode des Gottlosen, spricht Gott der Herr, und nicht vielmehr daran, dass er sich bekehrt von seinen Wegen und am Leben bleibt?

Hes. 18, 23
Wer Veränderungen einführen möchte, braucht teilweise harte Nerven. Gewohnheiten zu durchbrechen, kann sich für manch einen wie Weltuntergang anfühlen. Es gibt Mitarbeiter, die kommen in eine Existenzkrise, wenn man ihre bisherigen 4 Arbeitsstunden auf einen anderen Tag verlegt. Veränderung und Umdenken müssen scheinbar so schmerzhaft sein, dass sie Todesängste auslösen. Sie sind sogar ein Kündigungsgrund: „Ich möchte mich nicht verändern.“
Wie kann Gott Neues schaffen, wenn Menschen sich an ihrem Rythmus festgebissen haben? Wie kann er ein Leben zu Tage fördern, das er als kostbare Perle in sie hineingelegt hat, wenn sich der Panzer nicht öffnet? Wie erziehen wir Kinder, wenn sie auf gute, verständnisvolle Worte nicht reagieren?
Wenn die Nuss hart ist, brauchen wir, braucht Gott einen kraftvollen Nussknacker. Bei aller Brutalität, die er abstrahlt, hat er doch die Aufgabe die Schale zu knacken und das wertvolle Innere auf den Tisch zu bringen. Dieser scheinbare Grobian hat es auf die Frucht abgesehen, da muss eben die Schale weg. Eine Schale zu knacken hat keine Zerstörungsabsicht. Das Gute muss herauskommen. Veränderung, Neudenken, sich infrage stellen, dient dem Guten. Wenn Gott zum Eigentlichen kommen will, sind bei starren Nüssen ein paar Hämmer nötig. Hinter Härte steckt oft ein Reifungsprozess. Unverständliche Eingriffe in das Leben, sind der direkte Weg zu einer Perle.
Wer weiß, wie unbeweglich Menschen sein können, wie schwer sie umdenken können, der kann Lebensschläge mit Gottes Güte verbinden. Das Neue das Gott schaffen will, muss Unnützes, manches Mal auch etwas unsanft beiseiste schaffen.
Weisst du nicht, dass Gottes Güte dich zur Umkehr leitet?

Umdenken versprüht Freude

„Lass sich freuen alle, die auf dich trauen.“

Ps. 5, 12
Freude steht in direkter Beziehung zu Vertrauen. Wo wir von Frust, Belastung und Trauer geprägt sind fehlt die Perspektive. Alles ist kraftlos und kommt einem so schwer vor. Manches Mal haben wir uns einfach im Tagesgeschäft verrannt und sehen keine Wege mehr. Hoffnungslosigkeit und Angst wird zur Melodie des Lebens.
Der Durchbruch geschieht im Umdenken. Umorientieren und neu denken. Neue Blickrichtungen machen den Weg frei. Das ist Bußtag. Da bricht etwas zu etwas Neuem auf. Da kommt wieder Hoffnung ins Spiel. Buße ist Neuorientierung, ist das wieder zum Gottvertrauen finden. Oft tun wir uns mit dem Bußtag so schwer, weil wir ihn als ein zu Kreuze kriechen betrachten. Wir sehen ihn als Tag der Demütigung und Bedrückung. Dabei liegt in der Umkehr die größte Befreiung. Wo wir wieder anfangen auf ihn zu trauen, lösen wir uns von unseren Verranntheiten und Begrenzungen. Buße ist Durchbruch zur Freude. Wer in einer verfahrenen Situation Gott vertraut, findet den Durchbruch zum Leben. Umkehren, umdenken ist Rettung.
Wo wir im Frust uns wieder umkehren zum Vertrauen in Gott, da bricht Jubel aus. Loslassen und Glauben wagen, reißt die Türen von Freude und Hoffnung auf. Das hinwenden zu Christus schlägt Wellen. Da schwindet nicht nur meine Trübseligkeit, da wird das ganze Umfeld mit Freude angesteckt. Meine Umkehr macht allen Hoffnung. Mein Neudenken reißt die anderen mit. Wer neues Vertrauen auf Gott wagt, schenkt anderen Freude und befreit sie zum Leben.
Wie können wir den Bußtag zu einem viel größeren Fest, zur Freude aller machen?

