Kehrtwende der Gedanken

Das sind Umbrüche, wenn die Kleingläubigen wie Zachäus auf die Bäume steigen, um ihren Horizont aufzubrechen zu lassen und den Meister ihres Lebens sehen.

„Der Übeltäter lasse von seinen Gedanken und bekehre sich zum Herrn, denn bei ihm ist viel Vergebung.“
Jes. 55, 7

Der Mensch hat etwas in sich, von dem die Wenigsten Gebrauch machen; Umdenken und Umkehr. Es ist etwas möglich, was kaum einer glauben kann, dass von heute auf morgen, sich etwas radikal verändern kann. Ein Mensch kann schlagartig seine Richtung ändern. Ein Halsabschneider wie der Zöllner Zachäus, der heimlich auf einen Baum steigt um Jesus zu erleben, erlebt einen völligen Umbruch seiner Persönlichkeit. Dort wo wir oft meinen, manche Menschen ändern sich nie, oder es ist ein langer Prozess für eine Entwicklung zum Besseren nötig, werden wir hier eines besseren belehrt. In einer Gottesbegegnung ist ein Umbruch von jetzt auf sofort möglich. Alles beginnt im Kopf. Dort wo ein Mensch, seine bisherigen Gedanken lässt und neue Gedanken zulässt, kommt es zu völlig neuen Handlungen. In der Gotteserkenntnis wird der Mensch anders gestrickt. Wo ein Mensch sich selbst und Gott erkennt, geschieht die größte Veränderung. Der Abzocker Zachäus erkennt, wie tief er den Leuten in die Tasche gegriffen hat, wie schamlos er seine Position ausgenützt hat und auf welch wackeligen Füßen sein Ergaunertes steht. Diese Erkenntnis schafft den Durchbruch, die Hälfte seines Vermögens, den wirklich Bedürftigen zu geben, und den bewusst Betrogenen ihr Geld zu 400% zurückzuzahlen. Tiefgreifender und radikaler kann ein Umbruch kaum mehr sein. Da ist die bisherige Persönlichkeitsstruktur nicht wieder zu erkennen. Und das lediglich dadurch, dass er von seinen Gedanken lässt und sie anders ausrichtet. In den Gedanken sitzt der Butzen für Veränderung. Was in unserer Grundeinstellung ab geht, prägt das Ergebnis, das hinten herauskommt. Wo Übel herauskommt, sitzt das Problem in den Gedanken. Missstände sind nicht das Problem der Umstände, sondern des Knoten im Kopf. Wo sich Gedanken verändern, verändert sich die Welt. Daher legt die Bibel so massiv den Finger auf Umkehr. Wo die innere Ausrichtung, die im Kern unsere Person liegt, einen Umbruch erfährt, werden schlagartig die Ergebnisse allen Tun anders. Mit umgebrochenen Menschen entsteht Reich Gottes, entstehen die genialen Gedanken die Gott mit den Menschen hat. Da kann Jesus nur noch zu Zachäus sagen: Heute ist diesem Hause Heil widerfahren.

Wer nicht von seinen Gedanken lässt, braucht auch nicht auf irgendwelche Veränderungen hoffen. Verändere deine Gedanken und du wirst sehen, dass sich das Miteinander verändert. Die Kehrtwende der Gedanken, setzt das Potenzial frei, das Gott für alle Erneuerung in den Menschen gelegt hat. Die Christusbegegnung kann nichts lassen wie es ist.

Warum tun wir uns oft so schwer, in unseren Gedanken umzukehren?

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Führung füllt Netze

Gute Führung hat Abstand zum täglichen Getriebe und sieht daher mehr.

„Nach dem Wort des Herrn brachen die Israeliten auf, und nach seinem Wort lagerten sie sich.“
4.Mose 9, 18

