Sorgen werfen

Wo ein Stern aufgeht, können wir den Kummer der Nacht hinwerfen.

Es wird ein Stern aus Jakob aufgehen und ein Zepter aus Israel aufkommen.“
4.Mose 24, 17

Wenn Sterne aufgehen und Zepter aufkommen, geschieht ein Umbruch in Nacht und Ohnmacht. Damit kommt Licht in Machtlosigkeit und Orientierungslosigkeit. Das ist die starke Nachricht für die Glaubenden. Den ganzen Auseinandersetzungen des Lebens ist ein Kontrapunkt gesetzt. Über der Zerrissenheit des eigenen Lebens, über dem Durcheinander einer ganzen Welt, geht ein Licht auf. Aller Angst dieser Welt, ist der Christus-Stern gesetzt. Das ist ein Faustschlag gegen die Hoffnungslosigkeit. Das ist ein Hammer gegen alle Sorgen.

Wie sehr sind unsere Tage von Horrorszenarien bestimmt? Die Angst vor dem nächsten kalten Krieg. Die Mächtigen, die Konfliktlösungen mit militärischen Mitteln durchsetzen wollen. Menschen werden zugedröhnt und mit Schreckensmeldungen in Schach gehalten. Im Großen, wie im Kleinen stehen wir ständig unter Strom. Die eigenen Konflikte und Sorgen tun ihr Übriges.

Das Rezept des Glaubens heißt, Sorgen werfen. Alle eure Sorgen werft auf ihn; denn er sorgt für euch. Wo wir werfen, sind die Sorgen weg. Wo ein Stern aufgeht, können wir uns aus unserer Sprachlosigkeit befreien. Das ist die Antwort der Glaubenden für angstgeprägte Menschen. Wir leben in belastenden Situationen und können den Druck loswerden. Sorgen werfen, heißt glauben. Wir vertrauen dem, der die Herrschaft über die Ohnmacht hat. Wir lassen in den Sorgen Gott Gott sein. Wir geben ab und meinen nicht mehr, wir müssten die Welt selbst erlösen. Sorgen werfen macht Mut. Es nimmt zentnerschwere Lasten ab. Er befreit sich von dem lähmenden Gift, das ein Leben auf Sparflamme hält.

Auch bei unsportlichen Menschen ist es hilfreich, das Sorgen werfen zu einem Morgen- und Abendritual werden zu lassen. Es trägt zur geistlichen und leiblichen Fitness bei. Wo wir diesen Frühsport nicht betreiben, werden wir lebensmüde. Belastete, schwermütige Menschen, deren Augen nicht mehr leuchten, haben Schwierigkeiten mit dem Sorgen werfen. Wer diese Disziplin einübt, den erkennt man am Gang seiner Schritte, am Leuchten seiner Augen, an dem Mut und der Hoffnung seines Atems.

Wie erleichtert wären wir selbst, wieviel Sterne würden den Menschen um uns herum aufgehen, wenn wir unserem Ballast abgeben?

Auslegungen für jeden Tag
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Wir haben ausgesorgt

Es ist ein riesiger Unterschied, von dem, wer die Sorge über unser Leben übernimmt.
„Es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht und hernach lange sitzet und esset euer Brot mit Sorgen; denn seinen Freunden gibt er es im Schlaf.“

Ps. 127, 2
Ganz selbstverständlich geht heute Morgen die Sonne über der endlosen Orangenküste Spaniens auf. Ich habe keine andere Aufgabe, als durch den Sand ans Meer zu laufen und das glühende Schauspiel zu bewundern. Ich kann nichts dazu beitragen; das großartigste Ereignis eines Sonnenaufgangs, spielt sich einfach vor meinen Augen ab. Die Schöpfung erwacht und holt sich Atem für einen langen, heißen Tag. Wohltuende Ruhe breitet sich aus, die vom Rhythmus des Wellenschlages gestreichelt wird. Das Leben feiert seine Auferstehung, als wäre es nie anders gewesen.
In größter Selbstverständlichkeit zelebriert Gott seine Freude am Dasein und der Mensch sitzt mit Sorge am Frühstück. Gleich nach dem Aufstehen dreht sich das Riesenrad mit der Melodie, wie werden wir das heute bloß wieder schaffen. Die Sorgenmühle ist derart lähmend, dass wir manchmal unter dem Eindruck stehen, dass wenn wir es nicht schaffen, dreht sich die Erde nicht mehr. Mit allzu großer Sorge pfuschen wir Gott ins Handwerk.
Das Wort heute will uns an die Hand nehmen und den eigentlich für-uns-Sorgenden vor Augen malen. Fürsorge ist Gottes tägliches Brot. Das was er anpackt ist versorgt. Mit Links greift er in die Schwere unserer Tage. Von ihm aus ist an alles gedacht. Der Gott des Heils übersieht nichts. Wo er sorgt, kann unsere Soge schwinden. Da läuft das, was wir nicht zum Laufen bringen. Glaube schafft die Gelassenheit, das Gott sein Reich baut, dass er die Erde erneuert, und auch mit den Menschen zurechtkommt, an denen wir uns die Füße wundgelaufen haben. Was Gott im Schlaf gibt, braucht uns nicht zu sorgen.
Ist nicht jeder Sonnenaufgang ein Gemälde davon, dass Gott nicht schläft?

