Kinder kriegen ab 100

Glauben ist hoffen, wo es nichts zu hoffen gibt, damit das Leben auch morgen noch besteht.

„Herr Zebaoth, wohl dem Menschen, der sich auf dich verlässt!“
Ps. 84, 13

Des Menschen Wohl hängt mit seinem Vertrauen zusammen. Umgekehrt ausgedrückt heißt das, wo kein Vertrauen, keine Hoffnung, kein Darüber-hinaus ist, entsteht Unwohlsein. Es bestehen somit tiefe Zusammenhänge zwischen dem, was ein Mensch hofft und seinem persönlichen Wohlbefinden. Sich auf Gott verlassen, steht für das Wohl und Wehe eines Menschen. Wer sich auf Gott verlässt, verlässt die Hoffnung auf sich selbst. Er verlässt die augenblicklichen Tatsachen, die eine ganz andere Sprache sprechen. Er trennt sich wie Abraham von der Realität, dass man mit hundert Jahren keine Kinder mehr bekommen kann. Er verlässt alles, was er bisher gelernt und für richtig befunden hat. Er fängt an, an etwas Utopisches zu glauben. Sich auf Gott verlassen heißt, alle seine bisherigen Maßstäbe zu verlassen. Auf etwas zu setzten, was der Verstand nicht für wahr hält, die Augen nicht sehen können. Dieses Verlassen glaubt weit über die Zukunft hinaus und vertraut auf etwas, wovon jetzt noch kein Funke zu sehen und spüren ist. Verlassen glaubt vom Ziel her. Es sieht in der Etappe, Gottes vollendetes Ganzes. Er sieht sich in der Gesamteinbettung seines Lebens in Gott. Er lässt sich selbst los und die ganzen Umstände, die im Augenblick das Sagen haben, und lebt aus einem Funken Herrlichkeit. Sich verlassen inspiriert das Leben vom Ende her. Er lebt als altenheimreifer Mann in der Verheißung: Deine Nachkommen werden so zahlreich sein, wie die Sterne am Himmel. Sich auf Gott verlassen, lässt dem Menschenunmöglichen allen Raum. Es ist ein Vertrauen, gegen alles innere Aufbäumen, gegen besseres Wissen. Es ist reiner Glaube, der an dem festhält, was er nicht sieht.

Über solch einer Verrücktheit steht das Wohlergehen des Menschen. Wohl ist die Glückseligkeit, alles zu haben was Menschsein ausmacht. Dieses Glück ist das beruhigende Gegengewicht, dass Josef sagen kann: Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen, doch Gott gedachte es gut zu machen. Dieses Wohl nimmt einer hoffnungslosen Diagnose die Verzweiflung. Wohl ist das Ruhen im Schoß des Höchsten.
Es ist das Umborgensein, gerade dort, wo wir uns nicht in der Wohlfühlzone befinden. Es ist das getröstet sein, wo das Leben eine völlig andere Sprache spricht. Dieses Wohl trennt uns innerlich vom augenblicklichen Unglück. Da lebt etwas konstant Aufbauendes inmitten von Zerstörung. Da ist etwas gesund trotz Krankheit. Das ist Heil im Unheil. Das Wohl verändert nicht meine Umstände, Abraham wurde kein Jungbrunnen, um ein Kinderglück zu erfahren; das Wohl ist Gottes Wirken in den ausweglosen Umständen. Es ist das, den Umständen zum Trotz. Deshalb ist es gerade in unseren ungemütlichen Tagen unser Glück, dass wir uns darauf verlassen können.

Wollen wir etwa Gott vorschreiben, ab wann man keine Kinder mehr bekommen kann?

Auslegungen für jeden Tag
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Verlierertypen sind gefragt 

„Der Herr steht dem Armen zur Rechten, dass er ihm  helfe von denen, die ihn verurteilen.“

Psalm 109, 31
Werten und verurteilen ist eine gewaltige Macke von Menschen. Damit werden die Einen integriert und die Anderen ausgegrenzt. Wertung stempelt ab. Du gehörst zu den Guten und du zu den Schlechten. Du praktizierst deinen Glauben nicht mit der Präzision, wie wir unsere Sache ernst nehmen, somit finden wir keinen gemeinsamen Nenner. Statt Miteinander entsteht ein geregeltes Nebeneinander. Urteilen grenzt aus. Urteilen verachtet die, die einen anderen Stand und eine andere Sichtweise haben.
Genau die Ausgegrenzten sind Gottes Lieblinge. Diejenigen, mit denen die Menschen nicht anfangen können. Die, die nichts als ihr Verachtet sein haben, sind bei Gott hoch angesehen. Die Herausgefallenen, die, die in kein Schema passen, die , die Gott nichts zu bringen haben, das sind Gottes Kinder. Die von den Gnadenlosen Verachteten, finden bei ihm Erbarmen. Hier ist ein warmes Herz in aller Umbarmherzigkeit. Gott liebt die Armen. Genau die Lästigen, die uns wie eine Laus im Pelz sitzen. Er preist diejenigen selig und glücklich, die ihm nichts geben können. In der Schwachheit kann sich seine Güte offenbaren. Das Abgeknickte richtet er wieder auf. Dem Sterbenden schenkt er Hoffnung.
Für mich war es eine Sternstunde der Gottesbegegnung, als ich einer alten Zirkusfrau, die von Haus zu Haus zog, meinen Zehnten überreichen konnte. Gott will uns den Armen, Rechtlosen, Ungeliebten zum Bruder machen. Wir werden dem Schwachen die ausgestreckte Hand Christi sein, die ihm siegen hilft.
Wo schämen wir uns, Bruder und Schwester der Armen zu sein?