Das Wort führt ein ganzes Volk. Da ist ein Führungsinstrument mit höchster Qualität. In dieser Führung liegt Überblick eines fernen und doch gegenwärtigen Gottes. Gott hat solch einen großen Abstand zur Geschichte der Menschen, dass er alle Zusammenhänge im Detail erkennen kann. Für großartige Führung braucht es Distanz. Ein guter Unternehmer ist nicht mitten im Gewühl seiner Arbeiter, sondern muss von außerhalb auf seinen Betrieb schauen, um die Gesamtzusammenhänge im Auge zu behalten. Er arbeitet nicht „im“, sondern „am“ Unternehmen. Wenn aus dieser Sicht ein Wort kommt, hat das ein ganz anderes Gewicht. Da hat einer den Durchblick, den der an vorderster Front nie haben kann. Er ist dazu viel zu sehr von seinen Alltäglichkeiten umringt und behaftet. Durch den der den Überblick hat, werden die Arbeiter, das Volk, der Geführte, in immer neue Perspektive gestellt, die er nicht kennt und nicht für möglich hält. Da führt ein Wort von ganz anderer Güte. Was von diesem Wort kommt ist nicht immer angenehm und auch nicht unbedingt das, was wir von ihm denken. Es kann unsere Realitäten ganz schön auf den Kopf stellen. Da werden alle bisherigen Erfahrungen und Kenntnisse eines besseren belehrt. Als die Jünger eine ganze Nacht lang gefischt und nichts gefangen haben, forderte Jesus sie auf nochmals hinauszufahren. Für hochkarätige Fischer, die ihr Handwerk gelernt haben ein absoluter Affront. Sie waren Spezialisten ihres Fachs und schließlich keine Dummis. Doch Petrus sagt: Auf dein Wort will ich die Netze auswerfen. Es stellt sich selbst und sein ganzes gelerntes Fachwissen infrage. Er lässt sich von einem Nichtfachmann konfrontieren und erfährt, wie das Wort die Netze fast zum Zerreißen bringt. Das Wort bringt Fakten ins Spiel, die weit über unserem Horizont liegen.

Wo das Wort führen will, braucht es keine Menschen die besser wissen wie´s geht. Es sucht nach Menschen, die Vertrauen fassen und sich in ihrem Denken unterbrechen lassen. Es sucht die Glaubenden, die ihren Horizont, von der Dimension des Wortes aufbrechen lassen. Da gilt es Wege zu gehen, die wir nicht kennen und sogar für völlig unmöglich halten. Da kann es sogar sein, dass wir zu Wegen aufbrechen, bei denen uns die Haare zu Berge stehen und sich ein rumorendes Gefühl im Magen einstellt. Ein Mensch, der vom Wort geführt ist, ist nicht mehr unbedingt everybodys darling. Wo das Volk auf das Wort hin aufbricht und sich lagert, hat das nicht viel mit dem zu tun, was wir verstehen und was wir aus unserer Sicht heraus als richtig betrachten, es hat jedoch immer mit vollen Netzen zu tun. Führung durch das Wort ist nicht in erster Linie menschenkonform, es zeigt den umfassenden Weitblick eines grenzenlosen Gottes. Wo uns das Wort trifft, fordert es uns zu Taten heraus, die gegen unsere Gewohnheit gehen. Es ist hoch spannend sich auf solch eine Führung einzulassen, weil sie das Volk in das verheißene Land führt.

Warum tun wir uns oft so schwer, uns geschmeidig und willig von diesem Wort führen und unterbrechen zu lassen?

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Umkehren liegt vorn

Kaum wird das Herz vom Wirken still, fängt Gott an, unser Glück zu zimmern.Ludwig Graf von Zinzendorf

Wenn ihr umkehrtet und stille bliebet, so würde euch geholfen.“
Jes. 30, 15

Umkehren und stille sein sind heilige Worte. Darin liegt die Kraft, die der Mensch anderswo vergeblich sucht. Dahinter liegt eine geheimnisvolle Welt, die dem Umtriebigen verschlossen bleibt. Diese verborgenen Räume warten nur darauf, als einzigartige Hilfe entdeckt zu werden. Menschen sind oft so gestrickt, dass sie aus lauter alltäglichen Verpflichtungen, am eigentlichen Glück vorbeischrammen. „Es muss ja weitergehen!“ Das Korsett der täglichen Verantwortung hat uns fest im Griff. Wir müssen, müssen, müssen, damit das Rad rund läuft. Damit der Betrieb funktioniert, der Haushalt in Ordnung ist, die Kinder versorgt sind. Wir haben unsere Dienste und Aufgaben in Kirche, Gesellschaft und Gemeinschaft. Der Druck ist hoch, die Wege sind laut, der Schädel brummt, außer Burnout ist kein Land in Sicht. Von wegen, da sich noch ausklinken, zurückziehen, stille sein und anfangen manches zu überdenken. Wie viele haben sich deshalb die Rente herbeigesehnt und dann ging das Spektakel weiter. Eigene Krankheiten stellten sich ein, der Tod des Partners lässt alle entspannenden Pläne zunichtewerden. Das Heilmittel, das uns hier, auch für unser frommes Hamsterrad angeboten wird ist, umkehren und stille sein. Jesus sagt zu Martha, die sich in ihrer Gastfreundschaft für ihn aufopfert: deine Schwester Maria, die mir hier zu Füßen sitzt, hat das gute Teil erwählt. Das ist eine volle Ohrfeige, gegen einen hingebungsvollen Dienst. Jesus sagt damit: Hör` endlich mal auf mit deinem wichtigen Getue. Du überlebst deine Tage nicht, wenn du nicht unterbrichst und dich auf mein Wort einlässt. Dein Dienst ist nutzlos und zermürbend, wenn deine Grundausrichtung nicht stimmt. Christus nimmt hier den ganzen frommen Aktionismus zurück, um für sich Raum zu schaffen. Gott will in erster Linie den Menschen, nicht seinen Umtrieb für eine gute und nötige Sache. Um für unser Heil zu sorgen, um uns in das Geheimnis des Lebens eindringen zu lassen, braucht er bereite Herzen, und keine Aktionisten, die für sich selber sorgen. Die Sorge um unser Tägliches, hindert Gott, uns das zu schenken, was er eigentlich für uns gedacht hat. Wir bleiben in unseren Umtrieben weit hinter dem zurück, was von Gott her möglich wäre.