Was wir anschauen bekommt die Macht

wer einen Gott im Heute kennt, braucht sich für Morgen keine Sorgen machen.
„Du bist meine Zuversicht, Herr, mein Gott, meine Hoffnung von meiner Jugend an.“

Ps. 71. , 5
Zuversicht ist tragfähige Meditation. Da wird der Blick auf etwas gelenkt, das aufbaut. Sich Sorgen machen ist genau das Gegenteil. Wer sich Sorgen macht, meditiert auch. Die Gedanken kreisen nur um etwas, das nach unten zieht und innerlich aufwühlt. Wer sich Sorgen macht, kann sehr gut meditieren, nur der Blick ist auf Beschwerendes gerichtet und kann daher keine Hoffnung machen. Zuversicht auf die Sorgen endet in Verzweiflung.
Wer hoffen will, braucht eine andere Blickrichtung. Zuversicht auf den Herrn trägt. Der Blick wendet sich zu dem, der über die Sorge hinaus handelt. Zuversicht reißt den Blick weg von der Not, von dem Schmerz, zu dem Heil. Wo wir auf Christus zusehen, verlassen wir breits das Unheil. Unsere Ohnmacht zieht es zu dem Mächtigen. In unserer Meditation lösen wir uns von unseren Sorgen und sichten nach Erlösung. Mit der Zuversicht, wird dem realen Elend, der reale Christus gegenübergestellt. Da wird das Drama unserer Tage nicht beschönigt, sondern im Drama Raum geschaffen für den lebendigen Gott. 
Zuversicht ist eine Lernaufgabe, für den Umgang mit Krisen. Man kann von klein auf lernen, seinen Blick und seine Gedanken zu schulen. Wir können aus dem Sorgen-Kreisen eine Christus-Meditation werden lassen. In dem zu Christus sehen, verwandelt sich nicht unbedingt unser Schmerz, aber unsere Trostlosigkeit in Hoffnung. Dem äußerlichen Zerfall wirkt eine innere Erneuerung dagegen. 
Zu wem oder was sind unsere Blicke ausgerichtet?

Sorgen ist nicht up to date

warum sind wir oft so schnell am verzweifeln?
„Der Herr wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der dich behütet, schläft nicht.“

Ps. 121, 3
Kaum läuft etwas aus dem Ruder, verlieren wir schlagartig das Vertrauen in Gott und die Welt. Die schönen Tage nehmen wir gerne an und sind voller Glaubensmut und Hoffnung, doch wenn das Kleingedruckte unseres Lebens kommt, stellen wir schnell das bisher dagewesene infrage. Petrus versinkt in seinen Zweifeln, als Jesus ihn über das Wasser gehen heißt. Wir selbst kennen die dunklen Stunden, in denen mehr Warum-Fragen als Dankbarkeit im Raum stehen.
Der Mensch kann aus sich heraus keinen Glauben entwickeln. Er braucht immer neu den Zuspruch Gottes; er braucht die ausgestreckte Hand von Jesus, um nicht unterzugehen. Glaube kommt aus Gott, nicht aus dem Menschen. Wo uns der Zweifel überfällt, müssen wir nicht unsere Anstrengungen verstärken und krampfhaft Glauben generieren, sondern wir müssen nur nach der ausgestreckten Hand des Christus greifen. Wo wir behütet sind, da ist Gott auf der Hut. Da hat schon lange ein anderer unsere Sorgen übernommen. Dort wo wir uns sorgen und zweifeln, sind wir nicht mehr up to date, weil der Fürsorger schon längst da ist.  Gott ist keine Schlafmütze. Gott ist keiner der von uns belehrt werden muss, was er zu tun hat; Gott ist immer am Puls. Das kann nur der Glaube begreifen, und den schenkt Christus. Nur in Christus haben wir das Zutrauen zu Gott, dass wir im Untergang gehalten sind. In Christus haben wir den Halt, wenn der Untergrund schlüpfrig wird. 

