Zum Frieden geschaffen

Es ist ein halbes Himmelreich, wo Frieden herrscht.
„Mein Volk wird in friedlichen Auen wohnen, in sicheren Wohnungen.“

Jes. 32,18
Welch ein Bild von tiefer innerer und äußerer Ruhe. Die zu Gott gehören werden einen Zustand erleben, den es eigentlich in dieser Welt nicht gibt. Friedliche Auen und sichere Wohnungen finden wir selbst in unserem Land nicht mehr, bei der gestiegenen Terrorgefahr. Wenn wir über unsere Grenzen hinausschauen, sitzen wir weltpolitisch auf einem Pulverfass. Wenn Jesaja dem Volk, das immer wieder vertrieben wurde und in kriegerische Auseinandersetzungen gestellt war, solch ein Bild aufzeichnet, geht es ihm keinesfalls nur um Waffenruhe. Frieden kommt nicht von Menschen, Frieden kann nur von Gott kommen. Frieden und Sicherheit ist kein äußerlicher Zustand, sondern ein Ereignis, das der Mensch in Gott findet. Unfrieden entsteht in unruhigen Herzen. Wo ein Mensch in Gott zur Ruhe kommt, kann Frieden von ihm ausgehen. 
Vor ein paar Tagen schrieb mit eine Webdesignerin mit der wir zusammenarbeiten, ich arbeite ständig mit Webentwicklern an Onlineprojekten. Bei diesen Herrschaften gehe es nur um schnell, viel und große Geschäfte, da tut es richtig gut mit den Blumenmönchen zu arbeiten, von denen soviel Ruhe ausginge und bei denen es nicht nur ums Geld ginge.
Mit fliedlichen Auen wirft Jesaja dem aufgescheuchten Gottesvolk den Christus zu. Damit wird Gott eurer gebeutelten Seele Ruhe verschaffen. Mit Christus entsteht für  aufgebrachte Menschen eine sichere Wohnung. Somit ist der Unfriede nicht aus der Welt, doch den Glaubenden ist eine Friedenszelle geschaffen. Wo wir in dieser Welt leben, haben wir uns mit dem Chaos der Menschen auseinanderzusetzten, doch in Christus können wir mittendrin Frieden finden. Da ist der Glaubende nicht mehr der Gehetzte und Getriebene, sondern ruht in sich, in allem äußeren Druck. In Christus zur Ruhe zu kommen ist der Friede, nach dem sich der Mensch in der Tiefe sehnt. Wer in diesen friedlichen Auen wohnt, wird zum Friedensstifter für die Menschen, von ihm geht eine Ruhe aus.
Wo suchen wir unsere Ruhe, wenn das Leben uns hetzt und treibt?
Gott segne euch an diesem Sonntag. 

Friede sei mit euch!

Das „nur“ liebt unendlich 

Ein Liebeslied trägt über die schwersten Stunden.
„Wenn ich nur dich habe, so frage ich nicht nach Himmel und Erde.“

Ps. 73, 25
Verliebt sein ist oft das größte Glück zwischen Himmel und Erde. Da sind die Herzen im Ausnahmezustand und schweben im 7. Himmel. Du bist mein ein und alles. Mit dir geht meine Sonne auf. Hinter dir verblasst alles andere. Dein ist mein ganzes Herz. Mit dir blüht mein ganzes Leben. Wie oft wird dieser Zustand besungen, geträumt und ersehnt. Wie viel kommt von diesem Glück im wahren Leben an? Was passiert, wenn ausgerechnet das angebetete Herzblatt enttäuscht, verletzt und seinen Charme verliert?
„Nur Du“ hat Kraft, wenn es steht. Wo Gott zum Du wird, erfährt die Liebe eine neue Dimension. Da fällt die Liebe nicht mitten ins Herz, sondern auf die Liebe in Person. Da potenziert sich die Liebe in ihrer Grenzenlosigkeit. Nur diese Liebe haben, ist das Größte, was je ein Mensch haben kann. Wenn wir alles in dieser Welt hätten, all die Schönheiten der Schöpfung bereisen könnten, den liebsten Menschen an unserer Seite haben, wäre das alles noch weniger als dieses glühende Feuer. 
Dort wo wir alles Glück dieser Welt anstreben, wo wir uns aufbauen an dem Geschaffenen und dem, was wir selbst zu schaffen in der Lage sind; was trägt dann noch, wenn der liebste Mensch von uns geht? Wird da nicht schlagartig alles haben wollen sinnlos? Versenkt das Großartige, das uns erfüllt hat, dann in der Bedeutungslosigkeit? An den Grenzen der Existenz trägt nur noch eine Liebe, die unauslöschbar ist. Wo all das Große und Schöne verblasst, braucht es eine enttäuschungsresistente Liebe. Nur diesen Gott haben, ist größer als Himmel und Erde. Nur Du, ist alles was wir brauchen. Wo wir uns auf dieses kleine „nur“ beschränken, stehen wir in der unendlichen Liebe.
Wir haben täglich die Wahl, ob wir „alles“ oder das „nur‘ wollen. Was wollen wir davon lieben?