Umkehren ist die Hilfe. Wer sich verrannt hat, muss nicht nur stoppen, sondern ein Stück des Weges zurückgehen. Das Navi sagt: Bitte wenden! Wo wir in die falsche Richtung unterwegs sind und feststellen, dass wir so das Ziel nicht erreichen, nützt es nichts die Geschwindigkeit zu verdoppeln. Umkehren, innehalten unter dem Wort, die Christusgegenwart auskosten, da gehen neue Wege auf. Es wächst dabei als erstes ein heilsames Vertrauen, dass ich nicht mehr von der Angst um mein Dasein getrieben werde, sondern Gott sorgt. Viel von unserm gnadenlosen Einsatz ist ein Mangel an Vertrauen. Wo wir Gott die Sorge für unser Leben überlassen, gehen für uns ungeahnte Räume auf. Im Ausrichten auf ihn, erkennen wir unsere eigentliche Lebensaufgabe, die weit größer ist, als nur der Kampf um die eigene Existenz. Im stille sein vor ihm, übernimmt er die Führung. Das muss unser Stolz erst mal begreifen.

Müssen wir nicht davon umkehren, wenn wir immer wieder meinen, wir hätten das Tischtuch an fünf Zipfeln?

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Umkehren macht fruchtbar

Wer liebt, kann zu Fehlentwicklungen nicht ja sagen.

„Bekehrt euch, ein jeder von seinem bösen Wege und von euren bösen Werken.“


Jer. 25, 5



Gott ist in seiner Kritik nicht zimperlich. Wo wir uns heute immer mehr angewöhnen, das Gute im anderen zu erkennen und aufzubauen, um ja nicht das Selbstbewusstsein anzukratzen, nimmt der Liebhaber des Lebens kein Blatt vor den Mund, wo es um das Böse geht. Seine Adresse sind dabei die Glaubenden, nicht die Gottlosen. Er will eine Kehrtwende bei denen, die sich eigentlich gar nicht so übel vorkommen. Er spricht sein Volk an, die, die zur Gemeinde gehören, uns, die wir uns seine Nachfolger nennen und benennt böse Wege und böse Werke. Bei denen, die Gott lieben und zu ihm gehören, liegt erschreckendes im Argen. Da schmückt jeder sein Zuhause und seine Kirche adventlich, hängt beleuchtete Sterne in die Fenster, doch bereiten sich zu diesen äußeren Zeichen, die Herzen auf das Kommen des Lichtes vor? Gerade in der Adventszeit brechen riesige Spannungen auf. Die Vorbereitung auf die Krippe will zu Besinnung und Ruhe führen, doch die Glaubenden scheinen gerade in dieser Zeit das Tempo zu erhöhen, für das, was da alles noch erledigt werden muss. Gott sagt: Bekehrt euch! Halt an, dreh um! Stopp, das ist die falsche Richtung! Frommer Mensch, du vergallopierst dich gerade! Er kann es nicht mit ansehen, wenn er seinen Kindern Gutes tun will und sie sich verrennen. Gott tritt die Bremse, wo die Seinen am Ziel vorbeischießen. Auf die unsanfte Art will er aufschrecken und Besinnung wecken. Dort wo alles andere wichtiger geworden ist, will er seine Präsenz festmachen. Kehr um, hinterfrage dich, stoppe deine Aktionen, sind Gottes Konfrontation mit Advent. Dein Trubel trennt dich von meinem Wohlwollen. Die Liebe ist es, die dem Ertrinkenden den Rettungsring zuwirft und notgedrungen an den Haaren herauszieht. Weil Gott liebt, kann er nicht mit netten Worten unser Treiben begleiten, sondern muss uns wachrütteln und durchschütteln, damit wir sehen, wie ernst er es meint. 
Gerade die vollgepackte Adventszeit, in der wir selbst in unseren frommen Programmen unterzugehen drohen, ist ein Umdenken nötig. Gott will die Christusgeburt in uns feiern. Da ist alles fehl am Platz, was uns nicht darauf vorbereitet. Da ist ein radikales Dagegen Steuern gegen alle Betriebsamkeit angesagt. Böse Wege sind die, die nicht zur Krippe führen.
Wo sind wir gefordert, anzuhalten, umzudenken und ganz neue Wege einzuschlagen?     