Gerade wo uns die Zweifel das Leben schwer machen wollen, brauchen wir den Christus, brauchen wir das Wort, brauchen wir das Mahl. Dann sind wir von dem umpfangen, der hellwach für uns sorgt.
Lassen wir uns die Frage Jesu gefallen: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?

Wer Sorgen abgibt, hat ausgesorgt 

am Umgang mit Sorgen entscheidet sich ob wir Hoffnung haben.
„Ich komme in der Frühe und rufe um Hilfe; auf dein Wort hoffe ich.“

Ps. 119, 147
Sorgen sind das Geschwür unserer Tage. Wie ein Holzwurm durchlöchern sie einen Stamm, bis die Statik des Baumes bricht. Ein Häufchen Holzmehl liegt am Boden. Sorgen fressen und setzten außer Kraft. Sorgen sind Perlen der Hoffnungslosigkeit, auf denen wir kauen und uns die Zähne ausbeißen, weil Umstände auf uns einströmen, die wir nicht beeinflussen können. Wir werdenn dabei mit unserer einen Machtlosigkeit konfrontiert.
Daher ist der Umgang mit Sorgen, eine Frage der Lebenshyiene. Wo das nicht zu Bewältigende bei uns bleibt, ist kein Platz für Hoffnung. Unser ganzes Stöhnen gehört weg von uns. Sorgen sind nicht unser Job, sie gehören Gott. Dinge, die nicht in unserer Macht liegen, müssen zu dem Mächtigen. Im Loslassen entspannt sich der Krampf. Unser Weh und Ach gehört von der ersten Stunde des Tages in starke Hände. Wo Gott unsere Hilfe ist, verwandeln sich Sorgen in Dank. Wo wir auf sein Wort bauen ereignet sich Hilfe. Da werden andere Kräfte wirksam. Da kann die morgendliche Klage, am Abend in der Dankbarkeit enden, weil sich über Tag Dinge ereigneten, mit denen keiner gerechnet hat.
Wer die Sorge abgibt, tut sich selbst etwas Gutes und öffnet sich gleichzeitig für die vielen keinen Dinge, an denen Gott bereits handelt. Der Glaube kann entspannen und danken, weil Gott sorgt.
Was kann uns da auffressen und aushöhlen, wenn wir so unsere Sorgen los werden?

Schichtwechsel schafft Ruhe 

Unruhe entsteht im Kopf.
Ich liege und schlafe mit Frieden; denn allein du, Herr, hilfst mir, dass ich sicher wohne.“

Ps. 4, 9


Wieviel Schlaflosigkeit ist unter uns? Was und wer geistert da alles durch unsere Nächte. Einfach liegen und friedlich schlafen, ist doch oft nur ein Wunsch von dem wir träumen können. Da kommt der Körper nicht zur Ruhe, der Geist bewegt tretmühlenartig das unverdaute von gestern und die Sorge von morgen. Manche Nächte sind regelrechter Horror als Erholung.
Wenn wir medizinische Ursachen unbeachtet lassen und uns überlegen, was da so alles ab geht, wenn wir keine Ruhe finden, entdecken wir erstaunliche Hintergründe. Nächtliche Gedanken kreisen um den Stress mit Menschen. Die Beziehungen, die angespannt sind, die Auseinandersetzung mit Freunden, die Arbeit, die zu erdrücken scheint, die Kinder oder die Eltern die uns Sorgen machen, usw. Unruhige Gedanken kreisen. Wir können nicht loslassen. Unser Kopf ist ständig am machen, am Selbermachen. In unseren Gedanken entsteht Unfriede.
Friede kommt durch Vertrauen. Deshalb praktizieren wir in der Bruderschaft am Abend das „Los-lass-Gebet“. Ruhe kehrt dort ein, wo der Schichtwechsel stattfindet. Gott übernimmt die Verantwortung, für all das was uns umtreibt. Ihm Abgeben schafft Ruhe. Ganz bewusst übergebe ich das Komando. Erst im vertrauensvollen Abgeben, kann ein aufgescheuchtes Leben zur Ruhe kommen. Oder wenn die Gedanken nicht Schweigen wollen hilft das Christus-Gebet. „Jesus Christus, erbarme dich meiner“. Gesprochen auf einen ruhigen Ein- und Ausatem-Rythmus. Wo dieses Gebet ständig wiederholt wird, erleben wir oft, wie Ruhe einkehrt und ein tiefer Frieden über uns kommt. Wir können die aufgescheuchte Seele nicht selbst beruhigen; sie muss ihre Ruhe in Gott finden. Wer dann ruhig wird, findet auch erholsamen Schlaf.
Wo liegt es an unserem Unglauben, an unserem nicht Abgeben können, dass wir oft keine Ruhe finden?