Schöner Wohnen

Offb. 21, 3-5
Ab dem Zeitpunkt, wo die Bagger anrollen, verlässt ein Neubau die Planungsphase. Da geht es nicht mehr um einen Traum, der auf Papier gebannt wurde, da werden Träume wahr. Eine Vorstellung nimmt Formen an. Ein Gedanke wird zu Materie. Eine unsichtbare Idee, entwickelt sich zu einem sichtbaren Ereignis. Der Architekt wird zu einem Verwandlungskünstler. Jeder von uns hat die Fähigkeiten dazu. Da ist der Traum vom neuen Haus, vom neuen Auto, von einem tollen Gericht das wir einmal ausprobieren wollen und plötzlich ist es da.
Gott hat einen Plan von einer neuen Erde und einem neuen Himmel.
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1. Ein bahnbrechendes Konzept

„Der auf dem Thron saß, sprach: „Siehe, ich mache alles neu.“
Gott träumt einen spektakulären Traum. Was Gott träumt kommt. Unsere Zukunft ist keine geträumte Zukunft. Unser Lebensziel ist keine fixe fromme Idee. Unsere Hoffnung kein Wunschtraum. „Gott macht neu“, – eine diskussionsfreie Tatsache. Mit Johannes blicken wir in eine Wirklichkeit, hinter unserer Wirklichkeit, jenseits von dem Alten, in dem wir leben. Die bange Frage, wohin die Reise geht, findet in der Offenbarung eine Antwort. Unsere jetzige Wirklichkeit ist zwiespältig. Diese Wirklichkeit ist auf der einen Seite sehr gut, auf der anderen sehr schlecht. Wirklich ist die Spannung in der wir leben. Immer mit der Sehnsucht nach Entspannung.  Seit damals im Garten, gibt es Leben und Sterben, Lachen und Weinen, Trost und Trostlosigkeit zugleich. Das ist die Wirklichkeit im Jetzt. Christen sind deshalb auch keine Wirklichkeitsverneiner oder Weltflüchter. Wir alle genießen die Strahlen der Sonne und frieren zugleich in der Kälte der Nacht. Hier und jetzt gibt es Arme, aber auch Reiche. Hier und jetzt wird geschenkt und gestohlen. Alles war sehr gut – aber alles ist auch entgleist. Unsere Welt, die uns umgibt, ist weder nur gut noch nur böse. Beides zusammen ist Wirklichkeit. Auseinandersetzung mit Beidem ist Realität.
Gerade dieser Streit der Kräfte will Gott neu machen. Die Vollendung, das volle, ganze, erfüllende Ende ist der Untergang dieser Spannung. Die neue Zeit, ist die Zeit ohne Widerspruch. Es ist die Zeit ohne zweite Meinung. Die gestörte Gottesbeziehung fällt weg. Gott wird ein und alles sein. An Gottes Einzigartigkeit bleibt kein Zweifel mehr. Neu wird, dass Gott allein genügt. Neu wird, dass der Tod stirbt. Mit dem Tod stirbt die zweite Möglichkeit, die Möglichkeit zur Sünde. Mit dem Tod ist der Zweifel an Gottes Wort gestorben. Es gibt keinen Flüsterer mehr, der einem irgendeinen Mist ins Ohr bläst. Im Neuen kriegt das Vertrauen keine Risse mehr, weil das Misstrauen schon auf dem Friedhof liegt und christlich bestattet wurde. In der neuen Welt gibt es nur die einzige Wirklichkeit: Gott! Es gibt keine Enttäuschungen mehr, weil die Dinge anders sind, als wir denken. Die neue Zeit, besticht durch die Eindeutigkeit, dass nur sein Wille geschieht. Unser Wollen ist mit seinem eins geworden. Ein Ja – gesprochen wie zwischen Bräutigam und Braut. Der Tod ist die völlige Befreiung in diese neue Welt. Die Todesstunde verwandelt sich in Ewigkeitssekunden. Dieses bahnbrechende Konzept liegt auf jedem Leben und beginnt mit dem Tod. Da beginnt völlige Erlösung.
Dieses Neue…
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2. Durchbricht bisherige Standards