Ohne Kompromisse

Luk. 11, 14-23 

Die Politik lebt von Kompromissen. Ohne das Aufeinander-zu-bewegen, keine Jamaika-Regierung. „Leider hätten sich die Parteien in den Sondierungsgesprächen bisher inhaltlich nicht wirklich angenähert. „Ich hätte mir konkretere Ergebnisse gewünscht“, so Robert Habeck von den Grünen. Das schreibt das Handelsblatt vergangene Woche.

Kompromisse und das aufeinander zugehen sind lebensnotwendig für jede funktionierende Form von Gemeinschaft, jedoch für den Glauben sind sie tödlich und unmöglich.

  • Kompromisslos anders

20 Wenn ich aber durch den Finger Gottes die Dämonen austreibe, so ist das Reich Gottes zu euch gekommen. 

Die Texte im ausgehenden Kirchenjahr, behandeln sehr stark die beiden Ebenen des Reiches Gottes. Die gegenwärtige und die zukünftige Welt, wo etwas Gewöhnliches, von etwas total anderem durchdrungen und überwunden wird. Mit Fingerspitzengefühl schafft Jesus Reich Gottes in einer gottlosen Welt. Er bedient sich eines Fingers, um die Machtverhältnisse auf der Erde neu zu mischen. Er gebraucht ein Organ Gottes, um Dämonen auszutreiben. Mit dem Finger Gottes zeigt er Schöpfungshoheit. Er sagt damit: Wenn ich komme, betritt Gott diese Erde. Er zeigt damit die Visitenkarte seiner Existenz.

Wo Christus ist, handelt ausnahmslos der lebendige Gott. Mit dem Austreiben der Dämonen demonstriert er, wer im Hause dieses Menschen der Herr ist. Er übernimmt ab sofort das Kommando über eine Person, die bisher von anderen Mächten bestimmt war. Das Dämonen austreiben steht für einen mächtigen Christus im Menschen. Wenn Reich Gottes entsteht, bestimmt Christus den ganzen Menschen.

Unter diesem Finger scheiden sich die Geister. Da gibt es nur ein entweder oder. Wo diese Mächte wechseln, geschieht hier und jetzt, dieses andere zukünftige Reich, was es sonst in dieser Welt nicht gibt. Reich Gottes macht man nicht, sondern entsteht durch einen kompromisslosen Christus im Menschen.

  • Ein neckisches Spiel

15 Einige aber unter ihnen sprachen: Er treibt die Dämonen aus durch Beelzebul, den Obersten der Dämonen. 16 Andere aber versuchten ihn und forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel. 17 Er aber kannte ihre Gedanken und sprach zu ihnen: Jedes Reich, das mit sich selbst uneins ist, wird verwüstet und ein Haus fällt über das andre. 18 Ist aber der Satan auch mit sich selbst uneins, wie kann sein Reich bestehen? Denn ihr sagt, ich treibe die Dämonen aus durch Beelzebul. 19 Wenn aber ich die Dämonen durch Beelzebul austreibe, durch wen treiben eure Söhne sie aus? Darum werden sie eure Richter sein. 

Es ist zum Schmunzeln, Jesus einmal derart polemisch zu erleben. Wo die sich Leute über das Wunder wundern und ihn versuchen aufs Kreuz zu legen, dreht er entwaffnend den Spieß um. Er diskutiert nicht, sondern lässt sie in ihrer eigenen Logik auflaufen. Umschrieben sagt er: Wie? Ich habe also mit des Teufels Hilfe diesen armen Menschen gesund gemacht? Ich soll quasi mit dem einen Teufel, den anderen ausgetrieben haben? Das wäre eine noch nie dagewesene Sensation und bei den Teufeln wäre eine Revolution angebrochen, dass der eine den anderen fertig macht. Wenn ihr recht habt, müsstet ihr euch freuen, wenn die bösen Gewalten sich gegenseitig aufreiben. Bei dieser Logik würden sich die Tyrannen nach und nach selber auflösen. Auch beim zweiten Gedanken geht der Schuss nach hinten los. Eure Leute treiben Dämonen aus, das bedeutet, ich befinde mich nach euren Maßstäben in guter Gesellschaft. Merkt ihr nicht die Zweideutigkeit eurer Argumentation? Eure Leute selbstverständlich auf Gottes Seite, und der eine, dem ihr misstraut, genauso selbstverständlich auf des Bösen Seite. Leute, ihr macht es euch da ein bisschen leicht. Jesus liebte es, so verschmitzt mit seinen Gegnern umzugehen, doch eine theologische Beweisführung konnte das nicht sein.