Werfen macht frei 

Sorgen sind ein großes Sorgenthema.
„Wirf dein Anliegen auf den Herrn; der wird dich versorgen.“

Ps. 55, 23
Sorgen sind Schwerlast, unter denen ein Leben stöhnt. Manche Sorgen bringen an den Rand der Verzweiflung. Sorgen rauben die Zukunft. Sorgen sind der Blick auf Morgen, der unser Heute verdunkelt. Über den Umgang mit Sorgen werden Lieder gesungen. „Schütt´ deine Sorgen in ein Gläschen Wein.“ Bücher für ein sorgenfreies Leben füllen die Regale.
Gott nimmt Sorgen sehr ernst. Er ist geradezu Spezialist für Sorgen. Wir kommen von Erntedankt, wo wir viel von dem Versorger gehört und gesehen haben. Gott versorgt. Da geschieht ein professioneller Umgang mit Sorgen. Er kümmert sich um die Berge, die wie Gespenster vor uns stehen. Er rückt unseren Blick in jetzigen Moment, in dem unser Leben stattfindet und sagt, lass das Sorgen für morgen meine Sorge sein. Er übernimmt die Verantwortung für unsere Lasten. Sorgen sind gar nicht unser Job. Die Angst vor der Zukunft geht uns gar nichts an. In allem was ist und was kommen wird ist mehr Gott drin als wir wahrhaben wollen. Das was uns umtreibt ist seine Sache.
Wir müssen einfach eine neue sportliche Disziplin lernen – Werfen! Nicht behalten sondern mit ganzer Wucht loswerden. Sorgen sind Wurfgeschosse. Wir müssen sie nur in die richtige Richtung schmeißen. Wie eine heiße Kartoffel; nur schnell weg, sonst verbrenne ich mir die Finger. Werfen ist der Glaube an den Versorger. Werfen ist das Vertrauen zu dem, der größer als meine Sorge ist. Werfen befreit für das Leben im Heute.
Warum nehmen wir uns mit den vielen Sorgen die Luft zum Atmen?

Blickkontakt killt Sorgen 

ruhig werden hängt mit dem zusammen, was wir anschauen.
„Der Herr sprach: Mein Angesicht soll vorangehen; ich will dich zur Ruhe leiten.“

2. Mose 33, 14
Das was uns vorangeht, bestimmt unseren inneren Zustand. Wundern wir uns manches Mal über unsere Unruhe? Das nicht zur Ruhe kommen quält viele Menschen, selbst in der Nacht. Was macht denn unruhig? Wenn wir uns vor Augen halten, was uns da vor Augen steht, dann sehen wir oft das ungewisse Morgen. Wir sehen mit Sorgen auf die Zukunft. Wir haben Angst, dem was kommt nicht gewachsen zu sein. Vor unseren Augen steht Nacht. Unsere Gedanken und Befürchtungen kochen uns eine total düstere Suppe. Wo wir auf uns selbst und die Umstände schauen entsteht Unruhe. Da produzieren wir selbst einen Stromausfall.
Als das Volk Israel aus Ägypthen aufgebrochen ist, lag auch eine ungewisse Zukunft vor ihnen. Da hinein spricht Gott sein Vorangehen. Gott polt den Blick von Ungewissheit auf sein Angesicht um. Wir haben einen Gott vor Augen. Ein Angesicht das in Christus für uns eine fassbare Gestalt geworden ist. Wir gehen einen Weg, bei dem einer vorangeht. Wir folgen nicht der Ungewissheit sondern der Zukunft. Die Sorge wird in Ruhe verwandelt. Ruhe hängt unmittelbar mit dem zusammen, in welches Gesicht wir sehen.
Wir können uns selbst einen Strick drehen und uns alle Hoffnung rauben, mit dem was wir vor Augen halten. Wir können jedoch eine große Zuversicht haben, wenn unsere Sicht zu dem geht, der vorangeht. Da wohnt in uns eine tragfähige Ruhe, weil die Sorge ausgezogen ist.
Wir haben es selbst in der Hand, in welches Gesicht wir schauen; welchem Blick wollen wir folgen?