Der richtige Dreh machts 

Die richtige Drehung entscheidet, ob wir hoffen können.
„So bekehre dich nun zu deinem Gott, halte fest an Barmherzigkeit und Recht und hoffe stets auf deinen Gott!“

Hos. 12, 7
Aus der Hinwendung zu Gott entschlüsselt sich das ganze Leben. Wo diese Zuneigung ausbleibt, bleibt der Mensch im Unrecht und in der Hoffnungslosigkeit. Alles entscheidend ist, wo sich das Herz hinkehrt. Das Wort Bekehren ist leider in christlichen Kreisen oft wie eine Brechstange verwendet worden, dass diese entscheidende Aussage für manch einen zum Brechmittel wurde. Doch in Bekehren liegt schlicht die Hinkehr zu dem, der beide Hände uns entgegenstreckt. Gott macht den ersten Schritt, dem muss ich mich einfach zuwenden. Er macht uns ständig ein Angebot, das wir nur annehmen müssen. Es ist Gottes ständiges Ringen gegen unser Abwenden. Kehre dich weg, von dem Elend. Drehe dich in deiner Krise zu mir. Bleibe nicht alleine. Es ist der Blickwechsel in aller Not. Wer mit dem Boot auf einen Wasserfall zusteuert braucht nur noch einen Rückwärtsgang. Umkehr ist die Rettung. 
Dieser Kehrtwechsel ist kein einmaliger Akt, sondern ein täglicher Prozess in jeder Lebenssituation. Alles was von Gott wegtreibt, braucht die laufendene Kurskorrektur. Blicken wir nach Westen oder Osten? Blicken wir in die noch existierende Nacht, oder den anbrechenden Morgen? In diesem Umschwenken bekommt das Dasein ein anderes Gesicht. 
Da entfaltet sich die ganze Macht Gottes. Da entdecken wir alle Kraftmittel. Da stoßen wir auf die Barherzigkeit, auf die guten Ordnungen Gottes. Da stehen wir im Eigentlichen und Richtigen. Nur in einem kleinen Kurswechsel blüht die ganze Welt Gottes auf. Da können wir in der Verzweiflung wieder hoffen. Wir brauchen gar nicht so viele geistlichen Programme abspulen, wir brauchen uns nicht fromm zu verkrampfen, um in Gott zu bleiben, wir brauchen uns nur drehen. 
Die Hände sind ausgestreckt. Haben wir den Dreh raus, uns immer neu in diese hineinfallen zu lassen? 

Umkehr, der beste Weg

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eine Kehrtwende bewahrt vor dem dahindümpeln.

„So kehrt nun um von euren bösen Wegen. Warum wollt ihr sterben?“
Hes. 33.11

Umkehren und umdenken ist keine Frage an die da „draußen“. Sie ist an das Volk Gottes, an die Glaubenden gerichtet. An Israel sehen wir, wir halsstarrig die Frommen sein können. Von Gott erwählt und zigfach sein Handeln erfahren, kochen sie immer wieder ihre eigene Suppe, bis der große Katzenjammer kommt. Zu gerne setzen wir auf eigene Erkenntnisse, auf Logik, auf Lieblingsgedanken, die wir einfach nicht loslassen wollen. Wir wundern uns dann, wenn manches nicht zu Ziel führt und wir  die Hoffnung verlieren. Manches Elend in dem wir stehen ist selbstproduziert, weil wir uns vielleicht gegen Führungswege gewehrt haben.

Böse Wege sind nicht Mord und Totschlag, sondern die Wege, an denen wir Gott den Rücken kehren und auf eigene Faust marschieren. Böse ist einfach ohne Gott und das endet tödlich. Leben ist so stark an den Schöpfer geknüpft, dass ohne ihn etwas aus dem Ruder läuft. Irgendwann sagt das Navi: Bitte wenden!

Umkehr ist ein Lebensprozess. Umkehr ist eine Tagesaufgabe. Wir müssen uns bewusst sein, dass wir konstant in der Lage sind,  Gott einen Korb zu geben, dass wir anders wollen, als er will. Umkehr ist die Sensibilisierung für meine Ausbruch-Tendenz. Wir müssen hellwach sein, wo wir in der Gefahr stehen, Gott aus der Schule zu laufen. Wir müssen aufspüren, wo wir uns voller Ausreden an Gott vorbei trixen wollen, wo wir seinen Anspruch abwehren.

Gott kämpft um unser Leben, seine Liebe jagt unserem Weglaufen nach, deshalb ringt er um Umkehr. Die Hinkehr zu Gott, kann allein das erfüllen, wo wir oft woanders, vielleicht einfacher suchen. In der Umkehr liegt die Lebensenergie, weil wir zur Quelle zurückkehren.

Wo sind in unserem Leben die Punkte, wo wir Gottes Anspruch mit unseren Ausreden zupflastern?