Wir werden bei der Tatsache des Wunders letztlich auf den Glauben geworfen. Das was wir von Jesus sehen, sind keine sichtbaren Beweise, die eine Logik des Reiches Gottes auf den Tisch legt. Auch in der Christusgegenwart bleibt vieles im Verborgenen und im Unverständlichen. Selbst wenn Christus da ist, haben die Menschen Zweifel und ringen darum, ob hier gute oder böse Mächte am Werk sind. Neulich sahen wir eine Reportage über Colonia Dignidad, der Kolonie der Würde in Chile.  Da wurden Menschen in treuem Glauben, in himmelschreiendes Elend geführt. Jesus wird bis zum jüngsten Tage nicht vom natürlichen Menschen erkannt, da er vielen Widersachern zum Verwechseln ähnlich sieht.  Jesus will nicht verstanden werden, sondern geglaubt werden. Er will in den unsichtbaren, widergöttlichen Kräften, die die Menschen quälen und beschädigen, sich mit Macht durchsetzen. Er will das Fremdbeherrschte zurückgewinnen. Das ist seine Dämonenaustreibung, dass er den Buhmann aus unserem Leben verscheucht, mit dem der Böse uns zu erpressen sucht. Dieser Finger befreit aus Fremdbestimmung.

  • Unverbindlich geht nicht

23 Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut. 

Der menschliche Wille ist wie ein Pferd, das geritten wird, vom Guten oder Bösen, so drückt es Martin Luther aus. Wir sind von konstant von Mächten beeinflusst. Und wir können und wir müssen sogar ständig entscheiden wer uns bestimmt. Es gibt kein Niemandsland, es gibt im Glauben keine neutrale Schweiz. Wenn wir nur unsere Gedanken verfolgen, erkennen wir, wie Himmel und Hölle in uns entsteht und nicht von außen auf uns zukommt. Wer sich nicht entscheidet, hat sich auch entschieden. Die Nichtentscheidung wählt ganz bewusst Chaos und Untergang. Wo wir uns vor einer Entscheidung drücken, fängt das Elend an. Entweder eine bewusste Entscheidung für Christus oder wir steuern in den Abgrund. Der Kampf für das kommende Reich Gottes, das einmal alles in allem sein wird, wird nicht über unsere Köpfe hinweg ausgetragen, es wird in uns ausgetragen.

Entscheidung hat mit Scheidung, mit einer Trennung zu tun. Wo ich das eine wähle, entscheide ich mich gegen das andere. Wir trennen uns vor der Alternative die wir hätten. „Gottes Reich kommt wohl ohne unser Gebet von sich selbst; aber wir bitten in diesem Gebet, dass es auch zu uns komme.“ sagt Gottfried Voigt.

Unter diesem Wort, können viele kirchlichen Kompromisse und Toleranzen nicht bestehen. Wo keine eindeutige Christus Entscheidung getroffen wird, spielt ein anderer auf dem Klavier. Das anbrechende Gottes Reich, kennt kein ausharren im Unverbindlichen. Bei Christus sind keine Kompromisse möglich. Reich Gottes ist eindeutig und entsteht nicht über Koalitionsverhandlungen oder Religionsmix. Christen können keine Doppelagenten sein und auf mehreren Schultern Wasser tragen. Wer in die Gemeinschaft der Glaubenden gerufen ist, brennt von ganzem Herzen für den Auftrag an den er gestellt ist, oder er wird zum Handlanger der Zerstörung. Einfach dabei sein und fromm genießen wollen, ohne sich klar zu entscheiden, baut kein Reich Gottes. Christen sammeln für Christus. Sie wollen in sich die neue Bestimmung.