 „und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.“ 

Es gibt keinen evangeliumsträchtigeren Satz, als eben diesen. Was einmal war, gibt’s nicht mehr.“ Gottes Welt ist ohne Altlasten. Für manche Menschen unvorstellbar, dass es eine Welt ohne Probleme gibt.  „Was war, ist vorbei“ Wenn der Tod weg ist, verschwinden die grauen, dunklen Schatten an den Novembertagen. Was war, steht mit Christus im Licht. Jeder von uns kennt die Schlagschatten der Vergangenheit: Sie sind weg! Schatten der Augenblicke, die man lieber nicht gelebt hätte, Schatten der Momente, in denen man falsch entschieden hat, Schatten, die immer dann aufsteigen, wenn keiner nach ihnen fragt. Alles weg, aus, vorbei! Was einmal war, das war. Vergangenheit, auf nimmer wiedersehen. Alle Narben, die ich mir selbst verschwieg, sind heil! Vergebung hat alles ausradiert. Die Festplatte ist gelöscht. Da gibt es nichts mehr Bisheriges, auf das man zurückgreifen könnte. Aufrechnen ist sinnlos, bzw. unmöglich geworden. Über dem was war, kommt große innere Ruhe, weil Vergangenes nicht mehr quält. Gottes Gegenwart kennt keine Vergangenheit und Zukunft, nur das ewige Jetzt. Das ist Neuschöpfung und keine Aufbesserung des Alten. Das ist noch mehr als die Kehrtwende eines Saulus zum Paulus. Vom Alten ist nichts mehr übrig. Wo alles andere weg ist, ist Gott alles in allem.
Dieser neue Standard…
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3. Schafft gesteigerte Wohnqualität

„Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein;“ 

Es geht um eine neue Stadt, um völlig neue Möglichkeit des Lebens und des Seins. Gott baut das neue Jerusalem in eine voll Misstrauen zerstörte Welt. Er baut wider besseres Wissen eine unvorstellbare Welt: die Welt des Überdauerns. Wir überdauern in ihm. Er überdauert mitten unter uns. Er schafft sich jetzt schon diesen Wohnraum unter uns. Er schlägt das Zelt der unvergänglichen Welt in unserer jetzigen Wirklichkeit auf. Dass Gott unter Menschen wohnen will, war schon immer sein Gedanke. Das bahnbrechende Konzept ist schon Wirklichkeit. All die neuen Standards leben schon. Für uns ist nur der Tod noch nicht aus der Welt, doch die Hoffnung, lebt bereits diese neue Wirklichkeit.
 „Leider gibt es keine beweiskräftigen Argumente für das Abenteuer einer solch vermessenen Hoffnung“ sagt der Theologe Jetter.
Die Hoffnung lebt bereits aus der Sicht über den Tod hinaus. Im Glauben wohnt diese neue Wirklichkeit unter uns. Weil Gott sein Zelt mitten in einer korrupten Welt aufgeschlagen hat, erfährt schon jetzt der Schmerz das Heil. Der Glaube transportiert den neuen Standard in alte Verhältnisse. Gott richtet jetzt schon seine Wohnung ein und fängt an, die Möbel aufzustellen. Die neue Welt ist nicht etwas für morgen; schon heute steht der Möbelwagen vor der Tür. Morgen beginnt die Befreiung der Welt, die heute schon frei ist, in einen eucharistischen Augenblick. In der Eucharistie zieht Ewigkeit in unsere Wohnung ein.
Die Offenbarung der Bibel tröstet nicht billig, sondern stärkt unsere Hoffnung auf das Vollkommene, das schon angefangen hat. Es stärkt die Hoffnung, dass das Unvollkommene todsicher zu Ende geht. Jesus Christus ist auferstanden, und zeltet unter uns. Somit können wir am Christ-König-Sonntag in allen Spannungen schöner wohnen.