Nichts für weiche unentschlossene Gemüter. Wir leben jeden Augenblick in den Auseinandersetzungen dieser Welt, doch mit jeder Entscheidung die wir treffen, entscheiden wir darüber, für welches Reich wir sammeln. Die Glaubenden wissen um diesen Entscheidungs-Konflikt. Sie gestalten aktiv ihre Entscheidungsprozesse und sehen sich nicht als Opfer unguter Mächte. Die Glaubenden sind nicht besser, doch sie können sich besser dem Bösen widersetzen. Sie können nach eigenem Versagen wieder neu anfangen, weil Christus Gewissensbisse austreibt. Der Übergang vom einen Reich in das andere beruht darauf, dass uns keiner mehr verklagen kann. Mit diesem kompromisslosen Wort blicken wir in allem ausnahmslos auf Herrlichkeit, die sich unter allen Widrigkeiten durchsetzen wird.

Wenn wirklich durch uns und in uns das Reich Gottes sichtbar werden soll, von wem wollen wir uns da beherrschen lassen?

Umkehren befreit

Es ist ein halb Himmelreich, wo Menschen zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.
Der Herr hat mich gesandt, zu verkündigen ein gnädiges Jahr des Herrn und einen Tag der Rache unseres Gottes“

Jes. 61, 1,2
Gott schafft Umbrüche; radikale Umdenkprozesse, bei denen nichts mehr beim Alten bleiben wird. Er agiert wie ein innovativer Unternehmer. Ganz nach dem Prinzip: Wenn dein Pferd tot ist, steig´ ab. Wo die Sache mit den Menschen aus dem Ruder läuft und zu sterben droht, reißt er das Ruder herum. Gott steht für den Bau seines Reiches, einer großartigen Idee, die durch nichts zu toppen ist. Dieses Ziel hat er nie aus den Augen verloren. Herrlichkeit ist das Maß all seiner Dinge. Diesen Kurs will er aufrecht halten, auch dort wo ihm seine Schöpfung durch die Finger zerrinnt. Mit Christus schafft er die Wende, wo sich die Menschen verrannt haben. Da findet eine umfassende Kurskorrektur statt, wo das Unrecht regiert und die Mitarbeiter die Grundlagen des Unternehmens verlassen haben. In der Rache liegt der unbändige Wille, wieder auf Kurs zu kommen und Recht zu schaffen. Ein Tag Rache zu einem Jahr Gnade ist eine noch nie dagewesene Strukturwende. Da legt sich ein Unternehmer derart ins Zeug, dass eine menschlich unerreichbare Zielerfüllung über einen Bonus erreichbar ist. Durch Christus ist der Mensch zu größten Umdenkprozessen in der Lage. Er erkennt seine eingeschränkten Gedanken und sein zu kurz geschossenes Verhalten. Darin liegt die Gnade eines Neuanfangs. Das versteht die Bibel als Buße und Umkehr.
Wo das Ziel Herrlichkeit ist und wir in der Niedrigkeit stehen, ist in Christus die Wende aus dem Irrtum. Diese Gnade haben wir, dass wir in jeder Situation ausbrechen und umbrechen können. Mit Christus durchbrechen wir die aussichtslose Lage unseres Lebens. Wo wir das annehmen, geht die Hoffnung nie aus. Da sind wir nie am Ende, auch wenn all unsere Kräfte versagen. Ab diesem Moment brauchen wir uns nicht mehr wegen unserer Schwachheit zu schämen oder wegen unseres Versagens ins Unglück stürzen. Der Beginn dieser Wende ist die schlichte Zuwendung zu Christus. Damit entsteht mitten in unserem Chaos ein Stück dieser Herrlichkeit.
Ist somit Umkehr und Umdenken nicht ein fast magischer Begriff für Freiheit und Erneuerung?

Das Wunder des Augenblicks

Wenn Gott heilt, will er nicht nur ein paar Pickel am Körper verschwinden lassen.
„Gott spricht: Als du mich in der Not anriefst, half ich dir heraus.“

Ps. 81, 8
Ganz provokativ attestiert Gott seine Hilfe. Anruf genügt und er hilft heraus. Ein Satz, der unumstößlich ausgesprochen ist, gegen alle Erfahrung der Menschen. Was ist mit denen, die ihn angerufen haben und immer noch im Elend sind?
Wie Gott heraushilft können wir z.B. bei der Heilung des Aussätzigen sehen. Dieser bittet Jesus, wenn du willst, kannst du mich reinigen. Jesus heilte ihn, jedoch mit zwei Auflagen. Geh zu den Priestern, dem damaligen Gesundheitsamt und lass deine Gesundheit bestätigen, und posaune nicht herum, was an dir passiert ist. Jesus will sich nicht als heilender Marktschreier verkaufen. Er will nicht Krankheiten, sondeen Menschen von Grund auf erneuern. 
Darin liegt das Heraushelfen Gottes, dass er nicht nur einen kranken Körper wieder zusammenflickt, sondern sich selbst in der Not offenbart. Heraushelfen ist das Überwinden der Not. Nicht die Not bestimmt unser Schicksal, sondern der in der Not gegenwärtige Gott. Damit verliert die Not an Macht. Wo der heilende Gott hereinbricht, geht in der Nacht die Hoffnung auf, da schwinden die Ängste für den Morgen. In der Begegnung mit dem Heil löst sich der Mensch von seiner Not. Die allesbestimmende Krankheit, hat nicht mehr das Sagen. Diese Hilfe  verändert Menschen total. Da findet ein innerer Umbruch statt. Das ist ein Umwandlungsprozess der ganzen Persönlichkeit. Da lernt ein Mensch gesund mit Krankheit umzugehen. Das sind die Wunder, die Gott in den Menschen hineinlegen will. Wo Gott heraushilft, macht er den Menschen neu, mitten in der alten Not. Darin zeigt sich göttliche und menschliche Größe.
Verwandelt sich nicht in Gottes Nähe, das Jammertal in das Wunder des Augenblicks?

Für Frieden umgekrempelt

Krieg hat seinen Ursprung in mir.
„Er wird Frieden gebieten den Völkern.“

Sach. 9, 10
Bei Gott entsteht etwas, was bei Menschen nicht funktioniert. Frieden, etwas, was in der Tiefe unmenschlich ist. Wenn Gott Frieden gebietet, setzt er das durch, was kein Mensch schaffen kann. Friedensnobelpreisträger haben Großes für die Völkerverständigung geleistet, doch wo ein Feuer erloschen ist, ist woanders wieder eines entbrannt. Frieden den Völkern ist eigentlich völlig utopisch. Das sprengt alle politischen und menschlichen Möglichkeiten. 
Wenn wir den Ursprung von Unfrieden anschauen, sind wir direkt bei uns. Wie schnell sind wir bereit andere zu verletzen? Wie schnell sind wir selbst verletzt oder enttäuscht? Da sind doch die täglichen Beziehungen in Familie, Beruf und Gemeinde unweigerlich Kriegsschauplätze. Eine Beleidigung, ein Mißverständnis, eine Vermutung, ein Fehlverhalten und schon gehen die Sicherungen durch. Wo wir uns im Unrecht fühlen beginnt der Kampf. Jeder Angriff fordert Verteidigung heraus. 
Wenn Gott Frieden gebietet, geschehen Strukturveränderungen in diesen unseren Verhaltensmustern. Ganz eindrücklich sehen wir das an der Josefsgeschichte. Von den Brüdern gefangen genommen, in den Brunnen gesteckt, an Sklavenhändler nach Ägypten verkauft, ist eine gehässige Demütigung. Eine Menschenrechtsverletzung oberster Ordnung, die eigentlich harte Konsequenzen zur Folge haben müsste. Doch Frieden entsteht in dieser menschverachtenden Aktion, durch die Christus-Gesinnung von Josef. Als er die Macht hatte, mit Pauken und Trompeten die Tische gerade zu rücken, geschieht nicht Vergeltung, sondern Versöhnung, Zuwendung und Unterstützung. Die Brüder rechneten mit einer Abfuhr, doch dann erlebten sie Frieden. Wo Josef mit Gott versöhnt war, hatte er Frieden. Großherzig konnte er dem Bösen begegnen. „Ihr hattet Schlechtes im Sinn, Gott hat es gut gemacht. 
Frieden hat diese Keimzelle im Menschen. Durch Christus verwandelte Menschen, haben es nicht mehr nötig um ihr Recht zu streiten. Da können wir nicht mehr nachtragen und endgültige Striche ziehen. Christus ist Gottes flächendeckendes Friedensangebot für die Völker. Wo Christus einzieht, entspannt sich das menschliche Miteinander. Da wächst eine Großherzigkeit, zu denen, die sich an mir schuldig gemacht haben.
Sind wir zu dieser weltbewegenden, Frieden schaffenden Veränderung bereit?

Umdenken macht fröhlich 

Es ist Gottes Markenzeichen, dass sich das Blatt wendet.
„Dies ist der Tag, den der Herr macht; lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.“

Ps. 118, 24
Tage, die der Herr macht haben eine eigene Qualität. Gottes Tage sind von Umbruch, von Umgestaltung, von Erneuerung geprägt. Da bleibt nichts wie es ist. Dieses „machen“ ist immer vom Heil machen überschattet. Das was der Herr macht, sind Erlösungs-Tage und Christus–Tage. Jeden Tag ist er unterwegs um Umbrüche zu schaffen. Dieser Psalm ist ein Loblied auf Gott, der sich in aussichtloser Lage zu seinem Volk gestellt hat. Es ist ein Lob auf den Herrn, der sich immer zu den Seinen aufmacht. 
Gott wendet sich zum Menschen, das macht die Tage anders. Da verändert sich das Leben des verlorenen Sohnes total. In seinem verwirtschafteten Dasein klickt es, er besinnt sich auf seinen Vater. An dem Punkt, an dem nicht mehr geht, kommt der Rückblick. Im Aus erinnert er sich an seinen Ursprung. Das wird zum Umbruch. Wo sich Gott in die Erinnerung bringt, geschieht die Wende. Das was der Herr macht, ist Kehrtwende, ist Umkehr, ist das zurückkommen zu ihm. Umkehr ist Gottes großartiges Lebenswerk. Das ist Sinn und Ziel all seines Schaffens. 
Somit wird jeder Klick, den er auslöst zum Fest. Er wartet nicht auf den Sohn, der sich dann zu ihm auf den Weg macht, sondern geht ihm sofort entgegen. Wenn Gott einen Ansatz von Umdenken auf all seine Bemühungen erkennt, zieht er alle Register. Umkehr ist Fest im Ausnahmezustand. Da gibt es keine Frage, keine Vorwürfe, keine Aufarbeitung und Klarstellung, da gibt es nur noch feiern und fröhlich sein. 
Auch heute ist der Tag, am dem Gott das Blatt wendet. An den Schweinetrögen unseres Lebens, stehen im Hintergrund bereits die festlich gedeckten Tische. Gott streckt uns die Hände entgegen, dass wir nicht im Jammer umkommen. Es gibt keinen erbärmlichen Zustand in unserem Leben, in dem Gott nicht das Blatt wendet. Weil Gott das macht, können wir uns freuen und fröhlich sein.
Wenn Gott diesen Glanz in unsere Tage bringen will, weshalb bleiben wir sooft am Trog sitzen?

Mein und Dein

Die Grundausrichtung muss stimmen.
„Wir wollen nicht mehr sagen zu dem Werk unserer Hände: „Du bist unser Gott.““

Hos. 14, 4
Schon das Volk Israel kannte nicht den Unterschied zwischen Mein und Dein. Sie machten sich ein goldenes Kalb. Mose zerschmetterte darüber entsetzt die Gesetzestafeln. Auch der glaubende Mensch steht ständig in der Gefahr, sich und sein Werk in den Mittelpunkt zu stellen. Nach dem Motto: In meinem Leben dreht sich alles um mich. Ich bin mein. Mein Bauch gehört mir. Ich erschaffe meine Welt. Alle Zukunft liegt in meinen Händen. Es ist erschreckend, wieviel christliche Lebensberatung und wieviele aktuelle Bücher auch in der frommen Szene in diese Richtung schlagen. Wenn jedoch meine Lebensgestaltung in meinen Händen liegt, wenn alles von meiner Disziplin, meinem Eifer und meiner Zielstrebigkeit abhängt, was passiert dann in den schweren Tagen? Was geschieht, wenn das Leben zuschlägt und alles anders verläuft, als ich mir ertäumt habe? Da platzen doch ganz schnell die Träume, da ist das goldene Kalb nur noch Blech, da bin ich von Gott und allen guten Geistern verlassen. Da wäre es unverschämt zu sagen, Gott hat seinen Segen entzogen und mich total hängen lassen.
Mein und Dein; da fällt der Groschen. Nicht ich bin mein Gott, sondern du bist mein Gott. Zu dieser Erkenntnis müssen wir täglich kommen. Paulus sagt: Alles ist euer, ihr aber gehört Christsus, Christus aber Gott. Das ist die Positionierung der Glaubenden. Wir sind das ausführende Organ des lebendigen Gottes. Wenn wir eigenes voran stellen, legen wir Gott die Handschellen an. Reich Gottes will sich an und durch uns verwirklichen. Verherrlichung ist die Christus-Profilierung in uns. Die Geschichte unseres Lebens schreibt Gott. Da wäre es stümperhaft, wenn wir nur eigene Ziele verfolgen. Nur der Umbruch von Mein zum Dein, ist die Gottesverwirklichung in unserem Dasein. Wenn wir meinen, wir müssten alles schaffen, wir heben die Welt aus den Angeln, auf unsere Strategien kommt es an, wie bleibt da noch Platz für das Heilige, das Christus schaffen will? 
Wie anders soll Reich Gottes, soll Kirche entstehen, als dadurch, dass wir unsere Selbstverliebtheit verlassen?